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Das Echo -er Henderson-Rede

aus,

Die

Arthur Henderson, der ehemalige englische Außen­minister, Präsident der Genfer Abrüstungskonferenz.

Sinne

Porträts Goethes und seiner Freunde und Bilden der Orte, in denen er lebte.

Genf, 2. Febr. (WTB.) Die allgemeine Ab­rüstungskonferenz ist heute, 16.30 Ähr, mit der durch die dringlich einberufene Ratssitzung ver­ursachten einstündigen Verspätung im hiesigen Dolksabstimmungsgebäude von ihrem Präsidenten Arthur Henderson eröffnet worden. Schon gegen 16 Ähr begann unter starkem Interesse der Genfer Bevölkerung und der zahlreichen hier eingetroffenen Fremden die Auffahrt der Delegierten. Die Plätze der Delega­tionen und die geräumigen Tribünen für Presse und Publikum, die während der Völkerbunds­versammlung, die in demselben Gebäude tagt, meistens nur spärlich beseht sind, füllten sich rasch. Bei einer großen Anzahl von Delegatio- nen erscheint der Außenminister als Delegationschef. Der Kriegsmini st er ist nur bei Frankreich Delegationsführer. Naturgemäß sind die militärischen Sach­verständigen in sämtlichen Delegationen stark vertreten. Bei den Plenarsitzungen nehmen die Delegierten ihre Plätze nach der alphabetischen Reihenfolge ihrer Länder ein. Für die d e u t s ch e Delegation find in einer der ersten Reihen sechs Plätze vorgesehen. Der militärische Charak-

ie Hektoliter enthalten. Die auf die gangbarsten Gefäße entfallenden Teilbeträge sind er­rechnet und in einer tabellarischen Ä e b e r s i ch t der Anordnung beigefügt. Lleber- steigt der Ausschankpreis den Betrag von 80 Mk. pro Hektoliter deshalb, weil besondereAuf- wendungen wie die Vorführung von musi- kauschen oder ähnlichen unterhaltenden Darbie­tungen in mechanischer Art bestehen, so kann der Inhaber der Gaststätte es bei einer Preisminderung von 4 Mk. je Hekto- liter betoenben lassen. Die Anbringung einer Preistafel ist vorgesehen, auf der der Preisunterschied für jede ausgeschenkte Maß­einheit gegenüber dem Stand vom 8. Dezember 1931 in jedem Geschäftslokal aufzüweisen ist.

Es kann für jedes Volk nur Freiheit be­stehen, wenn es sein Leben ohne Furcht vor Ängerechtigkeit, vor Angriffen, vor Llnter- drückung oder vor Krieg leben kann. Es kann nur Gleichberechtigung für jedes Volk in der freien Gesellschaft sein, die wir zu bauen begonnen haben. Es kann nur Brüder­lichleit unter den Völkern bestehen, wenn sie künftig nicht mehr mögliche Feinde, sondern treue Freunde sind. Gehen wir an unsere Aufgabe in dem sicheren Bewußtsein heran, daß es in un­serer Macht steht, durch die Arbeit, die wir hier leisten, die Völker zu diesen verheißenen Höhen zu führen.

Daily Herold" drücken die Hoffnung daß der Erfolg näher sei als man glaube.

Paris nicht befriedigt.

der Konferenz beim Beginn der Arbeiten würden unheilvoll sein. Die rechtskonservativeMor- ning Post" drückt ironisch die Hoffnung aus, daß die Konferenz in Genf weniger kostspielig als ein Krieg sein werde, bezweifelt aber, daß sie imstande sein würde, einen Ersah für die hergebrachten Methoden zu finden, mit denen der Friede in dieser unvollkommenen Welt bisher aufrecht erhalten worden sei. Der liberale Vetos Chronicle" und das Arbeiterblatt

EröffnungderGenferAbrüstungskonferenz

Hendersons Eröffnungsrede vor den Vertretern von 60 Staaten der Welt.

enlwurf ist überdies kein durch allge­meine Uebereinftimmung zustande gekommenesDokument. Selbst was die Methoden betrifft, gingen die Meinungen aus­einander. Einige Artikel wurden durch Mehr­heitsabstimmungen angenommen, wobei die Stimmenthaltung zahlreich war; auch wurden zahlreiche Vorbehalte von verschiedener Erheblichkeit gemacht. Einige dieser Vorbehalte wurden von Delegationen gemacht, die den Konventionsentwurf nicht als brauchbar betrachteten, während andere Delegationen im entgegengesetzten mit der Begründung, daß einige Bestimmungen zu weit gehen, Vorbehalte machten. Es braucht kaum hinzugefügt zu wer­den, daß es der Konferenz frei steht, alle anderen Texte oder Vorschläge, die ihr etwa unterbreitet werden, zu prüfen."

