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Feldküchen des Bataiklons, cm- ItelM für 20 Pf. «ine tüchtige Portion Reissuppe ttüi Rindfleisch in großen Mengen an die Zivilisten abgegeben wurde. Ilm die Gulaschkanone drängte sich eine große Menschenmenge, die den Reiz eineS Feldküchenessens genießen wollte. Die ausge» zeichnete Zubereitung des Essens fand mit Recht volle Anerkennung: auch Hausfrauen, die das Essen probierten und sachverständig begutachteten» äußerten uns gegenüber ihr vollstes Lob für dis Kochkunst der Feldküchengewaltigen.
Oie militärischen Vorführungen.
Am Rachmittag fanden auf dem Trieb in denk Talgrund beim Eutenkopf die Militärsport» lichen Vorführungen statt. Die Mann» schäften des Bataillons zeigten hier Staffeln. Staffelten, Hindernislauf, Bodenturnen (der Der» ein ehemaliger Leibdragoner Gießen ritt eine Quadrille), Patrouillenspringen, die Borführung des schweren Maschinengewehr-Degleitzuges und zum Schluß als besonderen Höhepunkt einen mo» dernen Infanteriekampf. Sämtliche Darbietungen — über die Wettkämpfe werden wir die Ergeb» nisse noch nachtragen — fanden regstes Interesse das Publikums, das wieder zu vielen Tausenden erschienen war. Auch hier war Se. Königliche Hoheit der frühere Grohherzog mit seinen Familienangehörigen zugegen. Mit lebhaf» ter Spannung wurden natürlich die Dorführung des Maschinengewehrzuges und dann der Infanteriekampf verfolgt. Die Truppe machte auch bei diesen Vorführungen den besten Eindruck, und sie darf der aufrichtigen Anerkennung der Zuschauer sicher sein. Gegen 17.30 Uhr waren die Dorführungen. denen auch das Wetter günstig war. beendet.
Oer Ausklang.
älm 20 älhr fand in der Dolkshalle die Preisverteilung statt. Dann trat die froh» gestimmte Geselligkeit die Herrschaft an, wobei natürlich der Tanz die Hauptsache war.
Rach dem vollen und glänzenden Gelingen des e r st e n Hessischen Grenadiertages, zu dem man unser Bataillon beglückwünschen kann, darf nur noch der Wunsch geäußert werden, daß eine solche Beranstaltung alljährlich stattfinden möchte!
Großer Erfolg des Hessischen Greno-ieriages.
Zehntausen-e bekunden ihr starkes Interesse an der Reichswehr. - Glänzender Verlauf aller Darbietungen.
Rovember. Mittwoch, als 1. Dorstellung im Mittwoch-Abonnement „Cgmvnt" in der Erstaufführungsbesetzung. Als 1. Dorstellung im Freitag- Abonnement 20 Llhr Erstaufführung des Schauspiels „Der 18. Oktober" von Erich Wilhelm Schäfer.
** Die militärische Ausstellung in der Neuen Kaserne ist am heutigen Montag von 9 bis 18 Uhr noch für jedermann zur Besichtigung ge* öffnet. Der Zutritt ist kostenlos. Die Ausstel* lung, die am Samstag und am gestrigen Sonntag starken Besuch aufzuweisen hatte, sei der Deffent- lichkeit zur Inaugenscheinnahme angelegentlich empfohlen.
** Kleine Unfälle beim Grenadier- t a g. Am Samstag und Sonntag ereigneten sich im Zusammenhang mit den Veranstaltungen des Gre* nadiertags einige Unfälle, die — wie sich feststellen läßt — glücklicherweise nicht allzu schwerer Natur gewesen sind. Am Samstagabend beim Biwak stürzten verschiedene Personen, die am Waldrand, nahe dem Eulenkopf, hin und wieder gingen, um möglichst viel zu sehen, in der Dunkelheit in die dort ausgeworfenen Schützengräben und nahmen dabei mehr oder weniger großen Schaden. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Streu3, die einen umfangreichen Hilfsdienst eingerichtet hatte, beschäftigte sich sofort mit den Verunglückten und brachte sechs Personen im Krankenwagen vom Platze. Zwei Personen hatten Knöchelbrüche erlitten, einige weitere erlitten Verstauchungen. Während des Sonntags mußte die Sanitätskolonne nur bei einigen kleineren unbedeutenden Vorfällen eingreifen. Beim Bodenturnen erlitt ein Soldat beim Sprung über ein Pferd eine Fußverstauchung und mußte in das Revier ringe- liefert werden.
