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175 Baudarlehen im Werte von

5. Darlehnsvergebung im Jahre 1930 vergeben. Bon den beiden letzten Bergebungen fielen auch zwei Darlehen auf Mitglieder der Bausparkasse aus (hießen. Es erhielten Steuerinspektor Bernhard Reibling und Oberpostsekretär Heinrich Meyer Baudarlehen im Gesamtbeträge von 42 000 Mark. Die Gesamtzahl der mit Hilfe der Deutschen Bau- und Sicdelungsgcmeinschaft erbauten Eigenheime beträgt nun 2343. für die die Bausparkasse Beträge von insgesamt 34 300 000 Mark an Darlehen aus-

gegeben hat.

Gcwerkschaftsbund der Ange­stellten. Man schreibt uns: Die Ortsgruppe Gießen des GDA. hielt am Samstag im Hotel Hopseid ihre diesjährige Jahreshauptversamm­lung ab. Der Borstand erstattete eingehenden Bericht über die umfangreiche Arbeit im ver­gangenen Jahre. Der Jahresbericht, den der Vorsitzende, Prokurist Zecher, gab. kennzeich­nete die wirtschaftliche Lage der Angestellten­schaft, unter deren Druck auch die Ortsor"vpen- arbeit zu leiden hatte. Neben einer Ne he von Tagungen. Vorträgen und Veranstaltungen hat­ten die Jrauengruppe. Reisenden-Fachgruppe und Jugendgruppe stärkere Aktivität entfaltet. Der Zahlstellenleiter. Otto Gold Horn, konnte trotz der ungünstigen Zeitverhältnisse von einer Mit­gliederzunahme und einem verbesserten Deitrags- eingang berichten. Geschäftsführer Mack gab als Rechnungsführer und Bildungsobmann einen gedrängten, eindrucksvollen Bericht über die Bildungsarbeit. Der Kassenbericht wies eine Ver­doppelung der Einnahmen und Ausgaben auf. In 102 Zusammenkünften und Veranstaltungen de« Jahres 1930 kamen etwa 2500 Personen zu den Wonatsversammlungen, Vorträgen, Kursen und Besichtigungen von Betrieben. Die verbillig­ten Theatervorstellungen fanden guten Zuspruch. Nach dem Bericht der Rechnungsprüfer wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt und ihm Dank ausgesprochen für die Arbeit im Dienste der Mitglieder. Diese Anerkennung fand zugleich ihren Ausdruck in der Wiederwahl bewährter Vorstandsmitglieder. Die Arbeit für 1931 soll auf eine breitere Basis gestellt werden. Geschäfts­führer Mock gab einen Gesamtüberblick über die Tätigkeit der Geschäftsstelle Gießen und die augenblickliche tarifpolitische Lage in Gießen und im Bezirk.

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Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 100 bis 150, Tomaten 70 bis 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 50, Kartoffeln 3,5 bis 4, Aepfel 30 bis 45, Dirnen 20 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Nüsse 50 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hähne und Suppenhühner 90 bis 120, Gän.e 100 bis 110, Endivien 80 bis 90 Pf. das Pfund: Käse (10 Stücks 60 bis 140 Ps.; Tauben 70 bis 80, Eier 14 bis 15, Blumenkohl 40 bis 70, Salat 25 bis 30, Ober-Kohlrabi 8 bis 10 Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10* bis 50 Pf. das Stück: Kartoffeln 2,50, Weiß­kraut 7 bis 8, Wirsing 10 bis 12, Rockraut 9 bis 10 Mark der Zentner.

Taten für Freitag, 16 Januar.

Sonnenaufgang 7.59 Uhr, Sonnenuntergang 16.21 Uhr. Mondaufgang 6.55 Uhr, Monduntergang 13.32 Uhr. w _

1838: der Philosoph Franz Brentano in Marten- berg bei Boppard geboren; 1901: der Maler Arnold Bocklin in Fiesole gestorben; 1906: Ma- rokkokonferenz in Algeciras.

Bornotizen.

