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Tätigkeit seines bisherigen Vorsitzenden durch Ernennung zum Ehrenvorsitzenden zum Ausdruck zu bringen. Zugleich solle dadurch auch äußerlich das innige Band zwischen dem bisherigen Vor­sitzenden und dem Verein erhalten bleiben. Herr Landgerichtsdirektor Bücking dankte für die Ehrenbezeigung und versprach, dem Verein das bisher bewiesene Interesse zu wahren und seinem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Es wurden sodann wiedergewählt als Stell­vertreter des Vorsitzenden: Provinzial­direktor G r a e f ; zum Schriftführer: Buch- druckereibesihcr Richard Lange, Stellvertreter Professor Dr. V e l k e ; zum Rechnet: Bank­direktor Griehbauer.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

g Klein-Linden, 17. März. Gestern abend sprach im Rahmen der B i l d u n g s k u r s e für i E r w e r b s l o s e bei starkem Besuche Lehrer Roth über das Thema:,Das Werden des Volksstaates der Gegenwart". In einem fast zweistündigen Vor­trage, ausgehend von der Germanenzeit, zeigte der Redner, daß die volksstaatliche Idee troh jahr­hundertelanger Kämpfe zum Siege geführt wird. Die Darbietungen wurden durch zeichnerische Darstellun­gen unterstützt.

Daubringen, 19. März. Der hiesige Ob st - und Garten bau verein hielt in der Wirtschaft von Ludwig Weimer einen Familien- abend ab. Der Vorsitzende, Wilhelm Wal- therVII.. machte darauf aufmerksam, daß in den nächsten Tagen mit dem Spritzen der Bäume mit Obstbaumkarbolineum begonnen werden soll. Eine Umpfropfaktion soll auch hier durchgeführt wer­den. Sodann hielt Lehrer Beppler einen Vor­trag überWichtige Frühjahrsarbeiten im Obst­und Gartenbau". Seine Ausführungen wurden durch etwa 65 gute Lichtbilder voranschaulicht und ergänzt. 2m Anschluß an den Vortrag wurden noch eine Menge Fragen, die sich auf das behan­delte Gebiet erstreckten, geklärt. Eine Gratisver­losung von Samen aller Art und Blumenzwiebeln bildete den Abschluß der Versammlung.

> M a i n z l a r, 17. März. Am Sonntag war Ge­legenheit, im Saale des neuen Schulhauses eine Ausstellung von Handfertigkeits­arbeiten der hiesigen Schülerinnen zu besichti­gen. Sie war von der Lehrerin Frau Amalie Panzer veranstaltet, erregte allgemeines In­teresse und wurde von den Gemeindegliedern zahlreich besucht. Übersichtlich und in geschmack­voller Aufmachung waren die Arbeiten von den Kleinsten bis zum letzten Jahrgänge aufgelegt, die Ramen der Schülerinnen übersichtlich an den einzelnen Arbeiten befestigt. Es waren ganz her­vorragende Arbeiten darunter. Die Leistungen verdienen im allgemeinen öffentliche Anerkennung.

* Mainzlar, 19. März. Der hiesige Turn­verein veranstaltete im Müllerschcn Saale unter Mitwirkung der Damen-Abteilung Wieseck einen gutbesuchten Werbe- und Theaterabend. Der Abend wurde mit einer Ansprache des Turners W. Mohn eröffnet. Der Redner forderte die Turner auf, auch in der jetzigen Rotzeit die edle Turnsache zu pflegen. Zwei Theaterstücke wurden von Mitgliedern des Vereins sehr gut aufgeführt und ernteten verdienten Beifall. Die vorgeführten Geräteübungen der Turner zeugten von eifriger Aebungsarbeit. Besonders gefielen die gymnasti­schen und rhythmischen Tänze, die die Damen- Abteilung des Turnvereins Wieseck aufführte. Den Turnern L. Zecher und W. Bittendorf wurde die goldene Radel für ununterbrochenen Besuch der Turnstunden im vergangenen Ver­einsjahr verliehen: während die Mitglieder ' Lehrer Weisel, Fr. Moos und K. Müller zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt wurden.

