Wirtschaft.
Der Geschäftsgang bei I.-S.-Farben.
Frankfurt a. M., 24. Oft. (WTB.) lieber do» 3. Quartal des Geschäs tsjahreS der IG. .Farbenindustrie 21®. ist folgende» mitzuteilen- Der Umsatz in Farbstoffen und Für- bereihilfSprodukten weist gegenüber dem vorau». gegangenen Quartal feinen wesentlichen Unterschied auf. Gewisse Rückgänge, die für verschiedene europäische Lerkaufsländer zu verzeichnen sind, finden ihren Ausgleich in einem zum Teil saison- mäßig bedingten Anziehen des Ueberseegeschäfts. In Düngemitteln ist der AuSlandabsah gegenüber dem gleichen Zeitraum des Dorjahres gestieaen, im Inland ist dagegen infolge der schwierigen Kre- ditlage der Landwirtschaft der Absah hinter dem des Vorjahre- zurückgeblieben. Das ßeunaberuin findet weiterhin steigende Beachtung in den Abnehmerkreisen. Chemikalien und Lösungsmittel zeigen feine Veränderung der bisher noch verhält» nismähig be'r edigenden Geschäftslage. Photogra- phika, vor allem Rohsilme, waren wie üblich, saisonmähig belebt. In Kunstseide hatte das Be-
fanntwerden der im Vorquartalsbericht erwähn- ten Verständigung auf dem Gebiet der Viskoseseide zunächst die Abrufe verstärkt. Seit August wirkt aber auch hier die Wirtschaftskrise nachteilig. Vistrasaser, ebenso wie Riechstoffe konnten wie bisher gehalten werden. Dos Geschäft in Pharmazeu- tika und Pflanzenschuhmitteln nahm in den meisten Ländern weiterhin einen stetigen Verlauf. Bei ihrem großen Exportgeschäft ist die Gesellschaft durch die Entwertung deS englischen Pfundes und der skandinav schen Währungen ebenfalls betroffen Die sonstigen Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftskrise lassen sich in ihren ungünstigen Folgen noch nicht übersehen.
• Stillegung einer Grube der Bereinigten Stahlwerke. Wegen Absatzschwierigkeiten wird am 1. November die Erzgrube „Eisen- zecher Zug" im Kreis Siegen, die von den Bereinigten Stahlwerken betrieoen wird, stillgelegt. Es kommen rund 700 Bergleute zur Entlassung.
DerReichsbankausweis vom 23.Oktober
Besserung der Aoiendectung.
Berlin, 26. Oft. (WTB. Funkspruch.) Rach dem Ausweis der Reichsbank vorn 23. Oktober hat sich in der dritten Oktoberwoche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 232,3 Millionen auf 3903,2 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 159,8 Millionen auf 3666,9 Millionen Mark die Lombardbestände um 69,6 Millionen auf 133,3 Millionen Mark und die Reich-schahwechsel um 2,9 Millionen auf 93 030 Mark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 159,1 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf von Reichsbanknoten um 153,9 Millionen auf 4372,8 Millionen Mark, derjenige an
Rentenbankscheinen um 5,2 Millionen auf 410,6 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 16,8 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 484,6 Millionen eine Abnahme um 66,9 Millionen Mark. — Die Bestände an Gold und d e ck u n g S s ä h i g e n Devisen haben sich um 6,6 Millionen auf 1287,5 Millionen Mark vermindert. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 11,4 Millionen Mark auf 1144,6 Millionen Mark abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 4,8 Millionen auf 142,9 Millionen Mark zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungSfähige Devisen beträgt 29,4 Prozent gegen 28,6 Prozent in der Vorwoche.
Oie Auslandbörsen sehr ruhig.
Die Londoner Börse war am Samstag sehr ruhig, es herrschte allgemeine Reigung, da» Ergebnis der am Dienstag stattfindenven Wahlen abwtoarten. Die Kursveränderungen waren nur unbedeutend.