TageSkalcnder für Donnerstag. Stadttheater:Der Kaiser von Amerika", 19.30 bis 22.30 Uhr. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Das Flötenkonzert von Sanssouci". Astoria- Lichtspiele:Der geheimnisvolle Kavalier" und Der falsche Freund".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, findet die Erstaufführung des Shakespeare-Lustsptels Der Widerspenstigen Zähmung" in vollständig neuer Inszenierung unter der Spielleitung von Peter Fassott statt. Fassott hat den Text des Lustspiels einer eingehenden Bearbeitung unter­worfen. Beginn der Vorstellung 20 Uhr. Samstag, 15.45 Uhr, erste Wiederholung des Lustspiels:Der Widerspenstigen Zähmung" als Schülervorstellung bei kleinen Preisen.

Vorträge überSchiller und dre Gegenwar t". Man schreibt uns: Je schwerer die Prüfungen sind, die in der jetzigen Zeit das Deutschtum zu bestehen hat, desto notwendiger ist es. aus jene Gestalten h.nzusch:uen, die vor hundert Jahren in ähnlich schweren Zeiten geistige Führer des Deutschtums gewesen sind. Zu diesen Gestalten gehört vor allem Schiller. Don ihm könnte man meinen, er sei zu bekannt. Cs wird gerade die Aufgabe der beiden Vorträge fein, die Lic. Robert Goebel auf Einladung der Christengemeinschaft in dieser und in der kommenden Woche hält, auf manches weniger Beachtete in Schillers Gesamtwerk und in ein­zelnen Werken hinzuweisen. Das Thema der beiden Vorträge heißt: ..Der unbekannte Schiller und die Gegenwart". Es soll dabei Schillers Geistesart und auch Schillers Lebensbegegnung mit Goethe geschildert werden. Erster Vortrag am Freitag, 16. Januar; zweiter Vortrag am Freitag, 23. Januar. (Siehe heutige Anzeige.)

- Die Volkshochschule b.ginnt morgen (Freitag) 20 Uhr in der Universität, Hörsaal 53 (nicht Hörsaal 54), wiederum einen neuen Kurs: Eingaben, Gesuche. Protokolle, Berichte, auf den

handelt, indem er ihn an den Haaren packte und ihm ein Büschel auSriß, ein Mitangeklagter anderer Obergefreiter vom gleichen Bataillon hat bei der gleichen Gelegenheit einem Zivilisten ins Gesicht geschlagen. Der erstere erhielt eine Ge­fängnisstrafe von drei Monaten, der letztere eine Geldstrafe von 50 Mark.

Ein Jäger aus Schlitz gab nach der Jagd sein Gewehr, das er zu entladen vergessen hatte, einem Fabrikarbeiter zum Reinigen Dieser hielt eS un­vorsichtigerweise gegen sein zufällig im Zimmer anwesendes Kind, das durch den losgehendeH Schuß getötet wurde. Beide Angeklagte wurden wegen fahrlässiger Tötung z u je zwei Monaten Gefängnis verurteilt, an deren Stelle bei dem Jäger eine Geldstrafe von fünf­hundert, bei dem Arbeiter eine solche von hundert Mark tritt.

Starkenburg.

WSN. Darmstadt, 14. Jan. Als am Diens­tagabend der Zug 670 im hiesigen Hauptbahnhof eingelaufen war, überschritt der 60 Jahre alte verheiratete Oberbahnschasfner Philipp K ü ch- Icr das Gleis 9. Hierbei wurde er von der bereits zum Umseyen in Fahrt befindlichen Loko­motive des Zuges erfaßt und überfahren. Der Unglückliche wurde durch Eindrücken der Schädeldecke und mehrfachen Bruch des rechten Deins so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat.

Keine Kandidatur Adelungs für Mainz

WSN. Darmstadt. 14. Jan. Auf die Mit­teilung, daß dem ratspräsidenten Dr. A d e - I u n g , der seinerzeit Bürgermeister von Mainz war, der Oberbürgermeisterposten von Mainz angeboten würde, erklärt der Staats­präsident, daß, wenn eine solche ehrenvolle Ab­sicht bestünde, er b tten müsse, von einer Derusung seiner Person abzusehen, da er in der gegen­wärtigen Lage nicht ge o men fei, fein jetziges Amt als Slaatsprä, ident au z igebem

In den gestrigen Parleideratungen in Mainz ist eine Entscheidung hinsichtlich der Wahl des Ober­bürgermeisters noch nicht gefallen, doch wird man für möglichst baldige Entscheidung der Angelegenheit mit Rücksicht aus d e bevorstehenden Etatbera.ungen Sorge tragen. Don einem AuS- schreiben der Stelle wird abgesehen.