"Sammlung für das Ehrenmal des Inf. - Lb. - Reg. Rr. 117. Dom Denkmals- ausschuh wird uns geschrieben: Durch das Preisgericht und den Denkmalsausschuß ist einstimmig der mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf des Regierungsbaumeisters Kreppe! und des Architekten Preis (Mainz), zur Ausführung bestimmt worden. Das Ehrenmal das den herrlich gelegenen Forsterplatz in Mainz zieren wird, soll im Frühjahr 1933 eingeweiht werden. In Erz und Stein soll es zum Angedenken an das stolze 'blaue Regiment erstehen. Die Mittel hierzu müssen durch Sammlung freiwilliger Beiträge aufgebracht werden. Jeder, der in den Reihen des Regiments und seiner Kriegsformationen gestanden hat, jeder, der durch Bande der Freundschaft, der Erinnerung und der Kameradschaft sich ihm verbunden fühlt, spende feine Gabe. Die durch Genehmigung des Ministeriums des Innern behördlich zugelassene Sammlung hat am l.Okto- i her begonnen. Die Einzeichnung erfolgt in numerierten Sammellisten, die mit Ausweis per- scchene Sammler vorlegen werden. Cs können auch Einzahlungen für den Denkmals-Fonds auf das Postscheck-Konto: Regiments-Ehrenmal 117 und der Kriegsformattonen, Finanzausschuß Mainz, Amt Frankfurt am Main Rr. 4100, erfolgen.
** Oeffentliche Büch erhalle. Jin September wurden 1365 Bande ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 949, Literaturgeschichte 3, Zeitschriften 29, Gedichte und Dramen 7, Iugendschriften 89, Länder- und Völkerkunde 83, Kulturgeschichte 8, Geschichte und Biographien 95, Kunstgeschichte 13, Raturwissenschaft und Technologie 41, Haus- und Landwirtschaft 2, Religion und Philosophie 16, Staatswissen- schaft 24, Sprachwissenschaft 1, Sport 5 Bände, Rach auswärts kamen 5 Bände,
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verbands-Organisationen usw. Auf der gegenüberliegenden Seite, am Platz der Sp.-Dgg. 1900, umsäumten viele Ehrengäste, Die studentischen Korporationen in Wichs mit Fahnen, Kriegervereine mit Fahnen usw. das Paradefeld. ü. a. toar 6e. Königliche Hoheit der frühere Großherzog von Hessen mit seinen Söhnen und anderen Familienmitgliedern zugegen, Wetter zahlreiche Offiziere a. D. in Uniform, die Setter der verschiedensten Behörden usw. 3m ganzen: die Verbände, Vereine, Korporattonen und
riesige Menschenmenge waren ein prächtiger Rahmen für das von strahlendem Sonnenschein verschönte mttitärische Ereignis.
Der Jeldgottesdienst.
Nachdem das Bataillon unter Führung seines Kommandeurs. Oberstleutnant Klepke auf dem Gottesdienst- und Paradefeld aufmarschiert war, leitete die Bataillonskapelle unter Obermusikmeister Krauße den Feldgottesdienst mit dem Niederländischen Dankgebet ein.
