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Fackeln auch in die Stille der Lüneburger Heide getragen werden, steht das Schicksal eines un­gleichen DrüderpaareS in symbolhafter Gegensätz­lichkeit: hier der von Glück und Liebe verfolgte, dem Augenblicke dienende Landsknecht, dort der von Lot und Tod umgebene, um ewige Werte ringende Gottesstreiter, und zwischen ihnen die Frau. Szenen von unerhörter Eindringlichkeit zie-

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Basel, November 1931.

Seit dem Kriege ist die Schweiz zum Reiseziel ungezählter Millionen von Geldwerten geworden. Zum 'Asyl für obdachlose Kapitalien und Kapita­listen und nunmehr, seit die Bank» und Weltkrisis das Gebäude der internationalen Wirtschaft und Finanz erdbebenhaft erschüttert, sagt sich mancher und mit Sorge, wie stehl's um die Kapitalien, die hier und dort und nicht zuletzt in der Schweiz, wie man heute sagt' wertbeständig angelegt worden sind? Sind sie auch in der Schweiz eingefroren oder richtiger vergletschert?!

Um es vorweg zu nehmen. Auch dieSchweiz ist von der finanziellen Eiszeit nicht unberührt geblieben. Ein allgcmciner öko­nomischer Temperatursturz macht sich auch in sehr gut geheizten Häusern bemerkbar. (£5 gibt kein System, mit dcm man Werte, wirtschaftliche Weite, temperaturbeständig erhalten kann, wenn- gleich der Gefrierpunlt bei einigen tiefer liegt als bei anderen.

Betrachtet man die Funktion der Schweiz aus dem Felde der Geldwirtichaft, dann ergibt sich auf den ersten Blick die Gewißheit, daß die Lage der Schweiz mit jener Großbritanniens eine gewisse Bcrwandtschast aufweist: eine riesige Geld- Wirtschaft auf einem, anscheinend zu schwa­chen handelspolitischen Fundament. Wir wissen alle, daß die Beweglichkeit und Flüssig­keit von Anlagen und Werten von dem Volumen der Warenbewegung abhängig ist. Man kann im großen nur dann liquidieren, wenn man immobile Werte in mobile verwandelt. Das nennt man heute das Transferproblem, was eigentlich Uebertragungs- Problem bedeutet. Theoretisch dürfte es nicht mehr Geldwerte aus der Welt geben als bewegliche, näm- lich verkäufliche Waren vorhanden sind. Tatsächlich ist aber sehr viel mehr an Geldwerten vorhanden. Nun hat die Schweiz eine pas­sive Handelsbilanz. Die Einfuhr lag in den verflossenen vier Fahren zwischen 2,03 und 2.16 Milliarden Mark, die Ausfuhr sank von 1,7 Mil­liarden im Jahre 1928 auf 1,4 Milliarden im Jahre 1930. Die Schweiz hat also jährlich für etwa 400 bis 500 Millionen Mark mehr eingcfuhrt als aus- geführt. Die Kapitaldewegung nad) der Schweiz ist aber sehr viel größer aewcsen als der Außen- Handelsumsatz erkennen lägt. Aber die Außenhan- dclszahlen zeigen, daß die innere finanzielle Ver- dauungskraft des kleinen Alvenlandcs mit seiner Bevölkerung von 4 067 305 Menschen (weniger als Groß-Berlin) längst überladen worden ist, wenn nicht ... und von diesemwenn nicht" wäre denn jetzt zu reden.

Man weiß, daß viele Kapitalflüchtlinge aus allen europäischen Ländern ihr Geld nach der Schweizgerettet" haben. Aus Deutschland, England, Frankreich ist Geld dorthin geflossen. Ader die Schweizer Banken konnten es beim besten Willen nicht aufnehmcn. Eine Bank muß die ihr übertragenen Werte doll; wieder a n l e g e n , teils um Zinsen zu zahlen, teils um den Wert des Kapitals zu erhalten, was heute auch ein Kunst­stück ist. Biele Einleger haben daher die Mitteilung erhalten, daß ihre Einlage bei dieser oder jener deutschen oder nichtschwcizerischen Bank erneut an­gelegt worden ist. Die Kapitalslucht war oft ein Kreislauf, aber kein wirklicher Ex­port. Natürlich muß nun der Schweizer Bankier für das angenommene Geld gerade stehen. Kann er das aber?

