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zorlbildmasiehrgang im akademischenZorstinstilul

Mit der Hundertjahrfeier der Eingliederung deS hessischen Forstinstitutes in die LandeS-Hni- versitüt (Sichen war ein Fortbildung-- lehrgang für die akademischen Forst- beamten Hessen- verbunden, der am Mitt­woch in den Daumen der HniDerfität stattfand. Der Kursus erfreute fich einer überau- zahlreichen Teilnahme nicht nur hessischer, sondern auch süd­deutscher und preußischer Forstleute

Der Fortbildungslehrgang wurde eingeleitet durch eine Begrüßung.anlprache Se. Magnifizenz deS Dcktor- o. ö. Professor der Forstwissenschaft Dr. Karl D a n s e l o w und de- hessischen Land- forstmeisters Dr. h. c. Karl Hesse als de- Ver­treter- des Hessischen Finanzministerium-, Ab­teilung für Forst- und Kameralverwaltung. Al- erster Dedner sprach dann

Prof. Or. h. c. W. Gchädelin,

von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich überV e st a n d e S e r - t e h u n g". Der Vortragende ging aus von der Lehre des im ver- fiangencn Sommer unserer Landes - HniDerfität eider zu früh entrissenen Prof. Dr. W. Borg­

mann. dah mit der Zunahme des Intensitäts- grades der Durchforstung die Rentabilität des forstlichen Betriebes bei gleichzeitiger Hinaus­schiebung der finanziellen Hmtriebszeit eine nam­hafte Steigerung erfährt. Unter intensiver Durch- sorstung versteht Prof. Schädelin die Summe aller erzieyerischen Eingriffe in dem Bestand. Aber er warnt vor dem tiefen und fast allgemein herrschenden Mchverständnis, das denIntensi­tätsgrad" der Durchforstung und denStärke­grad' des einzelnen DurchsorstungseingriffS gleichseyt! Den Zentralpunkt seiner Ausführun­gen bildete die Fragestellung:Wie erreichen wir wirtschaftlich die nachhaltige Erzeugung größter Mengen höchstwertigen Holzes?" Das ist die waldbauliche Aufgabe, die zugleich nicht ein Problem u. a., sondern das zentrale Pro­blem des Waldbaues ist.

Prof. Or. Reinhold-Gießen

sprach hieraus über das Thema:Folgerungen der forst lichen Betriebswirtschafts­lehre in der Forst Politik für die Forstwirtschaft der wichtigsten Be­st Hf orm en". Er führte etwa folgendes aus: Die forstliche Betriebswirtschaftslehre hat die Aufgabe, dem einzelnen Betrieb den Weg zu weisen zur Erfüllung des ökonomischen Prinzips: auf Grund gegebener Betriebsmittel die größt­mögliche Leistung, eine bestimmte Leistung mit ge­ringstem Betriebsmittelaufwand zu erreichen". Für die Forstwirtschaft ist die Rationalisierung das betriebswirtschaftliche Gebot der Stunde. Die Rationalisierung muh sich erstrecken auf die Rutz- barmachung der drei Produktionselemente Boden, Kapital und Arbeit. Sie führt in der Forstwirt­schaft weniger zu einer Arbeitsextenfivierung, als zu einer Rachprüfung der Kapitalintensität, da hierzu die katastrophale Lage der Forstwirtschaft zwingt. Alle Rationalisierungsmaßnahmen be­kämpfen nur die Symptome der Krankheit, solange nicht durch Schuh der heimischcn Holzerzeugung die Forstwirtschaft wenigstens für die nächsten Jahre vor dem Schlimmsten bewahrt wird. Als dritter Redner referierte

Prof. Dr. Georg Funk-Gießen,

der Vorstand der botanischen Abteilung des (Sie­bener Forstinstituts. über das Thema:Krank­heitserscheinungen und Krankheits­

ursachen bet Waldbäumen-. Den Aus­führungen sei folgendes entnommen:

