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Oberhessen.

Kreis Friedberg.

-^Bad-Nauheim, 26. Febr. In der Hauptver- sammlung der evangelischen Kirchenge- ineinde-Vertretung entwarf Pfarrer Knodt ein anschauliches Bild von dem kirchlichen Le­ben der Badestadt im abgelaufenen Jahre. Der Kirchenbesuch, der im Durchschnitt wöchentlich 892 Erwachsene und 172 Kinder aufweisen konnte, ilt gestiegen. Am Abendmahl nahmen insgesamt 1633 Gcmeindeglieder teil. Getauft wurden 86, kon­firmiert 65 Kinder; getraut wurden 44 Paare, be­erdigt 70 Personen. Der Voranschlag für 1931 mit 35 000 Matt in Einnahme und Ausgabe fand Ge­nehmigung. Bei sparsamster Haushaltführung ist es gelungen, die örtlichen K i r ch e n st e u e r n mit 6 v.H. Zuschlag unter dem Ausschlag von 19 28 zu halten.

I Steinfurth, 26. Febr. Unter der schlechten wirtschaftlichen Lage haben auch die hiesigen R o s c m z ü ch t e r schwer z u leiden, weil sich für ihre Rosen nur geringe Absatzmöglichkeit bietet, und die Rosenpflanzen im Preise so niedrig sind, daß von einer Rentabilität der Rosenzucht zur Zeit nicht die Rede sein kann. Der hiesige Gärtnerverein ist deshalb aus finanziellen Gründen aus dem Reichsoerband des deutschen Gartenbaues ausgetreten. Er bildet nun unter dem Vorsitz von Wilhelm Balzer eine Ortsgruppe, welche die Be­lange der Rosenzüchter wahrnehmen soll.

Kreis Schotten.

Laubach, 26. Febr. Der hiesige Krie­ger-- und Mil itärve rein hielt im Schützenhof" einen Familienabend ab. Studienrat Vetter sprach zunächst über die Reichsgründung und hielt einen Lichtbildervor­trog über das Leben Bismarcks. Lebhaster Bei­

fall wurde dem Redner zuteil. 3mSolmfer Hof" fand die letzte städtische Brenn- und Rutzhvlzversteigerung statt. Es kosteten Buchenscheitholz über 11 Mark; Hainbuche 7 bis 8; Eichenscheit 6 bis 7; Fichte und Kiefer 5; Buchcnreiser 1. Klasse 1,25 bis 1,50; Buchcn- tnüppel 7 und Stockholz ebenfalls 7 Mark je ein Raummeter. 3m Saale desSchützen­hofes" kamen sämtliche Gemeindewiesen auf sechs Jahre zur Verpachtung. Die Gebote lagen zwischen 18 und 22 Mark pro Morgen. Es wurde eine jährliche Einnahme von insgesamt 2307 Mark gegen 2080 Mark im Vorjahre erzielt.

* Unter-Seibertenrod, 27. Febr. Hier kam das 1'Jahre alte Töchterchen des Landwirts Heinrich Horst VI. in der Küche einem Topf mit heißemWasserzu nahe, so daß der Topf umstürzte und die heiße Flüssigkeit sich über das Kind er­goß. Die bedauernswerte Kleine erlitt so schwere Brandwunden, daß sie nach eintägigem qualvollen Schmerzenslager v e r st a r b.

Kirche und Schule.

Dorstirckenvorstehertagung in Echzell.

*/ Echzell, 24. Febr. Hier wurde am Mon­tag die zweiundzwanzigste der von Dekan Scriba (Ridda) ins Leben gerufenen Dorf­kirchenvorstehertagungen abgehalten.

Der Tagung ging, wie üblich, am Sonntag eine Vorfeier der Ortsgemeinde voran. 3m Gottes­dienst predigte Professor Keller (Friedberg). QIm Abend sollte ein Gemeindeabend im größten Saale des Ortes stattfinden, jedoch war der An­drang so groß, daß die Feier in die Kirche ver­legt werden mußte. Dabei wirkten mit die Ge- sangvereine Frohsinn und Liederkranz, der Musik­verein, Zahnarzt Dr. S ch n a u 1 und Frau (Or­gel und Violine) und Fräulein Toni Schuch

(Gesang zur Orgel). 3m Mittelpunkt der Feier stand her Vortrag des Dekans Scriba über den Sonntag, in dem er über den Segen sprach, der in einer rechten Sonnt-agsfeicr für unser Volk liegt. 3n einer Rachversammlüng in dem noch immer dichtbesehten Saale führte dann noch der Turnverein, abwechselnd mit Vorträgen des Ge­sangvereins und des Musikvereins, Freiübungen, Keulenschwingen und eine Pyramide vor.

Zu der K i r ch e n v o r st e h e r t a g u n g fan­den sich nahezu 300 Vertreter von 41 Gemeinden der Wetterau und des Vogelsbergs ein. Dank ber Gastfreundschaft der Echzeller fanden alle bei hiesigen Familien Unterkunft. 3m Gottes­dienst predigte der Superintendent Ober- kirchenrat D. Wagner von Gießen. Die Orgel spielte cand. theol. Dr. Steiger, die beiden genannten Gesangvereine und die oberste Schul­klasse uqter Leitung des Lehrers Schuch trugen Gesänge und Lieder vor. Die große Kirche war bis auf den letzten Platz beseht; es mögen wohl 750 Besucher des Gottesdienstes gewesen sein. Um 14 Uhr fand die Dorfkirchenvorsteher­versammlung statt, an der sich auch viele Einheimische beteiligten. Prof. Ger st en meier vom Friedberger Predigerseminar sprach über die Frage, wie die Bibel wieder zu dem Le­bensbuch werden könne, das sie in früheren Zeiten war, und schloß mit den Worten:Ent­weder lernen wir wieder mit der Bibel leben, oder wir gehen ohne die Bibel zugrunde". Auf den Vortrag folgte eine rege Aussprache. 3n seinem Schlußwort sprach Prof. Ger st en meier es als seine innerste und letzte Ueberzeugung aus, daß der Segen der Bibel sich nur dem Gehorsam und dem Gebet erschließe, und daß uns vielleicht eine Zeit bevorstehe, in der uns allein das aufrecht erhalte, was wir aus der Bibel in Kopf und Herz trügen.

Kunst und Wissenschaft.

Billige Bücher im Insel-Derlag.

Ricarda Huch,Der große Krieg"; Felix Timmer mannsPallieter" und Stefan ZweigsAmok" sind in Reuausgaben zu 2.50 Mk. erschienen. Von jeher ist der Insel- Verlag ein Bahnbrecher des billigen Buches ge­wesen. Es sei nur an die bis heute in üben zwölf Millionen Exemplaren verbreitete 3 nsel- Bücherei erinnert. Die vorliegenden drei Bände bilden den Anfang einer neuen, zwanglos erscheinenden Reihe bedeutender und erfolgreicher Bücher zeitgenössischer Dichter des Insel-Ver­lages. Die Bände erhielten, trotz des billigen Preises, eine hervorragende Ausstattung.

Gießener Wochenmarktpreise.

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