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Bahnhotstr.58

Rr. 244 Erster Blatt

18f. Jahrgang

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Drud und Verlag: vrühl'sche Univerfitäls-Vuch und Steintruderei B. Lange in Sieben. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für ( mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20v/ mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags.

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Die Illustrierte Gießener Familienblätter

Heimat im Bild Die Scholle.

Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger­lohn. auch bei Richter- scheinen cinzelnerRummern infolge höherer Gewalt.

Zernfprechanschlüffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gießen.

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Frankfurt am Main 11886.

Das Herbstprogramm der Reichsregierung.

Eine politische Wochenpause. - Grandis Besuch in Berlin. - Oie englischen Wahlen und die deutsche Wirtschaft. Oie Aufgaben des Wirtschastsbeirats.

Berlin, 18. Oft. (END.) Die neue Woche wird nach der Hochspannung der letzten 14 Tage in die politische Entwicklung zunächst eine Pause einschalten. Der Kanzler fährt am Montagabend zunächst bis Freitag oder Sams­tag nach Westdeutschland. Der Vizekanzler ist bereits nach Baden abgereist, und einige an- bere Mitglieder des Kabinetts werden wohl auch noch für einige Tage Berlin verlassen, um sich von den Strapazen dieser letzten Zeit wenigstens etwas zu erholen. Außer der personellen Neu­regelung der Leitung des Sied- l u n g swerkes sind in dieser Woche keine we­sentlichen Entscheidungen zu erwarten.

Am nächsten Sonntag wird das Kabinett dann wieder vollzählig versammelt sein, und zwar schon mit Rücksicht auf den Besuch Grandis, dem nicht nur für die deutsch-italienischen Be­ziehungen, sondern auch für die Lösung der großen, die ganze Welt interessierenden Pro­bleme besondere Bedeutung zukommt. Der ita­lienische Außenminister fährt im Anschluß an feine Pariser Reise nach Amerika. Er wird bei seinem Berliner Aufenthalt über oie Auf­fassungen der Reichsregierung ins Bild gesetzt werden und wird auch Gelegenheit haben, sich bei uns ein unmittelbares Bild von der deut­schen Lage zu machen. Man braucht wohl nicht daran zu zweifeln, daß er nach Rom und dann nach Washington den Eindruck mitnehmen wird, daß es jetzt ums Ganze geht, daß wirklich etwas Durchgreifendes geschehen muß, wenn die Weltkrise, die von Deutschland ihren Anfang nahm, nicht noch erschreckendere Dimensionen an­nehmen soll.

Die politische Pause in dieser Woche wird weiter noch dadurch bedingt, daß das innerwirt­schaftliche Programm nicht eher in Angriff genom­men werden kann, als eine Klärung der englischen Regierungsverhältnisse herbeigeführt worden ist. Denn da die Wahlen in England am 27. Oktober, wie man erwartet, den Konservativen maßgebenden Einfluß auf die Regierungspolitik bringen, so müssen wir mit einer Zollpolitik Eng­lands rechnen, von der auch die deutsche W i rtschaft mitbetroffen wird. Es liegt auf der Hand, daß die wirtschaftspolitischen Maß­nahmen der Reichsregierung sich auf diese Dinge einstellen müssen.

