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3. Fortsetzung.
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„Lind letzteres habe ich getan?"
„(Nicht so knapp!" .
„Da muh ich nun wohl Buhe tun, um nur Sh re Gunst wieder zu erringen?"
Er sah den Schalk in ihren Augen: ihre (Nahe bezauberte ihn aufs neue, seine Mißstimmung ÜCj3d)toctc Buhe müssen Sie tun!" sagte er in gemachtem Ernst.
„Worin soll sie bestehen?
Dah Sie heute abend nur noch mit nur tanzen, und dah ich Sie nachher nach Hause begleiten darf!"
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„Die Fehler meines Mannes sind mir erst offenbar geworden, als wir verheiratet waren", fuhr sie dann fort. „Ich gab mir verzweifelte Mühe, ihn von seiner Spielleidenschaft, die seine besten Kräfte zermürbte nnd ihn unfähig zu einer geordneten Tätigkeit machte, abzubringen: es gelang mir nicht. Schwerer aber traf es mich, als ich entdecken muhte, dah mein Mann mich mit anderen Frauen betrog.
Bei diesen schweren Entttäuschungen und Demütigungen, die ich erdulden muhte, erkaltete mein Gefühl für meinen Mann mehr und mehr. Als ich wieder einmal hinter eine seiner Treulosigkeiten kam, wollte ich mich von ihm trennen. Aber er setzte meiner Absicht unbeugsamen Widerstand entgegen. Er, den es immer wieder zu anderen Frauen trieb, konnte und wollte doch mich nicht entbehren.
Acht Jahre dauerten diese Kämpfe und Leiden. Immer wieder versuchte ich, mich aus den unwürdigen, qualvollen Verhältnissen zu befreien: aber mein Mann war stärker als ich. Vielleicht hätte ich seinem Widerstand doch eines Tages getrotzt, wenn ich nicht ganz allein im Leben gestanden hätte. So harrte ich aus: auch die letzten beiden Jahre unserer Ehe, in denen mein Mann an einem unheilbaren Leiden darnieder- lag und mich mit seiner rasenden Eifersucht bis auss Blut peinigte..."
In Hanna Moests bläh gewordenem Gesicht spiegelte sich die Schwere der Erinnerungen wieder, die in dieser Stunde sie aufs neue aufwühlten.
„So sah meine Ehe aus", schloh sie bitter.
Ein langes Schweigen entstand.
Leupold hatte sich wieder an seine Arbeit begeben, aber sie ging nicht mehr voran. Eine Weile malte er noch, während er in Gedanken immer wieder durchlebte, was er nun von Hannas Vergangenheit wußte.
Unvermittelt legte er den Pinsel weg.
„Für heute machen wir Schluhl"
„Habe ich Ihnen die Arbeitsstimmung verdorben?" fragte Hanna Moest.
„Vein..."
„Ich weih nicht, warum ich gerade heute, an diesem sonnigen Tage, von diesen düsteren Erinnerungen angefangen habe; ich spreche sonst mit niemandem von diesen unerguicklichen Dingen ..."
„Do dürfen Sie nicht reden, gnädige Frau! Ich bin Ihnen für das Vertrauen dankbar, das Sie mir schenken!" ....
Sie sah den warmen, gütigen Schein in seinen Augen. In einem unklaren Drange streckte sie ihm die Hand entgegen, in die er die seine legte.
Widerstrebende Gedanken und Empfindungen füllten Jörg Leupold. Heihes, überströmendes Mitgefühl mit Hanna wurde übertönt von der Frcude darüber, dah sie so offen mit ihm .gesprochen, ihn Einblick hatte tun lassen in ihr vergangenes Leben. War dies nicht ein Zeichen dafür, dah sie in ihm mehr sah als den flüchtigen Bekannten?
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Er hatte, während er sich mit Hanna Moest unterhielt, einen weichen, verhaltenen Klang in der Stimme. Sein sonst so herbes, zurückhaltendes Wesen schien in der Rähe dieser Frau sich auf- zuschliehen: alles in ihm drängte zu ihr hin.
Als sie gegen Abend zum Hotel zurückkamen, wurde Hanna Moest vom Portier ein Dries ausgehändigt, der für sie eingetroffen war.
Ungläubig sah Hanna auf den Briefumschlag: sie drehte ihn um und suchte den Absender.
Ihre Wangen röteten sich, Jubel zuckte in ihren Augen auf. Alles in ihr bebte plötzlich von mah- loser Erregung.
Leupold, der bei Hanna stehengeblieben war, gewahrte verwundert die Veränderung in ihren Zügen. Beklommenheit stieg in ihm auf. Feindselig blickte er auf den Brief in Hannas Hand.
Sie wandte sich wieder dem Maler zu.
„Kommen Sie mit hinauf?" fragte sie und imühte sich, ruhig zu erscheinen.
„Ich gehe noch für eine Weile ins Lesezimmer', antwortete er ,in merklicher Zurückhaltung.
