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Montag, 24. August 1931

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 196 Zweiter Blatt

SJ.-fpori

1. kreisoffene Leichtathletik-Wettkämpfe des Männer-Turnvereins.

Weltgeschichte des Kaffees

Wissen Run, cS Schänd«,

Don Or. X Francs.

Sie, was das Wort Kaffee bedeutet? ist arabisch, und darum ist es keine

2m Samstag und Sonntag herrschte auf dem idyllischen Waldspielplay des VfB. lebhaftester Sport betrieb. Der Mw. Diesten hielt in diesem Jahre erstmalig kreitoffen« leichtathletische Wett- kämpf« ab. die «ine gut« Beteiligung nicht nur der Turner, sondern auch der Sportler gefun­den hatten. Außerordentlich stark war die B«- terliguna einer Reihe namhafter Vereine des Mittelrheinkreises. Darmstädter Frankfurter. Homburger Turner waren am Start, die Rach­barstadt Weylar war durch Turner imb Sportler vertreten, die hiesigen Vereine VfV. und 1900 stellten ein grcches Aufgebot an Wettkämpfern, txrschiedene Landverein« unserer engeren Heimat stellten ebenfalls leistungsfähige Tellnehmcr dl« sich auch gut zu placieren vermochten. Leider hatte ein Verein, der Stadtsportverein Frank­furt. seine Meldungen zurückgezogen.

Di« Veranstaltung, di« bei guter Organnahen einen sehr schönen Verlauf nahm, wurde am Samstagnachmittag bei wenig günstigen Wit- tcrunasvcrhältnissen mit den Wettkämpfen der Äugendlichen eröffnet und brachten be­reits beachtenswert« Ergebnisse. Von den hie­sigen Vereinen vermvch:« die Spielvereinigung auS 6 Wettbewerben der Jugendlichen mit ersten Preisen hervorzugehen, während der veranstal­tende Männerturnverein 5 erste Siege errang. Im Anschlust an di« Wettkämpfe sand sofort die Segcrehrung statt. Am Samstagabend trafen sich di« Turner und ihre Gäste zu einem De- orühungsabend in der Restauration Faul­stich und verbrachten einige Stunden in unter­haltsamer Gemeinsamkeit. Bereits am Sonntag- Vormittag um 8 Uhr begannen die Wcttkämpi«. Zunächst wurden die einzelnen Wettbewerbe sür bi« Dreikämpfe der Turner und Tur­nerinnen oller Altersklassen ausge­tragen. denen schließlich di« Vor-, Zwischen- und zum Teil auch die Entscheidungskämpfe der Sin,z«ltSertb«wcrbe folgten. DaS Wetter erwie- fich am Sonntag weientlich günstiger als am Tage vcrhcr. und so herrschte auf dem Platz« reger Betrieb. Schon zu den Kämpfen am Vor­mittag hatten sich viele Zuschauer eingefunden. Den Entscheidungen, die am Rachmittag zum Austrag gelangten, wohnt« ein« stattliche Zahl von Interessenten bei. die den Wettkämpfen mit großer Aufmerksamkeit folgten.

Das Programm deS Sonntags war außer­ordentlich reichhaltig und stellt« an die Veran­stalter bo&c Anforderungen in organisatorischer Hinsicht. Die Wettkämpfe wurden aber ins­besondere am Sonntagnachmittag in flotter Folge durchgesührt. Mit besonderer Aufmerk­samkeit wurden die Laufkonkurrenzen verfolgt. ES entwickelten sich bei der zum Teil ausgezeich­neten Qualität des Läufermaterials spannende Kämpfe. Auch in den Stoß- Sprung- und Wurfkonkurrenzen wurden sehr schöne Leistungen gezeigt die das Publikum des öfteren zu starkem Beifall veranlaßten.

Am Sonntagabend fand in den Räumen der LicbigSyöh« die Preisverteilung statt, an die sich ein gemütliches Beisammensein anschloß, das den Tag harmonisch ausklingen ließ.

