außerhessischen Körpe r I ch a f t e n zu einem Verband des öffentlichen Rechtes der Genehmigung des Ministers des Innern. Die Genehmigung ist jederzeit widerruflich. Diese Bestimmung hat besondere Bedeutung für solche Städte und Gemeinden, die an der Landes- grenze liegen und deren wirtschaftliche Interessen unter Umständen eine Ueberbrückung der Landesgrenzen notwendig machen können.
Das neue Zweckverbandsgesetz ist bereits am 1. Juli 1931 in Kraft getreten, jedoch erfolgte die Veröffentlichung des am 10. Juli 1931 verabschiedeten Gesetzes erst im Regierungsblatt Nr. 14 vom 9. September 1931. Dr. V.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 27.September, 17.30 bis gegen 22.30 Uhr: „Die Meistersinger von
Nürnberg". — Montag, 28., 20 bis gegen 23: „Undine". — Dienstag, 29-, 20 bis nach 22.30: „Der lustige Krieg". — Mittwoch, 30., 20 bis gegen 22.30: „Falstaff". — Donnerstag, 1. Oktober, 19.30 bis gegen 23: „Tannhäuser". — Freitag, 2.: Geschlossen. — Samstag, 3., 20 bis gegen 22.30: „Der Troubadour". — Sonntag, 4., 18.30 bis gegen 23: „Lohengrin".
Schauspielhaus. Sonntag, 27. September, 15 bis nach 17.15 Uhr: „Pygmalion" (geschlossene Vorstellung für Erwerbslose). Sonntag, 27., Montag, 28. Sept., Donnerstag, 1. und Freitag, 2. Oktober, jeweils von 20 bis nach 23 Uhr: „Der Hauptmann von Köpenick". — Dienstag, 29-Sept., 20 bis gegen 22: „Dame Kobold". — Mittwoch, 30. Sept., und Samstag, 3. Okt., jeweils von 20 bis nach 22.30: „Der Kaufmann von Venedig". — Sonntag, 4. Okt., 20 bis nach 22.15: „Meine Schwester und ich".
SJ.-fpor/
Fußballkamps gegen Dänemark.
Am Sonntag in Hannover.
Der Deutsche Fußball-Bund hat in feinen letzten Länderspielen wenig erfreulich abgeschnitten. Diesmal geht es gegen Dänemark. Schauplatz des Kampfes ist das bereits ausverkaufte Hindenburgstadion in Hannover. Mit Dänemark hat der DFB. bisher erst fünf Länderspiele ausgetragen. Sie wiegen allerdings in der Bilanz schwer, denn von den fünf Spielen gewannen die Dänen allein vier. Nur einmal kam Deutschland zu einem mageren Erfolg. 3m 3ahre 1928 siegte die deutsche Mannschaft mit 2:1 Treffern. Die Dänen besitzen nur mittelmäßige Dereinsmann- schaften, aber eine spielstarke Länderelf. Die jüngsten und die ältesten Internationalen spielen mit gleichgroßer B ge sterung für den „Danebrog" und geben in Länderkämpfen einen beachtenswerten Gegner ab.
Ueber das Aussehen der deutschen Mannschaft hat lange Zeit ein Geheimn S gelegen. Der Spielausschuß des DFB. Wurde fast der Schwierigkeiten nicht Herr und erst am Donnerstagabend kam sozusagen in letzter Minute die genaue Aufstellung heraus, die dabei nicht einmal überraschte. Die Aufstellung der Mannschaft veröffentlichten wir bereits gestern.
Nach den letzten Mißerfolgen steht man den Länderspielen unserer Mannschaft sehr pessimistisch gegenüber. Aber die' Lage ist noch nicht hoffnungslos. Die aufgestellte Mannschaft ist trotz der drei neuen Leute Grämlich, Tibulski und Kobierski recht spielstark und ein Erfolg, der meistens kommt, wenn er am wenigsten erwartet wird, ist ihr bei allem Respekt vor den Dänen zuzutrauen.
