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Ob die weitere Untersuchung der Angelegenheit eineu anderen Tatbestand ergibt, bleibt abzuworten. Zur Zeit wird der Verufsreserent Dr. Schäfer im Reichsgericht vernommen. Lr ist aus nicht bekannte weise von Darmstadt nach Frankfurt a. 2TL gebracht und dem dortigen Polizeipräsidenten übergeben worden, der für Vorfälle in Darmstadt keineswegs zu­ständig ist. Dieser Frankfurter Polizeipräsident hat dann Dr. Schä'er nach Berlin ins preo- hische Innenministerium bringen las- s e n und von dort aus ist mir Meldung über die Vorfälle in Darmstadt gemacht worden. Ich kann nicht la Aussicht stellen, daß über das Ergebnis der Vernehmung Schäfers von mir Auskunft ge­geben werden kann."

Zentrum und NGOAP.

Krick imVölkischen Beobachter "

München, 25. Nov. (XU.) 3n einem im Völkischen Beobachter" erschienenen mitWie lang« noch" überschriebenen Artikel schreibt Dr. Frick u. a.: Die Nationalsozialisten würden neue außenpolitische Verpflichtun­gen der Regierung Brüning als für f ie nicht rechtsverbindlich nicht anerkennen. Bisher habe das Zentrum noch nicht zu erkennen gegeben, das) es zu einer ehr­lichen Zusammenarbeit mit den Nationalsozia­listen bereit sei. DaS Zentrum verlange von den Nationalsozialisten grundsätzliche Aen- derung ihrer Ueberzeugung, wenn sie für das Zentrum koalitionsfähig werden wollten. Daraus könne das Zentrum lange warten. Nicht an den Nationalsozialisten sei es, sich zu ändern, sondern am Zentrum. Es sei jetzt fünf Minuten vor Zwölf. Es sei noch Zeit, daß sich das Zentrum eines Besseren besinne. 3n einigen Wochen und Monaten sei es zu spät. Dann werde die Geschichte über dieSchwar­zen wie über di« roten Marxisten" zur Tages­ordnung übergehen. 37 v.H der abgegebenen Stimmen buchten die Nationalsozialisten bereits für sich. Sie würden auch die zur absoluten Mehr­heit fehlenden 14 v. H. noch schaffen. Die Reichs- präsidentcnwahl spätestens im April und die preußische Landtagswahl spätestens im Mai 1932 mühten die endgültig« Entscheidung bringen.

Der Langnamverein gegen Wirischastspiraten.

Ta - Uuternehmcrtum fordert schärfstes Turchqrcifen.

Berlin, 26. Nov. (END.) 3n der Hauptaus- schuhsitzung des Langna m Vereins in Mün­ster ging der Vorsitzende, Generaldirektor Dr. Springorum, aus die Auswüchse ein, die in letzter Zeit bei der Leitung einiger gröberer Wirischaftsgebilde sichtbar geworden sind. Dr. Springorum nannte es ein bil­liges Vergnügen, diese sogenannten Skandale ohne weiteres dem privaten Unternehmer­tum als solchem anzuhängen. Es wäre ein Leichtes, auf die wahrlich nicht geringen Korruptionserscheinungen in der staatlichen oder kommunalen Wirtschaftsfüh­rung hinzuweisen. So aber kämen wir nicht weiter und kämen wir vor allem nicht zu der intakten Wirtschaftsmoral. Wir verlangen viel­mehr mit allem Nachdruck, so sagte Dr. Springo­rum, dah mit aller Schärfe desGeseheS gegen diejenigen vorgegangen wird, die d a S Blld des ehrbaren Kaufmanns be­sudeln und ihre Unternehmerausgabe lediglich in ihrer persönlichen privaten Bereicherung, für die ihnen jedes Recht recht war, erblickt haben. Wo ein echter Unternehmerwagemut zu Schwierigkeit n geführt hat, ift kein Raum fürVerunglimpfungen. Wohingcgm ftalt dieses schöpscr s^,en Wagemutes ein schmutzi­ges Spekulantentum sich breitmacht, kann nach unserer Ausfassung im Interesse der Wirt­schaft und des Unternehmertums nicht scharf genug durchgegriffen werden.