Der Männerturnverein darf mit dem Erfolg deS TageS sehr zufrieden sein. Don den hiesigen Vereinen vermocht« der Mtv. mit der weitaus größten Anzahl an Siegen hervorzugehen. Richt weniger als 15 erste Siege hefteten die Turne­rinnen und Turner deS veranstaltenden Vereins an ihre Fahnen. Die Spielvereinigung 1900 vrr-

von seinem Sinn nichts zu wissen. So glaubt man allgemein und irrt damit gründlich. Denn auch die Araber haben den Ramen Casfa

für die Dohnen und das auS ihnen bereitete Getränk des Kaffeebaumes nur übernommen und wußten seinen eigentlichen Sinn nicht, der ist afrikanisch und bedeutet etwa Gebirgsbauer. Denn die .Kaffetfcho" sind Gebirgsbauern, sie haben in den Bergwäldern von Abeisinien ganze Wäld-er von Bäumen, die nach ihnen die Kaffeebäume genannt werden; der Landstrich, in den, daS der Fall ist, heißt danach Kaffa, die Frucht der Bäume wurde als Kaffafrucht oder Kaffee auch übers Meer ins benachbarte Arabien gebracht. Und nun begann der Zug des Kaffees um die Erde, wo er, nebenbei gesagt, immer noch nicht alle Völker erreicht hat. Zum Beispiel nicht die Chinesen, die den Kaffee verabscheuen. Wohl aber besonders die orientalischen und europäischen Völker, allerdings auch die erst nach allerlei Irrungen und Wirrungen, die zu den merk­würdigsten Kapiteln der kulturgeschichtlichen Pflanzenkunde gehören.

Richt einmal die Araber, die dem Kaffee seinen aweitvolkstümlichsten Ramen, nämlich Mokka, ver­schafften, haben sich ohne weiteres mit dem Kaffe« befreundet. Ja gerade in Arabien hat er heute noch nach fast tausend Jahren Rlokkafreuden einen erfolgreichen Konkurrenten, den Cathastrauch, dessen Blätter im Absud getrunken, von Millio­nen Arabern immer noch aufS höchste gepriesen werden. Während auch in, der Welt von Tausend und einer Rächt die ersten Kaffeefreunde gründ­lich die Dastonade erhielten. Warum? Weil sie beschuldigt wurden, ein weinähnlicheS, nämlich berauschendes Getränk zu genießen. Roch um 1511 war aus diesem Grunde das Kaffeetrinken in der ganzen morgenländischen Welt verboten. Erst die Schnf »gelehrten von Kairo brachen den Bann. Sie selbst liebten das Getränk, priesen als seine Haupttugend allerdings nur, daß es sie bei ihren R achtwachen vorm Einschlafen bewahre, woraus ein Rückschluß gezogen werden mag, wie stark und unmäßig sie den Kaffee getrunken haben. Heute schätzt man ihn im heißen Arabien, dessen Küstengegenden zu den glühendsten Ländern der ganzen Erde gehören, wieder aus ganz anderem und wieder von unserer Kaffeefreude sehr ver­schiedenem Grund. Ich selbst hatte wochenlang das Gefühl, nur durch den Kaffee dem Der durften

mochte lediglich durch B « p p e r l i n g im 800- Meter-Laus der Turnermittel stufe einen ersten Preis zu erringen; der DsB. errang durch Luh im Kugelstoßen einen 1. Sieg, der Tv. 1846 errang durch Dr. THödelmann im Schleuderball einen ersten Platz, die Universität erhielt durch Pfeffer im Hochsprung und daS Bataillon durch den O.-Gren. Jacob im Dreikampf der Turner-Unterstufe je einen ersten Preis. Einig« erste Preise gingen an den Turnverein DorwärtS Bockenheim und an den Polizeisportverein Frank­furt und verschieden« andere. Die Gießener Tur­ner unb Sportler vermochten allerdings auch auch notib eine Anzahl achtbarer zweiter Siege in Gießen festzuhalten. Rachstehend im Auszug die

Ergebnisse:

Dreikämpfe. lurnerinnen-Unlerffufe.