Oie Senkung -er Bierpreise.

Berlin, 2. Febr. (WTB. Amtlich.) Der Reichskommifsar für Preisüberwachung hat An- ordnungen über Die Senkung der Preise für Vollbier getroffen. Die Preisminderung beträgt mrt Wirkung vom 6. Februar 1932 an bei einem Ausschankpreis bis zu 80 Mk l<r Hektoliter 4 Mk., bei einem Ausschankpreis bls zu 100 Mk. je Hektoliter 6 Mk., bei einem r* f bDnr mehr als 100 Mk. je Hekto- ber^ i8a??r 'nüber dem Stand vom 8. Dezem- bei 1931. In dieser Preisminderung ist die Senkung der Preise der Brauereien um 2 Mk.

Oie Arbeit des Hindenburg-Ausschusses.

Dre Auflegung der E»ntragungs1iften.

Berlin, 2.$ebt. (111.) Der Hindenburg-Aus­schuß teilt mit: Der unter Führung von Ober­bürgermeister Dr. S a h m (Berlin) als Vertrauens­mann und Reichsgerichtspräsident a. D. Dr. Si­mon als Stellvertreter stehende Ausschuß zu dem Wahlvorschlag Hindenburgs, hat die Unter- zeichnungslisten für den wahlvor- ch l o g an die Presse versandt. Staatsbürger und Staatsbürgerinnen können durch Einzelchnen in die Listen den Wahlvorschlag unterstützen, vorausge- eht, daß sie am Tage der Unterzeichnung timmberechkigt zum Reichstag sind. Er- orderlich ist eigenhändige Unterschrift. Stellvertretung bei Abgabe der Unterschrift ist aus­geschlossen. Die Unterschrift muh leserlich sein, Vor- und Zunamen erhalten und durch Hinzufügung des Standes oder des Berufes und Angabe der Wohnung so deutlich gekennzeichnet fein, daß der Gemeindebe­hörde die Ausstellung der Bescheinigung über die Slimmberechligung der Unterzeichner ermöglicht wird.

ASDAP. und Präsidentenwahl.

Ablehnung der Sahm-Akrion

München, 2.Febr. (TU.) DieNational- sozialistische Partei-Korrespondenz" nimmt unter der UeberschriftDie Stunde des jun­gen Deutschlands" zur Frage der Reichspräsidenten­wahl Stellung und schreibt u. a., die Situation liege o völlig klar, daß nur Böswilligkeit oder hoffnungs­lose politische Blindheit sie nicht zu erkennen Der- 0; Das moralische Recht und die innerpolitische Kraft, den deutschen Reichspräsidenten der nächsten sieben Jahre auf den Schild zu heben, habe allein die nationalsozialistische Freiheits­bewegung, die das Schicksal Deutsch- lands geworden sei. Das sei die Meinung des deutschen Volkes und dieser Stimme des Volkes werde die nationalsozialistische Bewegung Geltung verschaffen Sie werde auchdenKampfinder politisch entscheidenden Stunde der Präsidentenwahl nicht scheuen, wenn das Interesse der Nation es erfordere. Welche Wen- düng die vom Sahm-Ausschuß zu verantwortende Situation auch immer nehmen möge: Ueber den Ausoang dieses Kampfes möge man sich keiner Täuschung hingeben. Mit den Nationalsozialisten werde das ganze nationale und soziale Deutschland marschieren, wenn es zur Entscheidung gerufen werde.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichskommissar für die vorstädtische Kleinsiedlung hat bisher insgesamt 856 Klein- siedlerstellen und 5698 Kleingartenstellen bewilligt.

