bewegen. Er hatte er bei unserer Ivirtschafts- läge nicht für richtig, einen solchen Eventual- fehlbetrag, der sich jetzt noch in keiner Weise übersehen lasse, durch Steuererhöhungen zu decken.. Er wäre in unserer Lage da» ver- kehrtesle. Steuern aus Vorrat zu schassen, wenn e» dagegen gelänge, eine Reserve durch Ausgabenkürzung zu schassen, so werde er dies sehr begrüßend
Alle Maßnahmen, die die Regierung bei ihrer Wirtschafts- und Finanzpolitik ergriffen habe und noch ergreifen wrrde, haben das Ziel, der Wirtschaft wieder Auftrieb und Rentabilität zu geben und eine mög'.ichst große Zahl Arbeitsloser wieder dem Arbeitsprozeh einzufügen. Q3on den, Erso'g dieser Mahnahmen hänge es ab, ob der gemäßigte Optimismus, der im Haushaltsentwurf zum Ausdruck komme, berechtigt sei. Eine Gefahrenquelle für die öffentlichen Haus-alte liege noch bei den Wohlfahrtserwerbslosen, deren Zahl im Juli 1930 400 000 und im Dezember 1930 597 000 betragen habe. Die Rotverordnungen haben den Gemeinden neue Einnahmequellen verschafft. Auch müssen die Gemeinden zu stärkeren Ausgabensenkungen kommen. Dort, wo trotz aller Anstrengungen in den Gemeinden Schwierigkeiten entstehen würden, müßten zunächst die Länder eingreifen, denen im Zusammenhang mit der Reolsteucrsenkung und der Zuweisung von Haus- zinssteuermitteln Ausgleichsfonds zur Verfügung gestellt seien.
Er werde dem Reichsrat in den nächsten Tagen einen Ergänzungsetat vorlegen, der in der Hauptsache Stellenabsetzungen bei den Ministerien bringe. Das Kabinett habe nämlich beschlossen, daß der Personal st and der Ministerien um mindestens 10 v. H. verringert werden müsse. Mit di.ser Verringerung werde durch Stellenabsetzungen in diesem Crgänzungsetat der Anfang gnnacht.
Zum Schluh seiner Ausführungen unterstrich der Minister Dietrich noch einmal, wie sehr der Reichshauehalt von der Wirtschaftslage abhängig sei. Die Schwierigkeiten kämen aber nicht nur vom Weltmarkt und der Weltwirtschaftskrise her, sondern noch in verstärktem Maße vom Inland her. Daher müsse es eine Hauptsorge sein, den Inlandsmarkt zu beleben. wer heute in der Presse gelesen habe, wie stark der Lisenab'ah im Inland zurück- gegangen sei, während sich die Ausfuhr noch leidlich gehalten habe, müsse über diese Entwicklung erschrecken. Es habe daher keinen Zweck, den Reich-Haushalt mit Gewaltmitteln zu beeinflussen; es sei vielmehr notwendig, den übertriebenen, oft nicht gerechtfertigten Pessimismus im deutschen Volke zu bekämpfen, wenn an ollen Ecken und Enden immer nur geunkt werde, verliere das Volk noch den letzten Rest seines Mutes. Auf einen Zwischenruf des kommunistischen Abg. Sloecker erklärte der Minister, daß er sich nicht für eine Erhöhung der Steuern, auch nicht der Umsatzsteuer aussprechen werde. Besonders die Erhöhung der Umsatzsteuer würde eine untragbare Herabdrückung der Lebenshaltung der deutschen Bevölkerung herbei- führen.
Beginn der Aussprache.
Abg.Hergt (Du.) vermißte in der Rede des Finanzministers eine genügende Würdigung der Tendenz des Riederganges der gesamten deutschen Wirtschaft, was um so bedauerlicher sei, als dieser Riel^rgang in eng ft cm Zusammenhang mit den untragbaren Vounglasten stehe. Aus diesem Grunde wandte sich der Redner auf das entschiedenste gegen die Folgerungen, die der Minister in seiner ; Rede zum Ausdruck gebracht habe. Die finanzielle ‘ Lage sei katastrophal. Die Verschlechterung des x Vermögensstandes des Reiches sei ungeheuerlich. Der Regierung sei der Vorwurf zu machen, daß sie dem Auslande gegenüber diese katastrophale Entwicklung der deutschen Finanzen nicht deutlicher und eindringlicher betone.
