lung des Lufts Portes erkennen. Der Flug besteht aus drei einzelnen Tagesstreckenflügen, die über eine Gesamtstrecke führen, deren Länge gleich 15 Flugstunden mal Reisegeschwindigkeit der Flugzeuge ist. Demjenigen Teilnehmer wird der Preis zugesprochen, dessen erzielte Durchschnitts
geschwindigkeit der angenommenen Geschwindigkeit am nächsten kommt. Unter den Rennungen stehen an erster Stelle Klemm-Flugzeuge. Dom Reichsverkehrsminister ist ein Zusatz Preis gestiftet worden, der aus einem 80l>8-Drei- sihigen Sportflugzeug besteht.
Wirtschaft.
Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt.
Die schon in der vergangenen Woche beobachtete unregelmäßige Tendenz am Frankfurter Schlachtviehmarkt prägte sich in der abgelaufenen Berichtswoche noch erheblicher aus. Die Krise, die sich immer noch, wenn auch in erheblich vermindertem Umfange, auf dem Geldmarkt und im Zahlungsverkehr bemerkbar macht, steht der glatten Abwicklung des Diehgeschäftes noch hie und da im Wege, wenn es auch nicht zu verkennen ist, daß eine erheblich« Besserung^ Platz griff. Der Antrieb war durchweg etwas größer, namentlich bei Kälbern und Schweinen, so daß in erster Linie auf diesen beiden Marktgebieten die Preise sich nicht voll behaupten konnten. Der Bedarf macht sich immerhin bemerkbar, so daß kaum nennenswerter Heberstand verblieb. Der Aufstieg der S ch w e i n e p r e i s e, der seit einigen Wochen cinsehte, wurde hier unterbrochen, da es sich wieder einmal bestätigt hat, daß zu starker Auftrieb auf die Preise ungünstig einwirkt. In der Tat brachte dann auch die wesentlich erhöht« Beschickung (6711 gegen 6379 Stück in der Vorwoche) einen sehr ruhigen Geschäftsgang, der gegen Schluß der Märkte sogar einen stark ab- flauenden Charakter annahm, so daß bei bis zu 5 Mark rückläufigen Preisen etwas Heberstand verblieb. Durch ebenfalls ziemlich erhöhten Auftrieb (1629 gegen 1362 Stück) wurde auch die Preislage für Kälber ungünstig beeinflußt. Rach durchweg ruhigem Handel wurde der Markt jedoch geräumt. Die Preise zeigten indessen Rückgänge von 1 bis 3 Mark, wobei die einzelnen Gattungen ziemlich gleichmäßig erfaßt wurden. Der Rindermarkt war mit 1485 Stück etwa gleich stark beschickt'wie in der Vorwoche. Bei anfangs regem, später aber merklich nachlassendem Geschäft wurde ausverkaust. Die Preise für 'Bullen und Kühe zogen um je 1 Mark an, während sie sich für Ochsen und Färsen auf der Höhe der vorwöchentlich gezahlten hielten. Das angetriebene Vieh war im ganzen von mittlerer Qualität. Der Schaf markt verzeichnet« bei ruhigem Geschäft und trotz erhöhter Zufuhren Preisbesserungen von 2 bis 4 Mark, so daß der Preisverlust der Vorwoche wieder aufgeholt wurde. — Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 43 bis 47, a2) 38 bis 42, bl) 33 bis 37; Dullen a) 36 bis 39, b) 30 bis 35; Kühe a) 34 bis 37, b) 30 bis 33, c) 22 bis 29; Färsen a) 43 bis 47, b) 38 bis 42, c) 32 bis 37; Kälber a) —, b) 54 bis 58, c) 49 bis 53, d) 42 bis 48; Schafe al) 42 bis 46, b) 34 bis 41; Schweine a) —, b) 53 bis 57, c) 53 bis 57, d) 52 bis 57, e) 50 bis 53, f) und g) nicht notiert.