VfB.-Gießen.
dessen Ausgang kaum vorherzubestimmen ist. Die 4. Mannschaft sollte, zumal sie voraussichtlich komplett antreten wird, gegen die 2. Mannschaft von Daubringen auch nicht das kürzere Ende ziehen.
Jugendspiele.
Die 1. Jugend ist spielfrei. — Die 2. Jugend trägt In Klein-Linden ein Rückspiel aus. Da sich die neu gegründete Jugend von Klein-Linden in den letzten Spielen von der besten Seite zeigte, dürfen die 1900er das Spiel nicht als einen Spaziergang betrachten. — Die 3. Jugend tritt verstärkt in Leihgestern an und wird alles daransetzen müssen, wenn sie die Niederlage vom Vorspiel ausgleichen will. — Die 1. Schüler weilen ebenfalls in Leihgestern. Da sie in den letzten Spielen recht gute Leistungen zeigten, werden sie mit dem nötigen Eifer und Siegeswillen das Spiel gewinnen können.
$. (5. Teutonia Steinberg.
Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Mannschaft des FC. „Teutonia" die gleiche der Spielvereinigung 1926 Leihgestern zum Verbandsspiel. Trotzdem die Gäste zur Zeit eine spielstarke Elf ins Feld stellen, werden sie den „Teutonen" den Sieg nicht nehmen können. Die 2. Mannschaft fährt nach Lollar und trägt ein Verbandsspiel gegen die gleiche der Fußballabteilung des Tv. Lollar aus.
Handball der Gp.-Vg. 1900.
Von den Handballmannschaften der Spielvereinigung 1900 stehen am Sonntag die zweite und die Zugendmannschaft im Kampf. Erstere fährt nach Wetzlar, um gegen die gleiche des VfL. anzutreten, die Jugend empfängt zum Rückspiel den Tv. Lich. Rach dem ansprechenden Spiel,
das 1900’6 zweite Garnitur am Sonntag gegen , Treis zeigte, ist anzunehmen, daß sie sich in Wetzlar auch gut aus der Affäre zieht. Die Jugend wird sich bemühen müssen, die 2:0- Niederlage vom Vorspiel wettzumachen.
Handball im Gau Hessen (O. T.)
2Htx). Gießen I — Tv. Großen-Dufeck I.
Am kommenden Sonntag nehmen die Handball- Verbandsspiele ihren Fortgang. Auf dem Mtv.- Sportplatz am Schiffenberger Weg empfängt die erste Mannschaft des Gießener Männer-Turn- vereins die gleiche des Turnvereins Großen- Duseck zum fälligen Pflichtspiel. Die Gäste — denen ein guter Ruf vorausgeht — werden am Sonntag in stärkster Aufstellung mit den bekannten Spielern 3nderthal, Hahn, Wagner, Schneider usw. antreten; da die Männerturner ohne Dornberger, Salz, Marker und voraussichtlich auch ohne Stremmel antreten müssen, werden sich zwei gleichstarke Mannschaften gegenüber» stehen. Der Ausgang des Kampfe- ist völlig offen.
Vor dem Spiel der ersten Mannschaften hat die 1. 3ugendmannschaft die gleiche des Tv. Hochelheim zu Gast. Die Männerturner sind vor eine ziemlich schwere Aufgabe gestellt, da die Gäste die diesjährige Verbandsrunde bis jetzt noch ohne Punktverlust zurückgelegt haben. Als drittes Spiel kommt, vor dem Spiel der 3ugend- mannschaften, ein Freundschaftsspiel zwischen den Schülermannschaften des Tv. Großen-Linden und des Männer-Turnvereins. (Näheres In der heutigen Anzeige.)
Handball im Lahn-Oünsberg-Gau.
