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Meine politische Nachrichten.

Das Erscheinen desVölkischen Beobach­ters", des Organs der Nationalsozialistischen Deut­schen Arbeiter-Partei, wurde durch Beschluß der Po­lizeidirektion München vom 31. Januar bis 7 Februar 1931 einschließlich ver- bo t en. Anlaß zu diesem Verbot gab der in Nr. 30 nom 30. Januar unter der UeberschristM u s s o l i n i und Schubert" erschienene Artikel, dessen Aus­führungen gegen § 5 Ziffer 1 des Gesetzes zum Schutze der Republik verstoßen haben.

Der 70jährige ka.höfische Gelehrte Josef Mausbach, päpstlicher Hausprälat und ordent­licher Professor der Moraltheologie und Apolo­getik an der Universität Münster, ist gestorben. Er hat eine Reihe bedeutender Schriften verfaßt. In der verfassunggebenden Rationalversammlung in Weimar vertrat er den katholischen Stand­punkt besonders in den Schulfragcn.

Der neu ernannte polnische Gesandte in Berlin, Wysocki, traf mit seiner Gattin auf dem Bahn­hof Friedrichstraße ein. Zu seinrm Empfange hatten sich sämtliche Mitglieder der polnischen Gesandtschaft mit ihren Domen sowie der pol­nische Generalkonsul eingefunden. Dom Aus­wärtigen Amt waren für das Protokoll Ge- fandtschaftsrat Rohr ecke und der Dirigent der Ostabteilung, Dortragender Legationsrat von Moltke zum Empfang erschienen.

Aus aller Welt.

Zusammenstöße in Berlin.

3n her letzten Aacht kam es in Charlo tten* bürg zu schweren Zusammen st ätzen zwi­schen Kommunisten und Rativnal- f o z i a l i st e n , in deren Derlauf sechs Schüsse abgefeuert wurden. Der 24 Jahre alle Arbeiter Otto Grüneberg wurde durch einen Schutz ge­tötet. Schwere Verletzungen erlitten der 25 Jahre alte Arbeiter Erich Riemenschneider durch zwei Messerstiche im Rücken, und der 23 Jahre alte Arbeiter Fritz Liere. Der Tote und die zwei Derletzten gehören zur Kommunistischen Partei. Als das Hebcrfallkommandv erschien, war der größte Teil der an dem Tumult Beteiligten bereits geflohen, so daß nur noch vier Personen fostgenommen werden tonnten. Sonntag um 7.30 Hfjr war eine Kolonne von Rationalsozialisten damit beschäftigt, die ZeitungDer Angriff" unter den Passanten in der Gegend des Stet­tiner Bahnhofes zu vertreiben. Dabei trafen sie auf Kommunisten, die sofort gegen die Zeitungs­verkäufer tätlich vorgingen. Der 21jährige Schlei­fer Reinhold Ahr wurde durch Messerstiche schwer verletzt, so daß er nach dem Krankenhause ge­bracht werden mutzte. Ein anderer Zeitungs­verkäufer wurde leicht verletzt. Als das ileber- fallkommando erschien, waren die Angreifer be­reits geflüchtet.

Veranstaltung für ein Stresemann-Ehrenmal.

Die von dem Ehren- und Arbeitsausschuß für ein Stresemann Ehrenmal am Rhein am'Sonnlag­nachmittag im Reichstag veranstaltete Gedenk- Sunde hatte einen zahlreichen Besuch auszuweisen.

nter den Ehrengästen sah man auch Reichsaußen- Minister Dr. C u r t i u s. In der dicht gefüllten Wandelhalle wickelte sich der musikalische und ge­sangliche Teil des Programms ab, eingeleitet durch BeethovensEgmont'-Ouvertüre, gespielt vom Großen-Funkorchcster unter Leitung von Bruno Seidler Winkler. Es folgten ernste Gesangsvorträge bekannter Berliner Künstler. Im Sitzungssaal des Reichstages sprach darauf zunächst der Freund des verstorbenen Ministers, Rochus Freiherr von Rheinbaben, einige Worte des Gedenkens, wobei er darauf hinwies, daß der Deutsche Bühnen­klub, in dem Strcsemann oft und gern als Gast weilte, es für seine Ehrenpflicht halte, durch die heu­tige Veranstaltung dazu bcizutragen, daß am Ufer des frei gewordenen Rheins ein Ehrenmal für den Mann erstehe, dessen ganzes Streben der Befrei­ung der Rheinlande gegolten habe. Mitglieder des Deutschen Bühnenklubs sprachen über Gespräche mit Stresemann, über gemeinsam verlebte frohe Stun­den, trugen Gedichte von Stresemann vor und lasen aus seinen Reden. Im Anschluß an die Feier fand eine Besichtigung des im Lcsesaal ausgestellten M o - dell s des geplanten Ehrenmals statt.