1. E. Rahmig, Mtv., 65 P.; 2. 3. Kuhn, DfL. Wetzlar. 49 P.; 3. M. Arabin. Tv. Wetzlar, 48 P. Mit bedeutendem Punktvorsprung wurde di« talentierte Mtverin 1. Siegerin.

lurnerinnen-Oberftufe.

1. S. Bickelhaupt, Mtv., 64 P.; 2. Tilli Sspach, Mtv. 47 P.; 3. Charlotte Amend. Mtv., 43 P. Frl. Dickeshaupt blieb überlegen di« Erst«.

lurncr-Untcrftufc.

1. O.-Gren. Jacob, 1. Btl. I.-R. 15, 53 P.; 1. O. Lindenstruth, Mtv., 53 P; 2. W. Langen­ohl, Tv. Heuchelheim, 51 P.; 3. R. Becher, Tgs. Franks, a. M.-Sachsenhausen, 49 P. Sin hart­näckiges Ringen um Sieg« und Plätze!

lurner-Oberftufe.

1. Bangert, Tv. Offenbach. 50 P.; 1. Glaab, Tv. Vorwärts. Bockenheim, 50 P., 2. Buch. Tv. Riederhöchstadt, 40 P; 2. Kilo, DfL. Wetzlar, 49 P.; 2. Rothermel. Mtv. 49 P.; 3. Mohl. DsB. 48 P. Auch hier gab es einen harten Wettstreit.

Einzelwettkämpse:

Zumerlnnen-Unferftufe.

Weitsprung: 1. S. Röhmig. Mtv-, 4,49; 2- I. Kuhn. DfL. Wetzlar, 4,38: 3. M. Arabin, Tv- Wetzlar. 4,25 Meter.

Kugelstoßen: 1. E. Röhmig, Mtv., 9.46: 2- 2. Kuhn. DfL. Wetzlar, 9,35; 3. M. Arabin, Tv. Wetzlar. 9,18 Meter

75 Meter: 1. S. Röhmig. Mw., 11,1; 2. M. Schäfer. Tv. Offenbart, 11,2 Sek. Frl. Röhmig setzte sich auf der ganzen Linie durch.

Turnerinnen-Oberskuse.

Hochsprung: 1. G. Bickelhaupt. Mtv., 1,47 Meter: 2. Tilli Gspach, Mtv., 1,42; 3. K. Preis, Tv. 1846 Gießen, 1,32 Meter.

Gpeerwurf: 1. L. Braun, Tv. Bad Hom­burg, 30,12 Meter: 2. S. Röhmig. Mtv., 25,71; 3. E. Bickelhaupt, Mtv., 23,02 Meter.

Kugelstoßen: 1. S. Bickelhaupt. Mtv., 10,66 Meter; 2. L. Braun. Tv. Bad Homburg, 9,96: 3. Hansi Stühler, DfB.. 8.70 Meter.

Weitsprung: 1. E. Bickelhaupt, Mw., 4,64 Meter: 2. Tilli Espach Mw.. 4,47; 3. Ilse Kuhn, DfL. Wetzlar, 4,35 Meter.

100-Meter-Laus: 1. S Bickelhaupt, Mtv., 13,6 Sek.: 2. T. Espach, Mtv., 13.8: 3. CH. Amend, Mtv. 14,1 Sekunden. Frl. Bickelhaupt war in großer Form und überließ nur im Speer- wurf einer anderen die Lorbeeren deS 1. Sieges.

entgangen zu sein. Auf meinen Wanderungen an den Küsten des Roten Meeres kaute auch ich gleich meinen arabischen Begleitern fast den gan­zen Tag geröstete Kaffeebohnen, mit dem Erfolg, daß trotz einer trockenen Hitze von 40 bis 50 Grad Celsius im Schatten und sparsamster Wasserver­sorgung kein nennenswertes Durstgefühl auf­kam. Erfuhr übrigens bei dieser Gelegenheit, daß das deutsch« Wort Dohne arabischen Ursprungs sei, denn die Araber nennen die Kaffeebohne bun. Diese Sitte, trockenen Kaffee au genießen, .st überall an den Küsten der arabischen Meere verbreitet, am meisten in Persien, wo man den feinsten Kaffee überhaupt nur so , trinkt", daß er schwach geröstet, zu feinem Pulver Aerstamvft und luftdicht aufbewahrt, tagsüber löffelweise ab und zu genascht wird.

An sich ist durch alle Jahrhunderte hindurch die Kaffeefeindschast bestehen geblieben und hat die merkwürdigsten Blüten getrieben. Zunächst in Kairo selbst, wo das Urteil der kaffeefreundlichen Gelehrten nur zu bald von den Derwischen um» gestoßen wurde. Zuerst hatte sich der schwarze Trank, der sehr bald gesüßt genossen wurde, die Kreise der Gebildeten überall erobert. Schon zwanzig Jahre nach der ersten Rachricht über den Kaffee gab eS in Stambul KaffeesalonS als Der- sammlungsorte philosophierender Gelehrten. Das erst« Kasseehaus führte sogar den Ramen .Bil- dungsort" Imektabi iztan) ober Kaffeeweisheits- schule (Kahwa Kahves). Aber die Kaffeehaus­gespräche nahmen schon um 1534 bald die satt­sam bekannte politische Wendung und wurden dadurch das Zentrum der Unzufriedenen. 'Der Großsultan fand, daß das Mokkaschälchen nach Tisch ihm selbst die geruhigsten Spießbürger re­bellisch mache und versuchte es zuerst mit geist­lichen Mitteln. Die Derwische wurden vorge­schickt mit dem Gutachten, Kaffeetrinken verstoße wider den Koran. Sie nahmen die Sache gründ­lich und fanden diesmal, Kaffee sei nicht Wein, sondern Kohle, denn er werde geröstet, und Mohammeds Gesetz verbiete. Kohle zu essen. Infolgedessen würden die Kaffeetrinker am Tage des Gerichts mit kohlschwarzen Gesichtem auf» ersteherc. Rur den Frauen fei das tägliche Schäl­chen Kaffee erlaubt, denn sie, bi« ohnebies vom Paradies auSgeschwssen feien, hätten in ihm doch wenigstens einen kleinen irdischen Ersatz der ParabieseSfreuden. Also schloß auch dieser zweite orientalische Kaffeekrieg am Ende doch wieder schelmischer Weis« mit einer Verbeugung vor dem schwarzen Trank.

Ratürlich konnte eine so drollige Bekämpfung | keinen Türken vom Kaffeetrinken abbringen. Und I ein witziger Großwesir sand denn auch bald ein

staatlich viel wirksameres Mittel im Kampfe gegen den Mokka. Er besteuerte die Kaffee­häuser aufs höchste, und dabei ist es geblieben. Aber die Gewohnheit, bi« Kaffeehäuser zu brang» falieren und nach Willkür zu schließen, ist in bet Türkei bis zum Sturz bed letzten Sultans im Schwange gewesen. Unb bas alte Regime war wirklich von keinem Standpunkt aus gut beraten, beim viele Regierungen unb Staatsformen sink) tatsächlich von den KaffeehauSagitatoren gestürzt worden. Für die große französische Revolution sind die Cafes des Palais Royal der Ausgangs­punkt gewesen, unb auf biefem Wege ist sogar ein Kaffeehausstuhl in bas Pantheon ber Welt­geschichte eingezogen. Rämlich jener, auf bem Ca­mille Desmoulins steht im Pathos feiner großen Dastillesturmrede. So ist er gerate im Palais Royal auf seinem so viel dramatische Wucht ausstrahlenden Standbild barg-eftetlt Und auch die Iungtürken. an deren Agitation das alte Sultanreich zerbrach, tagten zuerst in den Kaffeehäusern Stambuls.

Don diesen kam der die Gemüter offenbar also doch erhitzende Trank zuerst nach England, wo tatsächlich in London die ersten Kaffeehäuser er­öffnet wurden, worauf prompt auch hier der Kampf gegen sie und das Derbot anging, weil sie auch hier, wie eine Derordnung Karl- II. sagte, , Schulen der Rebellion" waren. Don da brach das Kaffeetrinken in Paris und erst bann in Wien ein, den Franzosen zuerst als baS le» vantinische Getränk angepriesen. Wenn baher all­gemein geglaubt wird, das 1683 in Wien er­öffnete Kaffeehaus sei bas erste in Europa ge­wesen, so ist bas durch neuere kulturgeschichtliche Forschung widerlegt. Der Kaffeebaum als solcher war in Europa schon seit 1582 bekannt. 1624 han­delten die Denezianer schon mit Kaffe«, um 1645 soll man ihn in Süditalien allgemein getrunken haben, um 1600 herum hatte London, um 1672 Paris das erste Kaffeehaus. Erst dann kam Wien, drei Jahre danach schon Rürnberg und Regensburg, bann Hamburg unb Derlin, die erste Kaffeestadt des Reiches, gar erst 1721!

Und heute? Alles ist anders geworden im Kaffeereich. Den größten Kaffeeverbrauch haben die Holländer. 4,85 Kilo Kaffeebohnen entfallen auf einen Holländer. Dann folgt Belgien, die Vereinigten Staaten (3,79 Kilogramm), Rorwe- gen, Südafrika. Schweden, ber Deutsche ist mit 2,53 Kilogramm Kaffeeverbrauch ein mäßiger Kaffeetrinker. Und bas «inst an erster Stelle stehende England ist ganz zum Tee übergegangen und braucht pro Kopf im Jahre nur noch 0.37 Kilogramm. Rußland gar 0,06 Kilogramm. Und ähnlich kaffeefremd ist auch die 2ürtei geworden.

4 X 100 » Meter - Staffel: 1. Mtv. 54,3 Sek.. 2. VfL Wetzlar, 58: 3. 1900, 59,8 6ct Die Mersterschastsstafsel war nicht zu schlagen.

Turner-Unterstufe.

Speerwurs: 1. F. Wolf. Tv 1859 Ridda, 41.09: 2. K Schuster, Tv- Wetzlar. 39,28 ; 3- QL Rau. Tv. Gut Heil, Grvßen-Bufeck, 37,77 Meter.

100 Meter: 1. R. Decker, Mtv-, 11.8; 2. S. Ploch, Mw-, 12; 3 L. Schwab. T.u.Spv. Dutz- bach. 12,4 Sek Ploch muhte dem besseren Der- eintameraten ben ersten Platz über lassen.

Kugelstoßen: 1. O. Luh. DfD., 11.65: 2 Lipp. 1900. 11,43; 3- Obergcsr. Jacob. 1. Datl. Ins.-Regt. 15. 11,07 Meter. Der jugenbliche Luh würbe erwartungsgemäß Erster.

400 Meter: 1 S. Ploch, Mw-, 54,6; 2- H Werner. DsL. Wetzlar, 56,3; 3. K Raab, Tv. Dad-Rauheimf 56,9 Lek. Ploch errang einen sicheren Sieg.

4x1 0 0 Meter: 1. Pol-Sp. Frankfurt a. M., 46.8; 2. Mtv. Gießen, 46.8 (handbreit« zurück): 3. Tv- Vorwärts Dockenheim, 47,3 Sek. Gin über­aus scharfes Rennen, daS den interessantesten Endkamps fand.

1 0 0 0 Meter: 1. Weber, Pol.-Spv Ffm., 2:53: 2 H. Hillenbrandt, Tgs. Fsm.-Sachsenhau- sen, 2: 54 Min.

