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Me die Notenbank Im Interesse einer gedeihlichen Gestaltung ihrer Volkswirtschaft auszuüben hat.

Hierin spielt nun die Deckung der Noten eine wichtige Rolle, die aber nicht immer genügend diesem Wege neu entsteht und der Volkswirtschaft zugeführt wird: 2. daß die Grenze: wie weit soll mit Rücksicht aus die richtige Geldmenge die Deckung der Roten aus Gold oder aus Han­delswechseln bestehen? im voraus immer nur mit Willkür z u ziehen ist. Diese Willkür zeigt sich darin, daß die Deckungsvor- schriften in den einzelnen Ländern sehr verschie­den sind. Die vor dem Kriege in Deutschland be­stehende Drittel- (33! 3 Prozent) Deckung war ebenso der Erfahrung entnommen, wie man bei der Reufassung des Bankgesetzes 1924 eine Deckung von 40 Prozent in Gold und Devisen für richtig hielt: 3. daß die im voraus festgesetzten Dcckungs- vorschristen sich alS zu st a r r erweisen können, wenn besondere Umstände eintreten, die man nicht voraussehen und in Rechnung stellen konnte.

Diese Umstände sind heute in der ganzen Welt eingetreten. Für Deutschland (und England) be­stehen sie darin, daß kurzfristige RuslandSkredite abgezogen worden sind. Die die Deckung der Ro­ten außerordentlich beeinträchtigt haben. Don dieser Seite ist ein Zuwenig an Deckung entstanden lwaS in England zur Äufhebung der Goldeinlösung geführt hat): nicht ist das un­günstige Deckungsverhältnis auf ein Zuviel an umlaufenden Roten zurückzuführen. Dar­aus ergibt sich die besondere Lage: die Roten­banken zeigen das Bestreben, im Interesse ihrer internationalen Zahlungsfähigkeit denRestdeS verbliebenen Goldbestandes festzu- halten bzw. diesen zu erhöhen. Damit erfüllen sie zugleich die psychologischen Doraussetzungen der Mäßigung, von denen eingangs die Rede war. Aber die Lage des inländischen Zahlungsmittel­marktes liehe eine Herabsetzung der Rotendeckung durchaus zu, was ja inzwischen siehe letzten Reichsbankausweis auch schon geschehen ist.

Landwirte, schickt eure Söhne in die landwirtschaftliche Schule.

Don Landwirtschafts-Assessor Dr. Pabst, Mainz.

Die Geschichte lehrt, dah die auf hoher Kultur­stufe stehende Landwirtschaft sich aus den be­scheidensten Anfängen heraus entwickelt hat. Roch vor hundert Jahren war die Landwirtschaft kaum mehr als ein mechanisches Handwerk, daS man nur praktisch zu erlernen brauchte. Heute ist fie ein komplizierter und auch kaufmännischer Be­trieb, der sich hoch entwickelte Wissenschaft und Technik nutzbar gemacht hat, der aber anderseits von schwierigen wirtschaftlichen Problemen be­herrscht wird, mit deren Lösung Landwirte, Dolkswirtschaftler und Staatsmänner beschäftigt sind.

Der Kampf ums Dasein ist daher für die Land­wirte unserer Zeit sehr schwer. Diele Existenzen sind äußerst gefährdet, viele Betriebe sind dem wirtschaftlichen Ruin nahe. Wenn die Rot auch in der Landwirtschaft fast allgemein ist, so weih der Kenner der Verhältnisse doch, daß es auch heute noch solche Betriebe gibt, denen es besser geht, als den anderen. DaS liegt nicht immer an Vermögens- und Familienverhältnissen, sondern hängt hauptsächlich davon ab. wie der Betriebs­leiter in der Lage ist, die wirtschaftlichen Schwie­rigkeiten zu meistern.