Am kommenden Sonntag herrscht in allen Bezirken und Gruppen lebhafter Spielbetrieb. 3n der Gauklasfe stehen sich Staufenberg und Allendorf, Londorf und Wieseck, Ahbach und Garbenteich jeweils mit ihren ersten Mannschaften gegenüber. 3m 1. Bezirk der B e z i r k s k l a s s e kämpfen Rodheim und Garbenheim, Wißmar und Waldgirmes, sowie Kinzenbach und LaunSbach um den Sieg. 3m 2. Bezirk: Lollar I — Allendorf l, Lollar II — Allertshausen. 3m 3. Bezirk: Beuern I — Hausen II, Steinbach I — Albach II, Albach I — Burkhardsfelden I. 3n der 3ugend- klasse, 2. Gruppe, stehen sich Garbenteich und Dorlar, sowie Rodheim und Garbenheim gegenüber.
Abrudern
der Gießener Rudergesellschast.
Am morgigen Sonntay veranstaltet die Gießener Rudergesellschaft, die in diesem 3ahre auf eine außerordentlich erfolgreiche Rudersaison zu- rückblicken tarnt, ihr Abrudern. Den Freunden des Rudersports wird dabei Gelegenheit gegeben sein, die erfolgreichen Mannschaften im vereinsinternen Wettkampf in diesem Llahre zum letzten Male auf dem Wasser zu sehen. Die Rennen beginnen um 15 älhr. Näheres in der gestrigen Anzeige.
VfB. Gießen — Germania Marburg.
Auf dem Waldsportplah weilt am Sonntag wieder eine — man nimmt wenigstens an — Klassenmannschaft zu Gast. „Germania" Marburgs Liga ist der Verbandsspielgegner, den man erwartet, den man gleichzeitig als Sieger erwartet, ohne daß dadurch Die Chancen der DfDer von vornherein geschmälert werden sollen. Man darf aber nicht außer acht lassen, daß es die Germanen sind, die augenblicklich die Tabelle anführen, die gleichen Germanen, die es vermochten, den Dezirks- meister, SC 03 Kassel, der am Dorsonntag in Gießen gastierte, mit 2:1 zu schlagen, und daß Die VfDer eben gegen diesen Bezirksmeister verloren, wenn auch unverdient hoch. Man konnte also 'auS all dem sehr wohl eine Ueberlegentjeit der Gäste herauskonstruieren, die ihnen einen Sieg garantieren sollte Aber man weiß auch,, daß es auf dem Spielfeld keine Garantien gibt. Man darf nicht damit rechnen, daß der Verteidiger der Germanen, Euster - Gerling, einmal einen schlechten Sag hat, daß der Mittelläufer Happ, einer der besten seines Faches im Bezirk, nicht ganz auf dem Posten ist, oder aber die Gebrüder Wa g ne r im Sturm ihre sonstige Ueberlegenßeit vermissen lassen. Infolgedessen bedeutet das Spiel am Sonntag für die Grün-Weißen eine Kraftprobe von vornherein, der sie allerdings gewachsen sein müßten. Das Spiel des vergangenen Sonntag, das die Mannschaft in sehr guter Form sah, läßt berechtigte Hoffnungen lebendig werden. Die Germanen verfügen nicht über die technische Durchbildung. die den 03em zu eigen ist, sind dabei aber bemüht, durch erhöhten Eifer den Mangel zu ersehen. Die VfBer werden genötigt sein, den Gästen ein gleiches Maß von Eifer und Siegeswillen entgegenzusetzen.
Die Ligareserve tritt vor dem Ligaspiel gegen die 2. Mannschaft des VfB. Aßlar an und sollte auf Grund ihrer stets gezeigten annehmbaren Leistungen einen Sieg zu erringen vermögen.
Die übrigen Mannschaften mit Ausnahme der 3 Mannschaft, die auf dem Platz der Spielvereini- aung gegen die 3. des Lokalgegners antritt, find spielfrei.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
$(L Oranien Frohnhausen gegen Spielvereinigung 1900 (Liga).