Z Allendorfa. d. Lda., 17. März. Am Sonn­tag abend beging der hiesige Männergesang­verein, der unter der bewährten Leitung des Lehrers Schmidt von Kesselbach steht, im Saale der Gastwirtschaft Ranft die Feier seines 25jährigen Bestehens. Mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse hatte der Ver­ein von einer größeren Festlichkeit abgesehen. Der Chor sang zur Eröffnung den Sängergruß und ein Chorlied, der Ehrenvorsitzende begrüßte die Teilnehmer, besonders den Vorsitzenden des Ohm - Lumdatal - Sängerbundes und Vertreter des Hessischen Sängerbundes, Decker (Kessel- bach) und das Ehrenmitglied Reinhardt. So­dann gab er einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins. Einer Ansprache des Vertreters des Hessischen Sängerbundes folgte die Lieber­reichung von Ehrennadeln. Es wurden ausgezeich­net mit der goldenen Radel für 25jährige Tätig­keit im Vorstände: Ehrenvorsitzender Ehr. Form­hals, Ehren-Kontrolleur Ehr. Hrch Rein­hardt, der 2. Vorsitzende Jost Denner, so­wie der 1. Schriftführer Max Rosengarten und Vorstandsmitglied Phil. Keil: mit der silbernen Radel für 40jährige aktive Zugehörig­keit zum Verein Ehrenvorsitzender Ehr. Form- h a l s und Ehren-Kontrolleur Chr. Hrch. Re i n° Hardt. Sodann wurden noch der 2. Vorsitzende Denner, Schriftführer Rosengarten und Vorstandsmitglied Philipp Keil zu Ehrenmit­gliedern ernannt und ihnen durch den 1. Vor­sitzenden Söll Ehrenurkunden überreicht. Lieder­vorträge, Vorträge ernsten und heiteren In­halts hielten die Teilnehmer noch lange beisam­men.

gck. Großen-Buseck, 17. März. 3m voll- le'etzten Saale des Gastwirts Wagner veran­staltete der Posaunenchor bei freiem Ein­tritt ein Werbekonzert. K. Schmidt hieß die Erschienenen willkommen und wies auf den Zweck der Veranstaltung hin. Der Chor, aus jungen Leuten bestehend, brachte in zwei Teilen unter Leitung von H. Rühl eine reiche Dlüten- lese deutscher Volkslieder und Märsche zu Ge­hör. Seine Darbietungen zeugten von fleißiger, hingebungsvoller Arbeit und anerkennenswerten Fortschritten. Reicher Beifall lohnte und ver­anlaßte die Musikerschar zu einer Reihe von Einlagen. 3n einer Pause dankte Pfarrer Schmidt aus Beuern dem Posaunenchor für seine opferwillige, uneigennützige Arbeit und er­mahnte, auf dem beschrittenen Wege weiter­zugehen zum Segen der Kirche, der Gemeinde und der jungen Leute selbst. Er forderte zu be­reitwilliger Unterstützung des Chores auf. Auch Kaufmann Rühl wandte sich mit Dankesworten an die Anwesenden und bat um Eintritt in den neugegründeten Verein, der nicht nur aus­übende, sondern auch passive Mitglieder brauche. Ziel des Chores sei, neben der geistlichen Musik auch das Volkslied zu pflegen und zur Berei­cherung und Verschönerung des Gottesdienstes

und 'der Familienfeiern beizutragen. Sämtliche Redner gedachten in ehrenden Worten des Grün­ders des Posaunenchores, des kürzlich von hier nach Kirch-Göns übergesiedelte.« Pfarres Kalb- Henn, der sich unvergängliche Verdienste um den Chor erworben habe.

-o- Ober-Bessingen, 20. März. Der Kriegerverein hielt seinen diesjährigen Winterfamilienabend ab, der sehr gut besucht war. Den Mittelpunkt des Abends bildete ein inter­essanter Lichtbildervortrag des Bankdirektors Grieß bauer, Gießen. Der Redner behan­delte Die Entwickelung der Fliegerei aus ihren primitiven Anfängen heraus bis zu ihren Erschei­nungsformen der Gegenwart. Direktor Grieß­bauer, der als Kompanieführer im Felde stand, konnte den Kameraden des hiesigen Kriegervereins schöne Fliegeraufnahmen aus den Tagen des Weltkrieges zeigen. 3m Flugzeuge führte er seine Zuhörer über alle Kriegsschauplätze von 1914/18. Schließlich ging er noch auf die glänzende Entwick­lung der 3unkerflugzeuge ein. Reicher Beifall wurde dem Vortragenden zuteil.

Kreis Alsfeld.

H Alsfeld, 18. März. Auf Einladung der hiesigen Dürer - Gesellschaft sprach im Physiksaale der Oberrealschule Universitäts- professor Dr. Victor (Gießen) überDie ge­genwärtige Lage der deutschen Literatur". Der

Vortragende machte die Feststellung, daß die heu-i tige deutsche Literatur sich als ein chaotisches Durcheinander darstelle, nirgends sei ein einheit­licher Stil. Die letzte einheitliche Literaturströ­mung sei der Expressionismus gewesen, der kurz vor dem Kriege begann und um 1920 endete. Heute stehe die aktivistische Tendenzliteratur im Vordergrund. Man spreche heute geradezu von Reportage-Literatur: es scheine alle Tradition abgebrochen. Professor Victor kam im Hinblick auf die gegenwärtige beunruhigende literarische Situation zu dem Ergebnis, daß die gefähr­liche und wenig hoffnungsvolle Krisenzeit der heutigen deutschen Literatur nur den einzigen günstigen Schluß zulasse, daß man doch wieder den Anschluß an die Tradition finden werde, hiervon werde das künftige Schicksal der deut­schen Literatur abhängen. Die zahlreichen Zuhörer dankten für die tiefgründigen, feindurchdachten Ausführungen des Vortragenden mit lebhaftem Beifall.

* Flensungen, 20.März. Der Landwirt Karl Reih I. von hier wurde, als er fein vor ein Jauchegefährt gespanntes und durch­gehendes Pferd aufhalten wollte, von dem scheuen Tier umgerissen und so unglücklich unter das schwere Fahrzeug geworfen, daß dem bedauernswerten Manne die Räder über die Brust gingen und durch Eindrücken des Brustkorbs der T o d eintrat.

ifte wieder eiügestcllt hatte, hat sic nach Be­endigung der Arbeiten entlassen. Verschiedene Fabriken haben wegen Absatzschwierigkeiten Kurz­arbeit eingeführt. Dagegen hat eine oberhessische Blechwarenfabrik in letzter Zeit wieder Arbeits­kräfte eingestellt. 2519 Metallarbeiter standen dem Arbeitsmarkt am Ende der Berichtszeit zur Verfügung, gegenüber 2378 des Vormonats und 1012 des Vorjahres.

Holzgewerbe.

Die Marktlage ist hier uneinheitlich. Verschie­dene Sägewerkbetriebe haben Arbeitskräfte zu­rückgerufen, andere dagegen entließen wegen Ar­beitsmangels ihre Facharbeiter. Gleichzeitig kla­gen auch oberhessische Möbelfabriken über schlech­ten Geschäftsgang: es wird in den meisten Be­trieben verkürzt gearbeitet. Die Zahl der Arbeit­suchenden betrug 1119, gegenüber 1151 des Vor­monats und 652 des Vorjahres.

Rahrungs- und Genußmitlelgewcrbe.

3n der Berufsgruppe des Rahrungs- und Genußmittelgewerbes ist die Besserung der Marktlage hauptsächlich auf die Beschäftigungs­möglichkeiten in den Zigarrenfabriken zurückzu­führen; der größere Teil der Firmen hat Arbeits­kräfte zurückgerufen: wie lange die Arbeiten dauern, steht noch nicht fest. Die Zahl der Ar­beitsuchenden betrug 1364, gege^übLL 1739 des Vormonats und 137 des Vorjahres.

Bekleidungsgewerbe.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 22. März.

7 Uhr: (Von Hamburg): Hafenkonzert. 8.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Christuskirche zu Frankfurt a. M. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Arnold Schönbergs Variationen für Or­chester op. 31, Vortrag und Analyse des Kompo­nisten. 12: Schallplattenkonzert. 14: Stunde des Landes. 15: Kinderstunde. 16: (Hindenburg- kampfbahn im Stadion Deuthen, Oberschles.): Ab­stimmungs-Gedenkstunde der Vereinigten Ver­bände heimattreuer Oberschlesier mit Gedenkrede des Reichskanzlers Dr. Brüning. 17: Konzert 17.30:Vom Manuskript zum 100. Tausend", Ge­spräch zwischen Ernst Rowohlt und Dr. Walter Benjamin. 18.30: Zu Goethes Todestag. 19.35: (Stadttheater Freiburg i. Br.):La Traviata", Oper von Guiseppe Verdi. 22.30: Tanzmusik.

Montag, 23. März.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 16.30. Wiener Meisterschrammeln, Bernhard Auer mit Sänger Otto Zagler. 18.15:Der Weg zur neuen Romantik in der Malerei", Vortrag von Franz Heckendorf. 18.40: Heinrich Mann liest aus eigenen Werken. 19.10: Englischer Sprach­unterricht. 19.35: (Großer Saal des Saalbaues): 11. Montagskonzert des Frankfurter Orchester­vereins. 21.15: Otto Reutter t (Schallplatten). 22.20: Tanzmusik.

Dienstag, 24. Mär;.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: Hausfrauen-Rachmittag. 15.50:Ein rhei­nischer Weberjunge erzählt". Jmprovifcttion von Paul Laven. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.15:Moderne Formen okkulter Heilmethoden", Vortrag von Dr. Albert Hellwig. 18.45:Schicksalsland Rordschleswig", Vortrag von Dr. Karl Klingenfuß. 19.15: Rechenkniffe III. Lustiges und vorteilhaftes Rechnen", Vortrag von Dr. Karl Menninger, Heppenheim a. d. D. 19.45: Letzter Vortrag von Hans Rosbaud überDie 3nstrumente des Or­chesters". 20.15:Leichte Kavallerie", Komische Oper von Karl Costa. 22:Oskar 3oost auf Schallplatten".

Mittwoch, 25. Mär;.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.20:Strafsache gegen Schwarzer wegen Brandstiftung", eine Schöffen­gerichtsverhandlung von Auditor Spielleitung: Manfred Marlo. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der 3ugend. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.15:Filmautor der große Unbekannte", Vortrag von Fr. Raff. 18.45:

Csperantounterricht. 19.15:Kartellnotverord­nung, Preisbindungs- und Preissenkungsfragen", Vortrag von Max Cohen-Reuh, Mitglied des Reichswirtfchaftsrats, Berlin. 19.45: Dortrags- stünde, Fritz Müller, Partenkirchen. 20.15: Ge­sangskonzert. 21.15:Das Gastmahl", von Franz Blei. 21.45: Hugo-Herrmann-Abend. 22.50: Schlagerstunde.

Donnerstag, 26. Mär;.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 15 20: Stunde der Jugend. 16.30: Konzert des städtischen Kurorchesters Wiesbaden. 18.10: Zeit­fragen. 18.30:Aus der Mappe des Patent­anwaltes", Vortrag von Diplomingenieur Böhm. 18.50:Technische Hilfsmittel der Rundfunkrepor­tage", Vortrag mit Experimenten von Professor Schwaiger. 19.20: Französischer Sprachunterricht. 19.45: Lanner- und Strauß-Walzer, gespielt vom Philharmonischen Orchester Stuttgart. 20.30: Hör­modell I:Gehaltserhöhung?! Wo denken Sie hin!", von Walter Benjamin und Wolf Zucker. 22.20: Tanzmusik.

Freitag, 27. Mär;.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 15.20:Die Burg der Jugend (Symbol uni) Wirklichkeit)", Vortrag von Schulrat Hassinger, Darmstadt. 16.30: Rachmittagskonzert des Rund­funkorchesters. 18.10: Stunde des Buches. 18.30: Eine Viertelstunde Deutsch. 18.45:Lehrvertrag und Lehrverhältnis", Vortrag von Landgerichts­direktor Leibfried. 19.15:Verschiedenheit des Krebs-Verlaufs trotz anscheinend gleichartigen Beginns", Aerztevortrag. 19.35: (Opernhaus Frankfurt a. M.):Der Barbier von Sevilla", Komische Oper in zwei Auszügen von Gioacchino Rossini. 22.20: Tanzmusik.

Samstag, 28. Mär;.

7.15 Uhr. Dlaskonzert des Frankfurter Kon­zertorchesters. 10.20: Römische Ausgrabungen. Hörbild Leitung: Dr. Paul Laven. 12: Schall­plattenkonzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Wohnungsmarkt, Zwangswirtschaft und Haus- zinsstcuer", Vortrag von Dr. Köbner von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. 18.30:Vorschläge zur Behebung der Massen­arbeitslosigkeit", Vortrag von Dr. Englevt, Prä­sident des Landesarbeitsamtes Wiesbaden. 19.20: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Steierische Tänze, gespielt vom Philharmonischen Orchester Stuttgart. 21.15. Ping-Pong, ein Mixed-Spiel in 25 Partien. 22.30: Tanzmusik.

Veffcm« aus dem ohechessifthen Meitsmarki.

Oer Februar-Bericht des Arbeitsamts Gießen.

Der Höhepunkt der winterlichen Ar­beitslosigkeit auf dem oberhessischen Arbeits­markt dürfte, wie alljährlich, am Ende des Berichts­monats überschritten fein. Die Besserungs- erscheinungen auf dem Arbeitsmarkt sind allerdings vorläufig geringfügiger Natur: sie werden haupt­sächlich bei den Außenberufen von den jahreszeit­lichen Einflüssen abhängig sein. Eine Belebung hat sich in der Tabakindustrie gezeigt.

Am Schluffe des Berichlsmonats standen dem Arbeitsmarkl 17 170 Arbeitsuchende zur Verfügung.

v. H.

4,01

1,27

11,09

14.67

0,05 0,49

0,16

0,93

Bergbau

Industrie der Steine und Erden

Metallindustrie

Chemische Industrie

Spinnstoffgewerbe

Papierindustrie

Lederindustrie

Holzgewerbe

2,62 0,70 22,15

0,51 0,02 0,12 0,84 2,73 1,18

16,76 0,58 3,23 0,43 0,93 0,07

Gesundheits- und Körperpflege Baugewerbe Bervielfältigungsgewerbe Kunstgewerbliche Berufe Theater und Musik Gastwirtschaft Berkehrsgewerbe Häusliche Dienste Lohnarbeit wechselnder Art Maschinisten Kaufmännische Angestellte Bureauangestellte Techniker Freie Berufe

. 0,52

Rahrungs- und Genußmittelgewerbe 7,94 Bekleidungsgewerbe

An der Arbeitslosigkeit waren die einzelnen Berufs­gruppen wie folgt beteiligt: Land- und Forstwirtschaft

Aus den Mitteln der Arbeitslosenversicherung wurden 11915 Personen unterstützt, gegenüber 10 557 des Vormonats und 10 390 des Vorjahres. Krisenunterstützung erhielten 2181 Personen, ge­genüber 1596 des Vormonats und 293 des Vor­jahres. In Arbeit konnten wir 666 Personen vermitteln, gegenüber 776 des Vormonats und 917 des Vorjahres. Die Fluktuation hat in der Berichtszeit nachgelassen. An Zugängen waren

3370 Arbeitsuchende, gegenüber 6391 des Vor­monats und 4165 des Vorjahres zu verzeichnen. In freie Arbeit gingen 2246 Personen, gegenüber 2156 des Vormonats und 2154 des Vorjahres. Von ihrem früheren Arbeitgeber wurden 209 Personen in Arbeit zurückgerufen. Mit Rot­standsarbeiten wurden 111 Arbeitssuchende be- fchäftigt.

Aus den einzelnen Berufsgruppen ist wie folgt zu berichten:

Land- und Forstwirtschaft.

Die Landwirtschaft war infolge der herrschen­den Witterung noch nicht aufnahmefähig. Ver­einzelt besteht Rachfrage nach jüngeren Arbeits­kräften für spätere Termine. Die Frage nach landwirtschaftlichen Dienstmädchen nahm zu. Aus der Forstwirtschaft kamen weitere Holzhauer we­gen Beendigung der Arbeiten zur Entlassung. Am Ende der Derichtszeit standen dem Akbeits- markt 688 Arbeitsuchende zur Verfügung, gegen­über 641 des Vormonats und 522 des Vorjahres.

Bergbau.

Die Lage des oberhessischen Bergbaues hat sich weiterhin verschlechtert, obwohl eine Grube einige Bergleute einstellte. Sicherem Vernehmen nach wird ein anderer Grubenbetrieb Ende März seine Belegschaft von 90 Mann zur Entlassung bringen. Verfügbar waren am Monatsschluß 219 Bergleute, gegenüber 113 des Vormonats und 332 des Vorjahres.

Industrie der Steine und Erden.

In dieser Berufsgruppe zeigen sich wieder Beschäftigungsmöglichkeiten. Verschiedene Stein­brüche haben versuchsweise ihren Betrieb wie­der ausgenommen: dem steht zwar gegenüber, daß andere Basaltbrüche infolge des Schnee- und Frostwetters die Arbeiten einstellten und Arbeitskräfte entlassen mußten. Wir zählten 1904 Arbeitsuchende, gegenüber 1930 des Vormonats und 1467 des Vorjahres.

Metallindustrie.

Die Marktlage der oberhessischen Metall­industrie hat in der Derichtszeit eine weitere Ver­schlechterung erfahren. Ein Eisenwerk hat wegen Absatzstockung 50 Metallarbeiter entlassen und weiteren 270 Arbeitskräften gekündigt. Eine Eisengießerei, die vorübergehend ihre Arbeits-

Im Bekleidungsgewerbe ist die Marktlage wei­terhin ungünstig. Die oberhessischen Schuhfabriken sind nur teilweise befchäftigt, da die Aufträge nur schleppend eingehen. Auch die oberhessischen Kleiderfabriken klagen über Absahmangel. Ver­fügbar waren 449 Arbeitsuchende, gegenüber 458 des Vormonats und 311 des Vorjahres.

Baugewerbe.

Die ungünstige Marktlage des Bauge­werbes hat auch im Berichtsmonat keine Besserung erfahren. Die Fluktuation ist ge­rade in dieser Berufsgruppe, bedingt durch die Witterungseinflüsse, besonders groß. Da von grö­ßeren Bauvorhaben bis jetzt noch nichts bekannt ist, dürfte wohl vorerst mit einer Befserung der Marktlage in dieser Berufsgruppe nicht zu rech­nen sein. Cs standen dem Arbeitsmartt 3804 Bau­arbeiter zur Verfügung, gegenüber 3546 des Vor­monats und 3 982 des Vorjahres.

Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe.

Die Arbeitsmarktlage hat keine Veränderung erfahren. In den Kurorten ist die Vermittlungs- tätigfeit gegenüber dem Vorjahre ungünstiger. Cs sind nur sehr wenig offene Stellen gemeldet. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführeir, daß die Hotelindustrie vorerst »roch eine abwartende Hal­tung einnimmt, da heute noch nicht gesagt wer­den kann, wie sich der Kurbetrieb in diesem Jahr entwickelt. Wir zählten 144 Arbeitsuchende, ge­genüber 142 des Vormonats und 110 des Vor­jahres.