Schwer atmend stand Hanna Moest dann in ihrem Zimmer. Ihr Herz hämmerte wild. Mit zitternden Fingern riß sie den Brief auf, der ihr von Düsseldorf nachgesandt worden war.
Ihre Augen flogen über die Zerkew-urnd lasen in Glücksschauern, die über sie hinbrausten, was Stefan Helbing ihr schrieb. Dah vor zwei Monaten seine Tätigkeit in Südamerika zu Ende gegangen sei, dah er vor Antritt seines neuen Engagements, dessentwegen er sich zur Zeit in Brüssel befinde, ein halbes Jahr in der Heimat zu bleiben gedenke. Absichtlich habe er sie von seiner Rückreise nach Europa nicht verständigt, da er sie überraschen wolle; am nächsten Samstag werde er in Düsseldorf Eintreffen. Seine Freude, sie wiederzusehen, fet grenzenlos.
Hanna lieh den Brief finken. Ihre Hand strich über die Augen, als müsse sie sich überzeugen, dah sie nicht träume.
Stefan kam!
Stefan, an den sie unablässig in sehnender Liebe gedacht und den sie kaum wiederzusehen gehofft hatte!
Hanna Moest setzte sich ans offene Fenster. Ihr« Augen gingen zum Meer hinaus, das, von den dunkel leuchtenden Strahlen der sinkenden Sonne übergossen, ruhig dalag. Hanna sah nichts von der Pracht dieses Bildes; ihre Gedanken waren ferne.
Sie sah sich wieder an Stefan Helbings ©eite am Rhein entlanggehen, in Düsseldorf, wo sie Stefan bei einer bekannten Familie kennengelernt hatte. Mit unhemmbarer Gewalt war die Liebe zu dem stattlichen Manne mit dem klugen, energischen Gesicht damals über Hanna gekommen. Für sie, die in ihrer Ehe nur Trübes erfahren hatte, und noch erfuhr, war das heihe, starke Gefühl, das Stefan Helbing ihr entgegenbrachte, ein un- fahliches Geschenk.
(Fortsetzung folgt.)
In leuchtenden Farben erstand das Bild auf der Leinwand: Öie schöne, ernste Frau, bte Ducke wie in einer stummen Frage in die Ferne gerichtet; als Hintergrund, in grenzenloser Weite, das- Meer.
Angespannt arbeitete Jörg Leupold.
Es war heute der dritte Rachmittag, an dem er hier drauhen malte. Roch selten hatte rhm ein Porträt solche Freude bereitet, wie nun das Dild Hanna Moests.
Er sprach nur wenig wahrend der Arbeit; etwas Desessenes, vom Gegenstand seiner Deschaf- tigung Hingerissenes war in seinem Wesen.
Run sagte er plötzlich, wie aus Gedanken heraus, die sich nicht länger abweisen liehen:
„Sie haben einen Zug der Bitterkeit um den Mund, gnädige Frau..." Unb nach einer turnen Pause: „Ich glaube, Sie haben Schweres er-
Detroffen wandte Hanna Moest sich ihm zu. Ein Ausdruck von Abwehr kam in ihr Gesicht. Dann machte sie eine müde Geste.
„Ich hatte eine schwere Ehe..."
Trauer geisterte mit einem Male über ihnen. Leupold schalt sich insgeheim, weil er sich zu dieser Frage hatte hinreihen lassen; wenn Hanna fie ihm verargte?
„Verzeihen Sie meine Worte, gnädige Frau! sagte er beklommen.
Hanna Moest fd)üttelte den Kopf.
„Warum sollte ich Ihnen nicht erzählen, was hinter mir liegt, Herr Leupold?... Es ist ein Schicksal, wie viele es erleben ... Ich habe sehr jung geheiratet, mit achtzehn Jahren. Mein Mann war Architekt, ein sehr begabter, ja genialer Architekt: trotz seiner Jugend galt er in Fachkreisen schon sehr biel, er hätte es zu Grohern bringen können, wenn er nicht als Mensch haltlos, willenlos geworden wäre. Schlimme Leidenschaften beherrschten ihn; Spiel und Frauen waren die beiden Pole, um die sich bei ihm alles drehte..."
Harrna Moest sah starr vor sich hin. Der bittere Zug um ihre Lippen hatte sich noch vertieft.
