Ausgabe 
1.9.1932 Erstes Blatt
 
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B.

Welch eine Pflanze trägt im Frühling ihren Samen, Da ihre Blüten erst hervor im Herbste kamen? Die Zeitlos' ist hierin der Blumen Widerspiel, Daß sie am Anfang ist, wo jene sind am Ziel. (Rückert.)

Gictzcner Wochenmarktprc-.se.

Gießen. 1. Sept. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130 bis 140, Landbutter 130, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 8, rote Rüben 8, Spinat 20, Römischkohl 8, grüne und gelbe Dohnen 15 bis 20, Unterkohlrabi 5 bis 6, Tomaten 8 biS 10, Zwiebeln 10, Kürbis 5 bis 6, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln 3,5, Frühäpfel 15 bis 30, Falläpfel 5 bis 6, Dirnen 15 bis 25, Dörrobst 30 bis 35, Zwetschen 20, Mirabellen 25, Rcineklauden 20, Pfirsiche 30 bis 50, Brombeeren 20 bis 25. Preißelbeeren 25 bis 30, Honig 40 bis 45, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 Lis 80; das Stück: Käse 5 bis 10, Eier 9, Dlumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salat­gurken 10 bis 20, Einmachgurken 2 bis 3, En­divien 10 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 bis 25; das Dund: Radieschen 8 bis 10 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3 Mark.

Bornotizen.

Tageskalendcr für Donnerstag: Hausfrauenberatung, 20 Uhr, Einhorn, Wieder­beginn der Arbeit-abende, Lichtbildervortrag über So wollen wir wohnen und wirtschaften". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Schanghai-Expreß".

Rektoratswechsel an der Landes- Universität. Don der PressesteUe der Uni­versität Gießen wird mitgeteilt: Der neue Rektor unserer Universität, o. Prof. Dr. med. Adolf 3c ß, hat heute die Amtsgcschäfte des Rektorats über­nommen.

Vorsicht beim Drachen st eigen! Die Zeit ist jetzt wieder gekommen, in der sich die Kinder mit dem Steigenlassen von Drachen ver­gnügen. 3n den letzten Jahren ist es dabei wie­derholt vorgekommen, daß Drachen an Hoch­spannungsleitungen hängcngeblieben sind. Dadurch können schwere, leicht tödliche Unfälle oder De- triebsstörungen entstehen. Die Eltern mögen ihre Kinder belehren, wie gefährlich es ist, Drachen in der Rähe von Hochspannungsleitungen steigen zu lassen, und daß keinesfalls der Versuch ge­macht werden darf, etwa hängengebliebene Dra­chen von einer Leitung herunterzuholen oder an der Schnur weiterzuziehen. 3n solchen Fällen muß umgehend die Polizei verständigt werden, die für die Beseitigung des gefährlichen Zu­standes sorgen wird.

" Kündigung des Lohntarifs inder Metallindustrie. Der Arbeitgeberverband hat den Lohntarif für die Metallindustrie in

Nachrichtenwesens, dessen Organisator er ist, Dor- zügliches geleistet. DaS Auftreten und dre Ar­beiten des sehr gewissenhaften, umsichtigen und sehr zuverlässigen Beamten waren stets au_6gc- zeichnct. Gerade auf dem vorgenannten Tätig- kcrlvgeoiete hat sich Krinrinalinspektor la« gold sehr große Verdienste erworben, da er es in ganz hervorragendem Maße verstand, die oft sehr schwierigen und ein großes Maß von Takt und Sicherheit verlangenden politischen An­gelegenheiten zu bearbeiten. Infolge seiner außer­ordentlichen Schaffenskraft und nimmermüden Tätigkeit, verbunden mit seiner jederzeit gleich- bleibenden Zuvorkommenheit, erfreut er sich bei allen Vorgesetzten, seinen Kollegen und Unter­gebenen der höchsten Wertschätzung. Auch das Publikum, mit dem Kriminalinspektor M a g o l d infolge seiner dienstlichen Tätigkeit vielfach in Berührung kam, schätzt diesen allseits beliebten Beamten. In seinem neuen Wirkungskreis, der ebenfalls hohe Anforderungen an ihn stellt, wird ihm alk« Gute gewünscht.

Oie Herbstzeitlose.

