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Tgm. Friedberg T. u. Spo. Butzbach 9:2 (4:2); Tv. Großen-Linden Mtv. Gießen 2:9 (1:7).

Tg. Friedberg I TV. 1846 Gießen I 6:4 (5:2).

Die Gießener, die schon ersatzgeschwächt das Dorspiel verloren hatten, konnten auch diesmal nicht komplett in Friedberg.antreten. Mittelstür­mer und Mittelläufer fehlten. Besonders das Fehlen von Krämer machte sich sehr stark bemerk­bar. So kam es, daß die Friedberger bei aus­geglichenem Feldsviel in der ersten Halbzeit, be­dingt durch die Unsicherheit der 1 Biber, 5:2 in Führung gehen konnten. Dach -der Pause erhöhten sie sogar auf 6:2. Dann aber drängte Gießen unaufhaltsam. Die Friedberger kamen kaum mehr aus ihrer Spielhälfte heraus. Zwar konnten die Einheimischen noch zwei Tore aufholen, doch langte es infolge vielen Schuhpeches und der vielköpfi­gen Friedberger Verteidigung nicht mehr zum

Ausgleich. Mit dem Verlust dieses Spieles sind die Hoffnungen auf die Gruppenmeisterschaft ziem­lich in die Ferne gerückt. Friedberg wird aller Voraussicht nach den ersten Platz halten.

Tenniöabteilung beer T.D. v. 1846.

Die im August gegründete Abteilung hat eine gute spielerische Entwicklung zu verzeichnen. Es wurde sehr eifrig geübt. Turniere wurden aus­getragen in Butzbach mit dem Ergebnis 3:3 und 6:4. Zu einem schönen Erfolge gestaltete sich der Klubkampf gegen Tv. 1860 Frankfurt, den die 1846er verstärkt durch zwei Butzbacher Spieler 10:6 gewannen, ihn auch im Winter nicht ganz ein­zurosten. wird in der Turnhalle ein Hallentrai­ning eingerichtet, das besonders den Anfängern die Künste des weißen Sportes etwas näher­bringen soll. Außerdem ist ein Blitzturnier in der Dolkshalle geplant.

Wirtschaft.

Kanada erhebt Oumpingeinfuhrzölle.

Ottawa, 12. Okt. (WTB.) Einer Kabinetts­order zufolge sind von jetzt ab alle Waren, die aus einem LandemitentwerteterBaluta cingeführt werden, mit einem Dumpingzoll zu belegen. Durch diese Maßnahme wird insbesondere die Einfuhr von Waren aus Italien, Spanien, Däne­mark, Norwegen, Schweden und der Tschecho­slowakei betroffen.

»

* Schade & Füllgrabe, Frankfurt a. M. Die Lebensmittelgroßhandlung Schade & Füllgrabe, Frankfurt a. M., erzielte im Ge­schäftsjahr 1930/31 einen Bruttogewinn von 813 773 Mark (586 577), aus dem nach Abzug der Abschreibungen und Steuern einschl. Vor­trages ein Reingewinn von 175 515 Mark (197 795) verbleibt. (3m Vorjahre 10 Prozent Dividende.)

Oer frankfurter Effektenfreiverkehr.

Frankfurt a. M., 12. Okt. Zu Beginn der neuen Woche war die Tendenz im Telephonverkehr von Bureau zu Bureau f e ft e r. Die Umsatztätigkeit hält sich nach wie vor in recht bescheidenen Grenzen. Zurückhaltung ging heute in der Hauptsache von der Rede Schachts auf der Harzburger Tagung und von den Kombinationen, die man hieran knüpfte, aus. Gegenüber dem Samstag nannte man Kurse, die Steigerungen um 2 bis 3 Prozent aufwiesen, wobei Spitzenwerte die Führung inne­hatten. Angebot kommt nur in sehr kleinen Um­fange heraus, da das Ausland nicht als Ab- g e b e r auftreten kann. Man kann wieder die Beob­achtung machen, daß das Publikum geneigt ist, Pfandbriefe und andere Festverzinsliche abzuftoßen, um dafür Aktien mit hohem Kurswert einzutaufchen. Infolgedessen hörte man für Pfandbriefe eher schwä­chere Kurse.

Ausgesprochen fest in Berlin.

