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MnisterSchielesprichtüberdieAgrarpoM

Um die Wiedergewinnung der Rentabilität der bäuerlichen Wirtschaft.

Paderborn. 11. Juni. (LU.) In der heu­tigen Generalversammlung des Westfälischen Bauernvereins führte Reichsminister Schiele u. a. aus: Mit der Rotverordnung vom 6. Juni fordert die Reichsregierung von dem deutschen Volk eine letzte und äußer st e Anstrengung, um durch Opfer von bisher nicht gekanntem Ausmaß Leben und Freiheit unseres Volkes zu sichern. Diese Opfer und Lasten geben uns vor der Welt den rechtlichen Anspruch, daß unsere Anstrengungen gebührend bewertet werden und zu einer politischen LImge - st al tung, insbesondere der Reparations­frage führen.

Das deutsche Bauerntum trete jetzt zum End­kampf um sein Recht und um sein Leben an. Die Lücken der agrarpolitischen Mahnahmen mühten jetzt endgültig geschlossen und die Voraus­setzungen sür weitere Leistungen im Interesse des Volkes geschaffen werden.

Bei den Forderungen der Landwirtschaft nach einem angemessenen Schuh ihrer Erzeugnisse vor ausländischer Konkurrenz handelte es sich um Verhinderung eines die deutsche Landwirtschaft ruinierenden Preisdruckes durch aus­ländische Lieberproduktion. Für die Zukunft müsse eine gesunde Preisrealation zwischen Drotgetreide- arten und Futtergetreidearten erstrebt werden mit dem Ziele, das die Verwertung der neuen Ernte zu angemessenen Preisen sichert. Selbst­verständlich bleibe das Ziel bestehen, den Ver­braucher Vicht unnötig u belasten. Es werde mit allen Mitteln dahin gewirkt wer­den, daß dem deutschen Volke in allen Teilen des Reiches Roggenbrot zu angemessenen Preisen zur Verfügung gestellt werde. Der Schuh der Milchwirtschaft sei eine so elementare Forderung der sozialen und wirt­schaftlichen Gerechtigkeit, daß keine Regierung vor diesem kategorischen Imperativ eines gesun­

den Bauernvolkes weichen könne. Die Forderung der Veredelung der Wirtschaft in allen ihren Zweigen sei mit die wichtigst« Grundlage für neue Lebenskraft.

Keine Ernährung komme dem deutschen volle teurer zu stehen, al» die Ernährung mit aus­ländischen Nahrungsmitteln! Denn diese Er­nährung kostet unser Volk die Freiheit.

Sie macht uns abhängig von dem Spiel deS internationalen Warenaustausches. Sie richte un­sere Landwirtschaft zugrunde und vermehre da­mit das Elend. Demgegenüber stehe leuchtend un­ser nationalwirtschaftliches Ziel: Die hei­mische Landwirtschaft wieder stark, gesund und kaufkräftig zu machen und damit den gesamten deutschen Wirtschaftsorganis- mus wieder mit Blut und Leben zu erfüllen. Wer wirklich sehen wolle, der müsse erkennen, daß die Weltwirtschaftskrise eine ihrer tiefsten Llrsachen in dem ungeheuren Schwund der land­wirtschaftlichen Kaufkraft habe. Vor­aussetzung für die Belebung des deutschen Btn- neßmarktes sei die Herbeiführung des

gerechten Ausgleichs zwischen den Preisen für landwirtschaftliche Produkte und den Kosten für die landwirtschaftlichen Produktionsmittel.

Es fei auf die Dauer unerträglich, wenn der Index für Agrarstoste auf 105, der Index für industrielle Fertigstvff« auf 137_ steh«. Zur Lieberwindung der Preisschere bedürfe es besonders auch einer Senkung der öffent­lichen Lasten, die auf der Landwirtschaft ruhen. Don reichswegen sei auf dem Gebiete der direkten Steuern alles getan worden, was ange­sichts der Lage nur irgend möglich war, es müsse aber erstrebt werden, auch die übrigen öffentlichen Abgaben aller Art zu verringern. Das gleiche gelte für die Herabsetzung der Zins­sätze.

und Gelegenheit gegeben ist, die Lage mit ihm . zu besprechen.

Zu der Frage, wann der Transferauf­schub in Sicht sei, berichtet dann das Blatt weiter: Von vornherein waren für die Einleitung der Revision zwei Möglichkeiten ge­geben: Diplomatische Verhandlungen mit den Gläubigermächten, oder die Inanspruchnahme des Boungplanes selbst. Von diplomatischen Verhandlungen, die zudem erst langwierig wären, kann man sich vor allem nach der Rede Briands nicht viel versprechen. Es bleibt also nur der zweite Weg, die

Berufung auf das Sachverständigengutachten vom 1. Juni 1929, auf dos der Poungplan fußt.