Wenn der unfreundliche Herbstwind über die Stoppelfelder streicht und am Wegrand noch zu vielen Tausenden die Röslein der Wegwarte blühen, dann erscheint auf den Wiesen förmlich über Rächt die Herbstzeitlose. Sie ist für uns Men­schen der letzte und damit der Scheidegruß der Blumenwelt. Mit großer Härte scheint die sonst so gütige Mutter Natur dieses zarte Blümchen zu behandeln. Wenn nämlich im absterbenden Herbste die kalten Nebel oft tagelang die Sonne verschleiern, wenn der Herbstwind über die kahlen Felder und Wiesen fegt, dann kommt die nackte Blüte aus dem Boden hervor. In ihrer blaßroten, violett ange­hauchten Farbe erscheint sie wie vor Kälte erstarrt. Wo ist ihr schützendes Laubdach? Vergebens ist nach ihm zu suchen. Noch nicht einmal ein Kelch schließt sie ein. Nur eine nackte lechszipflige Blumenkrone, in der sich ebenso viele Staubgefäße und drei bis zur Knolle reichende Stempel entfaltet haben, reicht über die Erde. Ihr Dasein ist nur zu kurz bemessen. In ihrer zarten Gestalt strahlt sie zwar in leuchtender Farbe, und dennoch gelingt es ihr nicht, Insekten zum Zwecke der Bestäubung und Be ruchlung anzu­locken. Bekanntlich ist die Herbstzeitlo e in allen ihren Teilen giftig. Das Vieh verschmäht d e großen fetten Blätterbüschel, die im Frühjahr auf den Wiesen in Menge wachsen. Die Kinder, die von der Prachtent­faltung dieser Blume leicht angelockt werden, sind zeitig auf diese Giftpflanze hinzuweisen und dadurch vor Schaden zu bewahren.

Und dennoch ist fiejeit alten Zeiten ein Freund und Wohltäter der Menschen geworden. Das der Herbstzeitlose innewohnende Gift, Colchiein genannt, wird in der Hand des Arztes zu einem wirksamen Heilmittel gegen dasPodogra", jene hartnäckige Fußgicht. In Zeiten, da die furchtbare Pest wütete und hauste, trug man die Knolle der Pflanze an einer Schnur um den Hals, wodurch man sich vor der schrecklichen Krankheit geschützt glaubte. Auch der Volksglaube spricht heute noch davon, daß ein recht strenger Winter zu erwarten sei, wenn die Herbst­zeitlosen in großer Zahl auf den Wiesen blühen.

Oberhessen und im Lahngau zum 30. September gekündigt.

Kraftpost-Gesellschaftsfahrt in denTaunus. Am kommenden Sonntag veran­staltete die Reichspost wieder eine der beliebt ge­wordenen Sonderfahrten, die diesmal die Teilneh­mer in den Taunus und in die Taunusbäder füh­ren wird. Die Fahrt beginnt um 8 älhr an der Hauptpost in Gießen, führt zunächst nach Ufin­gen, hierauf nach der Eaalburg; weitere Aufent­halte sind vorgesehen in Königstein, ferner in Fal­kenstein, schließlich noch in Bad Homburg und in Bad-Rau heim. RähereS ist aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich.

* Eine männliche Leiche wurde heute früh auf dem Bahnkörper der Strecke GießenGeln- laufen im Wald nahe den Gailschen Tonwerken auf- gefunden. Dem Toten war der Kopf abgefahren. An» scheinend handelt es sich um Selbstmord. Die Er­mittlungen der Polizei haben ergeben, daß es sich um einen jungen Mann aus Watzenborn-Steinberg handelt.

Konzert in den Kliniken. Am vori­gen Sonntagvormittag erfreute der Posaunenchor von Lich die Patienten und das Personal der Ehirurgischen, der Frauen-, der Medizinischen und der Hautklinik, der Rervenklinik und der Heilstätte Seltersberg durch den Vortrag geist­licher Lieder. Auch vor dem Evangelischen Schwe­sternhaus wurden einige Lieder geblasen. Dank­bar nahmen die Zuhörer den seltenen Sonntags- grüß auf.

Vezirtsschöffengericht Gießen.

'Gießen, 31. Aug. Ein ungetreuer Vormund, der seinem Mündel einen erheblichen Geldbetrag unterschlagen hat, erhielt wegen Untreue eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten.