Rur wer als Landwirt wirklich Meister ist, wird sein Hab und Gut ungeschmälert seinen Kindern vererben können. Hm aber Meister zu werden, muh man zuerst Lehrling und bann Ge­selle gewesen sein. So wie in jedem gewerblichen Beruf der Lehrling nicht nur eine praktische, son­dern auch eine theoretische Ausbildung erfährt, so soll und muh dies auch bei jungen Landwirten der Fall fein. Die Praxis erlernt der junge Landwirt im väterlichen oder auch im fremden Betrieb, während für die gründliche theo­retische Ausbildung in den l a n d w t r t- 1 schaftlichen Schulen eine bequeme und I

verhältnismäßig billige Möglichkeit gegeben ist. Es erübrigt sich fast, die Rotwenbigkett einer fachlichen theoretischen Ausbildung noch beson­ders zu begründen, denn gerade die Rot der Zeit erheischt sie. Es sei nur daraus hingewiesen, welche Fehler oft noch bei der Anwendung und Behandlung künstlicher Düngemittel gemacht, wie viele Fehler noch beim Ankauf und Derbrauch der Futtermittel überhaupt bei der Fütterung begangen werden. Wie vieles andere ist heute in der Pfege und in der Behandlung der Obst- bäume zu beachten? Wieviel Zukunftswert hängt z. B. auch ab von der sachgemäßen Anlage und Behandlung von Iungfeldern im Weinbau? Wie wichtig sind heute die Fragen der Absatz- und Marktverhältnisse. Don welch großer Tragweite sind richtige Maßnahmen in der Detriebsfüh- rung? Alle diese Fragen sind Gegenstand im Unterricht der landwirtschaftlichen Schule in zwei Winterlehrgängen.

Wenn der Landwirt von der Rotwendigkeit der gründlichen fachlichen Ausbildung des 2e- rufs-Rachwuchses grundsätzlich überzeugt ist, so darf ihn auch die Rot der Zeit nicht daran hin­dern, daß er seine Söhne zur landwirtschaftlichen Schule schickt. So sehr das Prinzip des SparenS auch anerkannt werden muh, so ist doch zu be­denken, daß viele Landwirte aus der Rot der Gegenwart heraus die evtl, noch größere Rot der Zukunft nicht bedenken. Wenn das Sparen in der Rot der Gegenwart aus Kosten des künf­tigen Wohlergehens des landwirtschaftlichen Rach­wuchses geht, so ist dieses Sparen falsch und verwerflich. Welche Eltern wollten es daher ver­antworten, ihren Kindern das geistige Rüstzeug zum Bestehen in den kommenden schweren Zeiten nicht als köstliches Erbgut mitzugeben?

Sie Ausgaben des Aalurschutzes in Sberheffen.

Don Prof. Dr. Gpilger in Darmstadt.

schutznummer desFrischauf- (17. Jahr- Nr. 2) bestimmte Vorschläge für den

Was den Naturschutz in Oberhessen anlangt, Io hat der Vogelsberger Höhen-Club be­reits in seiner Eingabe vom 24. Februar 1928, wie in der Naturs^ ...

Daß die Breun geshainer Heide, das ein. uge Hochmoor unterer Heimat, mit allen Mitteln tu ftW»n unb zu einem Naturschutzgebiet zu erklären ist. darüber stad sich alle Naturfreunde einig (Fa darf aber nicht das einzige Naturschutzgebiet in Oderhessen bleiben.Bestimmt begrenz!^ Gebiete tannen zur Erhaltung seltener oder schonungsbe- durstiger Tier- und Pflanzenarten, ober bemerkens­werter geologischer Gebilde, oder zur Erhaltuna

Endlich ist der dringende Wunsch aller Heimat- und Naturfreunde in Erfüllung gegangen: Der Hessische Landtag hat das Naturschutzgesetz mit großer Mehrheit (nur die Kommunisten waren dagegen) angenommen. Auf seiner Grundlage wird jetzt endlich ein wirksamer Schutz der heimischen Na« tur nach allen Richtungen hin sich durchführen lassen.

Seither konnten nach dem Denkmalschutzgesetz von 1902 lediglichnatürliche Bildungen der Erdober­fläche wie Wasserläufe, Felsen, Bäume u. Dgl." unter amtlichen Schutz gestellt werden, und auch dieser Schutz war nur beschränkt. Ferner genossen auf Grund anderer Gesetze nützliche Tiere staatlichen Schutz.

