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Das Handwerl und Hindenburg. Dftdemsche Handwerkskammerpräsidenten geloben Treue und Ber tränen.

Berlin. 2. März. ($11.) Der Reichsprä­sident empfing eine aus dem Handwerkskam­merpräsidenten Unterberger-D r e s l a u, Hefter- Frankfurt a. d. O.. Menzel-S Lettin und Grotz-K önigsberg bestehende Abordnung des ostdeutschen Handwerks, deren Wortführer ihm die Rot des Handwerks, die in den Ostgebieten durch die katastrophale Lage der Landwirtschaft verschärft sei, schilderten. Einem Beschluß des ostdeutschen Hand­werkskammertages entsprechend wurde dem Herrn Reichspräsidenten die Ditte vorgetragen, sich dieser Rotlagc des Handwerks und Gewerbes und der vorgeschlagenen Hilfs­maßnahmen anzunehmen.

Reichspräsident von Hindenburg erwiderte, daß er die Bedeutung des Handwerks und aller mittelständischen Gewerbe und ihre vaterländische Bewertung in Krieg und Frieden würdige: als Ehrenobcr meist er des deutschen Handwerks fühle er sich mit diesem aufs engste verbunden und auch er empfinde es schmerzlich, daß Handwerk und Gewerbe von der allgemeinen wirtschaftlichen Rot besonders schwer be troffen seien: er werde die ihm vorgetragenen Wünsche der Reichsregierung zur ernsten Prüfung und mög­lichst weitgehenden Berücksichtigung zuleiten. 2m übrigen habe er das ungeminderte Vertrauen zu Handwerk und Gewerbe, daß der bei ihm vorhandene und in den Jahrhunderten bewährte Geist der Pflichttreue und Vaterlandsliebe sich auch in dieser Notzeit behaupten und in Einigkeit mit allen Deutschen gleicher Gesinnung die bessere deutsche Zukunft erkämpfen werde.

Am Schlüsse der Aussprache brachte die Ab­ordnung dem Herrn Reichspräsidenten den Dank des ostdeutschen Handwerks da­für zum Ausdruck, daß ersich demdeutschen Volke für eine Wiederwahl zur Ver­fügung gestellt habe und versicherte dem Herrn Reichspräsidenten derTreue und des Vertrauens des deutschen Hand­werks.

Hindenburg und die bayrischen Bauern.

Der Bauernkönig Dr. Heim fordert zur Wiedermahl Hindenburgs auf.

Scheßlitz, (Oberfranken), 2. März. 3n einer Massenversammlung des Oberfränkischen Bauernvereins führte Geh. Landesökono­mierat Dr. Heim zur Reichspräsidentenwahl u. a. aus: Für uns kann die Wahl nicht schwer fallen. Wir sind uns darüber klar, daß wir im Augenblick der Gefahr einen be­währten Mann brauchen und keinen Mann, der sich in der Gefahr noch nicht bewährt hat, wie Herr Hitler. Wir brauchen einen Mann, derüberdenPar- teien steht. Darum wähle ich Hinden­burg, weil er als oberster Hüter und Wächter des Reiches bei allen Gegensätzen Aller Ver­trauen genießen kann und alle Gegensätze überbrückt. Bei jedem anderen Kandidaten ist das Gegenteil der Fall. Wir brauchen in dieser trostlosen Lage Deutschlands einen Mann, der mit Ernst und Würde und im Ver­trauen aufGott seine schwere Arbeit erkennt, und das ist Hindenburg. 3d> gebe meine Stimme einem Manne der Tat ohne viele Worte und nicht einem Manne vieler Worte ohne eine einzige Tat. Und wir geben unsere Stimme dem Manne, dem wir sie 1925 gegeben ha­ben, dem Retter Deutschlands, der Deutschland vor dem Einfall der Feinde bewahrt hat. Wir wählen den Mann, der wie ein Fels in der Brandung der Leidenschaften mit ruhigem Gleichmut und liebevollem Herzen steht. Der 13. März 1932 entscheidet Deutschlands Schicksalsstunde. 2n eueren Händen liegt die Wahl zwischen Tod und Leben, Gedeihen oder Verder­ben, Aufstieg oder Riedergang. (Stürm. Beifall.) Ein Muster des amtlichen Wahlzettels.