Ein wegen Diebstahls bereits vorbestrafter Schuhmacher wurde wegen Unzurechnungsfähig­keit freigesprochen. Rach dem Gutachten des Gerichtsarztes ist er schwachsinnig, dabei ge­meingefährlich. Er wird voraussichtlich dauernd in einer Anstalt verwahrt werden.

Ein Jahr Gefängnis wegen Ein­bruchsdiebstahls im wiederholten Rückfall erhielt ein Autoschlosser, der bei einem Post­

stelleninhaber eingebrochen und Postwertzeichen gestohlen hat. Den Diebstahl, bei dem er ertappt wurde, gab er zu. wollte aber durch die unver­schlossene Tür ins Haus gelangt und nicht ein- gestiegen sein. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Tür verschlossen war; auch hatte der Ange­klagte, als er beim Diebstahl betroffen wurde, selbst erklärt, durch das Fenster eingestiegcn zu sein.

Gießener Jugendgericht.

Ein jugendlicher Arbeiter, der bei einem aus­wärtigen Schmiedemeister in Arbeit stand, wurde von diesem wegen seines Verhaltens entlassen. Als ihm der Koffer gepackt wurde, steckte in die­sem ein Messingkranen, den der Junge entwen­det hatte, um ihn zu Hause zu verwenden. Er hat außerdem dem Sohn seines Meisters eine Taschenuhr entwendet. Das Urteil lautet wegen dieser beiden Diebstähle auf eine Gesamtge - fängnisstrafe von einer Woche. Die Strafvollstreckung wurde ausgesetzt und die Be­währungsfrist auf vier Jahre festgesetzt. Gleich-- zeitig wurden Erziehungsmaßrcgeln angeordnet, deren Auswahl der Vormundschaftsrichter tref­fen wird.

Zwei junge Leute, die in der oberen Frankfur­ter Straße wohnen, hatten Strafbefehle erhalten, weil sie sich dort am 15. Juni d. 3. an einem zur Anzeige gebrachten ruhestörenden Lärm be­teiligt haben sollten. Beide bestritten ihre Mit­schuld. Ein Zeuge erklärte, daß der von jungen Leuten dort fast an jedem Abend verursachte Spek­takel fast unerträglich gewesen sei. Ein Student sei deshalb bei ihm ausgezogen, weil ihm das geistige Arbeiten unmöglich gemacht worden sei. An jenem Abend habe sogar eine von einem ewi­gen Unruhestifter verursachte Schlägerei ftattge- funden. Bei der weiteren Deweisaufnahme stellte es sich heraus, daß dieser Rohling seinem Geg­ner so stark die Gurgel zugedrückt hatte »die Luft abgestellt" - -, daß dieser sogar Blut speien muhte, und daß beide Streitenden von dem einen der beiden Mitangezeigten getrennt worden sind. Den beiden Angeklagten konnte eine Beteiligung an dem ruhestörenden Lärm nicht nachgewiesen werden und es erfolgte deshalb Frei­sprechung.

Obecheffen.

man bis heute noch keinerlei Spur ent­deckt.

Kreis Schotten.

Laubach. 31. Aug. Auf Veranlassung des Kreisgesundheitsamts Schotten wurde im Physik­saale der hiesigen Realschule vor den Lehrern deS Laubacher Bezirkes von dem Leiter der Orthopä­dischen Klinik in Gießen, Prof. Dr. Pitzen, ein Vortrag über gesundheitförderndes Turnen der Schuljugend gehalten, wo­bei auch praktische Turnübungen vorgeführt wur­den. Für die lehrreichen Ausführungen dankte Lehrer Dechthold - Laubach namens seiner Kollegen. Seit einigen Tagen geht in Laubach das Gerücht von einer Auslösung der Dahn-Personalstation um. die eine spä­tere Versetzung des hiesigen Lokornotiv- und Zug­personals zur Folge haben würde. Don maßge­bender Stelle ist man bereits bei der ReichS- bahndircktion in Frankfurt vorstellig geworden, um keine für Laubach nachteilige Veränderung hin­sichtlich des Dahnpersonals eintreten zu lassen.

Wettervoraussage.

