Freud vergehen und finken in die Vergangenheit, und immer wieder stehen wir mit leeren Händen -wischen dieser Vergangenheit, die nicht mehr uns gehört, und der Zukunft, die noch nicht unser ist und die bestimmt — Vergangenheit werden wird. Vkit leeren Händen — ist nicht das Wesen der Zeit, des ewig fliehenden Augenblickes. Leere? — Lind gerade von diesem Augenblick, von dieser Zeit ist es gesagt' die Zeit ist ersüllt!
Die Zeit ist ersüllt. Das heißt: nicht wir können sie erfüllen, können ihr diesen böken Zug des Raubes und der Leere nehmen. Wirklich nicht? Unsere Arbeitslosen überfällt in diesem Winter das gan-e Grauen der leeren Zeit. Das ist das eigentlich Unheimliche an ihrem Schicksal — wir wollen es nicht vergessen. Aber wir anderen? Uns sind doch die Stunden er'ullt mit Sorgen und Schaffen, mit Rennen und Laufen vom Morgen bis -um Abend! Erfüllt mit Enstenzsorgen! Aber ist es nicht eine elende Sache, eine Leere des Lebens, vor lauter Exi» ftenzforgen und Existenzkampf — nicht -um Eristieren, -um Leben zu kommen? Aber denken wir uns nun einmal wie durch Druck auf einen Zauberhebel alle diese Sorgen weg. alle unsere Wu: schr erfüllt, all dies elende Rennen und Zav- peln zur Ruhe gekommen — gähnt uns da nicht erst recht die Leere der Zeit an? — Das alte indische Volk, dem ein glücklicher Himmel und ein fruchtbarer Boden einen grasten Teil des Jahres frei von Arbeit und Existenzkampf liest, ist in seiner höchsten Weisheit der eindrücklichste Münder dieser Leere der Zeit geworden.
Rein, w i r können unsere Zeit nicht erfüllen, sie must uns erfüllt werden. W7r wissen das im Grunde auch ganz genau. Wenn wir „3eit_ haben", so halten wir es nicht aus. wir müssen sie uns „vertreiben". Wir ertragen es vor ihrer Leere nicht, allein zu sein, und unwillkürlich suchen wir den anderen, um uns durch sein Du die Leere füllen zu lassen. Es liegt tiefer Sinn in diesem alltäglichen Vorgang: nicht vom Ich, sondern nur vom Du her wird die Leere der Zeit überwunden, wird unsere Eristenz mit Wirklichkeit erfüllt. Wir heutigen Menschen sollten für diese Erkenntnis besonder- empfänglich fein; denn wir sind Kinder einer Zeit, welche das Leben in all feinen Formen vom Ich her zu gestalten sich unterfing, und wir tragen heute als Kinder dieser Zeit den Fluch dieser Zeit fühlbar genug auf uns: mit Schrecken werden wir aetnce'r, dast uns über dem individualistischen Ich-Raufch alle Bande der Gemeinschaft in Ehe, Familie, Volk, Staat und schliestlich natürlich auch der nie aus eigenen DemeinschaftSkräften lebenden Wirtschaft zerfallen. Lind wenn diesem Zersall Im letzten Augenblick — er ist schon sehr weit vorgeschritten — noch Einhalt geboten werden soll, so muh dazu schon ein anderes als jenes Zch-Denken aufgeboten werden, auf welches noch der Anfang dieses Jahrhunderts so gan- verblendet stolz war.