• D i« Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Rassau. Hebet di« Arbeits« Marktlage in Hessen und Hessen-Rassau berichtet das Landesaroeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.: Die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage hat auch in dieser Derichtszeit angehalten. Die Zahl Der Arbeitsuchenden ist um 8211 oder 3,2 Pro- ?ent auf 263 841 gestiegen. Am meisten wurden Die männlichen Berufe belastet, die einen Zugang von 6408 zu verzeichnen haben, während die Zahl der weiblichen nur um 1803 gestiegen ist. Von dem Zugang waren am stärrsten belastet di« Cruppen: Metallindustrie mit 1374, Baugewerbe mit 1370, Lohnarbeit wechselnder Art 1354, Leder- industrie 544, Rahrungsmittelgewerb« 413, Häusliche Dienste 392, Bekleidungsgewerbe 350, Land- w r.schäft 318, Steine und Erden 309. Die Zahl
der Hnterstützten in der Arbeitslosenversicherung ist um 1337 auf 69 166 gestiegen. Krisenunler- stützeng erhielten 63 123 Personen, das sind 2142 mehr als am 31. 3ult 1931.
* Die Reichs st euereinnahmen im Juli. 3m Monat 3uli betragen die Einnahmen des Reiches aus den Besitz- und Verkehrssteuern 550,2 Millionen Mark, aus den Zöllen und Der- brauchsabgaben 278 Mill. Mk., zusammen 828,2 Mill. Mk. Das Aufkommen aus der veranlagten Einkommensteuer, der Körperschafts- und der Umsatzsteuer wurde erheblich durch die Vorauszahlungen, die im 3uli fällig waren und durch Abschlußzahlungen für 1930 beeinflußt, das Aufkommen aus den Zöllen durch die vierteljährlichen Zollagerabrechnungen. Das 3uliaufkommen aus diesen Abgabezweigen ist deshalb nicht ohne weiteres mit bem Auskommen des Vormonats, des 3uni 1931, zu vergleichen, in dem, abgesehen von den Abschlußzahlungen, derartige Zahlungen nicht zu leisten waren. Das Aufkommen im 3uli 1931 ist gegenüber der Dorschätzung um 186 Mill. Mk., gegenüber 3uli 1930 mit 1097 um etwa 268,8 Mill. Mk. zurückgeblieben. 3m übrigen wirken die Verzugszuschläge und die erhöhten Verzugszinsen fördernd auf das Aufkommen; im August lauten deshalb die Steuereingäng« günstiger.
* Metallpreisindex. Die Preisindexziffer der ,Metallwirtschaft, Metallwissenschaft, Metalltechnik" stellte sich am 19. August 1931 auf 63,2 gegen 63,2 am 12. August 1931 (Durchschnitt 1909,13 = 100), blieb also unverändert. Für die einzelnen Metalle wurden folgende Einzelindex- ziffern errechnet: Kupfer 55,8 (56,0), Blei 71,9 (71,9), Zink 47,2 (45,7), Zinn 61,5 (62,8). Alu- minium 118,1 (118,1), Rickel 107,7 (107,7), Antimon 79,2 (77,7).
* Die Finanzierung der deutschen Weinernte 1931. Auf Einladung des hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft findet in Verbindung mit dem Deutschen Weinbaukongreß am Samstag, 29. August, in Bingen eine Konferenz von Regierungsvertretern der weinbautreibenden Länder statt. Sie soll sich mit der Finanzierung der kommenden Weinernte befassen, nachdem das hes> fische Ministerium bereits Vorarbeiten hierzu geleistet hat.
* Ueberlastete Kraftverkehrswirtschaft. Wie der Auto-Presse-Dienst mitteilt, sind die Lasten, welche die deutsche Kraftverkehrswirt- schaft jährlich aufzubringen hat, bei fast gleichbleibendem Verkehr in den letzten sechzehn Monaten um 235,4 Millionen Mk. auf 544,8 Millionen Mk. gesteigert worden. In der Krastverkebrswirtschast waren 1930 noch 528 000 Personen beschäftigt. Da der Grad der Motorisierung Deutschlands sehr viel geringer ist als in den anderen Kulturstaaten und clbft als in Ueberfeelänbern, wie Argentinien, Bra- ilien, Australien usw., so bestand trotz der sich ner» chärfenden Wirtschaftskrise die Aussicht auf ein — wenn auch verlangsamtes — Anwachsen des Kraftverkehrs und damit für die zusätzliche Beschäftigung einiger zehntausend Personen. Infolge der steuer- lichen Ueberbelaftung aber sind in diesem Jahre in sämtlichen Betrieben der Industrie, des Handels, der Garagen, der Reparaturwerkstätten usw. um- fangreiche Entlastungen oorgenommen worden. Die Zahl der in der Kraftoerkehrswirtschaft arbeitslos gewordenen Personen hat seif Sluguft 1930 die 100 000 erheblich überschritten. Die Mindereinnahmen des Reiches, der Länder und Gemeinden aus den allgemeinen Steuern der Kraftverkehrswirtschaft dürften sich in einer Größenordnung von 250 Mill. Mark bewegen, wozu die zusätzlichen Kosten der Arbeitslosenfürsorge noch hinzuzurechnen sind.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU.