Es ist bereits dargelegt worden, daß die finan­ziellen Auswirkungen bei der Erklärung des Transferaufschubes nicht unmittelbar und nicht sehr bedeutend sind, aber die Erklärung des Auf­schubs durch die deutsche Regierung hat auto- makisch die Einberufung des beratenden Sonder­ausschusses der Bank für Internationale Zah­lungen zur Folge. Die auf .die Revision des Voungplanes zielende Aktion der deutschen Re­gierung hat begonnen.

In Berliner politischen Kreisen hat im Zu­sammenhang mit diesen Erörterungen ein Artikel des früheren Reichsfinanzminister Molden- hauer in derDAZ." starke Beachtung ge­funden, in dem dieser darauf hinweist, daß Deutschland, wenn es nicht vertragsbrüchig wer­den, wohl aber ernstlich die Revisionsfrage auf­rollen wolle, zum ersten Oktober, dem ersten zulässigen Termin, das Transfermo­ratorium (verdeutscht: Transferaufschub) er­klären müsse.

Dietrich verteidigt die Krisensteuer.

Berlin, 11.Juni. (ERB.) Die Kritik, die an der Rotverordnung geübt worden ist, richtet sich vielfach gegen die Person des Reichs­finanzministers. Dr. Dietrich setzt sich in der Voss. Ztg." mit diesen Angriffen auseinander:

Er legte zunächst dar, daß die K r i s e n st e u e r geschaffen wurde, um den Fehlbetrag der Krisenfürsorge zu decken und noch einen gewissen FondsfürZweckederArbeits- beschaffung zu bilden. Die Reichskasse selber nimmt diese Krisensteuer in keiner Weise für sich in Anspruch. Ferner führte der Minister aus: Es sind eine Reihe von Vorschlägen gemacht wor­den, wie man anders hätte zum Ziele kommen können. Der einfachste Weg wäre gewesen, die Beiträge zur Arbeitslosenversiche­rung um einige Prozente zu erhöhen. Ob die Wirtschaft das ausgehalten hätte, will ich nicht untersuchen. Der andere Weg wäre der, die Llmsatzsteuer zu diesem Zwecke heranzuziehen. Da niemand weih, wie die Dinge im nächsten Winter sich zuspitzen können, so muh diese, wirt­schaftlich im übrigen äußerst bedenkliche Möglich­keit, die nur in der letzten Gefahr angewendet werden kann und außerdem eine Verschlechterung der Lebenshaltung auf der ganzen Linie bedeutet, offen bleiben. Einen dritten Weg glaubten wir in der Krisen st euer gefunden zu haben. Ein Sturm der Entrüstung hat sich dagegen erhoben, und wenn man ihn oberflächlich betrachtet, so könnte man versucht sein, zu glauben, daß alle bereit wären, diese Krisensteuer zu zahlen, aber nur dann, wenn sie für alle Steuerzahler dis gleiche wäre. Bei näherem Zusehen ist dem aber nicht so, sondern man findet, daß die Hauptrolle die Hoffnung spielt und gespielt hat, man könnte die Sache so machen, daß man selbst dabei nicht betroffen wird. Lieberlegt man sich an Hand der Tatsachen die Lösung im ganzen, dann ist fest­zustellen, daß

von der Krisensteuer alle betroffen werden, bk überhaupt noch ein Einkommen haben.

Cs ist weiter festzustellen, dah diejenigen, die ein geringeres Einkommen haben, entweder Arbeits­einkommen, oder aus selbständiger Erwerbstätig­keit, geschont sind. Ich vermag deswegen auch nicht zuzugeben, dah die Krisen steuer einen unsozialen Charakter habe. Ihrer Ratur nach ist sie eine vorübergehende Mahnahme. In dem Augenblick, in dem der Bedarf für die Krisen- unterstühung auf den Betrag von 400 Millionen Mark zurückgeht, wird die Krisensteuer verschwin­den. Warm dieser Zeitpunkt eintreten wird, hängt nicht zum wenigsten von den Rerven der deutschen Bevölkerung ab, von der große Teile im gegen* wärtigen Augenblick den Blick für die realen Mög­lichkeiten völlig verloren haben und glauben, dah man mit Versprechungen und Phantasien die Schwiecig'eiten dieser inneren Kris.' m is'ern könne. Man muh erkennen, dah Opfer notwendig sind, damit nicht große Teile der Bevölkerung im nächsten Winter untergehen, oder zu Ver­zweiflungsakten veranlaßt werden.

