Samstag, 28. Zebruar 193t
Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Hr. 50 Zweites Blatt
Oie neuen Flottenverhandlungen.
Außenpolitische Umschau.
Don Or. Otto Hoehsch, o. ö. Pros, der Geschichte an der Universität Berlin.
Die französllch-italienischen Flottenverhandlungen find nun zu Dreiecks-Verhandlungen geworden. Zwischen dem französischen und dem italienischen Standpunkt ist feit dem Londoner Flottenpakt keine Annäherung erzielt. Das bedeutet, daß beide Staaten ihre Rustungsfrecheit behielten und davon Gebrauch machen. Somit aber wird für England die Flottenbindung, die es in London mit den Vereinigten Staaten und Japan eingegangen ist, bedenklich. Natürlich, wenn Frankreich weiter rüstet, verschiebt das nicht nur seine Position gegen Italien, sondern auch gegen England, das sich im Flottenpakt für alle Einheiten für eine bestimmte, nicht überschreitbare Linie gebunden hat. So hat England sich hier eingeschaltet. In der zweiten Februarwoche fanden erneut Verhandlungen zwischen Frankreich und einem Mitgliede des' eng- schen Außenministeriums, Craigie, statt, die plötzlich durch einen Besuch des englischen Außen- Ministers Henderson und des ersten Lords der Admiralität, Alexander, in Paris am 23. und" 24. Februar nachdrücklich betont wurden.
Der Zweck war, Frankreichs Beitritt zum Londoner Flottenpakt zu erzielen. Diesem Zweck hat man sich offenbar auf dem von Eraigie vorbereiteten Boden doch sehr genähert. Frankreich hat sich entschlossen, diese englische Verhandlung, die zugleich eine Vermittlung zwischen Frankreich undItalien ist, anzunehmen, weil doch auch ihm das Wettrüsten auf die Dauer unerträglich werden dürfte. So scheint Frankreich gewillt zu sein, dem Londoner Abkommen vom 22. April 1930 beizutreten, mit einer Gesamttonnage 60n 650000 Tonnen, was eine erhebliche Verringerung wäre gegenüber der Tonnenzahl, die Frankreich bisher für sich in Anspruch genommen hat. Zugleich würden dann Frankreich und Italien sich bis zum Ablauf des Londoner Paktes, d. h. bis 1936 verpachten, nicht mehr zu bauen, so daß es bei dem heutigen Vorsprung Frankreichs vor Italien bliebe. Ob Italien bereit ist, darauf einzugehen, ist noch nichi sicher. So gut wie sicher ist aber wohl, daß Frankreich nur bereit ist, auf die Einigung mit England einzugehen unter Herabsetzung feiner Ansprüche an die Gesamttonnenzahl.
Man täuscht sich sicher nicht, wenn man darin eine wohlüberlegte Vorbereitung Frankreichs auf die allgemeine Abrüstungskonferenz von 1932 sieht. Die französische Presse spricht offen aus, daß Frankreich ein solches Zugeständnis an England in den Seeabrüstungen nur macht, einmal wenn es sicher ist, dah Italien seine Flotte nicht über die heutige Tonnenzahl hinaus vergrößert (das bei Italien durchzusetzen, liegt auch in Englands Interesse und dazu hätte auch England Italien gegenüber die nötige Kraft). Dann aber fordert Frankreich überhaupt Z u g e st ä n d n i s s e für diesen Anschluß an England in den Seerüstungcn. Indem cs England, das noch viel weniger ein Wettrüsten wünscht, von dem Alp einer gefährlichen französischen Konkurrenz befreit, will es sich in den Landrü st ungen dahin sichern, daß England sich für die Abrüstungskonferenz auf die französischen Gesichtspunkte und Forderungen gegen die auf Abrüstung Drängenden festlege — weitaus in erster Linie also gegen Deutsch
geben. Sie muß weiter auf diesem Gebiete die Verbindung mit den Faktoren Herstellen, denen eine solche Entwicklung auf das englisch-französische Bündnis hin auch gegen den Strich geht. Das ist nicht nur Italien, sondern, was weit wichtiger ist, vor allem Amerika. Französisch-englische Verständigung über die Gold- verteilung und französisch-englische Derständiguna in der Rüstungsfrage — es ist doch kein Zufall, dah diese weittragenden Verhandlungen im Januar und Februar so unmittelbar aufeinander folgten, — sind Entwicklungen, die direkt gegen die amerikanischen Interessen gehen.
