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Hessen (0.2.)

ins Tcoßen.Linden emp. nnerlurnoertiM Sieben ;,*roh wenig günstiger lotter Kampf zustande. n durch Abfagen gi. ' emzustellen. Das Spiel >keich. Ein Unentjchieden ligen leichten Feldübrr« dem Spielottlauf eher

Oünsberc-Sau. usen 11:5 (0:3). n Spiel mit viel Erlotz len auf Sieg. Die Säste ilfte stark überlegen und bie PlostbMer leer :/ tarn Saunsbadj roof)( lor des Gegners, der Tafte machten sich wie» .0. Erst turi vor Schlutz Platzbesitzer.

Turnvereins Lollar nschast des 29.Sol­len die Ligareserve der ,n TelellschastSspiel in lich mit einem llnent* >ie 3. Fußballelf weilte >r gegen bie 2. Mann«

pielern des Der- rschaft auf dm Plan, t, ob die Mannschaft andsfpielen fähig ist, Lohn-Dünsberg-TaueS gen Albachs Erste an- attcr^ei^ortcOti ßeitsbeh'ordedesSettle«

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eigenen Platze- und lagen bei Halbzeit mit 2:1 in Führung. Aach dem Wechsel kam Lollar auf und erzielte mit drei weiteren Loren einen sicheren Sieg.

VsV.Gießen.

VfL. III Teutonia Steinberg II 5:5.

Bei schlechten Bodenverhältnissen lieferten sich beide Gegner ein torreiches Treffen. Die Gäste ver­mochten dem technisch besseren Gegner durch Eifer und Schuhfreudigkeit ein verdientes Unentschieden abzutrotzen. Bei den DsDern mar die Verteidigung trotzdem der beste Mannschaflsteil. Die nf>- Mannschaft lieh sich vom Ruderclub Maffia* mit 3:6 schlagen. Man sah auf beiden Seiten zum Teil recht achtbare Leistungen.

AuchDeutschland IP in Lake placid | verunglückt.

Las Pech der deutschen Bob-Erpedition bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid scheint nicht enden au wollen, denn jetzt zwei Lage nach dem Unfall des Bob« .Deutschland l wird ein neuer Unfall gemeldet. 3n der zweiten Haar. nadel-Kurve .Shady Torner" wurde der zweite deutsche Bob mit dem Führer Fritz Drau (Ber. lin) aus der Dahn geschleudert. Drau erlitt einen

I Armbruch und verschiedene andere Körperverlet- zungen, der Dremser D r e h m e erlitt schwere Kopfverletzungen und der Draunfchweiger Hup. mann brach da- linke Dein.

Wirtschaft.

Neue Bestimmungen über die Zwangsvollstreckung.

Berlin. 1. Febr. (DTB ) Aus Grund bcs 8 25 des 3 Teile» der 4. Notverordnung über die Maßnahmen auf dem Gebiete der Zwangsvollstreckung, verordnet die Reichs- rcgicrung unter dem 30. Januar 1932, veröffentlicht im Reichsanzeiger vom 1. Februar 1932, folgendes:

8 1.

1. Hat der Schuldner unterlassen, die einft- wellige Einstellung der Zwangsver­steigerung gcmäh § 5 des 3 Teile» der Ver­ordnung vom 8. Dezember 1931 innerhalb der in den Paragraphen 6, 22 21b|. 3 Satz 1 bestimmten Fristen zu beantragen, so ist ihm auf Antrag, auch ohne dah die Voraussetzungen des §253 der Zivilprozeßordnung vorliegen, die Wiederein- setzung in den vorigen Stand zu ge­währen.

2 Der Antrag auf Wiedereinsetzung gemäß Abs 1 ist nur bi» zum 29. Februar 1932 zulässia.

3. Der Gewährung der Wiedereinsetzung steht nicht entgegen, dah ein Antrag gemäß §5 des 3 Teiles der Verordnung vom 8. Dezember 1931 bereits al» verspätet zuruckge­rn i e s e n , oder die Wiedereinsetzung auf Grund der bisherigen Vorschr.ften bereits abgelehnt war.

8 2.

