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mächtige Salvatore, sich trotzig und beherrschend über der Stadt und dem berühmten See erhebt. Dunkle ^Zypressen und Lebensbäume und die in bunten Farben prangenden Landhäuser mit flachem Dach, Säulengängen und rosenübersponnenen Al- tyne und Terrassen sind die ersten Vorboten des nahen Italien. Diese Wandlung in südliche Farbenfreudigkeit und Anmut berührt um so tiefer, als die strengen, herben Eindrücke der wilden Alpenwelt in uns noch nicht erloschen sind.
schaftlichen Instituten der Landwirtschaft in leitender Stellung tätig. 1917/1919 wirkte er als Professor für Wirtschaftslehre des Londbaues und gleichzeitig als Direktor der Württembergifchen Land- wirtichaftlichen Hochschule in Hohenheim, um dann als Direktor der Domänenabteilung in das Preußische Landwirtschaftsministerium einzutreten, dessen
Auftrag an Herrn v. Papen aus eigenem messen getroffen.
1. April 1929 hat er das Amt eines Chefs des Ministeramtes im Reichswehrministerium inne. Der für das Reichsinnenministerium in Aussicht genommene
Freiherr von Gahl
Dr. Schätzet,
der im 58. Lebensjahr steht, war nach Beendigung seiner juristischeen Studien kurze Zeit als Rechtsanwalt tätig, trat aber dann in die Bayerische Postverwaltung ein. 3m Jahre 1923 wurde er als Leiter des Referats Bayern mit dem Titel Staatssekretär in die Reichspostverwaltung berufen. 3m 3anuar 1927 wurde er Reichspostminister, so daß er in diesem Jahre auf eine fünfjährige Amtszeit zurückblicken konnte. Schähel gehört der Bayerischen Bolkspartei an.
Dr. Hermann Warmbold
geboren 1876, betätigte sich mehrere Jahre als Landwirt und studierte dann Land- und Volkswirtschaft. Er arbeitete als Assistent an verschiedenen Universitätsanstalten und war von 1907 bis 1917 bei wirt-
er als Reichs- und Staatskommisfar die Abstimmung im ostpreußischen Abstimmungsgebiet von Allenstein aus durch. Seit 1921 ist er, der der DRBP. angehört, Mitglied- des preußischen Staatsrates und Bevollmächtigter Ostpreußens zum Reichsrat. "*■*-
Für den Posten des Außenministers ist der derzeitige Botschafter in London, Freiherr von Neurath ausersehen.
Freiherr Constantin von Neurath
ist Württemberger, er wurde 1873 geboren. Bei Kriegsausbruch war er Botschaftsrat in Konstantin
Berlin, 31. Mai. (T-U.) Gegenüber dem neuen Kabinett umreißt der „Angriff" die Haltung der Rationalsozialisten u. a. wie folgt: Wir wollen nicht, daß Herr Brüning in irgendeiner Weise sei es als Außenminister oder sonst wie Einfluß behält. Wir wollen ferner nicht, daß irgendeiner der Männer des alten Kabinetts Brünings wiederkehrt, seien es nun Dietrich, Groener oder sonst wer. Hierin gibt es keinerlei Anknüpfungspunkte an Vergangenes. Die vergangenen zwei 3ahre einer Zwielicht - Regierung mit ihren immer nur halben Maßnahmen, dem mit erstaunlicher Fähigkeit unternommenen Bemühen keins, aber auch gar keines der marxistischen Dog- men anzugreisen und sich nach außen hin doch ' den Anschein eines sog. „Kabinetts der Frontsoldaten" zu geben, haben mehr in Trümmer geschlagen, als man selbst in diesem Augenblick überblicken kann, und haben auf fast allen Gebieten ein Unkraut aüfwuchern lassen, dessen Beseitigung allerschärf st es Zugreifen erfordert. Daß schließlich das an der SA. durch dos ungerechtfertigte Verbot begangene Anrecht schleunigst wieder gutgemacht werden muh, halten wir für eine glatte Selbstverständlichkeit, neben anderem, was man als Mindestprogramm ansehen muß.
3m „Völkischen Beobacht er" erklärt Alfred Rosenberg am Dienstag, der Rational
sozialisten, offiziell mit der Bildung dieses Kabinetts nichts zu tun.