Presseball 1931.

Der Berliner Presseball 1931 fand wiederum in sämtlichen Räumen des Berliner Zoo ftatt._ Der Derein Berliner Presse hatte es sich reiflich über­legt, ob nicht die sehr ernste wirtschaft­liche Lage und die allgemeine Rot in diesem Jahre einen De rzicht forderte. Allein die Erwägung, daß der Presseball wie übrigens eine ganze Anzahl anderer repräsentativer Bälle auch ihre wirtschaftliche Seite haben und chr Ausfall auf der anderen Seite euren Ausfall an Arbeit und Derdienst für viele Tausende bedeuten würde, ließ das Festhalten an der alten Tradition eher noch um so notwendiger erscheinen. Zudem fließen bekannt­lich die Reineinnahmen in die Wohltätigkeitskasse des Vereins Berliner Presse, aus der nicht nur Mitglieder bzw. deren Hinterbliebene, sondern auch Journalisten, die nicht Mitglieder des Der- eins sind, laufend unterstützt werden und auf die ein namhafter Teil der Unterftütjten geradezu an­gewiesen ist.

Wenn die Not der Zeit auf dem diesjährigen Presseball gleichfalls zum Ausdruck kam, so in der Weise, daß der Besuch nicht ganz so stark war wie in den Zeilen, in denen man sich nach einem Wort des verstorbenen Slingpreßte und ballte" und kein Apfel zur Erde nieder konnte. Aber auch in dem äußeren Rahmen und in den Toiletten konnte man einen deutlichen Zug zu dem Willen erkennen, würdige Gesellschaft zu repräsentieren und die bis ins Karnevalistische gehenden Uebertriebenheiten in Farbe und Form zu verlassen.

In den Logen, aber auch in den übrigen Sälen, konnte man alles, was Namen hat, erblicken. Don der Reichsregierung Reichskanzler Brüning und die Minister Dietrich, Wirth, Groener, von Gusrard, ferner Staatssekretär Meißner, für Preu­ßen die Minister Schmidt und Grimme, die Ge­sandten von Oesterreich Bayern, Württemberg, Sachsen, der schwedische Gesandte af Wirsen, von der Reichswehr die Generale von Schleicher, Hasse und Schreiber. Auch Frau Luise Ebert so­wie Prinz Heinrich der Niederlande zählten zu den Gästen. Weiter Arnold Zweig, Wal­demar Bonsels, Professor oleoogt, Professor Kolbe, die Herren der Wirtschaft und der Banken, die Her­ren des Theaters und des Films und nicht zu ver­gessen die Lieblinge des Films, wie Mady Chri­stians, Lil Dagooer, Marlene Dietrich, Henny Porten, Emil Jannings, Brigitte Helm, Willy Fritsch, Gerda Maurus, Harry Liedtke, unmöglich, alle zu nennen.

LUy Beinhorn am Ziel.

Die Afrikafliegerin Elly Beinhorn traf in B o - lama (Portugiesisch-Guinea) ein und hat damit ihr vorläufiges Ziel erreicht Auf dem Flugplatz hatte sich eine große Menschenmenge eingcfunden. Der deutsche Konsul begrüßte die Fliegerin mit herz­lichen Worten. Der Vertreter des Shell-Betriebskon- zerns, der den Flug mit Benzin versorgte, gab ein Frühstück, an dem auch die offiziellen Behörden teil- nahmen. Von Berlin, wo Elly Beinhorn am 4. Ja­nuar früh morgens startete, hat sie die 7 0 0 0 K i l o- meter lange Strecke in knapp 70 Stun­den durchflogen, ein Flug, der sportlich außer- ordenllich hoch zu werten ist, ging doch die Strecke über Gebiete, in denen irgendwelche Notlandung zum Verlust des Flugzeuges oder sogar zum 23er- lüft des Lebens der Fliegerin geführt hätte. Elly Beinhorn wird erst am 10. Februar von den beiden Forschern Bernatzik und Profesior Struck er­wartet. Alsdann beginnt die Forschertätigkeit unter Einsatz des Flugzeuges. Das Flugzeug wird durch Unterbauen eines Schwimmergestells in ein Was­serflugzeug umgewandelt, damit die Bissagos-Jnseln, die der Küste vorgelagert sind, er­forscht werden können. Der Aufenthalt der Fliegerin

Do X macht die erste Etappe de» Amerikaflugs.