Im Gegensatz zu den Krankheiten der kurzlebigen landwirtschaftlichen Kulturpflanzen sind die Krankheitserscheinungen der Wald­bäume wesentlich vielg-staltiger. Sie lassen sich nach den versch.cdmen Organen ein­teilen. In anderer Hinsicht lassen sich je nach dem Alter der Waldbäume Keim.ings-, Jungwuchs- und Altholzkrankheiten unterscheiden. Die ebenso vielgestaltigen Krankheitsursachen, deren Erken­nung im Sinzelfalle Vorbedingung einer wirk­samen Bekämpfung ist, werden seit langem in die drei Gruppen der nichtparasitären Hrfacften, der pflanzenpara i'ären und der tierparasitären Ur­sachen eingeteilt Das Ziel der Erkenntnis, au- einem gegebenen Krankheitsbild mit Sicherheit die Hrsache yerauszulesen, ist noch lange nicht in allen Fällen erreicht. Während die Verhältnisse bei vielen Krankheiten durch Insekten oder un­zweifelhaft parasitische Pilze verhältnismäßig gut zu übersehen sind, ist es in anderen Fällen noch völlig ungeklärt, ob ein nichtparasitärer Einfluß und welcher erst die Vorbedingung schafft für den Befall von sog. fakultativen Parasiten. Hier liegt ein großes, noch wenig erforschtes Gebiet. Als wichtigste- Erfordernis wird eine grunb'e'enbe ex­perimentelle K'arstellung der durch nichtparasi­täre Hrsachen hervorgeru'enen Krankheils Erschei­nungen erachtet da hier der Schlüssel zum Ver­ständnis zahlreicher parasitärer Krankheiten, na­mentlich des Befalls der Bäume durch fakultative Parasiten, zu suchen ist.

Prof. Dr. G. Baader-Gießen, Vorstand der Abteilung Betriebslehre am (Sie­bener Forstinstitut, sprach über: .Stand der Forsteinrichtung von heute l" Er sagte u. a.:

Die theoretische Forsteinrichtung wird In drei selbständige Wissenschaften aufgeteilt: Die öko­nomische Organisation wird beherrscht durch das Prinzip der Rentabilität. In der Forst­wirtschaft begnügt man sich bis heute mit einem Voranschlag. Die neueren Bestrebungen gehen da­hin, eine Eeldersolgsrechnung auszumachen. Die Ertragsregelung ist mit der Forderung der Rachhaltigkeit eng verknüpft. Bisher wurde die Ertragsregelung ausschließlich auf die Masse ab­gestellt. Die neueren Autoren stellen die Srtrags- regelung auf tunlichst gleiche Wertbezüge ab. Die Preisschwankungen des Markte- will man dabei durch die Einführung der Taxmark abfangen. Die Betriebstechnik ist das Werkzeug, dem Walde bei gegebenem Vorrat den höchsten Rein­ertrag abzugewinnen. Die Organisation dieser Technik wird erst neuerdings in der Forstwirtschaft angestrebt und befaßt sich mit der Frage des wirt­schaftlich besten Waldaufbaues. Das Eindringen der Betriebswirtschaftslehre in die Forstwissen- schaft und die Erkenntnis von der Bedeutung der Techn k für den Wirlfchastkerso g stellea die Praxis der nächsten Jahre vor schwerwiegende Entschei­dungen.

Oer Abschluß des Lehrgangs.

Im Schlußwort dankte Landforstmeister Dr. h. c. Hesse im Ramen der hessischen Staatssorstver- toaltung der HniDerfität Gießen, da der Fort- biiöungelebrgang durch die Zusammenarbeit der LandesuniDersität und der StaatssorstDerwaltung zustandegekommen war. Gleichzeitig dankte er allen (Säften und Teilnehmern der Veranstaltung.