Das neue Gesetz übernimmt diese Bestimmungen und gestattet ferner neue Möglichkeiten des Natur- schutzes. Einmal können bestimmte Pflanzen- und Tierarten unter Schutz gestellt werden, bann können Naturschutzgebiete, sowie sonstige Schutzgebiete für freilebende Tiere eingerichtet werden und schließ­lich sind besondere Schutzmaßnahmen für das ge­samte Landschaftsbild vorgesehen. Das Gesetz selbst fuhrt als Rahmengesetz die einzelnen zu schützenden Objekte, sowie die zu ihrem Schutze nötjgen Maßnahmen nicht auf, vielmehr bleibt dies besonderen Polizeiverordnungen und vom Ministerium zu erlassenden Llusführungsbe- ft i m m u n g c n vorbehalten. Don diesen wird es also abhängen, wieweit die vom Gesetz vorgesehenen Möglichkeiten Wirklichkeit werden.

Es ist setzt Aufgabe aller für den Schutz der hei­mischen Natur yiterefficrtcn Persönlichheiten, sowie ber großen Natur- unb Wanbervereine, über diese Punkte nachzudenken und der hessischen Forstbehörde, deren bewährten Händen nach wie vor der Natur­schutz in Hessen untersteht, darüber Vorschläge zu unterbreiten.

gang 1928, Nr. 2) bestimmte Vorschläge für den Natursch u tz im Vogelsberg gemacht. Diese Eingabe enthalt einmal eine Liste der zu schützenden Pflanzen unb Tiere, es wird ferner Schutz für das Hochmoor in seiner ganzen Ausdehnung gefordert, und schließlich wird beantragt,daß in der Höhen- zone von 700 Meter das Sammeln von Pflanzen, das Fangen von Schmetterlingen und anderer In- iekten überhaupt verboten unb unter Strafe gestellt Eii'k?od) lolkn dadurch keinerlei wirtschaftliche Beschränkungen, weder für die Land-, noch für die .xorftroirt|djaft auinefprodjen werden" Ferner hat die Oberhessifche Gesellschaft für Na- tur. und Heilkunde mehrfach den ertntn der l n vanroiefen, des Hangelsteins usw. verlangt, sowie (Bab-'Jlaubeim) den Schutz der oberhess, chen «alzflora. E» gilt jetzt zu erwägen in welchen Punkten diese Forderungen zu ergänzen

ihrer landschaftlichen Eigenart oder Schönheit ... zu Naturschutzgebieten erklärt werden", so lautet Artikel 23 des neuen Gesetzes. Alle hierfür in Be- tracht kommenden Gebiete müßten jetzt namhaft ge­macht unb ein genaues Verzeichnis davon angelegt werden. Einzelne Felsgruppen (Bilstein usw.) stehen bereits unter Schutz, dagegen der Geiselstein, der Alteburgskops bei Schotten u. a. noch nicht, und ebensowenig eines der Felsenblockmeere, für deren Erhaltung sich besonders unsere Geologen eingesetzt haben, noch Gebiete mit besonderer pflanzlicher Eigenart (z. B. Kalkstellen bei Lauterbach, Salz- stellen, Hangelstein, Enzianwiesen u. a.).

Ob alle derartigen Gebiete zu Naturschutzgebieten erklärt werden können, ist im wesentlichen eine Geldfrage. Wenn es sich hierbei um Eigentum des Staates, der Gemeinden oder größerer öffentlicher Gesellschaften handelt, werden sich kaum Schwierig- feiten in den Weg stellen, dagegen wird es augen­blicklich kaum möglich sein, Privatgelände zu erwer­ben. Es ist geplant, ebenso wie in anderen deutschen Ländern, alle Wander-, Heimat- und naturliebenden Vereine zu einem Naturschutzring zusammen- zuschließen, dessen Aufgabe neben der ideellen Pflege des Naturschutzgedankens es wäre, die zum Natur- schütz nötigen Mittel zu beschaffen.