Aber damit, dast wir uns. erschreckt von den Zeichen deS Zerfall- ring- um uns her, haben belehren lassen, dast alles Leben, das sich uns aus tnm Stolz und der Freiheit de- Ich her gestalten will, sterbendes Leben ist. haben wir wohl ein besseres Verständnis unseres Gemeinschaftslebens, vor allem unsere- Familien- und Volkslebens gewonnen. Aber damit haben wir noch nicht verstehen lernen, was Weihnachten bedeutet und seine „erfüllte Zeit" Das verstehen wir erst dann, wenn wir — irgendwann und irgendwo — die bitterste Erfahrung gemacht haben, die es auf Erden zu machen gibt: ja, wenn eine Menfchenfeele sich ganz mir zu eigen gäbe und ich ihr, wenn einem Menschen ich ganz mich au'fchließcn und ihn gan- mir zum Du werden lassen könnte — dann wäre die Leere der Zeit überwunden, dann wäre die Zeit erfüllt. Aber — das eben kann ich nicht! Ich kann nicht wirklich einen Menschen mir -um Du werden lassen, ich habe ihn immer längst zuvor zum Mittel für mein Ich gemacht. Alle meine Liebe ist heimlich selbstsüchtig: sie verschliestt sich dem, den sie liebt. Sie schneidet selbst das Band entzwei, indem sie eS knüpfte. Gerade an denen, die uns die Liebsten sind, werde ich schuldig. Das und nichts anderes ist es. was das Ehristentum mit dem Wort „Sünde" meint; darin erblickt es den tie'sten Abarund der Leere der Zeit. Der heutige Mensch weist nvt dem Ausdruck „Sünde" vielfach nicht viel an-ufanaen. vielleicht weil er ihm zu oft vorgeredet wurde, ohne dast ihn damit etwas gesagt worden wäre. Die Sache kennt er. wenn er sie auch in ihrer eigentlichen Siete oft nicht versteht. Lind man kann wohl sagen, dast gerade der Mansch des Heutigen Zeitalters mit besonderer Deutlichkeit um dies Lchuldigwerden am andere? weist: ist nicht gerade dies das Hervorstechende an der ernst-unehmenden Dichtung der Gegenwart, dast sie immer von neuem dies Zerbrechen am anderen sich'bar werden lästt. dies Zerbrechen der erträumten Gemeinschaft -wischen Mann und Weib, -wischen Freund und Freund, -wischen Volksgenossen und Volksgenossen. -wischen Vater und Sohn, zwilchen Alter und Iugend? Und verrät nich^mpie Dichtung Immer am ehesten, warum es einem lebenden Geschlecht von Menschen zutiefst geht? 3c tiefer wir aber — nun nicht im Spiegelbild der Dichtung, sondern in der ungefoieqelten eigenen Eristenz — um dies bittere Zerbrechen wissen, um fee durchsichtige Si-wand -wischen Mensch und Mensch, an der wir mit ersticktem Iammer uns entlang tasten — um so unmittelbarer stehen wir — vor der GotteSfrage. vor dem Vernehmen deS Worte- der Weihnacht.
IV.
Denn die- Wort heistt: Die Zeit ist erfüllt. Es sägt uns nicht nur. waS Erfüllung der Zeit wäre. Rämlich Lleberwindung jener Leere, Ricderreistcn jener Eiswand, die Wegnahme jene» Schuldigwerdens. Lieberwindung der Ich- Sucht, nahe Gemeinschaft zwischen ich und du. Lind da- Wort der Weihnacht sagt auch nicht blost die-: Da- alle- wäre nur möglich — eben nicht von uns hier, die wir alle eben schon getrennt sind von einander, schuldig geworden a n einander —. sondern nur. wenn der käme zu un». in unsere Eristenz. um den wir im Grunde ja alle schon wissen und wäre c» in der Weise der Flucht vor ihm, de» Hasse- gegen ihn, der Leugnung seiner Eristenz. tue eben von ihm zeugen must - Gott Denn wer sollte auch der Zeit Erfüllung. Lieberwindung ihrer Leere geben können, wenn sie doch für un» in ihr Stehenden eben immer schon Leere ist. au» deren Abgründen Schuld aufsteigt, wer, wenn n:cht der. der ihr Herr ist, Gott? Aber nicht dies tagt da» Weihnacht-wort, w i e etwa Erfüllung der Zeit möglich wäre, sondern dast die Zeit erfüllt i st,
daß der Herr der Zeit da ist in der Zeit, dast e r die Leere der Zeit erfüllt hat mit seiner Fülle, dast die Gemeinschaft -wischen du und ich erschlossen ist in ihm, dast der Fluch des Schul- digwerdenS htnweggenommen, dast die Liebe wahre Liebe geworden ist. Die Gabe aller Gaben ist da, von der ein goldener Schimmer über alles arme oder reiche Weihnachtsschenken gebreitet ist. „Gott ist geoffenbart im Fleisch." Gott tritt ein in die Existenz derer, die unter der Leere und dem Fluch der Zeit schmachten, und füllt die Leere und bindet den Fluch. Er macht die Existenz erst zur Wirklichkeit vor ihm, vor der alle andere Wirklichkeit zur Illusion erblaßt. Die Zeit ist erfüllt, wo Gott fich gegenwärtig machte, und vor feiner Gegenwart ist keine Gegenwart flüchtig, keine Vergangenheit tot. keine Zukunft Rächt. Lind er macht sich zur Gegenwart, die Entscheidung fordert, in dem, der in der Krippe liegt. Es ist schlichter und tiefer niemals gesagt worden als von Martin Luthe«:
Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Marias Schoh, Er ist ein Kindlein worden klein. Der alle Welt erhält allein.