*

Im anhaltischen Landtag wurde ein na- tlonalsozlalistischer Antrag, der dem Staatsministe- num das Vertrauen entzieht, mit 19 gegen 17 Stimmen angenommen. Darauf erklärte die Regierung ihren Rücktritt. Ein deutschnationa­ler Antrag, den Landtag sofort aufzulösen und Neuwahlen mit größter Beschleunigung auszuschrei­ben, wurde mit 20 Stimmen der Sozialdemokraten, Staatsparteiler und Kommunisten gegen 16 Stim­men der gesamten Rechten a b g e l e h n t.

Die Dank von England hat die 150 Mil­lionen Dollar zurückbezahlt, die den Rest des im August v. I. der Dank von England durch die Bundesreservebank und die Bank von Frank­reich gewährten 250-Millionen-Dollar-Kredites darstellen.

Ministerpräsident Macdonald wird sich einer Star-Operation am linken Auge unterziehen müssen, dessen Sehkraft durch Lieber» arbeit sehr gelitten hat. Er wird also nicht Ende dieser Woche nach Genf fahren können, er beab­sichtigt aber, nach feiner Wiederherstellung so schnell wie möglich hinzufahren.

Kunst und Wissenschaft.

Line Goelhe-Ausslellung in Paris.

Zahlreiche französische Persönlichkeiten aus den verschiedensten Kreisen und Parteien haben sich zu einem Komitee vereinigt, das eine Reihe von Veranstaltungen zur Goethe-Jahr­hundertfeier vorbereiten soll. Der Vorsit­zende des Komitees ist Paul Painlevö der ehemalige Ministerpräsident, stellvertretende Vor­sitzende sind Paul Valery und Anatole de Monzie, Generalsekretär ist Jean de Panae Em Änterausschuß unter der Leitung des Gene­raldirektors der Pariser Rationalbibliothek Julien Catn wird eine G oe t he - A u s st e l l u n g in der Rationalbibliothek veranstaltens die in einigen Monaten eröffnet wird. Dort sollen den: französischen Publikum Bilder, Zeichnungen Erinnerungsstücke und namentlich Autogramme aus den verschiedensten Epochen von Goethes Leben gezeigt werden. Das Komitee will ver. suche^ eine möglichst große Zahl von Werken aus oem Ende des 18. und dem Anfang des 19 Jahr­hunderts auszustellen, hauptsächlich Düsten und

Wettervoraussage.

Obwohl der hohe Druck weiter über den briti­schen Inseln lagert, wird er sich nicht vollständig durchsetzen, denn die ozeanische Luftzufuhr be­stimmt die Wetterlage. Kühlere und milde Luft ttÄ ölc Temperaturen schwanken. 2W ?i?3nrto«rfur9 aöert öfters, und zeit­weise tritt Aufklaren ein.

Aussichten für Donnerstag: Wech- selnd wolkig mit zeitweiser Aufheiterung, meist trocken, Temperaturen schwankend, teils um Rull und teils darüber.

?ussichten für Freitag: Roch keine wesentliche Aenderung der Wetterlage in Aussicht.

Lufttemperaturen. Am 2. Februar: mittags 5 2- abends 3,7: am 3. Februar: morgens 4,5 Grad Cel- 6'0' Minimum 3,0 Grad Celsius. Niederschlage 0,3 mm. Sonnenscheindauer 3^ Stun- ^en^Eraturen in 10 cm Tiefe. Am

ÄbÄ5 °'°: °m 3'5ebraor

Paris, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Rede Hendersons wird von der französischen Presse allgemein als farblos, als saft- und kraftlos bezeichnet. Wad) demPetit Parifien" bezeuge die Ansprache den guten Wil­len eines Mannes, der alles hat vermeiden wollen, was irgendwelche Mitglieder der Konfe­renz hätte verstimmen können. Das Blatt ist zufrieden mit den Stellen der Rede, in denen es eine Bestätigung der französischen These er­blicken zu können glaubt, aber unzufrieden dar­über, daß Henderson nicht die geringste Anspielung auf Sanktionen und ge­genseitig^ Garantien gemacht habe. Echo de Paris" nennt die Rede des Präsidenten ziemlich unbedeutend. Sie sei vom ehemaligen Sekretär des Foreign Office, Roel Baker, der früher Beamter des Völkerbundes war, ausgear­beitet und vom Völkerbundssekreta­riat verbessert worden, an gewissen Stellen sei sie gefährlich und parteiisch gegen die fran­zösische These. Henderson könne dem Dölker- bundssekretariat nichts abschlagen, denn dieses habe für ihn eine Tagesentschädigung von 140 Schweizer Franken durchge­drückt.