Berlin, 13. Okt. (WTB. Drahtmeldung.) Da auch heute bei den Banken wieder verschiedene Kauforders vorlagen, war die Stimmung im Verkehr von Bureau zu Bureau schon von den ersten Vormittagsstunden an ausgesprochen fest. Der Hauptgrund dieser Bewegung war das weitere Bestreben, in Sachwerte hineinzukommen, zumal noch in den letzten Tagen auf Grund der Steuer- omncftic verschiedene Geldbeträge frei geworden fein dürsten. Bei den weiter kehlenden Auslandverkäufen trat die Enge der Märkte noch stärker in Erschei- nunfl, und es ist nur bedauerlich, daß die Kundschaft über den Freiverkehr durch die Presse nicht unter­richtet werden darf, weil dadurch für sie die Mög­lichkeit einer Kontrolle, ob ihr günstige Kurse an- gerechnet werden, vollkommen fehlt. Die poli­tische Unsicherheit hinsichtlich der heutigen Reichstagseröffnung hatte keinen Einfluß auf die Tendenz, ebenso störte es wenig, daß seitens der

Auslandbörsen Anregungen fehlten. Die überraschend gekommene Abdankung des preußischen Finanz- Ministers war sogar eher mit ein Grund für die vergrößerte Effektennachfrage. Bis zur Wiederbesetzung des Postens des Finanzminifters wurde der Minister für Handel und Gewerbe Dr. Sch reibet mit der Leitung der Geschäfte beauf­tragt. Während Aktien zu bis zu 1 bis 2 v. H. über gestern liegenden Kursen gesucht waren, lagen Pfand, briefe nur etwa behauptet und Anleihen sogar eher schwächer. Aus Bankkreisen erfährt man, daß die Zeichnungseingänge auf die neue steuerfreie Reichsbahnanleihe ganz zufrieden- st e l l e n d sind. Es wurde heute seitens der Deut­schen Reichsbahngesellschaft nochmals darauf hinge- roiefen, daß der Zweck dieser Emission der wäre, Arbeit und Brot für die Arbeitslosen zu schaffen. Die scharfen Devisenvorschriften in Oesterreich und die gesperrte Ausfuhr des Schillings hatten schon gestern international zu einer Besserung der Devise Wien geführt. Ergänzend teilt die Oesterreichische Nationalbank noch mit, daß unter den nach der De- visenverordnung bei ihr angemeldeten Auslandgut- Haben nur Guthaben bei ausländischen Bankenfirmen und sonstigen Kreditunternehmungen zu verstehen sind. Heute wird die Situation für die Oesterreichifche Notionalbank auch deshalb noch günstiger beurteilt, weil die BFZ. nun auch den 190-Millionen-Schilling. Kredit um drei Monate verlängert hat. In Londoner Finanzkreisen wird erwartet, daß auch die Süd- asrikanischeUnion gezwungen sein wird, dem Beispiel von Rhodesia zu folgen und den G o l d - standard zu suspendieren. Die internatio­nalen Devisenmärkte lagen heute sehr ruhig und ohne große Beränderungen.

Oie gestrigen Auslandsbörsen.

An der Londoner Börse war die Grund­tendenz gestern bis zum Schluß zuversicht - l i ch, doch neigten die Kurse im allgemeinen zur Schwäche.

Die Stimmung an der Amsterdamer Börse blieb lustlos, das Publikum fehlte fast gänzlich am Markte.

An der Pariser Börse wurde nach un- s che er Eröffnung d'e Stimmung später freund­licher, die Kurse zogen zum Teil stärker an.

Am internationalen Devisenmarkt lag das Pfund ziemlich stabil bei 3,88 gegen den Dollar. Dur in Amsterdam konnte cs sich auf 9,57 befestigen, da man einen Sieg der Konser­vativen Partei bei den kommenden Wahlen er­wartet. Infolge des gestrigen Feiertages in Aeuyork ist der Devisenmarkt durch das Fehlen von Meldungen aus Aeuyork sehr ruhig, größere Veränderungen sind kaum zu verzeichnen. Sehr schwach liegt Helsingfors mit 191 gegen das Pfund, nachdem es sich am Samstag noch auf 160 gestellt hatte. In Amsterdam war die Reichs­mark im Zusammenhang mit der Harzburger

Tagung und den Erklärungen Dr. Schachts recht schwach, sie ging auf 56.75 nach 57,50 am Samstag zurück; auch in der Schweiz wurde die Reichsmark mit 117,75 gegen 118.50 niedriger be­wertet, während sie in London mit 16,68 kaum verändert war.