Damit sagt die Weihnachtsbotschast von der erfüllten Zeit etwas, was freilich nicht nur allem Zweifel und allem Fragen, sondern auch aller Mißdeutung und allem Mißverständnis, ja allem Hohn und allem Spott offen preisgegeben ist. Lind eS wird zu allen Zeiten fo fein: wo keine Frage ist, da kann keine Antwort vernommen werden. wo keine Leere ist, da kann nichts zur Fülle werden. Aber das ändert nichts daran: Die Zeit
ist erfüllt, die Zeit, in der wir leben, ist von Gottes Gegenwart erfüllte Zeit, die Entscheidung fordert von dir und von mir. Lind wenn einmal die Illusionen über sich selbst zerbrochen sind, wer verstehen gelernt hat, daß auch die sogenannte „nadle Wirklichkeit" nicht die tiefe Wirklichkeit ist, wem die dunkle Frage seiner Existenz aufgebrochen, wer über die Leere seiner Zeit erschrocken ist. wen sie — wovon selbst der Le- benskünstler Goethe zu sagen gewußt hat —. als Armen hat schuldig werden lassen, dem wird eben dadurch das Auge geöffnet fein für die Gegenwart Gottes im Kindlein von Bethlehem, der wird immer wieder bekennen, daß die Weihnachtsfreude, die Erfüllung der Zeit durch die Gegenwart Gottes, die eine tiefe Lebensfreude ist.
Es gibt einen wenig bekannten, uralten Weih- nachtsvers, der uns immer wieder anS Herz greift, gerade wenn ich daran denke, wer der war, der ihn gesungen. Aus der Armut eines zerstörten Lebens heraus, als ein Einsamer, Llnsteter und Flüchtiger, verbannt aus seinem Vaterland und verstoßen von seiner Kirche hat vor mehr als 1000 Iahren der deutsche Mönch Gottschalk seine Weih- nachtssreude gesungen:
Dir, o König will ich singen. Singen zu der Harfen Klingen, Singen fort mit Herz und Munde Bei dem Kindlein jede Stunde Süße Kunde
Dir, holdväterlicher Herr! —
Die Schlußfolgerungen der Baseler Sachverständigen.
Deutschland hatte einen ft arten Kapitalbedarf, um die durch den Krieg, seine Rach- wirkungen und die Inflation geschaffenen Lücken auszufüllen. Von den 18 Milliarden Mark feit 1G24 cingcftrömten AuslandkapitalS wurden 10.3 Milliarden durch Reparationen aufgezehrt. In den Iahren 1926 bis 1930 sind ebenso wie die Steuereinnahmen auch die Ausgaben in Reich, Ländern und Gemeinden stark gestiegen und zwar von 17,2 auf 20,8 Milliarden. Ausgaben f ü r Wohnungsbau. Bildungswesen und WohlfahrtSwesen machen hiervon 4 3 Prozent aus. Stark gestiegen sind ferner die öffentlichen Schulden, die 1931 insgesamt 24 Milliarden betrugen. Als die Krise die Steuereinnahmen verminderte, ergab fich bei dem hohen Ausgabenniveau ein entsprechend großer Fehlbetrag. Die steigende Ausgabenpolitik ist oft kritisiert worden, ebenso wie das System deS Finanzausgleichs -wischen dem Reich, Ländern und Gemeinden, das die Kontrolle über d i e Ausgaben von der Verantwortung für die Erhebung mindestens eines beträchtlichen Teiles der Einnahmen trennt.
