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Ser politische Kurs in Preußen und im Reich

antwortung für Preußen und das Reich zu enL lasten.

Die politische Lage in Sayern.

München, 2-Mai. (6203.) Die Korrespon­denz des Da y.e rischen DauernbundeS bebt hervor. Hrkler habe jetzt Gelegenheit, zu sagen, über welche Parteimänner er verfüge, die auch als Staatsmänner der Volks- gesamtheit ehrlich und verantwortungsvoll zu dienen verstünden und dazu gewillt seien. Aber niemals könne es zugclassen werden, daß diese Leute Diktatoren würden. Werde die Mitarbeit der Nationalsozialisten Tatsache, dann werde sich erweisen, das) der Zwang zur Vernunft dem Nationalsozialismus eine Politik auferlcgen werde, die sich nur in Einzelheiten von derjenigen Politik unterscheiden werde und könne, die seit einigen Jahren als Politik der nationalen Der- nunft geführt werde. Die Sozialdemokra­ten in Bayern verrieten durch verschiedene Presseäuherungen ein auffallendes Verlangen nach einem Kompanie-Geschäft mit der Daye- rischen Volkspartei. Auch die Nativ- nalsozialisten zeigten die gleiche große Ge­neigtheit. mitzuregieren. Die Bayerische Volks- Partei sei in Verhandlungen noch nicht eingetrcten. Man wisse nur. daß die Meinungen in der Frage der Koalitionsbildung innerhalb der Partei sehr geteilt seien. Dom Vauernbund auS sehe man den bevorstkhenden Dingen mit Gelassenheit entgegen.

RGOAp. und Regierungs­bildung in Preußen.

Berlin, 2. Mai. (TU.) Der nationalsozia­listische ,2n griff" nimmt zur Frage der preußischen NegierungSbildungStel­lung und schreibt u. a. folgendes: ,Die Natio­nalsozialisten müssen den selbstverständ­lichen Standpunkt vertreten, daß sie sich an einer NegierungSkoalition in Preußen nur unter der Voraussetzung beteiligen, daß ihnen die Machtmittel des Staates in die Hand gegeben werden, weil sie anders gar nicht die Verantwortung für eine Negierung in der gegenwärtigen, durch jahrelange Mißwirt­schaft überaus'schwierigen Situation übernehmen könne. Die Nationalsozialisten können eine Re- gierung-übernohme in Preußen ferner nur dann verantworten, wenn die Gewähr dafür vor­handen ist, daß ihnen vom Reiche her nicht die Macht in Preußen aus der Hand geschlagen wird. Deshalb muß auch im Reiche eine Regelung der Dinge eintreten, bei der die Nationalsozialisten den ent­scheidenden Einfluß gewinnen."

Anläßlich des fünften GründungstageS der ehe­maligen Zeugmeistcrei Oft äußerte sich, wie der ^Angriff" berichtet, der Führer der national­sozialistischen Preuhenfraktion, Abgeordneter K u b e, in bemerkenswerter Weise über die Koa­litionsfrage. Auf keinen Fall, so betonte er, würde die NSDAP, in eine Koalition eintreten, an der die Deutschnationalen nicht auch beteiligt seien. Ob eS zu einer Koalition mit dem Zentrum komme, stünde noch nicht mit völliger Sicherheit fest. So oder so werde es doch über kurz oder lang zu einer Landtagsauf­lösung kommen und dann mühten und würden die N^DAP. auch die wenigen zur abso­luten Mehrheit notwendigen Mandate noch hinzu gewinnen.

Ein Oemenii.

Berlin. 2. Mai. (WTB) 3n einzelnen süd­deutschen Blättern sind Gerüchte verbreitet, wonach auS Kreisen der Reichswehr und unter Mit­wirkung anderer politischer Persönlichkeiten der Sturz des Reichswehr- und des ReichSinncnministerS betrieben und aus eine radikale Umbildung der Reichs- Tcgietung hingcarbeitet würde- Don amt­licher Seite wird dazu erklärt, daß es sich hier­bei um haltlose Kombinationen handelt. Die in der Oeffenilichkeit genannten Personen stellen ausdrücklich fest, daß tncjc Behauptungen erfunden sind und jeglicher tatsächlichen Be­gründung entbehren.

