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Aus Oer Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 2.Oktober 1931.
Evangelische Eltern und evangelische Heimvolkshochschule.
Von H. Graefe, Hohensolms.
Seit tftoa einem Jahrzehnt treiben die evangelischen Heimvolkshochschulen schon ihre Dil- dungs- und Erziehungsarbeit, meistens in. ländlichen Schulheimcn, in allen Gegenden des deutschen Vaterlandes. Viele Eltern haben ihren Kindern schon eine Zeit der Weiterbildung im Volks- hochschulheim gewährt und haben es nicht bereut. Viele junge Menschen, junge Mädchen besonders, denken in großer Dankbarkeit an ihre Volkshochschulzeit zurück und sehen darin nicht nur eine schöne Erinnerung, sondern wissen um den bleibenden Wert davon für ihr ganzes Leben. Leider aber ist die Dildungsarbeit der evangelischen Volkshochschulheime in den evangelischen Kreisen längst noch nicht genügend bekannt. Darum sei hier einiges über die Eigenart dieser Vilüungs- stötten und ihre besondere Bedeutung für die evangelische Mädchenbildung gesagt.
Es ist der selbstverständliche Wunsch aller Der* antwortungsbewuhten Eltern, ihren Kindern eine möglichst gediegene Schulbildung und Ausbildung zu geben. In der gegenwärtigen Rotzeit gilt dies nicht weniger als sonst: eher ist es noch wichtiger geworden. Jedermann weih, daß die Anforderungen auf allen Seiten täglich noch steigen. Darum suchen auch die evangelischen Heimvolks» Hochschulen eine geistige und praktische Weiterbildung zu geben, welche wirklich für die Aufgaben des späteren Lebens vorbereitet. Viele junge Mädchen werden vor allem nach einer weiteren praktischen Ausbildung verlangen. Sie finden im Hauswirtschaftsunterricht der Heimvolks- hochschule Anleitung im bürgerlichen Kochen und in allen Hausarbeiten. 2m Handarbeitsunterricht geht es um Weih» und Kleidernähen sowie kunstgewerbliche Arbeiten. Zu den praktischen Rot- wendigkeiten gehört es weiter, daß man etwas versteht von häuslicher Krankenpflege und auch von der Pflege des Säuglings und Kleinkindes. Dem soll die Gesundheitslehre dienen und vor allem ein Krankenpflegekurs, der von einer Schwester geleitet wird, und der sich jeweils in den Gesamtlehrgang einfügt. Auch der Unterricht der Erziehungslehre sucht für praktische Aufgaben vorzubereiten, für die Aufgaben des Familienlebens, dessen Pflege doch die Hauptaufgabe der Frau zu allen Zeiten bleibt, sei es im späteren eigenen Familienkreise oder auch in einer sonstigen Hausgemeinschaft, in die man im Leben geführt wird. Aber jeder strebende junge Mensch hat, so wichtig die praktischen Dinge sind, auch ein Bedürfnis nach geistiger Fortbildung. Man möchte doch mehr wissen über sein deutsches Volkstum, über deutsches Geistesleben in Vergangenheit und Gegenwart, über Werden und Entwicklung der deutschen Muttersprache, über deutsche Dolkserzieher, Denker und Dichter: aber auch über die wirtschaftlichen Verhältnisse und ihren Zusammenhang möchte man besser unterrichtet werden. Dies alles ist in den Volkshochschulheimen Gegenstand der Deutschkunde und Bürgerkunde. Dabei wird stets sorgfältig ausgewählt, was wirklich im Leben brauchbares Wissen ist. 3n alledem unterschetdet sich freiwillig die Arbeit der Heimvolkshochschulen noch wenig von derjenigen anderer Bildungsstätten.
Welches ist aber noch die besondere Aufgabe, welche diese evangelischen Schulheime in der Mädchenbildung erfüllen möchten? Die evangelischen Heimvolkshochschulen möchten jungen Menschen über die geistige und praktische Weiterbildung hinaus auch helfen zu einer inneren Klärung und Festigung, damit sie auch den menschlich-sittlichen Aufgaben im späteren Leben gewachsen sein möchten. Während die meisten fachlichen Bildungsstätten alle Zeit und Kraft für die berufliche Schulung verwenden müssen, wollen die Heimvolkshochschulen den ganzen, also auch den inneren Menschen fördern und ihm zum Reiferwerden helfen. Wie notwendig gerade in der Gegenwart eine Klärung und Festigung für den jungen noch werdenden Menschen ist, bedarf keines Beweises. Darum wollen die Stunden evangelischer Lebens- und Weltanschauungskunde einführen in evangelisches Denken und hinführen zu verantwortungsbewußter Stellungnahme in allen Lebensfragen. Denn evangelische Eltern — im wahren Sinne des Wortes — sind niemals nur darauf bedacht, ihren Kindern ein möglichst glattes Durchtommen zu sichern. Sie teilten vielmehr, das) es andere Werte gibt, Werte, die unersetzlich und unvergänglich sind, ohne welche auch die beste Schulung für den Lebenskampf armselig ist. Solche Werte sind Glauben und Liebe, Gemüt und 2nnerlichkeit, Vertiefung des ganzen Menschen zur reifen christlichen Persönlichkeit. 3m evangelischen Dolks- hochschulheim nun dienen nicht nur die Unter- richtsstunden diesem Ziele, sondern das ganze Heimleben ist dadurch bestimmt. Hier wird die Verantwortung für den Nächsten und für ein Ganzes täglich praktisch betätigt. Die Schülerinnen leben wie eine große Familie miteinander unb mit ihren Lehrern im Heim. Arbeits- und Erholungsstunden fügen sich gleicherweise ein in eine feste und zugleich fröhliche christliche Hausordnung.
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Watttorstraßc 28 SamStag. den 3. Oktober 1931
Oppeln.
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Erweitertes
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 25. Sept. 3n der heutigen Verhandlung hatte sich das Dezirksschöffengericht lediglich mit Sittlichkeitsverbrechen zu beschäftigen.
Ein älterer Arbeiter war beschuldigt, an einem 5l/2 3ahre alten Kind strafbare Handlungen vorgenommen zu haben. Der Angeklagte war geständig. Der Kreisarzt erklärte ihn für voll verantwortlich, § 51 StGB, könne nicht in Betracht kommen. Der in Haft befindliche Angeklagte wurde zur Minimalstrafe von 6 Monaten Gefäng- n i s verurteilt, und zwar mit Rücksicht auf sein Geständnis, und da er wegen gleicher Delikte noch nicht vorbestraft ist: sieben Wochen der erlittenen Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet.
Ein verheirateter, aber noch junger Schlosser . soll an einem 10 3ahre alten Mädchen strafbare Handlungen vorgenommen haben. Er wurde trotz seines Leugnens durch längere Beweisaufnahme überführt. Das Gericht bewilligte dem Angeklagten mildernde Umstände, verurteilte ihn aber nach dem Antrag des Staatsanwalts mit Rücksicht auf sein Leugnen und sein brutales Vorgehen zu einer Gefängnisstrafe von 10 Monaten: auch ihm wurden sieben Wochen der Untersuchungshaft angerechnet.
Ein noch in jungen 3ahren stehender Grenadier stand wegen Vornahme strafbarer Handlungen an drei Mädchen und einem Knaben unter 14 3ahren unter Anklage. Er war in vollem Umfange geständig, so daß eine weitere Beweisaufnahme unterbleiben konnte. Das Gericht nahm mangels Gegenbeweises an, daß der Angeklagte bei Begehung der Straftaten noch nicht 18 3ahre alt war. Demgemäß konnte neben Gewährung mildernder Umstände auf eine ermäßigte Strafe erkannt werden. Urteil: Gesamtstrafe von vier Monaten Gefängnis abzüglich 6 Wochen Untersuchungshaft.
Berliner Börse.
Be r l i n , 2. Okt. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Effektenfrühverkehr verhielt man sich zunächst noch abwartend, da besondere Anregungen fehlten. Eine geschäftliche Tätigkeit konnte sich noch nicht entwickeln, doch schien man eher etwas freundlicher gestimmt. In den Kursen war gegen gestern abend keine Veränderung eingetreten. Man nannte Farben mit etwa 94,5 und Siemens 102,5 v. H. Weiter gesucht waren einige sonst weniger beachtete Werte, darunter Rheinische Braunkohlen. Am De- visenmarkt nannte man London gegen Paris 100,75, gegen Neuyork 3,97, gegen Amsterdam 9,75, gegen Italien 77,50, gegen Oslo 17,75,
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Worten, und die Versammlung beantwortete seine Ansprache mit dem Gesang: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren". Hierauf folgten in bunter Reihe Gesänge des Frauenchors der Pe- trusgemeinde und des Knabenchors des Organisten, des Herrn Lehrers Kröll, Darbietungen des Vereins für christliche Musik, Aufführungen der Kinder der Kinderkirche, sowie der Mitglieder beider 3ugendvereinigungen. Die Mädchenvereinigung führte zwei Volkstänze vor, die tadellos klappten, die Aufführungen wurden durchweg flott gespielt, namentlich zeigten auch die Kinder großen Eifer. Eine vom Frauenverein veranstaltete Verlosung fand großen Anklang, in kurzer Zeit waren alle Lose verkauft, die durchweg von den Frauen gestifteten Gewinne machten große Freude, und ein schöner Reinertrag für die Gemeindearmen war das Ergebnis. Die Kinder hatten inzwischen draußen gespielt und hatten Brezeln erhalten, die von den Bäckern der Gemeinde gestiftet waren. Ein ernstes Schlußwort von Pfarrer Waas und der Gesang des Liedes „Run danket alle Gott" bildete den Ausklang. Das ganze, reichhaltige Programm wickelte sich außerordentlich rasch ab, so daß man um 18.30 Uhr hochbefriedigt nach Hause gehen konnte. Der ganze Rachmittag war nur möglich durch Zusammenwirken aller in der Gemeinde wirksamen Kräfte.
**_ Die Vereinigung ehemaliger Schüler des Gießener Pädagogiums veranstaltete, wie man uns berichtet, am vergangenen Samstag und Sonntag nach mehrjähriger Pause wieder eine Zusammenkunft. Zahlreiche Auswärtige waren der Einladung gefolgt. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete der Festabend auf der „Karlsruhe". Der erste Vorsitzende, Herr 3 h n e (Siegen), eröffnete die Feier mit einer Ansprache. Es folgten eine Reihe künstlerischer Darbietungen. Herr Pianist Hahn brachte in gewohnter Meisterschaft Werke von Mozart und Liszt. Herr Holla erfreute durch Gesang in feinsinniger Wiedergabe, Oberprimaner M ü Iler durch einige Violinsoli. Der zweite Teil des Abends stand im Zeichen der Kleinkunstbühne. Unter der Leitung und Mitwirkung der Herren Holla und Osman Bey brachten die Heimschüler das Publikum schnell in angeregteste Stimmung. Tanz beschloß den schönen Abend, der allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird.
** „SB ü r g e r m e i ft e r e l (3 i e f$ e n/ Der Ober, bürgermelfter macht in einer Bekanntmachung in unserer gestrigen Ausgabe darauf aufmerksam, daß die von ihm vertretene Behörde nicht mehr „Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen", sondern vom 1. Oktober ab „Bürgermeisterei Gießen" heißt.
** Die Gießener Hindenburg-Stif- t u n g. Wie erinnerlich, hat der Stadtrak der Stadt Gießen durch Beschluß vom 30. September 1927 aus Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräfi- benten von Hindenburg eine Stiftung von jährlich 500 Mark errichtet. Die Vergebung dieser Stiftung für das Jahr 1931 ist heute im Stadthaus, Gartenstraße 2, an die durch den Beirat für Kriegerfürsorge vorgeschlagenen Personen erfolgt. Es wurden zehn Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene mit je einer Gabe von 50 Mark bedacht.
50 3ahre Kastellan au f Burg Gleiberg. Am gestrigen 1. Oktober konnte der Gastwirt Sebastian Riebergall auf eine 50jährige Tätigkeit als Kastellan der Burg Gleiberg zurückblicken. Aus Thüringen stammend, war er in den siebziger Jahren beim Bau der Lollar—Wetzlarer Bahn beschäftigt, genügte dann feiner Militärpflicht bei den Qluguftanern in Koblenz und bewarb sich im Frühjahr 1881 um die vom Gleibergverein ausgeschriebenen Aufräu- mungsarbeiten in der Burg Gleiberg. 3m Herbst desselben 3ahres übertrug man ihm die neuerrichtete Stelle eines Kastellans, ein halbes 3ahr später auch die des Burgwirtes. Wie bekannt, war damals die Burg dem Wetzlarer Landrat von Tieschowih als Geschenk übertragen worden, der sie in den endgültigen Besitz des Gleibergvereins weitergab. 3n dieser Zeit rückte die Burg stark in den Mittelpunkt des öffentlichen 3nteresses: es setzte starker Besuch des schon vorher besteigbaren Turmes ein. Mit Geschick waltete Riebergall seines Amtes und erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen. Mit Ausdauer und Fleiß brachte er in langjähriger Arbeit die Burganlage in einen guten Zustand, der von dem einstigen Trümmerfeld nichts mehr ahnen ließ. Wer heute die Burg betritt, wird den nun Dierundsiebzigjäh- rigen noch immer in bewundernswürdiger Frische beschäftigt sehen. 3m Ort und weit darüber hinaus wird er geschätzt und geachtet. Er bekleidete lange das Amt eines Gemeindeverordneten, dem Presbyterium gehört er viele 3ahre an. Als Vorsitzender des Gastwirtevereins Krofdorf-Rodheim und Umgegend genießt er das Vertrauen seiner Kollegen. Möge ihm ein lichter Lebensabend auf der Burg, die er fünf 3ahrzehnte behütet, be- schieden sein.
** Schulpersonalien. Die nachfolgend genannten Studienreferendare wurden mit Wirkung vom 1. Oktober ab zu Studienafsessoren ernannt: Wilhelm Dauer, Gießen: Wolfram Engel, Alsfeld: Kurt Fresenius, Rordeck: Dr. Heinrich Huth Gießen; Rudolf Keil, Gießen; Hans Keller, Gießen: Erich Menges, Büdingen: Wilhelm R e u s ch l i n g , Gießen; Heinrich Rothley, Gießen; Theodor Sattler, Gießen; Wilhelm Schmidt, Ridda; Dr. Heinrich Otto Schröder, Gießen; Rudolf Seiler, Büdingen und Dr. Adolphine Weiß, Gießen.
** Justizpersonalie. Der Gerichtsvollzieher Balthasar Dem beim Amtsgericht Gießen tritt auf Grund des Altersgrenzegesetzes am 1. November in den Ruhestand.
** Forst personal! e. Der Förster Wilhelm Lotz von Wieseck tritt auf Grund des Altersgrenzegesetzes am 1. November in den Ruhestand.
** Erwerbslose unb Jugendherbergen. Der Gau Main-Rhein-Lahn-Fulda des Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen hat beschlossen, daß erwerbslose erwachsene Mitglieder, die ihre Erwerbslosigkeit nachweisen, in seinen Herbergen nur das Kopfgeld für Jugendliche bezahlen. Bei Tagungen Erwerbsloser unter verantwortlicher Füh- rung sollen in den Herbergen nur die Selbstkosten berechnet werden.
** Von e i n e m 21 u t o angefahren. Gestern mittag wurde in der Krofdorfer Straße ein 62 Jahre alter Invalide beim Ueberqueren der Fahrbahn von einem Auto angefahren. Der Bedauernswerte, der schwerhörig sein soll und anscheinend das Herannahen des Kraftwagens nicht bemerkt hatte, wurde mit Kopfverletzungen der Klinik zugeführt.
"Sterbefälle in Gießen. 3n der Zeit vom 16. bis 30. September verstorben in Gießen: 19. Luise Siebert, geb. Schleenbäcker, 61 3ahre, Marburger Straße 40. 21. 3ohannes Carle, ohne Beruf, 67 3ahre, Reuenweg 28. 22. Henriette Textor, geb. Hain, 62 3ahre, Frankfurter Str. 127. 23. Hilda Rosenthal, ohne Beruf, 65 3ahre, Goethestrahe 28; Karl Boller, Mehgermeister und Gastwirt, 43 3ahre, Bahnhofstraße 55/57. 24. Reinhard Knapp, Schneidermeister, 53 3ahre, Mühlstraße 5. 25. Auguste Detter, geb. (Seiler, Witwe, 80 3ahre, Plockstraße 16. 26. Katharina Peppier, geb. Simon, Witwe, 59 3ahre, Marburger Straße 25. 28. Bernhard Helm, ohne Beruf. 20 3ahre, Frankfurter Straße 20; Karl Pusch, Arbeiter, 55 3ahre, Schanzenstraße 1. 29. Paula Scriba, geb. Dettgenhäuser, Witwe, 76 3ahre, Ostanlage 9.
Der Gemeindetag der Petrus- gcmcinöe am Sonntag auf der „Liebigshöhe" nahm, wie man uns berichtet, einen recht schönen Verlauf. Der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Die Veranstaltung wurde durch ein Musikstück des „Vereins für christliche Musik" und ein Begrüßungsgedicht eröffnet. Dann begrüßte Kirchenvorsteher Lenzdie Besucher mit herzlichen
Rach alledem wird leicht einzusehen sein, daß die evangelischen Heimvbltshochschulen Bildungsstätten sind, welche in ganz besonderer Weise Ausgaben evangelischer Mädchenbildung zu erfüllen vermögen. Dies wird auch von den Eltern, welche ihre Töchter schon zur Heimvolkshochschule schickten, immer wieder gern anerkannt. So schrieb z. B. erst kürzlich ein evangelischer Vater, dessen Tochter am letzten Mädchenlehrgang der Heimvolkshochschule Hohensolms teilgenommen hatte, an diese: „3ch habe den Eindruck, daß die Teilnahme an dem dortigen Volkshochschulkursus für die geistige und körperliche Entwicklung meiner Tochter einen für das ganze Leben wertvollen, zur Zeit gar nicht abzu- schähenden Gewinn bedeutet." 3n der Regel holten die Heimvolkshochschulen dreimonatige Sommer- oder Winterlehrgänge ab, welche Anfang April, bzw. Anfang Rovember beginnen. Das Aufnahmealter für junge Mädchen aus Stadt und Land ist meistens 17 bis 25 3ahre. Mochten die evangelischen Eltern die Bedeutung dieser Bildungsstätten für die evangelische Mädchenbildung erkennen, damit in dieser schicksalsschweren Zeit junge Mädchen herangebildet werden für ein rechtes evangelisches grauenleben.
TechmscheAothilfe und Winterhilfswerk
Man teilt uns mit: 3n der Ueberzeugung, daß die Technische Rothilfe bei der Durchführung der umfangreichen und schwierigen Aufgaben, vor die die Verbände der Wohlfahrtspflege bei der Durchführung der geplanten Winterhilfsaktion gestellt sind, in vieler Beziehung Mithilfe leisten kann, hat die Hauptstelle den in Betracht kommenden Stellen die Mitarbeit der Technischen Rothilfe angeboten. Auf Grund der Erfahrungen der früheren 3ahre und vor allem des letzten Winters kommt hauptsächlich die Gestellung von Helfern und Heferin- nen für die Durchführung von Sammlungen jeglicher Art, für die Verteilung von Liebesgaben, für Lebensmitteltransporte und für die Einrichtung von Rotspeisungen, aber auch nach Maßgabe des Bestandes die Bereitstellung von Feldküchen, Transportmitteln u. a. m. in Frage. Alle Dienststellen im Reiche, alle Ortsgruppen, Bereitschaftstrupps und Obmänner der Technischen Rothilfe sind bereits angewiesen, dem Winterhilfswerk jede mögliche personelle und materielle Unterstützung zuteil werden zu lassen.
Oie Obst', Gartenbau- und Iagd- Ausstettung.
An der Herrichtung der Obst-, Gartenbau- und 3agdausstellung in den Sälen der „Liebigshöhe" zu Gießen, die morgen um 11 Uhr eröffnet werden soll, ist gestern und in den letzten Rachtstunden emsig gearbeitet worden. Das gesamte kostbare Material für die 3agdaus- ftellung sowohl, wie auch die großen Mengen von prachtvoll entwicke'tem Obst wurden sorgfältig gesichtet und au'gestellt. Auch die Ausschmückung der Räume ist im allgemeinen bereits beendet. Auf Einzelheiten soll heute nicht eingegangen werden, doch kann man sagen, daß in der Obstausstellung mit ihren vielen hundert fertiggepackten Einheitskisten eine selten günstige Gelegenheit geboten sein wird, erstklassiges Obst zu sehen und direkt vom Erzeuger zu erwerben. Von allgemeinem 3n- tereffe sind auch die wissenschaftlichen Abteilungen. Ferner ist in dem anstoßenden Gartengelände manches Sehenswerte und Rützliche erstanden, von dem noch berichtet werden wird. Alles in allem kann gesagt werden, daß die Ausstellung in allen Teilen schon, und zur festgesetzten Stunde fertig werden wird. Man beachte die heutige Anzeige.
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— Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Elisabeth von England", Anfang 19.30, Ende gegen 22.30 Uhr. — Oberhessischer Kunstverein: Jubiläums-Ausstellung, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr. — VHC.: Monatsoersammlung bei Hopfeld. — Christliche Versammlung Gießen: 20.15 Uhr, Lindenplatz 1, Evangelisations-Versammlung „Wird Christus wiederkommen?" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine Freundin so goldig wie du ...". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der fliegende Pfeil" und „Die seltsame Nacht der Helga Wangen".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 19.30 Uhr Eröffnung der Winterspielzeit 1931/32 und erste Vorstellung im Freitagabonnement. Unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch Erstausführung des Schauspiels „Elisabeth von England" von Ferdinand Bruckner. Die Rolle der Elisabeth: Maria Koch, Karl Hey- ser den König Philivp. Sonstige Mitwirkende: Damen: Doering, Sachse, Schubert-Jüngling: Herren: Bruck, Eilert, Fassott, Geiger, Hauer, Heck, Hub, Janscheck, Kühne, Michel, Nieren, Paetsch, Schelcher, Schubert, <5eik Bolck. Leitung der SBühnenmufit: Kapellmeister Fritz Cuj6. Beginn 19.30 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. Bruno Frank wird als nächster Autor mit seiner Komödie „Sturm im Wasserglas" zur Erstaufführung kommen. Spielleitung hat Heinrich Hub. — Als erste Fremdenvorstellung gelangt am Sonntag, 4. Oktober, „Der Garten Eden" von Dernauer und Oesterreicher unter der Spielleitung von Peter Fassott einmalig zur Wiederholung. Die Rolle der Tilly Hasselberger liegt in den Händen der jugendlichen Salondame Edith SB e r g e r. Beginn 18 Uhr, Ende gegen 20.45 Uhr.
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