Um diese Frage zu beantworten, muß daran er­innert werden, daß die Schweiz nicht erst seit dem

hen vorüber, zermarterte Wenjchhctt toirb irre am Glauben unZ> kehrt zu alten heidnischen Bräuchen zurück, hängt Gott zum Spotte den Lichterbaum in fein Haus. Aber was als Spott gedacht war, fällt durch die Tat des mutigen Priesters zum Segen aus und als christliches FriedcnZzcichen ge­winnt der Weihnachtsbaum die Aotrünnigen zurück.

Kriege eine internationale Geldmacht gewesen ist. Die Schweiz ist geradezu zum Hort der Finanz ohne Politik geworden. Allenthalben bedroht ein politi­scher Gesichtspunkt die Sicherheit der Anlage. Der ganze Reichtum Frankreichs ift fast ausschließlich politischer Reichtum. England hat soeben den heroi­schen Enl'chluß aesaßt, zur unpolitischen Geldwirt­schaft zurückzukehren. Somit hat die Schweiz vor anderen, größeren Ländern den Vorzug, Geld um des Ertrages willen, den man damit erzielen oder nicht erzielen kann, zu behandeln.

Praktisch verfügt die Schweiz über Beziehungen zur ganzen Welt. Ist auch ein praktisch erfaßter Export von nur 1,4 bis 1,7 Milliarden nicht sehr groß, so muß bedacht werden, daß ein erheblicher Teil zweifellos gar nicht erfaßt wird. Er wandert als Touristengut in Taschen und Täschchen in die Ferne. Es muß ferner erwogen werden, daß die Schweiz über ganz hervorragende internationale Positionen verfügt. Sie gehen nach Deutschland, da sind sie bekannt, sie weisen aber ebenso nach Eng­land und den Vereinigten Staaten, ja, es gibt kaum ein Land auf der Erde, wo nicht irgendwo ein Schweizer Interesse feststellbar ist. Nur mit Frank­reich bestel ii wohl Geschäftsverbindungen, aber im ganzen doch mehr geschäftliche Gegensätze. Die Schweizer kennen die französische Gefahr und können

(Sportverein 1928 Garbenteich.

Garbenkeich I Großen-Buseck Liga 2:4.

Am Son:.tag hatte die 1. Mannschaft des Sport­vereins Garbenteich die 1. Mannschaft des Sport­klubs Großen-Buseck zum Gegner. Großen-Buseck gelang es, durch den Halbrechten das Führungstor zu erzielen, bald vermochte allerdings der Mittel­läufer der Platzelf den Ausgleich zu erzielen. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Nach Halbzeit waren die Gäste überlegen und vermochten bis zum Schluß noch drei Tore einzusenden, denen die Platz- desitzer durch einen Elfmeterball ein zweites Tor ent- gegenzusetzen vermochten. Garbenteich verlor bereits in der 10. Minute der ersten Halbzeit den Mittel- ftürmer. Garbenteichs 1. Jugend vermochte gegen die 1. Jugend von Leihgestern einen 3:l°Sieg zu er­ringen. Eine neuaufgestellte Schülerelf konnte sich mit nur neun Mann der stärkeren Licher nicht ganz erwehren und unterlag knapp mit 2:1. Die 1. Schüler verloren auf dem Platz der Spielvereini­gung 1900 Gießen 1:0.

Schauturnen des Turnvereins Krofdorf

Das diesjährige Schauturnen, das der Turnverein Krofdorf am Sonntag in feiner Turnhalle abhielt, erhielt eine besondere Note durch die Ehrungen des ersten Turnwarts Wilh. Leib, der das 25jährige Jubiläum als Vereinsturnwart kürzlich begehen konnte. Der erste Vorsitzende, Lehrer Jaeger, begrüßte die Teilnehmer. Auf ein gemeinsam ge­sungenes Turnerlied folgten nun in buntem Wechsel die turnerischen Uebungen. Aktive Turner, Jugend- turnv, Turnerinnen, Schüler und Schülerinnen zeigten an Pferd, Barren und Reck vorzügliche Lei­stungen, die großen Beifall fanden. Lob verdienten auch die Freiübungen und vor allem die Volkstänze. Musikalische Darbietungen umrahmten das Ganze. Turnwart W. Leib nahm sodann die Siegerehrung vor. Dank fleißiger Arbeit in insgesamt etwa 6000 Uebungsftunbcn im verflossenen Turnjahr konnte

sie adwehren, da sie von der französischen Geidwin- jchafr nicht abhängig sind.