Berlin, 2. März. (ERB.) Den Länder­regierungen ist dieser Tage ein Muster des amtlichen Wahlzettels für die Reichs­präsidentenwahl zugeleitet worden. Die Kandi­daten sind in der Reihenfolge Due st erber g, v.Hindenburg, Hitler, Thälmann und Winter aufgeführt. Reichspräsident v.Hindenburg ist an zweiter Stelle aufgeführt, weil er, ebenso wie bei der Wahl 1925, seine Annahmeerklärung mitPaul von Hindenburg" und nicht mitv. Denecken- dorff und Hindenburg" unterzeichnet hat. Die offizielle Herausgabe des amtlichen Wahlzettels dürfte kurz bevorstehen.

Einstellung

-es Bierstreiks in Berlin.

Verhandlungen mit der Regierung werden ausgenommen.

Berlin, 2.März. (ERD.) Der Deutsche Gast Wirtsverband verbreitet folgende Er­klärung: Durch die ungeheure steuerliche Heber- lastung des Gast- und Schankwirtsgewerbes, die den meisten Betrieben keine Existenzmöglichkeit mehr läßt, sind an einzelnen Orten zahlreiche Gastwirte zu dem scharfen Abwehrmtttel des Bierbohkotts geschritten, nachdem sie zu der Ansicht gekommen waren, daß den Zusagen der Reichsregierung nur mit Mißtrauen begegnet werden müsse. Demgegenüber stellen wir fest, daß die Reichsregierung an ihrer Zu­sage, vom 20. März d. 2. ab die Diersteuer dort, wo sie 22 Mk. je Hektoliter beträgt, um 7 Mk. 3u senken, unbedingt festhält und bereit ist, die Verhandlungen mit den Vertretern des Gast- Wirtsgewerbes über den ganzen Getränkesteuer- komplex beschleunigt zum Abschluß zu bringen. Diese Verhandlungen können aber nach Ansicht der Reichsregierung nur dann fort­gesetzt werden, wenn der äußere Druck des Bierbohkotts in Wegfall ge­kommen ist. M.t Rücksicht hierauf empfehlen wir der Kollegenschaft und den am Bierbohkott beteiligten Organisationen, diesen so lange auszusetzen, bis die Verhandlungen beendet sind. Für diesen Zeitraum brauchen nach der Ergänzungsverordnung des Reichs­kommissars 'ür Preisüberwachung auf Antrag der örtlichen Vereine die AuSfchankpreise

Oer Wahlaufruf -er NSDAP.

München, 2. März. (TU.) Die Reichsleitung der RSDAP. hat folgenden Aufruf zur Reichs­präsidentenwahl erlassen:

Deutsche Männer I Deutsche Frauen! Deutsche 2uger.d! Am 13. März wird über das Schicksal der deutschen Ration entschieden, das Euer aller Schicksal ist. Rach 13 2ahren nationaler Demüti­gung, nach 13 2ahren unerhörter Mißwirtschaft der schwarz-roten Novemberparteien, nach 13 Zäh­ren furchtbarer materieller und seelischer Rot ist Euch durch Ablauf der Amtsdauer des Reichs­präsidenten der letzten sieben 2ahre die Möglich­keit gegeben, Euer Schicksal zu wenden. Die Männer der Demokratie", die vorgeben das Recht des Volkes zu wahren, haben Euren am 14. September 1930 und seit dem immer wieder kundgegebenen Willen mißachtet, haben die Bil­dung einer starken, vom Volk getragenen Re­gierung der nationalen Kraft und sozialen Ge­rechtigkeit durch politische Winkelzüge Hinter­trieben und die deutsche Freiheitsbewegung durch geistigen Terror und Unterdrückung daran ge­hindert, ihren Willen zu vollziehen.

