Einzelbild herunterladen

chen von acht Jahren, die Jüngste des Lehrers Comerell aus dem droben liegenden Dörfchen. Der Vater, selbst sehr musikalisch, hatte seinem Regele eine kleine Teige gekauft und sie im Violinspielen unterrichtet, und bald setzte das kleine Schwarz» Waldkino icdermann durch sein wirklich gutes Spiel in Erstaunen. Wie diese kleine Geigerin in der Kurkapcllc des nahen Badeorts mitspielt und später sogar eine Hochschule für Musik absolvie­ren darf, dabei aber doch ein schlichtes, natürliches Schwarzwaldmädel bleibt, erzählt uns Tony Schumacher in der neuen Geschichte.

Aus fremden Ländern.

Äurt Hielscher: Dänemark, Schweden, Norwegen. Landschaft, Bau­kunst. DolkSleben, mit Geleitworten von Karin Michaelis. Selma Lagerlös und Sigrid ilnbfct. Preis Tanzl. 24 Mk. Verlag F A. Brockhaus. (480). Hielscher Hot die künstlerische Photogra­phie der Landschaft wenn nicht entdeckt, so doch populär gemacht. Seine ersten großartigen Bilder­bücherDas unbekannte Spanien", ,Deu schland". Oesterreich"Jugoslawien" u. a. hoben unS eine ganz neue Art des Schauens gelehrt. Mit dem intuitiven Auge des feinsinnigen Künstlers weiß dieser Meister der Kamera das Charakteristische der Landschaft zu erspähen und in unnachahmlicher Weise aus die Platte zu bringen. Wer die- neue Prachtwerk durchblättert und an Hand der Auf­nahmen inanch vertraute Stätte wieder besucht, dem ist dies mehr als Erinnerung, ganz neue Blicke tun sich auf, Eindrücke von eigenem Reiz und einer Eigenart, daß man vom Schauen nicht ge­nug bekommt. Die schrof'en landcha t.ichen und kulturellen Gegensätze der drei sich über mehr als 17 Vreitengrade ausdehnenden nordischen Länder, mit denen uns Deutsche so viele enge Beziehungen verknüpfen, werden erst hier in die­sem engen Rcbeneinander ganz deutlich. Von den sanft gewellten strotzend grünen Parks auf den dänischen Inseln über die lieblichen, von Kanälen durchzogenen und um große Seen gelagerten Land- schast^n Süd-und Mi: elschwcdens bis zu den ma­jestätisch ernsten F örden Rorwegcns, dcn feier­lich einsamen Wäldern Rordskandinaviens und der weiten, stevpenartigen HochsläHe Lapplands wird jede Landschaft im Bilde vertraut. ®ie Königs­schlösser und H.rrensitze auf Seeland und in Schwe­den. die urwüchsige, kraftvolle Bauernkuliur dieser Länder und Zelt und Hütte des nomadisierenden Renntierhirlen koch oben in Lappland schrosfere Gegensätze dazu sind kaum denkbar. Stockholm und Kopenhagen, der stolze Dom zu Roskilde mit den

I Gräbern der dänischen Könige, die krustigen Rui- I nen Gisbys aut Wvtland. die einzigartige Holz­architektur in Bergen, und dazw schen immer wie­der Wasser. Walser in den herrlichsten Tönungen und Farben. Das schönste Buch zum Pläncmachen in die nordische Wunderwelt der Wälder und Seen, der Morde und Felsen.