Der Luftdruck ist über dem Festlande weiter an­gestiegen. so daß sich das Hochdruckgebiet verstärkt und östlich über Deutschland ausgcbreitet hat. Die dabei zugeströmte kühle Ozeanluft verursacht zu­nächst noch Dewölkung. die aber unter dem Ein­fluß des hohen Druckes nach und nach verschwin­den wird. Die Schönwetterlage wird jedoch nicht von langer Dauer sein, denn über Island hat sich ein kräftiges Tiefdruckgebiet entwickelt, dessen Ausläufer über den britischen 3nseln schon ver­breitete Riederschläge verursachten. Eine Staffel warmer Ozeanluft schreitet ostwärts vor und wird auch bei uns Temperaturanstieg und späterhin Wolkenaufzug mit vereinzelten Riederschlägen be­wirken.

Aussichten für Freitag: Vorerst viel­fach aufheiternd, trocken, später Bewölkungszu­nahme und aufkommende Riederschläge, wärmer.

Aussichten für Samstag: Bewölkt mit Aufheiterung, vereinzelte Riedcrschläge, warm.

Lufttemperaturen am 31. August: mittags 21,4 Grad Celsius, abends 15 Grad; am 1. September mor­gens 13 Grad. Maximum 22 Grad, Minimum 10,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. August: abends 21 Grad; am 1. September: mor­gens 17,2 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 6% Stunden.

Bataillonsübung der Gießener Reichswehr bei Laubach.

Laubach, 1. Sept. (Eigener Drahtbericht.) Gestern mittag gegen 12 Uhr, rückte das Gieße­ner Bataillon au einer Gefechtsübung im Gelände zwischen Harbach unirLau- b a ch aus. Nach einem zirka 18 Kilometer langen Marsch, der über Oppenrod und Hattenrod führte, wurde gegen 15 Uhr bei Harbach nach kriegsmäßiger Rast Gefechtsstellung eingenommen. Von hier aus fetzten sich die Truppen zwischen Ettingshausen und Quetfborn zum An­griff auf die Höhe nördlich von Wetter seid in Bewegung. Inzwischen hatte sich eine große Zu­schauermenge in dem Uebungsgelände und insbeson­dere auf der sog. Hohen Straße zwiscken Münster und Grünberg eingefunden. Das Gefecht nahm den vorgesehenen Verlauf und wurde kurz nach 18 Uhr an der Straße We11erfeld Lauter abge­schlossen. Gegen 19.15 Uhr traf das Bataillon, über Wetterfeld kommend, vor den Toren des schön be­flaggten Städtchens Laubach ein. Sodann fand ein Durchmarsch des Bataillons unter Dorantritt der Kapelle durch die Stadt, durch das Schloß und den Schloßgarten nach dem Gombachgelände statt, wo friedensmäßiges Biwack bezogen wurden. Meh­rere tausend Zuschauer aus Laubach und der nähe­ren und weiteren Umgebung hatten sich zu diesem für unsere Gegend seltenen Ereignis eingefunden. Bald wurden die Zelte aufgeschlagen und die Feld­küchen traten in Tätigkeit, während die Kapelle konzertierte. Die Pferde wurden in der Stadt unter­gebracht. Um fünf große Lagerfeuer lagerten die Soldaten und fangen lustige Biwacklieder. Nach weiteren von der Kapelle gespielten Konzertstücken dankte der Kommandeur des Bataillons, Oberstleut­nant K l e p k e , der Stadt Laubach und der Um­gegend für den überaus freundlichen Empfang. Er fand auch besondere Dankesworte gegenüber Seiner Erlaucht dem Grafen Georg Friedrich zu Solms-Laubach für die von ihm zum Ge­lingen des Biwacks bekundete Großzügigkeit. Nach einigen schönen Gesangsvorträgen der Gesangsabtei­lung des Bataillons spielte die Musik gegen 23 Uhr zum großen Zapfenstreich auf. Zum Schluß stimmte die Zuschauermenge begeistert in das Deutschland­lied ein. Allmählich verliefen sich dann die unzäh­ligen Schlachtenbummler. Heute früh gegen 5.30 Uhr wurde das Bataillon zur weiteren Gefechtsübung in südwestlicher Richtung alarmiert. Es marschierte bald darauf in der Richtung Nonnenroth Lich ab.

