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Nr. 89 Zweites Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Freitag, (7. April 193|

Mvolution auf der Insel der Seligen.

Madeiras Erhebung gegen die portugiesische Herrschaft. Warum Portugal nicht zur kommt. Oer Aufstand im Paradies. Oie Azoren als Brückenpfeiler zwischen Alter und Heuer Welt.

Don Or. Erwin Krug.

Farbenfrohe Plakate locken in den Schau­fenstern der Aeisebureaus zu einer Frühlings­fahrt in den Süden, zu den Gestaden der Insel der Seligen, der Insel der ewigen Sonne, zum Eiland des immerwährenden Früh­ling-, und wie das schöne Madeira sonst noch heißt. Nun herrscht Aufruhr auf diesem ge­segneten Grdenflcck, die Flamme der Nevolte ist jäh entzündet worden und hat auf die fern- gelegenen Azoren und die noch fernere por­tugiesische Heimat über gegriffen. Der Zci- tungsleser klappt den Reiseführer zu, der ihm von den paradiesischen Schönheiten dies?- im Augenblick so wenig paradiesischen Landes er- »ählt, und schlägt einen anderen Führer auf. näm­lich den durch die portugiesischen Nevolutionen. ohne den es keinen Lieberblick über die höchst verworfene Geschichte dieses Landes gibt. Fern liegt im Süden, ebenso wie das schöne Spanien, das Nachbarland Portugal: obwohl zu Europa gehörend, nimmt man geringen Anteil an dem Geschehen in dieser Weltgegend nur d i e Teilnahme Portugals am Welt­krieg auf der Seite der Gegner Deutschlands hat hier vorübergehend einen Wandel eintreten lassen und so gibt man sich im übrigen Europa kaum Rechenschaft darüber, dass Revolutio­nen aus Portugal gar nicht fortzudenken, ja, baß ewige Unruhe und Portugal fast das gleiche sind. Seit nahezu 200 Jahren folgt Attentat auf Um­sturzversuch. und feit der Proklamation der Re­publik, die am 4. Oktober 1910 der Herrschaft des HauseS Braganza ein Ende machte, bis auf den heutigen Tag haben fich rund zwei Dutzend Revolutionen ereignet, ungerechnet mehrerer klei­nerer Putschversuche, von denen die Zeitungen nur in drei oder vier Zeilen berichten. Selbst die Diktatur der Generale, die feit dem Juni 1926 besteht, bat, wie man sieht, an dieser angeborenen Veranlagung des Portugiesen nichts ändern können.

Für die ewige Ruhelosigkeit und Umsturz- bercitschast gibt es natürlich gute psychologische Gründe. Portugal isteinmaleinmächtigcs Reich getoefen, so mächtig, daß es sich mit feinem Nachbar Spanien durch jene bcrüßmle Demarkationslinie in den Besitz der Welt teilen konnte. Das war zu jener Zeit, als die Neue Welt anfing entdeckt zu werden, als die Portugiesen die Weltmeere befuhren, von Brasilien bis Indien das Banner ihrer Könige auspslanzten. Dem großartigen Aufstieg, der nur erklärlich ist aus den hervorragenden Eigenschasten der portugiesischen Nation, folgte ein unaufhaltsamer Abstieg durch die Jahrhunderte. Dieser Verlust alter Geltung ist eine Wurzel der Unzufriedenheit, deren Vertie­fung die unglückliche Schichtung der Bevöl­kerung des Landes Vorschub leistet. Obwohl Portugal insofern am günstigsten von allen euro­päischen Staaten gestellt ist, daß es die reinste völkische Einwohnerschaft, nämlich 90,6 Prozent Portugiesen, hat, ist andererseits doch die In- telligenzschicht sehr schmal, um so größer aber die breite Masse der unwissenden Landbevölke­rung. Gegen daS Analphabetentum ist erst in den letzten Jahren unter der Militärdiktatur etwas geschehen, die sich mit Fachmännern von Rang umgab, um die notwendigen Reformen durchzusühr^n. Der feinsinnige Germanist Cor­deiro Ramos, der als erster Portugiese seinem Land Goethe, Kleist und Keller nahegebracht hat, ist vor allem dem Analphabetentum zu Leibe ge­gangen. In der srüheren bildungsmäßigen Zu­sammensetzung des Volkes konnte natürlich von einem normalen Funktionieren parlamentarischer Einrichtungen nicht gesprochen werden. Die breite Masse verharrre In Gleichgültigkeit und über­ließ die politische Aktivität der zahlenmäßig schwachen Intelligenz oder aber, was die Regel war, dem zwischen beiden stehenden Militär, das, wie von jeher in der portugiesischen Ge­schichte, ja auch wieder im letzten Aufstand die führende Rolle gespielt hat.