Die Gefahr für die Schwei.; liegt in ihrer wach­senden Beliebtheit. Die Depositen in den Schweizer Danken sind von 1927 bis Ende 1930 von 2,2 Mil­liarden Schweizer Franken auf 3,1 Milliarden Schweizer Franken gestiegen. Der Schweizer A k tienindex steht hoher als anderswo. Im Früh­jahr auf 174 gegenüber 91 in Deutschland, 90,8 in Dänemark, 119 in England, 121,6 in den Vereinig­ten Staaten. Das heißt: Schweizer Papiere sind außerordentlich beliebt, und wir können daraus fchließen, daß die Angst vor der Politik in anderen Ländern einen Vorteil, gewiß aber auch eine schwere Belastung für die Schweizer Finanz bildet. So sind die Spareinlagen seit Beginn der Weltkrisis (Herbst 1929) von 1,9 Milliarden auf 2,2 Milliarden gestiegen. Die ausländischen Emissionen der Schweiz haben sich verdreifacht (1928 81 Millionen Reichsmark, 193U 250 Millionen Reichsmark). 9m Jnlande haben allein die privaten Unternehmungen der Schweiz 1,4 Milliarden Fran­ken im Jahre 1929 emittiert gegen 964 Millionen im Jahre davor und gegen 713 Mill, im Jahre 1927.

Kurz und gut, sogar die Schweiz hat sich trotz aller Abwehr nicht gegen eine Vergrößerung ihrer internationalen Abhängigkeit wehren können. Sie ist mehr als je mit der Weltwirtschaft ver- flochten, zumal aber mit der deutschen und eng- tischen Wirschaft. Es kann sich heute fein Land finanziell neutralisieren. Es gibt kein System der Wertbeständigkeit, noch ein solches der Liquidität, solange die Politik die Wirtschaft stört. Die Politik im weitesten Sinne, Sozialpolitik, Handelspolitik, Reparationspolitik. Nur einen Vorteil besitzt die Schweiz. Sie selbst hat es vermieden, sich an poli­tischer Finanz zu beteiligen. Ist es ihr auch nicht geglückt, alle Folgen zu vermeiden, so bleibt die Schweiz trotz allem ein Hort der wirtschaftlichen Vernunft. Und wenn die vergletscherte Weltwirt- schäft und Geldwirtschaft auflaut, dann sollte die Schweiz die Vorteile aus der von ihr geübten Wirt- schaftsverständigkeit ziehen.

der Verein, der im Gau mit an führender Stelle marschiert, auf allen turnerischen Veranstaltungen Einzel- und Mannschaftssiege erringen. In ehren­den Worten gedachte der erste Vorsitzende der großen Verdienste, die sich W. Leib in den 25 Jahren als Turnwart in dem Verein errungen hat. Er beglück- wünschte ihn und überreichte ihm ein wertvolles Geschenk. Ihm schloß sich der zweite Vorsitzende, S. Süßkind an, der Leibs aufopfernde Tätigkeit nicht nur für den Verein, sondern für die ganze deutsche Turnsache pries. Turnwart Leib dankte in schlichten Worten für die ihm zuteil gewordenen Ehrungen. Kreisjugendpfleger Ar mb recht gab seiner Freude Ausdruck über das pulsierende Leben im Krofdorfer Turnverein, und er beglückwünschte ihn zu seinen turnerischen Erfolgen. Eindringliche Worte sprach auch der Ehrenvorsitzende des Vereins Hrch. Rinn, der aus dem Schatz seiner Erinne­rungen und Erfahrungen Leibs Verdienste besonders würdigte.

Handball im Gau Hessen (O.T.)

To. Allendorf a. d. Lahn 1 To. Münchholzhausen I 6:5.

