Das Echo -er Henderson-Rede
aus,
Die
Arthur Henderson, der ehemalige englische Außenminister, Präsident der Genfer Abrüstungskonferenz.
Sinne
Porträts Goethes und seiner Freunde und Bilden der Orte, in denen er lebte.
Genf, 2. Febr. (WTB.) Die allgemeine Abrüstungskonferenz ist heute, 16.30 Ähr, mit der durch die dringlich einberufene Ratssitzung verursachten einstündigen Verspätung im hiesigen Dolksabstimmungsgebäude von ihrem Präsidenten Arthur Henderson eröffnet worden. Schon gegen 16 Ähr begann unter starkem Interesse der Genfer Bevölkerung und der zahlreichen hier eingetroffenen Fremden die Auffahrt der Delegierten. Die Plätze der Delegationen und die geräumigen Tribünen für Presse und Publikum, die während der Völkerbundsversammlung, die in demselben Gebäude tagt, meistens nur spärlich beseht sind, füllten sich rasch. Bei einer großen Anzahl von Delegatio- nen erscheint der Außenminister als Delegationschef. Der Kriegsmini st er ist nur bei Frankreich Delegationsführer. Naturgemäß sind die militärischen Sachverständigen in sämtlichen Delegationen stark vertreten. Bei den Plenarsitzungen nehmen die Delegierten ihre Plätze nach der alphabetischen Reihenfolge ihrer Länder ein. Für die d e u t s ch e Delegation find in einer der ersten Reihen sechs Plätze vorgesehen. Der militärische Charak-
ie Hektoliter enthalten. Die auf die gangbarsten Gefäße entfallenden Teilbeträge sind errechnet und in einer tabellarischen Ä e b e r s i ch t der Anordnung beigefügt. Lleber- steigt der Ausschankpreis den Betrag von 80 Mk. pro Hektoliter deshalb, weil besondereAuf- wendungen wie die Vorführung von musi- kauschen oder ähnlichen unterhaltenden Darbietungen in mechanischer Art bestehen, so kann der Inhaber der Gaststätte es bei einer Preisminderung von 4 Mk. je Hekto- liter betoenben lassen. Die Anbringung einer Preistafel ist vorgesehen, auf der der Preisunterschied für jede ausgeschenkte Maßeinheit gegenüber dem Stand vom 8. Dezember 1931 in jedem Geschäftslokal aufzüweisen ist.
Es kann für jedes Volk nur Freiheit bestehen, wenn es sein Leben ohne Furcht vor Ängerechtigkeit, vor Angriffen, vor Llnter- drückung oder vor Krieg leben kann. Es kann nur Gleichberechtigung für jedes Volk in der freien Gesellschaft sein, die wir zu bauen begonnen haben. Es kann nur Brüderlichleit unter den Völkern bestehen, wenn sie künftig nicht mehr mögliche Feinde, sondern treue Freunde sind. Gehen wir an unsere Aufgabe in dem sicheren Bewußtsein heran, daß es in unserer Macht steht, durch die Arbeit, die wir hier leisten, die Völker zu diesen verheißenen Höhen zu führen.
„Daily Herold" drücken die Hoffnung daß der Erfolg näher sei als man glaube.
Paris nicht befriedigt.
der Konferenz beim Beginn der Arbeiten würden unheilvoll sein. — Die rechtskonservative „Mor- ning Post" drückt ironisch die Hoffnung aus, daß die Konferenz in Genf weniger kostspielig als ein Krieg sein werde, bezweifelt aber, daß sie imstande sein würde, einen Ersah für die hergebrachten Methoden zu finden, mit denen der Friede in dieser unvollkommenen Welt bisher aufrecht erhalten worden sei. — Der liberale „Vetos Chronicle" und das Arbeiterblatt
EröffnungderGenferAbrüstungskonferenz
Hendersons Eröffnungsrede vor den Vertretern von 60 Staaten der Welt.
enlwurf ist überdies kein durch allgemeine Uebereinftimmung zustande gekommenesDokument. Selbst was die Methoden betrifft, gingen die Meinungen auseinander. Einige Artikel wurden durch Mehrheitsabstimmungen angenommen, wobei die Stimmenthaltung zahlreich war; auch wurden zahlreiche Vorbehalte von verschiedener Erheblichkeit gemacht. Einige dieser Vorbehalte wurden von Delegationen gemacht, die den Konventionsentwurf nicht als brauchbar betrachteten, während andere Delegationen im entgegengesetzten mit der Begründung, daß einige Bestimmungen zu weit gehen, Vorbehalte machten. Es braucht kaum hinzugefügt zu werden, daß es der Konferenz frei steht, alle anderen Texte oder Vorschläge, die ihr etwa unterbreitet werden, zu prüfen."