Oie Rechtskoalition mit dem Zentrum."

Der Sinn der Hindenburg-Wahl.

Berlin, 2. Mai. (CNB.) DieDeutsche Al l- gemeine Zeitung" bezeichnet es als roün- schenswert, wenn die Preußenoerhandlun­gen nicht zu sehr mit Fragen der Reichspoli- t i k belastet würden. Die Stellung der Reichsregie. rung könne nur gewinnen, wenn ihr auf der an­deren Seite der Wilhelmstrahe ein arbeitsfähiges Kabinett mit großer Mehrheit gegenüberstehe. Ein Reichskommissar gegen b i e Rechte, die im neuen Preußischen Landtag beinahe die Majori­tät errungen habe, sei nicht mehr vorstell­bar, sondern nur eine Reform im Einver­nehmen der Reichs- und der Staats­regierung. Die Rückwirkung der Preußenver­handlungen auf das Reich werde desto ungünstiger sein, je geringer die Chancen würden, daß die große Rechtskoalition mit dem Zentrum zu- stände komme.

DieTägliche R u n d s ch a u", das Blatt des Christlich Sozialen Polksdienstes, geht in diesem Zu- sammenhong auch auf die bäuerischen Meldungen Uber die Generale Hammer ft ein und Schlei- thcr ein. Es sei nicht der Sinn der Hin- denburg-Wahl, den Ausschluß der Ra- tionalsozialisten weiterhin zu sichern Wenn jetzt versucht werde die R a t i o n a l s o z i a l i st e n im Reich und in Preußen in die V e r a n twor - t u n g einzubeziehen, so sei das auch im Hinblick auf die Hindenburg Wahl zu begrüßen, die den Sinn hatte, in Deutschland wieder eine Obrigkeit, eine unabhängige väterliche Staatsführung ,yi bc festigen. Politisch fei feftwfteUcn, daß Zentrum und Bayerische Volk spart ei zum ersten Male offen vor die Derantwortung ge­stellt worden feien. Der Reichskanzler trete für eine Beteiligung der Nationalsoziali- st c n ein, werde aber das ganze Zentrum das preußische Bündnis mit den Mächten der liberal- sozialistischen Vergangenheit lösen? Das Zentrum sei heute exponiert. Es bestehe keine Veranlassung, das Zentrum aus seiner riesigen und gefährlichen ver-

Reue Gparnotverordnung in Anhalt.

Dessau, 3. Mai. (WTB. Funkspruch.) Das a n haitische Staatsmini ft erium hat eine Ergänzung zur Reichssparnotverordnung erlassen, in der es heißt, daß die für Staatsbeamte getroffene Regelung der Bezüge auch für Beamte der Körperschaften des öffentlichen Rechts, die der Staatsaufsicht unterliegen, maßgebend sei. Die Der- ordnung sieht weiter die Aushebung der B e förberungsfperre vor und führt eine Son­derabgabe auf die Einnahme der No­tare ein. Diese Gebühr beginnt mit 5 o. H. bei 50 Mark vereinnahmter Vergütung und endet mit 50 v. H. bei den Vergütungen, die 50 000 Mark über­fteigen.

Oie Beratungen im hessischen Finanzausschuß.

Darmstadt. 2. Mai. (WHP. > Der F i n a n z- ausschuh des Landtages setzte heute nach­mittag die Etatsberatungen bei Kapitel 19 (Staatspräsident) fort. Das Kapitel sieht einen Zuschuß von 170 000 Mark vor, und damit 50 000 Mark weniger als im vergangenen Jahre. 11. a. sind die persönlichen Ausgaben um 25 000 Mark und der Dispositionsfonds um 20 000 Mk. gekürzt worden. Staatspräsident Adelung beantwor­tete die zahlreichen Anträge und Anfragen über Einsparungen, beamtenrechtliche Fragen, Anstel- lungs-, Beförderungs- und Aufrückungsgrund- sähe für die Beamten, insbesondere für die Kriegsbeschädigten. Außerdem informierte er den Ausschuß über die Handhabung des Dispositions­fonds.