Abg. Dr. Reubauer (Komm.) war gleichfalls der Ansicht, daß der Riedergang der Finanzen und der Wirtschaftslage Deutschlands zur Katastrophe geworden sei. Die Wittelchen, die zur Linderung der Krise angewandt worden seien, seien verpufft und hätten sich als völlig unzureichend erwiesen. Die Preisabbauaktion sei gescheitert.
Hierauf wurde die allgemeine finanzpolitische Aussprache auf Donnerstag vertagt.
Berliner Echo.
Berlin, 15. Han. (Eige. e Meldung. ERB.) Zu dcr gestrigen Rede des Reichssinanzmini- stcrs im Haushaltsausschuh über die Gestaltung des Re'.chsetats schreibt der „Vorwärts" (soz.): Die Rede vcrivochte die Schwächen des Haushaltsplans für 1931 nicht zu leugnen, sie rückte sie aber nach besten Kräften unters Verkleinerungsglas und suchte über den Rest, der auch so noch zu tragen blieb, mit dem ^.gemäßigten Optimismus"' hinwegzukcmmen, zu dem Herr Dietrich sich bekannte. Dieser ..gemäßigte Optimismus" mag gelten, aber droAnden Gefahren soll man rechtzeitig v or be u- g e n.. Wir haben nun genug Lehrgeld be - »V o s s. Z t g." (älllstein) unterstreicht die Aolehnung neuer Steuern und gibt Der Ansicht Ausdruck, daß bei dec anerkannten Bedeutung der öfsentlichen Finanzen als der wahren Grundlage aller Wirtschaft die beruhigende und belebende Wirkung vielleicht noch größer sein würde, wenn di« Einnahmeseite mit etwas besseren Reserven ausgestat- tet wäre. — Die „D. A. Z." (DVP.) betont, bah Grund zu neuen oder verstärkten Befürchtungen nicht gegeben sei, weder in materieller Beziehung noch auf dem Gebiete des Vertrauens und des Kredites. Was Minister Dietrich vor- zutragen hatte, sei so unerfreulich gewesen, wie es der schlechten Wirtschaftslage entspreche. — Die „Deutsche Tageszeitung" (Landbund) bezeichnet es „als «inigermahen schwer, die Terechtigung eines auch nur gedämpften Optimismus aus dem Heb erblick über die getätigte und geplante Finanzpolitik des Reiches hc rauszulesen'. — Der .Tag" (Hugenberg) ist dcr Ansicht, dah die Männer, die im Voung- plan den Ausgangspunkt einer besseren Zukunft sahen, niemand davon überzeugen konnten, daß sie Führer aus der gegenwärtigen furchtbaren Depression seien.
Senfuiw der Lisenpmse ab 1. Januar 1931.
Ein Beschluß des Gtahlwerksverban-s. — Selbstkostenlnfls und öffent iche Hand.
Düsseldorf. 14. Han. (TU.) Die Eisenindustrie verbreitet eine längere Erklärung, aus der sich ergibt, daß für alle ab l.Hanuar 1931 getätigten Abschlüsse eine Ermäßigung der Eisenpreise um durchschnittlich 11,50 b i s 12 Mark eintritt. In der Erklärung heißt es u. a.: Hn der Erkenntnis, dah die gesamte deutsche Wirtschaft sich in einer Selbst- kostenkrise befinde und das deutsche Preisniveau in seiner Gesamtheit unhaltbar sei, hatte die Eisenindustrie i m Huni v.H. ihre Preise über das Ausmaß der erstarrten Lohn- und Gehaltsbeträge hinaus ermäßigt und ein sichtbares Zeichen zum Preisabbau auf breiter Front gegeben. Die Eisenindustrie hatte damals gleichzeitig betont, dah auch andere Wirtschaftsgruppen diesem Beispiel folgen müßten und daß diesen Maßnahmen der Privatwirtschast jedoch nur dann ein nachgiebiger Erfolg beschieden sein könne, wenn die öffentliche Hand die Erfolgsmöglichkeiten nicht durch zusätzliche Belastungen durchkreuze, sondern sie durch tatkräftige Hnangrisf- nahme der seit Hahren verlangten Ausgabesenkungen unterstütze. Erst als einige Zeit später sich auch die Reichsregierung für einen allgemeinen Preisabbau einsehte, begannen auch an anderen Stellen Selbstkosten und Preise nachzugeben. Ausmaß, Tempo und Wirkung dcr bisherigen Preissenkungen konnten des