Oie Senkung -er Bierpreise.
Berlin, 2. Febr. (WTB. Amtlich.) Der Reichskommifsar für Preisüberwachung hat An- ordnungen über Die Senkung der Preise für Vollbier getroffen. Die Preisminderung beträgt mrt Wirkung vom 6. Februar 1932 an bei einem Ausschankpreis bis zu 80 Mk l<r Hektoliter 4 Mk., bei einem Ausschankpreis bls zu 100 Mk. je Hektoliter 6 Mk., bei einem r* f bDnr mehr als 100 Mk. je Hekto- ber^ i8a??r‘ 'nüber dem Stand vom 8. Dezem- bei 1931. In dieser Preisminderung ist die Senkung der Preise der Brauereien um 2 Mk.
Oie Arbeit des Hindenburg-Ausschusses.
Dre Auflegung der E»ntragungs1iften.
Berlin, 2.$ebt. (111.) Der Hindenburg-Ausschuß teilt mit: Der unter Führung von Oberbürgermeister Dr. S a h m (Berlin) als Vertrauensmann und Reichsgerichtspräsident a. D. Dr. Simon als Stellvertreter stehende Ausschuß zu dem Wahlvorschlag Hindenburgs, hat die Unter- zeichnungslisten für den wahlvor- ch l o g an die Presse versandt. Staatsbürger und Staatsbürgerinnen können durch Einzelchnen in die Listen den Wahlvorschlag unterstützen, vorausge- eht, daß sie am Tage der Unterzeichnung timmberechkigt zum Reichstag sind. Er- orderlich ist eigenhändige Unterschrift. Stellvertretung bei Abgabe der Unterschrift ist ausgeschlossen. Die Unterschrift muh leserlich sein, Vor- und Zunamen erhalten und durch Hinzufügung des Standes oder des Berufes und Angabe der Wohnung so deutlich gekennzeichnet fein, daß der Gemeindebehörde die Ausstellung der Bescheinigung über die Slimmberechligung der Unterzeichner ermöglicht wird.
ASDAP. und Präsidentenwahl.
Ablehnung der Sahm-Akrion
München, 2.Febr. (TU.) Die „National- sozialistische Partei-Korrespondenz" nimmt unter der Ueberschrift „Die Stunde des jungen Deutschlands" zur Frage der Reichspräsidentenwahl Stellung und schreibt u. a., die Situation liege o völlig klar, daß nur Böswilligkeit oder hoffnungslose politische Blindheit sie nicht zu erkennen Der- ™0€; Das moralische Recht und die innerpolitische Kraft, den deutschen Reichspräsidenten der nächsten sieben Jahre auf den Schild zu heben, habe allein die nationalsozialistische Freiheitsbewegung, die das Schicksal Deutsch- lands geworden sei. Das sei die Meinung des deutschen Volkes und dieser Stimme des Volkes werde die nationalsozialistische Bewegung Geltung verschaffen Sie werde auchdenKampfinder politisch entscheidenden Stunde der Präsidentenwahl nicht scheuen, wenn das Interesse der Nation es erfordere. Welche Wen- düng die vom Sahm-Ausschuß zu verantwortende Situation auch immer nehmen möge: Ueber den Ausoang dieses Kampfes möge man sich keiner Täuschung hingeben. Mit den Nationalsozialisten werde das ganze nationale und soziale Deutschland marschieren, wenn es zur Entscheidung gerufen werde.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichskommissar für die vorstädtische Kleinsiedlung hat bisher insgesamt 856 Klein- siedlerstellen und 5698 Kleingartenstellen bewilligt.
*
Im anhaltischen Landtag wurde ein na- tlonalsozlalistischer Antrag, der dem Staatsministe- num das Vertrauen entzieht, mit 19 gegen 17 Stimmen angenommen. Darauf erklärte die Regierung ihren Rücktritt. Ein deutschnationaler Antrag, den Landtag sofort aufzulösen und Neuwahlen mit größter Beschleunigung auszuschreiben, wurde mit 20 Stimmen der Sozialdemokraten, Staatsparteiler und Kommunisten gegen 16 Stimmen der gesamten Rechten a b g e l e h n t.