Die Weiterberatungen und Abstimmungen wer­den am Dienstag vorgenommen werden.

Oas Sowjet-Paradies.

Deutsche Facharbeiter in Not.

Berlin, 3. Mai. (END.) Die Rcichs- regierung hat Besprechungen mit der Re­gierung der Sowjetunion eingeleitet, die die großen finanziellen Schwierigkei­ten der in Rußland befindlichen deutschen Ingenieure und Facharbeiter zum Ge­genstand haben. Die russische Regierung hatte bei den Vertragsabschlüssen mit diesen deutschen Spe­zialisten vereinbart, daß ein Teil der Bezahlung in deutscher Währung erfolgen soll, der den An­gehörigen in Deutschland überwiesen werden sollte und zur Bezahlung der deutschen Sozial­versicherungsbeiträge diente. Bbi der Erneuerung der Verträge hat nun die Sowjetregierung ver­sucht, die Auszahlung in Mark abzu­schaffen. so daß dadurch die Betroffenen in erhebliche finanzielle Mißhelligkeiten geraten sind. Wenn die Regierung der Sowjetunion ihr Ver­halten mit der in den Verträgen enthaltenen so­genannten Katastrophenklausel, die sie von der Zahlung in fremder Währung entbindet, zu recht­fertigen sucht, fo wird demgegenüber in hiesigen politischen Kreisen darauf hingewiesen, daß zwar Devisenschwierigkeiten für die Sowjetunion be­stehen mögen, daß aber von einer wirtschaft­lichen Katastrophe nicht gesprochen werden könne.

Aus oller Welt.

vierte Südamcrikafahrl desGraf Zeppelin".

Das Luftschiff®raf Zeppelin" ist gestern um 5 03 ilfcr zu seiner vierten Südamerikafahrt in Friedrichshafen glatt gestartet. Führer ist Ka­pitän Lehmann. An Bord befinden sich zehn Passagiere, darunter ein Kind. Das Luftschiff befand sich heute um 4 Ahr Greenwicher Zeit aus 32,11 Grad Nord und 19,20 Grad West, nord­westlich der Kanarischen Inseln.

Jllcger-ltotlanbung mitten in Berlin.

Der aus dem Weltkrieg und durch seine Teil­nahme am Europarundflug bekannte Pour-Ie-Me» rite-Flieger Osterkamp erlitt gestern Vormit­tag während eines Fluges über der Innenstadt Berlins einen Motorschaden. Da er das Flug­zeug nicht mehr bis zum Flughafen Tempelhol steuern konnte, ging er im Gleitflug nieder und landete schließlich auf dem Kasernenhos der ehe­maligen Franzer-Kaserne in der Blücherstrahe. Das Flugzeug wurde nur gering beschädigt Öfter- kamp und die auf dem Hof anwesenden Menschen kamen mit dem Schrecken davon.

Lin Schmuggler erschossen.

Aus Schnorrcnberg (Kreis Schleiden) wirb ge meldet: Ein Trupp von acht Schmugglern, die Mehl, Kaffee, Zucker und Tabak geschmuggelt hatten, wurde von Grenzzollbeamten überrascht Dabei wur den mehrere Schüsse abgegeben, durch die einer der Schmuggler, ein Einwohner aus Schnorrenberg, einen so schweren Bauchschuß erhielt, daß er kurz darauf verstarb.

Grohfeuer bei Lodz.

In einem Dorfe bei Lodz sind gestern in drei Stunden 33 Bauernhäuser und 150 Wirtschafts­gebäude durch Feuer vernichtet worden. 20 Dorf­bewohner erlitten Brandverletzungen.

Wettervoraussage.

Noch immer erstreckt sich das Störungssystem mit mehreren Kernen von England quer über Deutsch­land nach Polen hin, scheint sich aber weiter aufzu­füllen. An der Rückseite gelangt nun etwas kühlere Ozeanluft nach dem Festlande, wodurch der Witte­rungscharakter sich etwas wechselhaft, aber nicht gerade unfreundlich gestaltet. Aufheiterung und Be­wölkung lösen sich ab, und zeitweise treten noch Regenschauer auf. die teils von Gewitterstörungen begleitet sein dürften. Zm Bereiche eines sich dann herausbildenden Zwischenhochs kommt ruhigeres Wetter zustande, das jedoch nicht von allzu langer Dauer fein wird, denn über dem Atlantik ist eine neue Störung im Anzug, die nach vorheriger Ab­kühlung wieder Wetterverschlechterung bringen wird.