Den schönsten Sieg in der diesjährigen Pflicht- spielrunde konnte die 1. Mannschaft des To. Allen- darf am Sonntag erzielen, der ihr nun endgültig den zweiten Tabellenplatz einbrachte. Es gelang ihr, die als äußerst spielstark bekannten Münchholz, hausener, die bis jetzt ungeschlagen in der Tavelle der ^-Klasse I die Spitz« hielten, nach einem inter­essanten Treffen niederzuringen.

To. Klein-Linden I To. Nauborn 4:2 (1:2).

Klein-Linden hatte am Sonntag Nauborn zu Gast. Schon in der ersten Minute erzielte Klein- Linden ein Tor, doch konnte Nauborn in der zehn­ten Minute aucgleichen und kurze Zeit später das Führungstor werfen. In der zweiten Halbzeit war Klein-Linden überlegen, bedrängte das Gästetor stark und konnte noch drei Treffer für sich buchen.

Vergletscherte Kapitalien in der Schweiz.

Von unserem ^.-Berichterstatter.

Apoll aus Dem Schleuderbrett.

on Paul E pp:r.

Seit je locken mich die Darietetheater: ich liebe alle Artisten, weil es in ihren Darbietungen keine Schludere« gibt, weil hier immerzu ehrlichste, sauberste Arbeit geleistet wird. Wenn ein Akro- hat 999mal seinen .Trick" gezeigt hat, muß er ihn auch bei der schlechtbeiucht-'n 1000. Rach- mittagsvorstellung mit dem gleichen Höchstmaß von Gründlichkeit und Anspannung ausüben: denn auch nur e i n Mißlingen kann sein Selbst­vertrauen erschüttern, und nicht umsonst heißt ein altes Artistensprichwort:Auf Schlamperei steht Todesstrafe!" Das Publikum ahnt kaum, wie gefahrvoll viele dieser Schaustellerberuse sind.

Sieht man aber häufig artistische Darbietun­gen. so achtet das Auge auch auf sogenannte Acbensächlichkeiten. Es ist ja nicht immer nur das beachtenswert, waS mit überfetten Druckbuch­staben auf dem Programm-ettcl steht. Und neben der Sensation blüht auch im Barietstheater die versteckte Anmut. Selbst Kraftmenschen zeigen bisweilen ästhetische Beseelung.

v'ch sah kürzlich eine zwölfköpfige Akrobaten­gruppe. in der ein Jüngling mitarbeitete, fast noch ein Knabe. Er wurde von den stärksten Mannern immer wieder hoch geworfen, durch die Lust gewirbelt, und landete nach wiederhol­tem Lleberfchlag irgendwo am vorbestimmten Platz. Weil ich diese Arbeit feit Jahren kenne, verblüfft mich nicht mehr die Leistung an sich: ich achte auf die Art der Darbietung, sehe die Leichtigkeit, mit der solch ein .Untermann" den lebendigen Spielball hochtreibt, durch einen kleinen Auck seiner Muskeln: ich bewundere die .Federung der Gelenke beim Aufprall am Ziel. RichtS Schönere« aber kann ich mir denken, als dieTcilammlung" dieses Jünglings, wenn er auf der Wippe deS Schleuderbrettes steht, den beiden Kameraden ins Auae sieht und weiß, nun werden sie gleich vorn hohen Gerüst herunter» svringen aufS andere Ende der Schaukel und so ihn selber in den freien Raum stoßen, unab­wendbar.

Doch der Knabe begnügt sich nicht mit diesem Wissen. Er meistert die fremde Kraft, noch ehe sie wirksam geworden ist, geht gewissermaßen dem Schwung voraus, spannt seinerseits alle Muskeln und lenkt den Schleuderstoß, eine Hun­dertstel Sekunde früher, als er ihn empfängt. Weil aber höchste Spannung nicht Krampf, son­dern höchste Lockerung ist, sieht der Artisten-

knabe in diesem Augenblick verklärt aus, wie ein träumender Apoll.

Etwas ganz Anderes, nicht weniger Beglücken­des!

Die Tlmkleidepause einer berühmten Tänzerin füllt ein spanischer Lautenspieler aus. Er kommt bescheiden mit einem Stuhl aus der seitlichen Gardine, seht sich dicht vor den Souffleurkasten und klimpert.

