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Politik und Kunst in Deutschland.

Thüringen

Ter Deutsche Museumsbund gegen die Reinigung" des Weimarer Museums.

Freiburg. 6. März. (TU.) Der Deutsche Museumsbund teilt mit Das Thüringische DolkLbildungsministerium hat eine Reche von mo'.ernen Kunstwerken aus dem Weimarer Museum entfernen lassen. Obwohl in einer of.iziellen. durch die TU. verbreiteten Begrün­dung vom 27. R.vember 1930 diese Maßnahme als notwendig und in der Tendenz unpoli­tisch bezeichnet wird, charakterisiert sich die Maßnahme durch die folgenden Worte derselben Erklärung als eine parteipolitischemDr. Frick ist der Anschauung, daß die ausgeschiedenen Künstler in ihrer Kunst nichts g-emeinsam haben mit nordisch-deutschem Wesen, sondern sich darauf beschränken, das ostische oder sonst minderrassige Untermen­schentum darzustellen." Der Weimarer Vor­gang hat inzwischen durch die Gründung des Kampsbundes sür deutsche Kultur" und die programmatische Berliner Ausstellung im Parteihaus der NSDAP-, der weitere Aus- stel'ungen auch im R.ich folgen sollen, eine charak­teristische Verallgemeinerung erfahren. Dem­gegenüber sehen sich die im Deutschen Museums­bund vereinigten Leiter der Kunstmuseen als

die Träger und Führer der Kunstpflege zu fol­gender Erklärung veranlaßt:

1. Ohne sich in eine Erörterung der besonderen in diesem Falle betroffenen Kunstwerke einzu­lassen, erklären sie es sür u n g e w ö h n l i ch u n d bedauerlich, daß eine Landesregierung, um in einer rein künstlerischen Frage ihren Einfluß geltend zu machen, solchermaßen in eine Mu­seumsverwaltung eingreift.

2. Mit der Sammeltätigkeit eines öffentlichen Mullums ist Parteipolitik grundsätz­lich unvereinbar: dos Museum hat allen Bevölkerungsschichten zu dienen. Entscheidend für die Wertung eines Kunstwerkes kann lediglich sein künstlerischer Wert se n. Der Deut­sche Muscumsbund erhebt vor der Gesamtheit deS deutschen Volkes mit aller Entschiedenheit Ein­spruch gegen jede voreingenommene und un­sachliche Einstellung der Behörden zur Kunst der Gegenwart und zu ihrer Pflege in den öffent­lichen deutschen Museen.

Preußen.

Aultnsministcr Grimme über Dichter» akademic und Ltaatstbeater.

Berlin, 6. März. (TU.) 3m Hauptausschuß des Preußischen Landtages äußerte sich Kultusminister Grimme ausführlich über die Gründung der Dichterakademie. Die junge

lichkeiten für Deutschlands industrielle Entwick­lung". Die Untrrnehmcr der Industrieländer soll­ten sich zusammens'tzen, um ein internatio­nales Programm zur Belieferung der kulturell und wirtschaftlich zu­rückgebliebenen Länder zu entwerfen. Danach sollten die internationa'en Finanzleute über die Finanzierung dieses Programms be­raten. Sollte das notige Finanzka i al durch eine Einigung unter den privaten Finan^leuten nicht aufgebracht werden können, so wäre es Aufgabe der Notenbanken, einzugrei­sem Bei dieser großen internationalen R gelang müßten die Länder bevorzugt berücksichtigt wer- den, die besonders stark unter der Arbeitslosig­keit leiden, während Deutschland, von dem man Reparationen haben woll', eine beson­dere Vorzugsstellung ei zuräunen sei. In jedem Falle sei cs .eine völlige Tlnmögkichkeit, den Voung-Plan ledig'ich als eine von Deutsch­land übernommene Zahlungsverpflichtung onzu- sehen, sich aber über die wirtschaftli­chen Vorbedingungen, die der Voung-

Plar. aufgestellt hat, einfach hinwegzu- sehe n." Hnö doch tun das Deutschlands Gegen- kontrahenten.