Schwacher Eindruck in Genf.

Genf, 2. Febr. (TU.) Entgegen den hiesigen Bräuchen war der Beifall nach Hendersons Er­öffnungsrede, deren Verlesung in englischer Sprache eine volle Stunde in Anspruch nahm, schwach. All­gemein fiel das matte Aussehen Hendersons auf, der seine Rede sitzend in kaum ver­nehmbarem Ton ohne jede persönliche Beteili­gung vortrug. Ein praktisches Abrüstungsprogramm war in Hendersons Rede nicht enthalten. Der deutsche Standpunkt wurde jedoch in den Punkten berücksichtigt, wo Henderson die Lösung der Abrüstungsfrage als Voraussetzung für die Sicherheit und die heutigen Rüstun­gen als eine der Ursachen der großen Krise der Gegenwart hinstellte. Ferner ist vom deutschen Standpunkt aus der Satz zu begrüßen, in dem gleichen Recht in der Abrüstungsfrage für alle Völker gefordert wird. Dabei muß jedoch darauf bingewiesen werden, daß den zweifellos ehrlichen Absichten Hendersons keine entscheidende Bedeutung für den Verlauf der Konferenz beigemessen werden kann, da Henderson heute nicht einmal der eng­lischen Abordnung angehärt.

Skepsis in England.

London, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Das denkwürdige Ereignis der Zusammenkunft der Vertreter von 1 Milliarde 700 Millionen Men­schen in Genf zur Inangriffnahme der Abrüstung wird heute von den politisch wichtigen Blättern Londons in Leitartikeln besprochen.Times", die_ einige spitze Bemerkungen über Hendersons Eröffnungsrede macht, beurteilt die Aussichten der Konferenz bemerkenswert skeptisch. Das Blatt sagt, die Konferenz hätte kaum ineinem ungeeigneterem Zeitpunkt beginnen können.Daily Telegraph" schreibt, die Hauptsache sei, daß ein guter Anfang gemacht werde, denn die Folgen eines Zusammenbruches

Rach der Eröffnungssitzung wurden d re i Ausschüsse eingesetzt, und zwar ein fünf­gliedriger Ausschuß aus Vertretern der kleinen Mächte zur Prüfung der Vollmachten, ein 16gliedriger Ausschuß unter Vorsitz Hender­sons, dem die europäischen Großmächte, die Ver­einigten Staaten, die Türkei, Sowjetruhland und Japan angehören, zur Ausarbeitung der Geschäftsordnung und ein fünfgliedriger Ausschuß zur Aufstellung von Regeln für die Ent- gegennahme von Vorschlägen interna­tionaler privater Organisationen. Alle drei Ausschüsse nehmen Mittwoch ihre Ar. beiten auf. Die nächste Vollsitzung der Kon­ferenz ist für Samstag festgesetzt. Dann sollen die der Konferenz nicht angehörenden Vertreter der großen internationalen Verbände für Frieden zu Worte kommen. Die Konferenz selbst wird somit voraussichtlich erst an­fangs nächster Woche ihre Arbeiten be­ginnen.

Henderson erklärt dann, es werde überall be­grüßt werden, wenn durch die Abrüstung die schweren finanziellen Lasten der Staaten erleichtert und damit der in schwere wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Welt die sehr notwendige Entlastung verschafft werde. Hinter all' den technischen Fragen, Mann- schäften Geschühstärken, Tonnagen, Kategorien usw. steht dasWohlergehenderMensch- dert, die Zukunft unserer sich entwickelnden Zivilisation. Die Menschheit erwartet von der Konferenz, daß sie ihr die Befreiung von der Bedrohung des Friedens und der Sicherheit die in der Beibehaltung großer nationaler Rüstungen immer liegen muß, schenkt. Wenn wir scheitern, so würde die Welt wiederum zurückfallen in den sinnlosen und gefährlichen Wettstreit rasch zunehmender Rüstungen.

ter der Konferenz tritt, da sämtliche Dele­gierten i n Zivil erscheinen, in dem äußeren Bild nicht hervor.