Rätsel der Gobi. Bon Sven Hedtn. (Verlag von F. 2. DrockhauS. Leipzig. Gebunden 15 Mark. 231.) - Der große schwedische For­scher bringt in diesem bedeutenden Werke 74 Abbildungen nach Aufnahmen und Zeichnungen des Verfassers und seiner Mitarbeiter, sowie zwei vierfarbige Karten bereichern es die Fortsetzung der Großen Fahrt durch Innerasien in den Zähren 1928 33 Sven Hedin erklärt in denRätseln der Gobi", und man merkt ihm seine Erschütterung deutlich an. daß seine Gedanken vor den Per­spektiven. die ihm die Entdeckungen in der Wüste Gobi eröffneten, wie von einem Schwindel er­faßt wurden. Das Pflanzen-, Tier- und Men­schenleben schrumpfte vor dem Maßstab der histo­rischen Entwicklung der E.de au Sekunden zu lam­men. Gr hat den sicheren Eindruck gewonnen und ist fest davon überzeugt, daß Asien die Wiege der Menschheit ist. Diese Erpedition. die auch an äußeren Gefahren einer abenteuerlichen Odyssee ähnelt es sei nur vermerkt, daß man der Expe­dition die Schuld an der Ermordung des General- gouvemeurs von Sin-kiang beimaß. daß man sie für eine feindliche Armee (!) hielt, daß einer ihrer chinesischen Teilnehmer in einem Wahn­sinnsanfall sich und seinen Diener zerstückelte^ daß ein anderes Mitglied der Expedition an der Spitze einer chinesischen Po izeltruppe eine Räub.'.bande vernichtete diese Expedition also ist die glanz­volle Krönung der fast 40:ährigen Arbeit Hedins im Dienste der Forschung. Der Wechsel der Schick­sale vermag diesem Großen der Wissenschaft kaum noch etwas anzuhaben. Gr hat sich in seinem buntbewegten Da'ein eine große Abgeklärtheit er­worben, die höchste Reife des Menschentums be­deutet. So übertrifft diese- WerkRätsel der Gobi" die früheren Bücher Sven Hedins noch in­sofern, als der Autor gleichsam über das Leben hinausgestiegen ist und es auch in den widerwär­tigsten Lagen mit asiatischer Ruhe und Humor betrachtet. 3a, mehr noch, dieser seltene Mensch ist beinahe schon zu einem Teil Asiens gewor­den, et fühlt sich mit ihm im Innersten eins. Wie sagt er doch an einer Stelle seines Buches:3ch bin an einem Sonntag in London einsamer, als mit ein paar Asiaten mitten in der Wüste Takla- makan ..Die Seele Asiens spricht aus Sven HedinsRätsel der Gobi".

Wirtschaft.

Oer Reichsbankausweis Ultimo November.

Berlin, 2.Dez. (WTB. Funkspruch.) Rach dem Ausweis der RetchSbank vom 3 0. Rovember hat sich in der LUtimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 437,4 Millionen auf 4314,2 Millionen Mark c r - höht. 3m einzelnen haben die Bestände an Handclswcch'eln und -schecks um 246,3 Millionen auf901,3 Millionen Mark, die Lombardbestände um 135,3 Millionen auf 254.3 Millionen Mark zugenommen. Die Bestände an Reichsschah- wcchseln, die am Schlüsse der Vorwoche 30 000 Mark betragen hatten, werden mit 55,7 Mil­lionen Mark ausgewiesen

An Reichsbanknoten und Renten- bankscheinen zusammen sind 374,9 Millionen Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 363,4 Millionen auf 4640,6 Millionen Mark, der- jen gc an Rentenbankscheinen um 11,5 Millionen auf 420,1 Mi.lionen Mark erhöht. Dementspre­chend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbamfcheinen auf 7,3 Millionen Mark ver­mindert. Die fremden Gelder zeigen mit 503,1 Millionen Mark eine Zunahme um 81,7 Mil­lionen Mark.

Die Bestände an Gold und b e d unge­fügigen Devisen haben sich um 0,9 Millio­nen auf 1175,2 Millionen Mark vermindert. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 3,6 Mil­lionen auf 1004,9 Millionen Mark abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,7 Millionen auf 170.3 Millionen Mark zugenommen.

?ic Deckuna der Roten durch Gold und heckungssähige Devisen beträgt 25,3 Prozent, gegen 27,5 Prozent in der Vorwoche.

