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Die Welt an -er Jahreswende.

über dem Ausland dabei insofern im Vorteil,

einem Handtuch abgetroeknet zu haben.

Dr. med. C. K.

Zahlungstechnisch befindet sich Moskau gegen* j baldmöglichst Schuhe und Strümpfe zu wechseln, w '' «*«« <* nicht ohne vorher den feucht gewordenen Fuß mit

II.

Eine trübe Gowjetbilanz.

Von unserem dl-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verbotenl) Moskau, Dezember 1931.

Ein Jahr voller Hoffnungen und Erwartungen, erfüllt von Versprechungen und Beschwörungen und reich an Entbehrungen und Enttäuschungen, neigt sich seinem Ende zu. An seinem Anfang stand die Verkündung Stalins, als eine Offen­barung gepriesen, daß dieses Jahr, das dritte im Fünfjahresplan, dasentscheidende" sein werde. Wirft man einen Blick zurück und versucht man zu ergründen, ob die erwarteten Entscheidungen im Sinne der Sowjets ausge­fallen sind, so wird man loyalerweise zu einem Teil mit Ia, zu einem weit größeren aber mit Olein antworten müssen.

Was stand zur Entscheidung? Der Mann, der das Regime schlechthin repräsen­tiert, hat am 5. Februar auf einer Sitzung der verantwortlichen Zndustrieleiter in einer großen Rede über das Tempo des sozialistischen Auf­baues diese Entscheidung dahin interpretiert: Es muh eineProduktionssteigerung von 4 5 v. H. erreicht, es muß der Fünfjahresplan in den ausschlaggebenden, entscheidenden Industrie­zweigen in drei fahren durchgeführt und es müssen, um dies zu erreichen, folgende Hauptbedingungen erfüllt werden: Es müssen re­ale, objektive Möglichkeiten dafür bestehen, und es müssen Wunsch und Können dafür vorhanden fein, die Betriebe so zu leiten, daß diese Möglich­keiten zu lebendigen Tatsachen werden. Zu die­sen zwei von Stalin aufgestellten Hauptbedingun­gen ist aber, damals in ihrer Bedeutung noch nicht vorausgesehen, eine dritte hinzugetreten, nämlich, dce Gar. nt.e eines fortge'e ten reibungs­losen Handelsaustausches mit den Kapitalmächten der Welt, d. h. eines ungehindertenAb- flusses russischer Waren auf den Weltmarkt und eines ebenso ungehinderten Zuflusses europäischer und ameri­kanischer Kredite.

An der neuen Jahreswende wird man einge­stehen müssen, daß es sich im Laufe des verflosse­nen Jahres stärker denn je gezeigt hat, unter welchem doppelten Zwang die Machthaber im Kreml stehen, nämlich dem Zwang, mit dem menschlichen Faktor in der Sowjetunion selbst und mit dem weltwirtschaftlichen Fak­tor rechnen zu müssen. Es ist richtig, daß aller­orten neue Fabriken, neue Wasserwerke, neue Bohrtürme aus der Erde wachsen; es ist richtig, daß eine fieberhafte Bauwut ausgebrochen ist, die das Arbeitslosenheer aufgesogen hat; es ist richtig, daß die Regierung in den fremden In­dustrieländern weitere große Aufträge verteilt, und daß der Staatsexport mit Waren aller Art auf dem Weltmarkt zugenommen hat. Ebenso unbestreitbar ist aber, daß die Eisenbahn statt 522 OOO Tonnen Schienen nur 307 000 fertiggestellt. Daß die Ausschuhware in vielen Fällen die Hälfte der Gesamtproduktion erreicht hat, daß die Soll- Ziffer des Planes höchstens zu 50 bis 75 v. H. erfüllt wurde, daß es von den im Plan ver­langten 1 200 000 Ingenieuren erst 300 000 gibt, daß die Richterfüllbarkeit des Planes im ent­scheidenden Gebiet, im Donbah, mit dem Rück­gang der Produktion auf 50 v. H. immer schärfere Formen annimmt, und daß zum erstenmal in der russischen Wirtschaftsgeschichte der Rachkriegszeit der Kohlennotfonds für den Winter, der bis jetzt nie angegriffen wurde, bereits verbraucht ist.