Es sind also gelernte Revolutio­näre. die den Aufruhr auf Madeira angezettelt haben, geübte Agitatoren, die ihre 5hmft wieder einmal mit Erfolg unter Beweis stellen. Ver­glichen mit den Konfliktstoffen, die der soziale Organismus der übrigen großen europäischen Staaten dauernd in sich herumträgt, scheint der Anlaß, der nach den vorliegenden Meldungen zum Ausbruch auf Madeira geführt hat, lächer­lich unbedeutend erscheinen. 300 politische Depor­tierte in Madeira sollen den Sturm entfesselt haben möchten alle politischen Gefangenen der ganzen Welt einen solchen Aufenthaltsort Angewiesen erhalten! Die Bewohner von Lipari und Solowki würden sich sicher mit dem nächsten Dampfer nach Madeira verschiffen lassen! Denn diese Insel trägt die schmückenden Beiworte, die man ihr verliehen hat, nicht zu Unrecht. Sie ist wirklich ein Paradies, schon allein durch ihre Lage in der Einsamkeit des Meeres, die ihr eins der gesündesten und gleichmäßigsten Klimata der Welt gibt; bewegt sich doch die durchschnittliche Jahrestemperatur zwischen 15 und 27 Grad Celsius.

In verschwenderischer Geberlaune hat die Na­tur das Füllhorn ihrer Geschenke über Ma­deira ausgegossen. Südfrüchte, vor allem Oran­gen und Zitronen in Hülle und Fülle, sub­tropische und tropische Pflanzen, Zuckerrohr, Dat­teln, Kokospalme und tropische Pflanzen machen neben dem köstlichen Madeirawein und ^em stei­genden Fremdenverkehr der seine Preise selbst bestimmen kann, den Wohlstand der Insel­bewohner aus. Schon der Anblick, der sich den Passagieren der ankommenden Schiffe barbietet, ist überwältigend. Pyramidenähnlich steigt die Insel aus dem Meeresgrund in das sonnige Blau empor, romantisch türmen sich die Dergterra>sen übereinander. Große und kleine Häuser von schim­mernder Weiße grüßen am felsigen Ufer. 3n einer geschützten Bucht liegt die Hauptstadt 5_u n - chal, die nach dem Telegramm der Aufruhrer an den Völkerbund nun als Hauptstadt von Por­tugal gelten soll, und die schon einmal als Ver­ba nnungsort des letzten Kaisers aus dem Hause Habsburg in aller Munde war.

Dem ankommenden Europäer bietet sich bei der Einfahrt in den Hafen ein Bild echt südlichen Lebens. Händler und sonnengebräunte Jungen fahren auf Kähnen und Booten an den Danrp- fer heran. Die Händler bringen Obff an Bord, die Knaben aber sind die berühmten Taucher von Madeira, die jedes ins Meer geworfene Geldstück aus der Tiefe holen und durch die Eleganz ihrer Tauchbewegungen den Reisenden tatsächlich ein lockendes Schauspiel bieten. Freilich, sie wis­sen, was ihre Kunst wert ist; Kupfermünzen darf darf man ihnen nicht anbieten, sonst muß man ihren lärmenden Protest ertragen. Die engen Straßen der Stabt sind mit spiegelglatten Steinen gepflastert, über bie ein ganz merkwürbiaeS, schlittenähnliches Gefährt von Ochsen dahin- gezogen wirb. Da bie Nioeauunterschiebe zwischen den einzelnen Straßen oft sehr groß sind, kann sich der Fremde oft in Todesgefahr fühlen, wenn das Fahrzeug in rasender Fahrt bergab saust. Madeira ist eine richtige Fremden­insel, an der besonders auch bie Amerikaner gern Halt machen. Davon zeugt eine Reihe prunk­voller Luxushotels, bie tn den letzten Jahren immer zahlreicher aus dem Boden geschossen sind. Eine gastliche Insel also aber wer ihre Gestade betritt, der tue Geld in seinen Beutel, denn bie Bewohner bieses Parabies s haben gar nichts mehr von parabiesischer Einfalt, minbestens dann nicht, wenn eS sich um Preise handelt.

Wiederum Deutschland Frankreich.

Rugby-Länderkampf in Paris.