* D i e Reichsindexziffer für die Le­be n s h a l t u n g s k o st en im Rovember. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungs­kosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuch­tung. Bekleidung undsonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen ReichSamts für den Durchschnitt des Monats Rovember auf 131,9 gegenüber 133,1 im Vor­monat: der Rüdgang beträgt somit 0.9 v. H. An dem Rüdgang sind hauptsächlich die Bedarfs­gruppen Ernährung und Bekleidung beteiligt. Es sind jurüdgegangen die Indexziffern für Ernäh­rung um 1.3 p. H auf 121,8, für Bekleidung um 1,7 v. H auf 131,9, fürsonstigen Bedarf" um 0.5 v. H auf 181,5. Die Indexziffer für Woh­nung bat sich nicht geändert. Die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung ist mit 149,0 nahezu unverändert geblieben. In der Gruppe Ernäh­rung sind hauptsächlich die Ausgaben für Fleisch und Fleischwaren sowie für Milch und Milch- erzeugnisfe zurüdgegangen. Die Preise für Eier, Kartoffeln und Brot haben Im Reichsdurchschnitt angezogen.

Schalterschließung der Frankfur- ter Bank für Handel und Grundbe- s i tz. Die seit 1918 beftebenbe Bank sür Handel und Grundbesitz in Frankfurt a. M., eine Grün­dung des Frankfurter Harts- und Grundbesitzer- veretns. hat gestern ihre Schalter geschlossen. Die 'Bank strebt einen gerichtlichen Vergleich an. 3n den Derwaltungskreifen der Bank hofft man, die Einleger bei einer ruhigen Abwicklung voll befriedigen zu können.

(^timmungsmäßig schwächer

ate kursmaßig.

Berlin, 2. Dez. «WTB. Funkspruch > Das Hauptinteresse konzentrierte sich auch in, heutigen Büroverkehr auf die Bewegung des eng­lischen Pfundes. Da bisher kein zuverlässiger Kurs zu hören ist, übt man ichnnbar seitens bei Spekulation Zurückhaltung und beschrankt sich auf die Besprechung der sonst vorliegenden Momente

lieber die Frage des Termins der A b r ü ft u n g s - konferenz ist noch keine Entscheidung gefallen. Das Communiqus der SPD. rief in gewissem Sinne eine Enttäuschung hervor, da es entgegen den gestrigen Gerüchten in einer besonderen Scharfe die Unzufriedenheit erkennen läßt, ohne daß dar­aus jedoch irgendwelche Konsequenzen gczogem wer­den könnten. Auch über den Fortgang der Verhand- lungen betreffs der Notverordnung war nichts Neues zu erfahren. Man rechnet damit, daß wenig­stens die wichtigsten Teile bis Ende der Woche fertiggestellt sein werden. Die Gerüchte über die bevorstehende Großbankenfusion erhalten sich Neuyork war wieder schwach, und auch sonst lag nichts vor, was der schwächeren Grundstimmung hätte entgegenwirken können. Auch der Reichsbank­ausweis per Ultimo November brachte keine An­regung. Die Devisensituation des Noten- i n ft i t u t e s ist zwar wenig verändert, und die Bestände an Gold und Devisen haben um nur 0,9 Millionen abgenommen, die Deckung hat sich aber trotzdem auf 25,3 gegen 27,5 v. H. verschlechtert, da der Notenumlauf eine Vermehrung um rund 375 Millionen erfahren hat. So war die Tendenz heute stimmungsmäßig schwächer als kurs­mäßig, denn bei im allgemeinen sehr ruhigem Geschäft traten gegen die schon niedrigeren gestri­gen Abendkurse 1- bis 2prozentige neue Rückgänge ein. Etwas stärker angeboten waren Reichsbank und Danatbank. Eine Verstimmung ging sicherlich auch von der Ueberlegung aus, daß die Ab hangigkeit Englands von Frankreich durch die Pfundentioertung von Tag zu lag größer werde und daß dadurch auch die deutsche Stellung bei den bevorstehenden Finanz­verhandlungen geschwächt sei. Auch der Pfandbrief­markt konnte sich der schwachen Gesamtftimmung nicht entziehen: 8prozentige Goldpfandbriefe ver­loren erneut 1 bis 2 v. H., die weniger hochwerti­gen machen waren wieder stärker angeboten und teilweise unverkäuflich. *

Frankfurt schwach.

Frankfurt a. M., 1. Dez. Der heutige tele- phonifche Freiverkehr zeigte nach der vorherge­gangenen Aufwärtsbcweegung wieder ein recht schwaches Bild, nachdem bereits am gestri­gen Rachmittag ein leichter Tendenzumschwung eingetrcten war. Reben der schwachen Veranla­gung der deutschen Bonds an der Rcuhorker Börse verstimmte auch die anhaltende Schwäche des englischen Pfundes. Die bisher be­kanntgewordenen Einzelheiten der kommenden Rotverordnung wirkten äußerst de­primierend. wie überhaupt die ganze innen- und außenpolitische Situation wieder mcor in den Vordergrund gerückt wurde. Bei sehr geringem Dlmsah Brodelten die Kurfe weiterhin durchschnitt­lich um 1 bis 2 Prozent ab, obwohl die Abgaben im allgemeinen ziemlich klein waren. Mehr ab» geschwächt waren Rcichsbankanteile, die auf an­gebliche Auslandvcrkäufe etwa 3 Prozent cin- bußten. Elektrowerte verzeichneten Rückgänge bis zu 2 Prozent, wobei die halbierte Dividende bei RWE. ungünstig aufgenommen wurde. Rur Licht & Kraft lagen relativ fest und gewannen etwa 1.5 Prozent, da man hier die Dividendenaussich­ten etwas besser beurteilt. I.-G.-Farben schwäch­ten sich unter Schwankungen um 1,5 Prozent ab. während Montan-, Bank- und die übrigen Werte säst geschäftslos lagen und nur Bruchteile eines Prozentes verloren.

Am Rentenmarkt blieb die Stimmung ge- d r ü d t Die Erörterungen hinsichtlich der ge­planten Kapitalertrag-fteuer waren weiterhin ein störender Faktor. Die Kurse gaben bei kleinem Geschäft allenthalben um etwa 1 Prozent nach, lediglich 8prozentige Frankfurter Hdpothekenbank- Doldvfandbriefe fanden etwas bessere Aufnahme Liquidationspfandbriefe lagen heute erstmals mehr tm Angebot und teilweise bis zu 1,5 Pro­zent niedriger Die übrigen Gebiete des festver­zinslichen Marktes verzeichneten kaum Geschäft.

Die Flucht aus dem Pfund.

Beunruhigung in englischen Zinanzkreisen. Frankreich, Holland unfr Amerika verkaufen.

London, l.Dez. (WTB.) Das Tempo des Pfund - Rückgänge- beginnt nun auch in englischen F i n a n z k r e i s e n Härtere Unruhe hervorzurufen. Bisher hatte man an­genommen, daß der faifonmäfuge normale Druck die Hauptursache für den Fall des Sterling bil­dete. Man hat überdies geglaubt, daß das Aus­land Realisationen seiner englischen Guthaben weitgehendft vermelden würde. Immerhin stellt sich aber heraus, daß die bisher zuversicht­lichere Auffassung im Innern vom Ausland nicht geteilt wird. De'ürchtun- gen einer weiteren Erhöhung des RotenumlaufeS, deren Bekanntgabe sür heute erwartet wird, bilden einen weiteren Dcnsfefaktor. Hinzu kommt, daß man mit der Herausgabe weiterer Schutz-Zollisten und damit neuer Steuern im internationalen Wa­renverkehr rechnet. Wie schon gestern, waren eS auch heute wieder Dlankoab gaben für französische und holländische Rech­nung. die die Hauptrerantwortung an dem neuen Pfundsturz trugen. Hinzu treten neuerdings auch amerikanische Verkäuse. Unter den gegenwärtig waltenden Umständen fragt es sich, wie lange die englischen Finanzbehörden bzw. die Bank von England ihre passive Haltung aufrecht­erhalten können. Ob man diesen Weg wählen, ober aber es mit einem Anziehen der Dislontschraube versuchen wird, muß abgewartet werden. Bei dem jetzigen Tempo des Fallens wird es immer Later, daß die Bemühungen der Regierung das interne Preisniveau aufrechtzuerha ton, l icht mehr lar.ge erfolgreich sein können. Das Publikum aeigt heute schon größere Rcigung, Sterling-Guthaben und die am leichtesten erhältliche Ware in Aktien umzuwandeln.

Blankoabgaben der Spekulation.

An den internationalen Devisenmärkten hat sich der Rückgang des Pfundes in schnellem Tempo weiter fortgesetzt. Die Befürch­tungen, daß der englische Bantnotenumlauf noch stärker erhöht wird, als man angenommen hatte, veranlaßte die Spekulation an einigen kon tinentalcn Plätzen, die sich bis vorgestern sehr zurückgehalten hatte. Blankoabgaben vorzunehrnen. In internationalen Devisenkreisen ist man über die weitere Entwicklung des Pfundes sehr pessimistisch gestimmt. Die Aufnahmelust war natürlich nur ganz gering, und so ging das Pfund, nachdem es mit 3,4075 gegen den Dollar gestern gcschiossen hatte, heute früh be­reits auf 3,3650 zurück, um sich später auf 3,2750 abzuschwächen. Wieder liegt der französische Frank dem Pfund gegenüber besonders fest, er stellte sich auf 83,65 (gestern Sch 87,13). Gegen Den Gulden ging das Pfund auf 8,13 zurück, gegen Brüssel auf 23,75 und gegen Zürich auf 16,85. Vie Reichsmark stellte sich in London aus 13.75 (gestern Schluß 14,3350), In Amsterdam auf 58,9750 und in Zürich auf 121,95. Der Dollar war inter­national ebenfalls leichter. Die Norddevisen lagen natürlich im Einklang mit dem Pfundrückgang eben­falls schwach.

Pfund gegen Reichsmark 14. DU

Am Nachmittag war das Geschäft in eng llschen Pfunden lebhafter; in Reaktion auf die starke Abschwächung (bis auf 3,2750 gegen

den Dollar) konnte sich eine leichte Erholung durch­setzen, und unter Schwankungen zog der Kurs vor­übergehend auf 3,3250 an, um Dann wieder auf 3,3025 nachzugeben. Gegen den Gulden stellte sich dös Pfund jetzt auf 8.24, gegen Paris auf 84,25, gegen Zürich auf 17,06, gegen Berlin 14 (höchster Rcichsmarkkurs in London heute 13,75) und gegen Brüstel auf 23,93. Der Dollar war international weiter etwas schwacher, die Reichsmark zog in Neuyork auf 23.80 an (gestern Schluß 23,75), in Amsterdam lag sie mit 58,90 und in Zürich mit 122 etwas fester Die Norddeviien waren am Nach- mittag weiter schwacher, die Südamerikaner dagegen eher fester.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. ZIL

1. fteymb't

2 OtvtnHi

CmtltA#

<*<!!>

J?»fwrun^ Fnt

C*H'nefCT« .

7.213

7 307

7 93

7.107

58 94

59.06

58.94

59 C-6

tirae

12.47

12.49

12.47

12.49

«jrjpeft .

73.28

73.42

73.28

73.42

2 olw . .

3.057

3.063

3.057

3 363

C>oHan6

169.13

169.47

169.43

169.77

Colo

77.42

77.58

76.17

76.33

RcornS -jte.

77.42

77.58

76.42

76.58

Stctfhoun

78.17

78 3?

76.67

76 83

fionnon

13.88

13.92

13 70

13.74

®urno« flirrt

.'.9-8

1.002

1.018

1.022

ReuDod

4.209

4.217

4.209

4.217

»tüftel

58.39

58.51

53.39

5151

pullen

21.68

21.72

21.68

21.72

i1 art« . .

16.47

16.51

16.47

16.51

cd)tvrt|

81.77

81.93

81.77

81 93

Spanten

35.16

35.24

15.16

35.24

Tanug

82-12

82.28

82.02

62'8

3>w«n

2.058

2.062

2.058

2.062

wtv ot 3an..

0.234

0.236

0 234

0.236

3undla toten.

7.393

7.407

7.393

7.407

Mtfiabon

12.69

12.71 Banknoten

12.39

12.41

Berlin, 1 ftetrnif-er

Seid

" 2Wef

rtmertlanildtt 9)oten . . .

4.20

4 22

Belat'tfre 91oien .......

58.23

58 47

tanifdir «ntn ........

77.25

77.55

Snflltidie Roi.-n ........

13.84

13.90

.vraryOHIdw -Roten .......

16 46

16.52

Oolidaonthe *}k :rn .......

168.76

169.44

3iallenb t^ Roten ......

florroefliltfie Roten .....

21.66

21.74

77.25

77.55

teudift-CeflenetA, 1 100d)UIhifl

fiurndntldie «Roten .....

2,48

2 50

Gdtroeolidte Roten ......

77.99

78,31

Sdttwuer Roten .......

81.59

81.91

oam|die Roten .......

34.93

35.07

Unfloriithe Roten

Reichsbankdiskont S v. ft., tombardzinsfuß 10 o ft. frankfurter (tktretbebörfc.

Frankfurt a. M., 2. Dez. An der Getreide­börse herrschte heute vollkommene Ge­schäftslosigkeit. da An.cgungen nicht Vorlagen. Indesien b.ieb die Unsich.rhc,t über die weitere wirtschaftliche und po itische Entwicklung bestehen. Das Angebot trat infolge der Zurück­haltung der Händ.erschaff stack in Erscheinung. Das Weizenmey g.schaft ftagn erte. auch Rog^en- mehl war merllich ruhiger. Futtermittel halten trotz des eingetrctenen Fcoslwe.ters kein Geschäft. Die Preise neigten allgemein weiter leicht zur Schwäche. Es wurden notiert: Welzen 225,53; Roggen 222 53 blS 225; Sommergerste für Drau- zw.'cke 175 bis 180: Hafer 135 bl» 162.50; Weizen­mehl. füöbM Spez. 0 35 75 b s 3d. 5; Rogzenmehl 31 bis 32,50; Weizenkleie 8 73; TtoggenLele 9,50 blS 9,75 Mark. Tendenz: ruhig

Buntes Allerlei.'

Goethe gibt eine Ohrfeige in Versen.

Einstmals kam der schon in vorgerückten Jahren befindliche Wirkliche Geheime Rat von Goethe aus Weimar in eine kleine Universitätsstadt und und trank im Ratskeller. In seinen Wein goß er sich ein wenig Wasser. Und das gefiel den um 'Nebentisch befindlichen Studenten nicht, die mehr für unocr wässerten Wein waren. Sie machten über den Gast und seine sonderbare Gewohnheit laut und deutlich recht abfällige Bemerkungen, die der alte Herr aber zu überhören schien. Schließlich zahlte er und gab dem Wirt dabei ein Zettelchen mit dem Auftrag, es den luftigen Herren am Nebentisch abzuliefern. Die waren nicht wenig vergnügt, als sie die Zuschrift des Sonderlings erhielten. Aber beim Lesen wurden ihre Gesichter immer länger:

Wasier allein macht stumm; das oeweisen im Wasser die Fische. Wein allein macht dumm.

das beweisen die Herren am Tische ... Und weil ich keines von beiden will sein, so mische ich gerne das Master mit Wein.

Goethe."

Schleunigst entschlossen sich die Studenten zur Zu­sammenstellung einer Abordnung, die um Entschuld! gung bitten sollte. Sie kamen aber zu spat; Goethe hatte mit seinem Wagen das Städtchen schon wieder verlassen ...

Walfischsang im Güdpolarkreis.

Nur eine verhältnismäßig kleine Flotte von Wal- fischfängern verlaßt dieses Jahr Kapstadt, das neue Zentrum der Walsijchindustrie, um in den SüDpolar- meeren Beute zu suchen. Nur drei Gesellschaften bc teiligen sich daran, und zwar mit sieben großen Fabrikschiffen und etwa 40 Walfischfängern Die Flotte des vorigen Jahres bestand aus 45 Fabrik­schiffen und mehr als 200 Dampfern, sie war die größte Dalfischftotte, die jemals auszog. Die Nor lucger beteiligen sich diesmal nicht am Fang, wett die vorhandenen Vorräte an Walfischtran zu groß sind. Hunderte von erfahrenen Walfi,chfängern sind in Norwegen müßig, und das Angebot von tüchtigen Bedienern der Harpunen-ZZanonen war so groß, daß si.- für geringeren Lohn arbeiten wüsten Immerhin ist die Prämie von 60 Mark für jeden erlegten Blau Wal immer noch bedeutend, wenn sie auch nur die Hälfte des früheren Betrages ausmacht, und-da jedes Schiff im Durchschnitt etwa 200 Walfische erlegt, io kommt für die Arbeit von sieben Monaten eine statt Itche Summe heraus. Die drei Gesellschaften, die dieses Jahr den Dalfischjang betreiben, arbeiten in erster Linie im Auftrage verschiedener großer Seifen febrilen, und man erwartet, daß nur etwa 50 000 Tonnen Iran gebraucht werden. Dos bedeutet die Erlegung von 3000 Walfischen, während im ver­gangenen Jahre 40 000 dieser Tiere abgeichlachtet wurden. Der Grund für dieses furchtbar« Gemetzel war die Befürchtung, daß dieamals neu entdeckten antarktischen Jagdgrunde rafch erschöpft fein würden. Run bat jid) aber durch die Untersuchungen verschie- dener wissenschaftlicher Expeditionen gezeigt, daß sehr