Hierauf folgte die Ansprache des evangelischen Standortpfarrers, Lande ardjenrat Ausfeld, der das Wort 1. Könige 8, loers 57 und 58, zugrunde lag: „Der Herr, unser Gott, sei mit uns, wie er gewesen ist mit unseren Vätern. Er verlasse uns nicht und ziehe die Hand nicht ab von uns, zu neigen unser Herz zu ihm, daß wir wandeln in allen seinen Wegen und halten seine Gebote Sitten und Rechte, die er unfern Vätern gegeben hat." Er führte u. a. aus: „Gott war mit unfern Vätern, das künden uns die ruhmreichen Fahnen der alten hessischen Regimenter, die uns erzählen von Kampf und Sieg, von Deutschlands Freiheit und Einigkeit. Gott war mit uns, das haben auch wir erfahren im großen Kriege, in dem Gott uns geholfen hat durch den Mann, der als unser Reichspräsident und oberster Befehlshaber unserer Wehrmacht heute durch Gottes Gnade sein 85. Lebensjahr vollendet, uns allen ein Vorbild in seinem unerschütterlichen Glauben und in seiner treuen Pflichterfüllung. Gottes Hilfe erbitten wir für ihn und für unser ganzes Volk, gewiß, daß nur einer uns helfen tanir der ewige Gottessohn Jesus Christus. Von der Stellung zu ihm hängt unser Schicksal ab. Wir müssen wieder ein cyristliches Volk werden. Gottesfurcht, Pflichttreue, Opferbereitschaft, Einfachheit, Gehorsam, Zucht und Sitte diese soldatischen Tugenden, durch die Deuttchlano groß geworden ist, müssen wieder Gemeingut unseres Volkes werden, dann kann es zu einer Erneuerung und zu einem neuen Aufstieg kommen. Wenn wir entschlossen all unser Tun und Lassen durch Gottes Willen bestimmt sein lassen, bann können wir unfern Weg wieder getrost und zuver- sichtlich gehn mit der alten Losung des Heils und des Siegs: Gott mit uns." — Dann folgte das Gebet „Vaterunser".
Die Bataillonskapelle spielte sodann das Largo von Händel. Anschließend sprach der katholische Stuben* ten- unb Militärseelsorger Pfarrer Dr. H e m m e s, der nach Verlesung ber Epistel zunächst auf ben Geburtstag bes Reichspräsidenten hinwies und dann u. a. sagte:
Der Soldat braucht vor allem Gottesfurcht. Ein gottloser Soldat ist eine Karikatur. Wie will er auch auf die Dauer bas echte Pflichtbewußtsein in 'sich tragen, bas ihn mit unerschütterlicher Treue unb 'Mannesmut beseelt, in ben schwierigsten Lagen nicht zu wanken und fein Leben aufs Spiel zu setzen, wenn er nicht in dieser wandelbaren Welt sich fest gebunden weiß an das Ewige, das Unwandelbare, die Majestät unseres Gottes? Wer dem ewigen Befehlshaber die Treue hält, hält sie auch dem indischen. 'Darum wollen wir vor ihm, der Himmel und Erbe geschaffen hat, bas Gras bes Feldes wie die Sterne des Himmels, der allen Menschen sein Gesetz eingeschrieben und in ber geheimnisvollen Stimme des Gewissens mahnt und warnt, lobt unb straft, demütig unser Knie beugen als dem Herrn über Leben unb Tod, vor besten Tribunal wir alle uns zu verantworten haben.