Der Wirtschaftsbeirat wird also erst ar­beiten können, wenn hierüber Klarheit besteht. Er wird Anfang der nach st en Woche zwischen dem 26. und 29. Oktober z u seiner er ft en großen Sitzung unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten zusommenkreten. Diese Beratungen werden mehrere Tage in Anspruch nehmen, bis die Grenzen der zu behandelnden Pro­bleme abgesteckt sind. Dann werden mehrere Aus­schüsse gebildet werden, die die positive Arbeit zu leisten haben. Sie werden nach den Arbeitsgebieten eingesetzt, und zwar je ein Ausschuß für die Gold- un d Z i n s f r a g e. für das Problem der Lohn- t a r i f e, für das Karlcllwefen und die Preisbildung sowie für die Fragen, die den gewerblichen Miltelstand besonders an- gehen. Diese Ausschüsse dürsten schon deshalb nötig fein, weil die unumgängliche Berücksichtigung aller beteiligten Kreise den Wirtschaftsbeirat umfang­reicher gestalten wird als es wünschenswert er­scheinen mag. So wird vertreten sein die Land­wirtschaft. die Industrie, die Gewerk­schaften, das Handwerk und schließlich auch der Reichsrat, damit auch die territorialen und regionalen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Wenn man sich allein vergegenwärtigt, daß drei Gewerk­schaftsrichtungen zu beachten sind und dazu noch die Angestelltenverbände kommen, wenn man ferner die Verschiedenheit der Industrieverhältnisse in Rech­nung stellt, so ergibt sich ohne weiteres, daß der Wirtschastsbeirat etwa zwei Dutzend Mitglieder um­fassen wird. Natürlich muß unter diesen Umständen der Weg der kleineren Fachausschüsse gewählt werden. Man rechnet damit, daß die Aus- schuharbeiten etwa 14 Tage in Anspruch nehmen werden, so daß unter dem Vorsitz des Reichspräsi- denten in ungefähr drei Wochen die Schluhverhandlungen der vollkonfe- r e n; stattfinden können.

Die große Notverordnung, die auf Grund dieser Beratungen die größten wirtschaftlichen Fragen regeln soll, ist demnach für Anfang bis Mitte Dezember zu erwarten. In interessierten Kreisen erhofft man von diesen Maßnahmen »efent- liche Fortschritte in der Behandlung der wirtschaft, lichen Lage, zumal dann etwa gleichzeitig die außenpolitischen Abmachungen in die Ent­scheidung hmeingreifen dürften.

Oie deutsch-französische Wirtschaftskommission.

Berlin, 17. Okt. (WTB.) Das Reichskabi­nett bestellte die nachstehend aufgeführten Per­sönlichkeiten zu Vertretern der deutschen Regierung in der gemischten deutsch - französischen

Wirtschaftskommission, deren Einset­zung gelegentlich des Besuches der französischen Minister in Berlin zwischen den beiden Regierun­gen vereinbart worden war; die Ministerialdirek­toren Dr. Ritter, Auswärtiges Amt, Ernst, Reichsfinanzministerium, Posse Reichswirt- schaftsministerium, S i tz l e r Reichsarbeitsmini­sterium K o e nigs, Reichsverkehrsministerium, ö t r e i I, Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Den Vorsitz auf deutscher Seite hat der der­zeitige Leiter des Auswärtigen Amtes, Reichs»

Reuyork, 18. Oft. Der berühmte amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison, der seit längerer Zeit krank darniederlag, ist heute 3.24 Ahr gestor - den. Er hat ein Alter von 84 Jahren und acht Mo­naten erreicht.

Thomas Alva Edison wurde am 11. Februar 1847 in Milan (Ohio) geboren. Er entstammt väter­

licherseits einer alten holländischen Müllerfamilie, die 1737 in Nordamerika einwanderte. Der gefdjäfh liche Zusammenbruch seines Vaters zwang ihn, schon m Alter von 12 Jahren mit zum Lebensunterhalt beizutragen. Er fuhr mehrere Jahre täglich zwischen Port Huron und Detroit hin und her und verkaufte in den Zügen Erfrischungen und Zeitungen. Er er-