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Zweifel darüber bestehen, daß die neue Reichsregierung, wenn sie zustande komme, auf baldige Neuwahlen für den Reichstag angewiesen sein und in diesen Wahlen um ihre Existenz zu kämpfen haben werde. Das Kabinett von
Berlin, 1.3uni. ($11.) Zur Beauftragung Herrn v. P a p e n s mit der Regierungsbildung nehmen verschiedene Berliner Blätter ausführlich Stellung. Die konservative „Bövsenz ei- tung“ betont unter Hinweis auf die Persönlichkeiten, die für die Besetzung der einzelnen Ministerien genannt werden, daß es wohl keinen nationalen Deutschen geben werde, der nicht einer solchen Regierung die besten Wünsche mit auf den Weg gebe. 3n dem jetzt werdenden Kabinett Papen sei die Vorstufe zu der Regierung zu sehen, die fest gestützt durch die ganze nationale Bewegung, durch alle nationalen Parteien und Schichten des deutschen Volkes berufen fein müsse, unser Vaterland endlich und wirklich besseren Zeiten entgegenzuführen. — — Der „T a g“ (Hugenberg) hebt hervor, daß der Reichspräsident in dem neuen Kabinett eine „Regierung der nationalen Konzentration" sehe, womit er aber offenbar nicht eine Zusammenfassung der nationalen Parteien mit einer von diesen Parteien gebilligten Regierung meine, sondern eine Zusammenfassung der Kräfte, die im Rahmen der persönlichen Beziehungen des Reichspräsidenten zur Verfügung stünden. 3edenfalls hatten die Parteien der bisherigen Opposition, also in erster Linie die Deutschnationalen und die Rational-
Wer ist Herr von papen?
Der heute abend mit der Kabinettsbildung beauftragte frühere Zentrumsabgeordnete Franz von Papen, der im 3ahre 1921 im Wahlkreis Westsalen-Rord in den Preußischen Landtag gewählt wurde und von dieser Zeit an bis zur letzten Wahl Mitglied des Preußenparlaments war, gehört dem rechten Flügel des Zentrums an.
Er wurde am 29. Oktober 1879 in Werl in Westfalen geboren und hatte ursprünglich die Offizierslaufbahn «ungeschlagen. Während des Krieges war erMilitärattachöbei derdeut- schen Botschaft in Washington. Rach feiner Abberufung von diesem Posten wurde er Oberstleutnant und General st abschef der IV. Türkischen Armee. Er ist Aufsichtsrats- vorsitzender des Berliner ZentrumsorgaiÄ, der „Germania" und außerdem Vorstand zahlreicher landwirtschaftlicher Berufsorganisationen sowie Mitglied des Deutsch-Französischen Studienkomitees.
papens Mitarbeiter.
Der vielgenannte
General von Schleicher
steht im Alter von 50 Jahren. 3m Kriege wurde er im Generalstab verwendet und zum Major befördert. Rach dem Kriege kam er mit der Obersten Heeresleitung nach Kassel. Am 1.3a-
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Zeitschriften.
Die Juninummer von Westermanns Monatsheften trägt der Reisezeit Rechnung. Wir lesen von den Inseln Sylt und Helgoland, werden auf den Schauplatz der Olympischen Spiele geführt und lassen uns dann von der Dame auf weisen von Eva Volkmann erzählen. Wir werden dann noch davon unterrichtet, welche Rechte wir auf der Reise haben, gleichgültig, ob wir uns auf der Eisenbahn, im Flugzeug oder im Hotel befinden. Dann folgt ein Artikel „Vom Ei bis zum ersten .Ausflug" mit Lichtbildaufnahmen des Braunschweiger Photographen Hermann Fischer.
— Im Junihest der „Zeitwende" (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München) gibt der hervorragende Leipziger Strafrechtslehrer Geheimrat Richard Schmidt einen fesselnden und lehrreichen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Fragen um die Todesstrafe. Er zeigt, wie seine Gegensätze auf geistige Haltung zurückgehen, wie sich in ihnen eine individualistische und eine autoritative Staatsanschauung scheiden. Die Geschichte der Rechtsentwicklung lehrt, wie sich diese Gegensätze kaum jemals beseitigen lassen werden; als praktisch gesetzgeberischen Ausgleich schlägt Schmidt grundsätzlich die Beibehaltung der Todesstrafe, aber ihre Beschränkung auf die schwersten Fälle vorsätzlichen Mordes vor. Die Argumente der grundsätzlichen Gegner der Todesstrafe werden erbarmungslos zerpflückt. — Ein anderes Problem der Gegenwart, die Frage ob „Kirchenbund oder Reichskirche?" wird zum 10jährigen Jubiläum des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes von Friedrich üangenfaß be- handelt. Der von mancher Seite laut ertönende Ruf nach der „Reichskirche" veranlaßt ihn, mit allem Nachdruck darauf hinzuweisen, daß die Gestaltung der Kirche nicht aus rein politischen Oe» sichtspunkten erfolgen können, daß sich auch die jen- festigen Lebenskräfte der Kirchs zur Gesundung unseres Volkstums nicht entbehren lasten.
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nuar 1924 avancierte er zum Oberstleutnant und Jahre 1929 zum Generalmajor. Seit
, Oft, wenn über Göschenens ödem Felsen- kesjel dichte Schneeflocken aus grauem Gewölk her- n.ederw.rbeln, liegt strahlende' Sonne über dem rti|d)flrunen Alpenhochtal von Airolo; mit den erften italienischen Sprachlauten kündigt sich ein milderer Himmelsstrich an. Wie vorher der Reuß bergwärts, folgt nunmehr die Strecke dem Lauf des Testms talwärts: in jagender Fahrt trägt sie uns
Sn Schluchten, deren Felsenwände giganti- Ichen Mauern gleichen, in den gewaltigen' Kehr- tunnels von Freggio und Prati nach Faido hinab. Hier erscheinen die ersten Laubbäume wieder Von neuem schließt sich das Gebirge. Doch in den hart übereinander liegenden Kehrtunnels von Piano tondo und iraoi wird die Sperre durchbrochen und über schwindelnd hohe Brücken, Viadukte und Dämme führt uns die Linie durch die romantische Talstufe der Biaschina und das Becken von Gior- nico nach dem uralten Bellinzona — in kaum wahrnehmbaren Uebergängen sind wir in den Süden hineingeglitten.
Fesselten bisher wilde schwarze Felsen und schäu- wende Sturzbache das Auge, so fällt nun der Blick auf die ersten Mandelbäume und Orangenbüsche rot- und weißblühende Kastanienhaine, in warm- stutendes Sonnenlicht getaucht, breiten sich aus. Bald sind wir in Lugano, dessen Wahrzeichen, der
Papen würde nicht die sofortige Einbeziehung der Nationalsozialisten in die Mitverantwortung bedeuten, sondern diese noch von einem Wahlgang abhängig machen. Die „DAZ." glaubt, daß die Aussichten für das neue Kabinett an sich ganz gün - ft i g seiest, da d i e Tolerierung durch die N a t i o n a l s o z i a l i st e n als gesichert betrachtet werden könne, und das Zentrum kaum in der Lage sei, zur offenen Opposition überzugehen. Von nationalsozialistischer Seite sei die Anregung gegeben worden, den Etat noch durch das Parlament zu verabschieden, was im Eiltempo geschehen könnte, sobald sich eine Mehrheit für die Unterstützung dieser sachlichen Regierungsarbeiten zusammenfinde.
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fic zwei Jahre später dem Verkehr übergeben, eins der größten Wunderwerke, die Menschenhand geschaffen hat, für das in noch höherem Sinne das Wort gilt, das Rosegger auf die Semmeringbahn geprägt hat: „Was bedeutet für die Zivilisation ein siegreicher Feldzug oder ein erobertes Königreich gegen solche Tat!"
Dort, wo die tiefgrüne Reuß den Fluten des schönen Vierwaldstättersees entströmt, erhebt sich in unvergleichlicher Lage zu Füßen des finstern Pilatus Luzern, der Ausgangspunkt der Gotthardbahn, die von hier in einem gewaltigen Bogen ihren Weg am Zuger und Lowarzer See entlang nimmt, bis sie bei Brunnen den Vierwaldstättersee wieder erreicht. An Altdorf, der Stätte der Apfelschuß-Sage, und an Erstfeld, wo die eigentliche Gebirgsstrecke beginnt und wo früher ein langer Halt zum Vorspann der mächtigen Gotthardlokomotiven erforderlich war, eilt der Schnellzug, nachdem in den Jah- ren 1920 bis 1924 die Elektrifizierung der ganzen Strecke — eine dem ursprünglichen Werk ebenbürtige Leistung — durchgeführt wurde, zwischen steil aufragenden Felsenbergen ohne Aufenthalt vorüber, stetig dem Gotthard entgegen. Rechts öffnet sich ein Hochgebirgstal von schauerlicher Wildheit. Man erkennt das andauernde und starke Steigen der Strecke nur noch am raschen Jmmer-tieser- sinken des engen Talgrundes, in dem sich das Dörfchen Amsteg malerisch lagert. Im Vorblick wächst die von ewigem Schnee bedeckte Riesenpyramibe des Britenstocks empor. Links die riesenhaften Flächen steiler Oranitmauern, zur Rechten in jähen Wänden und Schutthalden vieberstürzenbe Abgründe. Auf turmhohen Pfeilern überschreitet die Strecke die gähnende Schlucht des Kerstelenbachs, der von Osten aus dem Maderanertal hervor- schäumt. Tunnel folgt auf Tunnel, jeder der Rahmen zu einem neuen Bild. Höher und höher geht die Fahrt durch das immer enger werdende Flußtal, in dessen jäher Tiefe der Fluß braust und grollt.
Hinter Gurtnellen scheint das Gebirge sich zu schließen. Hier beginnt der Abschnitt der größten Steigung, die in den berühmten Kehrtunnels und Schleifen überwunden wird, wobei sich die Strecke um 409 Meter über den Ausgangspunkt Gurtnellen erhebt. An allen Fenstern der großen Aussichts- wagen drängen sich die Reifenden, um das fast un« wahrscheinliche lieber- und Untereinander der Gleis- strecken, die sich immer wieder im Schoß der mehr als 3000 Meter hohen, eisgekrönten Berge verlieren, um hoch darüber von neuem ans Licht zu treten, zu bestaunen und sich gegenseitig in Aus-
rufen höchster Bewunderung zu erklären. Dieser Abschnitt der Gotthardlinic stellt einen Triumph der Technik dar, dessen Wirkung in dieser wilden Gebirgsnatur sich niemand entziehen kann.
In weiten Bogen ansteigend, durchzieht die Bahn die Nacht der Felsentunnels; wir verlieren jcglidje Orientierung. Unablässig wechseln Hell und Dunkel in dauerndem Drehen und Kreisen. Milchweiße Wildbäche schäumen über riesenhafte Felswände zwischen Krüppelföhren und Bergsarnen in jähem, otur,} herab. Es folgt die größte Ueberraschung der ganzen Fahrt, das „Wunder von Massen", wo die Kirche des einsamen, zwischen Bergwiesen ein- gekesselten Gebirgsdorfs infolge der verschlungenen Linienführung erst hoch über uns, dann neben uns, schließlich tief unter uns erscheint. Bald hält der Zug im Bahnhof von Göjchenen, am Eingangstor des Hauptunnels durch das Zentralmassiv des Gotthards, 1109 Meter über dem Meer. Hoch über unseren Häuptern liegt Andermatt, der Waffenplatz der Gotthardtruppen, dessen Forts den Tunnel gegen ouben sichern. Die Tunnelstrecke, die man heute bei einer -taffe Kaffee und einer Zigarre in sechzehn -Ucmuten durchfährt, erforderte früher eine anstrengende Tagereise über den 2114 Meter hohen Paß.
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Iünszi'g Jahre Gotthard-Sahn.
Von Kranz Hohen.
Seit vorgeschichtlichen Zeiten war das Alpengebiet der Schweiz das Durchgangsland für den großen Menschen- und Warenaustausch zwischen dem Norden Europas und dem Süden, und wo das Gebiet der Eidgenossenschaft in die Geschichte eintritt, geschieht es in Verbindung mit den mächtigen Alpenpässen, die immer die bedeutsamsten Bindeglieder zwischen den deutschen und italienischen Heer- und Handelsstraßen bildeten. (Jiner der wichtigsten Uebergänge über den Gebirgswall war von altersher der Gotthard, weil er im Gegensatz zu den anderen Pässen der Zentralalpen die gleichgerichteten, ost-westlich verlaufenden Bergketten in einem Knotenpunkt überschreitet. Ursprünglich ein schmaler, rauher Bergpfad, wurde der Gotthardpaß im Lauf der Jahrhunderte zum Saumweg, auf dem bergsichere Maultiere — „ein großer Zug von Mauleseln machte mit seinen Glocken die ganze Gegend lebendig", schreibt Goethe unterm 19. November 1779 vom Gipfel des Gotthard — Menschen und Warenlasten über den Gebirgsstock hinübertrugen.
Erst vor etwa 90 Jahren wurde die fahrbare Gottharbstraße erbaut. Um auf dieser von Luzern nach Mailand zu gelangen, mußte der Reisende günstigstenfalls mit einer Wagenfahrt von vier bis fünf Tagen rechnen; bei Unwetter, Schneesturm ober Lawinengefahr blieb er oft tagelang in einer dürftigen Herberge oder im Hospiz auf der Paßhöhe liegen. Das ist anders geworden, seit am 1. Juni 1 882 die internationale Eisenbahnlinie Luzern—Mailand, die das Gotthardmassio in einem 15 000 Meter langen Tunnel durchbricht, eröffnet wurde; wer heute um 7 Uhr in Basel, um 8 Uhr in Zürich, um 9 Uhr in Luzern den Gotthard- Expreß besteigt, steht schon in früher Nachmittagsstunde vor dem Marmordom Mailands.
Beim Dau der Gotthardstrecke waren Aufgaben zu lösen, wie sie der Technik nie zuvor gestellt worden waren. Die Trasse mar an Seen mit steil- abstürzenden Felsenufern, enge, stufenförmige Täler empor, über zahlreiche, in schluchtartigen Betten dahinjagende Wildwässer, an Lawinenzügen vorüber und schließlich durch einen mächtigen Gebirgsstock hindurchzuführen, was 80 Tunnels mit zusammen 46 Kilometer Länge und 450 Brücken und Viadukte erforderte. Doch mit dem Durchstich des großen Tunnels im Oktober 1880 war die Vollendung der Strecke gesichert; nach Ausbau der Rampen wurde
Die neuen Männer
ken. Die stets gut unterrichtete „Agence mique et financiere" schreibt, wenn Hindenburg die Absicht habe, ein llebergangskabtnett zu bilden und Reuwahlen zum Reichstag abzuwarten, die es Hitler gestatten würden, die Macht zu ergreifen, dann würden sich die Unterhändler in Lausanne deutschen Vertretern gegenübersehcn, derenVols machten nicht ausreichen. Die neue französische Regierung würde unter diesen Voraussetzungen die notwendige Zeit haben, um ihre Haltung danach einzurichten und wenn möglich in Aebereinstim- mung mit London die Beschlüsse zu fassen, die sich aus der Lage ergäben. Das würde heißen, die Konferenz bis auf weiteres zu vertag e n.
Regierung des alten Regimes, die die laufenden Angelegenheiten bis zur Machtübernahme Hitlers zu erledigen haben werde.
Außenpolitische Gefahren eines Llebergangsregimes.
Vorwand für Verschleppung der Lausanner Konferenz.
Paris, 31. Mai. (TA.) Die französischen Finanz- und Wirtschaftskreise lassen schon jetzt durchblicken, daß sie die deutsche Regierungskrise als Vorwand für' ihre bekannten Verschleppungsabsichten zu benutzen geben-
sozialismus werde sich mit größtem Ernst auf seine große Sendung vorbereiten und ohne Kleinlichkeit die besten Kräfte heran z i e h e n, um sie der deutschen Zukunft dienstbar zu machen. Er werde auch heute, da Brüning gefallen fei, diesen nicht ohne Rot demütigen wollen. Die Losung aber heiße heute mehr denn je: Alle Macht Adolf Hitler!
Im gleichen Blatt erklärt Rechtsanwalt Dr. Frank II.: „Es wird mit allem Rachdruck von der Reichsleitung der RSDAP. an sämtliche Regierungen in Deutschland die Forderung gestellt, alle Maßnahmen unverzüglich zu beseitigen, durch die der Rationalsozialismus unter'Ausnahmerecht gestellt wurde. Es werde Aufgabe der kommenden Reichsregierung fein, unverzüglich nach der Aufhebung des SA. - Verbots dafür Sorge zu tragen, daß die- Freiheit der Meinungsäußerung des nationalen Deutschland in vollem Umfange wiederhergestellt wird. Es wird ferner eine völlige Amnestie aller auf politische Lieberzeugung zurückzuführenden Verurteilungen stattzufinden haben. Alle wegen ihrer politischen Gesinnung gestürzten Beamten und Angestellten werden unter völliger Schadlos Haltung wieder in ihre Dienst- und Arbeitsstellen einzuführen sein."
Sei das nicht der Fall, dann werde der Reichstag sofort aufgelöst.
Die „V o s s i s ch e Zeitung" (dem.) bezeichnet die Auswahl des Kanzlerkandidaten als ebenso unglücklich wie die Formulierung des Auftrags, eine Regierung der nationalen Konzentration zu bilden. Unter nationale Konzentration verstehe man die Zusammenfassung aller Volksschichten. Aber bei solch offenkundiger Tendenz, die die eine Volkshälfte von vornherein aus der Kombination ausschließe, hätte nicht von nationaler Konzentration gesprochen werden dürfen. Es sei zu hoffen, daß es nicht auch im Bureau des Reichspräsidenten üblich werde, nur rechtsgerichtete Parteien als national zu bezeichnen.
Der „Vorwärts" (soz.) bezeichnet von Papen als einen „Rebellen im Zentrum", der sich seit zehn Jahren bemüht habe, das Zentrum zu konservativen Diktaturgedanken hinzudrängen. Was hier konzentriert werde, sei nicht die Nation, es seien vielmehr konservativ-reaktionäre Kräfte, kleine, aber mächtige Gruppeninteressen, deren Ueberroiegen eine Gefahr für die Interessen des Volkes und seiner Wirtschaft bedeute. Hier werde konzentriert der Wille zum Abbau der Sozialpolitik.
pariser Blätter zur Betrauung von papens. Paris, l.Juni. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenblätter bringen zwar schon die Betrauung von Papens, die überwiegende Mehrzahl von ihnen nimmt aber dazu noch nicht Stellung. Soweit dies geschieht, wird das Kabinett von Papen als Ueber- aangsregierung bezeichnet. „Petit Parisien" ist der Ansicht, das Kabinett von Papen sei dazu bestimmt, den Uebergang zwischen der politischen Formel Dr. Brünings und der künftigen Formel Hitlers zu bringen. Man habe mit größter Schnelligkeit gehandelt, um die Beunruhigung, die in Paris, London und Washington zum Ausdruck gekommen war, zum Schweigen zu bringen und auf diese Weise eine mögliche Vertagung der Lausanner Konferenz z u vermeiden. Es handele sich also um ein Präsidentschafts- und Uebergangs- kabinett. — „Echo be Paris" behauptet, durch das neue Kabinett werde eine Militär- und Bürokratie-Diktatur organisiert. Letzten Endes sei es aber gut, daß die Maske falle. Die Ruhe Europas könne durch den Sturz Brünings nur gewinnen, wenn Frankreich etwas klar blickte und Entschlußkraft roiederfinde. — „Populaire" spricht von einer militärischen und aristokratischen
nopel, nahm sodann zunächst am Kriege teil,___
bald daraüf wieder als Botschaftsrat nach Konstan» tinopel zu gehen. Im Jahre 1917 erfolgte seine Berufung zum Kabinettschef des Königs von Württemberg, eine Stellung, die er bis zum November 1918 innehatte. Im Jahre 1919 ging er als Nachfolger des Grafen Brockdorff-Rantzau nach Kopenhagen, und wurde im Jahre 1922 als Botschafter am Qui- rinal nach Rom versetzt. Nach dem Rücktrittsgesuch von Dr. Sthamer im Juni 1930 wurde er als dessen Nachfolger zum Botschafter in London ernannt.
entstammt einer alten preußischen Offiziersfamilie. @r wurde am 4. Februar 1879 in Königsberg geboren und wandte sich zunächst der Rechtswissenschaft zu. bis er im Jahre 1909 die Leitung der ostpreuhischen Landgesellschaft übernahm. Während des Krieges wurde er Chef der Abteilung für innere Politik und innere Verwaltung beim Oberbefehlshaber Ost und später Landeshaupt- ________________eui/.uttetCH utr..ei
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