Genau um 16.30 Uhr flammten die Lampen an der Stirnseite des Konferenzsaales auf und belich­teten grell den P r ä s i d e n t e n st u h l, auf dem Henderson zwischen dem Generalsekretär des Völkerbundes und dem französischen Dolmetscher Platz genommen hat. Vor ihm sitzen die leitenden Beamten des Sekretariats sowie weitere Dolmet­scher und Protokollschreiber. Die drei üblichen Ham­merschläge ertönen, und

Henderson,

der sitzend spricht, legt in langer Ausführung dar, daß hier 1700 Millionen Menschen, die Staaten in- und außerhalb des Völkerbundes, durch 60 Re­gierungen vertreten seien, daß es sich um die größte internationale Zusammen­kunft seit Kriegsende handle, und daß es noch nie eine Konferenz mit wichtige­ren Zielen gegeben habe. Der Bestand der Rüstungen fei der Grund wechselseitiger Furcht und sortbestehenden Mißtrauens. Es sei eine irre Mei­nung, daß die Sicherheit der Völker auf ihrer Rüstuna beruhe: sie bilde keinen Schutz gegen den Krieg, sondern sei ein sicheres Mittel zur Aufrecht­erhaltung der Unsicherheit.

Henderson gibt dann einen technisch gehaltenen Ueberblick über die bisherigen Vorarbeiten, wobei er nur gelegentlich ein Wort der Kritik einschießen muß. So spricht er bei dem Verhältnis zwischen Sicherheit und Abrüstung von einem Circulus vitiosus, in den man von Anfang an geraten fei, verweilt eingehend bei dem Kon ventionsentwurf der Vorbereitenden Ab­rüstungskommission.

Der Sonventionsentwurs", fro erklär! er wört­lich. »ist dazu bestimmt, einen Rahmen abzu­geben, durch den die Begrenzung und Herab­setzung der Rüstungen erreicht werden kann. Er schreibt Methoden vor, aber er enthält keine Zahlen, und es wird Aufgabe der gegenwärtigen Konferenz sein, feine praktische Bedeutung zu bestimmen. Der Konventions-

Aus aller Welt.

Schweres Erdbeben auf Kuba. 2000 Tote.

Neuyork, 3.Febr. (WTB.) wie Associated preß aus Havanna meldet, ist die Stadt San­tiago durch ein Erdbeben teilweise zerstört worden. Etwa 2000 Menschen sollen umgekommcn sein. Von einer vor Santiago liegenden Stadt wur­den heute früh 1.30 Uhr schwere Erdstöße und das Einstürzen vonGebäudenwahrgenommen.

Das letzte Wort der Angeklagten im Lübecker Prozeß.

In der Dienstag-Sitzung des Lübecker Prozesses sprachen die Angeklagten ihr letztes Wort. Pro­fessor Dehcke erklärte, es sei seine heiligste Lieberzeugung, daß höhere Gewalt vorliege. Aber wenn Sie, meine Herren Richter, fuhr er fort, eine Fahrlässigkeit feststellen, dann trifft mich allein und nur mich der Vorwurf. Ich bin bereit, die Sühne anzutreten. Ich bitte Sie, meine Mitangeklagten freizu­sprechen: sie sind meines ErachteuL frei von jeder Schuld. Der Vorsitzende vertagte die Sitzung auf Samstag, 18 Llhr, und betonte, daß beabsichtigt sei, dann das LI rteil zu verkünden: sollte sich aber Herausstellen, daß noch irgend­welche Fragen zu stellen seien, so wäre mit einer nochmaligen Eröffnung der Verhandlung zu rechnen.

Was die Franzosenbesahung zurückließ.