Weitsprung: 1. Daier, Tv. Vorwärts Dockenheim. 5,73; 2. Felsing. 1900. 5,72; 3. Decker. Mtv.. 5,65 Meter.

Turner-Mittelstufe.

Hochsprung: 1. K. Pfeffer, Univ. Dießen, 1,65 Meter; 2. W. Langenohl, Tv. Heuchelheim, 1.65 (durch Stechen entschieden); 3. Weller, 1. Datl. I.-R. 15. 1,55 Meter. Langenohl «rwieS sich als hartnäckiger Gegner.

Kugelstoßen: 1. O. Luh, VfB, 11,42 Meter; 2. Lipp, 1900. 10,86 Meter. Luh ver­mochte auch diesmal wieder gut zu gefallen.

800 - Meter - Lauf: 1. R. Depperling, 1900, 2:08,3 Min.; 2. H. Weber, Polspv. Ffm., 2:12.9; 3. H Jäger, Univ. Gießen, 2:15,8 Min. Depperling setzte sich mit großem Vorsprung an die Spitze.

200 -Meter- Lauf: 1. R. Fernau. Mtv., 24,1 Sek.; 2. E. Gausert, Tgs. Ffm.-Sachsenhausen, 24,5; 3. H. Dörflinger, Tgs. Offenbach, 24,8 Sek. Fernau lief ein hervorragendes Rennen.

Echleuderball: 1. Dr. H. Möckelmann. Tv. 1846 Gießen, 52,58 Meter; 2. A. Kilo, VfL. Wetzlar, 52,24; 3. W. Mohl. DfD. Gießen. 50.32 Meter. Dr. Möckelmann sicherte sich hier schon im Dorkampf einen 1. Preis. Leider schaltete ihn ein Unfall von weiteren Konkurrenzen aus.

Turner-Oberstufe.

800 Meter: 1. Wagner, Tv. Vorwärts Bocken­heim, 2:3,4; 2. Kuno May, To. 1860 Bad-Nauheim, 2:5,1; 3. R. Bepperling, 1900, 2:6,0 Minuten. Zur allgemeinen peberraschund mußte sich May mit einem zweiten Platz begnügen.

10 0 Meter: 1. Fernau, Mtv., 11,7; 2. (9rüb- ling, To. Vorwärts Bockenheim, 11,7 (Brustbreite zurück); 3. Heinlein, Tgs. Offenbach, 12,0 Sekunden. Fernau war im Endspurt hervorragend.

Weitsprung: 1. Heß, Pol.-Sp. Ffm., 6,27; 2. Bläser, K., Tv. Bad Hombura, 6,12; 3. W. Glaab, Tv. Vorwärts Bockenheim, 6,02 Meter.

Speerwurf: 1. R. Wiener, Tv. 1860 Bad- Nauheim, 50,49; 2. F. Wolf, To. Nidda, 47,60; 3. H. Rolhermel, Mto. Gießen, 44,84 Meter.

Hochsprung: 1. L. Anheier, Tgs. Koblenz, 1,68; 2. K Pfeffer, Univ. Gießen, 1,60 (durch Ste­chen entschieden): 3. W. Becker, Tv. Bad Homburg, 1,60 Meter.

Diskus: 1. Kilo, 21., DfL, Wetzlar, 42,22; 2. O. Luh, VfB. Gießen, 33,70; 3. W. Mohl, DfB. Gießen, 32,64 Meter.

1 00 0 Meter: 1. Weber, Pol.-Sp. Frankfurt a. M., 2:53; 2. Hillenbrandt, Tgs. Ffm.-Sachsen- hausen, 2:54 Minuten.

150 0 Meter: 1. 2l. Schunck, To. Vorwärts Bockenheim, 4:31,6; 2. Theo Daubel, Tv. 1846 Gie­ßen, 4:31,8; 3. O. Bauer, Tv. Vilbel, 4:32,4 Minu­

ten. Theo Baubel hielt sich sehr tapfer.