Das Dornier-Flugschiff Do X ist Samstaa- morgcn 8,05 Uhr in Lissabon nach Las Pal­mas gestartet. Der Start vollzog sich in muster­gültiger Weise. Um 720 Uhr wurde der Anker gelichtet. Hm 72i Uhr laufen alle Motoren. D^r Do X gleitet auf dem Tajo, bis die Motoren die volle Tourenzahl erreicht haben, dann erhebt er sich sehr bald und erreicht rasch eine beträcht­liche Höhe. An Bord befanden sich der portugie­sische Stabschef Admiral Gago ©out inho und zwei deutsche Journalisten. Das Flugboot ist um 16 Uhr in Las Palmas eingetroffen. Es hat auf seinem Fluge von Lissabon nach Las Palmas 1430 Kilometer in sechs Stunden 58 Minuten zurückgelegt. An Bord ist alles wohl. Da die Llebernahme von Benzin durch starke Dünung sehr erschwert wird, ist es noch unbestimmt, wann der Do X weiterfliegen wird.

Schwere» Rodelunglück. Zwei kinder getötet.

Ein bedauerliches ilnglüd, das zwei Menschen­leben forderte, ereignete sich Sonntag in der Rähe von Gleidorf im Kreise Meschede. Ein mit vier Kindern besetzter Rodelschlitten fuhr einem mit Wintersportlern besetzten Lie­ferwagen auf abschüssigem Wcgr in die Flanke. Zwei Kinder wurden auf der Stelle getötet. Von den beiden anderen Kindern, Geschwister des einen getöteten Kindes, erlitt das eine einen schweren Schädelbruch, das an­dere eine Gehirnerschütterung.

Wilhelm Backhaus in London.

Das Konzert Wilhelm Backhaus' in der Queens Hall war ein musikalischer Triumph für den deut­schen Künstler. Im Mittelpunkt seines reichen Pro­gramms standen die Variationen von Brahms über ein Thema von Händel, die Backhaus mit größter Meifterhaftigkeit darbot. Tosender Beifall des dicht gefüllten- Hauses zwang den Künstler zu immer neuen Zugaben. Der deutsche Botschafter wohnte mit Gattin und Tochter dem Konzert bei. Die Presse nennt Backhaus' Spielsuperb".

Aus -er Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 2. Februar 1931.

Kreiöausschuß-Sihung.

Unter dem Vorsitz von RegierungSralt Dr. Braun tagte am Samstagvormittag der Kreis- ausschuh des Kreises Gießen, um einige Streitfälle im Derwaltungsstreitverfahren zu be­handeln.

Im ersten Falle handelte es sich um eine Wildschadenersahklage des Landwirts Blei von Ettingshausen. Der Kläger forderte von den Jagdpächtern der dortigen Jagd eine Summe von 80 Mark für den Schaden, den ein Rehbock in vier Bäumen seines Besitzes ange­richtet hat. Der Rechtsvertreter der Jagdpächter hielt diese Forderung für zu hoch, (zudem auch eine Kommission von Sachverständigen den Scha­den auf 30 Mark bezifferte), und machte außer­dem daraus aufmerksam, daß der Wildschaden zu spät gemeldet und der Schabenersahanspruch da­durch als erloschen zu betrachten sei. Die Beweis­führung ergab die Richtigkeit dessen. Der Scha­denersatzanspruch verfiel der Ablehnung.

Ein zweiter Streitfall, der die Ablösung des Rechtes der Besteuerung von außerhalb der Ge­markung Trohe liegenden Grundstücken zum Gegenstand hatte, sah die Bürgermeister der Gemeinden Trohe und Grohen-Duseck vor dem Kreisausschuß. Die Gemeinde Trohe forderte von der Gemeinde Großen-Buseck für die in deren Gemarkung liegenden Grundstücke eine Ab­lösungssumme von 7815,50 Mark, die von der Gemeindeverwaltung Grohen-Duseck in dieser Höhe abgelehnt wurde. In der Verhandlung er­gab sich jedoch die Tatsache, daß die Gemeinde Grohen-Duseck bei der Ablehnung dieser Forde­rung nicht die volle Hohe des durch den Grund­stücksaustausch erfaßten Steueraufkommens in den Kreis der Beurteilung dieser Forderung gezogen hatte-. Zur völligen Klärung und zur Herbei­führung eines der veränderten Sachlage entspre­chenden Beschlusses wurde die Angelegenheit an den Großen-Busecker Gemeinderat zurückver­wiesen.