Noch ist heute Amerika ohne Zweifel die politisch und wirtschaftlich stärkste Macht der
dah eine solche Entwicklung ganz gewiß Deutschland nicht gleichgültig sein kann, weil sie, wenn sie Amerika tatsächlich Grenzen zieht, doch zu nichts anderem führt, als zur e r n e u t e n Stabilisierung des Versailler Vertrags und des Voungplans. nach Frankreichs Wunsch und mit Englands Hilfe?
Vorerst keine Mainz—Wiesbadener Theaiergemeinschast.
WSV. Mainz, 27. Febr. In der Sitzung der Theaterdeputation wurde berichtet, dah die anfänglich aussichtvollcn Verhandlungen über
Ein Weckruf
an alle Kaufkräftigen!
EtwaSMillionenArbeitsloseninDeutschlandstehenfast 65 Millionen Verbraucher gegenüber, davon sind 30 Millionen arbeitstätig und beziehen Einkommen.Daraus ergibt sich auch heute noch eine gewaltige Kaufkraft.
Mit dieser Kaufkraft muß ein wesentlicher Teil der Wirtschaftskrise überwunden werden I
Sie kann überwunden werden, wenn alle erwerbstätigen Käufer ihre Zurückhaltung im Einkauf aufgeben —jene Scheu vor der Geldausgabe, die nicht gerechtfertigt ist — und wie früher an die regelmäßigen Anschaffungen für den eigenen Bedarf, sowie für Haushalt und Familie herantreten.
Gekauft muß werden! Wer kauft, schafft AbsatzI
Absatz, Umsatz, neue Herstellungsmöglichkeiten und damitVerdienst zu schaffen, ist nicht nur Pf licht,sondern Selbsterhaltung jedes einzelnen. Noch ist es nicht zu spät, darum
Kunstgattungen (Oper, Operette und Schauspiel) im nächsten Spieljahr durchzuführen. Einer aus der Deputation erfolgten Anregung, die Verpachtung des Theaters auszuschrciben. wurde von der Mehrheit der Deputation nicht zugestimmt. Dagegen wurde eine llnterkommis- sivn gewählt, die prüfen soll, ob durch weitere Einsparung oder Umgestaltung der Spiclgattungcn der Zuschuh noch weiter herabgesetzt werden kann. *
Aus der Proviozialdauptfiadt.
Gießen, den 28. Februar 1931.
Sozialer Kursus der evangelischen Vereine in Gießen.
In Gießen fand der zweite Teil des von deu Evangelischen Arbeitervereinen Gießen und Butzbach, dem Evangelischen Bund und dem Wartburg- verein veranstalteten sozialen Kurses statt. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des hiesigen Evangelischen Arbeitervereins Henn. Kirchner sprach zunächst Verwaltungsamtmann Keitzer- Gießen über „Die öffentliche Wohlfahrtssürsorge und ihre Ergänzung durch die evangelischen Vereine". Er erläuterte die Beziehungen zwischen der gesetzlichen Fürsorge und der Tätigkeit der privaten Vereine, zeigte die Unterschiede in der sozialen Fürsorge zwischen früherem und jetzigem Recht und betonte hierbei besonders die Pflicht der öffentlichen Verbände, mit der privaten Wohlfahrtspflege in engste Zusammenarbeit zu treten. Er beschäftigte sich sodann mit dem Aufbau der amtlichen Fürsorgeeinrichtungen und umriß zugleich den Aufgaben- kreis und die praktische Arbeit der öffentlichen Fürsorge. Weiter behandelte der Redner die Mitarbeit der privaten Fürsorgeorganisationen und Einzel- versonen, deren aufopfernder Tätigkeit er besondere Anerkennung zollte.