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 31. Aug. Heute gegen 10.30 Uhr ereignete sich an der unübersichtlichen Kreuzung der Bachstraße, der Brauhaus- und der Gießener Straße ein V e r k e h r s u n f a 11. Ein Personen­kraftwagen des Elektrizitätswerkes Gießen fuhr mit einem Motorrad zusammen. Der Führer des Mo- torrades, Förster Gerhard Schröder von Atzbach, wurde mitsamt seiner Soziusfahrerin vom Rade geschleudert, und beide ,st ü rz t e n heftig zu Boden. Die Verunglückten erlitten nicht unerheb­liche Kopf- und Armoerletzungen, so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Nach erster Hilfeleistung wurden beide nach Atzbach ge­bracht. Die Ursache des Unfalles ist noch nicht völ­lig aufgetlärt; die polizeilichen Ermittlungen sind

31. Aug. Der Landwirt Karl Burk, Sohn des Bürgermeisters K. Burk, stürzte heute vormittag so unglücklich vom D r e s ch m a s ch i nenwagen, daß er einen

Schädelbruch erlitt Kurz nach dem Unfall kam er wieder zu vollem Bewußtsein. Hoffent­lich ist es ihm vergönnt, den schweren Unfall ohne Rach teile zu überstehen.

0 Holzheim, 31. Aug. Das Innere der hiesigen geräumigen Kirche wird, anläßlich ihres 300jährigen Bestehens, gegenwärtig gründ­lich erneuert. Rachdem im vorigen 3af>re sämt­liche Fenster und Türen ausgebessert und ge­strichen wurden, sind jetzt die hiesigen Weiß­binder daran, Wände und Decke zu weißen. Da­durch kommen die zwölf zum Teil sehr großen farbigen Stuckarbeiten viel besser zur Geltung. Zur Bestreitung der unbedingt notwendigen Er­neuerungsarbeiten hatte der Kirchenvorstand von den Ortseinwohnern Beträge zeichnen lassen, die aber nur einen Bruchteil der entstehenden Un­kosten zu decken vermögen. Da das Gotteshaus unter Denkmalschutz steht, ordnete Geheimrat W a l b e - Darmstadt an, daß die zahlreichen Ma­lereien an den Brüstungen der südlichen unö west­lichen Emporbühnen, die vor 3ahren überstrichen worden waren, freigelegt wurden. Sie stammen sehr wahrscheinlich aus dem 3ahre 1632 und zei­gen ausschließlich Blumen und Früchte. Zu allem Ueberfluß waren sie mit je zwei anderen Bil­dern bedeckt. Unten an den Emporebrüstungen kamen nach der Entfernung des alten Anstrichs Schriftzeichen zum Vorschein. Da sie jedoch un­leserlich waren, brachte man an ihrer Stelle auf schwarzem Grunde das Glaubensbekenntnis an. Auch die Malereien und die mächtigen goti­schen Fenster wurden aufgedeckt. Bei der Orgel wurden zwei neue Bilder in Uebereinstirnmung mit denen auf dem 3nftrument angebracht. Die Holzfäulen wurden marmoriert und die oberen Leisten der Kirchenstühle schwarz gestrichen. Diese Arbeiten lagen in Händen des Kirchenmglers Veite- Darmstadt. Auf dem Speicher fand man einen verfallenen, hölzernen Schalldeckel, dem jetzt der Dlechdeckel über der Kanzel weichen muß. Leider fehlen für die Anlage einer modernen Heizung, die schon in vielen Kirchenvorstands- sihungen zur Aussprache stand, die nötigen Mittel. Aus dem gleichen Grunde konnte auch der Turm, den die politische Gemeinde unterhält, nicht ver­putzt werden. 3nfolge der Erneuerungsarbeit mußten seither die Gottesdienste auf dem Kir­che nplahe stattfinden.

Lich, 1. Sept. Rach einer Operation ver­starb gestern der in allen Devölkerungsschichten unserer Stadt und der weiteren Umgebung be­stens bekannte Arzt Dr. med. Roth von hier. Reben seiner ausgedehnten ärztlichen Praxis, durch die der Verstorbene in vielen Familien von Lich und älmgegenb in hohem Maße GuteS für die leidende Menschheit tat, hat er sich auch als Mitbegründer und Kolonnenarzt der hiesigen Freiwilligen Sanitätskolonne, ferner nach der Einrichtung des hiesigen städtischen Kranken­hauses als dessen leitender Arzt große Ver­dienste um die Allgemeinheit erworben. Wegen seiner hervorragenden menschlichen Eigenschaften, seiner sympathischen Wesensart und auch infolge seines ärztlichen Könnens wurde ihm in Stadt und Land ein hohes Maß von Wertschätzung zuteil.