große Mengen von Walfischen im Südpolarkreise vorhanden sind und an eine Erschöpfung noch für viele Jahre nicht zu denken ist. Man rotU dahei in Zukunft nur noch soviel Tiere erlegen, als die Nach­frage erfordert, um auf diese Weise die jetzt herr­schende Ueberproduktion von Iran und anderen vom Walfisch stammenden Erzeugnissen zu verhindern.

'Drei neue Robinsons.

Drei Amerikaner sind soeben, wie Neuyorker Blätter berichten, in Balboa am Panamakanal an­gekommen, nachdem sie sechs Monate in vollkomme­ner Einsamkeit auf einer der Kokosinseln in der Südfee zugebracht hatten Es find dies der 54jährige Eimer Pallifer, der 21iährige Paul Stackwick und der 18jährige Gordon Brawner. Sie verließen San Diego in Kalifornien im Dezember des Vorjahres zu einer kleinen Fahrt mit ihrem Boot und wurden auf die Kokosinseln verschlagen. Dor einer Woche ent- deckte man sie, und das amerikanische Schiff Sacra- mento" brachte sie wieder unter Menschen Gezwun- gen, sich in ihrer Verbannung von Kokosnüssen, Wildschweinen und Fischen zu nähren, haben sie in dieser Zeit reichlich Fett angesetzt Dazu kam der Mangel an Bewegung. Ihre Kleider waren nach einem Monat abgetragen, aber sie schützten sich argen die feuchten Dünste der Nächte, wie sie in dieser tropischen Gegend herrschen, durch die Errichtung eines Ofens; das dazu notwendige Material fanden sie unter den Vorräten, die von früheren Insel- erforschern zurückgelafsen worden waren. Sie batten Büchsen, Munition und Fischereigerat au» dem Wrack gerettc Die Haifisch., die hier das Meer bevölkern, hinderten sie am Baden, obwohl sie einen kleinen Dinnenteich zum Schwimm gegraben hatten. Auch konstruierten sie ein primitives Fahrzeug für Fisch­züge. Es gelang ihnen ober nicht, einen der angeblich auf den jtokasiineln vergrabenen Schätze zu heben. Als die drei Einsiedler endlich von ihren Rettern ent- deckt wurden, waren ihre sonnverbrannten, nur von einem Lendenlchurz bekleideten Körper so tief ge­bräunt, daß sie sich kaum von den Stämmen der Kokospalmen abhaben.

Bunöfunfproqramm.

Donnerstag, 3. Dezember.

7.20: Früdkonzert 9.00 dis 9.30; Schulfunk: .Aus dem Leben für Staat und Wirtschaft" Ein Mikrophonbesuch in der Handelskammer. 12.05 Schallp attenkonzert. 15.33: Stunde der Ju­gend 16.30 Anierhaltungskonzert. 17 05: Rach- mittagskvnzert deS Rundfunkorchesters. 18.40: Zeitfraaen 1935: Wiesbadener Andreasmarkt. Mikrovdonbertcht von Georg W Manfred. 19.45: .Musikalische Grundbegriffe Einführung in ihr Wesen und ihre Bedeutung" von Hans Rosbaud.

kirchliche Nachrichten.

Katholische Gemeinden.

Donnerstag, den 3. Dezember

Gießen. 17.30 Uhr. Beichte.

Freitag, den 4. Dezember.

Gießen. 6.30 Uhr: Segensamt.