Aussichten für Mittwoch Wechselnd be­wölkt mit Aufheiterung, vorübergehend leichte Ab­kühlung^ aber im ganzen mild, zum Teil gewitter- artige Niederschläge.

Aussichten für Donnerstag: Zunächst Wetterberuhigung und wieder warmer, spater er­neute Eintrübung.

Lufttemperaturen am 2. Mai: mittags 12,3 Grad Celsius, abends 10 Grad: am 3. Mai. morgens 11,4 Grad. Maximum 12,6 Grad, Minimum 7,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 2 Mai abends 12 Grad Celsius; am 3. Mai: morgens 10,4 Grad

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 3. Mai 1932.

Hygiene am Abend.

Zu allen Zeiten des Tages soll der Mensch auf die Erhaltung seiner Gesundheit bedacht fein, ganz besonders aber am Abend, wenn nach des Tages Lasten und Mühen der Körper nach Ruhe und Pflege verlangt. Von vielen Menschen wird aus Un- fenntnis, aus Gleichgültigkeit und nicht zuletzt aus Vergnügungssucht dagegen gesündigt. So etwas muß sich rächen. Und welches find die Folgen? Letzten Endes Krankheit, Elend, Arbeitslosigkeit' Darum wird jeder, der dies vermeiden will, gut tun, seine besondere Aufmerksamkeit derHygiene am Abend" zuzuwenden.

Diese beginnt mit der rechtzeitigen Einnahme eines zweckmäßigen Abendbrotes. Als Zeitpunkt da­für wähle man zwei bis drei Stunden vor dem Zu­bettgehen, weil bis dahin die Berdauungstötigkeit im wesentlichen beendigt sein muß, um den Schlaf nicht zu gefährden. Das Abendbrot sei nicht zu reichlich und vor ollem leicht verdaulich. Fette und blähende Speisen vermeide man am Abend mög­lichst ganz. Gemüse, Obst, Salat, ein Glas Milch, ein Butter- oder Schmalzbrot mit etwas Aufschnitt, Käse oder berg!., das ist eine für das Abendessen geeignete Kost. Kaffee, der bei vielen Menschen den Schlaf verscheucht ober sonst Beschwerden verursacht, ist deshalb zu vermeiden. Manch einer verträgt auch Tee am Abend nicht gut.

Die Zeit zwischen Abendbrot und Nachtruhe ver­wende man entweder zu einem die Verdauung und den Schlaf günstig beeinflußenden Spaziergang ober, zumal bei schlechtem Wetter, zum Lesen eines nicht aufregenden Buches, zur Pflege von Musik und Spiel, oder zum Besuch des Theaters, Kinos ober eines Konzerts.

Ist so bie Zeit bcs Zubettgehens herangekommen, bann vergesse man nicht, für (Entleerung von Blase unb Darm zu sorgen, sich sorgfältig zu waschen unb vor allem auch vor dem Schlafengehen bie Zähne zu putzen. Gerade bas obenbliche Zahneputzen ist von befonbercr Wichtigkeit, weil während der langen Nachtruhe Speisereste besonders gute Gelegenheit finden, sich im Munde zu zersetzen unb allerlei Bat­terien wuchern zu lassen.

Dor bem Betreten bes Schlafzimmers muß dieses etwa eine halbe Stunde, im Sommer mehr, im Winter weniger gelüftet worben fein. Am besten ist es natürlich, wenn ber gefunbe Mensch sich baran gewöhnt, bei offenem Fenster zu schlafen.

Niemals rauche man im Schlafzimmer, ober gar im Bett! Daburch wird nicht nur bie Luft ver­schlechtert, fonbern cs besteht die Gefahr, baß ber Rauchende mit brennenber Zigarette ober Zigarre einschläft und so einen Brand verursacht.