Auch die Amsterdamer Börse war zum Wochenschluh sehr ruhig und kaum verändert. Dawes- und Vounganleihe zogen 2 v. H. an.
Im Wiener Freiverkehr gingen die Kurse auf vereinzelte Gewinnmitnahmen zurück. Am heutigen Montag wird die Börse wieder eröffnet.
Die ReuhorkerDörse eröffnete am Samstag in stetiger Haltung, die Kursgestaltung war infolge von Gewinnmitnahmen nicht einheitlich. .
Die Devisenmärkte
An den internationalen Devisenmärkten war das Geschäft am Samstag sehr ruhig, größere Veränderungen waren im allgemeinen nicht feftAuftcUen. Das englische Pfund, daS mit 3,92 gegen den Dollar eröffnete, schwächte sich im Laufe des Vormittags wieder etwa- ab und ging auf 3,91*/» bis 3,91?/, zurück. In Zürich lag das Pfund mit 20 zwar fester,
doch war es in Amsterdam mit 9,67 schwächer — der Gulden stellte sich in London mit 9,64y, bis 9,66i ’2 sogar noch fester, als die rechnerische Parität über Amsterdam ergibt — in Paris war das Pfund mit 99,50 kaum verändert. Der Dollar lag ebenfalls eher etwas leichter. Während er in Paris und Zürich knapp behauptet war, ging er in Amsterdam auf 246,85 zurück. Die Devise Budapest wurde am Samstag nach 16tägiger Unterbrechung in London wieder gehandelt, der Kurs stellte sich auf 25,25, nachdem er am 8. Oktober bei einem Stande des Pfunde- von 3,84 gegen den Dollar mit 32 genannt wurde. Die Reichsmark hat sich an den verschiedenen Devisenplähen kaum verändert, in London blieb sie mit 17 ziemlich stabil, in Amsterdam lag sie mit 57,45 etwas fester, in Zürich behauptete sie sich auf 118,50, in Paris hörte man einen ReichS- markkurs von 5,90 nach Freitag 5,91. Dieser Kur- entspricht genau der Londoner Parität. In Reu- York stellte sich die Reichsmark auf 23,30 gegen 23,35 am Freitag. Schwach lag wieder die Devise Athen, die sich gegen das Pfund auf 3,20 abschwächte. Die nord- und südamerikanischen Devisen waren vollkommen unverändert.
Oie deutschen Börsen.
3m Zeichen der Unsicherheit.
Berlin. 26. Ott. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Freiverkehr zum Wochenbeginn drückte sich die Enttäuschung über den wenig befriedigenden Aus- gong der Neuyorker Besprechungen zwischen Laval und Hoover in schwächeren Kursen aus. Man steht nunmehr der nächsten Zukunft ziemlich skeptisch gegenüber, denn man kann sich noch keinen Begriff davon machen, wie die Regelung nach Ablauf des S^eierjahres für Deutschland besonders aussehen wird.