Vor dem Kasseler Großen Schöffengericht hatte sich der Riffkabyle Mustaffa wegen Straßen­raubes zu verantworten. Mustaffa ist im Jahre 1925 aus Wiesbaden von seinem französischen Truppenteil desertiert und treibt sich seit­dem in Deutschland herum. Seinen Lebensunter­halt erwirbt er dadurch, daß er in Gastwirtschaf­ten als Zauberkünstler auf tritt. Im übrigen ist er bereits elfmal wegen Eigentumver­gehens und Wider st andes sowie Kör­pern erletzung vorbestraft. Vor einigen Monaten hatte er in einer Wirtschaft in Kassel einen jungen Mann keimengelernt, der etwas an­getrunken war, und dem Mustaffa die Brief­tasche gewaltsam entrissen hatte. Der Staatsanwalt glaubte, daß ihm mildernde Llm- stände zugefprochen werden könnten und bean­tragte zwei Jahre sechs Memate Gefängnis. Das Schöffengericht verneinte aber die Frage nach mildernden Llmständen. Es liege garkein An­laß vor einem derartig gefährlichen Ausländer, der sich ohne Rücksicht auf das ihm gewährte Gast- recht betrage, mildernde Llmstände zuzubilligen. Das Schöffengericht erkannte auf die Mindest­strafe von fünf Jahren Zuchthaus und sprach die Erwartung aus, daß das Llrteil die Ausweisung des Angellagten aus Deutsch­land veranlassen werde.

Schwere Zuchthausstrafen für eine Räuberbande.

Sn einem vor dem Leipziger Schwurgericht ge­führten Tosichlagsprozeß gegen fünf Angeklagte wurden heute vier Angeklagte wegen Totschlags, räuberischer Erpressung und Lieberfalls zu Zucht­hausstrafen von 1210 Jahren verurteilt. Die fünf Angeklagten, die im Alter von 19 bis 23 Jahren stehen, haben in der Gastwirtschaft Zum wilden Mann" in Leipzig-Deuhsch den 30 Jahre alten Wirtschaftsgehilfen Sachse er­schossen, als er ihnen die Herausgabe von Bier, Speisen und Geld verweigerte.

Schweres Autounglück.

Der Lieferwagen eitler Bonner Benzinfirma fuhr m der Nähe des Bahnhofes Dattenfeld bei Wald- broel gegen einen Baum, stürzte die hohe Böschung hinab und verbrannte, wahrschein­lich infolge Explosion des Benzintanks. Der Führer des Wagens und eine Frau liegen verbrannt unter den Trümmern. Ein fünfjähriger Junge wurde bei dem Anprall von dem Wagen geschleudert und leicht verletzt. Ein dreijähriges Mädchen erlitt lebensgefährliche schwere Brand­wunden und starb.

Dreimal zum Tode verurteilt.

Das Schwurgericht Weiden verurteilte den 35 Zahre alten ledigen Dienstknecht Schieber dreimal zum Tode. Seine Mutter wurde von der Anklage der Beihilfe mangels Beweises freigesprochen. Schie­ber hatte seinen jüngsten Bruder, den Gastwirt Schieber aus Wendcrsreuth, dessen Ehefrau und deren XVt Jahre altes Kind durch Beilhiebe er­mordet, um in den Besitz des elterlichen An­wesens zu gelangen.

3m Leichtsinn erschossen.

In Pirmasens wurde der 18 Jahre alte Fabrikarbeiter Arleth von einem Freunde, dem gleichaltrigen Fabrikarbeiter Haußner, im Bett erschossen. Haußner und ein weiterer Freund besuchten den Arleth und bei dieser Gelegenheit spielte Haußner mit einem Trommelrevoloer, den Arleth in seinem Zimmer versteckt hielt. Dabei löste sich ein Schuß, der Arleth tödlich verletzte. Haußner wurde ins Gefängnis eingeliefert.

Zwei Tuchfabriken eingeäschert.

In der Tuchfabrik Gülcher & Sternickel in Bielitz-Biala brach ein Feuer aus, das in einer Stunde das ganze Gebäude mit 100Webstühlen und allen Geräten e i n ä s ch e r t e. Die Flammen griffen, vom Sturm getrie&en, auf die gegenüberliegende Tuchfabrik Rabinowitz über, und um 21 Llhr stand auch sie in Hellen Flam­men. Der Sachschaden geht in die Millionen Zloty.

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