Vielen Menschen ist bas Lesen im Bett als Ein, schläferungsmittel mehr ober minber unentbehrlich geworben. So weit es sich babei um leichte, nicht aufregenbe Lektüre hanbelt, mag bies angehen, doch sorge man für gute unb feuersichere Beleuchtung.

schließlich sei noch barauf hingewiesen, baß zu spätes Schlafengehen unb baburch bebingter uryge- nügenber Schlaf ber Gesunbheit schädlich ist. "3m allgemeinen braucht ber gefunbe Erwachsene etwa acht, bas Schulkinb feine zehn bis zwölf Stunden ruhigen Schlafes, um frisch zu sein für bie Auf­gaben bes kommenden Tages. DKGS.

Mysterienspiel: Theophilus.

Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis war bie Aufführung bes Mysterienspiels h e o - p h i l u s" am Sonntagabcnb unter freiem Himmel auf bem Platze vor ber katholischen Kirche. Das Spiel zwang bie vielen Zuhörer, bie sich sttehenb um bie kleine, imorovisierte Bühne am Otzotteshaus scharten, sehr schnell in seinen Bann, und selbst ber Lärm ber Stabt, ber vernehmbar f^raufflang, konnte nicht einbrechen in ben Kreis, ber, schnell unb fest sich zwischen ben Laienspielern u»b ben Zu- Hörern schloß. Klar klang jebes Wort übfcr ben Platz, man lauschte aufmerksam ben Worten und der Handlung, die sich auf ber kleinen Bichne in schlich­tester Form, ohne jeden äußeren Aufwand abspielte und boch über Erwarten starken Eindruck machte. Einfach und sinnvoll, wie alles, vras mit diesem Mysterienspiel in Verbindung ftanbj, war auch bie Beleuchtung. Zn Schalen brannte P^chfeuer, Fackeln erleuchteten notbürftig, aber boch ausreichend bie Bühne, bas flarfernbc Licht spie/te lebendig über bie Gesichter ber Darsteller unb be#r Zuschauer, Hellen Glanz verbreitend und tiefe, worsme Schatten zeich­nend. Eine kurze Ansprache non. Kaplan Gremm ging dem Spiel voraus. Der Ri/bner erläuterte mit kurzen Worten den Sinn bes Spiels in unserer Zeit. Es soll ber Gemeinschaft bienen iinb zu Gott führen.

Das, was bem Spiel an Handlung eignete, ist rasch erzählt. Theophilus (hiev eine faustische Figur), ein Mann, von Reichtum untt Würden gekommen, will rächen, wo Unrecht an ihm begangen schien. Aber seine Kraft reichte nid/ aus. Da deutete ihm ber Gaukler ben Weg zur Hilfe bes Teufels an, Theophilus beschwort ben Blösen, verschreibt sich ihm, um Gelb unb Macht, schwort Gott, Maria unb Iesum ab, naht ober, tief unglücklich über seine lat, der heiligen Familie wieber, bitfenb, ihn roieber in ©naben anzunehmen. Und Maria hilft.

Die Nonne Roswetho von Ganders- h e i m hat im 12. FohrhWnbert das Spiel geschrieben und eine Legende zum Mysterienspiel erhoben die Laicnspielschar, junge Menschen unserer Tage, gaben es ben (Bcgcneoartigen wieder, schufen es nach, aus tiefer mneacr Kraft unb Gläubigkeil, bie ihren Einbruck auf bie Zuhörer nicht verfehlen kannten. Dazu kam, daß bas Spiel in einer wun- berbaren, klaren, zvlammengefahten Sprache ge­schrieben ist, in einer feinen Reimsorm, bie in ihrem Rhythmus zu Musiv ber Worte würbe unb gleich- zeitig die Schönheit, unserer deutschen Sprache offen­barte. Unb noch cm weiteres kam hinzu: bie Laien­spieler sprachen mit großer Sicherheit unb vielem Ginfül)(ung«PcrmSgcn in ben Geist ber Zeit, aus dem bas Spiel geboren wurde, bas nun seltsam wirklich in unsere Gegenwart trat. Gesang unb Orgelton klang aus ber Ferne in bas Spiel, ein ge­meinsames Lied der Zuhörer verstärkte bie Serbin- bung zwilchen ben ©ebenben unb ben Aufnehmen, ben, mit ubeywachen Sinnen folgte man dem Ge­schehen, das fid) in diesem Spiel zur Vollkommen­heit schloß utÄ zum Harmonischen hin bewegte, bank der Aufführung, bie formvollendeter nicht gedacht werden konnte.