Vor einiger Zeit vermochten die Mannen der Spielvereimgung 1900 gegen diesen Gegner, der am kommenden Sonntag in Frohnhausen aufgesucht wird, im Gesellschaftsspiel auf deren eigenem Platz einen 4:1-Sieg zu erringen. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen und sah die Gießener auf Grund ihrer technischen Ueber- legenheit der einfacheren Spielweise der Plah- besitzer gegenüber in Front. Die Frohnhausener dürften in das kommende Spiel, unter wesentlich anderen Voraussetzungen eintreten: es geht um die Punkte. Die Mannschaften des Landes haben bisher in den Punktspielen noch immer hart zu kämpfen verstanden und sich dadurch manchen Sieg erfochten, der zwar in sportlicher Hinsicht (man vergißt einzelne besondere Vorfälle nicht fo schnell) nicht immer befriedigte, aber formal eben doch die Punkte brachte. Die 1900er hatten, nachdem fick die Mannschaft nun allmählich doch zur Vollzähligkeit zusammenfand, eine wesentliche Formverbesserung aufzuweisen, die ihnen ein Lebergewicht über den morgigen Gegner verschaffen sollte. Man wird mit Sicherheit mit einem Siege der Gießener rechnen dürfen.
Die Ligareserve tritt auf eigenem Platze gegen die 2. Mannschaft von Burgsolms an und sollte einen sicheren Sieg landen. Die 3. Mannschaft trägt auf dem Platz an der Liebigshöhe ein Ver- bandsfpiel gegen die 3. Mannschaft des VfB. aus. Ein Lokalderby in verkleinerter Auflage also,
Ser Marathonläufer Gerhard erzählt
Am Dienstagabend kehrte der Marathonläufer Paul Gerhard (Spieloereinigung 1900) aus Wien zurück. Gerhard hatte in Wien an dem internationalen österreichischen Marathonlauf teilgenom- men und konnte — wir berichteten bereite darüber — einen sehr ehrenvollen zweiten Platz belegen. 3n der Zeit von 2:48,25 ging er in acht Minuten Abstand hinter dem ersten Sieger, dem favorisierten Wiener Tuschek, durch das Ziel. Am Donnerstagabend veranstaltete die Spielvereinigung zu Ehren ihres Mitgliedes eine kleine
Siegesfeier.
in der zunächst der Vorsitzende Dr. G u y o t den Sieger im Namen des Vereins herzlich zu seinem großen Erfolg beglückwünschte und dem Wunsche Ausdruck gab, daß es ihm noch öfter gelingen möge, die Farben der Spieloereinigung zum Siege zu tragen. Dem Sieger wurde als äußeres Zeichen der Dankbarkeit ein Rosenstrauß überreicht. Der Leiter der Leichtathletikabteilung, Herr Schmidt, verlas sodann einen eingehenden Bericht über die große Veranstaltung in Wien und den hochinteressanten Nennverlauf.
Sodann gab Paul Gerhard selbst eine kurze Schilderung seiner Erlebnisse in Wien. Er führte ungefähr aus:
„Das, was mir zunächst am auffallendsten erschien, war die überraschende Gastfreundschaft, der wir, als wir am Freitagabend in Wien ankamen, allenthalben begegneten. Am Bahnhof wurden wir bereits von zwei Herren des Oesterreichischen Marathonkomitees empfangen und in der Autodroschke nach unserem Hotel gebracht, das uns während der Tage unseres Wiener Aufenthalts beherbergen sollte. Dort fanden wir noch einige andere Deutsche vor, u. a. auch Kreglinger, den deutschen Marinemeister, der mich außerordentlich stürmisch begrüßte und mich dabei fast aus dem körperlichen Gleichgewicht gebracht hätte. Der restliche Abend verlief sehr schön; wir waren familiär eingeladen und unterhielten uns prächtig. Der Samstag war einer Reihe von Besichtigungen vorbehalten.
Am Sonntag um 8 Uhr fiel auf dem Platz des Wiener Sportklubs der Startschuß. 27 Konkurrenten waren im Feld, von denen nur sechs die Strecke von 42 Kilometer nicht bewältigten.
