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Oberheffen.

Obst, Gemüse- und Gartenbau- Ausstellung in Lollar.

Ö* ß o I( a r, 22. Sept. Einen starken Erfolg brachte die am Samstag und Sonntag veranstaltete erste Ausstellung des hiesigen Ob st- und Gartenbau-Vereins. Zur Eröffnung der Ausstellung hatten sich am Samstagnachmittag viele Gäste eingefunden, darunter Polizeidirektor Wolf (Gießen) als Vorsitzender des Kreis- Obst- und Gartenbau-Vereins, Bürgermeister Schmidt (Lollar), sowie Llniversitäts-Garten- inspektor i. R. Rehnelt und Obstbauinspektor En kl er (Gießen) als Richter. Rach der Be­grüßung durch den Vereinsvorsihenden, Beige­ordneten Seipp, erfolgte die Eröffnung. Polizei­direktor Wolf (Gießen) betonte, daß er noch selten eine so ausgezeichnet aufgebaute Ausstel­lung gesehen habe. Dem Veranstalter gebühre Dank für seine verdienstvolle Tätigkeit. Bürger­meister Schmidt übermittelte die Grüße und Wünsche des Gemeinderats, sowie der Gemeinde. Er gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß eine so schöne Ausstellung in Lollar durch den hiesigen Obst- und Gartenbau-Verein möglich gemacht wurde. Anerkennende Worte fand er für die Männer, die es verstanden haben, den Verein aus seinem Dornröschenschlaf zu tätigem Leben zu erwecken. Gartenbauinspektor E n k l e r (Gie­ßen), der gemeinsam mit Inspektor Rehnelt die Bewertung der Ausstellungsgegenstände vorgenommen hatte, dankte für die anerkennen­den Worte.'

Der folgende Rundgang offenbarte eine lobens­werte Hingabe der Veranstalter an die gute Sache. Der Gesamteindruck der Ausstellung war über (Er­warten gut; allenthalben waren Blumen in bunter Pracht zur Dekoration verwandt. Als Abschluß waren vor und auf der Bühne die Erzeugnisse der hiesigen Gärtnerei Rudolf Krehb iel ausgestellt. Außerordentlich stark wirkte das Nebeneinander der im Rahmen der Ausstellung eingerichteten Hochzeits- und Sterbezimmer auf den Beschauer. Dem Aus­steller Rudolf K r e h b i e l (außer Konkurrenz) wurde dafür der Ehrenpreis des ßand- wirtfchaftskammer - Ausschusses zuer- könnt.

Die Ergebnisse der Prämiierung:

In Gruppe I (Gesamtleistung) erhielten e r ste P r e i s e: W. Viehl, S). Dietz, H. Müller, L. Frank V., N. Popel, ß. Klinkel XIII., R. Parlow, $). Rohr­bach VIII.; zweite Preise in derselben Gruppe: $). Ferber, K. Seitz, ß. Schadeck, ß. Hofmann V., K. Kaletsch, ß. Fuchs, H. Deibel, H. Schwalm, W. Grün, Th. Beckcl, H. Komp, H. Fischer; dritte Preise: A. ßangc, E. Breitenbücher, W. Arnold, ß. Frey, W. Schwalm, W. Fuchs, Thea Zimmer­mann, K. Zimmermann und Robert Ruhl je eine Anerkennung.

Gruppe II (drei Sorten Tafeläpfel, für hiesige Gegend besonders anbaufähig): W. Viehl zwei zweite Preise, ß. Schadeck zwei 1. Preise, ß. Hofmann 2. Preis, ß. Fuchs 3. Preis, H. Deibel 1. Preis, W. Grün 1. Preis, Th. Beckel 1. Preis, H. Fischer 1. und 2. Preis, Thea Zimmermann 1. und 3. Preis, Gemeinde ßollar 1., 2. und 3. Preis.

Gruppe III (drei Sorten Wirtschaftsäpfel, für hiesige Gegend besonders anbaufähig): W. Grün 1. Preis, H. Fischer 3. Preis.

GruppeIV (drei Sorten Tafelbirnen, für hiesige Gegend empfohlen): ß. Fuchs Anerkennung, H. Fischer 2. Preis, Thea Zimmermann 2. Preis, Ge­meinde ßollar Anerkennung.