Und als eine Folge dieser unbestreitbaren Tat­sachen ist es zu betrachten, daß im Verlauf dieses Jahres eine ganze Reihe von Maßnahmen getroffen wurde, die die Abkehr von der Propagandawirtschaft, die mit keinen Kosten rechnete, und die Einfüh­rung des Grundsatzes der Rentabili« töt zum Ziel hat. Die Differenzieruna der Löhne, die Einführung derwirtschaftlichen Abrechnung, die Wiederherstellung der Befehlsgewalt der Leiter, die Zugeständnisse an den bäuerlichen Privattnarkt, die Abschaffung der Fünftagewoche, die Einrichtung von 10 000 neuer Handelsläden dies und anderes mehr beweist, daß die Sowjetwirtschaft an einem Wendepunkt angelangt ist.

Dieser Wendepunkt zeigt sich darim daß die unerbittlichen Gesetze der Wirtschaft in der Durchführung des Planes Geltung erhalten haben. Der Wiederaufbau wurde bisher nur auf Kosten der VerringerungdesKonfums durchgeführt. Der Entzug der notwendigen Nah­rungsmittel mußte sich für die Bevölkerung aber auf die Dauer um so fühlbarer machen, als sie im Laufe der letzten elf Jahre eine Vermehrung von 35 Mil­lionen aufzuweisen hat. Als die physischen Möglich­keiten des Arbeiters zu versiegen drohten, als der Bauer rebellierte und kein Getreide mehr abheferte, sondern zur Selbstversorgung überging, wuchs die Erkenntnis, daß er st eine Besserung der Lebensmittelversorgung und b an n eine Leistungssteigerung durchgeführt werden muß. So ergab sich die gegenwärtige Kern­frage:Bauen oder ernähren?"

Schritt um Schritt läßt sich im Verlaufe des letzten Jahres die Entwicklung der sowjetrussi­schen Wirtschaftspolitik nach der Seite einer Be­vorzugung der Bedarfsartikel- und Lebensmittel­industrie zuungunsten der Schwerindustrie ver­folgen. Der neue Fünfjahresplan steht bereits unter dem Motto der Konsumenten­versorgung, und Milliarden werden in­vestiert, um den Wohnungsbau zu fördern, die landwirtschaftliche Produktivität zu heben und den Derteilungsplan zu regulieren. Der unaus­gesprochene Leitsatz dieses neuen Fünfjahres­plans ist die stille Bi' e der Sowjetregierung an die Bevölkerung und insbesondere an die Werk­tätigen, auch weiter stillzuhalten und den Hungerkredit zu verlängern, den sie bisher von den darbenden Massen erhielt. Daß diese Stillhaltung eine unerhörte Leistung ist, die alle Soll- und alle Haben-Ziffern des Plans weit in den Schatten stellt, wird besonders klar, wenn man die neuen Sorgen des schweren Winters in Rechnung stellt. Aber Stalins 45- v.-H.-Produktionssteigerung ist nicht erreicht wor­den sondern nur 19 v. H., ..Wunsch und Können, die Betriebe zu leiten", scheiterten an der Magenfrage und Stalin zog mutig wie immer die Folgerungen.