Der Soldat, der in Unterwürfigkeit gegen Gott lebt, wird auch bei sich selber Ordnung halten. Das ist das Schöne an dem strammen, gehorsamen Soldaten, daß er ein Symbol ist für den Kamps, den der Mensch in ber eigenen Brust führen muß. Unb der ist bas Jbealbild bes Soldaten, der nicht bloß äußerlich, sondern zugleich auf ber Walstatt des Herzens Sieger ist. Das Aeußere muß dem Innern entsprechen, muß aus dem Innern heroorgehen. Wohlan Kameraden, seien wir ganze Soldaten mit jeder Faser unseres Herzens, dann sind mir ber Ruhm und die Zierde des Volkes. Noch mehr, wir sind der Hort der Sicherhett und Ordnung unserer Mitmenschen. Jawohl, die Reichswehr muh sein der Garant für die Ruhe im Land. Es lastet auf uns Deutschen ein unheimlicher Druck, hervorgerufen durch die unerfreulichen Derhältniste, unter denen mir leben. Mit gebrochener Schwinge lag der Adler am Boden, und es sind gewisse Mächte am Werk, die von der Angst verzehrt werden, daß er endlich gesunde und seinen Flug auswärts nehme mit dem Clan unb der Gewalt, die der deutschen Art entspricht. Im Innern wissen wir, daß in weiten Kreisen ber tatkräftige Gottesglaube geschwunden ist, Zucht und Sitte vielfach barniederliegen unb infolge davon Zank und Hader das arme Volk zerfleischen. Demgegenüber, wie beruhigend, wie erhebend muß es wirken, wenn man aufblicken kann zu der Reichswehr, als dem zuverlässigen Instrumente ber obrigkeitlichen Gewalt, dem ruhenden Pol in ber Erscheinungen Flucht. . .
Und nun, Kameraden, m dieser feierlichen Stunde, da Tausende und aber Tausende sich eins fühlen, hier an dieser Stätte, woselbst in früheren Jahrhunderten die Toten beerdigt wurden, gedenken wir auch all ber toten Kameraden. Sie mögen die Graber aufwerfen und an unsere Seite treten, roenn wir jetzt als eine unabsehbare, geschlossene Phalanx unter ber Führung des greisen Präsidenten unb Feldmarfchalls, ben Gott noch lang erhalten möge, ben Blick gerichtet auf die ehrwürdigen Fahnen die Hände zum Schwur erheben: W.r wollen sre, sein, wie die Väter waren, ein großes beutfd)" Volk, das Gott die Ehre gibt, in Zucht unb Sütfamfert lebt in Ruhe, Einigkeit unb Ordnung! Das malte Gott! — Anschließend sprach der Gestttiche das Vaterunser.
Rach dem Spiel ..Großer Gott, wir loben dich gedachte der Landeskommandant m Hessen. Oberstleutnant Klepke, in einer kurzen Ansprache der Gefallenen, insbesondere der gefallenen Kameraden der Infanterie-Regimenter 115, 116 urib 118. Sodann wies er auf ben ^Geburtstag besHerrn Reichspräsidenten und Oberbefehlshabers der
Kunst und Wissenschaft.
Herbstneuerscheinungen bei Reclam.
Im Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig, er-# scheinen im Herbst 1932 folgende neue Romane: Gerhard D o h l m a n n, »Die silberne Jungfrau" (Ein großer Roman über die Jungfrau von Or» teans): Toni Rothmund, »Glas?": Hans Künkel, „Anna Leun": Wilhelm Stolzenbach, „Zwischen Gestern und Morgen": HanS von Hülsen, „Die Ducht von Sant' Agata"r Artur Drausewgttex, -Die große Siebe*# (Volksausgabe), ’ ’ -
Da« l.Datl. 1 5.Inf.»RgtS.. das — bei den Vorarbeiten vom Vorstand deS Derkehrs- vereins unterstützt — den 1. HessischenGre» nadiertag in Gießen am SamStag und .Sonntag veranstaltete, kann mit dem Ergebnis dieses zweitägigen Militärfestes sehr zufrieden sein. Vom Wetter begünstigt und von der begeisterten Anteilnahme von Zehntausenden gefor» tert, nahmen alle Darbietungen des Bataillons einen Verlaus, der das ideelle Ziel des Strebens, die Beziehungen zwischen der Reichswehr und der Bürgerschaft zu vertiefen, sowie den Wehrgedanken und die Wehrfreudigkeit tm Bolle zu stärken, in bester Weise erreichen ließ. Beide Tage standen gar» im Zeichen der Reichswehr tm allgemeinen unb unseres Gießener Bataillons im besonderen, beide Tage veranlaßten Tausende aus Stadt und Land zum bewußten Bekenntnis zu unserer Wehrmacht und ihren Zielen.