Gruppe V (Konserven): An ersten Preisen: W. -Viehl, H. Müller, Herm. Dietz, H. Rohrbach VIII., H. Schwalm; zweite Preise: Nikolaus Popel, l R. Parlow, H. Ferber, ß. Fuchs, Th. Beckel, H. Fischer, A. ßange, ß. Frey; dritte Preise: ß. ' Frank, K. Seih, E. Breitenbücher; Anerkennung: ß. , Hofmann V., W. Arnold.

Gruppe VI (Beerenweine): H. Rohrbach VIII. 1. Preis, H. Müller 2. Preis, K. Seitz 2. Preis, ß. Klmkel und H. Fischer je eine Anerkennung.

Die Bekanntgabe der Ergebnisse erfolgte am Abend des ersten Ausstellungstages bei einem geselligen Zusammensein durch Obstbau-Inspek- lor Enklcr, der bei dieser Gelegenheit einen

lehrreichen Dortrag

hielt, in dem er besonders den Zweck solcher Ausstellungen hervorhob. 3n erster Linie sollten, so führte er u. a. aus, diese Veranstaltungen werbend für den Gartenbau wirken. Sehr lo­bend äußerte sich der Redner über die Mit­wirkung der graue«, die sich bei der Ausgestal­tung dieser Ausstellung ^angenehm bemerkbar gemacht habe. Bei der Behandlung von Garten­fragen betonte der Redner, daß bei Reu­anpflanzungen noch nicht genügend Rücksicht auf die Obstsorten genommen würde, die für unsere Gegend in Betracht kommen. Es sei auch notwendig, sich mehr als seither der An­pflanzung von Zwetschenbäumen zu widmen. Mit einem Appell an die Vereinsmitglieder, auf dem eingeschlagenen Wege fortzuschreiten, beschloß Gartenbau-Inspektor E n k l e r seinen beifällig aufgenommenen Vortrag.

Der Ausstellungssonntag brachte der Veranstal­tung einen außerordentlich starken Besuch. Der Verein darf auf den Erfolg der Veranstaltung stolz fein.

Landkreis Gießen.

* Lich, 23. Sept. Am Montag, 28. d. M., findet hier wieder der bekannte Kirchweihmarkt (Schweine- und Krämermarkt) statt. Da hier er­fahrungsgemäß erstklassige Ferkel ausgetrieben werden, ist mit einem starken Besuch des Marktes zu rechnen. Auf die amtliche Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil sei hingewiesen.

§ Daubringen, 22. Sept. Am Samstag wurde dieVersteigerung de sG emeinde- o b st e s abgehalten. Diele Kaufliebhaber hatten sich dazu eingefunden. Je nach der Sorte, dem Behang der Bäume und der Qualität der Früchte wurde für Wirtschaftsäpfel bis zu 18 Mark, für Tafeläpfel (Schöner von Boskop, Goldrenette von Dlenheitn, Baumann-Renette, Landsberger, Jakob Lebe!) bis zu 25 Mark pro Daum bezahlt. Für Dirnen wurden ebenfalls gute Preise erzielt; die Gebote bewegten sich bis zu 15 Mark pro Daum. Die Zwetschenernte der Gemeinde stand schon vorher zum Verkauf und brachte bei leb­hafter Rachfrage befriedigende Preise. Erfreu­licherweise hat in den letzten Wochen die Zahl der Arbeitslosen in unserem Dorfe be­trächtlich abgenommen. Eine Anzahl Ar- losen- und Krisenunterstühungsempfänger, die teilweise schon jahrelang ohne Beschäftigung waren, sind von der Firma Scheidthauer & Giehing in Mainzlar eingestellt worden, die größere Aufträge erhalten hat. Die Rachbar- gemeinde Mainzlar hat keinen einzigen Arbeits­

losen zu verzeichnen, da alle dortigen Arbeiter in dem Werk ständige Arbeit finden.

Kreis Schotten.

WER. Schotten, 22. Sept. Rachdem der Gemeinderat unserer Stadt zu wiederholten Ma­len die Einführung der Biersteuer in Schotten abgelehnt hatte, hat nunmehr das Kreisamt Schotten als Aufsichtsbehörde die zwangs­weise Einführung der Gemeinde- Bier st euer angeordnet. Die neue Steuer tritt am 1. Oktober in Kraft.