Deutschland und die Abrüstungskonferenz 1932.

Eine Kundgebung des Arveitoauü chufjeS deutscher Verbände.

Berlin. 25. Nov. (WTD.) Der ArbcitsauS- schuh deutscher Verbände veransta t:te im Plenar­saal deS Reichstags eine Kundgebung über das Thema: ^Deutschland und die Abrüs.ungslo .ferenz 1932". Gouverneur z. D. Dr. Schnee M. d. R. (DDP.), der Präsident des Arbeitsausschusses deutscher Verbände wies auf den Rechtsan­spruch Deutschlands hin, dah die anderen Nationen die von ihnen übernom­mene vertragsmühige Verpflichtung ihrerseits g.cicyfalls abzuru^.cn, e r ü 11 c n. Auch daS Schlutzprotokoll von Locarno erkenne feierlich an, dah diese Friedensleistung Deutschlands die allgemeine Abrüstung beschleunigen müsse. Die kommende Abrüstungskonferenz müsse diesem deutschen Rechtsanspruch Genüge tun. Die heutige Kundgebung soll die Stellungnahme des deutschen Volks, daS nicht gewillt fei, auf die Dauer den Zustand einseitiger Abrüstung zu ertragen, zum Ausdruck bringen. Ueber den deutschen Anspruch aus allgemeine Abrüstung und die Bedrohung der Sicherheit Deutschlands, das jedem Angriff ohne die Möglichkeit einer Verteidigung auSgeseht sei, sprachen noch für die NSDAP. Generalleutnant a. D. R i t t e r v o n E p p . für die WirtschaftS- Dartci der ReichStagSab geordnete Sachsen- berg, für die Deutschnationa « Volkslartei der Fregattenkapitän a. D. Scheibe, der besonders die seepolitifche Bedeutung der Abrüstungsfrage erörterte ferner für daS Zentrum ReichstagS- obgeordneler Dr. D o ck e l, für die Konservative Volkspartei Graf von Westarp, für die Bayerische Volkspartei RcichStagsabgeordneter Graf vonQuadt - 3fny, für daS Deutsch« Landvolk ReichStagSabgeordneter Dr. Gereke und für die Deutsche Staatspartei ReichSlazSabg. Ernst ß e m m e r.

Die Versammlung nahm eine Entschließ hung an. die u. a. besagt:

1. Der Versailler Vertrag legt nicht nur Deutschland die inzwischen voll erfüllte Pflicht zur Entwaffnung auf, sondern gewährt i&m auch einen Rechtsanspruch auf b ie wirk­liche Abrüstung feiner Vertrags­partner; beides ift voneinander abhängig.

Ser Völkerbundsrat hat neue Hoffnung.

Einigung auf eine Friedensformel. - Wird Japan seine Truppen in die Eisenbahnzone zurückziehen?

Paris. 25. Nov. (WTD.) Der heutige Tag ist im Völkerbund als kritisch bezeichnet worden. Die Auffassungen der beiden Parteien stehen ein­ander scharf gegenüber. DaS heute nachmittag überreichte chinesische Memorandum be­wegt sich auf der bekannten Grundlage: Die Chi­nesen haben grundsätzlich gegen die Ernennung einer Untersuchungskommission nichts einzuwen­den, stellen aber alS Bedingung die Einstel­lung der Feindseligketten, die sofort beginnende und innerhalb zweier Wochen durch­zuführende Räumung und dte Ueberwachung der Zurücknahme der japanischen Truppen durch Neutrale. 3n den der chinesischen Delegation nahestehenden Kreisen wird der letzte Punkt als der wichtigste des ganzen Schriftstücks be­zeichnet. Ferner kommen die Chinesen in ihrem Schriftsatz auch auf die Frage der Anerken­nung der Verträge (Kellogg-Pakt, Anti­kriegspakt, Dölkerbundspakt. Washingtoner Neun­mächteabkommen) zu sprechen. Sie vertreten den Standpunkt, daß in einer vom Dölkerbundsrat an­zunehmenden Entschließung aus diese Verträge hingewiesen werden müsse.