Wie am Freitag beim Abholen der alten Re- gimentSfcchnen am Bahnhof, so brachte auch der Samstag als erster Tag der Veranstaltung gewaltige Menschenmassen auf die Deine. Vormittags sanden Preisschieben des Bataillons und Preisschiehen von Zivilpersonen mit Wehrmannbüchsen statt, dem am Rachmittag das Schießen der 20 besten Schützen folgte. Ebenfalls am Rachmittag wurde eine R e i t j a g d vom Flughafen aus mit Auslauf auf dem Trieb durchgeführt. lieber das Ergebnis dieser sportlichen Ereignisse werden wir noch berichten. Von 17.45 Uhr ab war als Abschluß des ersten Tages
Biwak auf -em hinteren Trieb.
Hm 17.15 Uhr waren die Kompanien von den Kasernen zum Biwakplatz abmarschiertt um 17.45 Klhr erfolgte der Einmarsch in das Gelände in er Talmulde beim Eulenkopf. Eine große Wen- Henmenge, die immer mehr und mehr anwuchs, rfolgte von Anfang an die Vorgänge auf den äumlich etwas getrennten Diwakplätzen der Kompanien mit größtem Interesse. Punkt 18 Uhr ertönte das Signal zum Diwakbeginn und damit zur Errichtung der Zelte. Sofort setzte mit ärkstem Eifer
Der Selfbau-IDritberoetb bet Kompanien in. Wie wir am Freitag schon mitteilten, hatte r Derkehrsverein für die siegende Kompanie ses Wettbewerbs als Preis ein Faß Bier stiftet Aus dem Wettbewerb ging die 2. K o m- n i e als Sieger hervor, die ihr erstes Zelt chs Minuten und ihre gesamten Zelte 18,7 Minuten nach dem Signal fix frt b fertig errichtet hatte. Damit errang e Kompanie den Siegespreis, deren Ehes auptmann Schiel und der Kompanieoffizier -Meutnant Dreher in hervorragender Weise die Hauptlast der Vorbereitungsarbeit dieses Wili- ^rsestes bewälttgt hatten. Auf den Diwakplätzen Itten die Kompanien schon vor Diwakbeginn Diwakbäume errichtet, nun wurde nach dem fcu.. Lagerfeuerholz um den Diwakbaum an ausgeschichtet, und bald begannen die mmen der Feuer malerisch in den dunklen nd hineinzuleuchten. Die Dataillons- k a p e l l e unter Obermusikmeister Krautze unterhielt durch flotte Märsche und hatte damit tm Ru einen großen Zuhörerkreis um sich versammelt, eine Erscheinung, die man bis zum Beginn des Großen Zapfenstreich beobachten konnte. An den Lagerfeuern der Kompanien konnte man frohe Soldatenlieder und sonstige heitere Vorträge Horen, überall herrschte Betrieb und ^ausgezeichnete Stimmung, die auch die gewaltige Zuschauermenge — man kann wohl auf 12 000 kis 15 000 Menschen schätzen — völlig in ihren Bann zog. Hm die einzelnen Diwakfeuer hatte sitz gemeinsam mit den Soldaten ein Stammpublikum gebildet, aber dazwischen pilgerte eine große Menge von Feuer zu Feuer, hielt sich auch um Teil für einige Zeit in den Wirtschasts- lten auf, bis um 22 Uhr aus der Richtung ördlich des Eulenkopfes her die Truppenabtei- ?g zum
Großen Zapfenstreich
kuckte. Es war ein herrliches Bild, in der cklen Rächt die Reihen der Fackelträger, da- ischen die Bataillonskapelle und die Zapfeneichtruppe unter den Klängen des Marsches des NorkschenKorps 1813 (Armeemarsch II) anmarschie- Jen zu sehen. IndichtgeballtenReihen umsäumte die ttesige Zuschauermenge den Zapfenstreichplatz, auf em sich die eindrucksvolle Darbietung würdig bwickelte. Zum Schluß stimmte die Menge be- iftert in den von der Kapelle gespielten ersten rs des Deutschlandliedes ein. Dann rückte s Zapfenstreich-Kommando ab, und damit hatte as auherordenllich fesselnde und stimmungsvolle iwak-Ereignis feinen Abschluß gefunden. Leider waren in dec Dunkelheit einige Personen auf dem Biwakgelände unb beim Anmarsch dorthin zu Fall gekommen, die mit ihren Verletzungen erste Hilfe bei der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz fanden.
