Einzelbild herunterladen

Gemeinsame Schädlingsbekämpfung in Gießener Gärten.

21m Mittwochabend fand im Drohen Hörsaal des Landwirtschaftlichen Instituts der Universi- tät eine Versammlung zum Zwecke der Be­ratung über die Bekämpfung der Obstbaumschädlinge statt. Der große Saal war mit Angehörigen aller Kreise der Bevölke- rung, die am Obstbau Interesse haben. Grund­eigentümern und Landpächtern, dicht beseht. Amtsgerichtsrat Gros, der die Versammlung leitete, begrüßte zunächst älniversitätsprofefsor Dr. Sessous als den Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung sowie den Hauptredner des Abends, Dr. B e ck e r, von der hessischen Hauptstelle für Pflanzenschutz am Landwirtschaftlichen Institut, ferner Vermessungs­rat Karle von der Stadtverwaltung, die an­wesenden Herren vom Stadtrat und dem Vor­stande des Obst- und Gartenbauvereins Gießen. Der Versammlungsleiter betonte sogleich, daß es sich keineswegs jetzt oder in Zukunft um die Reugründung eines Vereines handele, sondern lediglich ohne Vereinsbeitrag um den völlig losen Zusammenschluß sämtlicher vaumbesiher zum Zwecke eines gemeinschaftlichen vorgehens.

Professor Dr. Sessous führte sodann aus. daß die Wissenschaft von der Bekämpfbarkeit pflanzlicher und tierischer Baumschädlinge auch an der Landesuniversität eine Stätte gefunden habe. Die Mühe und Arbeit des Baumbesitzers werde aber durch die Schädlinge zunichte gemacht, wenn hiergegen nicht die geeigneten Maßregeln getroffen würden. So wie man Gesetze und Vor­schriften zur Bekämpfung der Tierseuchen habe, so sei auch ein Pflanzenschutzgesetz cr- strcbenswert. Für den Obstbau gebe es schon eine Reihe erprobter w i r k s a m e r S ch u tz- mittel. Cs sei selbstverständlich, daß die für sie aufgewendeten Kosten in einem gesunder: Verhältnis zu dem angestrebten Erfolge stehen mühten. In diesem Sinne sei gründliche Baum­pflege zu treiben, durch die die Brutstätten der Schädlinge vernichtet würden. Er gab zum Schlüsse seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich im vorliegenden Falle Wissenschaft und Praxis zu gen: einsamer Arbeit die Hand reichten und wünschte der guten Sache besten Erfolg.

Dr. Becker verbreitete sich in längeren Aus­führungen über den

Zweck und die Methoden der Schädlings­bekämpfung.

Er forderte zunächst die u nna chs ich t l i ch e Beseitigung alter Baumstümpfe, die der Sih pilzlicher und sonstiger Schädlinge seien. Die Bekämpfung bezwecke emmal die Quali­

tätsverbesserung unseres Obstes, die im Vordergrund stehen müsse, sodann die Ertrags­erhöhung und schließlich die Ertrags­sicherheit in der Zukunft, d. h. die gleich­mäßige Erzielung gleichmähiger Ernten, soweit das die Witterung überhaupt ermögliche. Im Frühjahr habe z. B. das Auspuhen der Bäume zu erfolgen, da die Zweige Licht und Luft verlangten, um Blüten zu treiben. Es habe die erste Spritzung zu erfolge::, der später eine zweite folgen müsse. Im Herbst sei der Baum von Moos und Flechten zu säubern, mit einem Kalkanstrich und mit Leimringen zu versehen. Die Vorteile des gemeinschaftlichen Vorgehens bestünden in der Verwendung sicher wirkender Mittel und ihres Einkaufs im Großen, in der Gewähr für eine sachgemäße Durchführung bei sparsamster Verwendung der Mittel und in der Behandlung sämtlicher Grundstücke. Stadtralsmitglied C ch w i e d e r , Gerichtsvollzieher I unter und Garten mge- nieur Schwarz als Fachmann berichteten über ihre bisherigen praktischen Erfolge bei Spritzun­gen. Aus dem Kreise der Versammelten wurde darauf hingewiesen, wie das auch schon Dr. Becker betont hatte, daß bei der Vornahme der Spritzungen etwa unter den Bäumen stehende Genußpflanzen aozudecken sind, älebertriebene Aengstlichkeit sei aber unnötig. Die Anfrage des Vorsitzenden, ob hiernach die lose Vereinigung gebildet werden solle, fand allseitige Zu- st i m n: u n g.