Amtsgericht Gießen.

Auf dem Gebiete der Reinhaltung der Metzgereien sollte sich die Pächterin einer solchen aus einem Dorfe des Kreises verantwor­ten. Gleich bei Beginn der Verhandlung zog sie es aber vor, den Einspruch, den sie gegen einen ihr zugegangenen, auf 50 Mk. lautendem Straf­befehl erhoben hatte, zurückzunehmen, so daß die Strafe rechtskräftig ist. D-e Anklage ging da­hin. sie habe es geduldet, daß in ihrer Wurst­küche nicht nur gewaschen, sondern in dem Kessel Wäsche auch gekocht wurde. Beides ist selbst­verständlich strafbar, im Interesse der Kon­sumenten. die keinen Einblick in den- inneren Geschäftsbetrieb einer Metzgerei haben und sich unbedingt auf die Zuverlässigkeit und Sauber­keit der Metzger in ihren Betrieben verlassen müssen. Cs ist den Metzgern durch Polizeiverord­nungen und Schlachtordnungen strengstens unter­sagt, in ihren Wurstküchen, irgendwelche Ver­richtungen vorzunehmen, die außerhalb deS Mehgereibetriebs liegen, geschweige denn den Kessel in der genannten Art zu benutzen.

Briefkasten der Redaktion.

E i n Achtzigjähriger. Morgen, Freitag, 16 Januar, begeht der Oberßurschütz i. R. Georg Weber, Rovnstraße 8, in geistiger und körper, lichcr Frische seinen 80. Geburtstag.

50 ^>abrc Maskenverleih. Der In­haber des Masten - Garderobe - Derleihgeschästes Wilhelm Karnbach, Kaplansgasse 27. kann in diesen Tagen auf das 50jährige Bestehen seiner Firma zur-ckblicken. Aus kleinen Anfängen her­an-' entwickelte sich die Firma unter ihrem In­haber so erfolgreich, daß sic heute allen An­forderungen aui ihrem Gebiet gerecht zu werden

Gießen, 14. Jan. Unter Ausschluß der Oefsentlichkcil wurde gegen einen jungen Mann von Grünberg wegen Sittlichkeitsver­brechens verhandelt. Aus der öffentlichen Ur­teilsverkündung ging hervor, daß er ein geistes­krankes Mädchen mit Gewalt mißbraucht hat. Er leugnete, wurde aber durch das Gesamtergebnis der Beweisaufnahme überführt.

Ein trotz feiner Jugend mehrfach wegen Sigen- tumsverbrechens bestrafter Diehschweizer, der zur Zeit in Marienschloh Strafe verbüßt, be­kannte sich gleich nach Beginn der Verhandlung unerwartet des ihm zur Last gelegten Etn- bruchsdiebstahls schuldig. Roch m der letzten Sitzung hatte er geleugnet und erreicht, daß die Verhandlung, um Alibizeugen zu laden, ver­tagt wurde. Das Geständnis erfolgte, weil ihm inzwischen klar geworden war, daß seine Verur­teilung auf Grund der am Tatort vorgefundenen, zu ihm genau passenden Fingerabdrücke erfolgen müsse. Zusammen mit seiner früheren Strafe wurde auf eine Gefamtzuchthausstrafe von zwei Jahren, fünf Monaten und einer Woche erkannt.

Ein Obergefreiter des hiesigen Bataillons hat bei einer Streitigkeit einen Zivilisten mit sei­nem Seitengewehr in den Oberschenkel ge­stochen und einen anderen Zivilisten miß-

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

ft. Sch. Nach unseren Erkundigungen an amtlicher Stelle ist die Fcldbereinigung in ^er betreffenden Gemarkung vollkommen beendet. Sie hätten Ihre Rechte im Laufe des Verfahrens geltend machen müssen. Nunmehr finden auf Obstbäume, die bei der Ucbcrroeifung der Ersatzgrundstücke vorhanden waren, weder das Bürgerliche Gesetzbuch, noch die hierzu erlassenen Ausführungsbestimmungei'. An­wendung, d. h. der Baum darf bis zu seinem na­türlichen Ende an der betr. Stelle stehen bleiben (Art. 36 Abs. 2 des Feldbereinigungsgesettes). Die Vollzugskoinmission hat mit der Angelegenheit nichts mehr zu tun. Wenden Sie sich wegen gütlicher Eini­gung an die betr. Bürgermeisterei. Einer besonde­ren Form bedarf der Vertrag nicht. Es genügt die Einigung über den Preis.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Israelitische Religionsgemeiode. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 17. Januar. Vorabend 4 45 Uhr; morgens 9; Predigt; abends 5.10 und 5.50 Uhr.