1. Ist in einem Falle der im § 1 bezeichneten Art spater, jedoch vor dem l.März 1 9 3 2, der Zuschlag erteilt worden, so kann der Schuldner die einstweilige Einstellung der Zwange Versteigerung noch nachträglich im Wege dek Beschwerde gegen den Zu­schlag beantragen. War die Frist für diese Beschwerde bei unlrafttreten dieser Verordnung noch nicht abgelaufen, so endet sie nicht vor dem 29. Februar 1932.

2. War die Deschwerdefrist bei Inkraft­treten dieser Verordnung bereit - abgelau- l en, so kann der Schuldner bi- zum 2 9. Fe­bruar 1 9 3 2 in entsprechender Anwendung des § 1 die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen.

§3.

Hat der Schuldner im Falle des § 22 Abs. 3 Sah 2 des dritten Teils der Verordnung vom 8. Dezember 1931 unterlassen, die einstweilige Ein­stellung der Zwangsversteigerung Im Wege der Beschwerde rechtzeitig zu beantragen, so kann er bis zum 29. Februar 1932 in entsprechender Anwendung des 8 1 dir Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen.

§ 4.

In den Fällen der § 2 Abs. 2, § 3 ist die Wie­dereinsetzung in den vorigen Stand zu ver­sagen. wenn die Verteilung des Der- steigerungserlöse- b:rci - stattgefunden hat.

HolzversteigerungS « Termine.

Donnerstag, 4. Jebruar.

Marlvorstand Sieben. Ver.tc g:rung au- dem Marlwalo Grüningen-Dorf-Gill in der Turnhalle zu Grüningen. 9.30 Uhr.

Dürgermcisterei Lich: Versteigerung Im Licher Stadtwald Zusammenkunft am Waldeingang der Provinzialstraße LichHattenrod. 10 Uhr

Forstamt Aieder-Ohmen: Zusammenkunft in der Hörleschen Wirtschaft zu Merlau. 9.45 Uhr.

Berlin sehr still.

Berlin, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Freioerkehr wurde die Auswärts- betoegung an den Aktienmärkten, die noch gestern abend bei den führenden Werten neue, zpm Teil erheblich.' Fortschritte machen konnte, gestoppt. Unter dem Eindruck der rückgängigen Warenpreise war die Aeuyorker Dörse von ge­stern wieder schwächer verlaufen und hatte die Spekulation, zumal neue Anregungen fehlten. au Glattstcl'ungen veranlaßt. DaS Geschäft als solches war sehr st i l l. da auch neue Kunden- aufträge bei den Banken nur selten eingetroffen waren, und unter dem Eindruck dieser Deschäfts- stille bröckelten die Kurse meist ab. Die schon seit Tagen vorhandenen UnsichrrheitSnsomente in der Po i'.ik fanden etwas mehr Beachtung, gewannen aber keinen nachhaltigen Einfluß auf die Ten­denz. Während die Kursrückgänge selten mehr als 2 Prozent betrugen, waren die Kurse gegen gestern mittag meist sogar nur wenig verändert. Vollkommen vernach'älligt lag wieder der Ban­kenmarkt mit Ausnahme von Re chsbankanteilen, die flAflcn ihren H-chstkurs v^n gestern abrnd etwa 1,5 Prozent einbüßten. Sch.fsahrtswerte waren gut behauptet, auch Montane konnten ihre gest­rigen Gewinne hallen, während Elektropapiere le-cht abbröckelten. Einiges Interesse bestand wei­terhin für Kunstseide- und Kaliaktien, auch Pe- troleurnwerte waren gefragt, während Farben etwa 1 Prozent gcbrücti lagen. Vermiedene in d^n letzten Tagen erschienene Aotizen. denen aber die Gesellschift selbst (laut einer vorliegen­den Erklärung» fernsteht, sprachen von einem be- fried'genden Geschäftsgang der Philipp-H'lz- mann-A.-G., so daß die Aktien heute um 2.5 Prozent, d. h. um fast 10 Prv'ent ihres Wertes anziehen konnten. Sonstige Spezialpapiere wie Ehzrlottenburger Wasser, Dessauer Gas, Leon­hard Tietz usw. waren zumindest gut gehalten. Die Auslandwerte lagen heute etwas niedriger, «^'verzinsliche Papiere hatten Wied r gutes Ge­schäft Geldpfensb efe lagen unverändert. Deullche Anleihen waren weiter etwas befestiat (Alt- besitz vluS 1 Prozent, ^eubefitz plus 111 Prozent), Aeichsschuldbucher bchauvteten ihren gestrigen Gewinn. Während Post'chätze erneut um 1bis V. Prozent gebessert laaen, waren die übrigen Gebote des Anlagemar'tes zieml'ch vernachläs­sigt. A^ichsbahnvorzugsakfen und Farben-Bonds

gingen etwa auf gestriger Ball- um. Arbed- Bonds waren dagegen etwa- rückgängig

Frankfurt fest.