Botschafter von Hoesch kommt nach Berlin.

Parts, 12. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der deutsche Botschafter v. Hoesch wird sich im Laufe der kommenden Woche zu einer Besprechung mit der Reichsregierung nach Berlin begeben.

Oie Ansicht der amerikanischen Regierung.

Washington, 11. Juni. (WTB.) Staats­sekretär Stimsvn hatte heute wiederum eine lange Llnterredung mit Präsident Hoover. In einer Pressekonferenz, die in Stimsons Abwesen­heit stattfand, erklärte Llnterstaatssekretär C a st l, dah die Regierung der Vereinigten Staa­ten die Lage in Deutschland als ernst a n s e h e. Diese Ansicht der Regierung teile je­der in den Vereinigten Staaten. Deutschlands Lage, so fuhr Castl fort, stelle eine allmähliche Anhäufung von ungünstigen Faktoren dar; aber man sei in Amerika nicht der Ansicht, dah sie im gegenwärtigen Augenblick ausgesprochen kritisch sei.

Henderson erklärt...

London, 11. Juni. (WTB.) Außenminister Henderson erstattete vor dem parlamen­tarischen Komitee sür Völkerbunds- fragen Bericht über die letzte Genfer Tagung und ging dabei ausführlich auf die deutsch- österreichische Zollunion ein. Er er­klärte, die Methode, die bei der Vereinbarung über eine deutsch-österreichische Zollunion befolgt worden sei, habe große Llnruh« in Europa her- vorgerusen, und das Gefühl der Erleichterung sei entsprechend groh gewesen, als die Frage auf die Tagesordnung des Völkerbundsrates gesetzt und dann von diesem dem Haager Gerichtshof

unterbreitet worden sei. Es blieb jedoch die politische und die wirtschaftliche Seite der Frage noch zu prüfen. Henderson fand für Dr i and und die Leistungen des europäischen Studienkomitees anerkennende Worte und erklärte dann aus eine Frage Austen Chamberlains über die Zollunion, die britische Regierung be­absichtige, an ihrer streng unparteiischen Haltung gegenüber der Frage einer deutsch­österreichischen Zollunion festzuhalten.

Noch ein prominenter Amerikaner reist nach Deutschland.

R o o s e v e l t, der Gouverneur des Staates Neuyork, der als aussichtsreichster Anwärter für den ameri­kanischen Präsidentenposten gilt, befindet sich an Boro derBremen" aus dem Wege nach Deutschland.

Der neue Präsident des französischen Senats.

Der intime Freund Poincarös.

Paris, 11. Juni. (WTB.) Zum Senats- Präsidenten wurde in der Stichwahl Senator Lebrun mit 147 gegen 139 Stimmen, die auf den Senator Jeanneney entfielen, gewählt. Senator Lebrun ist der intime Freund Poin- caräs. Als Vorsitzender des Senatsausschusses für cheereswesen hat er im letzten Winter wiederholt Reden gehalten, in denen er ganz besonders das Thema derdeutschen Gefahr" behandelt hat.

Kommunistische Ruhestörungen.

Im Laufe des gestrigen Tages ist es wieder in verschiedenen Teilen des Reiches zu Ruhe­störungen durch Kommunisten gekommen,

In F r a n k f u r t a. M. verachten abends junge Kommunisten die Töngesgasse zu sperren, indem sie einen Drückkarren um stürzten und Teile eines Weihbindergerüstes über die Strahe legten. Die Polizei beseitigte das Hindernis und säuberte die Straßen. Gegen Mitternacht war die Ruhe wiederhergestellt.

In Kassel kam es in der Altstadt, besonder- am Altmarkt und am Martinsplah, wieder zu großen Ansammlungen. Die Polizei ging gegen die Menge, die weiter aufgeheht wurde, sofort energisch vor, mußte aber wieder von der Schuß­waffe Gebrauch machen. Gegen Mitternacht herrschte in den Straßen der Altstadt noch große Llnruhe. Einige Verhaftungen wurden vorge­nommen.

Wie aus Wuppertal berichtet wird, kam es gestern abend sowohl in Barmen, wie in Elber­feld zu größeren Ansammlungen, die wiederholt das Einschreiten der Polizei erforderlich machten. Die Beamten wurden dabei mit Steinen beworfen und mußten wiederholt vorn Gummiknüppel Ge­brauch machen. Auch in der Innenstadt von Barmen kam es m den späten Abendstunden wiederholt zu größeren Zusammenrottungen, bei denen die Ordnung aber nicht gestört wurde. Einige Personen wurden wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt festgenommen.

