Stockheim wurde mit Wirkung vom 1. Juni ab zum Gendarmeriemeister ernannt.
Forstperfonalie. Der Förster Heinrich Welker zu Herchenhain wurde mit Wirkung vom 1. 3uli ab in gleicher Diensteiaenschaft in die Försterei Gehspitz des Forstamts Kelsterbach versetzt.
** Zur Cdertalsperre veranstaltet die Hamburg-Amerika-Linie, Gießen, am kommenden Sonntag eine Gesellschaftsfahrt, und zwar von Gießen bis Marburg mit der Bahn, von Marburg mit Gesellschaftsautos entlang dem Edersee über Herzhausen, Böhl nach Waldeck, Besichtigung von Schloß Waldeck, gemeinsamer Mittagstisch in Waldeck, Motorbootfahrt auf dem Edersee, sowie Besichtigung der Sperrmauer und des Staubeckens. Bon hier fährt der Autobus nach Bad Wildungen, dort Besichtigung und Besuch des Kurkonzertes. Die Rückfahrt erfolgt ab Bad Wildungen um 19 Uhr, die Ankunft in Gießen um 22 Uhr. Der Sonderpreis stellt sich auf 9,35 Mark pro Person. Darin sind die Bahnfahrt von Gießen und zurück, sowie die Auto- und Motorbootfahrt eingeschlossen. Man beachte die heutige Anzeige.
** ,.Die Heimat". Gestern nachmittag und abend lief im Lichtspielhaus Bahnhofstraße ein Film, der die Schönheiten unserer deutschen Heimat zeigte, Die Besucher wurden im Geiste zuerst an die Wasserkante geführt, an die brausende Rordsee, in die Paradiese der Rordsee- bäder und nach Helgoland. Aufnahmen aus den Watten offenbarten den hohen Reiz der Rordsee zu Zeiten der Ebbe. Der Film führte weiter nach Hamburg, an den betriebsamen Hafen und an die wesentlichsten Punkte der Stadt. Auf der weiteren Reise quer durch Deutschland lernte man einige kleine Städtchen kennen, Hildesheim und Goslar, den Harz in all seiner mannigfaltigen Schönheit, die insbesondere in den Aufnahmen von dem wildromantischen Dodetal großartige Eindrücke hinterließ. Richt weniger schön waren die Bilder aus dem Riesengebirge, das sich in seiner ganzen Weite vor den Augen des Beschauers breitete und dabei doch so viel Schönheiten im einzelnen erkennen ließ. Der Schwarzwald war ebenfalls in einigen charakteristischen Bildern festgehalten, und den Abschluß des Films bildeten zum Teil sehr gut gelungene Aufnahmen aus den bayerischen Bergen, von Garmisch- Partenkirchen, von Mittenwald, von der Zugspitze usw. War der Film auch nicht neuesten Datums und ließ die technische Behandlung der Bilder verschiedentlich etwas zu wünschen übrig, so konnte man doch den Eindruck gewinnen, daß es in Deutschland so viele Schönheiten gibt, welche die Sommerreise in das Ausland völlig überflüssig machen.
Regierung und Gteueranteilzahlungen. Eine Erklärung des Kreisamis Friedberg.
Friedberg, 30.Juni. (WSN.) Zu der Meldung über die bevorstehende Zahlungs- einstellung der Stadt Friedberg für d i e Wohlfahrtsfürsorge teilt das Kreis- a.m t Friedberg mit: Die hessische Regierung Hal bereits im Jahre 1930 einen Ausgleichs- ft o ck gebildet, aus dem die Gemeinden, die die Lasten der Wohlfahrtsfürsorgc aus eigener Kraft nicht mehr tragen können, Beihilfen erhalten. Jrn Kreise Friedberg erhalten aus diesem Ausgleichsstock durch unsere Vermittlung zehn Gemeinden jede Woche Beihilfen. Es liegt auf der Hand, daß die Stadt Friedberg nicht anders behandelt werden kann und auch nicht anders behandelt werden wird, wie die übrigen Gemeinden in Hessen. Selbst wenn also die Stadt Friedberg kein Guthaben mehr bei der hessischen Regierung hätte und Notgemeinde geworden wäre, müßten auch ihr Beihilfen aus dem Ausgleichsstock gewährt werden, so daß eine Gefahr dafür, daß die Wohlfahrtsunterstützungsempfänger keine Unterstützung mehr erhalten, nicht gegeben ist. Wie steht es nun mit der Zurückhaltung der Reichs steuern durch die hessische Regierung? Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, daß die Gemeinden ein Fünftel der Krisen- Unterstützung zu zahlen haben. Die Not- gemeinden und ein großer Teil der übrigen Gemeinden haben seit etwa einem Jahr keine Zahlungen mehr an die Arbeitsämter leisten können. Das Reich rechnet nunmehr die rückständigen Krisenanteile der. Gemeinden gegen die Reichssteuerüberweisungen auf. Nach unserer Kennt- nis sind in letzter Zeit über 3 Millionen Mark Krisenunterstützungsanteile hessischer Gemeinden gegen Reichssteueranteile aufgerechnet worden. Da gegen die Notgemeinden und gegen die üb r i- gen Gemeinden, die nicht zahlen konnten, nicht mehr aufgerechnet werden kann, wird (regen d i e Steuerüberweisungen der Provinzen u n d K r e i s e, die überhaupt keine Anteile für die Krisenunterstützung zu tragen haben, und gegen die Anteile der Gemeinden, die ihre Krisenanteile gezahlt haben, a u f - gerechnet. Es versteht sich von selbst, daß die hessische Regierung Reichs st eueranteile, die von der Reichsregierung aufgerechnet werden, nicht widerrechtlich zurückhalten kann. Die Kassenschwierigkeiten bei den Ländern, den Gemeinden und den Gemeindeverbänden sind in erster Linie darauf zurückzuführen, daß die Reichsregierung den Forderungen des Äädtetags, des Landgemeindetags und des Deutschen Landkreis- tags, sich an den Kosten der Erwerbslosenfürsorge mit 50 Prozent zu beteiligen, bedauerlicherweise noch nicht nachgekommen ist.
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Anmerkung der Redaktion: Die vorstehenden Darlegungen des Kreisamtes Friedberg können uns nicht ohne weiteres zu der Ansicht bekehren, daß in dem Steuerüberweisungsverfahren der Hessischen Regierung alles in Ordnung sei und die Schuld an der späten Zahlung von Steueranteilen an empfangsberechtigte Gemeinden einzig und allein bei der Reichsregierung liege. Es ist uns bekannt, daß schon seit vielen Monaten die Kommunalverwaltungen über reichlich verspätete Steuerauszahlungen seitens derRe- gierung Klage führen. Dieser unerhörte Zustand war schon in einer Zeit zu verzeichnen, in der sich die Kassenlage der öffentlichen Hand noch nicht so zugespitzt hatte, wie in den jüngsten Wochen. 2m übrigen finden wir es reichlich merkwürdig, daß das Aufrechnungsverfahren, wenn es gegen nicht mehr zahlungsfähige Gemeinden hinfällig geworden ist, an deren Stelle nun die Provinzen und Kreise und selbst solche Gemeinden treffen soll, die ihre Krisenanteile bezahlt haben. Hier scheint uns mancherlei noch reichlich dunkel und dringend aufklärungsbedürftig zu sein. Diese Aufklärung erwartet
Sie:
inter-Noihilfe-Arbett in Hessen.
Umfangreiche Spenden an Geld und Lebensmitteln.
WSR. Darmstadt, 30. Juni. Der Landesausschuh der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege legt jetzt seinen Bericht über die Winterhilfe in Hessen 1931/32 vor. Danach hatten sich zur Winterhilfe 1931/32 in Hessen zusammengeschlossen folgende sieben Berbände: die Innere Mission, der Caritasverband, das Hessische Rote Kreuz, die Israelitische Wohlfahrtspflege, die Arbeiterwohlfahrt, der 5. Wohlfahrtsverband und die Christliche Arbeiterhilfe. Die Berbände haben gut miteinander gearbeitet, störend war nur, daß vor Beginn der Winterhilfe der vereinigten Verbände in einigen Ortschaften oder Kreisen schon Sammlungen von Wohltätigkeitsorganisationen, gemeinnützigen Anstalten und Kirchen- gcmeinden in die Wege geleitet waren. Kommunistische Organisationen haben in den meisten Ortschaften getrennt von der Winterhilfe gesammelt, ebenso in vielen Orten auch nationalsozialistische.
Jndustriellen-Dereinigung, Einzelhandelsverband, Handwerker-Innungen und landwirtschaftliche Verbände haben überall in dankenswerter Weise die Winterhilfe unterstützt.
Im ganzen wurden in Hessen gesammelt bis 31. März 1932: Geld 362 367,93 Mark. Kartoffeln 22 722 Zentner im Wert von 57 262,50 Mark, Obst 2393,75 im Wert von 10 255 Mark, Getreide, Mehl, Brot 1216,24 im Wert von 13 966 Mark, Gemüse 1792,52 im Wert von 4687 Mark, Kolonialwaren 580,44 im Wert von 16 350 Mark, Fleisch. Fett 147,78 im Wert von 12 410 Mark, Eier 2200 Stück, Brennstoff 14 600 Zentner im Wert von 25 262 Mark, Kleidung, geschätzter Wert etwa 60 000 Mark, Sonstiges (Milch, Petroleum usw.) geschätzter Wert etwa 8720 Mark. Raturgemäß gingen bei den Geldsammlungen die meisten Summen in den Städten ein, so in Darmstadt 65 197.85 Mark, in Mainz 57 211,59 Mark, in Offenbach 37 402,92 Mark,
in Gießen 20 818,95 Mark, und in Worms 55 064,13 Mark. Aber auch einige Landkreise haben erhebliche Geldeinnahmen aufzuweisen: so Offenbach-Land 28 206,07 Mark, Bensheim 16146,85 Mark, Groß-Gerau 13 277 Mark und Darmstadt-Land 12 165,98 Mark. In den Landkreisen brachte an Stelle dessen natur
gemäß die Lebensmittelsammlung größere Ergebnisse, so z. B. an Kartoffeln im Kreis Oppenheim 3096,24 Ztr., im Kreis Friedbevg 2226,58 Ztr., im Kreis Bensheim 1884,20 Ztr., im Kreis Mainz 1504 Ztr., im Kreis Groß-Gerau 1415 Ztr., im Kreis Lauterbach 1350 Ztr., im Kreis Alsfeld 1320 Ztr. und im Kreis Dieburg 1245,82 Ztr. im Gesamtwert von 34 044 Mark.
Bei der Obstsammlung erzielten die größten Beträge die Kreise: Erbach mit 496 Ztr., Dieburg mit 339,50 Ztr. und Oppenheim mit 235,36 Ztr. im Gesamtwert von 4523 Mark. Bei der Gemüsesammlung die Kreise: Friedberg mit 243,78 Ztr., Oppenheim mit 189,60 Ztr., Alsfeld mit 172 Ztr., Groß-Gerau mit 143,40 Ztr., Schotten mit 143 Ztr. und Dingen mit 130 Ztr. im Gesamtwert von 2294 Mark. An Kolonialwaren lieferten wieder die Städte am meisten und zwar: Darmstadt mit 19 519 Kg., Worms mit 2892 Kg., Mainz mit 800 Kg. im Gesamtwert von 4231,13 Mark. Aber auch einige Landkreise brachten hierbei Erhebliches auf, wie Darmstadt-Land mit 809 Kg., Lauterbach mit 700 Kg. und Oppenheim mit 684,50 Kg. im Gesamtwert von 1453 Mark. Bei der Eierlieferung hat der Landkreis Mainz mit 2000 Stück am meisten geleistet.
Auch durch Derbilllgung von Waren beim Verkauf wurde die Winterhilfe sehr unterstützt.
Von den Landkreisen wurden Lebensmittel in erheblichen Mengen unentgeltlich an die Städte abgeführt. Innerhalb der Kreise fand ebenfalls teilweise ein Ausgleich statt. In allen größeren Ortschaften wurden Kleidersammlungen durchgeführt. Die Schätzungen des hierdurch erhaltenen Wertes sind sehr verschieden. Im allgemeinen dürfte aber ein Wert von etwa 6 0 0 0 0 Mark für das ganze Land zutreffen. Im allgemeinen wurde die Winterhilfe mit dem 31. März 1932 beendet, in Worms am 15. April, in Alsbach (Kr. Bensheim) am 25. April, in .Gießen-Stadt, Kreis Alzey, Friedberg, in drei Gemeinden des Kreises Mainz, in Gadernheim, Jugenheim (Kr. Bensheim) und in der Stadt Mainz am 30. April 1932, in Darmstadt erst am 31. Mai.
OHolzheim,30. Juni. Am Mittwoch, 6. Juli, findet in unserer Gemeinde wieder ein großes Heidenmifsionsfest statt. Alljährlich tarnen die Festgäste zu Hunderten aus nah und fern. Im Jahre 1930 zählte man 2000, einmal sogar 4000 Teilnehmer. Festredner sind Pfarrer Haas (Frankfurt), Pfarrer Conrad (ötein* brecht, Rheinland), Missionar B a ß f e l d (Düsseldorf). Der gemischte Chor und der Posaunenchor haben ihre Mitwirkung zugesagt. Ein Gang durch das Dorf zeigt bereits, daß Feststimmung herrscht, denn überall lassen eifrige Handwerker die Häuser im neuen Gewände erscheinen. Man rechnet auch diesmal mit einem starken Besuch der Veranstaltung.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 30. Juni. Am Samstag, 2. Juli, feiern der Metzgermeister Meyer Kaufmann und dessen Ehefrau Iettchen Kaufmann, geborene Kaufmann, das Fest der goldenen Hochzeit. Die Eheleute sind körperlich und geistig noch rüstig und stehen im 78. und 74. Lebensjahr.
Preußen. 1
Verabschiedung des Haushalts des Kreises Wehlar.
(D o r b e r i ch t.)
WSN. Wetzlar, 30. Juni. In der heutigen Sitzung des Kreistages wurde der Haushaltsplan des Kreises Wetzlar mit einem ungedeckten Fehlbetrag von 889 400 Mark mit 14 Stimmen der SPD., des Zentrums und der Dembkraten gegen 8 Stimmen und drei Enthaltungen angenommen. Der Etat schließt ab mit 3 277 000 Mark. Das Kreiswohlfahrtsamt erfordert 1,7 Millionen Mark, d. h. 530 000 Mark mehr als im Vorjahr. An Kreissteuern sind 731 000 Mark bei einer Umlage von 88 Prozent vorgesehen. Die Bürgersteuer nach dem Landessatz soll 75 000 Mark erbringen.
Kreis Wetzlar.
--- Krofdorf, 30. Juni. Bei dem am Dienstag über unserer Gemarkung niedergegangenen Gewitter wurde einem hiesigen Landwirt, der auf dem Felde Kartoffeln zackerte, eine Kuh vom Blitze erschlagen.
Odenhausen (Lahn), 30. Juni. Ab 2. Juli werden von Haltestelle Friedelhausen Sonntagsrückfahrkarten nach Gießen ausgegeben. Ferner werden diese Karten auch an Mittwochnachmittagen zum Theaterbesuch verabfolgt.
G.A.-6>pori.
die Oeffentlichkeit aber nicht von einem Kreisamt, sondern von der hessischen Regierung selbst, die sich bezeichnenderweise noch völlig in Stillschweigen gehüllt hat. Es wäre zu begrüßen, wenn der in der nächsten Woche Aufammen» tretende Landtag der Regierung in dieser Angelegenheit die Zunge lösen würde.
Das Sängerbundesfest als Volksdeutsche Kundgebung.
WSN. Frankfurt a. M., 30. Juni. Aus folgenden Außengebieten sind voraussichtlich Abordnungen deutscher Sänger zum Deutschen Sängerbundesfest in Frankfurt a. M. zu erwarten: Dänemark (Nordschleswig), Belgien (EupenMal- medy), Tschechoslowakei (Sudetendeutsche), Polen (Kongreßpolen, Posen-Pomerellen und Ostoberschlesien), Memelland, Lettland, Estland, Ungarn, Süd- stawien, Rumänien (Banat, Siebenbürgen), Italien, Nordamerika, ehemalige deutsche Kolonien, ferner aus den deutschen Staaten Oesterreich und Danzig. Im Veranstaltungsplan ist zur Hervorhebung des volksdeutschen Gedankens vorgesehen: Volksdeutsche Weihestunde, Freitag, 22. Juli (Redner Rektor B r e u n e r, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Sängerbundes, Dr. S e y - farth, Brooklyn, als Ueberseedeutscher, Landrat Naumann, Posen, für die deutschen Staaten). Musikalische Umrahmung, im Anschluß daran Uraufführung der Kantate „Don deutscher Not". Volksdeutsche Kundgebung Samstag, 23. Juli, in der Paulskirche (Redner Dr. Hermann Ullmann, Teplitz-Schönau-Berlin, Abg. Dr. Roth, Siebenbürgen). Im Rahmen dieser Veranstaltungen finden sich die Ausländsdeutschen gemeinsam mit den reichsdeutschen Sängern und Freunden des Volksdeutschen Gedankens im Zeichen der volksdeutschen Idee zusammen. Im Festzuge werden die auslandsdeutschen Gruppen zusammen mit den inlandsdeutschen Gebietsgruppen marschieren, die in der VDA.- Schutzarbeit die Betreuung der betreffenden auslanddeutschen Gebiete übernommen haben. Die VDA.-Landesverbände und Gruppen werden Fahnen und Wimpel stellen. Zur Vorbereitung und Durchführung der volksdeutschen Veranstaltungen und zur Betonung des volksdeutschen Charakters des Frankfurter Sängerbundesfestes hat sich ein volksdeutscher Ausschuß gebildet, dem führende Persönlichkeiten des Sängerbundes, der volksdeutschen Bewegung und der Schutzoerbände angehören.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
z Rödgen, 30. Juni. Auf Antrag der hiesiger Bürgermeisterei hat die Reichsbahn-Direktion Frankfurt a. M. auf der Strecke zwischen Rödgen und Gießen ab Samstag, 2. Juli, Sonntagssahrkarten eingeführt. Der Fahrpreis beträgt für die Hin- und Rückfahrt 50 Pf. Da die Sonntagsfahrkarten schon Samstags ab 12 Uhr Gültigkeit haben, kann für den 12-llhr-Zug schon eine Sonntagsfahrkarte benutzt werden. Diese Maßnahme der Reischsbahn- Direktion wird nicht nur in Rödgen, sondern auch in Trohe und Alten-Buseck lebhaft begrüßt.
Dg. Großen-Buseck, 30. Juni. In Anwesenheit von Oberkirchenrat D. Wagner, Gießen, wählten die Kirchenvorstände von G r.- D u s e ck und Oppenrod in einer gemeinsamen Sitzung einstimmig Pfarrer Müller in Düdelsheim als zukünftigen G e i st l i ch e n für die beiden Gemeinden. — Bei dem jüngsten Ge- . Witter schlug der Blitz in einen Baum an der Bauer er Straße und spaltete ihn in zwei Teile.
o. Londorf, 30. Juni. Der hiesige Kirchen- gesangverein wird am (Sonntag, 10.Juli, sein 50jähriges Bestehen feiern. Außer den hiesigen Vereinen haben die Kirchengesangoereine der näheren Umgebung ihre Teilnahme zugesagt. Nach der Feier in der Kirche, an der auch Vertreter der, höheren kirchlichen Behörden teilnehmen werden, findet noch eine größere Feier in der Volkshalle statt.
Der Kirchengesangverein steht seit 25 Jahren unter der bewährten und kraftvollen Leitung des hiesigen Lehrers T r i n t a u s , der fidj dem Verein bisher stets aus Liebe zur Sache ehrenamtlich zur Verfügung stellte.
—Watzenborn-Steinberg, 30. Juni. Die Hess. Wanderausstellung sundheitspfleg'e und soziale Fürsorge" zeigt hier vorn 1. bis einschl. 5. Juli im Saale „Zum goldenen Stern" Wege zur Verhütung und Heilung von Krankheiten. Eröffnung der Ausstellung, verbunden mit einem Lichtbildervortrag des Leiters der Ausstellung, L. AVern a r t e (Darmstadt), am 1. Juli, 20.30 Uhr, mit dem Thema „Unser Kampf gegen die Dolkskrank- heiten". Weiter finden Lichtbildervorträge statt am 3. Juli, 20 Uhr, und am 5. Juli 20.30 Uhr. Am 3. Juli spricht Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer (Gießen) über: „Eine Sammlung für Psychiatrie und psychische Hygiene", am 5. Juli Dr. med. Linden st rut h^älniversitäts-Frauenklinik, Gießen) über das Thema „Krebskrankheiten". Die. Dorträge finden im Saale des Gasthauses „Zum goldenen Löwen" statt. Die Ausstellung ist geöffnet an Werktagen von' 14 bis 19 und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr.
Deutschlands Olympia-Expedition.
Ohne Leichtathleten bereits 53 Mann.
Die ursprünglich nur 55 Mann stark gedachte deutsche Olympia-Expedition wird nun doch etwas größer werden. Insgesamt dürften Ende der kommenden Woche etwa 80 deutsche Sportsleute die Reise nach Los Angeles antreten.
Die deutsche Expedition steht mit Ausnahme der Leichtathleten und Schwimmer, die ihre endgültige^ Olympia-Auswahl erst am Samstag und Sonntag' bei ihren Meisterschaftskämpfen treffen, bereits zahlenmäßig fest. Abgesehen von den Leichtathleten, die etwa 20 bis 25 Vertreter entsenden, sind 53 Olympia-Kandidaten ausgewählt worden, die sich auf die einzelnen Sportarten wie folgt verteilen: Rudern 16, Schwimmen 10 (nur Wasserballspieler), Boxen 8, Ringen 5, Gewichtheben 4, Radfahren 4, Moderner Fünfkampf 3, Fechten 2, Segeln 1 Teilnehmer.
Hinzu kommen, wie schon gesagt, die Leichtathleten und eine Anzahl von Begleitpersonen für verschiedene Sportarten. Die Leitung der Expedition, der sich auch zwei Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees anschließen, liegt bei Generalsekretär Dr. Carl Diem und Dr. I e n s ch vom DRA.
Wirtschaft.
Berlin leicht gebessert und fest.
Berlin, l.Juli. (WTB. Funkspruch.) Heute vormittag verhielt sich die Spekulation sehr zurückhaltend und an der Vorbörse neigte die Tendenz zunächst eher zur Schwäche, da an verschiedenen Märkten Verkaufsorders des Publikums, die allerdings nur einen geringen Umfang hatten, Vorlagen. Als aber dann kurz vor Beginn des offiziellen Verkehrs auch Kauforders eintrafen, schritt die Spekulation ihrerseits zu Deckungen, die bei der Enge der Märkte meist Kursbesserungen zur Folge hatte. Vereinzelt ergaben sich auch Rückschläge, die aber über 1 v. H. nicht hinausgingen. Die Lage in Lausanne hat sich seit gestern abend nicht wesentlich geändert, so daß hiervon eine Anregung nicht ausgehen konnte. Lebhaft diskutiert wurden der Konventie- rungsplan für die englische Kriegsanleihe, die gestrige Bürbach - Generalversammlung usw. Mit Interesse nahm man von der Absicht der Regierung Kenntnis, einen Untersuchungsausschuß für die Gelsenkirchen-Transaktion einzusetzen, durch den man eine völlige Klarstellung dieses Geschäftes erreichen will. Der 125-Millionen-Ueberbrückundskredit für das Reich hat insofern beruhigt, als sämtliche Zahlungen des Reiches für den Juli fidjergefteut sind. Die schwache Neuyorker Börse, die vormittags stärker verstimmt hatte, blieb aber an der Börse ohne jeden Einfluß. Am Rentenmarkt scheint die Beruhigung weitere Fortschritte zu machen, und es sah so aus, als ob die Tendenz eher freundlicher fein würde. Stärkeres Interesse zeigte sich heute wieder für Kalipapiere, in denen die Käufe, die schon in her letzten Zeit zu beobachten waren und angeblich aus dem Auslände herrühren sollen, anhielten, Salzdetfurth zogen daraufhin um 2% v. H. und Westeregeln um 1% v. H. an, dagegen lagen Bürbach und Wintershall eine Kleinigkeit schwächer. Montan- und Elektropapiere lagen durchweg fester, Chade erholten sich um fast 4 Mark. Auch Rheag, Tietz und Feldmühle waren stärker befestigt, während Berger, Orenstein L Koppel, AG. für Verkehrswesen und Deutsche Linoleum etwas schwächer tendierten. Altbesitzanleihe lag ziemlich fest, auch Reichsschuldbuchforderungen waren bis zu | v. H. hoher. Interesse zeigte sich heute für Türkenanleihen.
Im Verlaufe wurde die Tendenz bei lebhaftem Geschäft ausgesprochen fest, da man hinsichtlich einer Einigung in Lausanne wieder freudiger gestimmt war und rein technisch ein Anlaß für die Besserung in dem bestehenden Materialmangel zu suchen war. Salzdetfurch, Harpener, die Elektropapiere unter Führung von Siemens Reichsbank und viele andere Werte waren 1 bis 2t v. H. hoher. Später wurde es -war ruhiger, doch konnten sich die erhöhten
Kurse gut behaupten. Am Berliner Geldmarkt ist nach dem Ultimo noch keine Entspannung eingetreten, Tagesgeld stellte sich auf 6 bis 8 v. H. und Monatsgeld gleichfalls auf 6 bis 8 v. H. nominell.
Sronffurf unverändert fest.
Frankfurt a. M., 1. Juli. (WTB. Drahtmel- düng.) Tendenz weiter befestigt. Nachdem vorbörslich auf Grund des matten Schlusses der gestrigen Neuyorker Börse eher etwas niedrigere Kurstaxen genannt worden waren, eröffnete die amtliche Börse wieder in recht fester Haltung. Maßgebend hierfür waren Gerüchte, die von einer bevorstehenden Einigung in Lausanne wissen wollten. Da auch von der Kundschaft kleine Orders Vorgelegen haben sollen, nahm die Kulisse neue Deckungen und Meinunyskäufe vor, so daß bei etwas belebterer Umsatztätigkeit gegen die Abendbörse meist Erhöhungen bis zu 1 Prozent zu verzeichnen waren. Die Befestigung kam nach den ersten Kursen stark zum Durchbruch, wobei die feste Veranlagung einiger Spezialwerte anregte. Die ersten Kurse zeigten ein uneinheitliches Bild. So lagen die Mehrzahl der Renten- und Cbemiewerte zunächst % bis 1 Prozent niedriger, während anderseits Reichsbank, Aku, Kali Salzdetfurth und Harpener Bergbau 1 bis 2 Prozent höher einsetzten. Schiffahrtswerte lagen gut behauptet. Durch anfangs schon feste Haltung zeichneten sich Deutsche Erdöl mit plus 2 Prozent, Schuckert mit plus 1% Prozent, Gesfürel mit plus 1% Prozent und Mannesmann mit 1K Prozent aus. An den Nebenmärkten wiesen die Kurse nur geringe Veränderungen auf. Am Rentenmarkt lagen Deutsche Anleihen und besonders wieder späte Reichsschuldbuchforderungen fest und von V» bis 1 ^Prozent höher. Von Jndustrieobligtionen setzten Stahlvereinsbonds etwas schwächer ein, dagegen lagen Reichsbahnvorzüge mit plus 1 Prozent weiter fest.
Am Pfandbriefmarkt überwog kleines Kaufinter- effe, doch zeigten die Kurse nur kleine Besserungen. Von Liquidationspfandbriefen wurden Nassauische Liquidationspfandbriefe mit Plus - Plus »Zeichen notiert. Am Auslands-Rentenmarkt zogen Zolltürken um Bruchteile eines Prozentes an.
Im Verlaufe fetzten sich meist neuekleine Erhöhungen durch, doch bekundete die Spekulation stärkere Zurückhaltung, da bisher von Lausanne keine Veränderungen gemeldet wurden. Merklich fester kamen noch Mannesmann & Rheinstahl mit plus-plus 1% bzw. 2Y» v. H. zur Noth. Von Freiverkehrswerten lagen Bürbach Kali auf die Ausführungen in der gestrigen GV. 6 v. H. niedriger. Am Geldmarkt trat eine leichte Entspannung ein, Tagesgeld stellte sich auf 4| v.H.