Frankfurt a. M, 2. Febr. Der Frankfurter Effektenfreiverkehr lag in der Hauptsache auf Grund der festen Aeuyorker Börse f c st. nachdem bereit- im gestrigen AachmittagSverkehr ein An. ziehen der Kurse au verzeichnen war. Da- De- schäft war nur sehr klein, da zu den höheren Kursen saft kaum Material angeboten wurde und auch da- Publikum dem Markt vollkommen fern- blieb. Da aber anscheinend bei der Spekulation noch manche- Decouvert besteht, genügte schon kleinste Anfrage, um die Kurse meyrpro- Aentig z u steigern. 3m Vordergründe de- Änteressc- standen von Elektrizität-Werken Dessü- rel mit plus 5. Licht & Kraft mit plus 4 Prozent, während der übrige Elektromarkt nur etwa 1- bi« 2prozentige Erhöhungen aufwieS. Größere Kurs, gewinne ergaben sich noch für Aeichsoankanteile. Die etwa 4 Proz. fester tendierten und am Mon- tanmarft für Deutsche Erdöl, die etwa 3 Pro-, gewannen. Bei Icrtcrem Papier verwies man auf die reichlichen Oelfunde dieser Gesellschaft in Han­nover. Für 3G - Farben bestand nur wenig Inter­esse, doch liegt der Kurs nur wenige Prozent unter der Parigrenze. Von lokalen Werten waren Scheideanstalt mit plu- 2.5 Proz. gesucht An den übrigen Aktienmärkten ergaben sich meist kleine Besserungen, die Mehrzahl blieb auf dem gestern nachmittag erhöhten Kursniveau gut behauptet.

Am Rentenmarkt standen Rcichsschuldbuch. sorderungen mit plus 1,5 Proz. im Vordergründe de- Interesse-, aber auch ReichSaltbesih (plu- 0,5 Proz) waren gefragt. Von Doldpfandbriefen wa. ren Rhein. Hyp.Dank und einige Frankfurter Werte dis zu 1 Proz. freundlicher. Liquidation-. Pfandbriefe biteben gut behauptet. Während am Markte der Industrie Obligationen besonder-west­deutsche Werte gesucht waren, kam in Kommunal» Obligationen etwas Material heraus, das nur zu 1 Proz. niedrigeren Kursen abgenommen wurde. Etwas Beachtung fanden auch kurzfällige Dchah- anweisungen. wobei Ku -erhöhungen b 8 au 2 Pro. zent festzustellen waren. Gegen Mittag bröckelten die Kurse wieder etwas ab, mit Ausnahme von Schuldbüchern und Altbefitz, die ihren Kursstand behaupteten.

Deolsenmarkl Berlin Frankfurt a. 7N.

2 fietiruar

3. Jebruar

Amtliche Xoherung

lltmMche Äonerung

(selb »rie-

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(Xlimglatl .

6.384

6.396

6,394

6,406

ttUrn

49.95

50.05

49.95

50.05

trag

12.465

12.485

12.465

12.485

vudaoe»

56.94

57.06

56.94

57.06

Golio

3.057

3.063

3.057

3.063

pollonb

169.43

169.77

169,38

169.72

c«lo

79.02

79.18

79.07

79.23

Reprnbagäl.

80.12

80.28

80,12

80.28

eiodbultn

81.42

81.58

81.42

81.58

l'unDon

14.53

14.57

14.53

14.57

fHucno« ährt

1.043

1.047

1.043

1.047

Weunort

4,209

4.217

4.209

4,217

tiruflel

58.71

58.83

58,64

58,76

Stollen

21,06

21,10

21,33

21,37

Pon«

16.55

16.59

16.54

16,58

Lltaoetz

82,08

82.24

81.97

82.13

Spanien

34,22

34,28

33.47

33.53

Danzig

82.02

82.18

81.97

82.13

Japan

1.434

1,496

1,518

1,522

Jiw oe .lan..