•
Die Dank von England hat die 150 Millionen Dollar zurückbezahlt, die den Rest des im August v. I. der Dank von England durch die Bundesreservebank und die Bank von Frankreich gewährten 250-Millionen-Dollar-Kredites darstellen.
Ministerpräsident Macdonald wird sich einer Star-Operation am linken Auge unterziehen müssen, dessen Sehkraft durch Lieber» arbeit sehr gelitten hat. Er wird also nicht Ende dieser Woche nach Genf fahren können, er beabsichtigt aber, nach feiner Wiederherstellung so schnell wie möglich hinzufahren.
Kunst und Wissenschaft.
Line Goelhe-Ausslellung in Paris.
Zahlreiche französische Persönlichkeiten aus den verschiedensten Kreisen und Parteien haben sich zu einem Komitee vereinigt, das eine Reihe von Veranstaltungen zur Goethe-Jahrhundertfeier vorbereiten soll. Der Vorsitzende des Komitees ist Paul Painlevö der ehemalige Ministerpräsident, stellvertretende Vorsitzende sind Paul Valery und Anatole de Monzie, Generalsekretär ist Jean de Panae Em Änterausschuß unter der Leitung des Generaldirektors der Pariser Rationalbibliothek Julien Catn wird eine G oe t he - A u s st e l l u n g in der Rationalbibliothek veranstaltens die in einigen Monaten eröffnet wird. Dort sollen den: französischen Publikum Bilder, Zeichnungen Erinnerungsstücke und namentlich Autogramme aus den verschiedensten Epochen von Goethes Leben gezeigt werden. Das Komitee will ver. suche^ eine möglichst große Zahl von Werken aus oem Ende des 18. und dem Anfang des 19 Jahrhunderts auszustellen, hauptsächlich Düsten und
Wettervoraussage.
Obwohl der hohe Druck weiter über den britischen Inseln lagert, wird er sich nicht vollständig durchsetzen, denn die ozeanische Luftzufuhr bestimmt die Wetterlage. Kühlere und milde Luft ttÄ ölc Temperaturen schwanken. 2W ?i?“3nrto«rfur‘9 a”öert öfters, und zeitweise tritt Aufklaren ein.
Aussichten für Donnerstag: Wech- selnd wolkig mit zeitweiser Aufheiterung, meist trocken, Temperaturen schwankend, teils um Rull und teils darüber.
?ussichten für Freitag: Roch keine wesentliche Aenderung der Wetterlage in Aussicht.
Lufttemperaturen. Am 2. Februar: mittags 5 2- abends 3,7: am 3. Februar: morgens 4,5 Grad Cel- 6'0' Minimum 3,0 Grad Celsius. Niederschlage 0,3 mm. Sonnenscheindauer 3^ Stun- ^en^Eraturen in 10 cm Tiefe. Am
ÄbÄ5 °'°: °m 3'5ebraor‘
Paris, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Rede Hendersons wird von der französischen Presse allgemein als farblos, als saft- und kraftlos bezeichnet. — Wad) dem „Petit Parifien" bezeuge die Ansprache den guten Willen eines Mannes, der alles hat vermeiden wollen, was irgendwelche Mitglieder der Konferenz hätte verstimmen können. Das Blatt ist zufrieden mit den Stellen der Rede, in denen es eine Bestätigung der französischen These erblicken zu können glaubt, aber unzufrieden darüber, daß Henderson nicht die geringste Anspielung auf Sanktionen und gegenseitig^ Garantien gemacht habe. — „Echo de Paris" nennt die Rede des Präsidenten ziemlich unbedeutend. Sie sei vom ehemaligen Sekretär des Foreign Office, Roel Baker, der früher Beamter des Völkerbundes war, ausgearbeitet und vom Völkerbundssekretariat verbessert worden, an gewissen Stellen sei sie gefährlich und parteiisch gegen die französische These. Henderson könne dem Dölker- bundssekretariat nichts abschlagen, denn dieses habe für ihn eine Tagesentschädigung von 140 Schweizer Franken durchgedrückt.
Schwacher Eindruck in Genf.