DaS Kapitel 3 schildert die deutschen Sonder- maßnahmcn zur Bekämpfung der Krise. Im Kapitel 4 stellt dann der Ausschuß zunächst formal fest, daß Deutschland den auffchieb- baren Teil der Annuitäten nach Ablauf des Hooverjahres nicht zu transferieren vermag. Er weist indessen auf die beispiellose Schwere der Krise hin. deren AuSmah unzweifelhaft die „verhältnismäßig kurze Depression" übersteigt, die der neue Plan ins Auge faßt.
Der Reue plan ging von der Bändigen Ausdehnung de» Welthandels au», innerhalb deren die Reparationszahlungen ein Faktor von abnehmender Bedeutung werden würden. Tatsächlich ist da» (degenfellein- getreten, nicht nur ist der Umfang öc» Welthandel» zusamnengeschrumpfl, sondern auch da» außerordentliche Fallen de» Goldpreise» Hal die tatsächlichen Lasten der deutschen Annuitäten wie alle In Gold sestgesehten Zahlungen um 4 0 o. f>. erhöht. Da» deutsche Problem, da» In weitem Maße die Ursache für die steigende finanzielle Lähmung der Welt ist, erheischt daher ein gemeinsame» handeln, da» nur von den Re
gierungen ausgehen kann. Da» Problem Hal weltweite Bedeutung, und es muh in viel weiterem Mohstabe als den durch Deutschland» Lage allein gegebenen behandelt werden. Der Wiggins-Ausschuh hat bereite eine außer- ordentlich ernste Warnung ausgesprochen. Die Ereignisse warteten nicht. Die Krise hat gewaltige Dimensionen angenommen. Wenn nichts geschieht, werden die eingetretenen Schwierigkeiten Vorboten weiterer ft a - tastrophen sein.
Durch die Rückwirkungen des Wirtschaftsleben» auf die wirtschaftliche Lage und umgekehrt wird die allgemeine Lage noch mehr verwirrt. Bei diesem verwickelten Problem müssen von den Regierungen die Tatsachen berücksichtigt werden, die der wirklichen Lage entsprechend nur nach wirtschaftlichen Gesehen behandelt werden können. Gewisse Betrachtungen erscheinen dem Ausschuß von größter Wichtigkeit:
Transferierungen von einem Lande in einem Umfange, der b i e Zahlungsbilanz erschüttert, müssen da» augenblickliche Ehao» noch verschärfen.
Die Befreiung eine» Lande» von nur unerträglichen C a ft e n würde möglicherweise bie Last auf ein (Bläubigerlanb ab- wälzen, da» In seiner Eigenschaft al» Schuldner feinerfeil» nicht in der Lage Ist, die Last zu tragen.
Der einzige Schritt von Dauer, der da» vertrauen wieder Herstellen kann, ist bie Anpassung aller zwischenstaatlichen Schul- b e n (Reparationen und andere Kriegsschulden) a n bie gegenwärtige zerrüttete Lage ber Welt.
Lnblich finb Schritte notroenblg, um den energischen Maßnahmen, mit denen bie deutsche Regierung die Stabilität ihrer Währung verteidigt, dauernde Wirkung zu sichern.
Der Ausschuß richtet an bie Regierungen ben Appell, ohne Verzug zu Entschelbnngen zu kommen uub damit neue Hoffnung auf eine Besserung der schweren Krise zu erwecken, die gleichermaßen ans allen lastet.
Erste Pressestimmen.