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stelct dem Onkel Mollig In die Nase, wenn er in die Küche tritt. Un<? das Wasser läuft Ihm im Munde zusammen, sieht er die tüchtige Hausfrau die schönsten Gerichte auf dem n*uenJ^?ffd®.r’ Gasherd kochen und braten. Das war doch ein guter Griff, als er zu der Firma Häuser am Oswaldsgarten ging und den schönen Herd In die Küche stellen Heß. Seitdem Ist ein ganz anderer Zug im Hause, denn die Liebe geht nun einmal durch den Ma- tfen Sollte die Laune noch so rosig sein, ein gutes Mittagsmahl, gekocht auf dem Roeder-Gasherd, macht sie J1 ®c^|Los*ger' P®, cniitAn such Sie sich zu Herzen nehmen und Sie sollten es nient versäumen, sich solch ein notwendiges Möbelstück anzuschaffen. Kommen Sie ruhig einmal in unsere umfangreiche Aufstellung. Sie finden dort dfe neuesten Modelle praktischer Gas- und Küchenherde. Sie sind auch nicht all zu teuer. Wir erwarten Sie.
Hast du nicht gesehen, dah ich dir ein Zeichen gegeben habe,'nicht mit diesem Schauspre er zu tanzen?" zischte Frau Jason wukend Lotte ins Ohr als diese wieder neben ihr Platz genommen hatte. „Was soll Herr Dr. Kröger von dir den-
Ich konnte doch nicht ablehnen, Mama, es wäre ainhöflich gewesen", versuchte Lotte, sich zu ver- tCit(5oClcben Komödianten gegenüber braucht man keine Rücksicht zu nehmen! Wenn der E^rr nochmals erscheinen sollte, wirst du ihn abweisen!
Die vorherige Freude erlosch in Lotte. Wortkarg. von seltsamer Trauer bewegt, sah sw am Tisch. Sie wünschte plötzlich, fortgehen ftu mir- fen, hinweg aus diesem Saal der frohen, lebenslustigen Menschen. , „ - » ,
Sie hörte kaum etwas von dem, was Dr. Hrö- ger in seiner leicht dozierenden Art, mit semev spröden Stimme zu ihr sprach. Als er sie nochmals um einen Tanz bat, lehnte sie trotz den empörten Blicken ihrer Mutter mit der Begründung, sie sei zu müde, ab. Es erschien ihr unmöglich, nach dem Tanz mit dem Schauspieler nun mit dem unbeholsencn, hölzernen Dr. Kröger
„Ich meine, es ist an der Zert, heimzugehen sagte Elisabeth Jason, von dem Verlauf des Abends nicht befriedigt, und nahm sich vor, ihrer Tochter daheim gründlich die Meinung zu sagen.
Da die beiden Herren damit einverstanden waren, brach man sofort aus. _
Lotte Jason, die es bisher ängstlich vermieden hatte, zu Paul Bertram hinüberzusehen, warf tm Weggehen verstohlen einen Blick auf ihn. Insgeheim hoffte sie, zum Abschied einen Gruß von ihm zu empfangen. Aber er schien sie nicht zu bemerken. A r
Auch Bertram war im Begriffe, nach Hause zu gehen; er hatte genug von diesem verpfuschten ^^Da'beugte sich plötzlich Eva Willer, die hinter seinen Stuhl getreten war, zu ihm hinab.
„Roch immer böse?" ri. . .
Er fuhr herum. Im ersten Augenblick durchrann ihn Freude; dann zwang er sich aber zu kalter Höflichkeit.
„Ich war Ihnen nicht böse, gnädiges Fräulein!
"Cs schien mir aber sol"
„Wie käme ich zu solcher Ehre!"
Sie liest sich durch sein unfreundliches Benehmen nicht abschrecken, sondern setzte sich neben ihn und sah ihn lachend an. rr Ä
,Sie sind ein komischer Zeitgenosse, Herr Bertram! Erstens verstehen Sie keinen Späh, zweitens sind Sie mahlos empfindlichI"
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Unsere Ausverkaufspreise schmecken, das konnte man jg merken, wie tausende Käuferinnen zulangten. Unsere H
Tafel ist aber noch reich gedeckt: greifen Sie zu, ver-1 ehrte Leserin u. verehrter Leser, es lohnt wie noch nie M
Bekanntmachung.
Nachstehende Bekanntmachung betreffend Sperrung einer Lahnstrecke bringe ich zur Kenntnis. 4556C
Gießen, den 8. Juli 1931.
Der Oberbürgermeister. 3.23.: Or.Hamm.
Bekanntmachung.
Sperrung einer Lahnstrecke.
Auf Grund des Artikel 65 des Gesetzes, die innere Berwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen vom 8. Juli 1911, wird die Lahn auf der Strecke vom Felsen bis zum Wehr am 11. und 12. Juli 1931 in der Zeit von 7 bis 19 Uhr für alle Boote und Personen, die nicht an der Durchführung der in die» ser Zeit stattfindenden Jubiläumsregatta des Lahn • Regatta - Verbandes beteiligt sind, gesperrt. . ,
Zuwiderhandlungen gegen diese polizeiliche Anordnung werden mit Geldstrafe bis zu 90 Mark bestraft.
Gießen, 'den 3. Juli 1931.
Kreisomt Gießen. 3.23.: Schmidt.
Mk VkliWklM
Im Auftrage des Herrn Or. R u ck e l s °