C a u b a d), 22. Sept. Der hiesige Schützen- Verein hielt am Sonntag sein diejähriaes Schluhschiehen ab. Auf allen Scheiben wurden gute Resultate erzielt. Abends fand imSchützen- Hof" die Preisverteilung statt, die von Schützen- meister Kreicker nach einer kurzen Ansprache vorgenommen wurde. Schützenkönig wurde Dr. Fritz Roßbach. Die Preisträger aus der Tagesehrenscheibe waren: 1. K. Pitz, 2. Cd. Göbel II., 3. A. Enders, 4. L. Hohmann jun., 5. K. Becker. Die Preise auf der Meist e r scheibe verteilen sich wie folgt: 1. K. Schlörb (34 Ringe), 2. K. Becker (33), 3. L. Hohmann jun. (32), 4. K. Pitz (32), 5. A. Enders (31 Ringe). Glücksscheibe : 1. K. Schlörb, 2. W. Kreicker, 3. F. Döll, 4. K. Schlörb, 4. E. Moennig. Preis­scheibe: 1. K. Becker (34 Ringe), 2. Wilh. Kreicker (33), 3. Aua. Schlörb (33), 4. Eduard Göbel II. (33), 5. G. Echircört (30). Kleinkali­ber : 1. K. Schlörb A G. Schneidt (31), 3. Bürgermeister Högy (90), 4. K. H. Moenmg (30), 5. K. Poth (29 Ringe>.

Y Gedern, 19. Sept. Droh Aufforderung des Kreisamtes konnte sich der Gemeinderat nicht entschließen, die Bi er steuer Änzuführen, da der zu erwartende finanzielle Ertrag zu un­wesentlich fein würde. Weiter toutto u. a. mit­geteilt, daß der Ausbau des WegeL am Tem­pelswald durch die fürstliche Standesherrschaft im kommenden Frühjahr veranlaßt werden soll. Dem FußballklubAlemannia" wurde unter Vor­behalt der Sportplatz auf der Gänseweide in Größe von 150:80 Meter zum Preise von 100 Mark verkauft. Ein Gesuch des Turnvereins um Erlaß von Vergnügungssteuer wurde aus grundsätzlichen Erwägungen abgelehnt. Dagegen wurde ein Antrag angenommen, nach dem dem Turnverein aufgegeben werden soll, einen Antrag auf Beihilfe zu seinem Turnhallen­umbau zu stellen. Mit 6 gegen 4 Stimmen wurde das Anwesen des verstorbenen Christian Hirschelmann für 1800 Mk. angekauft. Der vom hiesigen Ob st- und Gartenbau­verein veranstaltete Kursus über Süh- mostbereitung und Ob st Verwertung fand in der hiesigen Schulküche statt. Der Kur­sus dürfte sicherlich für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerst lehrreich gewesen sein.

Kleine Strafkammer Gießen.

* Gießen, 18. Sept. Den ganzen Tag wurde heute das Gericht durch die Berufungsverhand­lung gegen sechs Angeklagte wegen Körper­verletzung in Anspruch genommen. Gelegent­lich der Kirchweihe in einem oberhessischen Dorfe hatte ein auswärtiger Bursche durch Belästigung von einheimischen Mädchen sich den Zorn der anderen Burschen zugezogen. Es kam zu einer großen Schlägerei, bei welcher der auswärtige Bursche durch Faustschläge, Fußtritte usw. schwer mißhandelt wurde. Er war mehrere Wochen ar­beitsunfähig und trug eine Gehirnerschütterung davon. Der Polizeidiener wurde herbeigerufen. Aber auch et soll sich an der Mißhandlung be­teiligt haben und steyt unter Anklage. Das Ge­richt erster Instanz erkannte auf Strafen von 80, mehrfach 50 und 100 Mark, einer der Ange­klagten erhielt drei Wochen Gefängnis. Sämt­liche Angeklagten verfolgten Berufung mit dem Ziel der Freisprechung. Die erneute Verhandlung ergab in der Hauptsache dasselbe Resultat, nur hinsichtlich einiger Beschuldigten stellte sich der Fall harmloser dar. Es ergab sich auch, daß der mißhandelte Bursche damals arbeitslos war, aber mit 25 Mark zur Kirch weihe kam, daß er etwa 8 Mark davon vertrank und daß ihm der Rest­betrag abhanden kam. Die Berufung hatte teil­weise Erfolg. Drei der Angeklagten, darunter der Ortsdiener, wurden freigesprochen, die Geld­strafe von 100 Mark wurde auf 25 Mark herab­gesetzt, die Strafe von drei Wochen Gefängnis wurde in eine Geldstrafe von 150 Mark eventuell 15 Tage Gefängnis umgewandelt, der letzte An­geklagte behielt seine Geldstrafe von 50 Mark.