Geländes soll für die Stadt das Vorkaufsrecht im Grundbuch gewahrt werden.

Die Mandatsniederlegung des Ge- meinderatSmitgliedS Fabrikant F e i ck wurde nicht genehmigt.

Im Winter 1931 32 foll außer Brennholz und den dabei anfallcnbcn Rutzholzmengen Bauholz nicht gefällt werden, da bei der Döllig dar­niederliegenden Bauwirtfchaft Absatzmöglichkeit für Bauholz kaum Dorhanden ist und die Preise eine rentable Waldbewirtschaftung unmöglich machen.

Die Kanalanlage in der neugeschaffenen StrafteAm Kreppelftein" soll Dor Eintritt des WinterS noch hergestellt werden, um für eine An­zahl Erwerbslose Arbeitsmöglichkeit zu schaffen. 'Aach dem Ergebnis der Submission kostet die An­lage 7259 Mk.. etwa 1100 Mk. hofft die Stadt au- der produktiven Erwerbslosen^ ürsorge zu er­halten. Die Arbeiten einschließlich der Rohrliefe­rung wurden der Firma Hardt, Lauterbach, übertragen.

Bürgermeister Walz teilte sodann mit, daß die am Montag in Betrieb genommene Volks­küche sehr stark beansprucht wird. Der Gemeinde­rat beschloß, fall- der jetzt benutzte, 200 Liter fassende Kochkessel nicht ausreichen sollte, einen zweiten Kessel auszustellen.

Weiter gab der Bürgermeister bekannt, daß er die Postautoltnie Lauterbach Hl- richstein vorsorglich zum 1 Januar 1932 ge­kündigt hat, da sich der Zufchußbedarf dauernd erhöhte und Im letzten Vierteljahr fast 600 Mk. betrug. Der Gemeinderat ermächtigte den Bür­germeister, mit der Oberpoftdirektion Darmstadt erneut zu verhandeln, über eine bestimmte Garan­tiesumme aber nicht hinau-zugehen.

Schließlich gab der Bürgermeister noch Kennt­nis von 'Verhandlungen mit der M i 11 e l d c u t - lchcn Hartsteininduftric wegen deS BillsteinbrucheS. Die Pächterin will für 1931 nur noch 5000 Mk. für den von der Stadt gepachteten Dillsteinbruch bezahlen und außerdem noch da» Vertrag-Verhältnis lösen. Die Beschluß- faf'ung In dieser Angelegenheit wurde in die an­schließende Deheimsihung verwiesen.

Landkreis (tfiefren.

8 Alten Buseck, 26. Noo. Am Mittwochabend sand in un|cn-m Gotteshaus ein Lichtbilder- do r trag statt. Missionar Doma i, der lange Zeit in China ab Missionar tätig war, gab zu Beginn seines 'Vortrages einen Ucberblirf über die jetzige tagt in China. Nur das Evangelium könne den Bruderkrieg beenden. Der Nedner erzählte bann an fianb l-iner zahlreichen sch.men Bilder über da» IBirfen der Missionare in China. Die höchsten An- sorderungen werden an sie gestellt, die aber trotz ollem oft unter Einsatz des Lebens ihr Werk voll- Ä!1' > zahlreichen Besucher unierstutzten bie Mission durch Gaben.

3 Lollar, 27. Nov. Am morgigen Sa niste g begeht Schreinermeister Arnold r>cn hier großer geistiger und körperlicher Friiche feinen a ch t. 3 i g ft e n Geburtstag. Der Iulilar erfreut sich nicht nur wegen seines umgänglichen Wesens son-

dem auch wegen seiner beruflichen Tüchtigkeit all- gemeiner Achtung und Zuneigung. Sein im Jahre 1876 gegründetes Geschäft ist Im besten Sinne be­kannt.

f Treis a. d. Lda., 26. Rov. Dieser Tage starb dahier die frühere Gemeindehebamme Frau Mar­gareta B e ck e r kurz vor Vollendung ihres 70. Lebensjahre«, die 42 Jahre lang ihres Dien­stes treu gewaltet und über 1200 Kindern zum Leben verhalfen hat.