Israelitische Religiansgesellschafl. Sabbatfeier den 17. Januar. Freitag abend 4.35 Uhr; Samstag vor­mittag 8.30; Predigt; nachmittags 5.05; Sabbat» ausgang 5.50. Wochengottesdienst: morgens 7; abends 4.30 Uhr. _______

Aus der provinzialbaupistadi Gießen, den 15. Januar 1931. Steuerbefreiung

für neu errichtete Wohngebäude.

Die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930 enthält im Kapitel I des werten Teils (Rea 1 steuersenkungsgeseY) eine Olelbe wichtiger Neuerungen über die D e f r et - ung von Steuern für Wohngebäude, die in der Zeit vom 1. Apnl 19 3 1 bl« 31. März 1 934 bezug sferti S weAn. Für solch« Gebäude tritt Ws zum Ende des Kalender­jahres oder Rechnungsjahres 1938 elne Defreiung von der Grundsteuer der Länder und Gememden, sowie von der Einkommensteuer. Korperscha»ts- fteucr, Vermögenssteuer und Aufbringungsumlage ein. Die obersten Landesbehorden werden er­mächtigt. eine Ausnahme für bie Grundsteuer so cher Gemein e.t zuzu assen, de z i: ti en ttef ni- lichen Teile au« nach dem 1. April 1931 erach­teten und bis zum 31. Marz 1934 gewordenen Wchnungsneubauten bestehen. Für Wohngebäude, die zu landwtrtichastlichrn, forst- wirtscAftlichen oder gärtnerischen Betrieben ge­hören gilt die vorgesehene Befreiung nur mso- weit als der Neubau eine Erhöhung der Steuer zur "Folge haben würde. Die Befreiung findet keine Anwendung auf Gebäpde, Die mit HUse einer Brandent'chädigung errichtet werden, sowie auf Wohngebäude von Siedlerftellen auf Grund des Reichssiedlungsgefetzes. Die Befreiung er­streckt sich neben Den Wohngebäuden auf ihre bebaute Grundfläche und die zugehörigen Hof­räume und Hausgärten; sie ailt jedoch höchsten- bis zum Zwölffachen der bebauten Grundfläche. Ist der Neubau auf Grund eine« Erbbaurechts errichtet, so beschränkt sich die Steuerbefreiung auf das Wohngebäude selbst. Dient ein Gebäude teils Wohnzwecken, teils anderen Zwecken, so gilt Die Befreiung nur für Den Wohnzwecken Dienen- Den Teil. Air Wohngebäude, oder Teile von ihnen, die vor Dem 1. April 1931 bezugsfertig geworden sind», bleibt hinsichtlich Der Steuerpflicht die bisher für die Grundsteuer maßgebend ge- wesene landesrechtliche Regelung aufrecht erhalten.

Die nach Den vorstehenDen Bestimmungen des Realsteuerfenkungsgesehes sich ergebende Steuer­befreiung neu errichteter Wohngebäude gilt nicht nur zugunsten dessen, für dessen Rechnung das Wohngebäude errichtet wird, sondern auch zu­gunsten dessen, der es erwirbt.

Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde.

Am vorigen Montag sprach in einer gemein­samen Sitzung beider Abteilungen Herr Dr. Schliephake (Jena), ein Sohn unserer Stadt, über die bloiogifd)e und Heilwirkung Der kurzen elektrischen Wellen, Die geeignet au sein scheinen, der Behandlung von mancherlei Geschwüren und Infektionskrankheiten ganz neuartige Wege zu weisen. Herr Dr.Dürker hatte für den Vortrag in dankenswerter Weise den Hörsaal feine« vor­bildlich eingerichteten Physiologischen Institutes zur Verfügung gestellt.