Wiedereröffnung der Kopenhagener Wertpapierbörse.

Kopenhagen, 12. Okt. (WTB.) Die hiesige Wertpapierbörse, die seit dem 21. Septem­ber geschlossen ist, wird am Donnerstag, 15. Oktober, wieder geöffnet werden.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

Banknoten.

12.Of ober

13.Oktober

Sinnliche CRohening

Amtliche Notierung

Seid

Sriet

Geld

Sricf

Helstngfor» .

8.99

9.01

8.49

8.51

Wien. . . .

54.45

54.55

54.95

55,05

Prag . . .

12.468

12.488

12.467

12.487

Budapest . .

73.28

73.42

73,28

73,42

Sofia . . .

3.072

3.078

3,072

3,078

Holland . .

170.33

170.67

170,53

170.92

£«lo ....

92.91

93.09

92,91

93.09

Kopenhagen.

93,16

93,34

93.16

93,34

Stockholm

97.40

97,60

97,90

98.10

London. . .

16.30

16.32

16.30

16,34

Bueno- Aires

0,873

0,877

0,913

0,917

SReunort . .

4.209

4,217

4.209

4.217

B rüffel. . .

59.04

59,16

59.04

59,16

Italien. . .

21,63

21,67

21.63

21,67

Bari« . . .

16.67

16,71

16,67

16,71

Schweiz . .

82.52

82.68

82,59

82.68

Spanien . .

37,91

37,99

37,86

37.94

Danzig. . .

82,07

82.23

82.27

82.43

Japan . . .

2,078

2,082

2,078

2,082

Rio ve Ian..

0,214

0,216

0,219

0,221

Jugoslawien.

7,473

7.487

7,473

7.487

Lissabon . .

14,84

14,86

14,84

14,86

Srrlin, 12 Ol ober

Geld

Dries

-Ämerllauitche Noten'.......

4.20

4,22

Belgische Noten.........

58.88

59.12

Dänische Noten.........

92.96

93,34

Englische Noten.........

16.26

16,32

Französische Noten........

16.66

16,72

Holländische Noten........

169.96

170,64

Italienische Noten........

21.66

21.74

Norwegische Noten........

92.71

93,09

Deutsch-Leslerreich, 1 100 Schilling

54.24

54,46

Rumänische Noten........

2.51

2.53

Schwedische Noten........

97,21

97,59

Schweizer Noten.........

82,34

82,66

Spanische Noten.........

37,72

37.88

Ungarische Noten........

72,75

73,15

Rindermarkt in Gießen.

Auf dem heutigen Rindermarkt standen 865 Stück Großvieh, 80 Stück Fresser und 223 Kälber zum Verkauf. Es kosteten Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 350 bis 430 Mark 2. Qualität 250 bis 320 Mark, 3. Qualität 150 bis 200 Mark Schlacht­kühe 50 bis 300 Mark, Rinder, bis Xjährig, 70 bis 130 Mark, bis 2jährig 100 bis 200 Mark, tragend 200 bis 380 Mark, Kälber, das Pfund Le- bendgewicht 30 bis 36 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverkauf: sehr schleppend, etwas Ueberftand.

Gießener Wochenmarktpreise.

Cs kosteten aut dem heutigen Wochenmarkt: Butter 120140, Pf. das Pfund, Kochbutter von 110 Pf. an das Pfd., Matte 3035 Pf. das Pfd., Eier 1112 Pf. das Stück, Käse 10 Stück 60 bis 140 Pf., Wirsing 810, Weißkraut 67, Rot­kraut 810, Gelbe Rüben 810, Rote Rüben 810, Spinat 2025, Römischkohl 810, Dohnen 15-25, Anter-Kohlrabi 56, Rosenkohl 25-30, Feldsalat 810, Tomaten 2530, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 3570. Kürbis 56, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln 3,54, Falläpfel 34, Aepfel 810, Dirnen 815, Dörrobst 3035, Preisel­beeren 3035, "Brombeeren 3035, Pfirsiche 40 bis 60, Zwetschen 810, Honig 4050, Aüsse 25 bis 30, Junge Hähne 90100, Suppenhühner 80 bis 100, Gänse 90100 Pf. das Pfund, Tauben 5060, Blumenkohl 3070, Salat 1015, Salat- gurken 1525, Endivien 1015, Ober-Kohlrabi 810, Lauch 5-10, Rettich 1015, Sellerie 10 bis 40 Pf, das Stück, Radieschen 1015 Pf. das Bund, Kartoffeln 2,803,00, Aepfel 46, Weih­

Wenn MrrrMen auseinandergehtt

Roman von I. Schnewer-Joerstl.