22.August
24. August
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
(»ClD
Sricf
Geld
Aries
Wellington .
Wien. . . .
10,59
10,61
10,59
10,61
59,15
59,27
59,16
59,28
Prag . . .
12,47
12,49
12,47
12,49
Budapest. .
73,43
3,057
73,57
73,43
73,57
Sofia . . .
3,063
3,057
3,063
Holland . .
169,78
170,12
169 -
170,12
Örio....
112,49
112,71
11 X
112,71
Kopenhagen.
112,49
512,71
112,
112,71
Stockholm .
112,54
112,76
112,54
112,76
Landon. . .
20,451
20,491
20,449
20,489
Buenos Aires
1,173
1,171
1,173
1,177
Neuyorl . .
4,209
4,211
4.209
4,217
Brüffel. . .
58,67
58,71
58,68
58,80
Italien. . .
22,03
22,07
22,03
22,07
Paris . . .
16.495
16,535
16.49
16,53
Schweiz . .
81,86
82,02
81,92
82,08
Spanien . .
37,21
37,29
37,21
37,29
Danzig. . .
81,70
81,86
81,70
81,86
Japan . . .
2,078
2,082
2,078
2,082
Rio de Ian..
0,261
0,263
0.261
0,263
gugoflaroien.
Ciffahon . .
7,413
7,427
7,413
7,427
18,55
18,59
18,55
18,59
Banknoten.
Serlln, 22.August
(Selb
Arles
timetitanildie Noten . . .
4,20
4,22
Belgische Noten.....
58,48
58,72
Dänische Noten.....
112,23
20,395
112,67
Englische Noten .....
20,475
Französische Noten ....
16,465
16,525
Holländische Noten....
169,36
170,04
Italienische Noten ....
21,96
22,04
Norwegische Noten....
112,23
112,67
Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling
59,07
59,31
Rumänische Noten ....
2,46
2,48
Schwedische Noten....
112,28
112,72
81,69
82,01
Spanische Noten. . . . .
36,77
36,93
Ungarische Noten ....
72,85
73,15
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 24. Aug. Auftrieb: 1575 Stück; darunter 330 Ochsen, 215 Bullen, 540 Kühe, 465 Färsen; Kälber 521; Schafe 112; Schweine 5735 Stück. Es wurden bezahlt für 100 Pfund Lebendgewicht: Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwert, jüngere 42 bis 46, ältere 37 bis 41, sonstige vollfleischige jüngere 34 bis 36; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 34 bis 37, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 28 bis 33; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Echlachtwerts 33 bis 36, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 29 bis 32, fleischige 24 bis 28; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 43 bis 47, vollfleischige 38 bis 42, fleischige 32 bis 37. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 53 bis 57, mittlere Mast- und Saugkälber 48 bis 52, geringe Kälber 42 bis 47. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel: Weidemast 42 bis 46, Stallmast 32 bis 40. Schweine. Fettschwein« über 300 Pfund Lebendgewicht 56 bis 58, voll- fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 56 bis 58, von etwa 200 bis 240 Pfund 55 bis 58, von etwa 160 bis 200 Pfund 54 bis 57, fleischig« Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 51 bis 54 Mark. Marktverlauf : Rinder schleppend, geringer Heberstand; Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine schleppend, Heberstand.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt <r. M., 24. Aug. Der Frankfurter Produktenmarkt eröffnete di« neue Woche in sehr ruhiger, aber stetiger Haltung. Das Angebot von Inland-Drotgetreide ist ausreichend. Wn Mehlmarkt war das Geschäft wenig lebhaft. Hnter Futterartikeln besteht für Kleie und Rachmehle nach wie vor Interesse und Geschäfte werden nur bis zu 0,25 Mark erhöhtem Preise getätigt. Es wurden notiert: Weizen 246 bis 247,50; Roggen, neuer Ernte, 215; Braugerste 172,50 bis 180; inländischer Hafer, alter Ernte, 200 bis 205; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 40,50 bis 40,75, alter Ernte 36 bis 3o,75: Roggenmehl (60 v. H. Ausmahlung) 29,50 bis 31; Weizenkleie 10,25; Roggenkleie 9,75; Erbsen 32 bis 37; Linsen 25 bis 65; Heu 4; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht, 3, gebündelt 2,75 bis 3; Treber, getrocknet, 10 bis 10,75, Weizenmehl, niederrh. alter Ernte, 40,25 bis 40,50; Sondermahlung 36 bis 36,50 Mk. Tendenz: ruhig.