Die sportlichen Beziehungen zwischen Deutsch­land und Frankreich tragen in diesem Jahre ein ganz besonderes Signum. Nach dem Fußball- Länderkamps folgte eine Begegnung der beiden Hockey-Nationalmannschasten, dem sich jetzt am kommenden Sonntag das ßänber treffen der Rugbyspieler anschließt.

Nachdem bie deutsche Mannschast im Fußball geschlagen wurde, und bie Hockeyman..s hast nur einen knappen Sieg zu erringen vermochte, steht der Rugbyrnannschast leider mit ziemlicher Ge­wißheit auch eine Niederlage bevor.

Seit der Wiederaufnahme der sportlichen Be­ziehungen zwischen den beiden Ländern treffen sich am kommenden Sonntag die offiziellen Rugbymannschasten zum sechsten Male. Von den bisherigen Begegnungen vermach'e Deutschland nur eine einzige, nämlich bie des Jahres 1928 in Hannover mit 14:13 gewinnen. Die übrigen Länder treffen gingen mehr oder weniger hoch verloren und bestätigten damit den großen Formen unterschied, der heute noch zwischen dem Rugbykönnen der beiden Ländermannschaften besteht.

Kronselds Segelflugrekord überboten.

Bei den am Donnerstag von Darmstadt aus durchgeführten Schlepp'egelflügen gelang es dem Piloten Fuchs auf dem Segelilugzeug ^Starken­burg" den bisherigen Rekord Kronfelds im Se­gelflug mit Rückkehr zur Startstelle um das Vierfache zu überbieten. Fuchs segelte nach dem Start nach dem Melibokiis, die Bergstraße ent­lang nach Heidelberg, überflog Heidelberg und kehrte nach längerem Segelflug nach dem Flug­platz Griesheim zurück, wo er glatt landete. Dieser Flug stellt einen neuen Erfolg des deut­schen Segelfluges dar und berechtigt zu toeiteren großen Erwartungen.

Nehring-Gedachtnisprels für den besten Segelflieger.

Staatspräsident Dr. Adelung hat anläßlich der Wiederkehr des Todestages des Darmstädter Segel»

Die reichlich kühle Witterung hat m diesem Jahre den Beginn der leichtathletischen Betäti­gung im Freien hinausgeschoben. Obwohl die Vereine seit zwei Wochen mit dem Training be­gonnen haben, konnte man von einer offiziellen Eröffnung nicht sprechen. Am kommenden Sonn­tag findet sie nun aber doch statt, und zwar in Form des üblichen Waldlaufes, der als Gruppen-Meisterschaftslauf des Gaues Gießen- Wehlar durchgeführt wird.

An dieser Veranstaltung werden sich in der Hauptsache die beiden hiesigen Vereine, WB. und Spielvereinigung 1900 mit ihren leichtathle­tischen Kräften beteiligen, außerdem erhofft man auch aus der Umgebung unserer Stadt eine ent­sprechende Beteiligung, die um so mehr zu er­warten fein müßte, als die Landvereine über eine Reihe von Sportlern verfügen, die ein Wort mitzufprechen imstande wären.

Ein gegen die Vorjahre erweitertes Programm soll zur Durchführung gelangen.

Der Haupt- und TNeisterfchaftslaus führt über eine Strecke von 10 Kilometer.

Für die der 3. und 4. Leistungsklaste ist eine Laufstrecke von fünf Kilometer vorgesehen; die Jugend der Klaste A (Jahrgang 1913 14) läuft drei Kilometer und die Klaste B (Jahrgang 1915 und später) anderthalb Kilometer. Die gleiche kurze Strecke soll in diesem Jahre auch von den Frauen gelaufen werden. Eine Erweiterung er­fährt das Programm durch die Teilnahme der Alten Herren. Das Meldeergebnis ist hier aller­dings nicht stark. Dagegen werden die Schieds­richter von Gießen und der Untergruppe Grün- berg voraussichtlich in um so größerer Anzahl am Lauf teilnehmen. Die Ausrichtung des Laufes hat die Ep elvereinigung 1900 übernommen. Star! und Ziel ist also der Eportplcch an der Liebigs- hohe. Die Laufstrecke für die zehn Kilometer führt vom Sportplatz aus über den Trieb, auf