200 Meter 1. W Simon, To. Vorwatts Bockenhelm, 23,5; 2. K Därslinger, To. Offenbach. 23,7; 3. Georg Braun, To. BadHomburg, 23,7 Min.

Stobochipruna: 1. W. Glaab, Tv. Vor­wärts Bockcnlnnn, 3,20; 2. W. Loh, Tv. 1846 Gie­ßen, 2,70 (durch Stechen entschieden); 3. H. Hilles­heim, To. Nidda, 2,70 Meter. Loh und Hillesheim kämpften hart um den zweiten Platz.

Kugelstoßen: 1. 21. Kilo, VfL. Wetzlar, 13,06; 2. D. Mohl, VfB Gießen, 12,74 Meter. Kilo bewies erneut feine konstante Form.

4X100 Meter: 1. Tv. Vorwärts Bockenheim, 45,0; 2. To. Homburg 46,1 Sekunden.

3000 Meter: 1. Hch. Fornoff, Tgs Darmstadt, 9:21,5; 2 Schaaf, 1900. 9:25,1; 3. Gerhardt, 1900, 9:42,2 Minuten. Schaaf war nicht in Form unb konnte dem Darmstädter nicht gefährlich werden.

Olympische Staffel: 1. Tv. Vorwärts Bockenheim, 3:51,3; 2. Tv. Bad Homburg, 3:55,8 Minuten.

Schweden st affel : L Mtv. Gießen, 2:11,4; 2. To. Vorwärts Bockenheim, 2:15,4; 3. DsL. Wetz­lar, 2:17 Minuten. Mto. zeitt^ete sich in allen Staf­feln durch vorzügliche Stabübergabe aus und errang nicht zuletzt dadurch sich in diesem Rennen einen sicheren Sieg.

Die Ergebnisse ber 3ugenbroett- kämpfe werden in der morgigen Ausgabe ver­öffentlicht.

Fußball der Gießener Mannschaften.

Am gestrigen Sonntag weilte eine Anzahl ber Mannschaften ber hiesigen betben Sportvereine auswärts, um zum Teil Dcsellschafts-, zum Teil Pflichtspiele auszutragen Die erst« Mannschaft des DfB. verlor bas erste DerbandSspiel gegen Dorussia Fulba überraschenb hoch mit 7:1. Die zweite Mannschaft gewann gegen Rieder-Weisels erste Mannschaft auf bem Universitätssportplatz 10:2. Die zweit« Jugend getoamx gegen die dritte Jugend der Spielvereinigung 1900 ehen- sallS, und zwar mit 3:1. Die Schülermannschaft, die gegen bi< zweite Schülermannschast von Wieseck in Wieseck antrat, mußt« «in« knappe Weber la (je 1:0 «instecken.

Die Spielvereinigung konnte ebensallS eine Reih« von Siegen verbuchen. Rachdem am Frei­tagabend die Ligamannschaft gegen Spottverein WetzlarS Erste bereits mit 4:2 gewonnen hatte, konnte die Mannschast auch im Rückspiel gegen AlSsell) 06 in Alsfeld siegreich sein. 5:3 endete das Tressen für 1900. Die zweite Mannschaft, die dtttte unb die viert« Mannschaft konnten chre Spiele gegen die zweite, dtttte bzw. vierte Mann­schaft deS Sportverein- Wetzlar sämtlich siegreich gestalten, die zweite gewann mit 3:1, die dtttte mit 6:1 und die vierte mit 3:0. Sine schön« Er­folgsserie!

Deutscher Zuverlässigleitsflug 1931.