Was die Liste ber im Vogelsberg 3u fchützenben Pflanzen unb Tiere anlangt sie ist in ber VHE.-Fest!chrift, Seite 72, 73, ab- gedruckt fo dürfte es sich empfehlen, auch sie zu ergänzen. Von Pflanzen vermisse ich u a. Lunaria redivia, die Akonitumarten und Gentianaarten, F.mpetrum nigrum, Centaurea Phrygia, Doronicum. Melampyrum nemorosum u. a., von Tieren enthält die Liste lediglich Jnsektenarten. Ein Teil der Arten ist lediglich durch unvernünftige Sammler bedroht. Da nur die Wissenschaftler sie kennen, brau* chen sie in der. Liste der besonders zu schonenden Arten nicht aufgenommen zu werden. Manche hier­von würden bereits durch das vorgeschlagene Pflück- und Fangverbot über der 700-Metergrenze Schutz finden, andere durch die Schaffung verschiedener Naturschutzgebiete, in denen ein Pflücken gesetzlich verboten ist. Zu erwägen wäre, ob nicht die Grenze des Schongebietes im oberen Vogelsberg hinabzu- rüden und nicht schematisch durch die Linie von 700 Meter sestzuleaen ist. Andere Arten gefährdet der Handel, z. B. die Trollblume, die auf dem Darm- ftübter Markt in Menge angeboten wird. Ein Der- kaussverbot, welches dos Massenpflücken von selbst nutzlos machen wird, konnte hier vielleicht zum Schutze genügen. Bei anderen (Arnika) könnte man unterhalb der Grenzlinie das Pflücken einzelner Blüten gestalten, nicht aber das Massenpflücken unb bas Ausgraben. Eine dritte Gruppe von Pflanzen, die für das Landschaftsbilb bes Vogelsbergs bezeich- nenb sinb, sinb schließlich burch Kultur maß- n.ohmen (Entwässern von Wiesen, Anwenbung künstlichen Düngers) bebroht. So wenig man sich umfaHenber Kullurmaßnahmen, wie es z. B die Bestrebungen bes Grünlandbundes find, wirb ver­schließen können, ebenso nölig wird es fein, größere Xtile b«s hohen Vogelsberges zur Erhaltung ihrer landschaftlichen Eigenart hiervon auszunehmen.

» -Befonbers erfreulich sind die Bestimmungen zum «matz des Landschaftsbildes, die das neu.- Gesetz bringt. Es heißt in den Erläuterungen

-E, ericheint unbillig, nur landschaftlich be- vor ZUG» Gegenden zu schützen, weniger bevorzugte

dagegen verschandeln zu lasten. Auch die nicht bevor zugten haben landschaftliche Reize, auf deren Erhal­tung ihre Bewohner Anspruch haben. Fede Heimat- liche Gegend, auch wenn sie nicht besonders hervor­ragend ist, sollte im Reiz ihrer heimatlich gerichteten Eigenart möglichst unberührt bleiben.* Im Rahmen dieser Bestimmungen findet jeder einzelne Natur­freund weitgehende Betätigungsmöglichkeit. Wenn eine Verschandelung der Heimat durch bauliche An­lagen, durch Reklameschilber, ober durch die Feld­bereinigung droht, kann er die Behörde darauf auf­merksam machen, die dann mit Hilfe des neuen Ge­setzes sofort einzuschreiten in ber Lage ist.

Gießener Wochenmarktpreise.

Gießen, 24. Ott. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 120 bis 140 Pf. (Kochbutter von HO Pf. an), Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10 (pro Zentner 5Mk>, Weißkraut 6 bis 7 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk.s, Rotkraut 8 bis 10 (pro Zentner 6 Mk). gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 biS 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 biS 10, Unterkohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 8 biS 10, Tomaten 25 bis 30, Meerrettich 30 bis 60. Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Ztr. 2,50 biS 2,80 Mk). Aepfel 8 bis 10 (pro Zentner 4 biS 6 Mk.), Birnen 8 bis 10, Dörrobst 30 biS 35, Preihelbeeren 25 bis 30, Pfirsiche 40 bis 60. Honig 40 bis 50, Suppenhühner 80 bis 100, jg Hähne 90 bis 100, Gänse 80 bis SO pro Pfund: Tauben 50 bis 60, Sier 12 bis 13. Salat 10 bis 15, Blumenkohl 20 biS 60, Salatgurken 20 bis 25, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40. Lauch 5 bis 10 Pfennig pro Stück: Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund.