Run ist die Stunde der Abrechnung gekommen. Es gibt für die Rotverordner kein Ausweichen mehr. Das System des Zusammenbruches wird vor den Richterstuhl des Volkes gestellt. Am 13. März wird abgerechnet mit der schamlosen Tonzenwirtschaft der volksverräterischen Sozial­demokratie, die zu feige ist, selbst vor das Volk zu treten und sich hinter dem Rücken eines einst von ihr beschimpften Generalfeldmarschalls ver­steckt, weil sie den Spruch des Volkes mit Recht fürchtet. Am 13. März wird abgerechnet mit der jüdischen Pseudodemokratie, die ohne jede innere Verbundenheit mit dem deutschen Volke nur den Zweck verfolgt, durch eine vergiftende Presse die deutschen Volksgenossen und Schaffenden Deutsch­lands gegeneinander zu Hetzen, um sie in diesem» Zustand der Zerrissenheit und Schwäche auszu- beuten. Am 13. März wird abgerechnet mit dem scheinheiligen Zentrum und der Bayerischen Volks- Partei, die um volksfremder Ziele willen kon­fessionelle Zwietracht säen und auf dem besten Wege sind, die Totengräber des deutschen Vol­kes zu werden, wenn ihnen nicht endlich das Handwerk gelegt wird. Am 13. März wird ab­gerechnet mit den feigen spießbürgerlichen Geld­sackpatrioten, den Trabanten und Steigbügelhal­tern dieses schwarz-roten Systems, mit den wirt­schaftlichen 2nteressentenhaufen und längst über­fälligen Parteikadavern, die ihre national nicht zu verantwortende Existenz lediglich zu politischen Schacher- und Schiebergeschäften benutzen. Mit ihnen allen, die um allem die Krone aufzu­setzen sich nicht gescheut haben, auf dem llm- weg über tote Ausschüsse die Kandidatur eines 85jährigen, ihnen innerlich fremden, ehrwürdigen

alten Mannes vorzuschieben und den Generalfeld­marschall, statt ihm den wohlverdienten Ruhe­stand zu gönnen, zu einer für sein Ansehen ver­hängnisvollen politischen Niederlage auszunutzen, wird nun Gericht gehalten.

Am 13. März, dem gleichen Tag, an dem vor zwei 2ahren Hindenburg seinen Ramen unter die von diesem System angenommenen Vounggesehe schrieb, die Rot, Hunger, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung in das deutsche Volk gebracht ha­ben, greift das seine Lebensrechte anmeldende junge Deutschland, verkörpert in seinem Führer Adolf Hitler, nach der Macht im Staate und wird die alten, zu neuem Leben untauglichen Parteigebilde hinwegfegen.