Der Favorit war Tuschek
vom WAE., der bereits heuer den Pardubitzer Marathonlauf bei den Masaryk-Spielen gewinnen konnte. Ueber den Lauf selbst kann ich nicht allzu viel sagen. Ich hatte stete das Bestreben, Tuschek, der gewaltig vom Start weg loszog, um einen Vorsprung zu schaffen, den ein anderer nicht mehr aufholen sollte, einzuholen, ein.Bestreben, das um so lebhafter wurde, wenn es die Strecke gestattete, den Vordermann zu sehen. Man ist sich dabei, so führte Gerhard aus, nicht immer durchaus klar, wie es möglich werden soll, den Vordermann einzuholen, denn damit ist meist eine Temposteigerung verbunden, die sich später rächen kann. Gilt es doch, auf einer Strecke von 42 Kilometer mit seinen Kräften auf das sorgfältigste hauszuhalten und den eigenen Stil beizubehalten, wenn man nicht aus dem Rennen geworfen werden will. Indessen gelang es mir doch, nachdem ich fast ständig zwei Minuten hinter Tu- schek lag, den Vordermann einzuholen und mich bei dem 30. Kilometer noch vor ihn zu schieben. Die Herrlichkeit dauerte allerdings nur einen Kilometer. Die Freunde und Klubkameraden Tuscheks waren zu diesem Zeitpunkt ernstlich um den Sieg ihres Fa- ooriten besorgt und ermunterten ihn auf alle erdenkliche Weise. Aber auch das Publikum, das zahlreich die Straßen säumte, nahm lebhaften Anteil und spornte uns durch Zurufe an. Ständig begleitete
♦ ♦ ♦
uns eine Kolonne von Radfahrern, unter denen sich auch einige Kanonen des österreichischen Radsportes befanden. Der Rundfunkwagen, der soweit es die Straßenverhältnisse gestatteten, neben uns herfuhr, gab ständig Meldungen über den Verlauf des Ren- nens an den Sender, die fast auf alle österreichischen Stationen übertragen wurden. Sicherlich hat auch mancher in der Heimat den Kampfverlauf verfolgt.
Nachdem ich kurze Zeit vor Tuschek lag, wurde
Ich durch einen Wadenkrampf zurückgeworfen und mußte nahezu 1% Kilometer im Gehfchritt zurücklegen.
Tuschek zog davon. Ich mußte ein Massageband anlegen und setzte daraufhin den Lauf wieder im alten Tempo fort. Tuschek war natürlich nicht mehr ein- zuholen, und so landete ich erst etwa acht Minuten nach ihm Im Ziel. Die Läufer wurden mit viel Beifall empfangen. Die Strecke von 42 Kilometer führte von Wien über Tullnerbach nach Preßbaum und nach Wien zurück. Die Straße war nicht besonders gut. Zum Teil waren die Straßen sehr steinig, dann war wieder sehr glatter Asphalt zu passieren, der dazu noch feucht war und den Lauf sehr behinderte. Zwei Schritte nach vorn bedeuteten oftmals einen dritten zurück.
Den stärksten Eindruck dieser Wiener Tage hinterließ in mir jedoch die schöne Siegerverkündi- g u n g. Jedem der Läufer wurde ein Preis zuteil. Ich erhielt einen Pokal und eine schöne silberne Pla- fette. Als ich vor dem Tische stand, auf dem die Preist aufgestellt waren, wurde mir in echt öfter- reichrscher Gemütlichkeit gesagt: „Such'ns Eahne an Preis aus!"
Als ich meinen Preis in Empfang nahm, wurde das Deutschlandlied gespielt.
Es war für mich ein erhebender Augenblick. Der Rest des Sonntags gehörte dem unterhaltsamen Beisammensein, bei dem auch etlicher „Heuriger" getrunken wurde. Am Montag wurden wir bann in den „Prater" geführt, und verlebten auch dort einige schone Stunden. Für das nächste Jahr bin ich bereits wieder eingeladen und werde, wenn es möglich ist, gern wieder dabei fein."
(Bilder, die Gerhard während des Marathonlaufs, im Ziel usw. zeigen, hängen zur Zeit im Schaukasten des Gießener Anzeigers aus.)