Wien, 17. Okt. (TU.) Matuschka hat nunmehr , ein restloses Geständnis abgelegt. Sowohl die bei- | den Anschläge in Ansbach, als auch die Atten­tate von Jüterbog und Dia Torbagy hat er al­lein und ohne Helfershelfer verübt. Außerdem hat er noch mehrere Anschläge im Aus­lande, so auf der Strecke Amsterdam Paris- Marseille, geplant. Matuschka wurde spätnachts einem neuerlichen Verhör unterzogen. Nachdem er anfangs noch geleugnet hatte, schienen seine Nerven allmählich nachzulassen. Anfälle von Schreikrämpfen und Nervenzusammenbrüchen wie­derholten sich. Schließlich begann er mitten im Verhör zu weinen und zu beten. Der verneh­mende Polizeirat Dr. Böhm machte ihn ein­dringlich darauf aufmerksam, daß seine Erklä­rung, er sei nur der Mittäter, vollkommen .unglaubwürdig sei, da sich herausgestellt habe, daß ein angeblicher Bergmann gar nicht existiere. Alle seine Angaben über die kleine Villa in Caputh und die anderen Einzelheiten, die Ma­tuschka im Laufe der letzten Tage gemacht hatte, seien vollkommen frei erfunden. Als der Polizeirat ihm Einzelheiten vorhielt, brach er völ­lig zusammen. Er beklagte das Schicksal seines Kindes und seiner Frau, warf sich auf die Knie und bat mit erhobenen Händen um Gnade. Dar­aufhin wurden auch der Berliner Kriminalrat G e n n a t und der ungarische Polizeirat Dr. Schweinitzer ins Zimmer gerufen.

Er widerrief jetzt alle Einzelangaben, die er bisher über Jüterbog gemacht hatte und er­klärte, daß er a 11 e in es gewesen fei, der in Berlin in der Friedrichstraße die Drähte gekauft hat. Er allein hat weiter die langen Gasrohre mit Lkrasit gefüllt und allein den Platz bei

kanzler Dr. Brüning, übernommen und als seinen ständigen Vertreter den Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Dr. Trendelen- b u r g bestimmt. Zum deutschen Generalsekretär ist Ministerialdirektor Dr. Ritter bestellt wor­den. Außer den aufgeführten Regierungsvertre­tern werden die Vertreter der verschiedenen Zweige der Wirtschaft und der Arbeitnehmer als Sachver­ständige zur Teilnahme an den Arbeiten der Kom­mission geladen werden. Die Namen dieser Sach­verständigen werden demnächst veröffentlicht werden.

lernte dann die Handhabung des Telegraphenappa­rates und wurde Telegraphist. In Indianapolis ge­lang ihm seine erste Erfindung, derAutomatic Repeater", der die automatische üebertragung einer Depesche von einem Stromkreis auf einen zweiten ohne die Tätigkeit eines Telegraphisten ermöglichte. Nach wechselnde» Aufenthalten in Cincinnati, Memphis, Louisville, New Orleans u. a. ging er 1868 nach Boston und erhielt im Telegraphenamt eine höhere Stellung. Erfindungen aus dieser Zeit sind der Abstimmungstelegraph, der sog. Gegen­sprecher, der die Benutzung eines Drahtes zur gleichzeitigen Sendung mehrerer Depeschen ermög­licht.

Von Boston ging er nach Neuyork und war 1871 bis 1876 Oberaufseher der Law Gold Indicator Co., bei der er verschiedene verbesserte Apparate ein- sührte. 1876 gründete er ein Laboratorium in Melno Park bei Neuyork. Hier weilte Edison 10 Jahre und vollbrachte die bedeutsamsten Erfindungen auf dem Gebiete der Schwachstrom- und Starkstrom- technik. Die wesentlichsten Erfindungen in dieser Zeit sind: Der automatische Schnellschriftgeber, der Telau- tograph, der Elektro-Motogräph, das Odoroskop, der Phonograph (1877) und seine Verbesserung (1888), das Megaphon, das Aerophon (dient zur Schallver­stärkung); die elektrische Kohlenfadenlampe (1879), Verbesserung der Dynamomaschine. Außerdem be­trieb er eifrig Versuche, die Elektrizität als Trieb­kraft für Verkehrsmittel zu verwenden, was vor ihm schon Siemens in Deutschland getan hatte.

1887 gründete Edison ein neues, bedeutend größe­res Laboratorium in Orange. Hier erfand er ver­schiedene Verbesserungen des Kinematographen. Später beschäftigte er sich mit der Konstruktion eines besonders leichten und leistungsfähigen Akkumula­tors.

Um den richtigen Nachfolger für sich zu finden, veranstaltete Edison 1929 einen Anwärterwettbe­werb, aus dem der 16jährige Walter B. H u ft o n als Sieger hervorging. iSbifon ließ diesen seinen Nachfolger" nad) seinen Anweisungen ausbilden und mit allen seinen Arbeiten vertraut machen, um ihm die Weiterführung aller seiner Werke zu über­tragen.