Der Führer unserer nationalsozialistischen Frei­heitsbewegung, der zwölf 2ahre lang um die Seele des deutschen Volkes gerungen hat, fordert heute im Ramen dieses Volkes das System in die Schranken. Wir wissen, daß das Volk, für das er kämpft, in dieser Stunde zu ihm steht, um mit ihm für die deutsche Ration zu kämpfen und zu siegen. Die nationalsozialistische Bewegung, in dieser Stunde als Sturmkolonne um ihren Führer geschart, ruft heute das ganze deutsche Volk auf, mit ihr anzutreten, um Adolf Hitler den Weg zu bahnen an die Spitze der Ration und damit zur Führung Deutschlands in die Freiheit. Hitler, das ist die Parole aller, die an Deutschlands Wiederauferstehung glauben. Hitler ist die letzte Hoffnung derer, denen man alles nahm, Haus und Hof, Ersparnisse, Existenz, Ar­beitskraft und denen nur eines blieb: der Glaube an ein gerechtes Deutschland, das seinen Volks­genossen wieder ihre Freiheit und Brot geben wird. Hitler ist für Millionen das erlösende Wort, weil sie heute verzweifeln und nur in diesem Ramen einen Weg sehen, zu neuen Wegen und neuem Schaffen. Hitler erfüllt das Vermächt­nis der zwei Millionen toten Kameraden des Weltkrieges, die nicht starben für das heutige System der langsamen Vernichtung unseres Vol­kes, sondern für Deutschlands Zukunft. Hitler ist der seinen Feinden verhaßte Mann aus dem Volk, weil er das Volk versteht und für das Volk kämpft. Hitler, das ist der stürmische Wille der deutschen 2ugend, die inmitten eines gesun­den Geschlechts nach neuer Gestaltung ringt und den Glauben an eine bessere deutsche Zukunft nicht aufgeben will und kann: und darum ist Hitler das lodernde Fanal und die Parole aller, die eine deutsche Zukunft wollen. Sie alle wer­den am 13. März den Männern des Systems, die ihnen Freiheit und Würde versprachen, aber Steine und Phrasen statt Brot gaben, zurufen: Euch kennen wir zur Genüge. 2etzt sollt ihr uns kennenlernen." Hitler wird siegen, weil das Volk seinen Sieg will!"

nicht gesenkt zu werden. Die Preissen­kung der Brauereien bleibt dagegen be­stehen. Sollten die im Gange befindlichen Ver­handlungen scheitern, dann würde sich für die Verbandsleitung eine neue Situation ergeben, die es ihr zur Pflicht macht, die 2nteressen des Gewerbes mit Rachdruck weiter zu vertreten.

Nachdem der Deutsche Gastwirteverband und seine nachgeordneten Verbände undOrganisationen über die Lage im Berliner Bierstreik beraten hatten, wurde in später Nachtstunde beschlossen, in Anbetracht der Erklärungen des Neichsfinanz- ministers den Berliner Bierboykott ab Donnerstag, 3. März 1932, einzu­stellen.

Die OftoerWc zur Memelfrage

Berlin, 2. März. (ERB.) 2m Auftrage der Deutschtumsverbände und der großen Ostver­bände (Deutscher Schutzbund, Reichsverband der Heimattreuen Ost- und Westpreutzen, Ostbund, Bund heimattreuer Ostpreußen, Reichsbund der Danziger) überreichte der Memellandbund noch dem Herrn Reichskanzler folgende Gr- klä run g:

Die bisherigen staatsrechtlichen Grundlagen für das Memelgebiet haben sich als völlig un - ?! e e i g n e t erwiesen für den Frieden im Memel- ande und für ein gutes Verhältnis zwischen Deutschland und Litauen. Litauen ist weder fähig noch willens, die zugesicherte Auto­nomie zu achten. Es hat die ihm übertragenen Rechte verwirkt. Eine endgültige und befriedi­gende Lösung ist nur zu erreichen, durch eine gänzliche Neuordnung der staat­lichen Grundlagen des Memelgebietes nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker unter Ausschaltung Litauens. Hierzu ist notwendig eine Volksbefragung aller vollberechtigten Memelländer inner­halb und außerhalb des Memelgebietes. Die un­beeinflußte Durchführung der Befragung muß durch den Völkerbund gewährleistet werden.

Wir bitten daher den Herrn Reichskanzler, den Streitfall DeutschlandLitauen über das Memel» gebiet weiter verfolgen zu wollen, aus­schließlich auf Grund des §11 des Völkerbundspaktes (nach dem jedes Dun- desmitglied das Recht hat, die Aufmerksamkeit der Bundesversammlung auf jeden Umstand zu lenken, der den Frieden oder das gute Einver­nehmen zwischen den Nationen zu stören droht). Wir bitten den Herrn Reichskanzler weiterhin, diesen hier vorgetragenen Ueberzeugungen, die Eigentum des ganzen deutschen Vol­kes sind, öffentlichen Ausdruck zu verleihen und danach zu handeln.