Genf, 2. Febr. (TU.) Entgegen den hiesigen Bräuchen war der Beifall nach Hendersons Eröffnungsrede, deren Verlesung in englischer Sprache eine volle Stunde in Anspruch nahm, schwach. Allgemein fiel das matte Aussehen Hendersons auf, der seine Rede sitzend in kaum vernehmbarem Ton ohne jede persönliche Beteiligung vortrug. Ein praktisches Abrüstungsprogramm war in Hendersons Rede nicht enthalten. Der deutsche Standpunkt wurde jedoch in den Punkten berücksichtigt, wo Henderson die Lösung der Abrüstungsfrage als Voraussetzung für die Sicherheit und die heutigen Rüstungen als eine der Ursachen der großen Krise der Gegenwart hinstellte. Ferner ist vom deutschen Standpunkt aus der Satz zu begrüßen, in dem gleichen Recht in der Abrüstungsfrage für alle Völker gefordert wird. Dabei muß jedoch darauf bingewiesen werden, daß den zweifellos ehrlichen Absichten Hendersons keine entscheidende Bedeutung für den Verlauf der Konferenz beigemessen werden kann, da Henderson heute nicht einmal der englischen Abordnung angehärt.
Skepsis in England.
London, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Das denkwürdige Ereignis der Zusammenkunft der Vertreter von 1 Milliarde 700 Millionen Menschen in Genf zur Inangriffnahme der Abrüstung wird heute von den politisch wichtigen Blättern Londons in Leitartikeln besprochen. „Times", die_ einige spitze Bemerkungen über Hendersons Eröffnungsrede macht, beurteilt die Aussichten der Konferenz bemerkenswert skeptisch. Das Blatt sagt, die Konferenz hätte kaum ineinem ungeeigneterem Zeitpunkt beginnen können. — „Daily Telegraph" schreibt, die Hauptsache sei, daß ein guter Anfang gemacht werde, denn die Folgen eines Zusammenbruches
Rach der Eröffnungssitzung wurden d re i Ausschüsse eingesetzt, und zwar ein fünfgliedriger Ausschuß aus Vertretern der kleinen Mächte zur Prüfung der Vollmachten, ein 16gliedriger Ausschuß unter Vorsitz Hendersons, dem die europäischen Großmächte, die Vereinigten Staaten, die Türkei, Sowjetruhland und Japan angehören, zur Ausarbeitung der Geschäftsordnung und ein fünfgliedriger Ausschuß zur Aufstellung von Regeln für die Ent- gegennahme von Vorschlägen internationaler privater Organisationen. Alle drei Ausschüsse nehmen Mittwoch ihre Ar. beiten auf. Die nächste Vollsitzung der Konferenz ist für Samstag festgesetzt. Dann sollen die der Konferenz nicht angehörenden Vertreter der großen internationalen Verbände für Frieden zu Worte kommen. Die Konferenz selbst wird somit voraussichtlich erst anfangs nächster Woche ihre Arbeiten beginnen.
Henderson erklärt dann, es werde überall begrüßt werden, wenn durch die Abrüstung die schweren finanziellen Lasten der Staaten erleichtert und damit der in schwere wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Welt die sehr notwendige Entlastung verschafft werde. Hinter all' den technischen Fragen, Mann- schäften Geschühstärken, Tonnagen, Kategorien usw. steht dasWohlergehenderMensch- dert, die Zukunft unserer sich entwickelnden Zivilisation. Die Menschheit erwartet von der Konferenz, daß sie ihr die Befreiung von der Bedrohung des Friedens und der Sicherheit die in der Beibehaltung großer nationaler Rüstungen immer liegen muß, schenkt. Wenn wir scheitern, so würde die Welt wiederum zurückfallen in den sinnlosen und gefährlichen Wettstreit rasch zunehmender Rüstungen.
ter der Konferenz tritt, da sämtliche Delegierten i n Zivil erscheinen, in dem äußeren Bild nicht hervor.
Genau um 16.30 Uhr flammten die Lampen an der Stirnseite des Konferenzsaales auf und belichteten grell den P r ä s i d e n t e n st u h l, auf dem Henderson zwischen dem Generalsekretär des Völkerbundes und dem französischen Dolmetscher Platz genommen hat. Vor ihm sitzen die leitenden Beamten des Sekretariats sowie weitere Dolmetscher und Protokollschreiber. Die drei üblichen Hammerschläge ertönen, und
Henderson,
der sitzend spricht, legt in langer Ausführung dar, daß hier 1700 Millionen Menschen, die Staaten in- und außerhalb des Völkerbundes, durch 60 Regierungen vertreten seien, daß es sich um die größte internationale Zusammenkunft seit Kriegsende handle, und daß es noch nie eine Konferenz mit wichtigeren Zielen gegeben habe. Der Bestand der Rüstungen fei der Grund wechselseitiger Furcht und sortbestehenden Mißtrauens. Es sei eine irre Meinung, daß die Sicherheit der Völker auf ihrer Rüstuna beruhe: sie bilde keinen Schutz gegen den Krieg, sondern sei ein sicheres Mittel zur Aufrechterhaltung der Unsicherheit.
Henderson gibt dann einen technisch gehaltenen Ueberblick über die bisherigen Vorarbeiten, wobei er nur gelegentlich ein Wort der Kritik einschießen muß. So spricht er bei dem Verhältnis zwischen Sicherheit und Abrüstung von einem Circulus vitiosus, in den man von Anfang an geraten fei, verweilt eingehend bei dem Kon ventionsentwurf der Vorbereitenden Abrüstungskommission.
„Der Sonventionsentwurs", fro erklär! er wörtlich. »ist dazu bestimmt, einen Rahmen abzugeben, durch den die Begrenzung und Herabsetzung der Rüstungen erreicht werden kann. Er schreibt Methoden vor, aber er enthält keine Zahlen, und es wird Aufgabe der gegenwärtigen Konferenz sein, feine praktische Bedeutung zu bestimmen. Der Konventions-
Aus aller Welt.
Schweres Erdbeben auf Kuba. 2000 Tote.
Neuyork, 3.Febr. (WTB.) wie Associated preß aus Havanna meldet, ist die Stadt Santiago durch ein Erdbeben teilweise zerstört worden. Etwa 2000 Menschen sollen umgekommcn sein. Von einer vor Santiago liegenden Stadt wurden heute früh 1.30 Uhr schwere Erdstöße und das Einstürzen vonGebäudenwahrgenommen.
Das letzte Wort der Angeklagten im Lübecker Prozeß.
In der Dienstag-Sitzung des Lübecker Prozesses sprachen die Angeklagten ihr letztes Wort. Professor Dehcke erklärte, es sei seine heiligste Lieberzeugung, daß höhere Gewalt vorliege. Aber wenn Sie, meine Herren Richter, fuhr er fort, eine Fahrlässigkeit feststellen, dann trifft mich allein und nur mich der Vorwurf. Ich bin bereit, die Sühne anzutreten. Ich bitte Sie, meine Mitangeklagten freizusprechen: sie sind meines ErachteuL frei von jeder Schuld. Der Vorsitzende vertagte die Sitzung auf Samstag, 18 Llhr, und betonte, daß beabsichtigt sei, dann das LI rteil zu verkünden: sollte sich aber Herausstellen, daß noch irgendwelche Fragen zu stellen seien, so wäre mit einer nochmaligen Eröffnung der Verhandlung zu rechnen.
Was die Franzosenbesahung zurückließ.
Vor dem Kasseler Großen Schöffengericht hatte sich der Riffkabyle Mustaffa wegen Straßenraubes zu verantworten. Mustaffa ist im Jahre 1925 aus Wiesbaden von seinem französischen Truppenteil desertiert und treibt sich seitdem in Deutschland herum. Seinen Lebensunterhalt erwirbt er dadurch, daß er in Gastwirtschaften als Zauberkünstler auf tritt. Im übrigen ist er bereits elfmal wegen Eigentumvergehens und Wider st andes sowie Körpern erletzung vorbestraft. Vor einigen Monaten hatte er in einer Wirtschaft in Kassel einen jungen Mann keimengelernt, der etwas angetrunken war, und dem Mustaffa die Brieftasche gewaltsam entrissen hatte. Der Staatsanwalt glaubte, daß ihm mildernde Llm- stände zugefprochen werden könnten und beantragte zwei Jahre sechs Memate Gefängnis. Das Schöffengericht verneinte aber die Frage nach mildernden Llmständen. Es liege garkein Anlaß vor einem derartig gefährlichen Ausländer, der sich ohne Rücksicht auf das ihm gewährte Gast- recht betrage, mildernde Llmstände zuzubilligen. Das Schöffengericht erkannte auf die Mindeststrafe von fünf Jahren Zuchthaus und sprach die Erwartung aus, daß das Llrteil die Ausweisung des Angellagten aus Deutschland veranlassen werde.
Schwere Zuchthausstrafen für eine Räuberbande.
Sn einem vor dem Leipziger Schwurgericht geführten Tosichlagsprozeß gegen fünf Angeklagte wurden heute vier Angeklagte wegen Totschlags, räuberischer Erpressung und Lieberfalls zu Zuchthausstrafen von 12—10 Jahren verurteilt. Die fünf Angeklagten, die im Alter von 19 bis 23 Jahren stehen, haben in der Gastwirtschaft „Zum wilden Mann" in Leipzig-Deuhsch den 30 Jahre alten Wirtschaftsgehilfen Sachse erschossen, als er ihnen die Herausgabe von Bier, Speisen und Geld verweigerte.
Schweres Autounglück.
Der Lieferwagen eitler Bonner Benzinfirma fuhr m der Nähe des Bahnhofes Dattenfeld bei Wald- broel gegen einen Baum, stürzte die hohe Böschung hinab und verbrannte, wahrscheinlich infolge Explosion des Benzintanks. Der Führer des Wagens und eine Frau liegen verbrannt unter den Trümmern. Ein fünfjähriger Junge wurde bei dem Anprall von dem Wagen geschleudert und leicht verletzt. Ein dreijähriges Mädchen erlitt lebensgefährliche schwere Brandwunden und starb.
Dreimal zum Tode verurteilt.
Das Schwurgericht Weiden verurteilte den 35 Zahre alten ledigen Dienstknecht Schieber dreimal zum Tode. Seine Mutter wurde von der Anklage der Beihilfe mangels Beweises freigesprochen. Schieber hatte seinen jüngsten Bruder, den Gastwirt Schieber aus Wendcrsreuth, dessen Ehefrau und deren XVt Jahre altes Kind durch Beilhiebe ermordet, um in den Besitz des elterlichen Anwesens zu gelangen.
3m Leichtsinn erschossen.
In Pirmasens wurde der 18 Jahre alte Fabrikarbeiter Arleth von einem Freunde, dem gleichaltrigen Fabrikarbeiter Haußner, im Bett erschossen. Haußner und ein weiterer Freund besuchten den Arleth und bei dieser Gelegenheit spielte Haußner mit einem Trommelrevoloer, den Arleth in seinem Zimmer versteckt hielt. Dabei löste sich ein Schuß, der Arleth tödlich verletzte. Haußner wurde ins Gefängnis eingeliefert.
Zwei Tuchfabriken eingeäschert.
In der Tuchfabrik Gülcher & Sternickel in Bielitz-Biala brach ein Feuer aus, das in einer Stunde das ganze Gebäude mit 100Webstühlen und allen Geräten e i n ä s ch e r t e. Die Flammen griffen, vom Sturm getrie&en, auf die gegenüberliegende Tuchfabrik Rabinowitz über, und um 21 Llhr stand auch sie in Hellen Flammen. Der Sachschaden geht in die Millionen Zloty.
' »fond । l”WhdSe, 5?'«
Ju*lne
tedei
ÄÄWi
KUH,-
SÄ«?
SMÄ, L? L
p#* unt> lud Me-n un teile- * . von Hffi« i pCt hon bull «Är H :5s.S den tli; rr Sy st-h b-' g Z S&- feiler di-ck- ^Ä-n:
«r6«"'inun9o ”
Ach» wer! ich das von t Uene Fomul« $lare deri-mge in deren "Mr! sih hai, vorzulegen. tei die einer 3nn lingen müssen nach Lehrbegm plaren ber zu in deren Lehr vertrage über vom Lehmes von diesem t gericht zur " Vormundschafts Handtoerlslaini der zuständigen Lehrlingsrolle gelegt Werben.
Vielfach best- Handtoerkerkreis Ablauf der vei Verde. Die 1 Seit bis 3_i aten, toi Decht zusteht, i treten. Durch i Probezeit als i Verpflichtung ; Lehrvertrages l Die Unterlasst! beide Parteien Vorlage des i lichen Lehrvett Voraussetzungen Prüfung.
Wenn in einz die vorstehender er sich der Ges sind bie unter Lehrling Herrn die 611cm bzi Beachtung der sollten.
Der Lehrme ordnungsmäßig beim Dorstand Erlaß der Deik beantragen. $< der Krankenkas Teitragspslicht Zum "Beginn d Aon diesem Zei Sur Erwerbslos
Echliehlich st hlngewiesen, bi berufen zusüh giftig am besti Wahl hat schon Soweit als itg, Zurichtung bei stlche Prüfung be'tsamtern zu
3n allen L Handwerlskami Me 7, Auski