Rach Beendigung des .Deutschlandflug 1931" geht bi« Luftfahrt mit allen Kräften an bic Vor­bereitungen für ben letzten großen, nationalen Flugwettbewerb bieseS Jahre-, ben .Deutschen Zuverlässigkeitsflug 1931", bic jährliche große Prüfung bet deutschen Amateurflieger. Am 15. August, dem Rennungsschlußtermin, lagen beim Veranstalter deS vierten .Deutschen Zuverlässig- keitSflugeS 1931", bem Deutschen Luftsahrt-Der- banb e. V., für ben vom 18. bi- 20. September zum AuStrag gelangenben Wettbewerb insgesamt 97 Meldungen von Sportflugzeugen vor. Damit sind alle bisherigen Ergebnisse ber früheren Jahre erheblich übertroffen worben. Wenn von ben ab­gegebenen Rennungen in biesem Jahre wegen ber beschränkten Mittel an Stelle von Geldpreisen stehen für Streckenentschädigungen 40 000 Mark sowie weitere, vom preußischen Ministerium für Handel unb Gewerbe, für preußisch« Teilnehmer gegebene 10 000 Mark zur Der- fügung auch nur 50 Rennungen berück­sichtigt werben löimen, so läßt ber starke Qlnbrang doch eine weiter« günstig« Sntwick-

sv schwer glaublich daS auch ist. Oesterreich ba- gegen, daS an bem Wiener Kaffeehaus gemessen wohl in ben Augen ber meisten alS sübrenb er- fcf)eint, steht mit 0,87 Kilogramm in btefer Liste ganz hinten. Die Welt ist rund und keine Sitte ist unveränderlich.

Der Mann mit dem besten Gedächtnis.

Als der Besitzer bes besten GebächtnisseS der Welt wird von römischen Blättern ein italieni­scher Physik-Professor Dr. Vincenzo Mancini bezeichnet, der erstaunliche Proben feiner Be­gabung abgelegt hat. Er ist ein älterer Herr und bereits außer Dienst, ber in seinem Be­kanntenkreis schon immer ben Rus einer fabel­haften Erinnerungsfähigkeit besaß. Im Verlauf einer Prüfung, die mit ihm dorgenommen würbe, beantwortete Dr. Mancini alle Fragen über Einzelheiten, die ihm aus dem italienischen Reichs­kursbuch vorgelegt wurden. Er wußte die Ab­fahrt- unb Ankunftszeiten aller Züge sowie bie Haltestellen ber einzelnen Strecken. Er zählt« die Ramen aller Maulttere auf, die von ben Artillettebttgaden bes italienischen Heeres ge­halten werden, wußte bie Bevölkerungsstatistik sowie andere stattstische Angaben in jedem Land- bezirk, die Ramen der Kapellmttster aller Regi­menter unb aller Regimentsmärsche unb konnte ebenso mit Telephonnummern unb Daten, bic sich auf ferne Länder bezogen, aufwarten. Man hatte den Eindruck, wie wenn sein Gehirn ein ganzes großes Lexikon darstellt. Um dies« Begabung auch prakttsch auszunutzen, wurde ihm eine Kiste mit 150 alten zerrissenen Büchern aller Art vorgelegt, deren Blätter durcheinander gern engt waren. Die Bücher hatten keine Titelseiten, feine Kapitelangaben, waren in Format und Aussehen gleichförmig und hatten auch keine Seitenüber- schttsken. Trotzdem gelang eS Mancini. bei all diesen Büchern sofort die Titel unb Verfasser an» jugeben unb die Seiten der Reihe nach zu legen.

Hochschulnachrichten.

Der Pastor Lic. theol. Dr. Helmuth Schrei­ner, Vorsteher des evangelischen Io^nniS- stiftes in Berlin-Spandau, hat einen Ruf als ordentlicher Professor für prakttsch« Theologie an di« Universität Rostock als Rachsolger von Professor R. Hupfeld erhalten.

Amtlich wird die Ernennung des Prioatdozenten Dr. Hermann Heimpel in Freiburg i. B. zum ordentlichen Professor der Geschichte an der dortigen Unioersität als Nachfolger des nach Berlin berufenen Professors E. Caspar bestätigt.