Die Kommunisten in Düsseldorf hatten gestern abend zu einer Demonstration aufgerufen, zu der sich etwa 600 Personen auf dem Worringer

Platz eingefunden hatten. Rach ihrer Zerstreuung überfiel eine Gruppe von ungefähr 30 Personen es soll sich um Anhänger der kommunistischen Partei handeln zwei Stahlhelmleute. Einer von ihnen wurde so schwer verletzt, daß er ins Kran­kenhaus übergeführt werden mußte.

Wegen mehrerer kommunistischer Lieberfälle auf Rationalsozialisten in der letzten Zeit veranstaltete die Ortsgruppe Bremen der RSDAP. gestern abend eine öffentliche Kundgebung, in deren Ver­laus Kommunisten schwere Ue&erfälle' auf Ratio­nal svzia listen und Polizei beamte verübten. Drei Polizei beamte, zahlreiche Rattonalfozialisten und mehrere Unbeteiligte wurden verletzt. 20 Kommu­nisten wurden fest genommen. Eine Reihe von Kom­munisten wurde beim Vorgehen der Polizei, die mit dem Gummiknüppel und der blanken Waffe einschritt, ebenfalls erheblich verletzt. Die Kommu­nisten warfen hauptsächlich von den Dächern der anliegenden Häuser mit Steinen nach den Ratio­nalsozialisten und den Polizeibeamten. Ferner rissen sie eiferne Straßenrvste heraus, zerbrachen sie und bewarfen mit den Cisenstücken Polizei und Rationalsozialisten.

In Lauenburg a. d. Elbe veranstalteten die Kommunisten aestern abend einen von der Polizei genehmigten Demonstrationsumzug, dem sich 150 aus Lüneburg eingetroffene Kommunisten anschlos- sen. Nach Schluß der Veranstaltung entstand zwischen den Lüneburger und den Lauenburger Kommu- n ist en in einer Wirtschaft eine Schlägerei. Polizei­beamte versuchten, den Hauptverantwortlichen, der sich unter den Lüneburger Komunisten befinden sollte, festzustellen. Dabei wurde die Polizei um­ringt, zu Boden geschlagen, mit Steinen beworfen und zum Teil erheblich verletzt, so daß sie schließlich gezwungen war, mehrere Schüsse abzugeben. Ein Kommunist wurde getötet und zwei verletzt.

In Hamburg kam es im Anschluß an eine kommunistische Versammlung an verschiedenen Stel­len der Stadt zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Polizei gab mehrere Schüsse ab, wobei vier Personen verletzt worden sein sollen. Bei einem späteren Zusammenstoß an der Englischen Kirche fielen ebenfalls Schüsse; auch hier soll es einen Ver­letzten gegeben haben. Dem energischen Zugreifen der Polizei mit einem größeren Mannschaftsaufgebot gelang es, die Ruhe wiederherzustellen.

Das hessische Zentrum gegen Hartungs Intendantur.

Darmstadt, 11. Juni. (WHP.) Die Landtags­fraktion des Zentrums hat folgende Entschließung gefaßt:

Die Zentrumsfraktion des Hessischen Landtags nimmt mit Genugtuung davon Kenntnis, daß Finanzminifter Kirnberger entsprechend dem Fraktionsbeschluß vom 2. Juni 1931 sich scharf gegen d i e Wahl Hartungs zum Intendanten des Landestheaters gewandt hat. Nach der bisheri­gen Wirksamkeit Hartungs erscheint ihr die Ge­währ nicht gegeben, daß den kulturellen, künstlerischen und finanziellen Bedürfnissen des Landestheaters gedient wird. Sie fürchtet viel­mehr, daß das Landestheater noch mehr als bisher zum Schaden feiner Entwicklung den Zankapfel der verschiedenen Richtungen abgibt. Insbesondere bedauert sie, daß man im Ver­waltungsrat des Landestheaters glaubte, sich rück­sichtslos bei der Wahl über die Wünsche und Stimmungen weitester Kreise der Be­völkerung hinwegsetzen zu können. Bei einigem gu­ten Willen hätte es wohl möglich sein können und müssen, sich auf einen Bewerber zu einigen, der alle Volksschichten hinter sich gehabt hätte. Das Zentrum behält sich seine künftige Stellung zum Landestheater vor. Um im Augenblick noch gutzu­machen, was gutzumachen ist, hat die Zentrumsfrak- tion, die nur durch den Finanzminister Kirnberger im Derwaltungsrat vertreten ist, beschlossen, den Finanzminister zu bitten, 1. festzustellen, ob durch die Verabschiedung des Gesamtvoranschlages der Theateretat unumstößlich angenom­men ist, oder ob es noch eine Möglichkeit gibt, den Theateretat außer Kraft zu setzen. Sollte eine Aenderung der durch den Derwaltungsrat des Lan­destheaters yeschaffenen Lage nicht möalich sein, so möge der Finanzminister 2. dahin wirken, daß die Iahresbezüge des Intendanten den Be­trag von 20 000 Mark nicht übersteigen, 3. dahin wirken, daß der Vertrag mit Intendant Hartung nur für ein Jahr abgeschlossen wird."