*!* Leihgestern, 26. Rov. Gestern abend fand in unserer Kirche ein Li ch t b i 1 d e r v o r- trag der Mohammedaner - Mission statt. Frl. I. v. Dewitz, in Assuan (Oberägyp­ten), seit sechs Jahren als Krankenschwester tätig, erzählte von Land und Leuten ihres Arbeitsfel­des. Missionspredigt, die von dort aus weit inS Land vorgetragen wird. Schule und Krankenhaus, in dem neben 30 belegten Betten täglich ungefähr 100 kranke Menschen mit und ohne Operation Hei­lung suchen, gab Kunde davon, daß man dort feit 1925 nach dem Krieg zum erstenmal wieder alte« Gebiet betreten hat, helfen Bewohner selbst an­der arabischen und nubischen Wüste der Mission großes Vertrauen entgegenbringen.

.Hol z h e i m , 26. Rov. Im verflossenen Kir­chenjahr starben in unserer etwa 1200 Seelen zäh- knben Gemeinde 16 Personen. In der Filiale Dorf-Güll starben 7 Einwohner. Eine Haus- fammlung für das Elisabethenftift in Darm- Habt ergab 55,60 Mark. Auf Anregung des Kirchenvorstandes wurden für die Hilfsbedürftigen ber Stadt Essen einige Wagen Speisekartoffeln gesammelt. Eine gleiche Sammlung wurde auch in Dorf-Güll durchgesührt.

ÄrciS Büdingen.

^'Babenhausen 1., 26. Rov. In den letzten wahren bestand untere F o r t b i l d u n q - s ch u l e ?A8Jl?.,ncr ^aben- und Mädchenklasse mit über 30 Schulern. Run ist die Schülerzahl so sehr zu- rückgegangen, daß die beiden Klassen zu einer g e m ein s a m c n Klasse vereinigt worden lind. £dr die Handarbeit müssen die Schülerinnen ^1...^orlamkettSgründen den Hnterricht der Volksschule besuchen. - 3m Kirchspiel SchwickattS- baufen mit Dodenhausen. Bellmuth und SckattS- dorn werden im nächsten Jahre nur vier Konfir- manöen emgefegnet und zwar aus Bellmuth zwei Mädchen, auS EckartSborn ein Knabe und ein Mädchen.

Kreis Schotten.

?laÄ5 üt2cn.^2e '3ToD- 2n einem Kursus sprach hier die KreiSschwester Ella PuthiSchot- ^n) über .Kinder- u n d K r a n k e n p f l e g e". An die Behandlung der aktuellen Themen: allge- KCln4n^Dtt,crt,flcflC- Hygiene der Kleidung und der Wohnung. Ernährung des gesunden und oe» tranken K-ndeS. schlossen sich prakt sche Hebungen ar Der 51 ;rlu« war von 20 jungen Mädchen und lUiigen Frauen besuch^ Eine Sammlung zu­gunsten der hessischen Jugendherber­ge n ergab hier den Betrag von 8.15 Mark §ur die Win terbilf e des Äreife» Schotten murb«n t.5 Zentner Kartoffel und 2 Zentner 3kbfd gezeichnet.

KreiS «rsfeld.

ll. M e r l a u 26. Rov. Bei der Treibjagd des PächterS Butz (Dietzen) wurden 3 Rehe, 4 Hafen und 1 Schnepfe erlegt. Bemerkenswert ist. daß man einem der jetzt geschossenen Rehe schon zwölf Jahre lang nachstellte. Die Rehe hatten das statt­liche Gewicht von 130 Pfund.

Preugen. x

Kreis Wetzlar.