Ja, aber wenn man zufällig seitwärts von der Bühne seinen Platz hat, in der Aussicht das dunkle Griffbrett des Saiteninstruments erblickt, dazu die Finger der rechten Hand, von unten her beleuchtet durch die Lampen des Orchesters, dann erlebt der für die Wunder cmrpfängliche Barietöbesucher die Berwirllichung eines TraumS: er sieht plötzlich die Musik.

Die fünf Finger des spanischen Musikanten, der ein Birtuofe hohen Grades ist, leben ganz allein für sich, losgelöst von Kops und Körper deS Mannes, leben im übergrellen Licht mit jedem einzelnen Glied, Hüpfen jetzt, marschieren im harten Rythmus, tanzen bann. Haschen sich und tonen selber, toben wie Dreschf egel, kreisen gleich Windmühlen und zuweilen weben fie und wogen wie die geheimnisvollen Silbersühler einer See­rose am Meeresgrund.

Zeitungen in Grönland.

Dvn Niels Hoyer, Kopenhagen.

Nachdruck verbotenl

Daß eS in Grönland eine eigene Presse gibt, wird viele in Erstaunen setzen. Daß aber das älteste grönländische Presseunternehmen bereits auf ein siebzigjähriges Wirken zurückblicken kann, wird man bei .ins kaum für glaublich hal­ten. ilnb dennoch ist es so. Im Jahre 1861 er­schien zum erstenmal und seitdem ohne Unter­brechung ein in grönländischer Sprache ge­druckte- Blatt, da- den Aamen .Atuagagd- liutit" erhielt, was in wörtlicher Llebersehung .StwaS i u m Lesen" bedeutet. Außer diesem Haupttitel erhielt das Blatt noch den Unter­titel .Aalinginarnik tusaruminafasfunik univkat", waS etwa bedeutet: .Berichte über alle möglichen, hörenswerten Sachen". Damals, vor 70 Jahren, war nämlich das Lesen noch nicht Allgemeingut in Grönland. DieS hat sich seitdem gewandelt. Der Untertitel ist aber gleichwohl beibehalten wor­den. auS Pietät gegen den Gründer deS Blatte-, den .Gutenberg Grönlands", LarS Möller, der

trotz seines dänischen Ramens ein .Bollblut- Grönländer" war. Der bekannte, längst verstor­bene dänische Grönlandforscher 5>r. H. I. Aink hatte den jungen Möller in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entdeckt, ihn mit nach Kopenhagen genommen, wo er das Drucken, Zeich­nen, Lithographieren und Zeitungsschreiben er­lernte. Im Jahre 1859 kehrte Möller dann nach seiner Heimat zurück, errichtete die erste Druckerei in Grönland und startete im Jahre 1861 dann die erste grönländische Zeitung. Bis zu seinem Tode, im Jahre 1926, hat Lars Möller sein Blatt allein redigiert, gedruckt, meist auch allein illu­striert, -- und größtenteils sogar allein geschrie­ben.

Gs ist keine Tageszeitung, sondern ein Monats­blatt, behandelt in feinem verhältnismäßig sehr reichhaltigen Stoff, vor allem wirtschaftliche und kulturelle Fragen, Politik existiert für den Ge­dankenkreis des Grönländers kaum, bringt da­neben auch wertvollen literarischen Stoss, Ao- vellen, sogar ab und zu fortlaufende Aomane: u. a. wurde Kiplings bekannter Aoman .Hel­den der See" in LarS Möllc Uebertragung zum Abdruck gebracht. Jeder 2 .gang wird außer­dem gesammelt alS »Jahrbuch Grönlands" herausgegeben und, wie die MonatSnummem, über ganz Grönland bis in die fernsten, einsamsten Fangpläye des weitgestreckten Lande- verteilt. Ausschließlich von Grönländern wird diese Zei­tung geschr.cben. Jeder Grönländer, ob Mann ober Frau, kann Mitarbeiten. Selbstverstänblich werden alle cingefanbten Artikel, wenn auch be­scheiden, honoriert. Die- gilt auch von Bildbei- trägen. So findet man darin Erzählungen von gefahrvollen Erlebnissen im Kajak, von Aben­teuern auf der Bärenjagd, gewürzt mit frischem, witzigen grönländischen .Jägerlatein". Dann und wann auch lyrische Ergüsse und Aeisebriese au- Kopenhagen. Die Kosten dieser Zeitung wer­den durch die . FälleSkasfe" bestritten, b. h. .Ge­meinsame Kasse", in der alle Beiträge auS ben Lleberschüfsen zufammensließen, die durch Fangverkäufe der grönländischen Bevölkerung an die Kolonieverwaltung, al- Monopolinhaberin deS GrönlandhandelS. erzielt werden.