Kirche und Schule.

Reformaüonsfest in Lang-Göns.

= ßang = Göns, 20. Sept. Im Jahre 1531 wurde in ßang-Göns, nach den Feststellungen des Prälaten D. Lr. Diehl, zum erstenmal von einem evangelischen Pfarrer gepredigt. Nach einem Beschluß des hiesigen Kirchenvorstandes wurde aus diesem Anlaß das diesjährige R e f o r m a - tionsfest in größerem Rahmen gefeiert. In dem Gottesdienst am heutigen Sonntag hielt Pfarrer Dr. H e y m a n n (Langsdorf) die Festpredigt. In seinen tief schürfenden Ausführungen ging er auf die geschichtlichen Ereignisse der letzten Jahrhunderte besonders ein, erwähnte die schweren Schicksale, die unsere Gemeinde als Mittelpunkt des Hüttenberges durch Brände und Kriegswirren durchmachen mußte, zeigte aber, daß die Bewohner trotz alledem den Mut nicht verloren. Den Gruß des Dekanats Gießen und der Kirchenregierung überbrachte Dekan Gut­mann (ßollar), zu gleicher Zeit den Prälaten D. Dr. Diehl und Oberkirchenrat D. Wagner ent­schuldigend, die leider verhindert waren, an dem Fest teilzunehmen. In der Turnhalle sand am Nach­mittag eine Aufführung vonGlaube und Heimat" (von Schönherr) statt. Die jungen Schau­spieler, alle Mitglieder des hiesigen evangelischen Jugendvereins, hatten sich trefflich in ihre Nollen eingelebt und spielten vorzüglich. Die Aufführung machte auf die zahlreichen Zuhörer auch aus den Nachbargemeinden waren viele Gäste gekommen einen tiefen und nachhaltigen Eindruck. Der Abend vereinigte die evangelische Kirchengemeinde noch ein­mal in der Turnhalle zu einer gemeinsamen F a - milienfeier. Nach einleitenden Gedicht- und Musikvorträgen (durch den Posaunenchor) sprach Pfarrer Weber (Eschbach), der ein Kind unserer Gemeinde ist, über die Bedeutung des evangelischen Pfarrhauses und den Einfluß auf die Gemeinde. In seinen Ausführungen nahm besonders die Schil­derung des Familienlebens von Martin ßuther einen breiten Raum ein. Gemeinsame ßieder der Gemeinde, sowie Darbietungen des Gemischten Cho­res folgten In seiner Schlußansprache schilderte der O r t s g e i st li ch e an Hand der Kirchenakten noch die Einzelschicksale der einst hier wirkenden evange­lischen Pfarrer.

Wirtschaft.

* Verleihung des Adlerfchildes an Dr. Bosch. Der Reichspräsident hat dem In­dustriellen Dr.-Ing. e. h. Robert Bosch in Stutt­gart anläßlich feines 7 0. Geburtstages den Adlerschi.d des Reiches verliehen. Der Schild trägt die Inschrift:Robert Bosch, dem Manne rast­loser Arbeit und tätigen Erfindergeistes, verlie­hen." Der Herr Reichspräsident sprach dem Jubi­lar in einem besondsren Schreiben im Ramen des Reiches herzlichen Dank für seine Verdienste um die deutsche Wirtschaft und um die deutsche Wissen­schaft aus.

Der Aktienindex. Der vom Statisti­schen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 == 100) stellt sich für die Woche vom 14. Sep­tember bis 19. September auf 55,07 gegenüber 58,51 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 47,54 (51,96), Gruppe verarbeitende Industrie auf 48,59 (51,34) und Gruppe Handel pnd Verkehr auf 73,08 (76,81).