Q O b e n h a u s e n, 24. Noo. Der Vorsteher der hicsigen Dränage-Genossenschaft und der fteUoertretenbe Dorsteher sind beide verstorben, so daß in ber Generalversammlung die Neuwahl erfolgen mußte. Gewählt wurden Ehr. Kraft al» Gcnossenschastsoorsteher und Thr. Fritz als Stell- Vertreter, sowie L. S p e i e r als Beisitzer an Stelle de» bisherigen Beisitzers. Die Wahl gilt auf fünf Jahre und ist vorn Landrat bestätigt worden.

0 Dutenhofen, 25.Noo. Am vorigen Sams­tag fand die Abnahme des Wasserleitungs- baue» unserer Gemeinde statt. Vormittags wurde die Anlage noch einmal in allen Teilen ge­prüft, nachmittags fand ein Rundaang des Bürger­meisters Brockmeier (Krofdorf), der Gemeinde­vertretung und der Bauleitung nach den Quellen und dem Hochbehälter statt. Anschließend brachte Ge­meindevorsteher A g e l bei einem geselligen Beisam­mensein im ,Zagdschlößchen" dem bauleitenöcn Kreistiefbauamt, den bauausführenden Firmen und ihren Mitarbeitern, sowie dem Gemeinderatsmitglied Lehrer Gaß für feine hervorragende Tätigkeit bei der Geldbeschaffung zur Durchführung des bedeut­samen Bauwerkes den herzlichen Dank der Gemeinde zum Ausdruck. Bei den Bauarbeiten fand ein großer Teil der Erwerbslosen unserer Gemeinde Be- schäftigung. Die Baukosten betrugen für das Orts­netz 88 000 Mark, für den Hochbehälter 13 000 Mark, für das Pumpenhaus 2500 Mark, für die zwei Kol- benpumpen 6500 Mark, für Bohrungen, Wasser­schürfarbeiten, Quellfassungen Sammelbehälter usw. insgesamt 42 000 Mark. Die Landesbank der Rhein- provinz bewilligte ein Darlehn von 100 000 Mark, von dem jedoch erst 50 000 Mark in Anspruch ge­nommen wurden. Die Gemeinde erhielt zwei ver­billigte Staatsdarlehn von je 25 000 Mark und eine Staatsbeihilfe von je 8000 Mark. Durch die Bereit- Willigkeit der Einwohner )eber Anfchlußnehmer zahlte in Raten einen einmaligen Baukostenzuschuß konnte eine größere Summe aufgebracht werden, durch die jetzt schon fast ein Drittel der Baukosten- lumme bezahlt ist. Die täglich zur Verfügung stehende Wassermenge beläuft sich auf 115 Kubikmeter, so daß der Wasserverbrauch für unsere rund 1500 Ein­wohner zählende Gemeinde reichlich gedeckt ist.

0 AuSdem Hüttenberg. 25. Rov Rän­dern bie Schweinepreise schon seit Wochen lehr stark zurückgegangen sind, sinken nun auch bie Rindviehpreise ganz erbeblich. Rur für ganz erstklassige« Vieh ist noch Absatz zu finben. Fast in den meisten Otten gehen die Land- witte jetzt dazu über, Schweine unb Rind- vieh selbst zu schlachten unb au -zu­wieg e n. Der Verkauf be- Fleische- erfolgt an bie Ortseinwohner, oft auch nach auswärts.

j Münchholzhausen, 26. Noo. Der ® e meinbera t hat in feiner letzten Sitzung bie Holzfällung-arbeiten fern Holzdauer­meister Friedrich Schneiber VI. auf bin Ange­bot hin übertragen. E- haben sich 50 Holzhauer gemelbet, bie in zwei Rotten beschäftigt werben sollen.

Kunst und Wiffenschast.

150 Zahre Leipziger Gewandhaus-Konzerte.

Au- Anlaß be- 150jährigen Bestehen- ber Leip­ziger Gewandhaus-Konzerte fand im Gewandhaus ein Festakt statt, an dem u. a. ber sächsische Innenminister Richter, Frau Wini­fred Wagner, Dr. Hans P f i h n e r, Anver­wandte früherer verstorbener DewandhauS-Diri- genten sowie Persönlichkeiten aus dem kulturellen unb wirtschaftlichen Leben Leipzig- teilnahmen. Der Dorsihenbe ber Gewandhaus-Konzertdirek-, tion, Verleger Max Drockhaus, hielt bie Festrebe. Innenminister Richter überbrachte bie Grüße ber Regierung. Für bie Stabt Leipzig sprach Oberbürgermeister Dr. Goerbeler. Der Rektor ber Leipziger HniDerfität, Professor Dr. Litt, überbrachte bem Vorsitzenden der Gewand­haus-Konzertdirektion die Ernennung zum Ehren­senator der HniDerfität Leipzig. Reichsgericht s- präfident Dr. Dumke sprach im Ramen ber Ge- wandhausbesucher. Für bie schassenben Künstler übermittelte ber Komponist Dr. Han- P f i tz n e r Grüße. Don Reichspräsident d. Hindenburg war folgender Bries eingetroffen: .Ich sende Ihnen meine herzlichen Glückwünsche zu diesem seltenen unb für da- künstlerische Leden unsere- Volkes so bedeutsamen Anlaß. Mögen bie Leipziger Ge- wandhauS-Konzerte, bie unter Dirigenten wie Fe­lix Don Menbel-sohn-Bartholby und Arthur Ri- lisch seit eineinhalb Jahrhunderten Weltruf er­warben, auch weiterhin ihre führende Bedeutung im deutschen Musikleben bewahren zur Ehre deut­scher Kultur." y

Lia de Putti f.

Neuyork, 27. Noo. (CNB. Funkspruch. (Eigene Meldung.) Die Filmschauspielerin Lia d e Putti ist an Lungenentzündung geworben.

Bücher für den Weihnachtstisch.

Kalender und Almanache auf das Jahr 1932.

Deutscher Almanach für das Jahr 19 32. Herausgegeben von Dr. Wolfgang von (Ein- siedel. Ausstattung von Georg Salier. 1,50 Mark. Verlag Philipp Reclam jr., Leipzig. (330.) Der dritte Almanach des Berlages Reclam, für das Goethe-Jahr 1932, umreißt in einheitlichem Aufbau das ganze große Gebiet der Klassik in Aufsätzen und Auseinandersetzungen führender Köpfe unserer Zett. Was ist uns die Klassik, in welchen Beziehungen steht die Gegenwart zu ihr?: das sind die Fragen, die hier von den verschiedensten Seiten beleuchtet, durchdacht und beantwortet werden. Neben dem Historiker steht der Politiker, neben dem Kunst- gelehrten der Naturforscher, und immer bietet Goethes umfassende Persönlichkeit den zentralen Punkt, von dem die Erörterungen ausgehen, zu dem sie hinleiten. Wenig bekannte, zum Teil unoer- öffentlicbte Dokumente werden ans Licht gestellt, das Weimar, Jena, Berlin der Klassik und Roman­tik ersteht in lebendigem Bilde. So ist es ein ein­heitlich gestaltetes und doch innerlich vielseitiges Jahrbuch, das zum Goeihe-äahr 1932 die Summe zweier Jahrhunderte äu ziehen sucht. Die zahlreichen Bildbeilagen und Miszellen umhüllen den geistigen Kern des Jahrbuches mit reizvoll buntem Gewand.

-Amalthea-Almanach 1 932. 169; 62 Seiten 8°. Geheftet 1 Mk. Amalthea-Verlag, Zü­rich, Leipzig, Wien. (407). Der mit acht inter­essanten Bildtafeln geschmückte, von Gmil Erma- tinger mit einem Aufsatz über Goethe- religiös- sittliche Symbolik eingeleitete Almanach gibt einen Querschnitt burch die Probuktion deS sehr Dielfeitig tätigen Verlage- unb bringt Beiträge u. a. von fotgenben Autoren: OSkar von Wert­heimer (»Eleopatra"): DenebettoEroce (.Helena"): Winston S. Ehurchill (.Da- Saargebiet'7); A T. Wassiljew (.G. P.H."); Walter von Molo ("Der deutsche Geist und die Diktatur"); Hermann Aeppli (.RächtlicheS Spiel"); Mussolini (.Der Führer"); DesideriuS Papp (.Auf dem MarS"); Anna Wyrubowa (.Rafputtn"): Forst-Battaglia (.Karl May, bet Dichter") unb Trebitsch-Lin- coln (.Flucht auS dem Gefängnis") um nur eine kleine Auswahl zu geben. Anschließend ein ausführlicher Verlags-Katalog.

StaackmannS Almanach 1 932. 13. Folge. HerauSaegeben von Rudolf Grein z. Mit einem Kalendarium unb einem Verzeichnis ber Neuerscheinungen bieseS Jahres. 244 Seiten. Kart. 1 Mk. (399) Der Almanach, ber durch eine Würdigung deS 60jährigen Dichter- Franz Karl Ginzkeh eingeleitet wird, enthält 25 Beiträge unb zwar meist Novellen, Skizzen unb abge­schlossene Erzählungen, bie eine anzießenbe unb aufschlußreiche Lektüre gewährle.sten. Als 2h t ren bi es er Beiträge zeichnen u. a.: Raoul Auernhei- mer, Rudolf Han- Bartsch, Max Dreyer, Georg von der Gabelenh. Fttedrich von (Dogern, Franz Karl Giiukev. O-kar Dluth. Rudolf Greinz. Smcl Habina. HanS Heyck, Robett Hohlbaum, Erwin H. Rainalter, Han- Sterneber unb Karl Han- Strobl. Sine befonbere Heberraschung bereitet der Verlag den Käufern des Almanachs, indem er fie xur Beteiligung an einem literarischen Prei-au-- schreiben einläDL Es gilt, auf bem begrenzten Raum einer beigefügten Postkarte Antwort auf bie Frage zu geben: .Welche ber bie-jährigen Neuerscheinungen unsere- Verlages hat Ihnen am besten gefallen unb warum?"

.Europa fenbet..." Unter biefem Leit­satz hat ber Sübwestbeutsche Funkverlag Frank­furt a. M. ben Runbfunk-Kalender für da- Jahr 1932 herau-gebracht. (441) Auf 106 Blättern sink» in diesem Kalender die bedeutsam­sten Ereignisse auf bem Gebiete ber Politik, ber Wirtschaft, ber Wissenschaft unb ber Kultur, so­weit sie über ben Rundfunk den Hörern zu Ohren gelangten, in Bildern festgehalten. Aufnahmen von bedeutenden Personen im Senderaum vor dem Mikrophon, politische Führer aller Cänber, Forscher, Dichter, Gelehrte unb auch der Papst,

soweit sie sich de- Rundfunks bedienten, lernt man auS diesem Kalender kennen unb gewinnt so er­innernden Kontakt zu den mannigfachen Ereig­nissen, die da- vergangene Jahr brachte. Eine interessante Bilderserie gestattet einen Einblick in bie technischen Mysterien de- Rundfunks; gleid)- zeitig werben bie neuesten Errungenschaften der Radiotechnik vor Augen geführt. Der Rundfunk- Kalender für 1932 ist nicht nur ein fehr unterhalt­same-, sondern auch ein sehr lehrreiche- Bilder­buch.

Der Deutsche Kalender 1 932, her- au-gegeben von der Reich-bahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr, ist im 11. Jahrgang im Verlag (Sari Gerber, München, erschienen. (471) Man kann diese neue Au-gabe de- beliebten Abreißkalender-, der auf 122 Seiten ebensoviel Bilder au- dem schönen Deutschland bringt, nicht durchblättern, ohne zum Reisen angeregt zu wer­den. Auch diesmal enthält der Deutsche Kalender ausschließlich neue Aufnahmen, Bilder, die druck­technisch einwandfrei wiedergegeben sind und In der Auswahl der Mottve wie in ihrer Anordnung Sorgfalt und sicheren Blick für daS künstlerisch Wesentliche erkennen lassen. Sine erhebliche Be­reicherung hat der Kalender durch Beigabe Don vier farbigen Kunstblättern erhalten, die nach Originalen von Hohlwein, Dzubas und v. Axster- Heudtlaß gedruckt sind. Prei- 2,50 Mk.

An dem neuen Jahrgang 1932 von Elly P e - kersens Hunde- und K a tz c n k a l e n d e r (Preis 1,95 Mark, Verlag Knorr ö- Hirtb, München) wird jeder Tierliebhaber feine Freude haben. Da ist z. B. eine prächtige NaturaufnahmeLiebe im Schnee", die einen Mater zeigt, der aus vollem Hals« nach dem Weibchen schreit. Oder der berühmte Dober­mann Strolch, der einen kleinen Jungen vor bem Ertrinken in einem Eisloch rettete Wir sehen Ludwig Thoma mit seinem Dackel und Knut Hamsun mit seiner Dogge, eine Jagdhündin ein junge» Reh säugend, eine Katze al» Hundepflegemutter oder den Pudelschnauzer Hesi, den Hauptdarsteller in Bruno FranksSturm im Wasserglas", wir sehen Mode- hunde und Hundemoden, seltene »atzen, sehen beide Haustiere mit dem Menfchen zusammen, mit Kin­dern, schönen Frauen und Dichtern, aber auch da» leidende Tier. Jede Woche ein neue» Äalenberbilb zum Abreihen! Klare knappe Texte kennzeichnen Rassemerkmale und Eigenheiten und geben viele prak­tische Winke für richtige Pflege und Aufzucht. In einem Photowettbewerb sind für Liebhaberphoto­graphen wieder wertvolle Preise ausgesetzt. Ein künstlerischer Wochenabreißkalender, der auch als Ge­schenk für alt und jung, für den Herrn wie für bie Dame, sehr geeignet erscheint (381)

Deutscher Bierkalenber 1 932. «Jin künstlerischer Wanbabreißkalender. zweifarbig ge­brückt, mit 120 Bilbern. (Verlag Knorr & Hirth GmbH.. München.) Preis 2.75 Mk. (389) Wie­der ein Band Kulturgeschichte deutschen Bier- und deutschen GastweseTr-! Au- Museen und Samm­lungen wird stolzes Gildezeug entlehnt, große Schlciskannen und dickbauchige Humpen, schlanke Krüge unb seingeschlissene Gläser, prächtige Wirt-hau-schilder unb Deckeldilder voll Humor unb Poesie, Braucrwappen unb Bahrtuch riegel» samer Drauerburschen. Wer noch Sinn hat für Humor, mag sich an den lustigen Blättern von Ädamfon, Oberländer. Thöny und Zttle ergötzen. Freilich klagt auch die Not unserer harten Zeit au- dem bunten Bilderbuch. Wir hören von dem schweren Kamps ber Wirte unb Hopfenbauern, von der Wirkung ber Bierstcuererhöhung, von dem Aufbau der Dierpreise vor und nach dem Kriege. Au» der Bilderschau: da- neuzeitlich« Dierplakat, das schöne Brauerzeichen, Blätter über den Nähr» und Heilwett de- Bieres, über alt« Trinksittcn und Volk-bräuche, ®emälbt Don Ian de Bray, Gehner, Pflug, Huth. Padua und Hiasl Maier.