Weder werden wir", so schließt Schacht seine Betrachtungen,wirtschaftlich wieder auf die Füße kommen, noch w.rden wir unsere sozialen Probleme, die von Tag zu Tag bedrohlicher werden, lösen können, so lange dns Tributproblem nicht gelöst ist. Es aus eigener Kraft zu tun, ist unmöglich. Die im Voung-Plan ousbedungene Mitwirkung der übrigen Länder ist bisher nicht erfolgt. Wird sie weiter ver­weigert, so bedeutet das das Ende der Repa- raüonen. Wird die Gewaltpolitik dennoch gegen das Reich fortgesetzt, so wird sich seine Wirt­schaft weiter erschö' sen und ausbluten. Darum gibt es keine dringlichere Aufgabe für eine ver­antwortliche deutsche Politik, als entweder die Einhaltung der im Voung-Plan von den Alliierten übernommenen Verrichtungen zu verlangen oder die Reparationen ein- z u st e ll e n."

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Nr. 5b Erstes Statt

181. Jahrgang

Samstag, 7. März 1951

Erich, in' lützl'ch.ovtz« Bomnogs und feiertags

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Monat,Bezug,vreir. 2.20Retdismarh und 30 Reichsptennig für Träger» lohn, auch bei Nichter­scheinen emzelner'Nummen, infolge höh.rer Gewalt.

SernloredfanKblüfle anterdümme|nummer2251 Amchntl iüi Drahtnach­richten Snzeiaerlenen, pofischecktonw ira^tlon am Mal» 11686

Gictzeim Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur

Dr Fnedr Wilh Lange. Deranlworilich sür Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H Toyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, 'amtlich m (Biegen

Das Ende derReparatmen.

In dem soeben erschienenen außerordentlich lehr- und aufschlußreichen WerkeDas Ende der Reparationen" (Verlag G. Etalling, Oldenburg) hat der frühere Reichsbank rasident Dr. Schacht, aus die gesamte Wirtschafts- und Finanzpolitik Deutschlands eingehend, ein gründ- legendes Bild der Repara ionspolitik von den Tagen des VersaillerFriedensv-rtrng s" bi3 in die jüngste Gegenwart gegeben. Ausgehend von der Tatsache,daß die sogenannten Repa- rationsansprüche auf unmoralischer Grundlage beruhen", zeigt Schacht dieAusbeutung- Deutschlands. Er kommt zu dem E-g^bni?, daß Deutschland bis zum Ruhreinbruch 29 Mil- liarden Mark an Repara ion n gezahlt hat und unter dem Daw s-Plan. vom l.S' te-'ber 1924 bis zum 31. August 1929. rund 8 Milliarden Mark. Durch die Wegnahme privaten Eigen- tums habe das Reich 11 Milliarden Mark em- gebüßt und durch den Raub seiner Kolonien Werte von 80 bis 100 Milliarden Mark verloren: Deutschlands eig ne SricgStoßen trtrvg n rund 150 Milliarden Mark, die zum größten Teile aus der Substanz des Volksvermögns gefbf en sind; die Besahunas^osten betrugen 5'/r Milliarden Mk. Die Verluste durch die Inflation sind nicht zu schätzen. Diese Ziffern zeigen mit erschreckender Deutlichkeit, in wie unerhörtem Maße Deutsch­land von den Alliiert-m bereits ausgevre^t wor­den ist.Und einer so ausgelaugten Wirtschaft legte man im Voung-Plan eine weitere Zah- lunasverpslichtung auf, ber~n Gegmiwartswert 40 Milliarden Mark beträgt."

Schacht war Anhänger des Dawes-P'anes, in dem er ,br Los'ösuna des Repara'ionsprob^ems aus der Svhäf politischer Gew-ltma^nohmen und seine Zurücksührung aus das wirtschaftlich Mögliche sicht": ab*r er gibt gle-chzeitig zu. daß sich bei seiner Durch'ührung bald die wütigste Voreiislel'ung der neuen Regelung. die Zah'ung der Tribute aus den wirtschaftlichen Ueberschüfsen, aus dem Uchcr'chuß des deutschen Ervorts, als unmöglich heraus­gestellt habe. Rach Schacht wrr es der Repa- rationsogent Parker Gilbert, der zuerst die Ro'wendmk it "in-r Endlölung Re^a- rat'onsvroblems b trm'e, indem er erkennen ließ, .daß die En lösung w fentlief) im Interesse der' Alliierten lag. einmal, um ihre Budgets richtig aufzumachen fenrr weil d^r Trans^er- schutz De llschlcn^s B ra tv r! nz frr bmindere und weil die Ung wiß^eit üb'r die definitive Schuldsumme Deutschland zu finanz^oli fischen Leichtierti^k'iten verführe" Drnn aber hat Par- ker Gilb-rt in ein^m trrtrau'i Sm Bericht an die Re^arationökomr i i'n vom 24. Febrr a- 1 28 be­reits darauf bin-rtoi sen.daß b:i e ner Fv'll- dauer des Daw s-Planes Sßw erigkciten n^cht nur in der Trans'"ri'-runa sondern auch in der Aufbrinaung ber Reparations'e-n^en zu er­

warten sein würden".

So sehr man ifie Einsicht Parker Gilberts angesichts d'r heutigen finanzilllen und wirt­schaftlichen Lag" Deutschlands on-rtmnen mag, zu bedauern bleibt, daß er diese Gründe nicht in voller Oefsentlichkcit erö-'ert hat. Auch die verhängnisvolle Verquickung zwischen Rhein la ndräumung und Reparatio­nen ist aus die von Parker Gilbert ausamibte Einwirkung zurückzuführen. Immer deutll-^er zeigte sich auch das Bestreben der franz.asischmi Politik, die Besetzung des R'^ein'an'-os. das zu räumen man sich trotz des Fieren deutschen Rechts­anspruches w igerte. und die millt risch« U"b"r- leaenh. it F a-'k'eichs zur Erreichung 'i a-zi llm: Leistungen aus dem cr|d)ö <ten Deutschland aus- zunuhen. Durch die Genfer Vereinbarung vom Sevtember 1928 wurdedie rechtliche und mo­ralische Frage der M'einlandräumung zu einer Geld- und Schuldenfrage".

Roch verhängriewollcr waren Pa k r Gilb r.s Demübunaen schon vor dem Zusamm"n'ritt der Pariser Sachverständigen-Kon'e-erz die n'uen jährlichen Tr'.b.it'eistuna'm Deutsch! inds zu um­grenzen. Durch dieses S^iel wurde die Absicht, das Tributproblem durch unabh'ngig w'-tschaf^- Iid>e Sachv'rständige entscheiden zu lassen, zur Farce. ..Es hat sich leider für mich", so führt Schacht aus .erst nach Zusammentre'en der Kon- ferenz. dann aber auch sehr bald herausgc- stellt, daß die hier vorgesehene Unabhän­gigkeit der Sachverständigen bei einem guten Teil nur eine seh r bedingte ge­wesen ist." So hat beispielsweise der britische Schahkanzler Snowden ö'fnt'ich im Unter­bau« erklärt, daß sein Vorgänger den britischen Sachverständigen ziffernmäßige Instruktionen mitgegcben habe Auch die Reichsr gierung hatte geg nüber den Dee'nslussungsve fu^cn Parker Gilberts leider nicht die notwendige Festigkeit gezeigt und so ergab sich nach Dr. Schacht die Tatsache,daß die Sachverständigen der Alliier­ten von vornherein dahin informiert waren, Deutschland werde eine Annuität von 2 bis

2,2 Milliarden Mark annehmen."

Durch diese Vorgänge war der Charakter der Pariser Sochverständigen-Konferenzals einer Zusammenkunft unabhängiger Sachverständiger von vornherein verfälscht" und die Konferenz wurdelediglich ein Deckmantel für politische Entschlüsse." So war es ein wenig erfreuliches Bild, das die Pariser Sach- vcrständigenkonfercnz bot. Die deutschen Sach­verständigen kämpften auf .verlogenem Posten". Der Plan der Pariser Sachverständigen, der ohnehin schon Deutschland kaum tragbare finan­zielle Lasten aufbürdete, wurde in der Zwischen­zeit bis zur Haager Konferenz durch die verschie­denen Zusatzabkommen, so durch das deutsch-

Ist DkuWIand für die Abrüstungskonferenz vorbereitet?

Oie Unmöglichkeit des Konventionsentwmfs. - Wo bleibt die deutsche Gegenwirkung? Oeuffchlands Kampf gegen das zweierlei Recht.

Berlin. 7. März. (OB.) Oberst a. D. von Oerhen beschäftigt sich in einem Artikel der Germania" mit dem stonoentionsent- wurf der vorbereitenden Abrüstungs- k 0 m m i s s i 0 n. Die Anwendung des Schema» de» vorbereitung^ausschuise» könne zu keiner herab- chung der europäischen Rüstungen führen, weil da» Schema an den wirklichen Rüstungs­urfachen oorbeigehe und nur einige Symp­tome der Rüstung erfasse, weil die Formulierung der Artikel so spitzfindig sei, daß sie dem 21 b - rüstungswillen weit entgegentom- men. Der Entwurf muh vor der Abrüstungskon- erenz durch einen anderen Entwurf er- c h I werden. Stillschweigen wäre ein großer Feh­ler. Der öffentlichen Kritik wäre ein anderer beise- rer Entwurf zu unterbreiten wir bekämpfen die Genfer M hgeburt, weit sie die Abrüstungekonfe- renz von vornherein auf einen Holz­weg sührt wir bekämpfen den Abrüstungsentwurf, nicht, wett er für Deutschland besonders ungünstig wäre, sondern wir bekämpfen seine Unzulänglich­keit im Interesse der gesamten europäischen Völker- amilie.

Oberst v Oerhen wendet sich gegen die Betrieb­samkeit Ler Länder, die in dem Genfer Schema den Stein der Weißen gefunden zu haben glauben und ü'-erall diese Ueberzcugung verbreiten. Er bedauert, daßbisherjedeGegenwirkung gegen diese Propaganda, auch von deutscher Seite au«, unterblieben ist. Deutschland fordere gleiches Recht, nicht Gleichstellung. Ls erscheine geboten daß Deutschland in bezug aus den Umfang seiner Rüstun­gen auf der Abrüttungskonserenz jede» ver­nünftige Entgegenkommen zeige. Un­möglich sei dagegen, daß Deutschland jemal» seine Zustimmung dazu gebe, auch in Zukunft nach einer anderen Methode behandelt zu werden als die anderen Länder 3n der Frage der Aufrüstung mag es in Deutschland zweierlei Mei- n"ngen geben in der Frage der Devlacie- rung nicht. Linen Ausschluß aus der Reihe der großen Rationen könnte Deutschland nur damit be­antworten. daß es den Ort verliehe, wo man diesen Ausschluß verkündete, der dem Völkerbunds­gedanken ins Gesicht schlüge.

Oie Flottenverbrüderung.

Auslausch von Liaatsßefuchcn in Rom nnd Paris

Paris, 7. März (WTB. Funkspruch.) Rach einer imPetit Parisien" veröffentlichten Agen- turmelt-ung aus Rom versichert man in italieni­schen Marinekrci'crn. daß wahrscheinlich demnächst die französische und italienische FlotteinSpeziabzw. ToulonBesuche austauschen werden. Diese Flottenbe.uch« würden die Einigung in der Seeab­rüst ungssrage besiegeln Hieraus würde ein Besuch des Präsidenten der fran- zösischcn Republik in Rom und ein De- such des Königs Viktor Emanuel in Frankreich folgen.

Oie ersten Vorbereitungen zur Abrüstungskonferenz.

Genf, 6.März. (WTB.) Der General- sekretär des Völkerbundes hat an die Regierungen ein Z r?u ar^chccibrn g r'.ch et. worin er um Angab.n über die voraus:ichtliche Zusammensetzung der Delegationen für die Abrüstungskonferenz im Fearuar 1932 bittet. Bekanntlich soll der Völleröundsrat auf seiner Tagung im Mai den Ort für diese Konferenz endgültig festsetzen. Vorläufig ist Gens in Aussicht genommen. Jedoch haben gerade in den letzten Tagrn wi-der andere Städte, z.B Cannes und Bar celona. den Antrag gestellt, daß die Konferenz dort ab­

gehalten werde. Um einen Uebcrblick über die räumlichen Anforderungen zu erhalten, hat nun der Generalsekretär die Regierungen aufgefor­dert. ihm bis zum 15. April die annähernde Zahl und den Rang ihrer Hauptdelegierten und Stellvertreter sowie die Zahl der Sachverständi­gen, des technischen Personals und der Presse­vertreter mitzuleilen unter g'eichzeitiger Angabe, wieviel« Wohnungen, Arbeitsräume usw. be­nötigt werden.

Die Wehrpolilik des Stahlhelms

Tüstcrberg über Die Abrüstnngcko scre: z.

Karlsruhe, 6. März. (CNB.) Der zweite Bun­desführer des Stahlhelms, Oberstleutnant a. D. Düsterberg, sprach in einer Kundgebung des Stahlhelms über die Abrüstungskonferenz. Deutsch­land sei moral.sch und staatsrechtlich berechtigt, sei­nerseits die Wiederher st ellung seiner Wehrhoheit zu fordern, wenn die Siegerstaaten

nicht daran gingen, selbst abzurüsten Der Stahlhelm kenne denKrieg und wünsche den Frie­den, einen Frieden auf gleichberechtigter Grundlage Es sei daher ungerecht, wenn dem Stahlhelm kriegerische Hetze oorgeworsen werde. Die größte Kriegsgefahr erblicke er in unserer Wehrlosigkeit. Deutschlands Sicherheit beruhe auf Paragraphen, deren 2luslegung im Belieben der Sicgerftaaten stehe. In Sorge um die Zukunst so» dem wir, daß die verantwortlichen Staatsmänner, insbesondere der Neichswchrminister, unser Volk über die Tragweite der kommenden Entscheidungen oufklären und auch im Ausland Aufklärung schaffen. Wir verlangen mindestens zur Wahrung der be­waffneten Neutralität die Vermehrung der Reichs- wehr auf 300 000 Mann, Verkürzung der Dienstzeit und Ausrüstung mit modernen Kampfmitteln. Zn diesem Sinne müßten unsere Staatsmänner eine aktive Außenpolitik treiben. Die Jugend sei in den Dienst der militärischen Erziehung zu stellen.

Llm den deutschen Oom in Riga.

Einheitsfront aller Bekenntnisse gegen den gep'anten Kirchenraub.

Riga, 6. Mörz. (TU.) Gegen die geplante Ent­eignung der deutschen Domkirche zu Riga haben die Führer der Kirchengemeinsch^ften aller Rationalitäten und Bekennt­nisse ihre Stimme erhoben. Der lettische lutherische Bischof D. Irbe, verweist in seiner Unterredung mit einem lettischen Journalisten auf seine wiederholte öffentliche Stellungnahme, die be.anntlich in einer entschiedenen Ableh­nung des Kirchenraubes gipfelte. Er betont den politischen Charakter der ganzen Ange- Icgenheit, und erklärt, sich in keine ..abenteuerlichen Unternehmungen" gegen die Deutschen einlassen zu wollen. Der deutsche lutherische Bischof D. P 0 eIchau ist persönlich bei den höchsten Re­gierungsstellen des Landes gegen das geplante Un­recht vorstellig geworden. Der Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Pom­mers, undderBischofder römisch-katho- lischen Kirche Lettlands^ Ranzan, haben beide erklärt, daß sie eine Einmischung des

Staates in der Domkirchenfrage für unstatthaft halten, da es sich ganz um eine innere Angelegen­heit der evangelischen lutherischen Kirche handele. Welche Formen der Presiefeldzug gegen das Deutsch­tum in Lettland bereits angenommen hat, zeigt ein Aufruf, der dem Rigaer BlattJauakas Zinas" zu­gesandt worden ist und von diesem kommentarlos veröffentlicht wird. In diesem Aufruf, der von Deutschenhaß strotzt, heißt es u. a.:Wir verlangen, daß die deutschen Privilegien und alles deutsche Besitztum in die ösfent- liche Hand übergeht und dem Staate zur Verfügung gestellt wird Wir verlangen, daß die (deutsche) Klique, die mit dem lettischen Volk nicht zusammenzuleben versteht, und nicht zusam- menleben will, außerhalb des Gesetzes g e ft e 111 wird " Dieser Aufruf stellt bisher den Höhepunkt der Deutschenhetze in Lettland dar. Es bleibt zu hoffen, daß der gesunde Instinkt des let­tischen Volkes diese skrupellose Hetze adlehnt.

polnische Liquidationsabkommen, dem ähnlich« Verträge mit anderen Kriegsgegnern folgten, noch weiter verschlechtert. Durch die Einsügung der Sanktionsklausel endlich wurde der wirtschallliche C.)arakter, den der Voung-Plan haben sol te. vcllends v rändert.

In dem Schlu' kapitelOrdnung od r ChaoS" untersucht Schacht, indem er g'eichzeit g positive Vorschläge macht, die augTnb.ickliche Lage und ihre Möglichkeiten. Es gebe nur zwei Möglich­keiten, aus dem Chaos wieder herauszukommen, eine moralische Wiedergeburt, Besei­tigung der unmoralischen Grundlagen des Dik- tats von Versailles oder aber den Sieg der wirtschaftlichen Vernunft, dergestalt, daß die Gläubigermächte auf Reparationen ver­zichten oder aber Deutschland die Möglichkeit geben, die Repara ionssumme durch seine Wirt­schaft zu verdienen. Das könne geschehen durch .Erweiterung des Wirtschafisraumes in Europa, Ermöglichung selbsterarbcit ten Rohstoffbezuges durch Rückgabe der deutschen kolonialen Ge­biete und endllch Schaffung neuer Absatzmög-