Beruhigung in Finnland.

Bor der tiqutoierunfl des Lapiopmsches.

Helsingfors, 2. März. (TU.) Präsident Svinhufvud erließ Mittwochabend im Rund­funk eine ultimative Forderung an die Lappoleute, in ihre Behausun­gen zurückzukehren. Er sicherte den An­hängern der Bewegung, nicht aber den Führern Straffreiheit zu, falls sie dieser Forderung nach­kommen. 2m anderen Falle würde er sie als Feinde betrachten und die entsprechenden Schlüsse ziehen. 2m ganzen Lande ist strenge Tele­fon- und Telegraphensperre verhängt, so daß die Lappoleute von der Außenwelt völlig abgeschnitten sind. Die Meldungen über einen Vo rmar sch der Lappotruppen haben sich nicht bestätigt. Die Regierungskrise, die durch den Rücktritt der Minister der Samm­lungspartei drohte, ist überwunden. Die konser- vattve SammlungSparttzi hat sich anschei­

nend auf Druck des Staatspräsidenten bereit erklärt, weiter in der Regierung mitzuarbeiten. Der Generalstabschef O e s ch übernimmt den Posten des Dizeinnenministers. Der Abgeordnete der Sammlungspartei. Paavo- lainen übernimmt das Sozialministerium. Der bisherige Finanzminister 2 ä r v i n c n, der auch zurückgetreten war, kehrt auf seinen Po- st e n zurück. Seit llebernahme des Oberbefehls durch Präsident Sinhusvud scheint sich die Lage der Regierung wesentlich gebessert zu haben. Man rechnet in Helsingforser Regierungskreisen mit der Liquidierung des Lappounternehmens in den nächsten Tagen.

Pause auf der Abrüstungskonferenz. Frankreich w U sich um die Zahlen drücken.

Genf, 2. März. (WTB.) Die gestrige Ab­reise des italienischen Außenministers und andere Umstände deuten darauf hin, daß der Hauptaus­schuß der Abrüstungskonferenz in dieser Woche keine Sitzung mehr abhalten wird. Diese Unterbre­chung der offiziellen Kon'erenzrrbeiten hängt nicht nur mit der außerordentlichen Völkerbunds- Versammlung zusammen, sondern auch mit der Frage, die in der gestrigen Sitzung des Büros von dem englischen Außenminister angeschnitten worden ist. Sir 2ohn Simon stellte in der lieber­sicht Beneschs eine große Lücke fest, nämlich das Fehlen des Diskussionspunttes: Ausfüllung der im Konventionsentwurf enthaltenen Tabellen über die Rüstungszahlen. Die Delegatio­nen müßten aufgefordert werden, dem General­sekretär die von ihnen für richtig gehaltenen Zah­len mitzuteilen, worauf Verhand unren üb r diese Zahlen einzusetzen hätten. Daß Simon damit nicht die bei jeder Gelegenheit betonte französische Auf­fassung über die Aufgaben der Abrüstungskonfe­renz unterstützen wollte, sondern im Gegenteil einen für die französische Gruppe sehr unbequemenVorstoß machte, ergab sich aus der anschließenden Aussprache. Dr. Brnesch erklärte, daß die Zahlen durch dieMethode bestimmt würden, und Paul - Boncour vertrat gleichfalls den Standpunkt, daß die Ausfüllung der Zählentabel en eine Fra e der Methode sei. Roch deutlicher brachte dec belgische Außenminister Hymans die Talt.k der französi­schen Gruppe zum Ausdruck, indem er erklärte, es handele sich um eine politische Frage, die in dem Hauptausschuß geklärt werden müsse. Nichtsdestoweniger soll bis zur nächsten Sitzung des Hauptausschusses über diese Angelegenheit unter den Delegierten verhandelt werden.

Oerdeuisch-italiemscheHan-el

Wirtschaftspolitische Annäherung.