Daß die Schwierigkeiten ungeheuer sind, leugnet man auch in Sowjetkreisen nicht. Noch immer ist das Kardinalproblem derMobilisierung der Mittel" ungelöst. Wenn man vordem Gefahr lief, statt zum Sozialismus zu einem wirtschaftlichen Chaos zu ge­langen, so glaubt die Sowjetregierung, durch die

Einführung der neuen Wirtschaftsmethoden, durch die Uebernahme des privatkapitalistischen Rentabili­tät-Dogmas und durch das scharfe Vorgehen der GPU. sich gegendie Feinde des Systems^ gesichert zu haben, aber es bleibt der katastrophale Man- ?el an Qualitätsarbeitern, es bleibt die Transport« atastrophe, es bleibt die unsachgemäße Behandlung der Maschinen, und es bleibt schließlich d i e Ver­armung der Bevölkerung, die längst nicht mehr in der Lage ist, den Fünfjahresplan zu finan­zieren.

Und dieseengste Stelle des Plans" ist um so bedrohlicher, als nirgends in der Welt Aussichten vorhanden sind, neue Kreditquellen zu erschließen. Es ist Tatsache, daß die englische Pfundkrise die Sowjetregierung große Summen gekostet, und daß der wirtschaftliche Verfall in Großbritannien die Sowjeteinfuhr nach England fast abgedrosselt hat. Das gleiche Bild zeigt sich in der Handelsbilanz mit den USA. und den skandinavischen Ländern, und auch das französische Einfuhrverbot für russisches Holz ist angesichts der neuen Zollwelle, die über die Welt geht, ein schlimmes Zeichen. Auch die Berliner Verhandlungen mit Deutschland kommen nicht vom Fleck, da Rußland in ihnen eine neue Erweiterung des Kreditoolumens und eine neue Hinausschiebung der Zahlungsfristen erreichen will. Nur mit Mühe und Not konnte aber das letzte Abkommen vom 14. April, das russische Sonderaufträge in Höhe von 300 Millionen für Deutschland zur Folge hatte, unter Dach und Fach gebracht werden. Unzweifelhaft for­dert die russische Schuldenlast an Deutschland in Höhe von 1,1 bis 1,2 Milliarden Mark das Reich zur Vorsicht heraus.

Elsässer in Deutschland amnestiert.

Durch die im französischen Senat beschlossene Amnestie für Elfaß-Lothringen wer­den auch einige in Deutschland lebende Emigran­ten begnadigt, die im Juni 1928 vom Kolmarer Schwurgericht im Abwesenheitsverfahren wegen angeblichen Komplotts gegen die Sicherheit des französischen Staates zu langjährigen Freiheits­strafen und Ehrenstrafen verurteilt worden waren. Hüter ihnen befinden sich der katholische Mis­sionswissenschaftler Professor Dr. Schmidlin von der Hniversität Münster, der bekanntlich im September bei einem Besuch seiner Familie im Elsaß verhaftet worden war, ferner der nach Verbüßung einer langjährigen Freiheits­strafe wegen separatistischer Propaganda aus Frankreich ausgewiesene Elsässer Bley und auch Dr. Robert Ern st, der Herausgeber der in Berlin erscheinenden MonatsschriftElfaß-Lothringen, Heimatstimmen", des in gcmz Frankreich ver­botenen Organs der im Reich lebenden Alt- Elsaß-Lothringer.

Deutsche Arbeiter für die Türkei.

Die Deutsche Maschinenfabrik AG. (Demag) baute im Herbst d. I. für die türkische Regierung in der Nähe von Angora ein modern ein­gerichtetes Stahlwerk. Da es nun in der Türkei an geeigneten Facharbeitern für dieses Werk man­gelt, sind 30 deutsche Arbeiter aus Suis- burg-Hamborn, die die türkischen Arbeiter in der Bedienung der Stahl- und Elektro-Oefen unter- richten sollen, nach der Türkei berufen war- den. Der Transport meist verheiratete Arbeiter, die früher auf der Hütte Ruhrort-Meiderich beschäf- tigt waren ist nach der Türkei abgefahren.

Der Unbekannte von Lolegno endgültig entlarvt.