Letzte Nachrichten.
Das englische Kabinett zurückgetreten.
London. 24. August. (TU. Drahtmeldung.) Die kabinettssihung dauerte nur bis 12.30 Uhr. Als die Minister beim Verlassen der Amtswohnung Macdonalds über den Stand der Dinge befragt wurden, antworteten sie nur: „Ls ist alles vorüber, w l r sind jurüd getreten“. (Es steht nunmehr so gut wie fest, daß Macdonald eine nationale Regierung berufen wird.
Gewinnauszug
5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsch« (263. Prcuß.) Staats-Lotterle
Ohne Gewähr Nachdruck verboten
Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar- s»-einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden
Abteilungen I und II
11. Ziehungstag 21. August 1931
ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
2 Gewinn, »u 26000 382191
2 Gewinne zu 10000 W. 108471
6 Gewinn, zu 6000 M. 109704 220696 263909
6 Gewinn. zu 3000 M. 78317 130822 180889
54 G.winn» tu 2000 M. 29261 33728 37608 38654 62765 63440 81038 95314 113948 135534 146656 166162 173102 200250 223424 236239 247680
285753 293138 307671 313932 329597 335637
338451 350297 391513 397663
86 Gewinn, «u 1000 M. 26407 43289 56783 62064 63808 63892 67368 88428 93168 104236 136367 147088 148234 163305 154122 168714 169720
174138 191614 217728 228038 247465 251048
254945 258183 258940 260131 269392 279062
282780 292544 305749 309172 319344 324918
336403 340461 362197 365626 368006 371740
396041 399704
194 Gewinne »u 600 W. 11088 14621 18191 19167 22638 25368 31350 39275 42381 44722 61931 52738 61329 62008 65972 79356 79832 84789 85289 89945 94810 95397 104603 113854 124019 124444 124767 125144 125811 128148 143422
160166 160492 169186 169614 160300 161493
162944 181464 186431 194727 196833 198139
201480 201928 202335 206147 208316 211910
213347 217817 219071 222167 227204 239077
240116 244545 244637 249003 261389 265607
270418 271143 271321 273771 278380 280111
294243 296545 300195 300634 304810 306764
310219 312366 312377 313923 321874 324970
326020 326723 329271 329928 336384 336526
336756 336939 344706 348690 358106 364679
369678 375313 377363 392360 398096 399644
3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinn« über 400 M. gezogen
4 Gewinn« zu 10000 M. 256404 274163
6 Gewinn, zu 5000 M. 109256 388452 398513
28 Gewinn, (u 3000 M. 10178 13605 46384 71956 84141 117181 220619 221330 249068 263644 314286 359369 362989 371441
48 Gewinn, ,u 2000 M. 3541 28108 35971 69635 61308 64053 72783 74882 84572 98149 161042 173512 218978 238456 243081 271572 279056 283474 310387 320401 321800 348680 389466 396457
82 Gewinne zu 1000 M. 4318 6678 16333 27293 32008 38573 39148 54371 69048 70271 107605 107798 116481 118485 124458 129535 132172
152226 185021 186931 196971 204866 225806
226267 227669 228012 246859 261923 264189
271662 274081 296416 304363 334328 336877
341078 343227 359031 364507 398395 399948
152 Devinne zu 500 W. 360 395 1276 1887 3884 6635 26296 27242 31002 45611 47431 48596 49281 50108 61099 51544 60569 70143 70539 70962 89738 90004 90785 108254 121680 128946 161282 163241 156217 169542 170394 175550
182296 182926 185835 191135 192301 193536
199073 199838 200669 204018 205865 206230
208111 208124 211126 211752 219020 223064
247631 251617 267684 260731 261161 276060
279652 281456 286234 303009 314654 316270
319497 321975 332686 343769 347383 350073
382877 383929 385074 385644 385911 390121
394184 399752
Im Gewinnrade verbliebene 2 Drämien zu \t 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 800000, 2 zu je 200000, 6 zu je 75000, 6 zu je 50000, 20 zu je 25000, 114 zu je 10000, 804 zu je 5000, 698 zu je 8000, 1798 zu je 2000, 3590 zu je 1000, 5840 zu je 500, 17748 zu je 400 Mark.