Der gestrige Sonntag als zweiter Tag der Veranstaltung brachte zunächst ab 7 älhr
Großes Wecken.
Unter der Führung des Bataillons-Adjutanten, Leutnant Dreithaupt, marschierte das Kommando von der Reuen Kaserne aus durch eine große Anzahl Straßen der Stadt zu der Kaserne der Masch nengewehr-Abteilung zurück. äl:berall begegnete die Truppe durch das schneidige Spiel der Spielleute und der Bataillonskapelle, aber du>ch die militärische Strammheit der beiden Schützenzüge, dem lebhaften Interesse der Bevölkerung. *•
Rach dem Abholen der alten hessischen Regimentsfahnen von der Wohnung des LandeS» ^ommanbanten in Hessen und Dcttaillonskom- Mnandeurs, OberftLeutnant Klepke, marschierte Was Bataillon zum Trieb. Hier hatte sich mittlerweile auf dem Gelände neben dem Sportplatz der Mpiel-Vereinigung 1900 ttne riesige Menschen- Menge eingefunden, beten Zahl in mehreren, von Einanber unabhängigen Schätzungen auf etwa ■0000 beziffert würbe. Der Landesverband Hessen des Stahlhelm, Bund der Front- soldaterc, war unter Führung des Landesführers, Kapitän a. D. Weife, Darmstadt, in Stärke von etwa 2500 Mann mit etwa 40 Fahnen auf- ^narschiert und hatte neben dem Paradefeld deS Bataillons, nach der Grünberger Straße zu, Auf- Wellung genommen. Ferner standen hier viele Kriegervereine mit ihren Fahnen, weitere Wehr
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deutschen Wehrmacht Generalfeldmarschalls von Hindenburg hin, dem er in Ehrfurcht unb Bewunderung halldigte. Wit dem Wunsche, dah der Feldmarschall unserem Volle rroch lange in Gesundheit erhalten bleiben möchte, brachte der Kommandeur auf unser geliebtes deutsches Vaterland und an seiner Spitze den Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg drei begeistert aufgenommene Hurra-Rufe aus. Anschließend fang die riesige Gemeinde den ersten, Vers des Deuttchlandliedes.
Oie Parade.
Runmehr formierte sich das Bataillon zur Parade, die unter dem Befehl des Hauptmanns von Stockhausen stattfand. Zunächst nahmen die Kompanien in einer langen Front Aufstellung, an deren rechtem Flügel die Musik, dann die Fahnensektton mit den ehrwürdigen Feldzeichen der Regimenter 115, 116 und 118 stand. Rach dem Ordnen der Front sprengte Hauptmann von Stockhausen zu dem Dataillonskomman- deur Oberstleutnant Klepke heran, der zu Pferd vor dem Platz der Ehrengäste hielt, und meldete ihm das Dataillom Oberstleutnant Klepke grüßte hierauf militärisch die Ehrengäste, sodann ritt er im Schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front des Bataillons ab. Danach stellte sich die Truppe zum Parademarsch bereit. Hauptmann von Stockhausen führte dem Kommandeur das Bataillon im Vorbeimarsch in Zügen vor, wobei die Truppe einen hervorragenden Eindruck machte und namentlich bei den alten Soldaten viel Anerkennung fand. Mit dem Vorbeimarsch war der militärische Teil des Vormittags erledigt, da das Bataillon sofort nach den Kasernen abrückte.
Oie Gulaschkanonen.
Dafür erschienen auf dem militärfportlichen Dorführungsgelände (Hinterer Trieb) drei
Gießen, den 3. Oktober 1932.
Keine Teilnahme der GA. am Grenadierfest.