Taten für Sametag, 24. Cllobcr.

Sonnenaufgang 7.03 Uhr, Sonnenuntergang 17.14 Uhr. Mondaufgang 16.34 Ahr, Mondunter­gang 4.31 Uhr.

1601: der Astronom Tvcho Brahe in Prag ge­storben: 1643: Westfälischer Friede zu Münster und Osnabrück: Ende deS Dreißigjährigen Krie­ges: 1796: der Dichter August Graf von Pla- ten-Hallermund in Ansbach geboren.

Lpielplan der frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 25. Olt, 11 biS 12.30 Uhr: Orchesterkonzert und Eröffnung der Theaterausstellung ..Aus der Werkstatt deS Theaters". 15 biS 18 Uhr: Im weihen Röhl. 20 bis 23 ilbr: 3m weißen Röhl. Montag. 26. Oft., 20 bis 23 Uhr 3m weißen Röhl. Dienstag. 27. OIL. 19.30 bis 22.30 Uhr: Don Juan. Mittwoch. 28. Ott.. 20 bis gegen 22.30 Uhr: Don Pasquale. Donnerstag. 29. Okt.. 20 bis gegen 22.30 ilbr: Falstaff. Freitag, 30. Ott.. 19.30 biS gegen 23 llbr: Farmen. LamStag, 31. Ott.. 20 bis nach 22.30 ilbr: Der luftige Krieg. Sonntag, 1. Rov. 14.30 biS 17.30 ilbr: 3m weihen Röhl. 20 bis 22.30 Uhr: DaS Rhein­gold.

Schauspielhaus. Sonntag, 25. Ott.. 20 bi» nach 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Montag. 26. Ott. 20 bis nach 23 Uhr: Der Haupt­mann von Köpenick. DienStag. 27. Oft.. 20 bi» gegen 22 ilbr: Dögel. die am Morgen fingen . .. Mittwoch. 28. Olt.. 20 bis nach 22 15 ilbr: Bobbh weint, Bobby lacht Donnerstag, 29. Ott. 20 bi» gegen 23 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Freitag, 30. Olt., 20 bis nach 22.15 Uhr Png- malion. LamStag, 31. Ott. 20 bis gegen 22 Uhr: Strafgesetz. Sonntag. 1. Rov., 16 bis nach 18.15 Uhr: Pygmalion. 20 bis gegen 23 Uhr: Dee Kaufmann von Venedig.

Oer Favag-prozeß.

Oie Grundstücksgeschäste mit Ehrlich.

WSR. Frankfurt a.M., 23. Ott In der heutigen Derhandlung im Favag-Prozeß wurde zunächst Oeneralbirettor Walther, der früher beim Deutschen Lloyd tätig war, als Zeuge vernommen. Er gab eine eingehende Schil­derung über die Fusion der Berlinischen Allge­meinen mit der Fcwag und über die Gründe, die zur Wiederauflösung des Vertrages geführt haben. Auf die Frage der Derteidigung an Öen Zeugen, ob er in der Gewährung von Sonder­vergütungen etwas Unzulässiges erblickt habe, ertlärte dieser, daß er eine solche Sonder­vergütung als etwas Selbstverständ­liches ansehe.

Es fei ihm bekannt, daß eine namhafte JJerfön- llchkeit im Versicherungswesen, deren Rainen zu nennen er sich weigerte, eine Vergütung von einer Million Dollar erhalten habe.