Urhebcrrechtsschutz V e r l a g O. M e i st e r, Werdau.

10. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Dieses Jahr tarnen Aga und Rosrnarie nicht nach der Steppe. Rosrnarie hatte sich bei einem Ausflug das rechte Fußgelenk verletzt. Die Hei­lung war langwieriger, als der Arzt gehofft hatte. Den halben Sommer über muhte die Sechzehnjährige stille liegen, und als es ihr endlich erlaubt war, aufzustehen, ging es nur mit Mühe und auf zwei Stöcke gestützt. Es war eine harte Geduldprobe für das Kind.

Auch Grohmutter Horvath wartete vergebens auf den Enkel. Er weilte in Amerika und schrieb, er würde auch noch den folgenden Winter über dort bleiben. Er sei Verträge eingegangen, die er nicht lösen wolle.

Die Greisin las die Zeilen und wußte doch, daß er ihr den wahren Grund seines Fern­bleibens verschwieg. Es gab eben Dinge, die ihre Zeit brauchten bis man darüber hinweg- lam.

3m Spätherbst, als die ersten kalten Winde den schwarzen Staub der Steppe vor sich her- trieben, klopfte Ianos zur Abendzeit, den Klei­nen auf den Armen tragend, an Gunnar Bo- sanyis Türe.

Raja öffnete und erschrak so sehr, dah ihr Gesicht ganz blutleer wurde.

Der Hirte sah sie nicht und blickte nur zu Do- sanyi hinüber, der auf der Dank neben dem Ofen saß und seine Pfeife rauchte. ..Herr, Ihr sagtet einmal, ich dürfte kommen, wenn ich ir­gend etwas brauchen sollte. Das Kind friert."

-Lange genug hat es gedauert, bis du den Weg zu uns gesunden hast!" schalt der Guts­herr.

lind wieder wie damals streckten sich RajaS Hände dem Kinde entgegen, das sie aus großen, verwunderten Augen ansah. Die Wangen waren ihm blau gefroren von der kalten Luft, und die Händchen zitterten im Frost. Sie drückte es an sich, hauchte über die steifen Fingerchen und fetzte es dann behutsam in die Ecke des Diwans, der unweit des großen Kachelofens stand.

..Gib ihm etwas Heißes zu trinken!" befahl Bosanyi. ..Cs klappert ja vor Kälte."

Raja lief nach warmer Milch, brachte eine Decke und hüllte den Knaben hinein. Er trank gierig, strampelte vor Vergnügen und wühlte die kleinen Finger in ihr schwarzes Haar

Vater!" Eie wandte sich halb nach rückwärts.

wo Bosanyi saß. ..Darf ich ihn behalten den Winter über wenn Ianos es erlaubt?"

Der Gutsherr nickte zustimmend, sah nach dem Hirten, der unbeweglichen Gesichtes an der Türe stand und lachte:Im Frühjahr kannst du dir das Kind wieder holen. Vielleicht hat Raja bis dorthin satt an dem Bengel."

Das Mädchen sah nicht auf, kniete vor dem Diwan und war ganz in das süße Gesichtchen versunken, aus dem zwei tiefschwarze Augen in die ihren blickten. In ebensolchem Schwarz glänzte das seidige Haar, das in die mattweiße Knaben- ftirne fiel.

Erst als Ianos seinGute A-acht" sagte, schnellte sie auf, lief auf ihn zu, preßte seine Hände zwischen den ihren und stammelte leise: Ich werde es dir nie vergessen! Aie!"

Er sah an ihr vorüber nach dem Kinde und von diesem nach Bosanyi, nickte und ließ die Türe hinter sich ins Schloß fallen.

Der Gutsherr hatte ein Lächeln um den Mund. Run hast du was zu verhätscheln, Raja. Das ist ein Spielzeug, wie es für Frauen paßt. Hof­fentlich hast du nicht zu bald genug daran."