Schließlich gelangte noch die nach einem Be­schluß des Kreisamtes angestrengte Klage des Kaufmanns Wilke (Gießen) zur Verhandlung, dem der Führerschein entzogen werden sollte, weil sich nachttäglich herausgestellt habe, daß der Kläger die Voraussetzungen für die Erlangung eines Führerscheins nicht erfüllt habe. Der Kreis- ausschuß lehnte den Beschluß des Kreisamtes ab, so daß der Kläger weiter im Besitz des Führerscheines bleiben kann.

Eine weitere Sache, die den Einspruch gegen den Gemeinderatsbeschluß wegen Aufwertung des Einkaufsgeldes in der Gemeinde Watzenborn- Steinberg bettaf, wurde von der Tagesord­nung abgeseht.

Gtudeniinnen-Togesheim.

Der Ausschuß für das Gießener Studentinnen- heim berichtet uns:

Im neuen Studenten Haus am Leihgesterner Weg wurde am Donnerstagabend das Tagesheim für Studentinnen feierlich eingeweiht.

Etwa 40 Personen versammelten sich in dem freundlich ausgestalteten Raum, in dem gezeigt wird, daß man auch mit wenig Mitteln und zum Teil altem Hausrat ein behagliches, modernem Geschmack entsprechendes Zimmer einrichten kann. Eine Wohnecke mit Polsterbänken bietet denjeni­gen Gelegenheit zum Ausruhen, die während der Arbeitspausen nicht nach Hause können, auch sind

mehrere Arbeitstische vorhanden Die Wände schmücken Bilder der Frauen, die dem Frauen­studium und der Frauenberufsarbeit die 'Dege geebnet haben

cand. jur. Anita Rosenberg begrüßte die Gäste und dankte Seiner Magnifizenz, dem Rek­tor der Landes-Universität, Professor Dr. Eger, dem Deutschen Akademikerinnenbund. Sitz Ber­lin. dem Alice-Frauen-Derein in Darmstadt und allen übrigen Spendern für die Forderung des Studentinnenheims. Sie gab der Hoffnung Aus­druck, daß dies Heim nicht nur ein räumlicher Mittelpunkt der Gießener Studentinnen werde, sondern daß von hier aus auch Anregungen aus- gehen mochten für die besonderen Aufgaben, die der Kommilitoninnen harren: gelte es doch nicht nur. in die seither meist männlichen Berufe ein- zutteten oder ganz neu erschlossene zu ergreifen, gelte es vielmehr, diese im Sinne echter Weiblich­keit zu erfüllen und auszufüllen.

In seiner Erwiderung dankte Seine Magnifizenz dem vorbereitenden Ausschuß für die geleistete Arbeit und sprach den Wunsch aus. daß es ge­lingen möge, demnächst auch für die Studentinnen ein Wohnheim zu errichten.

Für den Deutschen Staatsbürgerinnen-Derband sprach Frau Prof. Mombert, für den Alice- Frauen-Derein Frau Prof. Kramer, für die Gießener Studentinnen-Dereinigung cand. jur. Gertrud Moeller.

Eine angeregte Teestunde fand durch gemein­samen Gesang der Studentinnen ihren Abschluß.

Taten für Dienst«?, 3. Februar.

Sonnenaufgang 7.37 älhr, Sonnenuntergang gang 17.29 Hfjr. Mondaufgang 16.52 ilfjr, Monduntergang 8.21 Llhr.

1721: der Reitergeneral F. W. v. Sehdlih in Kalkar geboren; 1809: der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy in Hamburg geboren.

Vornotizen.

Tageskalender fürMontag Stadt- theater: »Maria Magdalene", 19.45 bis 22.30 Ubr. Allgem. Deutscher Frauenbund: Dortrag .Bank und Geldwesen", von Bankdirektvr M a t - tern, 20.30 Ahr, Restaurant Hindenburg. Odenwälder Heimatvereinigung: Besprechung, 20 iltjr, Hotel Kohler. G. F. F. : Monatsver- fammlung, 20 üfjr, Stadt Kassel. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Madame sucht Anschluß.