Rom, 2. März. (WTB.) Die zwischen der deut­schen und italienischen Delegation geführten Be­sprechungen über einige Abänderungen des be­stehenden deutsch-italienischen Handels- und Schiff­fahrtsvertrages vom 31. Oktober 1925 haben zum Abschluß eines Zusatzabkommens über eine Reihe konkreter Fragen geführt, das in den nächsten Tagen unterzeichnet wird. Außerdem haben die beiden Delegationen während der Derhand- lungen die Handelsbeziehungen ihrer Länder einer umfassenden Nachprüfung unterzogen. Sie sind dabei zu der Ueberzeugung gekommen, daß erfolgversprechende Möglichkeiten für eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien bestehen. Dem­gemäß haben die beiden Regierungen sich entschlos­sen, zunächst binnen kürzester Frist Besprechun­gen zwischen deutschen und italieni-

scheu Produzenten herbeizuführen, um damit die tatsächlichen Grundlagen zu Verein- barungen zwischen den gleichartige» Wirtschaftszweigen beider Länder zu schaffen. Die beiden Regierungen sind darüber einig, daß die Ergebnisse dieser Besprechungen einen nützlichen Ausgangspunkt für künftige Verhand­lungen zwischen den beiden Ländern bilden werden.

Kleine politische Nachrichten.

Wegen schwerer Verstöße gegen die Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. Mürz 1931 sind die nächsten vier Rummern der in Darmstadt wö­chentlich einmal erscheinenden nationalsoziättsti- schen ZeitungHessischer RS - Kurier" verboten worden. Diese Wochenschrift ist am 1. März d. 2. als amtliches Organ der hessischen RSDAP. zum erstenmal erschienen.

2n einer Sitzung der größten Ortsgruppen der Wahlkreisorganisation West falen-Süd der Deutschen Volkspartei wurde fest- gestellt, daß die Mehrheit des Wahlkreif.s gewillt sei, der Deutschen Volkspartei treu z u bleiben. Die Vorsitzenden der beiden größten Ortsgruppen, Dortmund und Bochum, die beide zusammen über 10 000 eing^dniebene Mit­glieder umfassen, haben den Spitzenkandidaten des Wahlkreises, Reichstagsabgeordneten Win­nefeld, gebeten, vorläufig den Vorsitz im Wahl­kreis zu übernehmen.

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Vor dem Kattowiher Landgericht wurde gegen den Kattowiher deutschen Kaufmann A a s n e r verhandelt, dem zur Last gelegt wurde, Spio­nage für Deutschland getrieben zu haben. Der Prozeß hat größtes Aufsehen erregt, weil Rasner sich politisch bisher nicht betätigt hatte und einer der am längsten eingesessenen und angesehensten Kattowiher Kaufleute ist. Der Prozeß endete mit dem F r e i s p r u ch des An­geklagten, da sich die gegen Rasner erhobenen Vorwürfe als völlig haltlos erwiesen.

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David Zahne Hill, ehemaliger amerikanischer Botschafter in Berlin, ist im Alter von 82 Zähren gestorben. Hill war von 1903 bis 1905 Gesandter in der Schweiz, 1908 bis 1911 Botschafter in Berlin. Hill, der als Autorität auf dem Ge­biet des Völkerrechtes galt,-schrieb eine Reihe historisch-politischer Werke.

Aus alle* Wett.

Gefängnis für Slratzenmaler.