50. OienstjubilSum der Admiräle Souchon und v. Hipper.

Die Admiräle Soudjon (links) und v. Hipper (rechts), die vor 50 Jahren in den Verband der Reichsmarine eintraten. v. Hipper zeichnete sich in der Seeschlacht vor dem Skagerrak aus und wurde 1918 zum Chef der deutschen Hochseeflotte ernannt. Souchon war bei Ausbruch des Welt­krieges Kommandant des deutschen Mittelmeer­geschwaders, schlug sich dann mit "feinen Schiffen nach Konstantinopel durch, wo dieGoben" und Breslau" das Rückgrat der Verteidigung der Dar­danellen und des Bosporus bildeten.

Aus aller Welt.

Großfeuer im Malmöer Flughafen.

Malmö, 11. Juni. (WTB.) Der Flughafen von Malmö, der größte Flughafen Schwedens, wurde heute von einem Großfeuer heimgesucht, das den ganzen mittleren Teil der größten Flughalle, ein dreimotoriges Junkers-Flugzeug und andere Gegenstände vernichtete. Das Feuer entstand da­durch, daß ein Monteur eine elektrische Lampe fallen ließ. Die Laterne ging in Trümmer und fiel auf einen Haufen eingeöltes Garn, das Feuer fing und auch die 1200 Liter Benzin des genannten Flugzeugs entzündete.

Drei Dampfer an der norwegischen Küste gestrandet.

Loegstoer, 11.Juni (WTB.) Im dichten Ne­bel sind der deutsche SchonerAdelheid", der hol- ländische SchonerWilhelma" und ein deutscher Dreimaster, dessen Name noch nicht festgestellt wer­den konnte, heute auf dem nördlichen Grund bei Loegstoer gestrandet. DieWilhelma^' konnte später freikommen, die Lage der beiden anderen Schiffe ist gefährlich.

Der Untergang de»Poseidon".

Weihaiwei, 11. Juni. Es steht jetzt fest, daß die in dem gesunkenen UnterseebootPo­seidon" eingeschlossenen 18 Matrosen nicht mehr am Leben sind.

Ueberfdjroemmungcn bei Angora. 30 Todesopfer.

Angora, 11. Juni. (WTB.) Anhaltende Regen­fälle haben in der Stadt und in der Umgebung Überschwemmungen verursacht. 30 Personen, sind ertrunken.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Durch allgemeinen Barometeranstieg über dem Festlande und den britischen Inseln ist die Nord­meerstörung über Skandinavien hin abgedrängt worden, und die Luftdruckgegensätze haben sich ziem- lich ausgeglichen. Die milde Südwestluft führt wei- terhin zu warmem Wetter und ruft auch vielfach Bewölkung hervor. Ihr Einfluß bleibt noch bestehen, und bei der zunehmenden Erwärmung dürften sie Gewitterstörungen verursachen.

Aussichten für Samstag: Teils be­wölkt, teils aufheiternd, schwül, vereinzelt« Ge­witterstörungen.

Aussichten für Sonntag: Fortdauer des öfter zu Gewitter neigenden Wetters, im ganzen noch warm.

Lufttemperaturen am 11. Juni: mittags 26,2 Grad Celsius, abends 20,2 Grad; am 12. Juni: morgens 19,4 Grad. Maximum 26,4 Grad, Minimum 12 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Juni, abends 23,6 Grad; am 12. Juni: morgens 19 Grad. Sonnenscheindauer WA Stunden.

Reisewetterdienst

Garmisch-Partenkirchen: 17 Grad, gestern heißer Tag, heute morgen windstill, halb bis gan) bedeckt, gestern meist heiter.

K o n st a n z: 20 Grad, gestern heißer Tag, heute morgen Südwestwind, heiter bis halb be­deckt, gestern meist heiter.

Borkum: 16 Grad, milde Rächt, Düdwest- wind, heute morgen heiter' bis halb bedeckt, gestern teils heiter, teils wolkig.

Westerland aus Sylt: 14 Grad, gestern milde Rächt, heute morgen Südwestwind, heiter bis halb bedeckt, Witterungsverlauf seit gestern veränderlich.