Sie schüttelte den Kopf, nahm das Kind auf die Arme und begann damit hin und her zu gehen.Meine Wiege steht noch immer da oben unter all dem Kram, Väter", sagte sie, unab­lässig das Kind schaukelnd.Wenn du erlaubst, hole ich sie herunter und stelle sie in meine Stube. Ich möchte, daß der Kleine neben mir schläft."

Bosanyi hatte keine Widerrede. Die Freude war ihr zu gönnen. Zuweilen sah ihr ja das Leid noch aus den Augen. Was an ihm lag, würde er tun, damit sie endlich vergessen konnte.

Als Raja an diesem Abend den Riegel an ihrer Zimmertüre vorstieß, das Licht löschte und unter die Decke schlüpfte, drängte sich ein warmes, weiches Körperchen an sie. Ein kleiner Mund lallte, zwei Händchen griffen nach ihren Wangen und ein winziger Fuß tastete ihre Schenkel ent­lang.

Die Decke weit über sich und das Kind hinauf» gezogen, riß sie das kleine Wesen an sich, über­strömte das beiße Gesichtchen mit Küssen, schluchzte unverständliche Worte in das Dunkel und kam erst zur Besinnung, als der Knabe zu meinen begann.

.Mein Herzenskind! Mein Gottesgeschenk! Richt weinen, mein Kindchen, nicht weinen!"

Gin Kirschenmund lallte dazwischen und die Händchen tasteten nach ihr.

-Run bist du bei mir! CS darf dich mir keiner mehr nehmen Riemand weiß es. daß ich dir Mutter bin. Rur Ianos und ich Richt einmal er, der doch dein Vater ist, soll wissen, daß du fein Kind bist."

Die Bewegungen des Kleinen wurden matter. Da» Stimmchen verlöschte. Das Köpfchen lag

schlaftrunken reglos und die Händchen waren still auf ihre Brust gelegt.

Sie schlug die Decke zurück und betrachtete den schlafenden Knaben in Entzücken und Bewun­derung. Das war nun ihr Eigen! Das ihre ganz allein! Lind niemand wußte darum. Sie durfte es haben und keiner schmähte sie. Sie durfte sich satt trinken an seinen Küssen, und keiner verachtete sie deshalb. Lind wieder glitt ihr Mund, diesmal aber nur wie ein Hauch, über den kleinen, lächelnden Kindermund hin.

Gegen Morgen erwachte sie und fror. Das Kind hatte die Decke abgewälzt. Behutsam zog sie die Decke wieder hoch. In dem fahlen Licht, das durch die beiden Fenster tarn, suchte sie in dem Antlitz, das gegen ihre Schulter lag.

Richts, gar nichts ließ erkennen, daß sie seine Mutter war. Jeder Zug in ihm verriet den Vater. Er würde ganz werden wie Guido.

Sie preßte die Lippen aufeinander. Hassen wollte sie, aber es wurde immer wieder Liebe daraus! Fluch wollte sie sprechen, und sie stam­melte ein Segenswort für den Mann, der auf all ihre Bitten um eine Zeile aus seiner Hand nur Schweigen für sie hatte.

Seit er gegangen war, erreichte sie nicht ein Wort der Liebe, nicht eine Karte, die ihr ein Lebenszeichen von ihm gab. Ganz allein hatte sie alles durchdulden müssen, ohne jeden Trost, ohne jede Hilfe.

In ihre Augen kam ein Flimmern. Darum sollte er auch nie wissen, wer in dem Kinde her- anwuchs. Vielleicht würde er sie nur schmähen darum. Ianos war verschwiegen. Lind die Schuld, die sie gegen den Vater trug, büßte sie schwer genug mit ihrer Gewi'sensqual.

Müde glitt ihr Kops wieder auf die Kissen und ihr schwarzes Haar vermischte sich mit dem des Knaben, der friedlich an ihrer Seite lag.

Die Zeit verging.

Klein-Lido, tote Ianos das Kind genannt hatte, streckte die Händchen nach den wirbelnden Flocken des Weißen, körnigen Schnees, der vor den Fen­stern herab zur Erde tanzte. Er kreischte auf, wenn Gunnar Bosanyi ins Zimmer trat und ihm eine^Hand voll Rüsse in den Schoß warf, oder wenn draußen am Tor die Schellen der Pferde klingelten.

Der Knabe hatte Sinn für Musik.

..Wie sein Vater!" dachte Raja in Angst und Schrecken. Wie gut. daß niemand darum wußte.