Das zweite Referat hielt Direktor Mcnken- Kinzendach über „Wirtschaftslage und Arbeitslosen- frage". Der Redner gab vor allem einen Ueberblick über Ursache und Entwicklung der derzeitigen Wirtschaftskrise. Weiter behandelte er die Frage: „Inwieweit ist die Wirtschaftskrise eine Folge der Rationalisierung?" und vertrat dabei die Auffassung, daß die Rationalisierung nicht die Meinschuld trage, daß vielmehr die technischen Umwälzungen der letz- ten Jahrzehnte wesentlich schuld an den derzeitigen Wirtschaftsverhältnissen seien. Nach der Etabilisie- rung hätte die Wirtschaft rationalisieren müssen, sonst wäre die Krise viel größer geworden. Deutsch- land fei durch die überschnelle Rationalisierung Amerikas zu diesen Maßnahmen gezwungen worden. Der derzeitige Abbau der Löhne wäre vermieden worden, wenn die Tarifpolitik nicht gegen die Gesetze der Wirtschaft verstoßen hätte. Die Lohn- und Preispolitik der Syndikate und Konzerne wirke schädigend auf die Preissenkung der wirtschaftlichen Rohstoffe und Erzeugnisse. Der Redner sprach dann über die Tributlasten, sowie «ihre Auswirkung aus das Wirtschaftsleben und hält eine Revision für dringend erforderlich. Er ging schließlich noch mif die von verschiedenen Seiten gemachten Vorschläge zur Verringerung des Arbeitslosenheeres ein. Cr halte, so führte er aus, die versuchsweise in einzelnen Betrieben eingeführte 5-Tage-Woche für geeignet, eine Minderung der Arbeitslosigkeit herbei- zuführen. Anderseits vertrete er die Auffassung, dah eine Besserung der Wirtschaft durch weitere Senkung der Selbstkosten, die mit entsprechender Mehrarbeit ohne höhere Bezahlung möglich wäre, ein- treten könne.
Die beiden Referate gaben Veranlassung zu eingehender Aussprache. Die Teilnehmer leisteten durch eine Sammlung für die Winternothilfe nachahmenswerte praktische soziale Arbeit.
schafft neue Arbeit durch Einkauf
und berücksichtigt die ortsansässigen Geschäftei
eine Arbeitsgemeinschaft der Thea- terinWiesbadenundMainzfür dieses Jahr zu keinem Ergebnis geführt haben, weil die Gencralintendanz der preußischen Staatstheater ihre früher gemachten Vorschläge aufgab. nachdem die Stadt Wiesbaden sich entschlossen hatte, für ihre Theater weitere Opfer zu bringen. Der Voranschlag des Mainzer Stadttheaters, der wesentliche Einsparungen gegen frühere Jahre vorsieht. schließt mit einem Zuschuß von 46 1 473 M k. ab. Die städtische Verwaltung hält es für mög'ich. mit diesem Zuschuß den Spielbetrieb in allen drei
Tonfilm: „Afrika spricht!"
Der Deutsche C. G. Schillings, der vor etwa einem Dierteljahrhundert als erster nach Afrika ging, um das Grohwlld des schwarzen Erdteils nicht nur zu jagen, sondern es auf freier Wildbahn, in der endlosen Steppe, in den Sümpfen, an Seen und Flüssen, bei Tag und bei Vacht zu belauschen und zu photographieren, — er hat sich wohl nichts davon träumen lassen, was wenige Jahrzehnte später einer unerhört verfeinerten Technik gelingen würde: eine bewegte und tönende
Lochschulnachrichten.
Der Abteilungsleiter bei der Deutschen Werft in Hamburg, Oberingenieur Kucharski, ist zum ordentlichen Professor in der Fakultät für Maschinenwesen der Technischen Hochschule in Berlin berufen worden. Kucharski hat den Vuf angenommen und bereits seine Ernennung erhalten. — Der durch das Ableben des ordentlichen Professors, Geh. Vegieruungsrates Dr. August Heisenberg an der Tlniversität München erledigte Lchrstuhl der mittel- und neugriechischen Philologie ist dem Staatsoberbibliothekar an der Münchener älniversitätsbiblio- chek, Privatdozenten Dr. Franz Dölger angeboten worden.
Dildersolge aus dem reichen und wilden Lande, aus dem großen und noch immer — aller Aasjä- gcrci zum Troy — unerschöpften Tierparadies auf die Leinwand zu zaubern. Die Grenzen des Erdballs schrumpfen ein, die Kontinente rücken zusammen —: Afrika spricht zu uns, schaut uns an aus Tier- und Menschenaugen mit einer oft faszinierenden und erregenden Wirklichkeits- nähe: das ist die erstaunliche Leistung dieses außerordentlich schönen Films, den die Colorado- Afrika-Cxpedition unter Führung von Paul L. Hoefler (Mitarbeiter: Harald Austin) nach monatelangen, entbehrungsreichen und erlebnisschweren Märschen quer durch das innerste Afrika heimgebracht hat. (Filmbearbeitung: Walter A. Futter: deutfche Bearbeitung: Egon Gol- tzen und Dr. Peter Paul Brauer.) Aus der Fülle des hier gesammelten Materials, das landschaftlich, völkerkundlich und zoologisch gleicherweise bedeutsam ist, kann hier nur einiges angedeutet werden; doch muß betont werden, dah dieser Va- turfitm nichts von der seiner Gattung oft eigenen, lehrhaften Leblosigkeit an sich hat. Alles wirkt unmittelbar, anschaulich, aus nahem Erlebnis geboren, nichts erscheint absichtlich oder gestellt. Man begleitet die Expedition an Hand einer Teilkarte etappenweise auf dem Marsch und steht sozusagen daneben, wenn der Operateur, unermüdlich .geduldig und kaltblüttg kurbelnd. Bild an Bild reiht. Vor allem die Tierphotographien, oft aus unheimlicher Vähe ausgenommen, entzücken das Auge: Elefanten, Giraffen, Gnus, das feltene weiße Rhinozeros, die graziösen und unendlich scheuen Impallah-Antilopen, deren fabelhafte Sprungleistungen man in herrlichen Zeitlupenaufnahmen beobachten kann. Eine ganz rare
Gießener Konzertverein.
IX. Konzert: „Ter Messias" von Händel.
Für eine eindrucksvolle Auswirkung des Hän- delschen „Ott esfias" ist der Anteil des Chores ein besonders wichtiger Faktor. Der Akademische Gesangverein hatte unter der Führung von Uni» versitätsmusikdircktor Dr. Temesvary das Werk sehr gründlich studiert; besondere Sorgfalt war der plastischen Ausprägung und dem klaren Ausbau der fast immer polyphonen Satze gc- widmei worden, wie es besonders an der Doppelfuge „Durch seine Wunden...“ und dem Schluß „Amen" zu erkennen war. Die Durchführung des „Halleluja" war ein erhabener Höhepunkt, wenngleich hier wie auch an anderen Stellen Mom- sizierungen des Tempos angesichts der Gewichtigkeit des Textes angebracht gewesen wären, (z. D. im Unisono: „Denn Gott der Herr regieret"). '
Der Gießener Orchestervercin unterstützte die Wirkung der Chöre und sührte auch die Begleitung der Arien recht ausdrucksvoll öurd>. Die Möglichkeit zu dynamischen Abstufungen hätte an einzelnen Stellen mehr ausgenüyt werden können; die Trompete war für den klanglichen Rahmen verschiedentlich zu stark. Mimi Dock (Klavier) und Hans Rebeling (Orgel) gaben dem Ganzen klangliche Stütze.
Ria Gin ft e r (Sopran) benutzte in zu ausgiebiger Weise das zu Gebote stehende Piano; sie nahm damit den Hörer zwar gefangen, schwächte aber damit auf die Dauer den Eindruck ihrer seinen musikalischen Durchgestaltung und Hver seelenvollen, innigen Erfassung ab. Ruth
land.
Man sieht, wie sehr wir recht hatten, als wir die Bedeutung des Londoner Flottenpaktes seinerzeit sehr hoch einschähten. Er wirkt durch sich weiter, weil es ein Lebensinteresse Englands ist. ihn vorwärtszutreiben. Darüber geht England klar und bewußt immer stärker von der Abrüstungslinie im allgemeinen ab. die jahrelang sein Vertreter Lord Robert Cecil in Gens eingehalten hat. Das führt zu einer Gefährdung der Abrüstungskonferenz von vornherein, führt zu- einer Annäherung England-Frankreich, die fast schon einem Bündnis gleichkommt. Das führt dann, — worauf die italienische Presse bereits hindeutet und was wir unbedingt durchdenken müssen, — auf einen Weg ab vom Locarnopakt, jedenfalls von feinem Geiste.
Die deutsche Politik kann gar nicht aufmerksam, scharf und früh genug diese Vorgänge verfolgen. Sie kann nicht direkt in sie eingreifen — das ist ja selbstverständlich —, aber das bedingt nicht, daß sie deshalb ganz passiv fein mühte. Ihre Stellungnahme zu den oben angedeuteten Folgerungen muh sie zu erkennen
Welt. Es hat durch eigene Schuld viele Gelegenheiten vorbeigehen lassen, bei denen cs im Dienste seines eigenen Interesses dem europäischen Frieden vorwärts geholfen hätte. Heben sich ober Umriffc einer so wcitgreifenden Verständigung zwischen England und Frankreich ab. die gerade ein Labour-Kabinett durchführt, dah fich damit von Chamberlains Haltung schon überhaupt nicht mehr unterscheidet, so werden damit zugleich auch Grenzen gesetzt, die dem übermächtigen nordamerikanischen Welteinfluß gezogen werden. Ist es nötig, mit einem Blick auf die Rcparationsfrage noch zu begründen.
Kisch-Arndt (2Ilt) mit ihrem sonoren, pastosen Alt vermochte besonders durch ihre hin- gebende Versenkung und Durchgeisttgung mit der 2lrie „Er ward verschmähet" innerlich zu packen, zu ergreifen, zu erschüttern.
Für Lic. I. Laun war August Jordan (Tenor) in letzter Stunde eingesprungen. Hätte man sich im Eröffnungsarioso noch mehr lyrische Ausbreitung wünschen mögen, so zeigte sich in den Rezitativen seine dem Heldischen zustrebende Stimme mit dramatischer Kraft. Die Koloraturen artikulierte er sehr ausgeprägt; die Zornesarie erfüllte er mit szenischer Ursprünglichkeit. Hans Schweiger (Bah. Wien) zeigte in der Tiefe mehr sttmmliche Fähigkeiten als in der Höhe; seinem Organ fehlt noch die letzte plastische Klangprägung. Bei ihm wie auch bei August Jordan fiel die edle Tongabe wie auch die vornehme Art zu fingen wohltuend ins Gewicht.
Der überaus starke Besuch der Aufführung bewies das allgemeine Verlangen nach innerer Erbauung aus den Schätzen unserer geistlichen Musik. Dr. n.
* Der Kulturverband Hessen und Hessen-Nassau (Landesverband der Gesellschaft für Volksbildung) hält am 15. März in Bad Nauheim seine Frühjahrstagung ab. Der Vorsitzende der Gesellschaft für Volksbildung, Dr. P a ch n i ck e (Berlin), wird einen Vortrag über das Thema „Deutsche Bildung — deutsche Zukunft" halten, ferner wird der Leiter der Abteilung für Vortrags wesen in der Gesellschaft für Volksbildung, Dr. Henning (Berlin), über „Vortragswesen und Wirtschaftsnot referieren. Im übrigen soll über die Arbeit des Kulturverbandes in Hessen und Hessen- Nassau beraten werden.
* Zuchtvieh-Versteigerung. Die erste Zuchtviehversteigerung des Landwirtschaftskam- mer-Ausschusses für Oberhessen in diesem Jahre findet in Butzbach am 19. M ä r z gelegentlich des Butzbacher Faselmarktes statt. Trotzdem der Anmeldetermin noch nicht abgelaufen ist, sind bereits 30 Bullen des hessischen Fleckviehs, worunter sich wieder eine Anzahl Leistungsbullen befinden, ferner 15 Edelfchweineber und 14 Land- schweineber gemeldet.
Aufnähmeferie hält den Plünderungszug eines riesigen Heuschreckenschwarmes fest, der weite und breite Strecken völlig kahl gefressenen Landes hinter sich zurückläßt. Von zauberhafter Schönheit find die Bilder vom neuentdeckten Eubalasso-See, dem einsamen Paradies ungezählter Flamingoschwärme. Höchst interessant die Aufnahmen vom zwerghaften Dolksstamm der Pygmäen, von den ilbangifrauen mit den „Entenschnäbeln" und von dem edelgewachsenen ostafrikanischen Iägervolk des Massai. Grandioser Höhepunkt und Abschluß des Expeditionssilms: die wahrhaft dramatischen und erregenden Szenen von der Löwenjagd am Tanganjika ider leider ein Menschenleben zum Opfer fiel). Wir entsinnen uns nicht, zuvor ähnliche Ausnahmen — deren Zustandekommen teil- weise unerklärlich ist — gesehen zu haben. — Der Film läuft feit gestern im Lichtfpielhaus; niemand versäume, sich ihn anzusehen. —r—