Darauf kam die Sprache auf Hersch Chaim Ehr- l i ch, der bekanntlich große Grund st ücks- spekulationen unternommen hat und nach seiner Heimat Polen geflüchtet ist. Ehrlich be­nötigte für seine Grundstücksgeschäfte Geld und er bekam von der Landesgewerbebank, deren Di­rektor Sauerbreh war, einen Kredit von 1,3 Mill. Mk. Zur Sicherung des Kredits wurde eine Aussallbürgschaft der Helios-Dersicherung gegeben. Decker, Dumcke. Schumacher und Sauer- brey übernahmen für die der Landesgewerbebank von der Helios gegebene Ausbietungsgarantie die Rückbürgschast. Die mit dem Geld gekauften Grundstücke wurden mit Gewinn Derlauft Ehrlich hat 420 000 Mk. bekommen und Sauerbrey erhielt von Ehrlich 30000 Mk. Belohnung. Außerdem hatte die Favag einen Ruhen von 300 000 Mk. 50 000 Mk. wurden bei der Landesgewerbebank sichergestellt als stille Reserve, die übrigen 150 000 Mark sind verteilt worden. Die Anklage nimmt

an, daß Sauerbrey kein Vermögen besah, um die Rückbürgschast tragen zu können, waS Sauerbrey auch zugegeben hat In der Verhandlung erklärte sich zunächst Sauerbrey zu der Transaktion. Der Kredit sollte auf fünf Jahre gewährt wer­den. und die Landesbank sei von der Favag in dem vorliegenden Fall alS Dienstmädchen benutzt worden.

Die gesamten Prämien, die bei der Helios au» dem Geschäft hereinftossen, seien unter die vier Ruckbürgen verteilt worden.

Er, Sauerbrey, habe 37 000 Mk. erhalten. Auf die Frgge des Vorsitzenden, ob dies gerecht­fertigt war, erklärte er: .Ich hatte damals den Eindruck, daß die Sache in Ordnung sei. Ich war damals noch jung (26 Jahre) und habe mit gesagt, dah das, waS die alten Herren empfahlen, gut sein muhte." Der Vor­sitzende wies auf die Behauptung hin, dah auher den vier Rückbürgern niemand Kenntnis von der Sache hatte und Decker die Urkunde besah. Schu­macher wurde daraus hingewiesen, daß er zwei Urkunden, die sich auf die Rückbürgschast bezogen, unterschrieben habe. Der Angeklagte tut so, als babe er den Inhalt der Urkunden nicht gekannt. Der Vorsitzende betonte, dah eS sich hier um keineBagatelle drehte. Der Sachverstän­dige Professor Kalveram bezeichnete eS als ausfällig, dah

immer wieder neue Konsortien gebildet wurden, wobei die Personen wechselten.

Da nun die einzelnen Personen Immer wieder betonen, nichts gewußt zu haben, mühte ihnen entweder eine Schweigepflicht auferlegt worden sein, ober sie hätten tatsächlich nicht- gewuht.

Darauf wurde die Verhandlung auf Montag vertagt.

S.4.-fport

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 (Liga) Sportverein Wetzlar (Liga).

Die 1. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 hat morgen auf dem Sportplatz an der Liebigs- höhe wieder einmal einen gefährlichen Gegner vor der Klinge. Die 1. Mannschaft des Sportvereins Wehlar, die sich bisher in den Verbandsspielen gut geschlagen hat, wird die Dlauweihen in diesem Punktkampf vor eine schwere Aufgabe stellen. Die Wetzlarer, die im Frühjahr dieses Jahres schon einmal auf dem. Platz der 1900er gastierten, pfle­gen ein körperliches Spiel, das der Mannschaft der 1900er noch aus der letztenBegegnung her sehr gut bekannt sein dürste. Die Hiesigen wer­den also gut tun, sich darauf einzustellen und (wenn sie den Gegner schon nicht durch technischen Knock out außer Aktion zu setzen imstande sein sollten) den nötigen Angriffsgeist nicht vermissen lassen. Dem Treffen, das die 1900er in der am Dorsonntag bewährten Aufstellung bestreiten wer­den, sieht man mit Interesse entgegen. Die 1900er sollten auf Grund der am Sonntag gezeigten Lei­stung imstande fein, die Punkte in Gießen festzu- halten. Das Innentrio Wilhelmi, Lippert und Heilmann im Sturm wird gegen die nicht zu ver­achtende Verteidigung der Gäste Gelegenheit ha­ben, ihr Können zu beweisen. Da man annehmen darf, daß die Mannschaft des Sportvereins der Mannschaft von Wetzlar-Riedergirmes um eini­ges über ist, dürfen die Hiesigen das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen. Man erwartet, wenn auch mit sehr knappem Ergebnis, die 1900er als Sieger. Die Mannschaft: Schmidt: Schnei­der. Jäckel: Henrich, Langsdorf, Glitsch: Zeiler, Wilhelmi, Lippert, Heilmann, Best.