Als das Frühjahr kam. überraschte Lido seine Mutter mit den ersten Schritten. Gleich einem ungeschickten Teddybär kam er auf sie zugewackelt, mit den Händchen nach der Kante der Dank greifend und in den Augen ein ständiges Su­chen. wo er Halt fände.

Sie riß ihn an sich und küßte ihn, big sie beide keinen Atem mehr sanden.

traut 33,50, Wirsing 5, Rotkraut 6 Mark per Zentner.

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt a. M., 12. Okt. Die Marktlage im hiesigen Eiergeschäit war während der ganzen vorigen Woche sehr ruhig und ohne jede Verän­derung. Die Zufuhren waren infolge der Aus­wirkungen der englischen Währungskrise recht g r o ß , da sowohl Holland, als auch Polen, sowie andere osteuropäische Lieberschußgebietc als Ersatz für den verlorengegangenen englischen Markt versuchen, ihre Ware im deutschen Reichs­gebiet unterzubringen. Die Preise blieben gegen die Vorwoche gut behauptet, obwohl der Absatz an den Konsum nach wie vor sehr schwach war. Die Zukunftsaussichten für das Geschäft sind nicht gün­stig, da einmal mit einer weiteren Abnahme der ohnehin schon stark geschwächten Kaufkraft weiter Derbraucherschichten gerechnet werden muß und zum andern in den nächsten Wochen das Ange­bot der Kühlhauseier hinzukommt. Eg notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 10,0010,50, Jugoslawen 9,7510,00, Rumänen 9,7510,00, Russen 8,009,00, Polen 9,009,50, Holländer 11,5013,50, Dänen 11,50 bis 13.50. Bayern 10,0010,50, Dt. Frischeier 11,00 bis 13,00, in- und ausländische Mittel» und Schmuheier 7,58,5 Pf.

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Zatsche Hundert-Lire Scheine.

Zwei Italiener verhaftet.

WSN. Frankfurt a. M., 12. Okt. Am Wechsel» schalter am Hauptbahnhof versuchten hier wohnende Italiener, einen falschenchunderl-Lire» S ch e i n zu wechseln. Durch die Zusammenarbeit der Slriminab und Bahnpolizei gelang es, in einem CafL zwei der beteiligten Italiener zu verhaften. Es handelt sich um schwere Jungen, die von einer ganzen Reihe Länder gesucht werden. Bei der Wohnungs- durchsuchung fand man schwer belastendes Material auch füo» andere strafbare Absichten. Zwei weitere verdächtige Italiener sind flüchtig gegangen.

Zwei Tote bei einem Motorradunglück

WSR. Hanau, 12. Okt. Zwischen den ober» hessischen Orten Langenbergheim und Cckards- hausen hat sich gestern abend ein schweres Motorradunglück zugetragen, das zwei Menschen leben gefordert hat. Ein Mo» torrad, aus der Richtung Büdingen kommend, rannte in einer scharfen Kurve beim Marien­borner Hof gegen einen Baum und zer­schellte. Der das Motorrad steuernde fünfzig Jahre alte Diamant'cAeifereibesitzer Franz Rei - s e r aus Hanau und der auf dem Soziussitz be­findliche 24 Jahre alte Landwirt Wilhelm Kraushaar aus Langenbergheim trugen so schwere Verletzungen davon, daß sie sofort ver­schieden.

Letzte Nachrichten.

Auch die Deutsche Vollspartei dementiert.

Berlin, 13. Okt. (CBB. Funkspruch.) Rach einer Steuerung der Rationalliberalen Korrespondenz haben entgegen den Behauptungen der .frankfurter Zeitung" Vertreter des Cangnamoereine den Parteiführer der Deutschen Volkspartei, Abgeordneten Dingeldey. kein politischesvltimatum gestellt. Auch sei v o n keiner Seite der Gedanke einer In­flation mit einem solchen Ultimatum an die Par­tei verbunden worden. Die Deutsche Volkspartei wurde solche Methoden auch auf das entschie­den st e ab lehn en. währungspolitische Experi­mente aller Art fänden bei der Beichstagssraktion und ihrer Führung entschiedenen widerstand.

Lind wieder lachte Gunnar Bosanyi. Raja hatte so etwas gebraucht, das ihre Tage auS- füllte und ihre Rächte licht machte; etwas, daS sie lieben durfte im Lleberschwang. Der andere war vergessen. Er hätte Schwüre darauf ge­leistet, dah es so sei.