ie europäischen Mächte müssen nunmehr wieder die Initiative non sich aus ergreifen, wobei Schwierig- teilen eintreten könnten, die noch nicht zu übersehen seien. Auch der Besuch Grandis wird nach der Neu- porker Enttäuschung ebenfalls reserviert beurteilt, da inan immer mehr einsicht, daß solche offiziellen Besuche im Grunde recht fruchtlos sind, und die Bcr- Handlungen über die internationalen Krisenprobleine nicht wesentlich vorwärts bringen. Außerdem stand bie Schultheisangelegenheit weiter im Borbergrunbe der Diskussionen, unb es wurde als besonders um anaenehm empfunden, daß jetzt vor der Arbeitsaufnahme des Wirtschaftsbeirats Direktor Reinhart von der Commerz- und Privat-Bank ebenfalls in diese Affäre hineingezogen wird. Ein etwas erfreulicheres Moment, aber ziemlich eindruckslos, war der heutige Reichsbankausweis, nach dem in der dritten Oktober- woche eine Berringerung der Kapitalanlage um 232 Millionen eingetreten ist. Bei Rückflüssen an Noten in Höhe von 159 Millionen und bei einer Abnahme bcr Gold, und Devisenbestände um nur noch 6,6 Millionen konnte sich bie Notenbeckung auf 29,4 gegen 28,6 v.H bessern. Auf ben einzelnen Markt gebieten hielten sich bie Kursrückgänge aber ziemlich einheitlich im Rahmen von 1 bis 2 o. H. Die vor- herrschende schwächere Stimmung kam jebenfalls mehr In ber Zurückhaltung bes Geschäfts als in ben Kursen zum Ausdruck. Auch ber Markt ber fest verzinslichen Werte lag heute sehr ruhig, zeigte jedoch unter leichten Schwankungen behauptete Tendenz. Aus Wien wird gemeldet, daß die Maßnahmen gegen bie Schillingausfuhr unb ben unbefugten Verkehr mit auslänbischen Zahlungsmitteln eine weitere Verlchär. fung erfahren haben. Die österreichische Regierung habe bie Grenzstellen angewiesen, gegebenenfalls bei Auslanbreisenben Leibesvisitationen vorzunehmen
Banknoten.
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4 20 58.78 92.51 16.42 16.60
170 41 21.91 92.41
58.68 2.53
4.22 55.07 93 29 16.48
16.66 171.09
21.99 92.79 58.92
2.55
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL
24 Cf obtr
26 Cfieber
Amtlich, Rvtlernnq
Amiliche Xeiltruna
Meld
Seiet
Geld
Seiel
£dfingfotl .
8.54
8.56
8,59
8.61
58.94
59.06
58,94
59.06
Prag . . .
12,47
12.49
12,44
12,49
Budapest . .
73.28
73.42
73.28
73.42
Sofia . . .
3.072
3,078
3.072
3.078
Holland . .
170.78
171,12
170.78
171,12
Delo . .
92.61
92.79
92.61
92.79
Ropcnbagee.
93.11
93,29
93.01
93.19
Stockholm
97.90
98.10
97.15
97.35
Von Bon . . . Burnoi Aires
16.46
16.50
16.49
18.53
0.978
0.982
0.978
0,982
9?eunod
4.209
4.217
4.209
4.217
Brülle! . .
58,94
59.06
58.94
59,06
Italien. . .
Pari, . . .
21,83
21.87
21.83
21.87
16.61
16.65
16.61
16.65
Schweiz . .
82.52
82.68
82.52
82.68
Spanien
37.66
37,74
37,66
37.74
Danzig -
83.22
83.38
83.22
83.38
Japan
2.058
2.068
2.058
2.062
Rio de Ian..
0.255
0,257
0.255
0.257
Iuaoflawie». KthaboB
7.473
7.487
7.473
7.487
14.99
15.01
14.99
15,01
Aranksurtcr Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. TI., 26. Okt. Auftrieb: 1466 Rinder (309 Ochsen, 177 Bullen, 493 Kühe, 426 Färsen), 596 Kälber, 183 Schaff 5063 Schweine. Es würben notiert: Rinber: Ochsen: vollsleischige, ausge- mästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 36 bis 39 Mark, (ältere) 32 bis 35, sonstige vollsleischige (Jüngere) 27 bis 31; Bullen: jüngere, vollfleischige, hoch- ften Schlachtwerts 28 bis 32, sonstige vollsleischige ober ausgemästete 24 bis 27; Kühe: jüngere, voll- fleischige. höchsten Schlachtwerts 28 bis 31, sonstige vollsleischige ober ausgemästete 24 bis 27, fleischige 18 bis 23; Färsen (Kalbinnen, Iungrinber): voll- fleischige, höchsten Schlachtwcrts 35 bis 39, vollfleischige 32 bis 34, fleischige 27 bis 31; Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 43 bis 48 mittlere Mast- und Saugkälber 39 bis 42, geringe Kälber 33 bis 38; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel (Wcidemast) 30 bis 33, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel unb gutgenährte Schafe 25 bis 29; Schweine: vollsleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 46 bis 50, von etwa 200 bis 240 Pfund 45 bis 49, von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 47 fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 35 bis 43 Mark.^— Marktverlauf: Rinder schleppend, Ucbcrftanb, Kälber unb Schafe ruhig, ausvcrkauft, Schweine mittelmäßig, geräumt.
frankfurter Getreidebörse.
Fra n_f f u r t a. TL, 26. Okt. An ber ©etreibebörfe roar bie Stimmung zu Beginn ber neuen Woche zwar ruhig aber stetig. Das Angebot hielt sich in mäßigen Grenzen unb war für bie schwache Mühlennachfrage vollkommen ausreichend. Obwohl vom Ausland feste Tendenz gemeldet wurde, übte man allgemein stärkste Passivität Die Preise für Brotgetreide lagen gegen die Borwoche ziemlich behauptet. Recht feste Tendenz dagegen hatte ber Futtermittesmarkt 6. Inders Kleie
wobei bie plötzliche falte Witterung unb das knappe Angebot infolge des geringen Mühlenanfalls bis zu 0,50 Mark höhere Preise bezahlt wurden. Auch Futtergetreide unb ölhaltige Futterartikel hatten feste Marktlage, sowohl in prompter als auch in späterer Ware. Das Mehlgcschäft verlies weiterhin schleppend. Roggenmehl war etwas besser beachtet. Es wurden notiert: Weizen 258.50; Roggen 215 biS 216; Sommergerste für Brauzwecke 175 bis 177,50; Hafer, inländischer 162,50 bis 170; Wei- »enmehl. südd Epez. 0 mit Austauschweizen 36 vis 36,75, dasselbe, Vondermahlung 31 bis 34,15; Weizenmehl, Niederrhein., mit Austauschweizen 36 biS 35,50. dasselbe, Sondermahlung 34 bis 31,75; Roggenmehl 30,25 bis 31; Weizenkleie 8,60 bis 8,75; Roggenklcie 8.75 bis 9.00; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 31 bis 37. Linsen, je nach Qualität für vpeisezwecke 25 bis 53; Heu, südo., gut, gesund, trocken 5,00; Weizen- und Rog- genftroh. drahtgepreßt 3 25 bis 3,50; Weizen- unb Roggenstroh, gebündelt 3,25 bis 3.50; Treber, gc- trocknet 12 Mark. Tendenz: stetig.
Oberbeffen.
Landkreis Gießen.
)l Lich, 24. Oft Unter großer Beteiligung der Bevölkerung wurde die sterbliche Hülle des an einem Herzschlag verstorbenen Arztes Dr. Fritz Schaad auf dem hiesigen Friedhof beigeseht. Rach einem Ehorlied des Roitzschen Männerchors. au dessen Gründern Dr. Schaad zählte, und nach der Grabrede des Pfarrers, Dtiftsdechanten Kahn, wurden mit Rachrufen zahlreiche Kränze am Grab niedergelegt, so u. a. vom Kriegerverein, der Schuhengesellschaft, dem Geflügelzuchtverein und vom Turnverein. Für den Provinzialverein der Aerzte sprach Dr. med. Roth (Lich), für den Altherren-Verband der Gießener Verbindung „Adelphia" Qberstudiendirektor a. D. K i f s i n g.er (Darmstadt). Die aktive Verbindung gab durch ihren Vertreter ihrem Alten Herrn Band und Mühe mit ins Grab. Mit einem Schluhchor sand die Trauerfeier ihr Ende.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
# A tz b a ch, 24. Oft. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung stand der Bau der Kleinkinderschule wieder zur Beratung. Rachdem nunmehr der zwischen Zivilgemeinde und Kirchengemeinde abgeschlossene
Dertrag genehmigt ist, soll mit dem Bau sofort begonnen wer den, damit der Rohbau in diesem Herbst noch fernggcftcHt wird. In dem vorerwähnten Vertrage ist vereinbart, daß die Kirchengemeinde das Baugrundstück stellt und die Zivilgemeinde Gebäude und Umzäunung errichtet. Die Baukosten einschließlich Verzinsung und Tilgung von Anleihen, die Nnterhaltungs- kosten des Gebäudes, Versicherung. Steuern, trägt die Zivilgemeinde, die Kirchengemeinde unter Mitwirkung des Kindergarten-Vereins kommt für den laufenden Betrieb des Kindergarten-, insbesondere für die Besoldung der Kindergärtnerin, auf. Die Kirchengemeinde ist verpflichtet, den Kindergarten dauernd zu betreiben. — Die Vertretung nahm ferner Kenntnis von einem Schreiben des Bürgermeisters, daß wegen starker Belastung der Gemeinde durch die Krisen- und Wohlfahrtsfürsorgekosten daS Geld für die diesjährige Holzfällung im Gemeindewald kaum aufzubringen fein dürfte. Die Vertretung will die Werbungskosten dadurch senken. daß Fichten- und Kiesern-Rutzholz nicht geschlagen wird.
Erweitertes
(Schöffengericht Gießen.
* Gießen, ben 23. Okt. Ein Arbeiter, dem von einer Margarinefirma bie Verteilung ihrer Mar- ?iarine für einen bestimmten Bezirk gegen einen eiten Wochenlohn übertragen war. hatte ben Ge- |d)äftsbebingungen zuwibergehanbett. Wahrenb bie Firma sich verpflichtet hatte, bie ben einzelnen Äun- ben ausgehänbigten Sportarten, nachdem biese mit ben beim Einkauf von Margarine gleichzeitig ausgehänbigten Sparmarken oollgeklebt waren, burch Zahlung eines bestimmten Geldbetrags einzulösen, hatte ber Angeklagte einige Sparkarten mit Marken geklebt, bie er verbotswidrig ben ihm von ber Firma gelieferten Markende st and entnommen hatte. Außerdem unterschrieb er unbefugt Sparkarten mit Namen von Kunden, ohne deren Wissen und Willen, die er unter Verschwel- S dieses Umstandes an bie Firma gab, um ben ifungsbetrag ausgezahlt zu erhalten. Das Gericht erblickte in dem Verhalten bes Angeklagten eine schwere Urkundenfälschung in Tateinheit mit versuchtem Betrug unb verurteilte ihn unterZubilligung milbernber umftänbe zu 1 M o - na t Gefängnis.
SJi.-tfporf
Zußball ber Gießener Mannschaften.
Die Fußballspiele des gestrigen Sonntags brachten verschiedene Ueberraschungen. Auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 aus dem Trieb standen sich die Ligamannschaften der Epielvereinigung 1900 und des Sportvereins Wetzlar im Verbandsspiel gegenüber. Das Treffen endete unentschieden 1:1. (Halbzeit 1:0 für Wetzlar.» Der Kampf wurde wenig schön geführt, die Wetzlarer trugen eine harte Rote in das Spiel, die im Verlauf des Kampfes zu wenig erfreulichen Intermezzis führte. Dor diesem Spiel trugen die ersten 3u- gendmannschasten von 1900 und Eintracht (Frankfurt) ein Privatspiel aus, das mit einem überraschenden, wenn auch knappen Sieg der Gießener endete Rach einem vorbildlich geführten Kampf blieben die 1900er mit 2:1 in Front. Die zweite aktive Mannschaft gewann gegen Ehringshausen ll 4:1, die Lehrmannschaft konnte gegen die erste Mannschaft von Rieder-Weisel auf des Gegners Platz ebenfalls mit 2:1 den Siege.r stellen, das Spiel der 4. Mannschaft gegen Steinbachs Zweite endete mit einem Ergebnis von 2:1 für die (Siebener. Das Handballspiel, das Lokal- derbh zwischen der 1. Handballmannschaft der Epielvereinigung und der 1. Elf des Turnvereins 1846 verloren die Blauweißen erwartungsgemäß mit 3:8.
Die Liga des VfB. bereitete ihren Anhängern eine herbe Enttäuschung. Die Grünweißen mußten eine blamable Riederlage einstecken, die man niemals erwartet hätte. Germania Fulda, der Gegner, der sich in ausgezeichneter Form befand, konterte die Grünweißen mit nicht weniger denn 10:0 Toren nieder. — Die Ligareserve mußte eine unverdiente Riederlage von 2:1 Toren gegen die zweite Mannschaft des Sportvereins 'Wetzlar hinnehmen. Die 1. Jugend blieb gegen die 1. Jugend des DfR. in Lich mit 3:2 siegreich; die 1. Schüler gewannen gegen die 1. Schüler von Steinbach 2:1 und die 2. Schüler konnten gegen die 2 Schüler von Tum- und Sportverein Wieseck auch einen Sieg (4:1) landen.
Hußball in Hessen-Hannover.
Die insgesamt acht Spiele des Sonntags brachten wieder einige Ueberraschungen, von denen vor allem die 3: 1-Riederlage Sport gegen Göttingen 05 zu erwähnen ist. Gleichfalls unerwartet kommt das magere Unentschieden von Hermania gegen Tura Kassel (1:1); auch damit, daß Groß- Allmerode die Ep. Dg. Göttingen mit nicht weni- ?cr als 3: 0 schlagen konnte, hatte man allgemein aum gerechnet. Hessen Hersfeld konnte nur einen knappen 2:1-Sieg gegen Rortheim landen, wo- flegen Spielverein Kassel mit verstärkter Mann- chaft gegen Einbeck hoch mit 5: 1 gewann. In der Südgruppe standen nur drei Spiele auf dem Programm, von denen der haushohe 10:0-Sieg Der Fuldaer Germanen über den VfB. Gießen am meisten überrascht. In der Rordgruppe führt jetzt SE. 05 Göttingen mit 29:9 Toren und 14:2 Punkten vor Hermania Kassel mit 12:4 Punkten, ein Spiel im Rückstände folgt an dritter Stelle Sport Kassel mit 11:3 Punkten. In der Südgruppe liegt Borussia Fulda mit 12:2 Punkten vorn, gefolgt von Germania Marburg mit 11:3 und dem Bezirk-meister SE. 03 Kassel mit 10: 4 Punkten.
punfffämpfe in ber Gruppe Main.
Eintracht beendigt die erste Serie ungeschlagen.
Die Eintracht Frankfurt hat bie erste Serie ber Berbanbefpiele ungeschlagen beenben können Sie führt heute vor dem Tabellennächsten, Rot-Weiß Frankfurt, mit drei Punkten Vorsprung und es ist kaum anzunehmen, daß bem Mainmeister bieser Vorsprung noch streitig gemacht werden kann. Der l:0-(l.-0-)öieg ber Eintracht über Nieberrad war Zwar recht glücklich, ber Meister hat aber immerhin an biesem Tage seine Tabellenposition verbessern können, benn einer seiner schärfsten Rivalen, ber FSts Frankfurt, fiel burch eine 1 2^0:l-)Nieberlage in Bieber weiter zurück. Die Bornheimer müssen sich nun sehr dabei halten, wenn sie wenigstens den imriten Bfnh machen wollen. Vorläufig yält Rot-
Weiß diesen Platz, die Bockenheimer behaupteten ihn durch einen schönen 4:0-(l:0-)Sieg über Griesheim.
Westdeutscher Zußballsieg.
Ostholland mit 5:0 (0:0) geschlagen.
Trotz der glatten Niederlage, bie Westdeutschlands Fuschallelf am Sonntag zuvor in Breslau gegen Südostbeutschland bezogen hatte, fanben sich am Sonntag auf bem Platze bes Düsselborfer SE. 99 zum trabitioneUen Freundschastssoiel Westdeutschland gegen Ostholland 18 000 Zuschauer ein. Die Massen hatten die Freude, bie wesentlich umgestellte westdeutsche Elf in guter Form zu sehen und einen hohen 5:0-(0T-)Sieg zu erleben. Die technisch überlegenen, viel besser zusammenspielenben Westdeutschen waren schon in ber ersten Halbzeit onangc- benb, jeboch verlief biese Spielphase torlv Nach ber Pause erlahmte jeboch der Widerstand d t Holländer unb in ber elften Minute fiel auch bei erste Treffer. Kobierski (Düsseldorf) legte eine Vo läge von Hochgesang (Düsseldorf) vor unb Euler (Äl. •) brückte ben Ball ein. Bier Minuten später schotz Euler nach guter Bebienung burch Hochgesang den zweiten Treffer. In der 25. Minute erzielte Kobierski nach Vorlage von Euler bas dritte Tor. Abermals zehn Minuten später lenkte der westdeutsche linke Läufer Franke (Aachen) den Ball zwischen die Pfosten. Kurz vor Schluß fiel noch ein fünfter Treffer.
In der westdeutschen Elf war Hochgesang als Mittelstürmer der beste Mann. Nach ihm ist ber Halbrechte (Euler zu nennen. Die Läuferreihe Franke- Münzenberg-Ianes genügte ben Ansprüchen, bie Verteidigung Schröber-Busch batte nicht allzuviel Arbeit, sie zeigte aber vor ber Pause einige Schwä- chen. — In ber holländischen Elf gefiel vor allem die stabile Verteibiaung. Langenus - Belgien war ein ganz ausgezeichneter Schiebsrichter.
Gerate-Weiikämpfe im Gau Heften.
3n Bad-Nauheim.
Der Geräte-Wettkampf To. 1860 Bad - Nau - heim gegen bie lurngemeinbe Hanau unb ben Turn- unb Fechtklub Fulba enbete mit einem überlegenen Sieg ber Bab-Nauheimer Turner. Mit 718 Punkten vor Tgbe. Hanau mit 667 Punkten und T. u. Fechtklub Fulda mit 626 Punkten konnten sie den Kampf für sich entscheiden.
3n Großen-Linden endete der Gerätewettkampf zwischen den Turnvereinen Großen-Linden, Heuchelheim und Krofdorf mit einem Sieg ber Gastgeber. Mit 749 Punkten blieben sie vor Krofdorf mit 707 Punkten unb vor Heuchelheim mit 696 Punkten siegreich Der Kampf verlief sehr spannend. Die erste Begegnung, die vo» einiger Zeit in Heuchelheim stattfdnd, hatte auch Großen-Linden für sich entschieden.
Kurze <5portm>ti$en.
Möller unb Samall bestreiten entidjieben, daß zwischen ihnen bei der deutschen und bei der Weltmeisterschaft der Steher irgendwelche finanziellen Abmachungen getroffen worden seien, bie auf den Ausgang ber Kämpfe Einfluß gehabt batte*. Die >,Enthüllungen" eine« westdeutschen Blattes seien haltloses Geschwätz.
Im Kunftturnerkampf siegte di« TG. Eintracht Frankfurt gegen die lurngemeinbe Eßlingen mit 540,5 Punkten gegen 526,5 Punkte.
D- Esch e l b a ch, P o 1. M a n n h e i m, stellte mit 13,08 Meter einen neuen beutschen Rekord im Gewichtwerfen auf.
München 1860 wurde mit 3290 Pfund Deutscher Meister im Mannschafts-Gewichtsheben vor dem Titeloerteibioer Siegfried Esten, der es nur auf 3145 Pfund brachte. Dabei mußten die Münchener noch mit Ersatz für den Olympiasieger Straßberger antreten.
Hollands Olympisches Komitee hat jetzt seinen übereilten Beschluß, nicht an den Olympischen Spielen in Los Angeles teilzunehmen, rückgängig gemacht.