*
Wie wir Horen, erhielt Paul Gerhard bereits eine weitere ehrenvolle Einladung. Am 4. Oktober findet in Berlin, veranstaltet vom SE. „Komet" das Championat der Streckenläufer statt, ein Rennen über 25 Kilometer, das auf der Bahn gelaufen wird. Die beste deutsche Klasse wird am Start sein. Nach seinem eindrucksvollen Abschneiden in Wien darf man ihm für diese Veranstaltung, sofern seiner Teilnahme nichts im Wege steht, auch einige Chancen einräumen. Der Name der Spielvereinigung 1900, der in diesen Tagen viel genannt wurde, dürste damit erneut in deutschen Sportkreisen an Ansehen gewinnen.
Sport im Gymnasium.
Die Dportabteilung des Gymnasiums hielt gemeinsam mit dem Realgymnasium die diesjährigen Schulmeisterschaften auf dem älniversitäts- sportplatz ab. Mit den beiderseitigen Meisterschaften war ein Schulwettkampf in vier Altersstufen verbunden. Die Veranstaltung wurde sehr flott abgewickelt. Die gezeigten Leistungen dürfen
DaS Gesamtergebnis des Schulwettkampfes zwischen dem Gymnasium und dem Realgymnasium brachte ein Unentschieden von 83,5:83,5 Punkten. .
als sehr gut bezeichnet werden. Nachstehend Mt Ergebnisse:
Schulmeisterschaften beS Gymnasiums.
Vorstufe: 50 Meter: 1. Goß 7.4; 2. Göbler 7.7; 3. Martin 8,3 Sek. — Standweitsprung: 1. Goß 2,15; 2. Wolf 1,93; 3. Ritzel 1,78 Meter. — Ballweit: 1. Goß 55,62; 2. Wolf 54,15; 3. Göbel 50,65 Meter. — Dreikampf: 1. Goß 57; 2. Wolf . 29; 3. Göbler 27 Punkte.
Unterstufe: 50 Meter: 1. 3ung 7,4; 2. Reu- ning 7,6; 3. Wiegand und Enßlin 8 Sek. — Weitsprung: 1. 3ung 4,32; 2. Reuning 4,18; 3. Enßlin 4 Meter. — Dallweit: 1. 3ung 53,10; 2. Falls 52,60; 3. Enßlin 50,90 Meter. — Dreikumpf: 1. 3ung 51; 2. Reuning 41; 3. Enßlin 32 Punkte.
Mittelstufe: 100 Meter: 1. Storck 12,9; 2. Thron 13,4; 3. v. Penh 14; 4. Schraub 14,4 Sek. — Kugel: 1. Schraub 8,82; 2. Thron 8,54; 3. Noll 7,83 Meter. — Weitsprung: 1. Thron 5; 2. Noll 4,70; 3. v. Pentz 4,30; 4. Schuldt 4,18 Meter. — Hochsprung: 1. Nordmann 1,30; 2. Thron 1,25 Meter. — Dreikampf: 1. Thron 83; 2. Schraub 47 Punkte.
Oberstufe: 100 Meter: 1. Rodriguez 11,8; 2. Hildebrandt 12,4; 3. Köller 12,8 ;-4—Schlarb 13,5 Sek. — Hochsprung: 1. Schlarb 1,60; 2. Brüning 1,40; 3. Köller 1,40; 4. Hildebrandt 1,35, v. Bülhingsloewen 1,35 Meter. — Kugel: 1. von Dültzingsloewen 11,82; 2. Schlarb 10,75; 3. Hildebrandt 9,89; 4. Köller 9,75 Meter. — Dreikampf: 1. Schlarb 116; 2. Hildebrandt 105; 3. Köller 101, v. Dültzingsloewen 101 Punkte. — Speer: 1. Hildebrandt 36,80; 2. Brüning 31,35 Meter. — Weitsprung: 1. Köller 5,60; 2. Rodriguez 5,48; 3. Hildebrandt 5,00 Meter. — 200 Meter: 1. Rodriguez 25,9; 2. Gräf 26,4 Sek. — 1000 Meter: 1. Knaus 3:01,8; 2. Brüning 3:04.
Kunst und Wissenschaft.