Sicherlich werden viele, bie der Ausführung nicht beiwohnen konnten, bedauern, daß für dos spiel (soweit man bisher hörte) nur eine einmalige Aus­führung vorgesehen war

Bornotizcn.

lapgesfalenber für Dienstag. Stabt- theater: 19.30 bis 22.30 Uhr,Der Vogelhandler". Anthrojpos Gesellschaft: 20.15 Uhr, Universität, Hör- faal 41, Vortrag überVon Goethes Geistesart zur Anthroposophie R. Steiners". (Taf< Leib: 20 Uhr, SluffÖrungs- und Lichtbildervortrag. Lichtspiel-

Hous, Bahnhofstraße: ^Zrvei Herzen unb ein Schlag'.

Rus dem 6#t>a bttbcaterburcau wird uns geschrieben Heute. 19.30 Uhr. ein- maliges Ope rett enga'/spiel des Stadttheaters Mainz uut der belangten und beliebten Operette Der Doge Händler" Tert von M. West und L. Held. MuNk von Kai5 Zeller. Spielleitung Rlfred von Krebs, Mulfkal-ktzche Leitung Dr. Viktor Mr- bantlchitsch. Die Vorstellung gilt als 29 Vorstel­lung im D enstag^Abonnement zu Operetten- preisen. Mittwoch- und Freitag-Abonnenten er­halten ermäßigte Operettenpreise Mittwoch. 4. Mai. 19 ilbr. erste Wiederholung der Neu­inszenierung des Intendanten Dr Rolf Prasch: Faust I. In beAx Hauptrollen Jochen Hauer (Faust), CBcalrii» Doering iGretchenl. Die Rolle des OTcpJbtfto wird wegen der plötzlichen Erkrankung Kackl Hehlers von Ulrich von ber Srend (Badisches Lanbestheater Karlsruhe) als Gast bargrZftellL Von der nächsten Vorstel­lung an spielt fie Karl Bruck. Beginn der Dor- ftcRung 19 il£r, Ende 23 Uhr 29 Vorstellung im Mittwochal»nnement zu gewöhnlichen Preisen.

Modenschau-Revue im Licht- spielhau , Bahnhofstraße 2m heu­tigen Dievslog. 16 Uhr. und am morgigen Mitt­woch. 16 «zd 20.30 ilbr, finden im Lichtspiel­haus. Bahnhofstraße. Modenschau-Revue-Der» anftaltungqn statt. Es wirken dabei mit die Frankfurter Operettensängertn Friedl G i e r g a und der lyrische spanische Tenor Erich a E a m P o. Bevorzugt beschäftigt sind der Frankfurter Ope- rettenbuf^b Emil Seidenspinner vorn Opern­haus Srturffurt und die Tanzsoubrette Ilse Hen­rich. Ds»e musikalische Leitung liegt in Händen von Kap-rllmeister Eugen Neff. Nähere- ist auS den 2rneigen in den letzten Nummern ersichtlich.

,£( a b t u m macht gesun d!" 2m heu­tigen -Dienstag, 3. Mai, 20 ilbr, findet im Eafs Leib cfm 2ufklärungS-Lichtbildervor1rag statt. Im Mittelpunkt deS Äbends steht eine umfassende Darlvzung über die Heilwirkung und die 2n- wendunaSmöglichkeiten des Radiums bei den ver­schiedensten Krankheitserscheinungen. Der erste Teil deS Dortrages besaßt sich mit dem Thema Kmnpf dem KrebS" (fachärztlicher Behandlung), der» zweite Teil mit dem ThemaNatürliche Wege W Gesundheit und Kraft". Näheres ist aus der gestrigen 2nzeige ersichtlich.

Personalien. Der DermesfungSober- knspektor Philipp Tisenhardt zu Gießen wurde mit Wirkung vom 1. Juni ab in den Ruhe­stand verseht. Der Polizeihauptwachtmeister auf Probe Franz Mecky zu Gießen wurde unter Berufung in das Beamtenderhältnis mit Wir­kung vom 1. Juni ab zum Polizeihauptwacht- meister ernannt.