Berlin, 24. Dez. (TL1.) Da der vorerst veröffentlichte AuSzug auS dem Bericht de» Baseler Sonderausschusses noch keine endgültige und abschließende Wertung deS gesamten Gutachtens ermöglicht hat. nehmen vorläufig nur wenige Berliner Blätter ausführlich Stellung. Die „D. A. Z " hebt hervor, daß das Gutachten zwar eine Desavouierung des Boungplane», aber keine Empfehlung enthalte, die Tribute zu streichen. Das Fehlen einer klaren Festlegung deS Zusammenhänge» zwischen Tributen und Weltkrise werde in keiner Weise dadurch ausgewogen, daß Herr Rist auf seine rohtäuscherische Absicht habe verzichten Müssen, in den Ausschußbericht die Feststellung einer Mitschuld Deutschland» an der krisenhaften Zuspitzung seiner Lage und an seiner Zahlungsunfähigkeit aufnehmen zu lassen. — Der „Vorwärts" unterstreicht besonders die Feststellung, daß der Voungplan überholt sei und bedauert, daß man den Regierungen, die sich noch immer gegen die völlige Abschaffung der Reparationen stemmten, die Möglichkeit gebe, eine Wiederaufnahme diese» verderblichen Zahlungssystems in späteren Iahren zu fordern. Richtsdestoweniger bedeute das Baseler Dokument einen Schritt vorwärts. — Da» „Berliner Tageblatt" urteilt, noch niemals sei, solange die Debatte über die Reparationen an- dauere, von einem internationalen Gremium e i n Dokument von gleicher Eindringlichkeit, von einem solchen Ernst der Sprache oor» geiegt worden, wie diesmal. — Die „Börsen- -eitung" bezeichnet die im Schlußkapitel enthaltene Erklärung, daß daS deutsche Problem „weltweite Bedeutung" habe und „in weitem Maße" bie LIrsache für die steigende finan» -teile Lähmung der Welt sei, als besonder» bedeutungsvoll. Mit d.c'er allgemein gehaltenen Wendung werde der deutschen Forderung auf Streichung der Tribute zwar nicht auSdrück- l i ch Rechnung getragen, aber sie bedeute doch wenigsten- einen Wegweiser au diesem Ziel. — Der „T a g" bemängelt, daß der mit den französischen Widerhaken bespickte Bericht die Weltkrise nicht eindeutig genug auf bie Tribute -urückführe. — Der „Börse n - E o u r i e r'* bezeichnet den Bericht in der Lleberschrift ein mühsam erreichtes unzulängliche» Kompromiß. — Die „Deutsche Zeitung" hebt hervor, daß der kaum verhüllte Hilferuf der Vertreter der sogenannten Gläubigerstaaten für Deutschland in Wirklichkeit der Hilferuf für die eigenen auf- schwerste gefährdeten Geldfchränke sei. Wenn c» für Deutschland noch eines Beweise» dafür bedurft hätte, daß die soviel im Munde geführte „Hilfe" deS Auslände» eine LI t o p i e sei. fo habe der Baseler Bericht diesen Beweis erbracht.
Was sagt man in Paris?
Paris, 24. Se). (WTB Funkspruch.) Der „M a t i n" weist in einer kritischen Würdigung de» Baseler Berichte- besonders daraus hin, daß Deutschland auf Grund de» Berichte» mit Recht erklären könne, cs sei nicht in der Lage, im nächsten ReparationSjahr den geschützten Anteil au bezahlen. — ..Oeuvre "betont, daß der Voungplan durch den Bericht nicht getroffen worden sei und daß die Reparationen ihre une i ng e f ch r änk te n Vorrechte behalten hätten. SS frage stch nur, ob cs politisch nützlich und geschickt sei, die strenge Llnterscheidung zwischen den privaten und den Reparation-Verpflichtungen al» Gründe für die ZahlungSfchw erigke.ten Deutschland» ausrechtzuerhalten. — „Populaire" hält den Wert de» Berichte» für recht gering und bestreitet, daß die Baseler Beratungen den Boden für eine -weck- mäßige P.üfung auf einer Regierungskonscrenz vorbereitet habe. — „SchobeDariS" schreibt, der Lachverständigenausschuß haoe festgestellt, daß da» industrielle Rüstzeug Deutschland» voll auSgewertet werden könne, wenn bie Weltkrise gelöst fein werbe Diese Feststellung müsse bie Deutschland zu bewllligenden Erleichterungen zeitlich beschränken. Der Sachver- ftändigenausschuh versuche offenbar, die Regierungen zu weiteren Maßnahmen zu bestimmen. Sein diskrete» Plaidoyer zugunsten eine» längeren Moratorium» al» e» im Voungplan vorgesehen sei. sei ba» Zugeständni» bc» französischen Delegierten Rist.