Die Svritzbrühe soll unter, Leitung des In­stituts für Pflanzenschutz hergestellt, unter Lei­tung deren Technikers und unter der Aufsicht des Feldschutzversonals an Ort und Stelle ver­wendet werden. Der größere Baum wird un­gefähr 5p Pf., der kleinere etwa 30 bis 35 Pf. zu spritzen kosten.

Die ganze Gemarkung Gießen wird in acht Schuhbezirke eingekeilt:

1. Bezirk rechts der oberen Lahn bis zur Rod- Heimer Straße,

2. Bezirk von letzterer bis zur unteren Lahn. Der 3. Bezirk erstreckt sich vom linken unteren Lahnufer bis zum Leihgesterner Weg,

der 4. von letzterem bis zum Schiffenberger Weg.

Der 5. Bezirk erstreckt sich von letzterem bis zur Licher Straße,

der 6. von dieser bis zum linken Wieseckufer.

Der 7. Bezirk reicht vom rechten Wieseckufer bis zur Marburger Straße und

der 8. Bezirk von dieser bis zum linken oberen Lahnufer.

Der I. und 2. Schutzbezirk unterstehen dem Feldschühen Simon, der 3. und 4. dem Feld- schühen B o p f, der 5. und 6. dem Feldschühen Baum, der 7. und 8. dem Feldschützen Schön. Die Oberleitung hat Feldschutzmeister B e i m b o r n.

In die Anmeldungslisten erfolgte sofort die Eintragung fast sämtlicherAnwesen- d e n. (Wegen weiterer Anmeldung siehe heutige Anzeige.)

Schließlich sei noch erwähnt, daß der Vor­sitzende, der mit Worten des Dankes die Ver­sammlung schloß, noch auf die

außerordentliche Wichtigkeit des Vogelschutzes, insbesondere auf das Anbringen zahlreicher Meisenkasten hinwies, und die Versammel­ten bat, im Interesse der guten Sache und der Gesundung unseres Obstbaues noch in den Kreisen ihrer Rachöarn und Freunde für die gemeinsame Bekämpfung der Obstbaumschädlinge zu werben.

Oderheffen.

Oie postverkrastung im ö Aichen Teile des Kreises Gießen.

Wunschgemäß geben wir der nachstehenden Zuschrift aus L i ch Raum. D. Red.

Unter obiger Ueberschrift wurde in der Nr. 47 des Gießener Anzeigers" vom 25. Februar (in einer Zuschrift aus dem Leserkreise. D. Red.) gegen die Zuteilung der Orte M ü n st e r und Ettings­hausen zu dem Kraftpo st bezirk Lich Stel­lung genommen.

Es besteht nicht die Absicht, wegen dieser Ange­legenheit in eine größere Auseinandersetzung an dieser Stelle einzutreten. In Erwiderung der frag­lichen Artikels sei nur bemerkt, daß Münster und um diesen Ort handelt es sich in erster Linie bis zum Jahre 1925 zu dem Postbestellbezirk Lich gehört hat. Ein sehr großer Teil der Einwohner­schaft Münsters wünscht daher auch heute noch, wie­der von Lich aus bestellt zu werden.

Soweit wir unterrichtet sind, soll Röthges der Kraftpostlinie Lich und nicht Grünberg angeschlossen werden. Der Licher Kraftpostwagen muß daher not­wendig durch Münster fahren. Hierdurch erledigt sich auch die Bestellung von Ettingshausen durch Lich; denn eine Kraftpostlinie, wie sie in dem an­geführten Artikel gewünscht wird, stellt sich bei Ein­beziehung der Orte Münster und Ettingshausen als eine Zick-Zack-Linie heraus, die ganz bestimmt nicht im Sinne der Postverwaltung ist. Wenn dann schon von Stichfahrten die Rede ist, so dürften diese in erster Linie in der zuletzt angeführten Strecke zu suchen fein.

Landkreis Gießen.

* Leihgestern, 26. Febr. Die hiesige L a n d - wirtschaftliche Bezugs - und Absatzge­nossenschaft e.G. m. b.H. hielt ihre ordentliche Generalversammlung ab. Nach dem von

Rechner Heinrich Dem erstatteten Geschäftsbericht hat die Genossenschaft in 1930 11 138 Zentner Bc darfsftoffe bezogen und 2800 Zentner Getreide so­wie Kartoffeln abgesetzt. Der Geldwert der Bezüge betrug 54 029 Mark, derjenige des Absatzes 26 530 Mark. Am Jahresschluß waren noch 12 424 Mart Ausstände vorhanden. Die Bilanz schließt mit einem Reingewinn von 632 Mark ab. Die Mitgliederzahl beträgt 115. Im Revisionsbericht wurde die Buch- und Kassenführung als mustergültig bezeichnet. Wil­helm Jung V. wurde zum Präsidenten des Auf­sichtsrates gewählt.

* Burkhardsfelden, 26. Febr. Zu dem Be­richt von hier in Nr. 44 desGießener Anzeigers" teilt die hiesige Bürgermeisterei mit, daß der Ein­sender über die Drainagen nicht unterrichtet zu sein scheint. Es sind bereits in vier Fluren Ent­wässerungsanlagen durch die Wassergenossen- schäft ausgeführt worden, über deren Erfolg ein Streit nicht ausgenommen zu werden braucht.

> Linden st ruth, 26. Febr. In unserem Dorf treten die Grippeerkrankungen sehr stark auf. Besonders zahlreich sind die Erkrankungen bei den Kindern. Da mehr als die Hälfte der Schulkinder erkrankt sind, mußte die Schule geschlossen werden.

Kreis Friedberg.

Z Friedberg, 25. Febr. An der hiesigen Auf­bauschule wurde die Reifeprüfung in beiden Oberprimen abgelegt. Es bestanden o3^Schüler.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Antwort der Ortskrankenkasse Giehen-Stadt.

Auf das Eingesandt vom 25. Februar über dis Festsetzung des Wertes der Sachbezüge ist zu er­klären:

Gemäß § 160 der Reichsversicherungsordnung wird der Wert der Sach- uno anderen Bezüge durch das zuständige Bersicherungsamt mit Zustimmung des Oberversicherungsamts festgesetzt. Im übrigen sind die Festsetzungen des Reichsfinanzministers mit denjeni­gen der Sozialversicherungsbehörden nicht zu ver­wechseln, da bei der richtigen Festsetzung durch die Sozialversicherungsbehörden nicht nur die Höhe der Beiträge, sondern auch die Höhe des Krankengeldes im Falle der Erwerbsunfähigkeit davon abhängt. Und letzteres ist bei der Festsetzung der Sach- usw. Bezüge maßgebend.

Allgemeine Ortskrankenkasse für b i e Stadt Gießen.

fflütter,welche die Bede utung der Kinder- Wundpflege erkennt haben, benutzen

Pewfen-Creme

Altbewährt bei Störungen (Gicht, Diabetes)

Brunnenschriften durch das Fachlnger Zenfrolbüro,

Berlin 1J1W«, Wilhelmjtr. 55. Erhältlich In Mineralwasscrhandlungcn, Apotheken, Drogerien usw.

sowie in Gießen bei Jean Weisel, Sonnenstr. 6, Tel. Nr. 3888

BILLIGE

SCHMÜCKER.

.. .;</ f , -J V.

V ;

besonders w vorleilhofle Preis-Bthlogor

SkllWÄWlN

sucht für Gießen und Umgebung

Vertreter und stille Vermittler

für alle Dersicherungsbranchen.

Offerten an:

Robert Gerling & Cie., G.m.b.H., Kassel Kaiserflraße 72 U36D

Holzsubmission

Die Gemeinde Rüddingshausen beabsich­tigt nachbcnanntes Stammholz auf dem Wege des schriftlichen Angebots zu ver­kaufen: 1403D

1. Eichensiämme.

3 Stück 3. Klaffe, 2,79 km

2. Kiefernstämme.

1 Stück 2a-Klaffe, 0,58 In:

4 2b- 3,01

1 3a 0,73

3. Fichtenstämme.

3 Stück la-Klasse, 0,55 lm

51 1b- 19,31

136 2a, 94,19

64 2b- 70,29

26 3a, 39,27

10 3b- 20,21

2 4a. 5,39

3 4b, 8,09

Angebote sind nach Klassen getrennt, ver­schlossen, mit AufschriftHolzsubmission" versehen, bis zum Termin am Montag, dem 2. März 1931, nachmittags 3 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzu­reichen, woselbst die Eröffnung erfolgt.

Die Kaufbedingungen können vorher bei uns eingesehen werden. Nähere Auskunft erteilt Förster Kalberlah und die Bürger­meisterei.

Rüddingshausen (Post Londorf), den 21. Februar 1931.

Bissgermeistcrei Rüddingshausen.

Müssig.

das TaschenmiHel, dal unter­wegs bei plöljlichem Auftreten von Kopfschmerz, Migräne, Neuralgien oder rheumatischem Zahnschmerz sofortige Linde­rung verschafft. Dieses Mittel ohne Gewöhnungsgefahr, un­schädlich für Herz und Magen, erhallen Sie In der Apotheke und auch der Arzt empfiehlt Ihnen das Cifrovanille. Also wenn Sie das Haus verlassen, immer daran denken: Cifrovanille mitnohme n. Pulver- oder Oblaten-Packung RM 1.15. Bitte achten Sie auf den Namen und verlangen Sie ausdrücklich

Paar

D.-Strumpf

Flor mit Seide Strapazier- Strumpf

D.-Strumpf

Wasch- Kunstseide moderneFarben

Sonder-Tage vom 28. II.7. III

für

Paar

0.95

D.-Mako- Strumpf schwarz u. farbig gebrauchsfähige Qualität Paar 0.68

D.-Strumpf

D.-Strumpf

D.-Strumpf

der bekannte leinfäd.K'seiden« Strumpf, uns. Hausmarke

feine, künstliche Waschseide, äußerst haltbar

Wasch - Kseide, großes Farbsortiment beste Qualität

Paar

Paar

Paar

1.95

275

2.95

Herren-Socken / Kinder-Strümpfe sowie ELBEO -Strümpfe (die Qualitätsmarke von Weltruf) in großer Auswahl

Trauer-Kränze

01145

c'Fernruf 3676

Neustadt 12

4.40

3.60

2.80

1.78

Blumenhaus Dietz

Gießen,Tel. 2213, Seltersweg 38 Versand nach auswärts!

Kafiee >

Blau- Java

Karlsbader..

Holländer ... Keste- Kaffee

Emmericher Waren-Expedjtion

Selteraweg 33. 338

Fieadjten Sie 6itte meine Schaufenster zu Besonders Billigen ^Preisen in:

Fußmatten, Scfjruößer

Spesen, 33ürsien 0],43

FÜUf). ÜKofjlermann

Verbesserte Qualitäten

trotz

niedrigster Preise V ?

Emmericher

MWWMMlleillWeil

Die für den Städtischen Schlachthof Gießen im Rechnungsjahr 1931 (1. April 1931 bis 31. März 1932) erforderlichen Fuhrleistungen an etwa 900 Tonnen Koh­len, bestehend in: Aufladen, Anfahren und Abschaufeln an den gewünschten Platz, sollen öffentlich vergeben werden.

Die Angebote sind verschlossen und post- frei, mit der AufschriftFuhrleistungcn" versehen, bis zum 10. März 1931, vormit­tags 10 Uhr, an uns einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt in Gegen­wart der erschienenen Anbieter. Die Be­dingungen können bei der Verwaltung in der Dienstzeit eingesehen werden. 1253C

Zuschlag?- und Bindefrist: zwei Wochen. Gießen, 26. Februar 1931.

Die Städtische Schlachthofverwaltung.

'Birke Brennesseli

Gruodstotle der Natur« Rezepten das echte BirkenwasserMaiengold für blondes Haar, l/< Ltr. RM. 1.- und echtes B re n n esse 1 haar wasser für fettiges Haar, */« Ltr. RM. 0.75 gewonnen wird. Fein parfümiert. Haar­ausfall, Schuppen u lästig. Kopfjucken verschwinden. Keine teure Verpackg.!

Flaschen mitbringen! 7391 v

Zu haben: Universitäts-Apotheke z. goldenen Engel, Marktplatz.

CITROVANILLE