Der römische Kassationshof hat die Berufung des sogenannten Unbekannten von Colegno end­gültig verworfen, der sich Jahre hindurch als Professor Canella ausgegeben hatte und von den Gerichten als der aus dem Gefängnis entwichene Buchdrucker B r u n e r i festgestellt worden war. Die Geschichte des Un­bekannten von Colegno ist durch alle denkbaren Gerichtsinstanzen gegangen und hat in den letzten fünf Jahren wiederholt die gesamte Weltpresse beschäftigt. Bruneri hat seine Rolle so meisterhaft gespielt, daß die Witwe des im Kriege ver­schollenen wirklichen Professors Canella ihn aus dem Irrenhaus als ihren Mann anfor­derte und ihm mehrere Kinder schenkte. Wie sich jetzt endgültig herausgestellt hat, ist der Un-

Aus Oer provinzialhaupistadt.

Gießen, den 28.Dezember 1931.

Richtige Gesundheitspflege im Winter.

Schnee und Eis geben jung und alt erwünschte Gelegenheit, die Freuden des Winters auszu- losten. Eine lustige Schneeballschlacht der Kinder, eine Wanderung durch die leuchtende Schneeland­schaft, ein Stündchen Schlittschuhlaufen auf dem Eise, eine Fahrt im Rodelschlitten oder, wo ge­eignetes Gelände vorhanden ist, eine Skitour, alles dies ist nicht nur erfreulich, sondern auch der Ge­sundheit förderlich. Damit sich aber Freude und Ruhen nicht in Leid und Schaden verwandeln, gilt es ein wenig Vorsicht walten zu lassen.

Wer empfindliche Augen hat, setze bei längerem Wandern durch den fonnenbeglänzten Schnee eine Schutzbrille auf, um einer oft schmerzhaften Augenentzündung wirksam vorzubeugen. Die ultravioletten Strahlen der Sonne, dieselben, die wir bei derkünstlichen Höhensonne" mit gutem Erfolg zu Heilzwecken uns nutzbar machen, werden nämlich von der weißen Schneefläche zurück- geworfen und können dann, genau wie bei der Höhensonne, wenn wir sie ohne Augenschuh auf uns einwirken lassen, zu Augenentzündungen führen. Die Schneebrille muß dabei aus runden, rauchgelben oder grünlichen Gläsern be­stehen, die im Gegensatz zu den fälschlich vielfach noch verwandten blauen Gläsern, für ultraviolette Strahlen nicht durchlässig sind. In seltenen Fällen kann es sogar zur Schneeblindheit kommen, die aber unter geeigneter ärztlicher Behandlung meist in einigen Tagen heilt.

Schnee ist auch die Vorbedingung für viele Arten deH Wintersports, und auch hier gilt es vorsichtig zu sein, damit nicht durch mangelnde Hebung, Unachtsamkeit oder kindlichen Hebermut Unfälle, wie schmerzhafte Verletzungen, Ver­stauchungen oder gar Knochenbrüche, entstehen. Ist trotzdem ein Unglück geschehen, so suche man bis zum Eintreffen des Arztes mög­lichst zweckmäßige erste Hilfe zu bringen. Dazu gehört vor allem Ruhigstellung des verstauchten oder gebrochenen Gliedes und evtl. Anlegen eines

als es seine Ausfuhrartikel, Raphtha, Getreide und Holz, sofort bezahlt erhält, während ihm die europäischen Produktionsmittel a u f langes Ziel verkauft werden. So ist es in der Lage gewesen, sich bisher eine große Ein­fuhr leisten zu können, die es bezahlte, indem es im nächsten Jahre seine Ausfuhr entsprechend steigerte. Der Fünfjahresplan stützt sich weit­gehend auf diese Möglichkeit. Die europäischen und die amerikanischen Abwehrmahnahmen haben aber dazu geführt, daß die russische Ausfuhr im ersten Halbjahr um rund 100 Millionen Rubel gesunken ist. Dabei hat das katastrophale Fallen der Weltmarktpreise auch die alte Waffe der Preisunterbietung stumpf gemacht. Denn auch andere Länder müssen heuteDumping"-Ausfuhr betreiben.