* Weitere Stillegungen bei den Vereinigten Stahlwerken. Die Ver­einigten Stahlwerke, Abteilung August-Thyssen- S&fte, haben beim Regierungspräsidenten in üsfeldorf einen Stillegungsantrag für die Walzenstraße und die Drahtstrahe gestellt und gleichzeitig um gekürzte Sperrfrist bis zum 6. Ok­tober gebeten. Von der Stillegung werden 155 Mann betroffen, denen die Kündigung vorsorg­lich bereits zugestellt wurde. Sollte die Still­legung der Riederrheinischen Hütte in Duisburg Tatsache werden, so würde allerdings die Draht­straße der August-Thyssen-Hütte weiter in Be­trieb bleiben können.

* Zusammenschluß Dyckerhoss- Wicking. Rach monatelangen Verhandlungen

ist nunmehr zwischen den Gruppen Dhckerhosf und Wicking eine Verständigung dahin erzielt wor­den, daß der für den 12. Oktober einberufenen GV. der Wickingsche Portland-Cement- und Wasserkalkwerke AG., Münster, die Verschmel­zung beider älnternehmen vorgeschlagen werden soll. Zu diesem Zweck wird das Kapital der Wicking-Werke nach Einziehung von 11 Mill. Mark Vorratsaktien (10 Mill. Mk. Stamm- und 1 Mill. Mk. Vorzugsaktien) im Verhältnis 5:1 auf 4 Mill. Mk. zusammengelegt. Sodann findet eine Wiedererhöhung auf 27 Mill. Mk. statt. Hiervon übernehmen die beteiligten Banken in Anrechnung auf ihre Forderungen 6 Mill. Mk. Aktien, während der Dyckerhoffgruppe für die Einbringung ihrer Werte 17 Mill. Mk. überlassen werden. Darüber hinaus soll eine weitere Ka­pitalerhöhung um 8 Mill. Mk. Beschluß gefaßt werden, deren Begebung Vorbehalten bleibt. Die finanzielle Basis des neugeschaffenen Unter­nehmens ist durch langfristige Festlegung der bis­herigen Kredite und Gewährung ei«es.Lusählichen Betriebskredits sichergestellt.

* Citroen-Automobil AG., Köln. Die Citroen-Automobil AG., Köln, weist für das Geschäftsjahr 1930 einen Verlust von 192 952 Mk. aus, so daß sich einschließlich des Verlustvortrages ein Eesamtverlust von 450 076 Mk. ergibt. Die Generalversammlung beschloß, diesen Verlust vor­zutragen. Die älngunft der wirtschaftlichen Ver­hältnisse hat den Absatz der Gesellschaft im Ge­schäftsjahre 1930 beeinträchtigt, jedoch konnte durch rationelle Fabrikation und Spesenersparnis ein gewisser Ausgleich geschaffen werden. Im laufenden Jahre habe sich trotz der weiteren wirt­schaftlichen Verschlechterung der Umsatz bisher ungefähr gehalten.

Rund 4,3 Millionen Arbeitslose.

Berlin, 22. Sept. (WTB.) Rach dem Bericht der Reichsanftalt für die Zeit vom 1. bis 15. September hat sich die Lage des Arbeits- Marktes in der ersten Hälfte des September ungefähr in der gleichen Weise weiter entwickelt, wie in der vorhergehenden Berichtszeit.

Während in der Zeit zwischen 15. und 31. August die Zahl der Arbeitslosen nach den endgültigen Meldungen der Arbeitsämter um rund 111 000 zugenammen hatte, stieg sie bis zum letzten Stichtag, dem 15. September, um rund 109 000 und erreichte damit einen Stand von rund 4 324 000.