Jüterbog ausgesucht, wo er bann bas Eisenbahn- Unglück verursachte.

Aus seinem Geständnis geht hervor, daß ihm Ende Dezember 1930plöhlich der Ge­danke gekommen sei, Anschläge auf Eisenbahnzüge zu verüben. Zunächst habe er an eine Stelle in der Nähe von Ans- b a d) gedacht, weil er selbst dort in der Nähe wohnte. Von der Idee sei er alsbald zur Tat übergegangen. Matuschka schilderte dann ein­gehend die Vorbereitung zu diesem Anschlag am Orte der Tat. Mit Hilfe von Schraubstöcken habe er schon eine Eisenbahnschiene quer über denBahnschienen befestigt gehabt, als plötzlich ein Zug heranbrauste. Er habe dann von einer gewissen Entfernung aus zugesehen, wie der Zug hielt und die Leute mit Lichtern die Strecke entlangliefen. Matuschka er­zählte weiter, daß er hierauf zu Fuß zur Station Rekawinkel ging und unterwegs eine schwarze Drille und ein Heftpflaster, mit dem er sich unkenntlich gemacht hatte, in einen Bach warf. Sn Rekawinkel blieb er bis zum Morgen und fuhr dann nach Wien zurück, wo er seine Kleider verbrannte und die Schaftstiefel in der Nähe des Bahnhofs wegwarf.

Matuschka schilderte hierauf die Vorberei­tungen zu dem Attentat von Jüter­bog. Er teilte mit, daß er sich in der Umgebung von Jüterbog einige Zeit aufgehalten habe. In einer Nacht sei er auf die Strecke hinausgegangen und habe mit dem Schweißapparat Ver­suche unternommen, die aber nicht ge­langen. Bei dem ungewohnten Hantieren mit dem Apparat habe er sich an beiden Beinen Brandwunden zugezogen. Tatsächlich weisen die Deine Matuschkas Narben auf, die von Brand­

Thomas Edison, der große Erfinder t-

Ausführliches Geständnis des Eifenbahnaitentäters Matuschka.

Sämtliche Anschläge allein vorbereitet und ausgeführt. Keine Klarheit über die Motive für die furchtbaren Verbrechen.

wunden herrühren. Er habe sich nun Ekrasik bzw. die Erlaubnis zum Ekrasitbezug verschaffen wollen und sei dann mit der Guts­besitzerin Frau Fvrge wegen der Pachtung eines Steinbruchs in Unterhandlung ge­treten. Mit Hilfe des Steinbruchs habe er sich Strafft und andere Sprengmittel gekauft.

Anfang August sei er na ch Berlin gefah­ren, habe bann borf Röhren unb Draht gekauft unb versuche mit Sprengkapseln unternommen. Zu biefer Zeit habe er sich auch eine Rümmer ber ZeitungDer An­griff' gekauft unb auf bas Blatt bie Worte Revolution, Attentat, Sieg" geschrieben. Als er bas ganze Sprengmaferial beisammen hatte, sei er am 8. August von Berlin roieber nach Jüter­bog gefahren unb habe alles für ben An­schlag vorbereitet. Dicht am Bahngleis nahm er Aufstellung unb wartete bas heran­kommen eines Zuges ab. Als er ben Zug heran­brausen hörte, habe er bie Zünbung ein­geschaltet. Er habe bann auch bie Explosion gehört unb gesehen, wie mehrere Wagen um­geworfen würben. Ls gelang ihm noch, ben Zünbapparat an sich zu nehmen unb bie Flucht zu ergreifen.

