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Zreitag, 2. September 1952
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Ur. 206 Zweites Blatt
Nachdruck verboten.
11. Fortsetzung
So
Zierlich sitzt ihm Rock und Höschen, Und noch zierlicher die Binde!
Und so kommt er jeden Morgen, Fragt, ob ich mich wohl befinde!... zierlich würde er ja auch jeden Morgen konu
als was ich für ein Glück ansehen würde, wenn es meinen eigenen Töchtern geboten würde!"
Da lachte Eva-Marie hellauf. „Dann will ich meinen Kusinen keine Konkurrenz machen, Onkel- chen! Wenn ich heirate, soll es ein Mann sein, der mir imponiert. Aber Herr von Bork imponiert mir gar nicht! Ich muh immer, wenn er ankvrnint und mit sichern Lächeln und spitzen Fingern eine Rose überreicht, an den Ders benfen:
men, wenn er verheiratet wäre! Rein, Onkel- chen, du mein ft es wohl recht gut! Cs ist auch ein wohltuender Gedanke, wie du sagst, wenn eure Verwandten alle genügend Geld in den Taschen haben, aber solch eine Karikatur von einem Mann ist nichts für mich!"
„Aber Khrb, bei dem Altersunterschied steht doch schließlich einmal zu erwarten ..
Aber Eva-Marie wurde immer lustiger. „Also auf Abbruch, lieber Onkel! Rein, dazu bin ich wieder zu adelig! Das wäre Schummelei! Mir würde auch die Geduld fehlen, zu erwarten, bis ich seine Witwe wäre! Außerdem strengt er sich ja mit nichts an, und könnte mich überleben! Das wäre doch ein zu unsicheres Geschäft! Aus dem wohltuenden Gedanken wird nichts, Onkel! Sei bitte darüber nicht böse! Ich habe einen Brief bekommen, der mich nach Berlin zurückruft. Weine Frau Andresen hat sich so weit erholt, daß sie nach Hause zurückkehren kann. Sie hat mir selbst aus der Klinik geschrieben. Hab' Dank für betne Gastfreundschaft! Besonders die, welche du meinem guten Mütterchen erweist!"
„Es ist meine Schwester! Die 3immer im Westflügel haben stets den Schwestern des Majoratsherrn gehört. Außerdem ist deine Mama eine durchaus vornehme Ratur, daß sie eine angenehme Gesellschaft für meine Frau bedeutet. Sie hat von ihrer edlen Haltung nichts durch die neue Zeit verloren!"
„Run, da ist ja alles klar zwischen uns, lieber Onkel! Unb du machst das Maß deiner Güte voll und bestellst mir zum 10-Uhr-Zug morgen früh den Wagen! 3a?“
»Ich hoffe, daß du niemals bereust, die Hand des Herrn von Bork verschmäht zu haben!"
„Das hoffe ich auch, Onkel? Lind nun will ich mir noch einen großen Strauß Kornblumen und Margareten pflücken und nach Berlin mitnehmen! Die Felder, die Lerchen, der Wald, Onkelchen, das war eine Prächtige Erholung für mich!"
(Fortsetzung folgt)
Roman von Hertha Fricke
Urheberrechtsschuh: Verlag Oskar Meister, Werdau
„Es will mir scheinen, liebe Eva-Marie, als ob dieser bürgerliche Doktor Andresen, der dir so oft schreibt, und anfangs telephonierte, als ob er dir lieber wäre, als der Edelmann, der Herr von Bork!" Cs klang schmerzlich, was Exzel- lenz da stockend hervorbrachte. Cs klang, als ob eine Mutter darüber betrübt sei, daß ihr Kind auf Abwege gerät. Aber das junge Mädchen lachte ein frisches, lustiges, klingendes Lachen
„Natürlich ist er rni- lieber! Für mich steht dieser fleißige, tüchtige Mann, der nicht in Woht> tätigteit macht, sondern Den Menschen wirklich wohltut, tausendmal höher, als euer degenerierter Baron!"
„Aber Eva-Marie!" Exzellenz war ganz entsetzt. ,
„Du weißt doch, was der große König sagte, Mamachen! Der anständige Mann ist ein Edelmann. ilnö ich wünsche zum Heile Preußens, daß in meinem Lande nur der für adlig gelte, der durch Fleiß und Können, durch Mut und Tapferkeit verdient, es zu fein! ilnö in diesem Sinne ist der Dr. Andresen von hohem Adel, Mamachen!"
„Ach Kind", seufzte die alte Dame. „Laß nur Onkel Hans um alles in der Welt nicht solche Ansichten hören! Das verträgt er nicht!"