~ Lich, l.Sept. Die Veruntreuungen des früheren Stadtkassengehilfen Fritz Jung, die am 9.3uni aufgedeckt wurden und 3ung zur Flucht veranlaßten, belaufen sich nach dem Er­gebnis der bisherigen Feststellungen auf runb 2000 Mark. Die Untersuchung ist noch im Gange. Don dem ungetreuen jungen Manne hat

Gewinnauszug

5. Klass« 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie.

Ohne Gewähr Nachdruck verboten

19. Ziehungstag 30. August 1932

3n der heutigen Vormittaasziehung.wurden Gewinne über 400 M. gezogen

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich

hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer

auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H

2 ®«tolnnt ! 100000 M. 345043

6 Gewinne gu 10000 W.

8 ®ewiane ju 6000 W.

264295

28 ®ttolnne m 3000 M.

23215

18149

294615 67694

333399 170294

45481

63963

111104

116766 136738 143875

183677

267482

305154

312986 317748 329367

66 ®t»innt tu 2000 M.

363241

67034

393497

73363

76482

107223 108188 137189

152341

167538

170786

188494 196797 205671

232340

234705

240155

266910 275093 301585

320145

320236

328154

330833 335647 346695

396359

126 Sevivne ,n 1000 TL

352837

354635

393990

3430 4294 13717

24176

27132 29691 30814 44978 65557 76656 80557 80920 88525 91322 92706 92745 100289 106088 109854 111926 129380 130417 133898 142873 151411

154764 163130 169178 170082 188702 197816

203978 210477 218727 222835 228156 232639

236786 238203 240701 240743 255602 256335

265621 271809 291621 295610 304472 306377

315860 318844 321494 331882 336593 348179

350559 352021 379424 381796 382411 388350

391319 393617

190 ®ctDtnn« |e 500 TL 4075 4196 5638 6681

10499 32410 38385 45293 60927 62548 65594 68359 68613 74408 75870 76171 77688 85695 86673 89286 89618 95449 98407 98914 101630 103084 110197 110983 114361 117702 122345 127906 131326

135622 152937 158335 165998 167082 169924

171547 192908 194209 194341 195965 198630

204362 204603 204747 205542 206504 215819

226393 228980 234459 240367 243114 248045

248696 252044 260849 263714 266847 267753

278417 285538 293094 296570 303211 308209

309110 310346 312214 313848 320899 325688

326032 332444 335155 335829 337564 337805

339701 342747 346941 347349 363883 368571

375212 376893 381709 383114 387840 389836

395074 395701

In der heutigen Nachnnttagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

6 »eetest »u. 10000 TL 13628 175380 243115

10 »ttmnn- hi 5000 TL 15731 211821 287469

361910 381656

22 «ttoinnt ,u 3000 OH. 6710 36167 77883 113483 169465 216534 258774 260520 275698 370731 381182

50 Gewinn« m 2000 TL 1078 19163 47869 51990 60478 66740 86824 110972 118864 121107 123910 132325 144981 148822 182447 208281 280261 293185 327142 331942 335110 346323 358290 386993 394449

92 Gewinn« »o 1000 fflL 18644 24439 53735 62968 69609 82390 83045 96522 111244 120967 121771 128653 132169 134140 135099 135540 145013

152739 175475 204285 204843 217206 235082

239531 242523 245363 246963 262254 286724

293558 293890 294508 296925 306146 307009

334996 338651 344334 345542 349426 360409

366097 368646 376410 395810 396186

132 «ttomne >u 500 OT. 4141 6302 12453 25188 27884 32185 39103 40149 47690 51686 58012 59694 60716 66778 81023 82608 89870 105940 106167 116549 135441 137285 143899 143964 151359

152054 157042 157114 161187 162195 177217

189320 193837 202289 211459 213224 217615

217982 230232 246209 254479 262211 267463

273604 278281 280033 281810 286194 295847

305426 310505 317747 323430 328929 333230

341737 341767 345669 357446 377845 381545

382359 382564 392790 393035 396728

Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 100 Schlußprämien zu je 3000, 2 Ge­winne zu je 200000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 14 zu je 25000, 66 zu je 10000, 164 zu je 5000, 318 zu je 3000, 950 zu je 2000, 1912 zu je 1000, 3316 zu je 500, 10058 zu je 400 TL

SCHWARZKOPF EXTRA-BLOND

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