Die Ratsmitglieder traten um 17 Uhr zu einer einstündigen geheimen Sitzung bei B r i a n d zusammen. Hieraus trat der Dölker­bundsrat, ohne die beiden Parteien, zu einer Sitzung zusammen. 3m Anschluß an die Sitzung wurde ein Communiquö ausgegeben, in dem es heißt:

In der Hoffnung, zu einer einstimmig gemäß Artikel 11 de» Völkerbundspaktes auch von beiden Parteien anzunehmenden Entschließung zu gelan­gen, ist der Entwurf einer Regelung ausgearbeitet worden, der d i e Zurück­ziehung der japanischen Truppen in dieLisenbahnzone und die Ernennung einer internationalen Kommission getrennt behandelt. Die Grundlinien dieses Ent­wurfs, der beiden Parteien mitgeteilt worden ist, find folgende Erinnerung an die Entschließung vom 30. September, durch die beide Parteien sich feierlichst gebunden erklären. Velde Regie­rungen werden infolgedessen ausgefordert, alle Maßnahmen ;u treffen, die notwendig sind, um die Ausführung dieser Ent­schließung sicherzu st eilen derart, daß die Zurücknahme der japanischen Truppen in die Lisenbahnzone schnellstmöglich erfolgen kann, da der Völkerbundsrat dieser Zurücknahme größte Bedeutung beimihk.

Velde Parteien verpflichten sich, den Oberslkom- mandierenden ihrer Streitkräfte strikten Befehl zu erteilen, s I ch jeder Initiative zu ent­halt e n , die neue Zwischenfälle heraufbeschwören und weitere Verluste an Menschenleben herbei- sühren könnte, ferner die notwendigen Maßnah­men zu ergreifen, um jede Verschärfung der Lage zu verhindern. Geplant Ist die Schaffung einer K o m m I f s I o n, die an Ort und Stelle die Lage prüfen und dem Rat über alle Amstände Bericht erstatten soll, die ge­eignet sind, den Frieden zwischen beiden Ländern zu bedrohen. China und Japan würden durch je

einen Beisitzer in dieser Kommission vertreten sein. Die Bildung sowie die Arbeiten der Kommission würden anderverpflichlnng.diejapa. «Ischen Truppen In die Lisenbahn­zone zurückzuziehen, nicht» ändern."

Morgen nachmittag treten die Ratsmitglieder ohne die beiden Parteien zu einer weiteren nichtöffentlichen Sitzung zusammen, und man hosst, die Verhandlungen soweit fördern zu können, daß am F r e i t a g n a ch m i t t a g die Schluß­sitzung der Ratstagung abgehalten werden kann.Petit Parisien" will am Quai d Orsay erfahren haben, daß die japanische Antwort auf den gestern veröffentlichten Entschiehungsentwurs des Dölkerbundsrats günstig laute. Die 3a- paner machten jedoch einen Vorbehalt: sie ver­langten eine Zusahbestimmung zu dem Entwurf, der beide Regierungen auffordere, ihre Ober- kommandierenden anzuweifen, alles zu vermeiden, was die Lage verschärfen könnte. Die japanische Regierung wünscht protokolliert zu haben, dah als solche Handlungen nicht diejenigen an­gesehen werden, die unerläßlich seien, um die berechtigte Verteidigung und den Polizeidienst sicherzustellen. Vs ist auch eine chinesische Anregung auf Schaffung einer neutralen Zone inTschin tschau erörtert worden, in der sranzösische, italienische und englische Truppen den Schutz übernehmen sollen.

Amerika billigt die Ratsentschließung.

Auch Washington ist optimistisch.

Paris, 25. Nov. (WTD.) General DaweS hat der Presse folgende Mitteilung zugehen lassen: Die amerikanische Regierung billigt den allgemeinen Entwurf der Rege­lung des chinesisch-japanischen Konfliktes, wie er in der Dölkcrbunvsentschließung enthalten ist. Die Regierung hat China und Japan von dieser Dilligung in Kenntnis gesetzt und darauf ge­drungen, daß beide Staaten dem Plan zustimmen.