Die Erkenntnis, daß ein elektrischer Schwin­gungskreis, Der durch eine genügend starke Wech- felbftromquclle höchster FreguenA in Schwingungen gesetzt wird, dauernd höchstgespannte Energien ausstrahlt, regte den Vortragenden an, dm Ein­fluß vieles elektrischen Feldes auf lebenden Or­ganismus zu erforschen; er berichtete über hoch­interessante Versuche mit Tieren, Die Der Strah­lung im elektrischen Feld ausgesetzt tourDcn. Als (Srregerquelle für den elektrischen Schwingungs- kreis Diente eine in Der Rundfunktechnik gebräuch­liche Senderröhre von 1,5 KW. Thermometrische Messungen ergaben, daß diese Energien größten­teils in Wärme umgcsetzt werden. Sehr bemer­kenswert ist dabei für die Schnelligkeit der Erwärmung die Abhängigkeit der verwendeten Wellenlänge es handelt sich im wesentlichen um solche von 3 bis 15 Meter von der Kon­zentration der Gewebsflüssigkeit. Besonders günftig liegen die Derhültnisie beim menschlichen Blut, dessen Bestandteil an Kochsalz bei Der- Wendung einer 4-Meter-Welie das Maximum Der Erwärmungsmöglichkeit bedingt. Da andere Gewebsflüssigkeiten auf andere Wellenlängen reagieren, kann man durch Veränderung der Wellenlänge nach Wahl Die Einwirkung dieser Strahlen auf gewünschte Teile des Körpers be­schränken. Die weitaus überraschendste Erkenntnis war die, daß Bakterien (z. D. Eiterkokken), Die bei normaler Körpertemperatur Die günstigsten Lebensbedingungen haben, bei gleicher Tempera­tur im elektrischen Feld innerhalb kurzer Zeit absterben. Der Zweck Der Behandlung mit elek- irischen Wellen ist ein mehrfacher: Anregung der Abwehrkräfte durch Erzeugung eines Sjeilfie&rS und Abtötung von Bakterien, deren Zufalls­produkte ein Serum abgeben, das den Organis­mus im Kampf gegen seine Feinde unterstützt.

Vergleichende Untersuchungen mit der Diathermie, durch die Dem Körper auaj elektrische Energie in »Form von Wärme zugeführt wird, aber nicht durch Strahlung und elek.r'.sche Aufladung, sondern durch Leitung, fielen sehr zuungunsten der Diathermie aus, da durch zu hohe Strom­stärken Ha. tverbrennungen auf treten können, ohne daß das Innere des betreffenden Körperteiles genügend erwärmt wird, während die Tiefen­wirkung bei Den kurzen elektrischen Wellen un­vergleichlich höher ist. Therapeut'.s de Erfolge an inneren und äußeren eitrigen Geschwüren und Gelenksentzündungen berechtigen zu Den schönsten Hoffnungen, sogar Die Möglichkeit einer erfolg­reichen Krebsbekämpfung wurde mit aller Vorsicht angedeutet.

Herr Dr. Heuhef erläuterte als Einleitung zu dem Vortrag an Hand w)h'geiungene Experi­mente Theorie und Praxis Der kurzen elektrischen Wellen.

Eine sich anschließende rege Diskussion bewies das Interesse und Den Dank Der Gießener medi­zinischen Fachwelt für Die interessanten, grund­legenden Ausführungen des Herrn Dr.Schliephake.

lyirtzcncr r^ochenmarltpreise.

Es kosteten aus Dem heutigen Wochenmarkt: Butter 120 bis 130, Kochb itter von 100 an, Mat e 30 bis 35, Wirsing 15 6i3 20, Weißkraut, Rot­kraut unD rote Rüben 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Unter Kohlrabi 5 bis 6,

Metzgerei-Eröffnung!

Der verehrten Einwohnerschaft von Gießen, beson­ders den Anwohnern der Frankfurter Straße und Um­gebung. gestatte ich mir hierdurch mitzuteilen, daß ich infolge gütl. Uebereinkommms aus der Metzgerei Gebrüder Jakob auseeschieden bin und am Freitag, dem 16. Januar 1931, eine eigene

Octisen-, Kalbund SchweiDenieß unter besonderer Berücksichtigung feinster Wurat- waren Hriedrlchstraße. Ecke brankf. Stieße, eröffne. Es wird auch fernerhin mein eifrigstes Bestreben sein, meine verehrten Kunden wie seither auf das Beste und preiswert zu bedienen. Ich bitte, mein junges Unternehmen güt zu unterstützen. HochachtungsvoU Metzgerei Jakob, Giefaen Friedrichstraße / Ecke Frankfurter Straße

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