Ein nicht nur in ganz Grönland, sondern auch in Dänemark hoch angesehener Mann war dieser arktische Gutenberg, der von feinem König die goldene Berdienstmcdaille und kurz vor seinem Tode sogar da- Areux de- DanebrogordenS er­hielt. Fünfundfechzig Jahrgänge hat LarS Möl­ler .eigenhändig herauSgegeben. genau 780 Mo» natSblätter! Fürwahr eine stolze LebenSleistung!

wahrend uic fcüer.en Durchbrüche Nauborn» zu keinem Erfolge mehr führten.

To. Groh Rechtenbach I Io. Lang-Göns 1 1:6 (0:2).

Die erste Mannschaft des To. Lang Gens weilte am Sonntag bei der ersten Mannschaft des To. Groß-Rechtenbach, dem Tabellenführer der C-Älaffe, zu Gast Beide Mannschaften legten sofort ron Spielbeginn ein flottes Tempo vor. Das Spiel war Zunächst offen. Bn jur nalbjeit konnten bann die Gaste zweimal erfolgreich sein. Nach der Paule kam die größere Überlegenheit der Gäste durch vier weitere Tore zum Ausdruck.

To. Groß-Rechtenbach (Schüler) gegen To. Lang- Göns (Schüler) 0:3 (0:2); To. Klein-Rechtenbach I gegen To. Lang-Göns 4:3 (0:2).

Um öen Hockey-Silber-fchilb.

Der vergangene Sonntag brachte die Durchfüh­rung der CBorrunbc um den Hockev-Si verfchild In Krefeld unterlag der Süden gegen die westdeutsche Els mit 3:1, während in Leipzig Aorddcutschland die mitteldeutsche Vertretung mit 6:4 abfertigte. Damit qualif zierten sich West- und Rorddeutfch- land für da- Zwischenrundenspiel. Der Sieger auS biefer Begegnung wird dann im kommenden März daS Finale gegen den Silberfchild-Derteibiger Brandenburg bestreiten.

Sozialistische Arbeiierpariei.

Die Sozialistische Arbeiterpartei hielt gestern abend im Easö Leib eine Wähler­versammlung ab.

Der erste Redner. Herr Funk (Leihgestern), betonte, daß die Arbeiterschaft durch sich selbst ihr Los ändern müsse, da nicht die Koalition mit bürgerlichen Parteien jemals imstande fein könnte, einen freien Arbeiter au schaffen. Die Sozialdemokratie habe im Hessischen Landtag Dinge toleriert, die früher strikte abgelcbnt wor­den seien. Der Redner wies u. a. auf die Stel­lung der sozialdemokratischen Abgeordneten tm Landtag in bezug auf die DerwaltungSresorm, die Abfindung deS GrohherzogS, die Kirche ufw. hin.

Der zweite Redner, Siemsen (Halle), er­klärte, das kapitalistische System habe eine un­geheuere ilcberfteigerung erfahren und zugleich auf der ganzen Linie versagt. Die Rationalisie­rung habe lleberproduktion und Arbeitslosigkeit zur Folge gehabt. Gleichzeitig habe eine schwere Agrarkrise Platz gegriffen. Kartelle und Trusts verhinderten eine Preisreduzierung, die geeignet gewesen sei, den Absatzmarkt zu beleben. BrüningS Methoden seien geeignet, die Lage zu verschlim­mere Der Reformismus, den die Sozialdemo­kratie pflege, sei nicht im Interesse der Arbeiter­schaft, sondern bereite dem Faschismus ben Weg.