Am 9. August sei er nach Wien zurückgefahren, und als sein Zug bei seiner Rückfahrt Jüterbog passierte, habe er selbst die Wirkungen der Explo­sion sehen können. Angesichts dieser Folgen habe er sich fest vorgenommen, so etwas nie wie­der zu tun. Diesem Vorsatz entgegen sei ihm doch wiede der Gedanke aufge stiegen, ein neues Attentat, diesmal in der Nähe von Budapest, auszuführen. Presse­notizen, die besagten, daß das Jüterboger Atten­tat mit einer Taschenlampenbatterie ousgeführt wurde, hätten ihn auf den Gedan - k e n gebracht, für diesen Anschlag solche Bat­terien zu verwenden. Matuschka ist dann am 3. September nach Budapest gefahren und hat dort Röhren gekauft, die er in die Nähe von BiaTvr- bogy brachte. Er hatte dann in der Nähe des Tat­ortes Versuche gemacht, das Ekrasit in die Röhren zu füllen. Am 8. September ist er nach Nagy Te- teny gefahren und hat dabei den Koffer mitgenom­men, in dem fick) die Batterien und der Lampcn- draht befanden. Am 9. September fuhr er nach BiaTorbagy, um den Verkehr der Züge zu beobachten. Er wollte angeblich, wie er erklärte, keinen Personenzug. sondern einen Güterzug zer­stören. An diesem Tage habe er sich auch eine Schnellzugskarte nach Raab gelöst und sie etwas beschmutzt, damit man das Ausstellungsdatum nicht sehen könne. Am 11. September habe er aber beobachtet, wie die Züge verkehren, und gesehen, daß der Güterzug dem Personenzug folge.

Auch am 12. September hak er sich ben ganzen Tag über in ber Rahe von Bia Tor­bagy versteckt aufgehalten. Dann begab er sich roieber zu ber Stelle hin unb gelangte zum Eisenbahnviabukl, ben er als Ort f ü r bie Verübung bes Attentats auser­seh e n hatte. Fahrplanmäßig raffe bet Per­sonenzug vorüber Unb nun hat Matuschka ben Apparat rasch auf bie Schienen g e - b u n b e n unb ben Zettel mit ben ungarischen Worten unb ber ÜberschriftDer Ueberseher" in ber Röhe angebracht. Dann hat er gewartet unb gehört, wie bie Explosion erfolgte. Matuschka eilte bann zur Stelle, an ber sich bie abgekürzten Wagen befanben unb brachte s i ch mit feinem Taschenmesser bie Verlet­zungen i in G e s i ch t b e i, bie ihn selbst a t s Opfer b e 8 Attentats erscheinen lassen sollten. An biefer Stelle bricht bas (Beftänbnis Matuschkas ab. Es folgten nur noch bie bereits gemelbeten Anbeutungen. bah er no d) e i n i g e andere Attentate geplant habe.

Die Jüterboger Polizei hat festgestellt, baß bie Angaben Matuschkas, er habe sich bereits im April biefes Jahres in Jüterbog aufge­halten, ber Wahrheit entsprachen. Ma­tuschka hat in den fraglichen Apriltagen im Hotel Zur Eisenbahn" gewohnt. Der Wirt bes Hotels hat seinen Gast nach den vorgelegten Lichtbildern mit B e st i m m t h e i t w i e b e r e r t a n n t. Ma­tuschka ist dann in der Nacht bes Attentats, bas gegen 11 Uhr verübt würbe, etwa um Mitternacht in bem gleichen Hotel erschienen unb hat sich bort bis 1.15 Uhr aufgehalten. Der Wirt bes HotelsZur Eisenbahn" teilte mit, daß er der Polizei von diesem Besuch sofort Mitteilung g e - m a ch t und die Untersuchungskommission in Kloster Zinna noch einmal angerufen habe, als er die Be­schreibung gelesen hatte, die von ben Frauen aus ber Friebrichstrahe über ben Käufer bes Spreng­materials gegeben worben war. Man habe ihn ge­fragt, ob er ben Fremben für einen Iren halten würbe. Darauf habe er geantwortet, bie Aussprache habe ihn an einenDefterreidjererinnert Er habe weiter zu Protokoll gegeben, baß er ben Fremben für einen Offizier halte. Aus den Bildern, die man ihm am Samstag vorgelegt habe, habe er ohne Zweifel Matuschka roieberer- kannt.