Die Behauptungen der Standarte 116 der SA. der RSDAP. sind unrichttg.
Vom Polizeiamt Gießen wird uns folgende Mitteilung des Ministeriums des Innern zugestellt:
„Die in der Samstag-Rummer veröffentlichten Feststellungen der Standarte 116 der SA. der RSDAP. sind geeignet, der Oeffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, als ob die hessische Regierung den Grenadiertag bewußt sabotiert hätte.
Damit hat die Standarte 116 die Oeffentlichkeit in gröbster Weise irregeführt. Tattache ist. daß die hessische Staatsregierung dem Grenadiertag durch Zurverfügungstellung der alten Regimentsfahnen und auch sonst in jeder Weise das größte Wohlwollen entgegengebracht hat. Ebenso haben sich die örtlichen Landesbehörden in jeder Weise des Grenadiertages angenommen und durch ihre Maßnahmen mit dafür gesorgt, dah der Tag reibungslos verlausen kann.
Die Behauptung, dah auf ausdrückliche Anordnung eines Beamten bes Ministeriums des Innern der SA. verboten worden sei, geschlossen zu marschiexen, Fahnen mitzuführen und einen Musik- unb Spielmannszug einzustellen, ist unwahr.
Tattache ist vielmehr, dah das Polizeiamt in Gießen die SA.-Führung lediglich auf das von Reichs wegen bestehende Versammlungs- und Demonstrationsverbot aufmerksam machte, von dem Ausnahme zuzulassen Werder in der Macht des Polizeiamts in Giehen, noch in der Wacht irgendeiner sonstigen Stelle gestanden hätte. Die SA. hätte genau wie andere Organisationen an ber Veranstaltung teilnehmen können, wenn sie es gewollt hätte."
Spenden
aus der GießenerHindenburg-Stistung
Wie erinnerlich, hat der Stadtrat ber Stadt Gießen durch Beschluß vom 30. September 1927 auS Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg eine Stiftung von jährlich 500 Wk. errichtet. Die Vergebung dieser Sttstung für das Jahr 1932 ist jetzt wieder an die durch den Beirat für Kriegerfürsorge vorgeschlagenen Personen erfolgt. Es wurden zehn Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene mit je einer Gabe von 50 Mk. bedacht.
Bornotizen.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Iubiläumsspielzeit 1932/33 des Gießener Stadttheaters wird morgen, Dienstag, mit einer Aufführung des Trauerspiels „Egmont" von Goethe eröffnet. Die erste Vorstellung, die zugleich 1. Vorstellung irn Dienstag-Abonnement ist, wird dem Almftanb des 25jäbrigen Jubiläums entsprechend einen festlichen Charakter tragen. Das Schauspiel geht unter der Spielleitung von Intendant Dr. P r a s ch in Szerce. Unter der Stabführung von Universi- tätsmusikdirektor Dr. Temesvary wird der Gießener Orchesterverein die Gesamtbühnenmusik Beethovens zu „Egmont" zu Gehör bringen. In der Rolle des Egmont Jochen Hauer, Beatrice Doering als Klärchen. Die Vorstellung beginnt pünktlich 19.30 Uhr. Laut Theaterdepu- tattonsbeschluh dürfen Zuspätkommende während der offenen Szene nicht eingelassen werden. Außerdem dürfen Theaterabonnements an der Abendkasse nicht eingelöst werden. Dorbestellte Karten sind bis spätestens eine Viertelstunde vor Dorstellungsbeginn abzuholen, da sonst anderweitig über die Karten verfügt werden muh. Rur durch genaueste Befolgung dieser Richtlinien unb durch verständiges Entgegenkommen der Theaterbesucher ist es der Intendanz möglich, vor allem den Wünschen gerade ber auswärtigen Theaterbesucher Rechnung zu tragen unb die Aufführungen auch pünktlich zu Ende zu führen. Die eigentliche Iubiläumsseierlichkeit wirb erst im Laufe ber Spielzeit stattfinden: vorgesehen ist der Monat