Ulrich von wilamowih-TNöllendorf f.
Der Nestor unserer klassischen Philologen, Wirklicher Geheimer Rat Exzellenz Professor Dr. Ulrich von Wilamowitz-Möllendorf ist am Freitag im 83. Lebensjahre in seiner Villa in Charlottenburg entschlafen. Wilamowitz, geboren am 22. Dezember 1848 in Markowitz (Posen), lehrte in Greifswald, Göttingen und seit 1897 in Berlin; er war Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, der Zentraldirektion des Archäologischen Instituts und der meisten deutschen und außerbeutfdjen Akademien, außerdem Ritter des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1870/71. des E. K. am weiß-schwarzen Bande, des Pour le merite für Kunst und Wissenschaft, des bayerischen Maximiliansordens und vieler ausländischer Ehrenzeichen für seine Verdienste um die Wissenschaft.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, 27. September. 17. Sonntag nach Trinitatis.
Sladkklrche. 8 Uhr: Pfr. Mahr; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde; 9.30: Pfarrassjstent Seemann; 11: Kinder- kirche für die Markusgemeinde; Pfarrasfistent Seemann. — Johannesklrche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zu- aleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Müller; zugleich Militärgottesdienst; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- unb Johannesgemeinbe; 11: Kinberkirche für bie Johannesgemeinde; Pfr. Müller; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Lenz. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elisabeth- Klelnkinderschule. 8.15: Christenlehre für die Neu- konfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfr. Lic. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst; anschließend Gesamt-Abendmahl; 11: Kindergottes, dienst. — wieseck. 9.30. — Allen-Vuseck. 13; 14: Beichte und Feier des hl. Abendmahls. — Kirchberg. 10: Kirchberg; letzte Christenlehre für die weibliche konfirmierte Jugend; 13.30: Mainzlar. — hausen- Garbenteich. 10: Garbenteich; Feier des hl. Abendmahls; 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 13.15: Hauptgottesdienst mit Christenlehre (Schluß); Mis- fionar Lowy (Frankfurt a. M.); Opfer für die Heiden. Mission. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kindergottes- bienft; 14: Stistspfarrer Draubt.
Katholische Gemeinden.
Samstag, den 26. September.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag, 27. (September. 18. Sonntag nach Pfingsten.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — Echzell. 10.45: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt.
Montag, den 28. September.
Laubach. 7.30 Uhr: Messe.
Mittwoch, den 30. September.
Hungen. 6.15 Uhr: Messe.
Donnerstag, den 1. Oktober.
Gießen. 17.30 Uhr: Beichte.
Freitag, den 2. Oktober.,
Gießen. 6.30 Uhr: Segensamt; 20:' Rosenkranz- andacht. — Lich. 6.15: Segensmesse._________________
Sonntagsdienst v. 'Aer-te u.^löotbetcii am 27.ti.3L ÖtL Dr. Gürtler. Dr. Schäffer. Engelapvideke.
Zabnarzt: Dr. Fischer. 44"D
Edelprodukte der Tierzucht können nur dort erzeugt werden, wo hochwertiges Futter gewonnen wird. Sachgemäße Pflege und Düngung beeinflussen in hervorragendem Maße Höhe und Güte der Erträgnisse von Wiesen und Weiden. Das Grünland beansprucht vor allem den Nährstoff Kali, weil hierdurch nicht nur eine Ertragssteigerung, sondern auch eine Verbesserung der Grasnarbe erzielt wird. Deshalb ist es unumgänglich notwendig, den Grünland- flächen möglichst schon im Herbst Wi bis 2 Zentner 40er Kalidüngesalz oder auf leichteren Boden und vermoosten Wiesen die dreifache Menge Kainit zu verabfolgen. 5639V
Es dürste für die Leser des Gießener Anzeigers von Interesse sein, daß die Firma Lenz aus München mit erstklassigem Loofah zur Schaumesse anwesend ist. Loofah, die japanische Wundergurke, ist ein Naturgewächs von vielseitiger Verwendbarkeit. Näheres sieh« Anzeige. 05539