0,257

0,259

0,257

0,259

Jugoslawien. ethaboD

7.463

13.24

7.477

13.26

7,463

13,24

7,477 13.26

Banknoten.

Berlin, 2 fittirar

Welt»

»rief

tintentaiindie Sloten . . .

4.20

4.22

löelgtltbe Noten . . .

58.55

53,79

lanildie Noten ....

79.94

80.26

ihiglilcte Noten ....

14.49

14,55

HranzoMche Noten . . .

Ä « -

16.51

16,57

Oollantilche Noten . .

169,06

169.74

3talfentld>c Noten . .

21,04

21.12

Äonnegifdie Noten

78,84

79.16

leuridi-Celtencidi, 1 100 6diUltng

Numanildie Noten

2.49

2.51

81.24

81.56

Ld,wetzet Noten.....

81.90

82.22

Spantldie Noten ...

. « - -

34,08

34.22

Ungarilthe Noten

Reichsbonkdiskonl 7 o. 6 Lombardzlnssuß 8 v f).

Zechenstille au ng. Die gestern beim De- mebiunachungskommlstar in Ärn»btr^ über den Antrag der Klöckner-Werke auf Stillegung der cduchtanlaflcn I 11 der Zeche Victoria in Castrop« Rauxel geführten Verhandlungen hatten das Ct- aebnis, daß die Schachtanlage am 15. Februar fnllgclegt wird Zur Entlastung kommen etwa 500 Arbeiter und 40 Angestellte

Echweinemarkt in Gießen.

Auf dem heutigen Schweine markt in Die­ßen standen 246 Ferkel und 11 Läufer zum Ber­kaus ES kosteten bis sechs Wochen alte Ferkel 11 bi- 15 Mark, sechs bi» acht Wochen alte 15 bis 18 Mark, acht bi- dreizehn Wochen alte 18 bi- 25 Mark. Läufer 27 bi- 31 Mark. Tendenz: gut, äleberstand.

iVrantfurter Wctrcifrcbimc.

Frankfurt a. M. 3. Febr. Es wurden no­tiert: Weizen 247,50; Roggen 223,50 bis 225; Sommergerste (für Brauzwecke) 185. Hafer, in- ländischer 150 bi« 155; Weizenmehl, südd., Lpez. 0 mit Auslauschware 36,90 bl- 37.90, Sondermah­lung 35,15 bi« 36.15; Weizenmehl. Niederrhein., mit Austauschweizen 36,90 bis 37.65, Sondermah. lung 35.15 bi« 35,90; Roggenmehl 31 bi« 32; Welzenkleie 8,65; Roggenkleie 9 bis 9,25 Mark. Tendenz: ruhig.

Oie gestrigen Oevisenmärkie.

Berlin, 2.Febr. (WTB) An den internatio­nalen Devifenmärkten konnte das Pfund nach der gestrigen Abschwächung heute vormittag wieder c t - was a n z i e h e n. In erster Linie wirkte die gestrige Rückzahlung der 30 Millionen Pfund an die Federal Reserve Bank of Rew Pork und die Bank von Frankreich anregend, ferner stimulierten Gerüchte, daß die neuen französisch-englischen Echul- denoerhandlungen in Paris einen günstigen Verlaus nehmen sollen. Gegen den Dollar kannte sich das Pfund auf 3,4640 befestigen, gegen den Gulden auf 8,61, gegen Pari» auf 88,03, gegen die Reichsmark auf 14,60 und gegen Zürich auf 17,75. Sehr flau lag weiter Madrid, das erneut stark an Boden Der- lor. Die Reichsmark lag tz u t behauptet, eher eine Kleinigkeit höher, in Amsterdam stellte sie sich auf 58,8150, in Zürich auf 121,30 und in Paris auf 601,50. Die übrigen Devisen waren im großen und ganzen gehalten.

Die deutsche Reichsmark konnte am Rack), mittag kräftig anziehen, während das Pfund wieder eher etwas leichter lag, Madrid aber einen neuen, ganz außerordentlich großen Verlust er­litt. Der Pen war etwas fester, dagegen konnte sich Schanghai kaum behaupten. Der Dollar tendierte wieder fester, Zürich schwächte sich weiter etwas ab. Die Reichsmark zog in Amsterdam auf 58,4850, in Zürich 121,60 und in Reuyork auf 23,70 an. Das Pfund stellte sich gegen den Dollar auf 3,4550, gegen den Gulden auf 8,59, gegen Zürich auf 17,7350, ge­gen Paris auf 87,96 und gegen die Reichsmark auf 14,5750.