Das bißchen Erde.
Vornan von Richard Slowronnek.
Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart.
13 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Lentz hals seinem jungen Herrn in den Heber- rock, re:chte ihm aus dem Ständer auf der Vorderdiele einen derben Krückstock. Hnd während er ein Gesicht machte, als wäre er an all diesen betrüblichen Rachrichten schuld, sagte er zaghaft: „Cs kann doch aber vielleicht drüben in Hohenrömnitz eine kleine Komtesse geben? Die Miken und ich, wir beten drum jeden Morgen und Abend'* ...
Malte lachte auf, tin kurzes ingrimmiges Lachen.
„Hnd die in Hohenrömnitz ums Gegenteil. Der liebe Gott hat dann das Aussuchen, aber weil die drüben in der Mehrzahl find oder vielleicht lauter schreien, neigt ec sich zu ihnen. Ra gute Rächt, Alter, und geh in die Baba. Den Weg in mein Schlafzimmer finde ich nachher schon allein" ...
„Gute Rächt, Herr Graf", sagte Lenh und schloß hinter dem Davongehenden die hohe Glastür. Er löschte das Licht und sah noch lange neben dem verglimmenden Kaminfeuer. Eine Handvoll trockener Buchenspäne warf er darauf, daß die Flamme für ein paar Minuten wieder hoch aufloderte ... alte Leute konnten in diesen kühlen Frühlingstagen Wärme wohl gebrauchen. Hnd während die gierig fressenden Zungen in die Höhe leckten, um gleich danach wieder zusammen- zusinken in ewig wechselndem Spiel, sann er längst vergangenen Zeiten nach, wo hier diese vom Alter braun gebeizte Diele noch eine Stätte des Frohsinns gewesen war. Lange hatte es nicht gedauert, nur fünf, sechs Iahre, aber es war eine Freude gewesen, in dem Vellahner Hause zu dienen ...