Seit der Anfang Juli einsetzenden Verschlechterung hat die Arbeitslosigkeit in diesem Jahre kaum schneller, nämlich um rund 371000, zugenommen,

als im Vorjahre (Anfang Juli bis Mitte Sep­tember um rund 342 000), wobei jedoch nicht über­sehen werden darf, daß der Ausgangspunkt in diesem Jahre um rund 1,3 Mil­lionen höher liegt, als im Bor­jahre. Die Belastung der beiden Unter* stühungseinrichtungen hat zusammen um rund 70 000 Hauptunterstützungsempsänger zugenommen und ist nach den vorläufigen Zählungen der Ar­beitsämter in der Arbeitslosenversicherung auf rund 1 324 000, in der Krisenfürsorge auf rund 1 122 000 gestiegen; von der Zunahme entfallen über 42 000 Unterstützungsempfänger auf die Ar­beitslosenversicherung, nicht ganz 28 000. auf die Krisenfürsorge. An die Vermittlungstätigkeit der Arbeitsämter wurden vielfach infolge der Zu­nahme kurzfristiger Beschäftigungen bedeutende Anforderungen gestellt.

Von den Börsen.

Besprechungen in Berlin.

Wie WTB.-Handelsdissnst erfährt, finden in Berlin am Mittwochnachmittag Besprechungen zwischen dem Berliner Dörsenvorstand und den Vorständen der Provinzbörsen statt, in denen über die zu ergreifenden Maßnah­men beraten werden soll.

Frankfurter Börsenstimmungsbild.

Frankfurt a. M., 22. Sept. Der Frankfurter Dörsenvorstand hat beschlossen, mit Rücksicht auf die ungeklärte Lage in London. auch heute und morgen eine Rotiz von Wertpapieren und Devisen nicht stattfinden zu lassen. Der Börsensaal war jedoch geöffnet und zeigte das gleiche Bild, wie am Tage der Wiedereröff­nung der deutschen Börsen nach der Juli-Krise. Da weder ein offizieller Handel, noch ein Frei­verkehr zulässig waren, wurde lediglich die durch die Londoner Ereignisse geschaffene neue Lage diskutiert. Man vertritt allgemein die Ansicht, daß der deutschen Wirtschaft hierdurch keine unmittelbaren Schwierigkei- t e n erwachsen dürsten, und sieht der weiteren Entwicklung der Dinge mit Ruhe und ohne besondere Besorgnisse entgegen. Daß sich kursmäßig die Londoner Finanzkrise nicht unbeträchtlich auswirken wird, steht außer Zweifel. Rach Schätzungen dürften die Kurse der Standardwerte gegenüber dem letzten Börsentage um etwa 5 bis 8 Prozent niedriger liegen. Daß die Lage aber nicht allzu pessimistisch angesehen wird, geht am deutlichsten daraus hervor, daß im Vergleich zu den heute vormittag gesprochenen niedrigsten Kursen zu Mittag bereits wieder höhere Ziffern zu hören waren. Größere Bedeutung kann den Kurstaxen naturgemäß nicht beigemeffen werden, da jeder Börsenhandel wieder unterbunden ist, doch können sie als ein schwacher Anhaltspunkt für die stimmungsmäßige Auswirkung der Lon­doner Vorgänge von Interesse sein. Die Abend- b ö r f e bleibt heute und morgen geschlossen. Wiedereröffnung der Londoner Börse.

WTB. London, 22. Sept. Die Londoner Effektenbörse wird morgen für den üb­lichen Geschäftsverkehr wieder eröffnet.

Beruhigung an der pariser Börse.

WTB. Paris, 22. Sept. An der heutigen Pariser Börse wurde das englische Pfund offiziell mit 104 bis 105 notiert (Goldpunkt des Pfundes ist etwa 103,90). Die vertrauens­volle Haltung der gestrigen Reu- yorker Börse wirkte sich bemerkenswert günstig auf der heutigen Pariser Börse aus. Zahlreiche Werte konnten ihre Kurse verbessern, und zwar die französischen Werte, wie auch die von der Arbitrage abhängigen. Folgende Kurs­verbesserungen wurden u. a. erzielt: Rio Tinto 1400 gegen gestern 1350, Royal Dutch 1250 gegen gestern 1175, Suez-Kanal-Aktien 12 000 gegen gestern 11 350. Der Geschäftsgang war sehr rege. Sie Amsterdamer Börse wieder geöffnet.

WTB. Amsterdam, 22. Sept. Der Amster­damer Dörsenvorstand hat sich heute vormittag erneut mit der Frage der Dörsenschlie- h u n g befaßt. Er kam dabei zu dem Entschluß, daß kein Grund dafür bestehe, beim Finanz­minister den Antrag zu stellen, die Amsterdamer Dürfe auch heute zu schließen. Infolge dieser Entschließung wird die Amsterdamer Dörse heute also wieder normal funktionieren.