Letzte Rachrichten.

Japan und die Vorschläge der Mächte.

Tokio, 3.Febr. (Heuler. Funkspruch.) An zu­ständiger japanischer Stelle wird erklär!, Japan würde sich sehr glücklich schätzen, wenn die Feind­seligkeiten eingestellt würden, e» sei jedoch nicht in der Lage, den punkt fünf der Vor­schläge der drei Mächte anzunehmen, der bestimmt, daß sofortige Maßnahmen zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten ergriffen würden. Der japanische Generalkonsul in Schanghai teilte dem britischen und amerikanischen Generalkonsul offiziell mit, daß Japan die Absicht habe, d i c IDufung-Jort» sofort z u besehen. Da» Bombardement der japanischen Kreuzer und Flugzeuge, da» auf dem Fort puschan liegt, ist außerordentlich heftig.

Von Geld und Liebe.

oman von Grete von Saß.

Copyright by Martin Feuchtwangcr, Halle

2 Sortierung Nachdruck verboten

Er reichte Münchmeher ein Kästchen mit Ziga. retten, zündete ein Streichholz an und während er die« unter Münchmeyer« Zigarette hielt, sagte er:

.Ja, also Sie wollen wissen, was die Schadows für Menschen sind?"

.Ja! Der junge Schadow hat sich bei mir um die Anstellung cd« Chauffeur beworben. Ich ver­langte von ihm die Aufgabe von Referenzen. Sie verstehen, Herr Geheimrat: Bei mir nimmt der Chauffeur gewissermaßen eine Vertrauensstellung ein da muß man sicher gehen."

.Da« ist selbstverständlich. 3a, also die Scha- dows wohnen seit zwölf Jahren in meinem Hause. Al« sie einzogen, war der Junge sechzehn Jahre alt. Er besuchte die Oberrealschule. sollte, nachdem er sie absolviert, auf die Ingenieurschule in Mitt­weida. Sein Vater war Diplomingenieur und seil vielen Jahren in leitender Stellung in einer hie­sigen Maschinenfabrik. Er war gut gestellt. Ver­mögen befaß er allerdings nicht. Seine Frau, die in kleinen Verhältnissen ausgewachsen war, hatte natürllch auch nicht«. Aber sie war tüchtig und sparsam. Aach dem plötzlichen Tode ihres Manne« muhte sie allein für ihre drei Kinder zwei Mädchen und einen Sohn sorgen. Sie hat sie auch alle drei zu tüchtigen Menschen er- Aogen. Die Kosten für die beabsichtigte Ausbil­dung des Sohnes auf der Ingenieurschule konnte sie allerdings nicht aufbringen. Sie gab den Jun­gen zu einem Autoschlosser in die Lehre. Er wurde Automobilschlosser und später Thausfeur. Genügt Ihnen diese Auskunft?"

.Richt ganz. Herr Geheimrat. Derzeihung. da ist noch etwas, da« mich bedenklich macht. Und zwar das: daß der Vater des jungen Schadow Selbstmord verübte. Sollte er den nicht in einem Anfall geistiger Umnachtung begangen haben?"

Der Geheimrat schüttelte den Kopf.

.Rein, das glaube ich nicht. Er verlor feine Anstellung, das trieb ihn dazu."

.Ra, wenn da« nicht Wahnsinn ist! Ein In­genieur. der jahrzehntelang in leitender Stellung gearbeitet, findet doch schließlich eine neue An- ftcUung.

Der Geheimrat zuckte mit den Achseln.

.Der Mann war Mitte der Fünfzig. Ich meine: wenn einer in dem Alter plötzlich den festen Boden verliert, auf dem er solange gestanden, kann er schon verzweifeln. Ich erinnere mich noch ganz deutlich, was die Frau Schadow, die mich

bald nach der Katastrophe aufsuchte, sagte: Mein Mann ist über seine unberechtigte Entlassung so erschüttert und zugleich erbittert gewesen, dah er keinen Lebensmut mehr fassen konnte."

Münchmeyer streckte dem Geheimrat die Hand hin.

.Haben Sie tausend Dank, Herr Geheimrat."

.Keine Ursache! Sehr gern geschehen!"