Don Madeira hat sich der Aufstand nach den Azoren verptlanzt. der Inselgruppe, die wie ein wen vorgeschobener Vorposten Europas im -Atlantischen Ozean liegt. Sie sind in den letzten Jahren, im Zusammenhang mit Ozeanflügen, sehr ost genannt worden und werden es künftig wohl noch mehr verdienen, daß man fich mit ihnen beschäftigt. Sie find ein idealer Stütz­punkt für die künftige Ozeanüber- querung auf dem Luftweg; bedauerlich bleibt nur. daß für das deutsche Flugwesen dort so lange nichts zu hosten ist, als die enge Zu­sammenarbeit zwischen Portugal und Frankreich, die bereits zu einem französischen Monopol geführt hat. andauert. Die Azoren, die auf der gleichen Breite wie Reuvork und Lissabon liegen, sind geradezu Brücken Pfeiler auf dem langen Weg zwischen der Alten und der Neuen Welt. Die neun großen und die zahlreichen kleinen Nebeninseln, die in der Erdkunde gewöhn­lich in drei Gruppen, eine nordwestliche, eine mitt­lere und eine südöstliche, getrennt zu werden pfle­gen. ähneln sich sehr. Ueberall erblickt man um­brandete Steinküsten, in der Nähe der Küste liegen allenthalben gemalt gc Brocken abgestürz- ten Gesteines im M er. und obwohl es ri?lc kleine Wasserläufe gibt, wird man vergeben- einen Hafen suchen. Nur auf der Hauptinsel San Miguel gibt eS einen wirklichen Hafen, der jetzt wieder durch den Aufstand zu einer Be­deutung gelangt ist. Punta Delgada, und dieser Hafen ist künstlich angelegt worden. Die große Aehnlichk it der Inseln untereinander ist die Folge ihre- vulkanischen Ursprunges. Sie zeigen daS charakteristische Bild eine- kegel­förmigen Vulkans. Al'e Inseln bieten auS der Ferne einen märchenhaften schonen Anblick wegen des üppigen Pslanzenwuch'es. zu dem die Schnee­kappe deS Pico Alto auf das wirkungsvollste kontrastiert.

flugpilotcn Johannes Nehring, der im vorigen Jahr bei einem Wetterflug am Altrhein tödlich ab- stürzte, zur Förderung des deutschen Segelfluges einen künstlerisch ausgestatteten Wanderpreis als Iohannes-Nehring Gedächtnispreis gestiftet und der Rhön-Rcssitten.Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Der Preis soll alljährlich am Todestage Nehrings für die beste Segelfiugleistung des Jahres vergeben werden.

1429:10?

Eine selbst für französische Verhältnisse un­gewöhnlich hohe Quote gab es bei den Mittwoch­rennen in Le Trem bläh im Prix Perdita. In einem Felde von 27 Pferden gewann die von dem zur alten Garde gehörenden Jockey Mac Gec gesteuerte Pie Bleue, die in den Wetten völlig vernachlässigt worden war, um einen Hals gegen La Balustrade und Badanienne. Der Tota­lisator honorierte den Sieg der bisher fünfmal unplaciert gelaufenen Drci ährigen mit der Quote von 1429:10. Auch die Plahquoten dieses Rennens mit ihren durchweg dreistelligen Zahlen, 363,512, 157 konnten sich sehen lassen.

Oer Sport im Reiche.

Roch immer ist vom Frühlingsbeginn nicht viel (ju merken. Launisch wie der April nun einmal ist, verändert er mindestens dreimal täglich sein Gesicht. Aber ungeachtet der Regen- und Hagel­schauer zwischen Sonnenschein, wird sich am Sonn­tag doch viel Leben und Treiben auf den Sport­plätzen entwickeln.

Im Fußball steigt im Berliner Poststadion der Städtekampf zwischen Paris und Berlin. In Dresden findet das Endspiel um den Bundes­pokal zwischen den Auswahlmannschaften von Mitteldeutschland und Süddeutschland statt. Hin­ter diesen Ereignissen treten die Meister'chafts» Endspiele in den Verbänden etwas zurück.

Im Rugby geht in Paris der Länderkampf Deutschland Frankreich vonstatten. Zur Vor­runde um die deutsche Meisterschaft treten in Leipzig Tennis Borussia Berlin uNd der ASE. Leipzig gegeneinander an.

dem bekannten Weg zum Flughafen, am Flug­hafen vorbei zu dem WaldstückStolzen Morgen" darüber hinaus bis kurz vor Rödgen. Dort biegt die Laufstrecke nach rechts ab und führt die Läufer auf der Reichskirchener Chaussee zum Sportplatz zurück. Die kürzeren Strecken führen über das Gelände des Triebs, des Flugplätze- und des Philosophenwaldes.