3n der Nacht auf Mittwoch wurden in Darm­stadt an zahlreichen Stellen Fußsteige, Mauern und Tore mit Inschriften versehen. Vor dem Hause des Innenministers Leuschner wurde auf dem Fuß­steig ein riesiges Hakenkreuz aufgemalt mit der In­schriftNieder mit dem Hund! Wählt Hitler!" Aehnliche Inschriften finden sich auch vor dem Land­tagsgebäude und an anderen verkehrsreichen ©tei­len. Die Inschriften sind mit weißer Oelfarbe her- gestellt und teilweise mit einer Schablone au sae führt. Der Polizei gelang es bereits in der Nacht, zwei Täter mit ihrem Handwerkszeug festzunehmen. Sie wurden sofort demSchnell- richter vorgeführt. Der Richter betonte, daß gegen diesen Unfug mit aller Schärfe eingeschritten werden würde, und daß nur Gefängnis st rase die nötige Wirkung haben könnte. Die beiden mür­ben zu j e zehn Tagen Gefängnis ver­urteilt.

Strafanträge im Schultheiß-Prozetz.

Zm Schultheihprozeh stellte Oberstaatsanwalt Sturm folgende Strafanträge gegen das frühere Generaldirektorium des Schultheiß-Konzerns: Gegen Katzen- ellenbogen wurde wegen Bilanzverschleie­rung, Untreue und Prospektbetrugs 1 Zahr 6 Monate Gefängnis und 50 000 Mk. Geld­strafe, gegen den Angeklagten Penzlin wegen Bilanzverschleierung und Prospektbetrugs sie­ben Monate Gefängnis und 20000 Mk. Geldstrafe beantragt. Gegen die Mitangeklagten wurde wegen Bilanzverschleierung beantragt: ge­gen Dr. Sobernheim 4 Monate Gefängnis und 10 000 Mk. Geldstrafe, gegen Kuhlmey 2 Monate Gefängnis und 10 000 Mk., und gegen Funke 20 000 Mk. Geldstrafe.

Lindbergh soll 50 000 Dollar Lösegeld zahlen.

Oberst Lindbergh erhielt die Mitteilung, daß für seinKind 50 000DollarL5se- aeld gefordert werden. Die C tern des Kin­des sind bereit, diese Zahlung zu leisten. Der Staat Rew Zersey hat eine Belohnung von 10 000 Dol­lar für die Ergreifung der Räuber ausgesetzt. Präsident Hoover hat in Washington mit dem Generalstaatsanwalt über die Entführung des Kindes Lindbergh beraten. Auf einer an Lind­bergh gerichteten Postkarte wurde Lindbergh in Druckbuchstaben mitaeteilt, daß sein Kind g e s u r d und wohlbehalten sei. Lindbergh werde noch besondere Anwei f ungen erhalten, nach denen er sich zu richten habe.

Wettervoraussage.

2m allgemeinen hat in der Luftdruckverteilung seit gestern keine Verschiebung stattgefunden. Das Hoch im Osten zieht langsam ab und durch das Tief über Spanien hat auch über Deutschland langsamer Barometerfall eingesetzt. Es wird vor­erst noch keine Aenderung der Wetterlage statt­finden, denn immer noch liegen wir im Bereich mehr konttnentaler Lust. Rachts treten leichte Fröste auf, zumal durch Aufklaren die Ausstrah­lung gefördert wird.

Aussichten für Freitag: Temperaturen nachts noch unter Rull, am Tage mild, wolkig mit Aufheiterung, trocken.

Aussichten für Samstag: Noch wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen. Am 2. März: mittags 5,2 Grad Celsius; abends: minus 2,0 Grad. Am 3. März: morgens minus 5,3 Grad. Maximum 6,4 Grad, Minimum minus 6,0 Grad. Sonnenscheindauer 7J4 Stunden. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 2. März: abends minus 0,6 Grad; am 3. März: morgens minus 0,8 Grad Celsius.

Amtliche Mntersportnachrichten.

Vogelsberg Hoherodskops:B wölkt, 6 Grad, im Walde 15 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit im Walde stellenweise.

Schwarzwald, Feldberg: Dew lkt, 2 Grad 35 Zentimeter Pulverschnee, Sportm. glich- kett gut.

Rlpen^ Garmisch - Partenkirchent Klar, 1 Grad, 15 Zentimeter Firnschnee» Sport- 8 Möglichkeit gut.