Sie verließen gemeinsam das Zimmer. Wäh­rend der Kommerzienrat in seinen Pelz schlüpfte, sagte er:

.Ich erfuhr heute von meiner Tochter, daß Sie Ihren beabsichtigten AuSflug in die Berge auf- gegeben haben?'

.Ja, leider mußte es sein."

Münchmeyer sah ihn fragend an.

.Sie sind beruflich verhindert?"

Tönnies nickte.

.3a, da« ist nun sehr schade. Rose sagte mir, daß Ihre Frau Gemahlin sehr enttäuscht ist...

.Allerdings, aber dabei ist nun nichts zu machen."

Das Thema war ihm überaus peinlich. Er brannte darauf, daß Münchmeyer endlich gehen möchte.

.Herr Geheimrat, da fällt mir eben ein: meine Tochter beabsichtigt, in etwa zehn Tagen nach Flinsberg zu gehen. Sie wissen, daß ich dort ein Landhaus habe?"

.Ja"

.Run ja. Also die Rose hat vor. für einige Wochen in unsere Flinsberg-Villa überzusiedeln. Eie nimmt unsere alte Wirtschafterin und eine« der Mädchen mit und denkt sich die Ehose nun herrlich. Ich bin nun weniger entzückt von diesem beabsichtigten Unternehmen! So ein junges Ding sich auf Wochen so ganz allein zu überlassen, erscheint mir gewagt. Was meinen Sie. Herr Geheimrat? Dürste ich es wagen, Ihre Frau Ge­mahlin und Tochter einzuladen, das Haus mit meiner Tochter zu teilen?

.Ich glaube, daß meine Frau ohne mich nicht reifen wird."

3n seinen Worten lag eine kühle Ablehnung, die der Kommerzienrat nicht beachtete.

.Würden Sie mir erlauben, Herr Geheimrat, Ihrer verehrten Frau Gemahlin meinen Vorschlag zu unterbreiten?

,3a, bitte! Ich habe nichts dagegen, wenn Sic meine Frau sprechen wollen sie ist gerade zu Hause."

Der Äommcrüentat ließ nicht locker, bis Frau Ottilie die Einladung nicht nur für sich, sondern auch für Eva und Hans-Achim angenommen hatte.

Ottilie war schon tags daraus fest entschlossen, wenn ihr Mann sie bitten würde, ihren Plan au^ugeben, es zu tun.

Sine unerträgliche Unruhe war in ihr. Um

frei von ihr zu werden, schaffte sie mehr denn je im Hause. Ließ alle Zimmer von Grund auf reinigen, ordnete große Wäsche an.

.Wozu ist das alles nötig? fragte ihr Mann. »Die Zimmer werden bis auf meine drei während eurer Abwesenheit abgeschlossen. Ich habe nichts nötig, gar nichts."

Seine Stimme klang müde. 3n heißem Mitleid zuckte Ottilies Herz. Wenn er jetzt doch die Ditte ausspräche: Bleib! Aber er tat es nicht.

»Du solltest dich nicht so anstrengen, Tilli lieber die Tage bis zu deiner Abreise in Ruhe verbringen."

Sie sah ihn an. Ihr Herz klopfte in Erwartung auf dies eine Wort: Die io! Es kam nicht. Don gleichgültigen Dingen sprach er. Warum sie ge­rade jetzt Waschtage angeseht hätte? Sic brächten doch große Unruhe ins HauS und viel anstren­gende Arbeit für sie.

Ottilie schüttelte den Kopf. Sie hätte gewiß keine Arbeit davon. Eva nähme alle Last auf sich. Eben passe es auch so gut mit dem Waschhaus. Und die Lina Knorpe das war die Tochter ihres HauSportiers sei eben ohne seste Be­schäftigung. die würde die Wäsche waschen. 3a, so hatte sie lange vorher bestimmt. Und es sei doch ganz selbstverständlich, daß das HauSwesen in Ordnung zurückbleiben müsse, wenn sie auf so lange Zeit fortginge. Sie sah ihn wieder mit ihren großen blauen Augen erwartungsvoll an.

Er nickte nur zustimmend und ging bann in sein Zimmer.--

Hans-Ach im trank hastig seinen Morgenkaffee aus, bat bann bie Mutter, vom Tisch ausstehen zu dürfen.

.So eilig?" fragte sie, ihn erstaunt ansehend.