halb nicht allen Erwartungen gerecht werden, weil die von der öffentlichen Hand bestimmten Unkostenfakloren fast ausnahmslos unverändert blicben, oder sogar gestiegen sind. Das gilt für Steuern und Werkstarife, wie auch für Soziallasten und Frachten, linier diesen Umständen und auch im Hinblick auf die unveränderten Tr i b u t v e r p f l i ch t un- gen verblieb für die notwendige Selbstkostenentspannung nur ein beschränkter Spielraum. Die erforderlichen Lohnsenkungen konnten nur unter den größten Schwierigkeiten und unzureichend durchgeführt werden. Auch die K oh- len l ö h n e sind zur Enttäuschung der Industrie nicht in einem der vor angegangenen Kohlen- Preissenkung entsprechenden Umfang herabgesetzt worden. Wenn die Eisenindustrie sich jetzt dennoch entschlieht, innerhalb eines halben Hahres ihre Preise zum zweiten Male, und zwar in einem erheblichen Ausmaß, zu ermäßigen, so geschieht das aus der Erwägung heraus, preislich das Möglichste zur Wiederbelebung der Wirtschaft zu tun. Die Eisen- Preise liegen nunmehr trotz der seit 1925 durch staatliche Maßnahmen bewirkten starken Selbstkostensteigerungen durchweg unter denjenigen Preisen, die bei der Reugründung der Syndikate nach der Stabilisierung der Währung festgesetzt wurden.
9er Konflikt in der Mrlschastspartei.
Austritt Eoloffers. - Oie sächsischen Wahlkreise gegen den Parieivorstand.
Berlin, 14. Jan. (BDZ.) Die Versuche sächsischer Wahlkreisorganisationen der Wirtschaftspartei und des Abg. Ladendorff, den Austritt des Abg. Colosser aus der Partei zu verh.ndern, sind gescheitert. Abg. Colosser hat nunmehr seinen Austritt auf der Partei erklärt in einem Schreiben an das für Donnerstag einberufene Parteischiedsgericht. In dem Schreiben heißt es:
„Ich habe Ihre Einladung zur Sitzung des „K ö p f u n g s a.u s s ch u s s e s" erhalten. Ich darf annehmen, daß Ihnen die gestellte Ausgabe sicher recht peinlich ist, und will Sie deshalb von derselben befreien. Es dürste immerhin ein Novum sein, daß man den Aufzeiger der üblen Verfehlungen köpfen will, während man demjenigen, der sie begangen hat, noch obendrein ein Vertrauensvotum konstruiert. Als einziger Grund, der zur Rechtfertigung dieses sog. Ausschiußverfahrens dienen soll, ist in Ihrer Zuschrift an mich der genannt, vaß die Presse von den Vorgängen erfahren hat. Ich empfinde das heute als sehr gut. Durch die Arbeit der Presse, die Ent- scheidungen der Parteibehörden und ihre merkwürdigen Veröffentlichungen und durch die Verlautbarungen der sächsischen Parteipresse ist doch vor der breiten Oeffentlichkeit festgestellt, daß eine Mehrheit der Verantwortlichen der Wirtschaftspartei kein Reinigungsbedürfnis hat, denn um Reinheit und Sauberkeit geht mein Kampf. Da ich aber noch Reinlichkeitsgefühl besitze, so scheide i ch hiermit aus der Partei aus. Mir genügt die Tatsache, daß ein Prüfungsausschuß nach mehrmonatiger gewissenhafter Arbeit, wenn auch angesichts der Ermittlungen in noch so schonender Form, festgestellt hat, daß meine