Reichstagsabg. Seydewih sprach über die Organisation und ben Zweck der Sozialistischen Arbeiterpartei. Die Situation für ben Arbeiter sei unter bem Einfluß bes gegenseitigen HafscS verschlimmert worben. Der gegenseitige Haß sei es, ber ber Arbeiterschaft immer toieber bic Ak­tionsfähigkeit raube. Es gelte heute, die Haß- atmosphäre in ben Arbeiter kreisen zu entgiften. Richt für bic Einheit ber Partei müsse gekämpft werben, fonbern für bic Einheit deS Proletariats. Brüning unterstütze ben Kapitalismus, bic So­zialdemokratie habe sich durch bic Tolerierung oer Drüningschen Politik zum Steifer für kapi­talistische Interessen gemacht. Man habe die Tolerierung damit begründet, die Rationatto- zialistcn von der Regierung femzuhaiten. Aber man habe bei der SPD. doch kein Mittel, die Rationalsozialisten aufzuhalten. Die Sozialift iche Arbeiterpartei lehne jede Tolerierung ab. Ta- kapitalistische System müsse abtreten. Dem Ar­beiter stehe zunächst kein andere- Mittel zur Ver­fügung, als die Schaffung einer proletarischen Diktatur, die allmählich in eine Demokratie über­geleitet werden müsse.

In der anschließenden Di-kussion sprach der kommunistische Reich-tagsabgeordnete Schmidt, bei dessen Auftreten eine Anzahl der Dcrsamm- lungsteilnehmer den Saal verließen.

ilnb nicht nm e ehrlich den Ro­

men einer Monatszeitschrift verdient. Sein Ehr­geiz wollte noch höher hinaus, Duchverleger wollte er werden, ilnb so gründete er den .Grön­land-Almanach", ein regelrechte- Jahr­buch, das seit seinem ersten Erscheinen auf dem Weihnachtstisch jeder grönländischen Familie zu finden ist und zu seinen Mitarbeitern neben ein­geborenen .Schriftstellern" auch namhafte Aus­länder zählt. Diese- Jahrbuch wird gratis ver­teilt.

Rach dem Tode Möller- hat sein .Meisterschü­ler" Kristoffer L y n g e, ebensatt- ein Grönlän­der, der bet ihm und in Kopenhagener ZeitungS- untemehmen .von der Pike auf" da- jouma* listttchc Handwerk neben dem des Drucker- und Zeichners erlernt hat, die Wetterführung seine- Zeitungs- und DerlagSbetriebcs übernommen und besonder- den Rahmen der Zeitung dadurch er­weitert, daß er eine besondere Rubrik für .Ein­gesandt" und Diskussionszwecke" eingeführt bat: in dieser Rubrik tummelt sich seitdem da» sehr diskussion-lustige E-kimovolk, bestürmt die Re­daktion mit den seltsamsten Fragen und bekommt schnurrigsten Bescheid: alles geht .frei von der Leber weg" und .so, wie jedem der Schnabel ge­wachsen ist". ES gebt um Lokal-Angelegenheiten, um Erziehung-- und Wirtschaft-frazen. religiöse Probleme losen sich mit guten Ratschlägen für Reisen ber .Jungen" nach dem fernen Dänemark ab. Damit aber niemand über die Stränge schlägt, hat der .LandSfogt", da- heißt der erste Koloniebeamte in Dodthaab. da-, wenn auch sehr milde praklisierte, Zenfurrecht auSzuüben.

Seit 1912 hat da- Blatt, wenn auch nicht am selben Ort. sondern im nördlicher gelegenen God- havn. einen Konkurrenten bekommen, da» unter dem Ramcn .Aoangnamiog", da» heißt .Der Rordgrönländer". cdensattS alS MonatSblatt ähn­lichen Inhalt- erscheint. Der Bollständ qkeit we­gen muß bann auch noch ba» .Monatsheft der Grönländischen Kirche" erwähnt toerben, ba- al- reine Zeitschrift HerauSgegeben wird und nur den Interessen der eingeborenen Pfarrer und Lehrer dient. Dem Laienleser bietet aber auch diese Druckschrift manch belehrenbe- Material, doch ift sich die .gesamte Konkurrenz in Grönland darin einig, daß da- vornehmste, verbreitetste und best­geleitete .Organ auch heute noch da» .Mötter- sche Blatt", wie der Grönländer gewöhnlich den .Atuagagdliutit" nennt, ift. auch schon deshalb, weil im Berlage dieser Zeitung .richtiggehende* Bücher zeitgenössischer grönländischer Literaten .von Fall zu Fall" erschienen sind und erscheinen.