Und so droht der Sowjetunion die Gefahr, nicht durchhalten, d. h. eines Tages, wenn der Kapitalmangel eine Verlängerung der Zah­lungsfristen nicht mehr ermöglicht, nicht zah - len zu können. In Moskau wirb diese Mög­lichkeitdementiert". Aber die Zahlen und die Tatsachen sprechen für fich, und nie hat sich trotz der angeblichen Autarkie der Sowjetwirtschaft ihre schicksalhafte Verbundenheit mit der kapi­talistischen Weltwirtschaft eindeutiger gezeigt. Wenn die Gläubiger von einer weiteren Stun­dung nichts mehr wissen wollen, die Zuspitzung der inneren Verhältnisse nicht als eine Konsoli­dierung der Sowjetwirtschast ansehen und Mos­kaus Stillhaltewünsche ablehnen, dann kann dies eher als alles andere das Ende des Füns- jahresplans mit seinen unabsehbaren Folgen auch für Europa bringen. Und diese Frage wird in den nächsten Monaten brennend werden.

bekannte von Colegno kein anderer als der Buch­drucker Bruneri, der bereits eine Frau und einen Sohn hat.

Weihnachten in der Sowjetunion.

In ber gesamten Sowjetunion wurde während der Weihnachtsfeiertage wie an gewöbnlichen Wochentagen gearbeitet Trotz der starken Gottlosenpropaganda waren dieKirchen in allen Teilen des Landes, auch in Moskau und Leningrad, überfüllt. An einzelnen Stellen versuchten die sog. Gottlosen-Stoßbrigaden, die Gottesdienste durch Kundgebungen zu stören. In mehreren Fällen mußte die Miliz eingreifen, um die Ordnung wiederher­zustellen. Die deutsche Kolonie in Moskau feierte das Weihnachtsfest in der ihr gehörenden Kirche. Das gesamte Personal ber beutschen Bot- schäft und die Angehörigen ber beutschen Kolonie nahmen am Gottesdienst teil.

Die Universität von Johannesburg (Südafrika) niedergebrannt.

Durch einen Riesenbrand wurde fast das ganze Gebäude der Iohannisburger Universität zer­stört. Das Schaden ist ungeheuer. Die Haupthalle, die Bibliothek, die Lese- und die Bureauräume sind bis auf das Detonmauerwerk nie­dergebrannt. Außerdem fielen etwa 30 000 Bücher den Flammen zum Opfer, darunter viele wertvolle historische Dokumente. Die Witwaters- rand-Universität besteht er st feit dem Jahr 19 21 und befindet sich in einem modernen Reu­bau. Die Universität, die u. a. eine medizinische, philosophische und technische Fakultät sowie Ab­teilungen für Architektur und Bergbau enthält, sollte noch bedeutend vergrößert und ausgebaut werden.

Raubmord am Heiligabend.

Der 66 Jahre alte Filialleiter Gustav Hut h, der in der Berliner Filiale Mohrenstrahe bei der Firma Loeser & Wolff beschäftigt war, ist am Heiligen Abend kurz nach Geschäftsschluh ermordet worden. Der Fall ist um so tra­gischer, als Huth am 31. Dezember nach mehr als 40jähriger Dienstzeit pensioniert werden sollte. Den Tätern sind etwa 300 Mark in die Hände gefallen. Auf die Ermittelung der Ver­brecher sind 2000 Mark Belohnung ausgesetzt.

200 Todesopfer an den Weihnachtsfeiertagen in USA.

In den Vereinigten Staaten sind an den Weihnachtsfeiertagen 200 Menschen durch Un­glücksfälle ums Leben gekommen, davon 13 0 durch Autounfälle.