nur zum Teil bekanntgewordenen Behauptungen im wesentlichen wahr sind und daß infolgedessen nach Ansicht des Prüfungsausschusses Drewitz wird verschwinden müssen "
Abg. Colosser will nach seinem Ausscheiden aus der Wirtschastspartei seinRcichstagsman- dat weiter aus üben, zunächst als Fraktionsloser. Dom Parteivorsitzenden der Wirtschaftspartei, dem Abg. Drewitz, wird erklärt, er habe bereits Strafantrag gegen den Abg. Colosser und den Sohn des bisherigen Parteigeschäftsführers Dannenberg gestellt, weil er in ihnen die Verbreiter der ihn beleidigenden Behauptungen erblicke. Er werde auch gerichtlich gegen die Zeitungen Vorgehen, die die ^kannten Beschuldigungen gegen ihn Liedergegeben hätten. Ter Parteivvrstand habe ihn zunächst an einer gerichtlichem Austragung des Konfliktes gehindert; erst der Reichsausschuh habe ihm auf sein Verlangen freie Hand gelassen, seine Beleidiger vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen. Das werde jetzt geschehen. Die drei sächsischen Wahlkreise der Wirtschaftspartei haben auf einer Tagung am 11. Hanuar in Dresden unter Hinweis darauf, dah die öffentliche Erörterung deS bedauerlichen Führerstreiis für die Partei untragbare Formen angenommen habe, vorn Parteivorsihenden Drewitz den freiwilli- genRücktritt verlangt. Drewitz hat Lies abgelebt. Die drei sächsischen Wahlkreise brechen nunmehr, wie von der Geschäftsstelle des Wahlkreises Ostsachsen der Partei mitgeteilt wird, in vollkommener Einmütigkeit die Beziehungen zur Reichsparteileitung ab.
Wie-ergewährungderKin-er- zuschläge in Hessen.
Beschluß des Finanzausschusses.
WHP. Darmstadt, 14 .Han. Der Finanzausschuß stimmte einem Antrag des Abg. Dr. Werner (Rat.-Soz.) zu, der verstärkte Förderung der Landwirtschaft durch Maßnahmen der Reichs- und Landesregierung, insbesondere auch Förderung bc£ Absatzes und Schutz der heimischen Produk.ion verlangt. Von der Regierung wurde erklärt, dah man nunmehr behördlichen Druck ausüben wolle, um die vom Milchhandel in manchen Städten zugesagte aber in der Praxis nicht durchg führte M i l ch p reisse n l u n g zu erreichen. Ein Antrag^Dr. Werner (Rat.-Soz.) zur Tabaksteuer wird durch die Rotverordnung vom 1. Dezember 1930 für erledigt erklärt.
<ur Wiedergewährung der Kinderzuschläge für die Kinder vom 16. bis 21. Lebensjahr lagen mehrere Anträge der Parteien vor. Die Abstimmung ergab die Ablehnung des vo klpar etliche" Antrag.s die Kindcr'u ag:n entsprechend den R.ichssätzen Im früheren Hm'iang wieder zu gewähren. Der Ausschuh beschloß entsprechend einem Antrag der Koalitionsparteien, den Äinbern über 16 Jahre bis zum 21. Lebensjahre vom 1. Februar 1931 ab wieder di e allgemeinen Retchssätze äu gewähren. Den Beamten, die einen infolge der Kinderzahl erhöhten Satz des Kinderzuschlags haben, wird dieser Satz belassen. Annahme sand noch ein Zusatzantrag Kaul (Soz.): „Für Kinder über 16 Jahre wird ein Kindev- zuschlag nur in Höhe der tatsächlichen, nach,- zuweisenden Kosten für Berufsausbildung, jedoch nicht mehr als 20 Mark monatlich, gewährt." — Gegen die Annahme stimmten der Landbund und ein Teil der sozialdemokratischen Ausschußmitglieder. — Ein Antrag Sturm- f e l s (Soz.), Kinderzuschläge nur an Beamte mit einem Grundgehalt bis zu 5000 Mark zu gewähren, verfiel der Ablehnung.
Aus aller Welt.
Schweres Erdbeben in Mexiko.