3n Washington weist man die aus Europa kommenden Vorwürfe zurück, daß Amerika durch seine schwankende Haltung für die Un - n a ch g i e b i g k e i t 3apans verantwort­lich sei. Es wird betont, daß die Regierung sowohl direkt mit Japan verhandelt habe, wie die Bemühungen des Völkerbundes nachdrücklichst unterstütze. Europäische Meldungen, daß Amerika mit Rücksicht auf den baldigen Zusammentritt des Dundeskongresses sich aus den Verhandlun­gen über die Mandschurei zurückziehen wolle, seien völlig grundlos. Japan könne zur Beruhi­gung der Lage viel beitragen, wenn es die Zu­sicherung gebe, daß es im Benehmen mit der neutralen Kommission seine Truppen allmäh - l i ch zurüc! ziehen werde. Die völlige Zurück­ziehung zur Eiscnbahnzone werde sich, wie jeder­mann jetzt zugcbe, zur Zeit nicht durch­führen lassen, da Dann in einigen Orten anar­chistische Zustände zu befürchten seien. Jedenfalls sei die Lage durchaus nicht hoffnungs- l o s, und es bestehe daher keine Veranlassung, die Frage eventueller Sanktionen zu diskutieren.

in Oer Tschechoslowakei.

Blutige Zusammenstöße mit Gendarmerie im schlesischen Zndustriebezirk. 6 Tote und viele Verletzte. Eine parlamentarische Llntersuchungskommission.

Prag, 25. Nov. (MTV.) IDie amtlich gemeldet wird, stellte heute die kommunistische Arbe.terschast im Freiwaldauer Bezirk (Schlesien) die Arbeit ein, um einen von den Kommunisten vorbereiteten Hungermarsch auf Freiwaldau durchzu­führen. Nachdem der etwa 1000 Mann starke Zug in Sehdors durch Gendarmerie a u »- einanöetgetrieben worden war, wurden die Demonstranten, die nach Freiwaldau weiterziehcn wollten, bei Niederlindewiese von Gen­darmerie angehalten. Die Arbeiter wandten sich jetzt mit Massen, Stöcken, Steinen und Liscn- ffangen gegen die Beamten. Der Gendarmer'.eober- leutnant Jirkowskl erhielt zwei hiebe ins Gesicht und gab nun den Befehl z u m Schießen. Durch die Salve wurden sechs Personen getötet, eine schwer und zehn bi» zwölf leicht verletzt. Zwei Gen­darmen wurden verletzt. Der Vorfall wird aus da» eingehendste untersucht.

Mie weiter amtlich gemeldet wird, machte die 15 Mann zählende Gendarmerie von der Schuhwasse gegen die ungefähr 800 Personen starke angteifenöe Menge erst Gebrauch, al» nach Verwundung de» Gendarmeriekommandanten, Oberleutnant Zir.owski, elf von Steinen und Stöcken getroffene Gendarmen in höchster Bedrängnis waren, und die Menge sich bereit» auf öle Gendarmen stürzte und ihnen Pfeffer und Salz in Die Augen z u st reuen begann. Unter den fech» Todesopfern befinden sich auch zwei Frauen, wie festgestellt wurde, war von den verletzten und toten Demonstranten nur eine Person beschästi- gungtlo». von den 15 Gendarmen, die der an- greifenben Volksmenge gegenüberftanben, wurden zwei, und zwar der genannte Oberleutnant und ein Fähnrich, schwer verletzt. 3n den Abendstunden herrschte in der Gegend vollkommene Ruhe. L» wurde sestgestellt, daß der kommunistische Senator Langer in einer öffentlichen Versammlung in Wagstadt die Versammlungsteilnehmer zu Hun­germärschen ausgesoedert hatte. Nach pri­vaten, bisher unbestätigten Meldungen sollen bei den Zusammenstößen nenn Personen ihr Leben eingebüßt haben.

Lärmszenen im Prager Abgeordnetenhaus.

Prag, 25.Nov. kWTD) 3m Abgeordneten­haus kam es wegen der Vorfälle in Nicderlinde- wiefe zu heftigen Austritten zwischen den deutschen Sozialdemokraten und den Kommunisten, die stürmisch und unter allgemeinem Lärmen ver­langten, der Innenminister solle Bericht über die erwähnten Ereignisse erstatten Der Redner in der Budgetdebatte konnte wegen des anhal­tenden Lärms bloß einige Worte sprechen. Die Kommunisten verlangten durch ununterbrochenes Rufen, i' der Redner die Tribüne verlasse. Der Vor i ende unterb.ach chl e lich unter großem Lärm die Sitzung.

Das Haus nahm nach etwa einstündiger Pause die Sitzung wieder auf. Nachdem der kommu­nistische Abgeordnete Gottwald namenS seiner Fraktion des Vorgehen der Gendarmerie gegen die Arbeiter, die sich nur gegen eine Lohnherab­setzung gewehrt hätten, verurteilt batte, gab In­nenminister Slavik in Anwe'enheit des Mini­sterpräsidenten und zahlreicher Mitglieder der Regierung eine eingehende Darstellung der Er­eignisse, die sich mit dem amtlichen Bericht deckt. Der Minister ersuchte die Mitglieder des Abge- ordnctenhau'es, bei der Untersuchung zugegen zu sein, die sofort durchg.'führt werden würde. Kern Schuldiger werde der Strafe entgehen. Die Kom­munisten begleiteten den Minister mit lärmenden Kundgebungen und Zwischenrufen. Der kommu­nistische Abgeordnete Dallo wurde wegen einer beleidigenden Aeußerung gegen den Minister für fünf Sitzungen ausgeschlossen. Er mußte durch die Parlamentswache aus dem Saale geführt werden. D r kommunistische Antrag cu' Crö inung der Debatte über die Erklärung des Ministers wurde unter großem Lärm der Kommunisten abgelehnt.

Die MehrheitSparteien befcbloffen, einen par- lamentarifchen Untersuchungsaus­schuß nach Freiwaldau zu entsenden. Da daS dortige Gebiet rein deutsch ist, wurde neben einem '.schechischenNational oziclisten auch e nM t» glied des Deutschen Bundes der Landwirte und ein deutscher Sozialdemokrat entsandt.

2. Der für di« Abrüstungskonferenz in Genf auSgearbeitet« Konventionsentwurf ist unzureichend, weil die vorgesehenen bud­getären 'Begrenzungen ter Herste.lung immer Tur4):barercr kriegerischen Vernichtungswerkzeuge keinen Riegel vorschieben. Er ist unannehm­bar, wenn er die bisherige Ungleich­heit aufrechterhält. Eine vchle Abrüstung

muh zur vollständigen Abschaffung ge­rade der zum Ueber all und Angriff auf die anderen Völker bestimmten und verleitenden Waffenarien führen.

3. Nur die Befolgung solcher Grundsätze durch die Regierungen vermag den Anspruch deS deut­schen Volk- auf gleiche Sicherheit und Achtung unter den Völkern und den An­

spruch aller Völker auf Sicherung deS Weltfrie­dens zu gewährleisten.

Aus oller Welt.

Die Sflartfaffäre dramatisiert.

DaS Stadttheater Wiesbaden wird am 29. d. M. ein Stück von Rudolf Roberts, .W a S weiß Korinnek?" zur Uraufführung brin­gen. Da in diesem Stück die Gebrüder S k l a r e k eine gewisse Rolle spielen, hat der RechtSbeistand von Mar Sklarck von der Intendantur deS Stadt- theaters die Einstellung der Proben für das Stück verlangt. Sollte dem Einspruch nicht Rechnung getragen werden, so würde eine richter­liche Verfügung erwirkt. DaS Stadttheater hat den Protest unbeachtet gelassen.

Der Mord in Buggoro.

Die weiteren Feststellungen in der Todessache der Frau von HennigS in Buggow bei An­klam haben ergeben, daß der Fingerabdruck auf dem Kolben des Gewehrs einwandfrei von dem feftgenommenen Förster Dl inz - l e r stammt. Der bei der Abzugsvorrichtung deS Jagdgewehrs vorwendete Zwirn scheint von dem bei der Haussuchung vorgefundenen Zwim- knäuel herzurühren. Dlinzler leugnet, die Waffe selbst eingebaut zu haben. Er will sie vielmehr an einen Unbekannten im Oktober vorigen Jahres verkauft baben. Diese Angabe wird aber nicht geglaubt.

Glückt die Ojeanüberquerung im Faltboot?

Bekanntlich hat der deutsche Kapitän Fritz Engler in einem aus einer Rosenheimer Werft stammenden Faltboot versucht, in 70 Ta­gen den Atlantik zu überqueren. Eng­ler hat am 14. Oktober von Oporto auS die Ueber- sahrt angetreten. Nach einem auS Neuyork fin­get roffenen Funkspruch der Korrespondenz ,.3nS" hat das Schiss ..Almeda Star" auf dem Ozean nunmehr den Deutschen in seinem Faltboot an­getroffen. Engler befand sich zur Zeit der Be­gegnung mit dem Schiss auf 26 Grad Nord und 20.35 Grad West. Demnach hatte sich Engler west­lich der Kanarischen Inseln befunden.

Fünf Todesopfer einer Benzlnexplosion in Marschau.

In der Warschauer Dorstadt Wola entstand infolge der Explosion eines Benzinbehälters in der Privat- wohnung eines Droschkenchauffeurs ein große» Feuer. Bier erwachsene Personen und ein Kind sind verbrannt, drei Kinder trugen schwere Brand­wunden davon.

Line Stadtkasie um 85 000 Mark betrogen.

In Ludwigslust (Mecklenburg) machte Bür­germeister Dr. Dehn dem Rat die überraschende Mitteilung, daß bei der Stadtkasse Verun­treuungen über 85000 Mark aufge­deckt worden seien. Die Gelder sind fast aus­nahmslos beim Konto .Mi e tzinS sie uer- unterschlagen worden. ES hantelt sich ver­mutlich um Veruntreuungen eines Beamten, der sich vor einiger Zeit wegen von ihm begangener Unregelmäßigkeiten durch Selbstmord der Be­strafung entzogen hat.

Einsturzunglück in Neapel.

In Neapel stürzten zwei Stockwerke eines großen Hauses ein. In dem sich u. a. ein Privatkindergarten befand Vier Kinder fanden den Tod. Fünf Personen wurden schwer, und eine größere Anzahl leicht verletzt. Während der Bergungsarbeiten erfolgte ein zweiter Einsturz, durch den einige Feuerwehrleute verlebt wurd.n Ai der Uaglücks- ftätte traf alsbald der Kronprinz ein. Man ver­mutet, daß der Einsturz durch die heftigen Regengüsse der letzten Tage herbeigesuhrt worden ist.

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Wettervoraussage.

Die Allantik'.örung, deren Kern seither näher an Island lag. hat ihn jetzt mehr südlich nach den britischen Unfein bin ver «hoben. Infolgedessen strömt weiter Warmluft nach dem Festland vor, was im Temperaturanstieg zum Ausdruck kommt. So lagen in unserem Bezirk die Morgentempera­turen ungefähr 2 bis 3 Grad höher, als vor 24 Stunden. Da der Störungseinfluß noch weiter zur Entfaltung gelangt, so wird im Bereich ozea­nischer Lust wechselhasleS Wetter vorherrschen und eS werden noch Niederschläge auf treten.

Aussichten für Freitag: Wild, neblig und wolkig, zeitweise Niederschlage.

AuSsichlenfürSamSlaa: WechselhasleS Wetter mit vorübergehender Aufheiterung, Rück­gang der Temperaturen, noch vereinzelte Nieder­schläge.

Lufttemperaturen am 25. November: mittag» 8,2 Grad Celsius, abends 7 Grad; am 26. November: moraens 7,3 Grad Maximum 8,4 Grad. Minimum 7,2 Grad Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 25. November: abends 6,2 Grad; am 26. November: morgens 5,2 Grad Celsius. Niederschläge 0,8 nun.