Verkehrsgewerbe.

Im Verkehrsgewerbe sind kaum Beschäftigungs- Möglichkeiten zu verzeichnen. Einerseits hat die Reichsbahn und auch die Reichspost bisher keine Einstellungen vorgenommen, anderseits ist auch in den Kurorten für Angehörige des Verkehrsgewer­bes noch keine Arbeitsmöglichkeit vorhanden. Ver­fügbar waren 469 Arbeitsuchende, gegenüber 499 des Vormonats und 428 des Vorjahres.

häusliche Dienste.

Die Unterbringungsmöglichkeit für ständiges Hauspersonal hat sich durch das weitere Sinken des Einkommens verschlechtert. Wir zählten 202 Arbeitsuchende, gegenüber 203 des Vormonats und 25 des Vorjahres.

Lohnarbeit wechselnder Art.

Der Beschäftigungsgrad ist weiter gesunken. An­gehörige dieser Derufsgruppe, die bei Feldberei- nigungs- und Wegbauarbeiten beschäftigt waren, wurden wegen Eintritt von Frost- und Schnee­wetter arbeitslos. Da gerade diese Berussgruppc von dem Baugewerbe abhängig ist, dürfte auch hier vorerst mit einer Besserung der Marktlage nicht zu rechnen fein. Die Zahl der Arbeitsuchen­den betrug am Ende der Berichtszeit 2877, ge­genüber 2704 des Vormonats und 3356 des Vor­jahres.

Angeslelltenberuse.

Die Arbeitsmarktlage der Angestellten hat int Monat Februar keine wesentliche Aenderung er­fahren. Am Schlüsse der Berichtszeit standen 789 Stellensuchende gegen 792 des Vormonats und 371 des Vorjahres zur Verfügung.

Berufsberatung:

Die Berufsberatung wurde von 151 (97 männ­lichen, 54 weiblichen) Ratsuchenden 328mal (84mal von männlichen, 93mal von weiblichen wiederholt) in Anspruch genommen, 33 Ratsuchende (21 männ­liche, 12 weibliche), darunter 21 Abiturienten, kamen aus höheren Lehranstalten, die übrigen aus Volksschulen, von denen einige gegenwärtig auf Handelsschulen gehen. Auch von Studenten wurde die Berufsberatung verschiedentlich in Anspruch genommen. Richt wenige belegen nur aus Ver­legenheit Universitätsvorlesungen, bis sie irgend­wo ein passendes Unterkommen in der Wirtschaft oder als Beamtenwärter gefunden haben.

Hinsichtlich ihrer wahrscheinlichen Berufseignung wurden 6 Knaben und 2 Mädchen noch besonders ärztlich untersucht sowie 16 Knaben und 9 Mäd­chen einer Eignungsprüfung unterzogen.

Die 97 männlichen Ratsuchenden äußerten 53, und die 54 weiblichen 18 verschiedene Beruss- wünsche. Von den Knaben waren die kaufmänni­schen Berufe wiederum am meisten begehrt, als­dann folgten die Ratsuchenden ohne bestimmten Berufswunsch. Verhältnismäßig am häufigsten' waren dann noch begehrt die Berufe des Auto­schlossers, Malers und Weißbinders und Bäckers. Bei den Mädchen standen an erster Stelle die rat­suchenden ohne bestimmten Berufswunsch, dann folgten diejenigen, die Schneiderin werden wollten oder kaufmännische Berufe wünschten.

Für Knaben kamen 24, für Mädchen 12 neue Lehrstellen zur Anmeldung. 21 Knaben und 12 Mädchen konnten in Lehrstellen vermittelt werden.

In den Auhenbezirkssprechstunden (Friedberg Alsfeld, Büdingen, Lauterbach und Schotten) wurden 56 Knaben und 22 Mädchen 127mal be­raten sowie 6 Knaben und 4 Mädchen in Lehr­stellen untergebracht.

An höheren Lehranstalten sanden weiter berufs» kundliche Unterrichtsstunden statt.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

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