Nach einer Meldung aus Mexiko verursachte ein starkes, lang andauerndes Erdbeben am Mittwoch- abend in Veracruz große Panik. Auch andere Städte des Staates Veracruz melden Erdstöße. In der Stadt Mexiko gng dem Erdbeben eine drei- tägige ungewöhnliche Kälte mit Schnee, der in der Stadt Mexiko nur selten fällt, voraus. Das Erdbeben wird nach den bisher vorliegenden Berichten als d a s s ch w e r st e bezeichnet, daß man feit jenem großen Beben im 9uni 1911, bei dem In
41 Städten über 2000 Menschen umkamen, erlebt hat. Das Epizentrum des Bebens war in der Nähe der Stadt Matamorasyzucar, südöstlich von Mexiko Stadt, im Staate Puebla. Der Seismograph in Mexiko Stadt versagte, nachdem er das Beben vier Minuten lang ausgezeichnet hatte. Es scheint, als ob das Erdbeben den Rio Panuco entlang gelaufen ist. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Bisher sind ein Toter und vier Verletzte gemeldet. In Mexiko Stadt brachen an mehreren Stellen Brände aus. In Tampico stieß eine Anzahl Tramwagen zusammen.
Neues Erdbeben In den Anden.
Die von ben Cordilleren umschlossene argentinische Provinz Tarapaca Im Nordwesten des Landes, wo am 24. Dezember v. I. die Stadt Poma durch ein Erdbeben zerstört wurde, ist von neuen folgenschweren Erschütterungen heim- gesucht worden. In dem einige Kilometer nördlich von Poma gelegenen Städtchen (5 ob re s wurden zahlreiche Häuser mit Erntevorräten und Viehbeständen zerstört. Der Schrecken, den das mitten in der Nacht einsetzende heftige Erdbeben unter den Bewohnern verbreitete, wurde dadurch zur Panik gesteigert, daß ein Steinregen und ein Strom kochenden Wassers über die Stadt herein- brach. Die Zahl der Opfer steht noch nicht fest.
Die graue Gefahr.
Der Rebel, der mit geringen Unterbrechungen bereits seit Sonntag über dem Hamburger Hafen und der Unlerelße bis weit über die Rordsee hinaus lagert, hat sich Ln Laufe der Rächt noch verdichtet. Er macht jeden Schiffsverkehr unmöglich. Seit über 24 Stunden hat kein Seeschiff mehr den Hamburger Hafen Der» lassen. Die Sichtweite beträgt stellenweise keine 50 Me t er. Zahlreiche Schisse aller Größen und Rationalitäten hüben auf der Elb' An er geworfen oder warten im Hamburger Hasen bzw. auf der Cuxhavener Reede besseres Wetter zur Wei- terfahrt ab. Im ganzen dürften etwa 40 Seeschiffe durch den Rebel aufgehalten werden.
Ein Opfer der GPU.
Der Leiter der Leningrader Riederlassung der schwedischen Kugellag rfabrifen, Freiherr von Reutlinger, hat im Leningrader Gefängnis Selbstmord verübt. Ec war bereits im Rovember vorigen Jahres verhaftet worden, angeblich wegen industrieller Sabotage. Obwohl schwer krank, wurde er in einer feuchten Zelte des Spatem aja-Gesäng- nisses untergebracht und von jeder Verbindung mit der Umwelt abgeschlos- s e n. Die Generaldirektion der Kugellagerfabri» ken in Göteborg bestätigt, dah Ingenieur v. Rcui- linger auf unbestätigte Gerüchte hin verhaftet worden ist und sich in der Verzweiflung da- 6eben genommen hak. Da et russischer
Untertan ist, konnte das schwedische flntew nehmen nichts für ihn tun.
Feldwebel Fahlbusch einem Herzschlag erlegen.
Der auS den sogenannten Feineprozessen bekannte Feldwebel August Fahlbusch, der sich bei Verwandten in Osterholz-Scharm deck bei Bremen aufhielt, ist plötzlich gestorben. Er wurde Mittwoch vormittag in der Kabine eines Motorbootes, in dem er die Rächt Angebracht hatte, tot aufgefunden. Der Tod ist anscheinend durch Herzsch'ag eingetreten. Fahlbusch war während der Jnflalionszcit nach den Vereinigten Staaten ausgew ändert und dort Farmer geworden. 3m Verfolg der Abwicklung der Fememordprozesse hat das Deutsche Reich die Auslieferung Fclhl- buschs verlangt, der auch von den Vereinigtan Staaten ftattgegeben wurde. Er wurde damals verhaftet und nach Erlaß der Amnestie im Sommer des vergangenen Jahres wieder freigelassen.
Auflösung
der Stolberglvernigerodeschen Vibliolhek.