„Was verträgt er nicht, kleine Mama? Die Ansichten Friedrichs des Großen?"
Eva-Marie lächelte, aber Exzellenz von Diemen seufzte noch einmal tief auf. Eie fühlte, sie war dem raschen Geist ihrer jungen Stieftochter nicht gewachsen, es war nichts gegen ihre Mei> nung zu sagen, nein, aber es vertrug sich doch nicht mit manchen»Anschauungen! Wie revolutionär sich das Kind ausdrückte! Dem lieben Herrgott den Tag abstehlen! Wenn das z. D. die Gräfin Schlieben in Potsdam wüßte!
„Bist du böse, Mamachen?" Eva-Marie schmei- chelte.
„Rein, Kind, nein, ich kann nur nicht mit! ilnö wenn ich öente, ich sollte einen Schwiegersohn bekommen, mit sollen freien Ansichten! Der mich zum alten Eisen tun will!"
„Aber liebstes Mamachen! Er ist öoch noch vicht Öein Schwiegersohn, aber zum alten Eisen tut er öich gewiß nicht! Du bist schon eine rechte Frau. Du hast nicht nur öie verlassene, kleine Eva-Marie deiner Schwester an dein gutes
Herz genommen, du bist ihr auch stets eine rechte Mutter gewesen! ilnö nicht nur mir. auch öem mutterlosen KinÖ öerXbraven Schustersfrau, öie früher einmal unser Dienstmäöchen war! Bor Öen mütterlichen Frauen neigt sich Dr. Anörefen! Du brauchst ihn wirklich nicht zu fürchten. Aber vor einer alten Hofschranze hat er keinen Respekt unö ich auch nicht mehr!"
„O Gott, KinÖ! Laß Öas nicht hören!"
„Sieh, öer Dr. Anörescn hat sich sein Eisernes Erster öa örauhen an öer Front geholt. Wie sein Gefechtsverbanöplah nicht mehr stanögehal- ten hat, hat er zugeschlagen! 4000 Aerzte sinö in treuer Pflichterfüllung im Felde unö auf öem Meere geblieben! Dein Herr Baron Bork saß in öer Etappe unö es ist ihm ganz gut ergangen, ilnö es geht ihm noch gut!"
„Dein Doktor scheint ein kluger Wann zu fein, Eva-Marie! ilnö auch ein tüchtiger unb fleißiger, zugegeben! Aber es können nicht alle Leute Aerzte fein ." • ,
„Olein, lieb Mütterchen, das tonnen nicht alle! Aber gewiß vernünftige unö fleißige Menschen! 3eöer nach feinem Können! Ieder an feinem Platz, an Öen er gestellt ist! Aber nicht fitzen unö stöhnen unö klagen, Öaß nicht mehr alles so ist wie früher! Sie sollten erkennen, Öaß wirklich manche ihrer Anschauungen morsch unö verbraucht sind!" t . v
Ihre Exzellenz sah voll Verwunderung m die lebhaften Augen ihres Töchterchens. Sie hatte es beschützen wollen, und es war hoch über sie hinausgewachsen, etwas Heues. Klares. Freies wehte um Eva-Marie! ilnö Öoch war nichts an ihr, öas sie unwert gemacht hätte, eine von Diemen zu sein! Munter sprach öas WäÖchen weiter:
„Wir sollen nicht öas Gesicht auf öem Rücken haben bann können wir nicht vorwärts sehen! Wir sollen alle benfen, wie der große Kapitän sagte: „Wie Deutschlanb wieder hochkommt, bas ist gleich, nur baß es wieder hochkommt, das ist wichtig!"
„Welcher große Kapitän?" fragte Exzellenz verwundert.
Eva-Marie lachte cm wenig verlegen. „Der Kapitän von König! Einer von den wenigen, die standhielten! Wären alle die. die heute über bie Veränderung der Derhältnisfe scheiten. >o tapfer gewesen wie er, so wäre manches anders. Aber ihr aus Potsdam wißt wohl gar nichts von ihm? Ihr lebt in einem anderen Jahrhundert' Und doch, Mama, wenn man an PoE- öam denkt, schlägt einem das Herz! Rur der Zopf, Mamachen, öer toirö euch allen noch ab- geschnitten!" „ , .iL c_ _ ,
Cs war ein aufregender Rachmillag für Exzellenz-Mama. ilnö öoch hatte sie einen mächtigen Aspekt bekommen vor öem Mäöchen. bas so
tapfer bas Leben wagte, so sicher in bem Reuen, bem Unbegreiflichen schritt unb boch vor jebem echten Helbentum sich neigte, wie es guter beut- scher Frauen Art ist.
8.
„Eva-Marie!" sagte bet Onkel schmunzelnb. „Ich habe bir eine Mitteilung zu machen, bie auf bein künftiges Leben wohl einen bebeutenben Einfluß haben wirb! Du kannst bir benfen, wie wohltuenb ber Gebanke für uns alle ist, baß ein Mann in gesicherter Lebenslage so warmes Interesse für bich hat, baß er um dich wirbt, obwohl du kein Vermögen besitzest!"
„Lieber Onkel, mir wird der Gedanke erst wohltuend, wenn ich weiß, daß es ein Mann ist, der für mich paßt!" Eva-Warie sah dem Onkel frei ins Gesicht.
„Cs ist selbstverständlich, daß er für dich passen muß, mein liebes Kind! Ich würde dir trotz der veränderten Verhältnisse niemals zumuten, $inen Mann mit bürgerlichem Ramen und von untergeordneter Stellung zu heiraten!"
„Hoppla, lieber Onkel! Was nennst du eine untergeordnete Stellung? Lind bürgerlichen Ramen? Adlig ist, wer adlig handelt! sagte mein Vater. Ein bürgerlicher Ehrenmann ist mir lieber, als ein adliger Lump!"
„Mädchen, Mädchen, menagier dich! Was du da eben nennst, sind die Ausnahmen! Du scheinst mir merkwürdige Bekanntschaften gemacht zu haben bei deinem Ausflug in die Welt!" Der alte Herr zog seine hohe Stirn in mißbilligende Falten.
„Das tarnt ich nicht sagen, Onkel! Richt merkwürdiger als früher! Meine kranke Frau Renate, die längst meine Freundin ist, ist ein lieber warmherziger Mensch, nur leider ein sehr unglücklicher. Ihr Mann ist mix nicht sonderlich sympathisch, Kaufmann, nüchtern und prakttsch, fein Bruder dagegen ist von so klarem Verstand und dabei von so großer Herzensgüte, daß es eime Freude ist, sich mit ihm zu unterhalten. Ich habe viel von ihm gelernt!“
„Das scheint mir so!“ antwortete der Wajorats- herr, nicht ohne einen maliziösen Unterton. „Aber wir kommen vom Thema ab. Mein Rachbar, der Herr von Bork, wird heute nachmittag unser Gast sein, und da ich weih, daß du die Veranlassung bist, daß seine Besuche jetzt so häufig werben, möchte ich bich doch darauf aufmerksam machen, damit du dir diese Chance nicht verdirbst!"
„Aber lieber Onkel! Ich soll doch nicht den um 25 Iahre älteren Wann heiraten?" fragte Cva-Marie. „Das kannst du mir doch wirklich nicht zumuten!"
„Zumuten? Ein starker Ausdruck, Fräulein Richte! Ich habe dir nichts anderes zugemutet.
Der neue Frankfurter Gender
(passt
In
De 'Italern hat demonstrativ mit den Führern der indischen Gandhi-Bewegung verhandelt. Er tritt aus wie der Führer eines souveränen Staates, und er hat angekündigt, daß Irland schon in allernächster Zeit feinen gesamten Bedarf auf dem europäischen Kontinent decken werde. Die Dubliner Regierung dürste kaum davor zuiückschrecken, durch Kampfzölle jegliche Einfuhr englischer Waren zu unterbinden. Und da in Europa genug Produzenten vorhanden sind, die aernc die Bedürfnisse des irischen Marktes erfüllen, so bleibt England nichts anderes übrig, als sich mit der Sachlage ibzufinden ober aber zu den Methoden non 1921 zurückzukehren. Theoretisch würde dies eine „R c i ch s c x e k u - t i o n", praktisch einen irisch-englischen Krieg bedeuten. Und vor dieser Möglichkeit dürfte man, wenn es wirklich hart auf hart gehen sollte, sowohl in London als auch in Dublin zurückschrecken.
18. August bereits berichtet. Vorstehend bringen wir noch zwei Aufnahmen, die wohl allgemeinem Inter-
389,6 arbeiten, lieber die technischen Einrichtungen des neuen Senders haben wir in Nr. 193 vom
chcln Öen illfterlcuten, unö erst kürzlich hat öc Valero öem Finanzminister von Belfast. Pollock, zugeredet, eine finanzielle Guter- esfengemeinfcha-t müsse allen Teilen des irischen Volkes unabsehbare Vorteile bringen. Während die Presse Süöirlands alles tut, um ein freundnachbarliches Verhältnis zum Roröen herzustellen, schürt sie Öen Haß gegen Englanö unö beschwört eine Stimmung herauf, öie an diejenige unmittelbar vor bem Ausbruch des englisch-irischen Krieges 1921 erinnert.
Inzwischen versäumt die Regierung selbst kein Mittel, um Öen Kamps mit London zu verschärfen.
diesen Tagen wird der neue 6 ü ö n> e |t * deutsche Großsender am Heiligenstock bei Frankfurt in Betrieb genommen werden. Der neue Sender hat die zehnfache-Leistung des alten Senders noch zwei Aufnahmen, die wohl und wird künftig auf Welle 259,3, statt bisher esse begegnen bürsten.
Dublin, Ende August 1932.
Dublin unterscheidet sich in nichts von einer englischen Großstadt. Und ber Deutsche, zu zu Besuch nach Irland, der „grünen Insel" kommt, wird vorläufig die Vorstellung nicht los, daß er sich auch hier im britischen Mutterland befindet. Zu- mindest in der Stadt ist das gesamte Leben vom englischen Beispiel bestimmt. Und die engen wirtschaftlichen Bande, welche England und Jr- land verbinden, machen sich auch draußen im Lande, wo dem tieferen Beobachter bald ber grundlegende Unterschied der beiden Nationalcharaktere vor Augen tritt, bemerkbar. Wer jedoch glaubt, zwi- scheu dem Engländer und dem Iren bestünde ein ähnliches Verhältnis wie etwa zwischen einem Niedersachsen und einem Bayern, der ist im Irrtum. England und Irland haben niemals eine gemeinsame Geschichte gehabt. Und vollends die letzten zwanzig Jahre haben die beiden Völker in einem Maße sich entfremdet, das ohne Beispiel in der neueren Geschichte ist. Der Freistaat Irland mit seiner Hauptstadt Dublin, die außer einem un- gewöhnlich schönen Park, dem Phönix-Park, nur oorstadtähnliche Straßen aufzuweisen hat, möchte s e I b st ä n d i g werden. Er möchte es nicht so, wie ftanaba und Austratten selbständig sind. Irland will die bedingungslose Freiheit. Irland möchte ein von England absolut losgelöster und ohne Einschränkung souveräner Staat werden. Hier liegt das Kernproblem des irisch-englischen Gegensatzes, der im Krieg zu einer unmittelbaren Bedrohung Englands selbst geworden war und sich in den ersten Jahren nach Friedensschluß in schweren Bruderkämpfen entladen hat.
Selbst die Kanadier französischer 21bOarmnung sehen in sich loyale Untertanen Seiner Britischen Majestät, des Königs Georg V. Südafrika und Australien werden nie daran denken, auch wenn noch soviel Zukunftsromane davon orakeln, sich mit Waffengewalt gegen England zu empören. Irland aber hat oft genug bewiesen, daß es in der Wahl ferner Freiheilsmittel keine Grenzen kennt. Ließe sich ein historischer Vergleich ziehen, so könnte man die jetzige Stellung Irlands noch am ehesten mit der Stellung der Vereinigten Staaten vor der Erhebung zum Unabhängigkeitskampfe vergleichen. Aber wo Öen Vereinigten Staaten unabsehbare Hilfsmittel zur Verfügung standen, ist Irland in sich selber nicht einmal geschlossen.
Cs gibt nämlich nicht nur ein Irland, sondern deren zwei. Cs gibt Öen katholischen Freistaat Ir 1 anö mit feiner Hauptstadt Dublin, welcher ber Träger öes Llnabhängigkeitskampfes gegen Englanö ist, unö es gibt Öen Ulster- Staat mit öer Hauptstaöt Belfast, öer über» toiegenö llch zum Protestantismus bekennt. Dieser nordirifche Ulster-Staat weist eine reiche Bevölkerung auf. öie von Englanö nicht mehr verlangt, als öie gleichen Rechte, öie Öen Dominions gewährt wurden. Der arme Freistaat dagegen, dessen Devöllcrung im letzten Jahrhundert Öen Hauptstamm Öer- amerikanischen Einwanderung öarftellte, kämpft um seine staatliche Freiheit. Zwischen öiefen beiten irlänöifchen Staaten herrscht zwar im Augenblick Ruhe, es sinö jedoch noch keine zehn Jahre her, daß die Flammen des Bürgerkrieges ganz Irland zu verschlingen drohten. Der südliche Dubliner Freistaat ist heute ber Angreifer gegenüber bem Rorben. Minister- präfibent b e Valera verfolgt ein boppeltes Ziel. Er möchte feine Freiheit von England durch die Einverleibung des Ulster-Staa- t e s krönen. Lind wo ihm dies unmöglich erscheint, möchte er den Lllster-Staat kn die gemeinsame Fronde gegen London e i n- beziehen. Alle Reden der letzten Zeit schmei-
Irland, die britische Achillesferse
Von unserem v-Derichlerstatter.
Stadtvorstand in Alsfeld.
Alsfeld, l.Sept. In der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes kam der Voran- fchlagderOberrealfchulefürdas Rechnungsjahr 1'933 zur Vorlage. Als Zuschuß der Stadt ist ein Betrag von 28 573 Mark, gegen 26 426 Mark im Vorjahre vorgesehen. Die persönlichen Kosten betragen insgesamt 105 568 Mk., die sachlichen Kosten 9155 Mark: die letzteren sind um 1000 Mark gekürzt worden. Der erhöhte Zu- schuß der Stadt für das Rj. 1933 erklärt sich aus der Wictercinnahme an Schulgeld und aus einer Erhöhung der persönlichen Kosten durch die termin- mäßigen GehaltsausrückunLcn. Der Voranschlag wurde in der oorgclegten itorm genehmigt.
Eine längere Debatte entspann sich über die anderweitige Unterbringung des «tadtarchios und des Archivs des Geschichts- und Altertumsvereins. Infolge Differenzen zwischen dem Stadtarchivar, Oberreallehrer Dotter, und dem Vorstand des Geschichts- unb Altertumsoereins war eine räumliche Trennung der seither gemeinsam untergebrachten Archivbestände angeregt worben. Eine Beschlußfassung der schon längere Zell schwebenden Angelegenheit konnte jedoch noch nicht erfolgen, da eine in ber Sitzung bekanntgegebene neue Eingabe bes Stabtarchivars Anlaß zu näherer Aufklärung gab. Die Angelegenheit würbe daher an den Bauausschuh zurückverwiesen.
Das Großfeuer in Aidda.
A H ib b a , 1. Sept. Durch das Großfeuer, bas in der letzten Rächt das Hintere ßagerge» bäube ber Möbelfabrik Ringsha u- fen (Inhaber Friebr. Reuning) zerstörte, wurden u. a. auch 30 Schlafzimmereinrichtun- gen unb rund 7 00 Radiokästen vernichtet. Tie Möbel sollten in ben nächsten Tagen »ur Ablieferung kommen. Zum Glück war es wind- ftill, so daß bie Feuerwehren bie Flammen auf ihren Herb beschränken konnten. Die Gerichts- unb Polizeibehörben weilten heute an der Brandstelle, um die Entstehungsurfache des Brandes aufzuklären. (Wie wir hierzu von ber Landeskriminal- polizeistelle Gießen hören, kommt Brandstiftung nicht in Betracht, dagegen bürfje nach bem Urteil von sachverständiger Seite wohl Kurzschluß bie Ursache des Drandunglücks fein. D. Red.).
Mfsions-Zahrestagung in Laubach.
) ( Laubach, 1. Sept. Am Sonntag, 11. September, unb Montag, 12. September, hält bet Hessische Landesverein für Innere Mission unb ber Landesverbanb ber Inneren Mission in Hessen seine dies- jährige Iahresversammlung hier ab. Die Tagung wirb am Sonntag eingeleitet burch einen Festgottesbienst, in bem Direktor Röhricht, . Darmstabt, bie Festprebigt halten wirb. Ein Fest- ' kindergottesbienst unter Leitung von Stadtpfar- rer Schmidt, Schlitz, schließt sich an. Rachmittags ist ein Misfionsfest auf öem Ramsberg mit Pfarrer Wagner, Darmstadt, unb Pfarrer Deith, Seeheim, als Festrednern vorgesehen. Am Montag findet die Iahresversammlung im Rathaussaal statt. Rach einer Morgenanbacht (Pfarrer Römer, Schotten), ben üblichen Iah- res- unb Einzelberichten über ben ©tanb der Gemeindepflegestationen, der Kleinkinderschulen und ber Fürsorgeerziehung in Hessen unb einer geschlossenen Mitglieberversommlung werben am Rachmittag Regierungsrat Dr. B u e s vom Arbeitsamt in Gießen, sowie Lantech ugendwart Grüber, Wiesbaben, über „freiwilligen Ar- beitsbienst unb bie Mitarbeit ber evangelischen Kirche" sprechen. Alle Freunbe ber Inneren Mission sinb zu diesen Veranstaltungen einge- laben.
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Sonntag, bem ieDtember.nacfi' taMß.OO (15.001 c, äamilietmue« znachderstarlS' wozu wir im- e Mitglieder mit en Angehörigen )reunb.einlaben. )48 DerVorslind. IIIIIIIIIIIINIIIIIIIIIIIIIHH
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