Schienenverbandes, wofür unter Umständen ein mit Laubwerk gepolsterter Stock, ein Skier oder dergleichen dienen kann.

Gegen Kälteschäden wird vor allem beim Sport, wie im Berufsleben zweckmäßige Kleidung Schutz gewähren. Vor allem trage man stets weite, bequeme Schuhe und am besten wollene Strümpfe und Handschuhe, die den Zehen und Fingern genügend Spielraum lassen und den Dlutumlauf nicht behindern. So wird es neben einer verständigen, das ganze Jahr hindurch geübten Hautpflege und Abhärtung leicht ge­lingen, das Auftreten von Frostbeulen zu bet­räten.

Ganz abwegig ist's, wenn man friert, sich durch kräftigen Alkoholgenuß aufwärmen zu wollen! Der Körper wird zwar dadurch scheinbar er­wärmt, verliert aber dabei leicht das heilsam- warnende Kältegefühl, und so kommt es dann bisweilen zu völligem Abfrieren der Glieder. Wer so einem Schwer-Erfrorenen Hilfe leisten will, muß toiffen, daß erfrorene Glieder brechen wie Eis; also vor allem vorsichtig an» fassen! Man schaffe den Erfrorenen zunächst in einen geschützten, aber ungeheizten Raum und sorge durch vorsichtiges Abrerben der er­frorenen Gliedmaßen mit Schnee oder kaltem Wasser für ein langsames Auftauen. Erst nach einiger Zeit ist die Heberführung in ein geheiztes Zimmer und, bei ungestörtem Bewußt­sein, das Einflößen von etwas heißem Kaffee oder Tee erlaubt.

Wandeln Eis und Schnee, wie so oft in den Städten, sich nur in schmutziges, braunes Schnee­wasser um, denn ist die Zeit der nassen Füße angebrochen. Sie stellen nicht nur für die Ent­stehung von Frostbeulen, sondern auch für Er­kältungen, vom einfachen Schnupfen angefangen bis zur schweren Grippe, einen wichtigen Gefahr­punkt vor.

Reben einem bequemen, wetterfesten Schuh mit starker Sohle empfiehlt sich vor allem das Tragen von Heberschuhen aus Gummi oder dergleichen, die beim Eintreten in geheizte Räume aber bal­digst ausgezogen werden müssen. Ist der Fuß trotzdem nah geworden, so sorge man dafür,

* D i e Weihnachtsfeiertage nahmen in unserer Stadt den gewohnten feierlichen Ver­lauf. Die Gottesdienste am Heiligen Abend, wie auch an den Feiertagen waren stark besucht. Der Reiseverkehr auf der Bahn nahm unmittelbar vor dem Fest, besonders aber am Heiligen Abend, ein sehr weites Ausmaß an, blieb die Feiertage über ziemlich still und setzte erst gestern mittag durch die Rückreisen von den Weihnachtsbesuchen wieder lebhafter ein, so daß gestern zum Teil Vorzüge gefahren werden mußten. Der Aus­flugsverkehr galt insbesondere dem Vogelsberg, wo die Skiläufer reiche Wintersportsreuden genie­ßen konnten. Der Reiseverkehr auf der Bahn wickelte sich glatt und ohne jeden Unfall ab. Der Ausflüglerverkehr in die nähere Umgebung litt unter der ungünstigen Witterung sehr, so dah für die Gaststätteninhaber in der Rachbarschaft von Gießen das erhoffte Weihnachtsgeschäft lei­der ausblieb. In der Stadt selbst verliefen die Feiertage erfteulicherweise ohne Störung der öffentlichen Ordnung, so daß die Polizei gleich­falls Feiertagsruhe genießen konnte. An­zahlreichen Orten der Provinz liegen uns Be­richte über stimmungsvolle Feiern des Wcihnachts- festes in den Gottesdiensten vor, bei denen die örtlichen Gesangvereine und Musikvereine ihr Kön­nen in anerkennenswerter Weise der Ausgestal­tung der gottesdienstlichen Feiern widmeten. Bei der großen Zahl der Berichte und der weitreichen­den Gleichartigkeit aller Darstellungen müssen wir im Hinblick auf den stark in Anspruch genommenen Raum von dem Abdruck der Einzelberichte ab- sehen, in der Gesamtheit darf aber die erfreuliche Feststellung gemacht werden, daß auch in der Provinz die Feier des Weihnachtsfestes überall weihevoll verlaufen ist.