Man hat die beste Zuversicht, daß sich der Dör- senverkehr vollkommen ordnungsgemäß abspielen wird.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. IN.

Banknoten.

22. «September

23 September

Amiliche Notierung

Amtliche No> runq

weid

Briei

Geld

Bries

Helsingsor» .

10,60

10,62

10,59

10,61

Wien. . . .

59,17

59,29

59,14

59,26

Prag . . .

12,477

12,497

12,475

12,495

Budapest . .

73,31

73,45

73,29

73,43

Sofia . . .

3,054

3,060

3,054

3,060

Holland . .

169,88

170,22

169,98

170,32

Oslo. . . .

112,14

112,36

111,89

112,11

Kopenhagen.

112,14

112,36

111,89

112,11

Gtodbolm .

112,29

112,51

111,99

112,21

London. . . Buenos Aires

17,98

18,02

17,58

17.62

0,998

1,002

0,978

0,982

Neupork . .

4,209

4,217

4,209

4,217

Brüssel. . .

58,64

58,76

58,63

58,75

Italien. . .

22,03

22,07

22,48

22,52

Paris . . .

16,52

16,56

16,58

16,62

Schweiz . .

82,22

82,38

82,12

82,28

Spanien . .

36,96

37,04

36,76

36,84

Danzig. . .

81,92

82,08

81,92

82,08

Japan . . .

2,078

2,082

2,076

2,080

Rio de Jan..

0,253

0,255

0,249

0,251

7,467

Jugoslawien.

7,455

7,469

7,453

Lissabon . .

18,48

18,52

18,18

18,22

Berlin, 22 . September

Geld

Bries

Amertkangche Noten.......

4,20

4,22

Belgische Noten.........

58,51

58,75

Dänische Noten.........

111,93

112,37

Englische Noten.........

17,93

18,01

Französische Noten........

16,49

16,55

Holländische Noten...... .

169,51

170,19

Italienische Noten........

22,06

22,14

Norwegische Noten........

111,93

112,37

Deutsch. Oesterreich, 1 1OO Schilling

59,03

59,27

Rumänische Noten........

2,48

2,50

Schwedische Noten........

112,08

112,52

Schweizer Noten.........

82,04

82,36

Spanische Noten.........

36,43

36,57

Ungarische Noten ......

72,85

73,15

Frankfurter Getreidebörse.

F r a n t f u r t a. M., 23. Sept. Es wurden notiert: Weizen (74 kg) 232,5.0 Mark, Roggen (72 gk) 215 Mark, Sommergerste für Brauzwecke 180 Mark, Hafer (inländischer) 160 bis 170 Mark, Weizenmehl (süddeutsches. Spezial 0, mit Austauschweizen) 36,75 bis 37,50 Mark, Sondermahlung 34,25 bis 35, Wei­zenmehl (niederrheinisches, alte Mahlung mit Aus­tauschweizen) 36,75 bis 37,25 Mark, Sondermahlung 34,25 bis 34,75 Mark, Roggenmehl 30,50 bis 31,50 Mark, Weizenkleie 9 Mark, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 9 bis 8,75 Mark. Tendenz: ruhig.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Ayr, 16 bis 17 Ahr. Samstag nachmittag geschlossen.

Anzeige naufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten.

Für unverlangt eingesandle Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Der Gedanke des Batterie-Empfängers hat bei fast allen apparatebauenden Firmen lebyaften Wider­hall gefunden. (Eine ganz besondere Neuerung stellen die schnür- und steckerlosen Batterie-Empfänger dar. Im Kampf mit den Rundfunkstörungen ist der Bat­terieempfänger immer Sieger. Die Firma Perlrix, wohl die bedeutendste der Trockenbatterie-Fabriken, ist auf der Funkausstellung mit einem Stand ver­treten. Pertrix-Anoden werden vor Versand und Verkauf nach den modernsten Methoden geprüft und sind die zuverlässigste Stromquelle, welche störungs­freien Empfang mit dem Heimempfänger und auch dem modernen Koffergerät gewährleistet. 5822V