Heber bie voraussichtlichen Sieger in den ein­zelnen Wettbewerben läßt sich kaum etwas be­stimmtes Vorhersagen. Die Winterpause hat sicher­lich viele Läufer und Läuferinnen mehr oder weniger außer Form gebracht. Die Leichtathleten haben erst zu beweisen, inwiefern sie die alten geblieben sind. Immerhin darf man mit einiger Sicherheit den lO-Äilometer-ßauf als eine An­gelegenheit des Marathonläufers Gerhard (1900) betrachten. Ueberraschungen stehen unter Umständen im 5-K.lometcr-Lauf bevor. Aus der ständig wechselnden Reihe der Jugendlichen einen Namen zu nennen, ist ebenfalls kaum möglich. Ein spannender Dreikampf dürfte zweifellos im Lauf der Frauen zu erwarten fein, denn hier treffen

die Käuferinnen der Spieloereinigung 1900, des hiesigen VfL. und des DfL. Dehlar auseinander. Mit Aussichten geht die Wetzlarerin Pfaff an den Start. Obwohl die Frauen auS Wetzlar nicht zur Gruppe Gießen gehören, viel­mehr ursprünglich in Niedershausen antreten sollten, kämpfen sie doch in Gießen, da sie in ihrer Gruppe keinen Gegner gesunden hätten. Für die Alten Herren und für die Schiedsrichter wird weniger der Wettkampfgedanke im Vorder­grund stehen, vielmehr sollte die Beteiligung der älteren Herren mehr werbender Art fein, werbend für die Nützlichkeit des Waldlaufes. Auf den Verlauf der einzelnen Rennen darf man gespannt sein. Hoffentlich ist die Veranstallung von einigermaßen gutem Wetter begünstigt.

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WMausmeisterschasten des Sams Sießen-Mlai

Auftakt der leichtathletischen Saison.

Im Hockey werden in Berlin die Meister» chastskä upfe fortge etzt. im Reiche Interefiiert u.e vaiicraiprobe der west deutschen Silberfchild- mannschast für das Endspiel mit Brandenburg.

Im Handball beginnen die Spiele um die DSV.-Meisterschaft.

Im Turnen sind Kunstturnwettkämpse zwi­schen Köln-Düsseldorf und 6'len in Düsseldorf, Grünberg-Reusalz und Glogau in Neusalz (Ober) und Speyer-Landau und Neustadt in Speyer vereinbart

Im Schwimmen finden die ersten Olympia- Prü ungen de- Deutschen Schwimm-Verbande- am Samstag und Sonntag in Leipzig statt. An den zweitägigen 'Wettkämpfen nimmt die ge­samte Elite des deutschen Schwimmsports teil.

Zur Vorbereitung für die Davispokalkämpfe beginnen im Tenni - in Düsseldorf und Berlin die angelegten Trainingskämpfe.

Im Bahnradsport sind Veranstaltungen aus der Berliner Olympipbahn in Elberfeld, Chemnitz und Stettin geplant. Auf der Land­straße sind zu nennen der Aberger Wander­preis in Berlin, Rund um Kre eld, Straßenprei- von Bielefeld und im AuSlande HaagBrüssel, das von zahlreichen westdeutschen Herrensahrern mit bestrit en wird.

Der Motorsport bringt den Großen PreiS von Monaco, an dem die deutschen Fahrer Stuck, Caracciola und Burggaller teilnehmen. Welt­rekordmann Ernst Henne startet in Wien. Auf dem Rürburgr ng wird der PreiS der Romrylc- berge ausgefahren.

$. Sp. V. 1926 Steinbach.

Am Sonntag empfängt Sempachs 1. Mann­schaft di« gleiche von VfR. Lich zu einem Gesell­schaftsspiel. Sieinbach muß zu diesem Spiel mit viel Crfah antreten und wird daher alles bran- sehen müssen, um ein ehrenvolles Resultat zu er­zielen. Die 2 Mannschast embfängt blc gleiche vom ZSpV. 1928 Garlente'.ch Steinbachs 2. tritt ersatzgeschwächt an und wird dadurch in Darben­te ich- 2. einen starken Gegner finden.

Handball im (Hau Hessen (O T >

Io. Heuchelheim I Io. Garbenleich I (ADI.) 6:4.

Die Erste stellte sich in Garbenteich der als spiel­stark bekannten ersten Mannschaft des dortigen Turnvereins und konnte, nach zeitweise ^unnötig hart durchgesührtcm Kampf, mit einem v:4 Sieg das Spielfeld verlassen.