Da am runden Tische sah sein Herr Rittmeister, ein Mann von gewaltigen Gliedern, und wenn er abends aus der Wirtschaft kam, die er besser und gewissenhafter führte als irgendein gelernter Inspektor, füllte sein gutmütiges, schütterndes Lachen die Halle. So gut aufgelegt war er immer in den Zeiten seines Glücks, daß er über jede Kleinigkeit lachen konnte — eine Stubenfliege krauchte nur schief über das Tischtuch zu krabbeln! Hnd er hatte gut lachen, der Graf Heino
Römnitz, denn die schöne Komtess« Melitta von Hollen hatte ihn ausgewählt unter all den zahllosen Herren, die um ihr« Hand warben. Einer der mecklenburgischen Herzöge hätte sie haben können, auch den älteren Grafen Römnitz, der ihr mehr bieten konnte, als das bescheidene Vellahn, aber sie war ihrem Herzen gefolgt, hatte den jüngeren Bruder dem älteren vorgezogen, trotz allem Widerstande ihrer Verwandtschaft. So wunderschön war sie noch im Tode, dah der Römnitzer Schloßpfarrer nicht weitersprechen konnte vor Rührung, und gar manches Männerauge in der Trauerversammlung richtete sich mit Leid auf den, der diese Herrlichkeit hatte verlieren müssen nach so kurzer Zeit ... Vielleicht hatte er sie nur durch sein herzliches Lachen gewonnen, denn sie selbst lachte so gerne. Ordentlich hell wurde es auf der alten Diel«, wenn die beiden zusammensahen und sie fiel mit ihrem feinen Stimmchen ein. Rur, es kam eine Zeit, nicht allzulange nach der Geburt des kleinen Grafen Malte, da mußte sie sich öfter in das Nebenzimmer flüchten^ weil nach dem Lachen manchmal ein böser Husten kam. Hnd der frohgelaunte Mann auf der andern Seite des Tisches sollte es nicht merken ...; wenn's wieder auf den Sommer ging, verlor sich dieser Husten immer ganz von selbst. Aber eines Abends war er nicht zu stillen. Die Frau Gräfin kam wieder auf die Diele zurück, und ganz hilflos stand sie da. Sprechen konnte sie nicht, deutete nur auf ihren Mund, von dem sich xin paar feine rote Fäden nach dem Kinn zu hinabzogen. Das Taschentuch aber in ihrer linken Hand war ganz rot von Blut ...
„Hm Gottes willen, Litte, was ist dir?" schrie der Herr Rittmeister, fing di« Hm sinken de auf. „Hnd rasch, Lentz, den Doktor aus der Stadt! Der Deuwel holt dich, wenn du in 'ner Stund« nicht wieder zurück bist" ...
Da war er gefahren, dah unter den Rädern die Funken spritzten und die Gäule keinen Hauch Atem mehr hatten in den ausgepumpten Lungen, aber der Arzt konnte nichts mehr helfen. Weil die Frau Gräfin ihren Mann so sehr liebte, dah sie ihm auch nicht den geringsten Kummer bereiten mochte, hatte sie über ihre böse Krankheit gescherzt und gelacht, mit allerhand Hausmittelchen heimlich an sich hcrumkuriert, bis es zu spät war. Alte Weiber gingen aus und ein im Schloh, die unter der Schürze ekelhaft schmeckende Tränke brachten, und der Revierjäger Schwarz muhte Füchse schießen, weil deren gedörrte Lunge gegen die Auszehrung ein besonders gutes Heilmittel sein sollte. Alles hat di«
Frau Gräfin geduldig geschluckt, aber nichts hatte geholfen ... Sechs Wochen nach jenem Abend war die Diele schwarz ausgeschlagen, and der schwere Eichensarg stand zwischen brennenden Lichtern. Der Herr Graf aber ging wie ein Irrer umher, und wenn man ihn anredete, gab er verkehrte Antworten ...
Rach dem Begräbnis standen die Teilnehmenden noch lange herum, keiner mochte zuerst den Anfang mit der Abfahrt machen. Hnd der Herr Erblandmarschall trat auf den Bruder zu, um ihm vor den Leuten sein Beileid auszudrücken. Seit der Verlobung hatten sie sich nicht mehr gesehen, außer ganz zufällig einmal, mir in so schwerer Stunde gehörte es sich wohl, daß Brüder sich die Hand schüttelten. Aber der Iüngere wies ihn unwirsch von sich, verbiß sich in seinen Schmerz wie ein weidwund geschossener Keiler, der die Rott« von sich abwehrt und einsam ins Dickicht zieht. Der Herr Erblandmarschall machte ein getränktes Gesicht und zuckte zu den andern Herrschaften die Achseln, als wenn er hätte sagen wollen, an ihm läge es nicht, wenn das alte unliebsame Verhältnis Weiterbestände. Hnd danach g;ng er in den Park hinaus, der kleinen Kapelle zu, in der man vor einer Viertelstunde die junge Frau Gräfin zur ewigen Ruhe gebracht hatte. Der Weg zur Kapelle führte um den linken Dchlohflügel herum und am Seeufer entlang, und Gott allein mochte wissen, weshalb der Diener Lentz auf den Gedanken kam, dem Herrn Erblandmarschall in angemessener Entfernung zu folgen. Vielleicht weil er den kleinen Grafen Malte vermißte, der bei dem allgemeinen Trubel mit einem Male verschwunden war. Der vierjährige kleine Bursch hatte das Begräbnis ganz artig rnitgernacht, weil «r's noch nicht verstand, was chrn in dem silberbeschlagenen Eichensarg davongetragen wurde, und weil die Miken ihm einaevedet hatte, das Mütterchen wollte nur mal «ine Rächt draußen schlafen, käme morgen wieder. Hnd als bei dem Bedienen der vielen Gäste niemand feiner achtete, war er in den Park hinausgestapft, um fein Mütterchen selbst zu fragen. Aber er stemmte sich vergebens gegen die schwere Gittertür, und kein Rufen half. Unter den vielen Blumen und Kränzen hewor, die sich zu einem Berge türmten, kam keine Antwort. Da halt« er nach einer Weile wohl vergessen, weshalb er eigentlich ausgezogen war, suchte sich am Seeufer di« Taschen voll Kieselsteine und vergnügte sich damit, sie vom Boot- steg aus inS Wasser zu werfen. Bei jedem Plumpser lachte er hell auf, und Lentz wollte schon wieder umkehren. Dem Kleinen konnte nichts paffieren, der Herr Er bland marschakl war ja
feine dreißig Schritte entfernt. Da aber wandte sich der vor ihm Gehende um, spähte nach allen Seiten, und schier grauenhaft war sein aschfahles Gesicht anzusehen mit der Hakennase über dem seltsam verzerrten Munde .. -
„Um Gottes willen, Exzellenz!" schrie er auf, bet andre aber blieb stehen, ft raffte seine hager« Gestalt, und von dem schrecklichen Ausdruck« in seinem Gesichte war nichts mehr zu sehen.
„Du hast recht, Lentz", sagte er ganz ruhig. „eS ist ein Unfug, so ein kleines Kind ohne Aufsicht zu lassen. An dem Bootssteg geht's wie vom Dach in die Tiefe, und wie leicht kann da ein Unglück passieren" ...
Ohne Gruß schritt er den Weg zurück, den er gekommen war, und ein« Viertelstunde später rollte sein Wagen die Dammallee entlang, die von der Schlohinsel zum festen Lande führte. Lentz aber sprang hinzu, umfaßte seinen kleinen Herrensohn und trug ihn auf die Dienerkammer. Dort schien er ihm am besten in Sicherheit, und vielleicht stammte aus dieser Stunde feine blinde Liebe? ... Vom Herrn Rittmeister erbat er sich die Erlaubnis, mit dem kleinen Gräslein in einem Zimmer schlafen zu dürfen, aber noch manchmal schreckte er mitten in der Rächt empor, beruhigte sich nicht eher, als bis er nach dem schmalen Dettchen zu feiner Rechten hinüber- getastet hatte ...
Vielleicht hatte er sich damals nur getäuscht, weil ihm das Zerwürfnis der beiden Brüder aus dem Hause Hohenrömnitz bekannt war. Oder aber er hatte doch recht gesehen — wer wollte ihm Gewißheit darüber geben? Auch den Rechtlichsten sprang zuweilen wie ein Versucher ein verbrecherischer Gedanke an, und sonderbar war es, einem niedrig Geborenen kaum begreiflich, wie alles Sinnen und Trachten dieser hohen Herren um die Herrschaft ging. Auf dem bißchen Erde, das sie doch nicht mitnehmen konnten ...
Ein unabänderliches Gesetz schrieb ihnen vor, wem sie ihren zeitlichen Besitz zu hinterlaffen hätten, und da gab es zuweilen unauslöschlichen Haß zwischen dem in der Macht wohnenden und seinem Erbfolger. Schon zwischen Vater und Sohn gab es manchmal diesen Haß, wenn der eine die Zügel zu lange hielt und der andre konnte feine Zeit nicht erwarten. Hm wieviel mehr also, wenn der Besitzer selbst kinderlos war und sein Gut nur für einen verwaltete, dessen Dasein ihm vom ersten Schrei an ein immerwährendes Herzeleid war? Weil seine Mutter chn einem andern geboren hatte---
(Fortsetzung folgt}