Als die ersten warmen Sommertage kamen, erschien Ianos und erbat sich das Kind zurück.

Rajas Gesicht erblaßte. Bosanyi schalt.Laß es ihr doch!"

Die Hände des Mädchen- hoben sich. Ihre Augen bettelten. Als der Gutsherr für einen Moment aus dem Zimmer gerufen wurde, raunte er ihr leise zu:Lieber acht Tage kommt Guido Horvath zurück. Ich weiß es von seiner Groß­mutter. Soll er das Kind bei dir finden? ®r würde es nicht glauben, daß es nicht da- deine ist und wenn du einen Berg von Lügen für ihn bereit hältst."

Raja wurde unsicher.

Die Folge war. daß sie nach zwei Tagen fürch­terlichen Kampfes mit sich selbst den Knaben m Ianos Hütte trug und ihn wieder der Fürsorge des Hirten übergab. Bosanyi wunderte sich. Aber Frauen waren oft unberechenbar.

Die Sorge wegen Guido Horvaths Kommen war unbegründet gewesen. Er blieb nur zwei Tage. Ein einziges Mal kreuzten sich seine und Rajas Wege. Er blieb stehen und zog den Hut bis zur Erde.

Mit einem hochmütigen Zurückwerfen der Schultern ging sie an ihm vorüber. Er machte einen Schritt auf sie zu, sah, wie ihr Blick ihn verächtlich streifte, wandte sich um und ging den Weg zurück, den er gekommen war.

Bosanyi hatte also die Wahrheit gesprochen: Sie haßte ihn, haßte ihn um einer Schuld willen, die er gutzumachen bereit gewesen war. Wahr­haftig, sie machte es ihm nicht schwer, das Wort zu halten, das er Bosanyi gegeben hatte, ihre Wege nie mehr zu kreuzen.

Zwei Tage später reifte er wieder.

Lind abermals ging der Sommer.

Rosrnarie hatte nur ein paar Wochen in der Steppe verbracht und die übrige Zeit bei einer Freundin in der Schweiz geweilt. Sie ging in ihr Achtzehntes und war kein kleines Mädchen mehr. Aga mußte das wohl oder übel einsehen und ihr in vielen Dingen freien Willen laUen.

So wurde es Herbst und abermals Winter.

Klein-Lldo trug die ersten Hosen, sah wie ein Prinz auf dem Rücken der kleinen Stute, die Ianos für ihn ausgesucht hatte und brüllte, wenn ihn einer festhielt.

Er hat Rasse", lobte Bosanyi.AuS dem Burschen wird etwas."

Rajas Herz schrke aus. Wie sein Vater! Es war Schreck und Freude zugleich in ihr.

(Fortsetzung folgt.)

: "«gierige Blicke i trti überhaupt nid; ltA ihr Entree auj .toemuniften, b gehabt hallen, | .Ito Zurückhaltun

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Son unserer Be fr.«*spricht: « Erschafft dem Seid -3 mehrmonatiger Pa> r Lebenszeichen van I' k-c der Session eines ML Dicht ganz so jgfaei ermattet hatte. £ Lunifttoer Elemente f 4 glich der Deichsta; Iting. wenn man sich; sehr viel Pol i ..gPublikumv Hfcmmclt Lin so vol fcnfo mie auch die De; an den beiden Flü; j^tschnationale fiten wollten sich zum Haltungen beteiligen. - |m he einen feierlichen In Leptemberwahlen ! «il einiger Spannun g<$. Hur Wurde au-d bLtl Sie Dechte begir < Atollen in deut v. r) die große Mc und nur hin un

fHcmarfd) erschienen, hvwgfix rinmÄnlro D 'chiiags durch hie b indessen llvhdem fiel unter den Tisch, s billig früher Stunde Itltcn konnte.

2r. Srüning ha fcft gesprochen, als »itb Srüning und jeirfgetretene Sabine frt Heine Zäsur einge; "-M für einen Kor

Merkwürdig aber f tei Solle der Redner i lärung her ne f M«, nüchtern, fach S E'ch immer spricht, iliche Temperament f M Zum 2urd)brud 9nffe in der Berga fr - r Reichstag noch mell ausholenden G b-hschlagend, Zweifels rhetorische'Leiste - ,, ' Manches, was e 'Mlnbct, verstau i»^S ®IUt k'tt. A

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