** Der Weltkrieg im Film. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kam im Lichtspielhaus Bahnhof­straße btr zweite Teil des Weltkrieg-Films zur Vor­führung, der die sehr zahlreichen Besucher mit den Höhepunkten der Kämpfe im Westen und im Osten in den Jahren 1915 und 1916 bekannt machte. In eindrucksvoller Weise wurde bargetnn, unter welchen schwierigen Verhältnissen in militärischer und wirt­schaftlicher Hinsicht unser Volk, ja die ganzeFestung Mitteleuropa" sich gegen den gewaltigen Ansturm der feindlichen Kräfte von allen Seiten zu wehren hatte und sich habet siegreich behauptete; ebenso eindrucksvoll wurde man zurückgeführt in die Zeit der schweren Bedrängnis auf dem Gebiete der Le­bensmittelversorgung unter der von den Feind- möchten ohne jede Rücksichtnahme auf Frauen und Kinder durchgeführten Blockade. Der Filmstreifen, ber sowohl bei ber Schilderung ber Kampfhandlun­gen, wie auch bei den Berichten von der heimallichen Kampf- und Leidensfront eine strenge Tatsachen- barfteUung enthält und die gewaltigen Leistungen draußen und daheim in würdiger Weise aufzählt, verdient ebenso wie ber erste Tkil bes Filmwerkes alle Anerkennung.

Wettere Lokalnachnchlen im zweiten Blaff.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Ein kräftiges Tiefdruckgebiet mit Barometerständen von unter 725 mm lagert über Südskandinavien und greift mit seiner Südseite bis in unseren Bezirk vor. Bei dem starken Druckfall hat sich besonders in Norddeutschland lebhafte Luftbewegung entwickelt, die sich auch bei uns noch geltend machen wird. So­mit wird dem Festlande weiterhin ozeanische Luft zugesührt, so daß das Wetter einen unbeständigen Charakter annimmt. Zunächst bleibt es dabei noch mild, doch werden später an der Rückseite ber Stö­rung Luftmassen aus höheren Breiten südlich be­fördert, die wesentlich niedrigere Temperaturen be- sitzen und daher kälteres Wetter veranlassen werden. Die Bewölkung gestaltet sich stärker wechselhaft, späterhin dürfte es sich vorübergehend ausklaren, wobei in der Nacht Frost eintritt. Außerdem kommt es zu meist schauerartigen Niederschlägen, die auf den Bergen als Schnee fallen dürften.

Aussichten für Dienstag: Unbeständig und wechselnd bewölkt mit schauerartigen Nieder­schlägen, in höheren Lagen als Schnee, allmählich kälter, lebhafte um West drehende Winde.

Aussichten für Mittwoch: Weiterer lern- peraturrüdgang, wechselnd wolkig mit Aufklaren, einzelne Schauer.

Lufttemperaturen am 27. Dezember: mittags 0,1 Grad Celsius, abends 1,9 Grad; am 28. Dezember: morgens 4,4 Grad. Maximum 2,6 Grad, Minimum 1,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27 Dezember: abends 0,4 Grad; am 28. Dezember: morgens 0 Grad Celsius._________________________

Bei schlechtem Mundgeruch tüchtig aurgeln mit dem guten Chlorodont-Mundwasser. Flasche 1 Mt. Hüten Sie sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen.

Aus aller Wett.