Die Fürstlich Stolbergsche Bibliothek in Wernigerode, die mit ihren 120000 Bänden zu den größten Büchersammlungen in Deutschland gehört, steht vor der Auslösung. Verhandlungen schwebten über die Möglichkeit, sie dem Staat geschlossen zu erhalten oder zu verkaufen. Nunmehr ist die Notwendigteit eingetreten, sie aufzulösen: das soll jedoch in der Form geschehen, daß einzelne Abteilungen insgesamt verkauft werden. Die vier Jahrhunderte alte Bibliothek umfaßt die zweitgrößte deutsche B i b e l s a m m l u n g mit etwa 3500 Bänden. Am wichtigsten sind mit 6250 Bänden die hymnologische Abteilung und mit 1130 die Handschriftenabteilung, deren größter Schatz dasLochheimerLiederbuch ist. Man hat versucht, dieses herauszunehmen, um es Deutschland zu erhalten. Keines der in Betracht kommenden Institute war fähig, die dafür erforderlich« Summe aufzubringen.
Ein Bruder des Schmugglerkönig, Iack Diamond verhaftet.
Der amerikanische Staatsangehörige John Diamond wurde in Steinach am Brenner fest genommen und der LandespoliHei übergeben, da er von den amerikanischen Behörden wegen einer beim Alkoholschmuggel angeblich begangenen Gewalttat gesucht wird. Diamond, der vorgibt, der Bruder des amerikanischen Alkohol- schmugglerkonigs zu sein, hat vor einigen Wochen Anker ika verlassen und Frankreich, Deutschland und Oesterreich bereist. Von Wien aus hatte er sich nach Innsbruck begeben, um über den Brenner nach Italien zu reisen. Er gibt ohne weiteres zu, Alkoholschmuggler zu sein. Sollten die amer'.kanis''en Behörden seine Auslieferung nicht fordern, so wird er über die österreichische Grenze abgcsch-oben werden.
Geh. Kommerzienrat von Sedlmayer f.
Die Münchener Brauindustrie hat eine ihrer bekanntesten und bedeutendsten Persönlichkeiten verloren. Wenige Wochen vor der Vollendung seines 80. Lebensjahres ist Geh. Kommerzienrat Dr. Gabriel Pitter v. Sedlmayer von der Großbrauerei Franziskaner Leistbräu aus dem Leben geschieden.
Oie Wetterlage.
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* Schnee a Graupeln. 3 Neoei K Gewitter,(g) windstille, o «W «icnter Os! jS nissiger Südsüdwest q Sturmöcnei Nordwesl Sie Piene theflen mit dem wurde Die oeiden Stationen stenenden Za* <en oeben die Temperatur an. Die Limen veromdtn Orte mit (jlci<hen> iuf Meeresmveau nmoerechnetee Luftdruck
'Lvettervo raussage.
Durch den Einfluß der Rordmeerstörung wurde der hohe Druck über den. britischen Inseln bereits wieder abgebaut und südöstlich nach der Biskaya, Frankreich und Süddeutchland verdrängt. Mildere ozeanische Lust gelangt infolgedessen nach dem Festlande, welche zur Abschwächung des F;v- stes führen durfte. Oluyer starker Bewölkung oder Dunftbildung treten zeitweise Riederschläge auf, die meist als Schnee niedergehen.
Aussichten für Freitag: Frost, im allgemeinen leichte Abschwächung, meist bewölkt oder dunstig, zeitweise Schneefälle, westliche Winde.
Lufttemperaturen am 14. Januar: mittags —0,6 Grad Celsius, abends —2,1 Grad; am 15. Januar: morgens —9,4 Grad. Maximum —0,2 Grad, Minimum —11,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 14. Januar: abends —1,2 Grad, am 15. Januar: morgens —1,4 Grad Celsius. — Niederschläge 2,5 mm.
Amtliche Vintersportnachrichteu.
Vogelsberg, Hoherodskops: Klar, — 9 Grad, 25 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut — Herchenhainer Höhe: K'ar, — 6 Grad, 15 bis 20 cm Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut.
Dauerland, Winterberg: Bewölkt, — 8 Grad, 38 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut.
Schwarzwald, Feldberg: Bewölkt, — 7 Grad, 30 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Be. wölkt —4 Grad, 13 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut


