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Oie Aussichten -es Volksentscheids

Wie die preußische Regierung sich die Entwicklung denkt. Das Kabinett Braun will bis zum Zanuar weiter amtieren.

lungnahme mit allen in Betracht kommenden Kreisen über die zu treffenden Matz regeln zu beraten. Lieber die Wiederher- stellung des vollen Zahlungsver­kehrs auch für Sparkonten der Danken, Genossenschaften und bei den Sparkassen erwartet man voraussichtlich für Samstag eine neue Verordnung. Hinsichtlich der Reichsaufsicht für das Dankgewerbe sind die Verhand­lungen noch nicht weiter gediehen.

Berlin, 5.Aug. (2BIB.) Amtlich. 3m Zu­sammenhang mit den Absichten der Reichsregie­rung nach Schaffung von Einwirkungsmöglichkeiten auf dem Gebiete des Bankwesens hat es sich al« notwendig erwiesen, auch für die Sparkassen und die kommunalen Kreditinstitute gesetzliche Grundlagen für eine möglichst zweckmäßige Ausgestaltung der Organisation zu schaffen. 3n dieser Richtung gibt die Rotverord- nung, die heute erlassen worden ist, der Reichs- regierung die Ermächtigung, die erforderlichen TNah- nahmen entweder selbst zu treffen oder sie auf die obersten Landesbehörden zu übertragen. 3n Verbin­dung damit steht das verbot für die Spar­kassen und G i r o v e r b ä n d e, künftig neue Kredite irgendwelcher Art an die öffentlich-rechtichen Körperschaften bisaufweitereszugewähren. wenn auch diesen Krediten eine besondere Sicherheit dadurch zukommt, dah für sie die gesamte Bevölkerung der kreditnehmenden Körperschaften mit ihrer Steuer­kraft einzugestehen hat, fo scheint doch diese Matz- nähme unter dem Gesichtspunkt der er- höhten Liquidität der genannten In­stitute wünschenswert. Die Ermächtigung, lv e ch - selverbindlichkeiten einzugehen, ist in der Rotverordnung den genannten Kreditinstituten nur insoweit erteilt worden, als die oberste Landes­behörde dies zuläht. Bei derartigen Bestimmun­gen der Landesregierung ist zunächst nur daran ge­dacht, den Sparkassen die Möglichkeit zu geben, Kre­ditunterlagen zu beschaffen, um durch Vermittlung der Akzept- und Kreditbank die nötigen Kasfenmittel oufzunehmen. Line Erweiterung über diesen Rah­men hinaus kommt nicht in Frage.

Oie Meinung der presse.

Berlin, 5. Aug. (ERB.) Die Morgenblätter erörtern die Auswirkungen der neuen Rotver- vrdnung über die Spar- und Girokassen. Die Russische Zeitung" (Dem.) verweist dar­auf, dah die Regierung sich nicht weniger als das Recht reserviere, die gesamte Organisation deS Sparkassenwesens nach ihrem Ermessen neu au ordnen. Wenn man die Sparkassen von den Äommunen loslöse, müsse man allerdings den Gemeinden, die heute die schwächsten öffentlich- rechtlichen Körperschaften des Reiches sind, auf andereWeise Mittel zuführen. Die Gemein­den seien durch die Fürsorge für die Wvhlfahrts- erwerbslosen über ihre Kräfte belastet. Die Folgen aus diesem untragbaren Zustand mil­dere man nicht dadurch, dah man ihnen noch die

letzten Quellen versper re, aus denen sie sich bisher, wenn auch auf dem Kreditwege, Mit­tel verschaffen konnten. Auch dasBerliner Tageblatt" (Dem.), das in der Verordnung die Voraussetzungen dafür sieht, dah der Apparat der Sparkassen und kommunalen Kreditinstttutr allmählich in neue und feste Formen überge­führt wird, äuhert Bedenken im Hinblick auf den Kreditbedarf der Kommunen. Aehnlich äußert sich derVorwärts" (Soz.), der glaubt, dah in der nächsten Zeit den Städten das Geld für Arbeiterlöhne, Beamtengehälter und besonders auch für die Llnterstützungen fehlen werde. Das Reich werde die Verantwortung auherordentlich ernst zu prüfen haben, die es mit dem Verbot auf sich geladen habe. Es werde jetzt handeln müssen.

DieGermanin" (Zentr.) unterstreicht, dah durch die neue Verordnung den Sparkassen der Weg zu der neuen Akzept- und Ga­rantiebank und der Reichsbank ge­öffnet und damit eine der Hauptvorbedingun­gen für die Wiedereröffnung des vollen Zah­lungsverkehrs auch bei den Sparkassen erfüllt wird. DerDörsen - Cou ri e r" (dem.) spricht von einerR ah m e n r e gelu n g", die die gesetzlichen Voraussetzungen für einen neuen Aufbau von Teilen des Sparkassen­wesens schäfte. Eine völlige Trennung von Sparkassen und Kommunalverwaltungen wäre schon deshalb unbillig, weil die Konnnunen und Kommunalverbände ja die Garantte für die ge­samten Spareinlagen gewährleistet Hütten.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" (Volkspartei" ist der Auffassung, dah die Rot­verordnung eine weitere Sicherung dagegen ge­troffen habe, dah politische Gi-nflüsseaus den Kommunen zu einem unwirt­schaftlichen Mißbrauch dieser Kapi­talreserven der deutschen Volkswirtschaft führen. Auch diese Mahregel werde zur Gesun­dung des Kredits und zur Wiederherstellung des Vertrauens beitragen. DerLokalanzei­ger" (Hugenberg) glaubt, dah die Kommunen nunmehr ohne weitgehende energische Sparmahnahmen und einen Abbau der wirtschaftlichen Betätigung kaum aus­kommen würden. Man werde dabei darauf sehen müssen, die Spargelder sicherzustellen, die jetzt schon als Anleihen an die Kommunen geflossen und als kurzfristige Kredite notleidend geworden seien. DieDeutsche Zeitung" (deutsch- national) spricht von einemschweren Eingriff in die Kommunalwirtschaft", der zugleich der denkbar schwerste Tadel für die ganze konmrunale Finanzwirtschaft der letzten Jahre sei. Diese in einer gesetzlichen Maßnahme liegende Mißbilli­gung sei leider in hohem Mähe gerechfterttgt.

mmzministerium geregelt werden. Zu Len Arbeiten deS Reichskabinetts, die sich mit dem Selbst - Hilfeprogramm beschäftigen, verlautet in un­terrichteten Kreisen, daß entgegen den bisherigen Annahmen die Arbeiten längere Zeit in Anspruch nehmen dürsten. Man rechnet nicht mehr damit, daß eine Solbsthilfe-Rotverordnung noch im Au­gust veröffentlicht wird. Die Reichsregierung braucht deshalb längere Zeit mit diesen Arbeiten, well sie Wert darauf legt, in eng st er Füh -

für durchaus möglich, dah Landtagswahlen, die im Dezember stattfinden, ein ganz anderes Ergebnis zeittgen könnten als der Volksent­scheid im August. Es wäre deshalb denkbar, dah die Staaisregierung es dem neuen Landtag über­lassen würde, das Kabinett zu stürzen. Er hätte dann die Aufgabe, den neuen Minister­präsidenten zu wählen, der nach der Staatsver-. fassung die Minister ernennt. Run konnte der neue Landtag so zusammengesetzt sein, dah sich zwar eine Mehrheit für den Sturz des Kabinetts, aber keine für die Reubildung der Regierung fände. Ein solcher Zustand ist durchaus wahrscheinlich wenn man an das Bei­spiel des Reichstages und die gleichen Vorgänge in Bayern, Sachsen und Oldenburg erinnert. Ebenso wie in diesen Ländern mühte das Kabi­nett Braun die Geschäfte weiterführen, bis der Landtag imstande ist. einen neuen Mi­nisterpräsidenten zu wählen.

Befürworter

des Volksentscheids.

Berlin, 5. Aug. (ERB.) Unter Bezugnahme auf die Ausführungen des Reichs­kanzlers über seine Stellungnahme z. m Volks­entscheid haben im Anschluß an die Kundgebung des Stahlhelms die nachstehend genannten Per­sönlichkeiten folgende Erklärung abgegeben:

Als Staatsbürger nicht als Parteipolitiker erklären wir dem preuhischen Volk, dah es uns am 9. August an der Wahlurne sehen wird. Richt Vertuschung der partei­politischen Gegensätze ist das Gebot der Stunde, sondern Klärung der wahren Volks- me i n u n g , die allein die Voraussetzung schassen kann für eine diese Gegensätze überwindende schöpferische Synthese."

Diese Erklärung wurde unterzeichnet von fol­genden Persönlichkeiten: Bethge, Dr. Martin Blank, von Dommes, Düsterberg, Graf Olden­burg-Wicken, Graf von der Goltz, Heye, Dr. Hu­genberg, von Jena, Graf Kalckreuth, Kirdorf, Freiherr von Landsberg, Dr. Lübbert, von Mackensen, Dr. Maretzky, von Mvrozowicz, Fried­rich Reinhart, Franz Seldte, Dr. Hjalmar Schacht, von Sybel, Freiherr von Watter, Baron Wedel, Winnig.

Ein Aufruf her RGOAp.

München, 5. Aug. (TU.) Die Pressestelle bei der Reicksleitung der NSDAP, veröffentlicht zum Volksentscheid in Preußen einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: Entscheidung in Preußen ist Entschei­dung für das Reich. Preußische Nationalsozia­listen, mit unbegrenztem Vertrauen schaut das na­tionale und schaffende Deutschland auf euch. Auf

Berlin, 5. Aug. (ERB. Eigene Meldung.) In Kreisen, die der preußischen Staatsregierung nahestehen, rechnet man beim Volksentscheid mit etwa 10 Millionen Stimmen, betont dabei aber auch, das eine Reihe von Imponderabilien mit* spielen, die sich vorher nicht genau abschähen las­sen. Theoretisch liegen die Dinge zahlenmäßig fol­gendermaßen: Die hinter dem Volksenftcheid stehenden Parteien haben bei der Septem- b e r w a h l annähernd 12,6 Millionen Stimmen aufgebracht. Wenn der Volksenftcheid Erfolg ha­ben soll, so müssen mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten mit 3a stimmen. Am 14. September belief sich die Zahl der Stimm- berechtigten auf 26,4 Millionen. Rach Schätzun­gen der amllichen Stellen wird sie am 9. August um etwa 450 000 bis 500 000 höher sein, so daß also etwa 13,5 Millionen Stimmen für den Erfolg de s V o lksen t sche i de s notwendig sind. Es kommt also darauf an, ob alle Anhänger der hinter dem Volksentscheid stehenden Parteien für den Volksentscheid stimmen, und ob diese Gruppen seit dem 14. September einen weiteren Zuwachs au verzeichnen haben.

3n der Presse ist die Situation so dargestellt worden, als müsse das Kabinett Braun sofort zurücktreten, wenn der Volksentscheiddurch- käme. Don der Regierung wird demgegenüber be­tont, dah sich die Abwicklung des Vvlksenftchei- des nach den gesetzlichen Bestimmungen technisch folgendermaßen vollzieht: Zuerst werden die Sftmmlisten dem Landeswahlleiter zugeführt. Der Landeswahlausschuh steNt dann nach Prüfung der Ergebnisse die Abstimmung fest. Damit dürfte er nach früheren Erfahrungen selbst bei schnell­ster Erledigung kaum vor Mitte Septem­ber fertig werden. Das von dem Ausschuß fest­gestellte Ergebnis wird dann vom Wahlprüfungs­gericht geprüft. Die Besftmmungen sehen ein Einspruchsrecht während eines Monats vor. Das Ende des Prüfungsverfahrens wird also nicht vor Mi tte Oktober zu erwarten sein.

Das Ergebnis wird dann dem Minister des Innern überreicht, der es veröftentlicht. Ist die notwendige Stimmen^ahl nicht aufgebracht, so ist die Abstimmung damrt abgeschlossen und erledigt. Ist die Mehrheit dagegen erreicht, so tritt jetzt die Auflösung des Landtages in Kraft. Die Reuwahlen, die innerhalb 60 Tagen stattfinden müssen, würden frühestens zu Beginn des Dezembers möglich sein. Der neue Landtag würde dann innerhalb von 30 Tagen im Januar Ausammentreten können. Bis dahin würde die Regierung (Braun die Staatsgeschäfte unter allen Llmständen wei­terführen. Für die weiteren Entschlüsse des Kabinetts würde dann entscheidend sein, wie die Landtagswahlen selbst ausgefallen sind. In Krei­sen der preußischen Staatsregierung hält man

Neuordnung des Gparkaffenwesens.

Eine Notverordnung verbietet den Sparkassen neue Kredite an Gemeinden und öffentliche Körperschaften.

euch ruhen die Augen aller Kämpfer für das Dritte Reich. Treibt die Säumigen, rüttelt die Müden auf, gebt den Hoffnungslosen wieder den Glauben an den Sieg. Mögen sie euch das geschriebene Wort verbieten, den Geist können sie nicht zwingen. Mit euch ist der Lebenswille und das Recht der Nation. Mit euch ist der unbesiegbar« Geist Adolf Hitlers. Mit euch ist Deutschland. Nehmt eure heilige Pflicht, unermüdlich Stunde für Stunde für eure Heber- zeugung zu kämpfen und zu werben, nicht als Bürde, sondern als eine ehrenvolle Ausgabe. Denkt und fühlt in diesen Tagen nichts anderes als das, was euer deutsches Gewissen und die Verantwor­tung vor der Nation euch vorschreiben. Stellt euer ganzes Sein und eure ganze Kraft in den Dienst der großen Sache. Tragt den preußischen Adler zum Siege, damit Deutschland aufersteht. Der Glaube versetzt Berge; aber der Will« zerbricht Ketten.

Zentrum und Volksentscheid.

Berlin, 4. Aug. (TLl.) Der Vorsitzende der Zentrumsfraktion des Reichstages, Dr. Perlt« t i u s , gibt zum Volksentscheid folgende Erklä­rung ab:Wenn etwas geeignet ist, die Rot­lage des deutschen Volkes zu verschärfen, so sind es innerpolitische Beunruhigungen, wie sie ge- genwärtig mit der Agitafton für den Volks­

entscheid hervorgerusen werden. 3u. einer Zeit fortgesetzten schwersten Ringens der Reichsregie­rung um die Freiheit Deutschlands bedeuten in- nerpolitische Kämpfe nicht nur unerwünschte Hem­mungen, sondern eine nicht verantwortbare Ge­fährdung der eingeleiteten außenpolitischen Ent­wicklungen, von denen für Deutschland alles ab­hängt. Die Zentrumspartei macht allen Ernstes auf diese Auswirkungen aufmerksam und muh die Verantwortung für die schon entstandenen und weiter entstehenden Folgen ablehnen. Die Zen­trumspartei hält es für eine selbstverständliche Pflicht eines jeden Parteimitgliedes, daß es aus Sorge um das Wohl des ganzen deutschen Vol­kes eine zwecklose politische Aktion ablehnt und dem Volksenftcheid fernbleibt."

Oie SpO. zum Volksentscheid.

Berlin, 5. Aug. (CNB. Eigene Meldung.) Der Vorstand der SPD. teilt mit: Der Vorstand beschloß am Mittwoch, allen preußischen Wählern und Wäh­lerinnen dringend zu empfehlen, dem Volksentscheid für die Auflösung des Preußischen Landtags fern- zubleiben. Wer sich durch Zwang irgendwelcher Art genötigt fühlt, dennoch zur Abstimmung zu gehen, möge durch Streichung der Worte Ja und Nein den Stimmzettel ungültig machen oder mit Nein stimmen.

Aus aller Well.

Schwere Ltnwetter am Nhein und in Süddeutschland.

Am Mittwoch gegen 18 Tlhr ging in der Gegend von Mehlem, Rolandseck, Oberwinter und Remagen ein furcht­barer Wolkenbruch nieder, der über dreiviertel Stunden dauerte und mit schwerem Hagelschlag verbunden war. Bei Mehlem ist auf der Eisen- bahnstrecke ein Dammrutsch entstanden. Alle Züge mußten zwei Stunden auf freier Strecke liegen. Die Gemeinde Mehlem war vollständig ohne Licht, wodurch die Rettungs- und Ber­gungsarbeiten sehr erschwert wurden. In Lin­ke lb ach (Kreis Ahrweiler) sind sieben Wohn­häuser und Scheunen von den Waftermafsen fortgeriffen worden. Diel Vieh wurde ab­getrieben. Die Menschen konnten sich nur mit knapper Rot retten.

Am Mittwochabend gingen auch überStutt- g a r t schwere Gewitter mit Wolkenbrüchen nie­der, die in vielen Stadtteilen, besonders in der Altstadt und in den östlichen Vororten zu f ch w e- ren Hochwasserschäden führten. Die Stra­ßen der tiefer gelegenen Stadtteile glichen reißen­den Strömen, die Plätze verwandelten sich in Seen. In verschiedenen Straßen wurde das Pflaster aufgerissen. Die Feuerwehr ist die ganze Rächt hindurch mit dem Auspumpen von Kellerräumen und Aufräumungsarbeiten be­schäftigt. Mehrere Straßen standen bis zu einem Meter unter Wasser. Aehnlich starke Wolkenbrüche haben in einzelnen Teilen des Landes, namentlich in der Gegend von Vai­hingen, Bietigheim und Marbach Lleberschwem- mungen gebracht. In Feld und Flur, in den Weinbergen, aber auch in den Ortschaften selbst ist der Schaden groß.

Schwere Gewitterschäden in Holland.

Ein besonders schweres Gewitter, das über Ost- und Mittelholland niederging, hat in ver­schiedenen Orten durch Blitzschläge große Schä­den verursacht. An drei Stellen wurden Per­sonen vom Blitz getroffen und ge­tötet. In Arnheim wurden vier Frauen und ein Soldat, die von einer Kanupartie auf dem Rhein zurückkehrten, beim Betreten der Landungsbrücke vom Blitz getroffen. Sie wurden zu Boden geschleudert und verloren die Besinnung. Der Soldat war a.u f der Stelle tot, während die vier Frauen mit mehr ober weniger schweren Brandwunden in das Kranken­haus gebracht werden muhten. Auch eine An­zahl anderer Personen, die sich in der Rähe der Llnglücksstelle aufhielten, wurden zu Boden ge­schleudert, kamen jedoch mit dem bloßen Schrecken davon. Mehrere Dauerngehöfte wurden ein­geäschert. In einem Gehöft kamen 17 Schweine in den Flammen um.

Blitzschlag in ein Mililärzell.

Im Militärlager von Sissone in der Nähe von Reims schlug der Blitz während eines heftigen Ge­witters in ein großes Militärzelt ein, in dem zehn eingeborene Soldaten aus Tunis Un­terkunft gesucht hatten, tötete sieben auf der Stelle und verwundete die anderen drei so schwer, daß einer von ihnen bereits nach der Einlieferung ins Militärlazarett starb, während die beiden anderen die Besinnung noch nicht wiedererlangt haben und mit dem Tode ringen.

Lin kalter Winter wird erwartet.

Der bekannte schwedische Meteorologe Sand­str ö m ist von seiner Reise nach Island zurückgekehrt, wo er die Temperatur des Golfstroms untersucht hat. Sandström erklärt, daß die Temperatur des Golfstroms, die für ganz Rordeuropa größte Bedeutung habe, um b re t Grad gesunken sei. Auf Grund der Angaben Sandströms wirb mit einem besonders kalten Winter in Rordeuropa gerechnet.

Lin Thüringer Dorf in Flammen.

Don einem Großfeuer wurde das Dorf Meh­mels bei Wasungen heimgesucht. Durch einen in einer Scheune entstandenen Brand, der sick mit großer Geschwindigkeit auf die Nachbargrundstücke ausdehnte, wurde der ganze mittlere Teil des Dorfes ergriffen und in Asche ge­legt. Die Feuerwehren der Umgebung müssen sich darauf beschränken, das Flammenmeer einzukreisen. Der Brand dauert zur Stunde noch an.

Die Ileberschwemmungskaiastropbe in Lhina.

In Schanghai glaubt man, daß die jetzigen Lleberschwemmungen die bisherigen bei weitem übertreffen, beim gegenwärtig seien 16 Pro­vinzen mit mindestens 50 Millionen Einwohnern in Mitleidenschaft ge­zogen. Ein sehr großer Teil der Reisfel­der des unteren Jangtse stehen unter Wasser und die Ernte sei vernichtet. Millionen Men­schen seien obdachlos. Die Zahl der Ertrunkenen stehe noch nicht fest. Die Katastrophe sei so groß, daß sie verhängnisvolle Rückwirkungen auf Han­del und Industrie ausüben müsse. In ganz Zen­tralchina waren die Regenfälle im ersten Teil des Sommers sehr stark; dazu kommt noch bas Anschwellen der Flüsse infolge der Schneeschmelze an der Grenze von Tibet. Die Instandhaltung der Deiche sei in früheren Zeiten streng durchgeführt worden, aber

seit der Revolution werde die Instandhaltung vernachlässigt. Diese Llnterlassung habe sich jetzt bitter gerächt.

Ruderboot gekentert. Drei Tote.

Bei einer Bootsanlegestelle in Gatosch bei Berlin kenterte ein mit sieben Personen besetztes Motor­boot. Vier der Insassen konnten durch die Feuer­wehr gerettet werden, die übrigen drei sind er- trunken. Die Toten sind der 36jährige Opern­sänger Paul Gerhard Ha n s e n, die 31jährige Frau I ä h n k e aus Gatosch und der Bootsmann Herbert Bartel.

Zwei Arbeiterinnen beim Brande einer Scheune umgekommen.

Bei Teutschenthal im Marisfelder Seekreis geriet ei ne große Feldscheune des dortigen Ritter­gutes während der Drescharbeit in Brand. Das Feuer griff so schnell um sich, daß sich die Arbeite­rinnen, die die Garben in die Dreschmaschinen reichten, nichtmehrinSicherheitbringen konnten. Zwei von ihnen erlitten so schwere Brand­wunden, daß sie ins Krankenhaus geschafft werden mußten. Dort sind sie ihren Verletzungen erlegen. Mehrere andere Arbeiterinnen wurden leicht verletzt.

Berwegener Bankraub.

In der Zweigstelle H ag e n o w der Mecklenburgi­schen Depositen- und Wechselbank verübten zwei Männer einen U e b e r f a U auf den allein an­wesenden Filialleiter Peters, den sie durch Be­drohung mit dem Revolver zwangen, mit erhobenen Händen die Beraubung zu dulden. Sie nahmen das Silbergeld der Tageskasse und Zehn- und Zwanzigmarkscheine, die in einem Lederbeutel verwahrt waren, mit sich. Die erbeutete Summe be­läuft sich auf ungefähr 1500 Mark. Der Bankleiter Peters versuchte, einen der Räuber festzuhalten, und es gelang ihm auch ihm die Waffe aus der Hand zu schlagen und den Mann zu Boden zu reißen. Den­noch konnten beide in einem kleinen roten Auto, das in der Nähe der Filiale waxtete, flüchten.

Nautilus" hat Bergen verlassen.

Die Polarexpeditton W i l k i n s hat Bergen an Bord desNautilus" verlassen. Als erster Hafen soll T r o m s ö angelaufen werden.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

lieber Westdeutschland, Holland und der Nordsee lagert die neue Störung, welche gestern über der Biskaya zu erkennen war. Durch sie werden wir in den Bereich ozeanischer Luft gelangen, |o daß das Wetter sich etwas wechselhaft gestalten dürfte. Je­doch sind dabei nur vorübergehend einzelne Gewitter­störungen ober Niederschläge au erwarten. Vorläufig bleibt es warm, wenn auch im ganzen leichter Temperatur-Rückgang stattfindet.

Vorhersage für Freitag: Warmes Wetter, teils wolkig, teils aufheiternd, einzelne Gewitterstörungen oder Riederschläge.

Vorhersage für Samstag: Etwas küh­ler, mehr wechselnd wolkig, noch vereinzelte Rie­derschläge oder Gewitterstörungen.

Lufttemperaturen am 5. August: mittags 29,1 Grad Celsius, abends 22,2 Grad, am 6. August: morgens 19,7 Grad. Maximum 29,1 Grad, Mini­mum 152 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. August: abends 27,8 Grad, am 6. August: morgens 20,4 Grad Celsius. Niederschläge 10,9 Millimeter. Sonnenscheindauer 12Vi Stunden.

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