Die Wetzlarer stehen nur mit zwei Derlustpunk- ten an zweiter Stelle der Tabelle hinter Wallau. Die zwei MinuSpuntte rühren aus unentschie­denen Spielen her. Schiedsrichter Deisel auS Alsfeld hat da- Spiel zu leiten unb steht vor keiner leichten Aufgabe. Da- bevorstehende Spiel dürste einen der spannendsten Kämpfe darstellen, den die 1900er zu bestreiten haben. Hoffentlich bewegt er sich in den Grenzen wahrer Sportlich­keit.

Die Ligareserve spielt am Vormittag gegen Ettingshausen (Kreis Wetzlar) unb wird sich die Punkte kaum nehmen lassen. Der Gegner darf allerdings nicht unterschätzt werden Die Lehr- Mannschaft hat im letzten Spiel der Vorrunde

den schwersten Gegner, die erste Mannschaft von Rieder-Weisel, vor sich. Die Gießener haben we­nig Aussichten. Ihre technische Ueberlegenheit sollte sie aber davor bewahren, die' Flinte vor­zeitig iirs Korn )u werfen. Die 4. Mannschaft, Die bisher noch nicht geschlagen wurde, tritt auf eigenem Platz gegen die zweite Mannschaft von Steinbach an und sollte imstande sein, ihre Sie- gesserie fortzufetzen. Die 5. Mannschaft hat kei­nen Gegner gesunden.

Eintracht" Frankfurt Jugend bei 1900.

Aus dem Platz der Spielvereinigung 1900 gastiert morgen eine der besten Iugendmann- schasten deS Main-Bezirke-, die erste Jugend ton .Eintracht" Frankfurt DaS Spiel, ein Gesell­schaftsspiel, soll weniger den Charakter deS Wett­kampfes tragen, wie er um Punkte geführt wird, sondern mehr den eine» LehrspieleS, da- die Spielvereinigung 1900 in Berücksichtigung ber er­zieherischen Bedeutung, die dieses Spiel haben soll, den anderen Iugendmannschaften als Vorbild geigen will. Der Gedanke ist sehr glücklich. DaS Spiel dürfte den Zweck auch erfüllen, denn die Frankfurter haben bereits vor einiger Zeit schon einmal gegen die Jugend der Spielvereinigung 1900 gespielt und eine sehr schöne Leistung ge­zeigt. DaS Spiel ging seinerzeit für die Gießener hoch mit 8:0 verloren, jedoch zeigten sich in die­sem Spiel auch die 1900er von einer guten Seite. Der morgige Gegner sollte jedenfalls imstande fein, die blauweißen Jugendlichen zu einer Höchst­leistung herau-zufordern. Die übrigen Iugend- mannschaften sollen dem Spiel aus den erwähn­ten Gründen beiwohnen. Die 1903er treten in folgender Aufstellung an. Schlarb: Weyrauch, Wenzel: Öfter. Bende. Schalch: Mädel. Heinbach, Schmelz, Deibel, Lchomber.

Die zweite Jugend fpielt vormittag- gegen die Jugend von Garbenheim.

DfB.Gießen.

Der DfD. tritt am morgigen Sonntag nach längerer Zeit wieder mit sechs Mannschaften auf ben Plan. Die Spiele werden teil- auf eigenem, teil- auf fremden Plätzen au-getragen. Die Liga muß zum Derband-spiel nach Fulda .Germania" Fulda ist der Gegner. Die Plahbefttzer haben, nachdem sie sich zu Beginn der Verband-spiele einige Zeit in der Spitzengruppe halten konnten, an Terrain verloren unb halten jetzt einem Wittelplatz, ben sie allerbing- immer noch vor