.Verzeih, Mama! Ich muh, bevor ich in« Kolleg gehe, noch eine Besorgung machen."

Eva flüsterte ihm zu:

.Wer's glaubt, wird selig!"

Ein Zwinkern war in ihren großen braunen Augen. Hans-Achim gab ihr einen llcinen, freund­schaftlichen Puff. Erhob sich, küßte der Mutter bie Hand, machte gegen den Vater eine Verbeugung und verschwand.

Eva trat auf den Balkon hinaus, angeblich um den Vögeln Futter zu streuen in Wahrheit, um ihrem Bruder nachzusehen. Der blieb sekun­denlang vor dem Hause stehen, um sich eine Ziga­rette anzuzünden.

3n diesem Augenblick verließ Helene Schadow das Haus. Hans-Achim zog grüßend seinen Hut. Sie ging an ihm vorüber; er folgte ihr in einiger Entfernung.

Eva Tonnies lächelte. Sie wußte: Sobald die beiden die Grohbeerenstrahe hinter sich haben, stoßen sie zusammen. Dann begleitete Hans-Achim die Lene Schadow bi- zu ihrem Geschäft, da« sich in der Leipziger Straße befand. Mit der gleichen Regesmähigkeit wiederholte sich da-, wie da« all-

morgendliche Geklapper von Frau Doris Scha­dows Rähmaschine, über das Mama jetzt so oft klagte.

Die Mama trat zu ihr auf den Balkon. Inter­essiert fragte sie: .Sind sie schon fort?"

Sva bejahte. Sic wußte, daß Helene Schadow und Hans-Achim gemeint waren.

.Helene sah heute wieder ganz reizend aus. Sie trug einen Mantel ans Maulwurf-feil, einen entzückenden Hut, beigefarbene Seidenstrümpse und wildlederne Spangenschuhe, älnö wie sie das trägt mit einer unnachahmlichen Grazie, Mama!"

.Rose Münchmeyer behauptet, e- sei Helene- Beruf, sich graziös zu tragen. Sic sei Manniquin, und die Kleider, die sie trägt, seien Eigentum der Firma, bei der sie angestellt ist."

,Ru, wenn schon! Aber ich glaube es nicht. 2ta)im, mit dem ich unlängst darüber sprach, be­streitet es auch. Helene ist Verkäuferin bei Gold­mann Söhne. Der MaulwurfSpelz stammt au« der guten alten Zeit, die es einmal für ihre Mutter gegeben. Ihre Mutter hat ihn für sie modernisiert."

-Do wird eS fein, gab die Mutter zu, wäh­rend ihr Blick zu dem Balkon des Rachbarhauses ging.

-Hat sich Rose eigentlich heute schon gezeigt, Eva?"

»Rein, Mama."

Rach einer Pause:

.Mama, waS möchte ich darum geben, mich kleiden zu können, wie Helene Schadow es tut.

Ottilie Tönnies zuckte mit den Achseln und erwiderte, daß nicht die Kleider den Menschen machen. Eva dachte ander« darüber. Sie wußte von sich, dah sie hübsch war, daß nur ihre simple Kleidung daran schuld war, dah sie mit ihren vierundzwanzig Jahren noch keinen einzigen Ver­ehrer hatte.

Fahrenkrug rechnete nicht. Ec war ja auch nicht verliebt in sie, begehrte sie nur als Frau und Mutter für seine drei Kinder Für ihn war viel­leicht gerade daS ein Anreiz, daß ihre Kleider stets um mindestens zehn Zentimeter länger waren, als die Mode es vorschrieb, ihre Strümpfe von festem Gewebe und ihre Schuhe von unzer­störbarer Dauerhaftigkeit waren; dah sie rhre blonden Zöpfe noch immer nach alter Mode im Racken aufgesteckt trug.

Fahrenkrug hielt sie infolgedessen gewiß für außerordentlich anspruchslos. Sie war es aber nur, weil sie es fein muhte. Dah sie sich so simpel kleidete, geschah nach dem Dillen des Vaters. Wenn sie selbst über Geldmittel zu verfügen hätte, würde sie sich todschick kleidem So etwa wie Mama, die sich gar keine Vorschriften machen ließ, obgleich sie sich sonst in allen Dingen dem Willen ihres Mannes unterordnete.

(Fortsetzung folgt)