Astoria-Lichtspiele: .Razzia" undUnter fal­schem Ramen."

Aus dem Stab t ih e a terb ureau wird uns geschrieben: Heute einmaliges Gast­spiel Paul Wegeners mit seinem Berliner En­semble. Zur Aufführung gelangt das Trauer­spiel HebbelsMaria Magdalene". Paul We­gener spielt die Rolle desMeister Anton". Zehner-Karten werden in Zahlung genommen; für Abonnenten gelten ermäßigte Operetten* preise. Beginn der Dorstellung 19.45 Uhr.

Der Goethe-Bund veranstaltet, wie man uns schreibt, zusammen mit dem Stadttheater im Rahmen des Kammerspielzyklus am kommenden Sonntag im Stadttheater eine Morgenfeier. Der stellvertretende Intendant der Bayrischen Landes- bühnc Dr. Ernst Leopold Stahl aus München hält einen Lichtbildervortrag überDeutsche Szenen- kunst von den Meiningern bis zu Reinhardt und Piscator". Die Ausführungen des Redners werden sechs Jahrzehnte deutscher Bühnenkunst lebendig werden lassen. Den Gießener Theaterfreunden ist zu empfehlen, diese Darbietung des Stadttheaters und des Goethe-Bundes zu besuchen. (Näheres siehe heutige Anzeige.)

Der Allgem. Deutsche Frauen­bund veranstaltet heute, Montag. 20.30 Llhr im RestaurantHindenburg" eine Dersammlung, in der Bankdirektor Mattern überDank- und Geldwesen" sprechen wird. (Roheres im Anzeigenteil vom Samstag.)

Die Hausfrauen beratung Gie­ßen veranstaltet am Mittwoch. 4. Februar, im Saale des (Safe Leib einen älnterhaltungsabend. Sie wird sich bemühen, so schreibt man uns, durch Theater, Rezitattonen und Tanzvorführungen ihren Mitgliedern und Gästen die Stunden so an­genehm wie möglich zu gestalten. Auch die Herren, die sich mitfreuen mögen, sind eingeladcu. Räheres in der heutigen Anzeige.

- - D i e hi st arische Fachschaft an der Oandesuniversität veranstaltet am Donnerstag. 5. Februar, 20 älhr im Großen Hörsaal des Dorlesungsgebäudes einen Dortragsabend. Prof. Dr. W. Platzhoff, Frankfurt, wird über Bismarcks Stellung zu Frankreich" sprechen. (Räheres in der Anzeige vom Samstag.)

Der Rationalsozialistische Deutsche Studentenbund. Hochschul­gruppe Gissten, veranstaltet am Dienstag. 3. Fe­bruar, 20.15 Uhr in der Turnhalle am Öswalos- garten eine Protestversammlung. (Räheres in der heutigen Anzeige.)

Ein Dortrag für Frauen findet am Dienstag, 3. Februar. 20, Uhr, im Saale des Cafö Leib statt. Als Rednerin ist die Privat­gelehrte Frau St. des Prof. Eikens, Wien, an­gekündigt. Räheres darüber befindet sich im An­zeigenteil der Samstagnummer.

Ausstellung im Liebig-Museum. Die Ausstellung der Sammlung Thüringer Denk­würdigkeiten aus dem Besitz von Geheimrat Sommer findet in der Zeit vom 8. bis 22. Fe­bruar statt.

*

** Neudrucke von Frachtbriefen. Auf Anfrage hat die Reichsbahnverwaltung mitgeteilt, daß es nicht ausgeschlossen ist, daß durch Verein­fachung und Verbesserung des Abfertigungsdienstes das jetzt gültige Frachtbriefmuster in absehbarer Zeit abgeändert werden muß. Es empfiehlt sich da­her vorerst nicht, größere Vorräte von Frachtbrief­vordrucken zu beschaffen.

" Schwer verbrüht. Am Samstagmittag muhte die in der KaplanSgasse wohnende Frau Thielmann mit schweren Derbrühungen des linken Armes und k-es linken Beines von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden. Die bedauernswerte Frau lag heute vormittag noch in ernstem Zustande darnieder.

Verhängnisvoller Sturz in der Stube. Gestern vormittag glitt die in Bieber wohnende Frau Hofmann in ihrer Stube aus und fiel dabei so unglücklich, daß sie einen Bruch der Kniescheibe davontrug. Die bedauernswerte Frau wurde von der Gießener Freiwilligen Sanitäts- kokonne der Chirurgischen Klinik zugeführt.