* Die Pfingst-Rückfahrkarten Die FesttagS-Rücksahrkarten der Reichsbahn zu Pfing­sten können bis zum 17. Mai, 24 Uhr, einschließ­lich (Dienstag nach Pfingsten), benutzt werden.

* * Das Maienblasen am morgigen Mitt­woch, 19 Uhr, findet vom Turme der Stadtkirche aus statt. Es werben folgende Stücke zu Gehör ge- bracht: 1. Ein feste Burg ist unser Gott. 2. Gottver- trauen von Ruh. 3. Draußen ist alles so prächtig.

" Wochenmarkt am Mittwoch. Der auf den HimmelfahrtsdonnerStag entfallende Wochenmarkt ftndet am morgigen Mittwoch. 4. Mai, statt. (Siehe heutige Bekanntmachung.)

** Zwei junge Menschen vermißt. Seit Sonntagabend werden ein junges Mädchen von Heuchelheim und ein junger Mann von Gießen, die ein Verhältnis miteinander hatten, vermißt. 2m Sonntagabend sind die beiden mit einem jungen Manne von Heuchelheim gegangen und seitdem nicht mehr gesehen worden. 2us diesem Wege hat der Meßener dem ihm bekann­ten Heuchelheimer Burschen seine Brieftasche und Geldbeutel gegeben mit der Bemerkung, er solle sie ihm aufbewahren, da er am anderen Morgen in die Fremdenlegion gehen wolle. 2m Montag- morgen fand aber ein Einwohner von Heuchel­heim die Mühe, die Uhr und die Mitgliedskarte des jungen Menschen bei einer Organisation mit dem Vermerktot" auf einem Pfeiler der Lahn- brüde liegen. 2uherdem wurde ein Lichtbild ge­funden. auf dem das Mädchen abgebildet war. Auch auf dieser Karte stand ein Vermerkbeide töt'*. Da man annimmt, daß die beiden jungen Leute den Tod in der Lahn gesucht haben, nahm man sofort eine Absuchung des Flusses vor, konnte aber biS jetzt die Vermißten nicht finden.

** Thor konzert für Kranke. Der Bauersche Gesanaverein gab am Sonntagvormit­tag unter ber Leitung von Herrn G u t j a h r und der Mitwirkung von Herrn Kurt Richter (Sologesang) ein Chorkonzert für die Kranken der Cchirurgischen Klinik. Das Konzert, das insbe­sondere auch einem langjährigen, schon seit län­gerer Zeit in der Klinik liegenden Mitglied des Verein- galt, wurde von den Patienten unb bem Personal mit dankbarer Freude ausgenommen.

" Kirschenblüte bei Ober Roßbach vor der Höhe. Der Frühling, ber helle Sonnen­schein unb der vorübergehende warme Regen haben am Kirschenberg bei Ober-Roßbach o. b. H. die Kir- schenblüte an den etwa 20 000 Bäumen hervorge- lockt. Am Himmelsahrt-Donnerstaa findet in Ober. Roßbach ein Kirschblütenfest statt. Das sicherlich viele Naturfreunde werden mitcrlcbcn wollen. Die Aus- finaler werden darauf aufmerksam gemacht, daß ab 1 Mai von Frankfurt a. M. aus Sonntagskartcn bis nach Station Roßbach v. d H. ausgegeben werden. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Apotheker A.

fit, wie schon teln ÄuSerei erkennen 1161, ein gewinen. heiter Vertreter «eine» verantworiungivoiien Berufet. Mit der gleichen Schari,Innigkeit, mit welcher er die Geheimschrift der Rezepte entretielt und In toutend Arzneien verwandelt, to wählte er euch teln Bervtigewand. Er tagt, daß nur nach

»einem Wuntche Und:Bequem In der PaBlorm, beiter Stoff, Harke und leubertle Verarbeitung!"

ErhÄltlich bei der

Fa. H. KaeB Nacht. Wilhelm Horn & Sohn Gießen, Kreuzplatz 15. 3514a