Io Heuchelheim 3gö. Io. 1816 Gießen 3gb. 4:4.

Die Iugendmannschaft, die in den legten Spielen ansprechende Leistungen zeigte, erzwang in Gießen gegen eine verstärkte Jugend des Turnvereins von 1846 ein Unentschieden 4:4.

Handball im Turnverein 1860 Lich.

Am Sonntag fährt die erste Handballmann­schaft des Turnvereins Lich nach Lützellinden, um ein Gesellschaftsspiel auszutragm. Der Ausga.'.g des Treffens ist kaum vorauszusagen, da die ge­nerische Maimschaft in Lich weniger bekannt ist. Am vergangenen Sonntag spielte die erste Hand- ballrnannschaft in Nidda und verlor gegen die körperlich überlegenen Platzbesiher 8:4.

Handball tm Labn-Oünsbera Gon

Kommenden Sonntag stehen sich wieder auf dem Wißmarer Platz die beiden ersten Mannschaften der Vereine Allendors und Atzbach im ersten Entschei­dungsspiel in der Runde der Zweiten gegenüber, während in der Meisterrunde bas erste Spiel in dem Treffen Dorlar gegen Londorf um den Gau­meister ausgetragen wird.

To. Großen-Llnden

gegen Igde. Eintracht Frankfurt a. 7N.

Am Sonntag untern mmt die 1. Mann'chaft de- Tv. Eroßen-Linben eine Reise nach Frankfurt a. M., um mit der Tgbe.Eintracht" bas Rück­spiel auszutragen. 3m Vorspiel gelang es den Eroßen-Linbenern, nach spannendem Spiel­verlauf den Frankfurtern ein Unentschieden ab* zur:ngen. Wenn man auch dem Gastgeber bie größeren S.egeSaussichten einräumen muß, so sollten bie Oroßen-Cinbener immerhin in ber Lage sein, ein ehrenvolles Resultat zu erzielen.

To. Garbenteich To. Großen-Vuseck.

Am Sonntag empfängt die erste Mannschaft deS Turnvereins Garbenteich bie erste Mannschaft des Turnvereins Großen-Buseck zu einem Gesell­schaftsspiel. Auf das Auftreten der Gäste ist man allgemein gespannt. Reben d:esem Tressen tragen auch die Iugenbmannschaften ber beiden Ver­eine ein Freundschaftsspiel aus.

Gaumeisterschaften im Saalsport

des Lahngaues im DDR.

Der Lahngau im Bund Deutsche Radfahrer hat mit ber Ausrichtung der diesjährigen Gau­saalmeisterschaften den Rabtourencluo Fried­berg" betraut, der am Samstag das Fest feiner Bannerweihe begeht. Aus diesem Anlaß finden am kommenden Sonntag die Gausaalmeister­schaften im Hotel Trapp zu Friedberg statt. Die Vorwettbewerbe werden bereits am Vor­mittag ausgetrcgen. Als Gaumeisterschaften sind ausgeschriedtn: Einer- und Zweier-Kunstsah en, Scchser-Kunstreigen, Zweier- und Dreier-Rad­ball. Als offene W ttbewerbe gelten Sechser- und Achter-Niederrad - Schulreigen. Sechser- und Achter-Iugendreigen und Zweier-Iugenb-Rad- ball. Der Saalsport. der im Lahngau von jeher eine gute Pflegestätte hatte, dürfte auch die-mal wieder mit guten Leistungen aufwarten.

Kurze Sportnotizen.

Einen neuen Mercedes - Benz- Sieg gab es in Südamerika, wo bet Sieger des Großen Preises von Argenttnien, EarloS Za- touszeck, auf der deutschen Marke in einem 400- Kilometer-Rennen in 2:54:32,2 (130,5 Stunden­kilometer) erfolgreich blieb.

2 Pöttinger, ter Mittelstürmer von Bay­ern München, ist am Sonntag im Meisterschafts­spiel gegen die Spvgg. Fürth doch schwerer ver­letzt worden, als man ursprünglich annahm. Der Internationale hat einen Bruch des Schienbeins davongetragen, der beim Eintritt von Kompli­kationen der Fußball-Lausbahn Pottingers leicht ein Ende bereiten kann.

Beim Training in Stockholm schwamm 0. Pettersson die 1 0 0-M e t e r «K r a u l- strecke in 59,8 Sekunden. Im schwedischen Schwimmsport hofft man in Pettersson einen geeigneten Nachfolger für Arne Borg gefunden zu haben.