** Der Bund der Heimatschul­freunde Hessens wird im Laufe dieses Jahres eine größere Tagung in Schotten ver­anstalten. Ferner wird in Darmstadt. Gießen und Mainz im Aus trage des Bundes der Ratur­forscher K. Guenther (Freiburg) überDie ^olksverbindende Kraft des Heimatgedankens"

sprechen. Am gleichen Tage wird derselbe Redner jedesmal in einem Heimatabend eigene Erlebnisse unter frem GedankenHeimat und Welt" schildern

Schw ierige Lage des schweizeri­schen A r b e i t s m a r kt e s. Warnung für Einreiselust igel Dom schweizerischen Konsulat in Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Die Lage des schweizerischen Arbeitsmarktcs ist zur Zeit äußerst gespannt. ES wird darauf auf­merksam gemacht, daß jeder ©tcllenantritt in der Schweiz ohne ausdrückliche Bewilligung durch die Fremdenpolizeibehörde verboten ist, und es wird dringend davor gewarnt, ohne Bewilligung einzugrciscn. Interessenten werden eingeladen, vor der beabsichtigten Einreise sich mit dem schweizeri­schen Konsulat, Frankfurt a. M.. Reue Mainzer Straße 1, in Verbindung zu setzen.

' Dortrag Lic. Robert Goebel über Schiller. Man berichtet uns: Der zweite Dvr- ttag, den Lic. Goebel in der älniversität hielt, brachte auf der Grundlage deS ersten Vortrages eine wesentliche Dertiesung und einen weiteren Beittag xum »unbekannten Schiller". In anschau­lichen Bildern, die der Biographie und dem Brief­wechsel Schillers entnommen wurden, schilderte der Redner die Lebensbegegnung zwischen Schiller imb Goethe: von der ersten stummen Begegnung über die Mißverständnisse bis zur Begründung des einzigartigen Freundschaftsbundes, in dem zwei völlig entgegengesetzt gerichtete Geister fich m einer höheren Einheit zusammenfinden. Für Schiller hat aber Goethes überragendes Men­schentum eine entscheidende Bedeutung. Schiller suchte von früh auf den »Zustand des Gleichge­wichtes". Dieses Suchen war zurückgedvängt wor­den, als er unter Einfluß Kants die moralische Forderung, den kategorichen Imperativ, über alles stellt. Dabei fühlt sich aber Schiller nicht ganz wohl. Das wird ihm aber erst deutlich, als ihm jenes höhere Menschentum, daS im Zustand der Harmonie zwischen dem sinnlichen Trieb und der Dernunftnotwendigkeit besteht, in leibhaftiger Gestalt, in Goethe verwirkt.chl, entg.gcn.ritt. Was er am Künstler und Menschen Goethe erfährt, hilft Schiller, den einseitigen Standpunkt Kants in der Ethik zu verlassen und ganz neue Grund­lagen für das sittliche Handeln deS Menschen xu finden. In seiner Anschauung vom freien Handeln des Menschen, vom Handeln aus geläuterter Stei­gung trifft Schiller den Kern christlichen Han­delns und bringt zum Bewußt ein eines freien, unabhängigen, überkonfessionellen Christentums vor, wobei in der Sprache Schillers der Künstler aus den Impulsen des so verstandenen Ehristen- tums toirft und damit also zugleich das Wesen des Christenmenschen enthüllt.

Berliner Börse.

Berlin, 2. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der erste Frühverkehr der neuen Woche war geschäftslos. Nachrichten besonderer Art lagen nicht vor. Der matte Schluß der Neuyorker Samstaabörse und die bevor­stehenden innerpolitischen Auseinandersetzungen mahnten zur Zurückhaltung. Kurstaxen waren noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man Lon- don gegen Paris 123,89 zu 123,90, gegen Mailand 92,76 zu 92,78, gegen Spanien 47,40, gegen Kabel 4,8560, gegen Berlin 20,4325, Kabel gegen Berlin 4,2070.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Kontinentale Luft, welche dem nordöstlichen Hoch entstammt, hat den größten Teil Deutscylands über­flutet und eine Zunahme des Frostes bewirkt. Na­mentlich im östlichen Teil des Reiches zeigte das Thermometer heute morgen bis zu 9 Grad unter Null an. Hingegen bewegen sich in Westdeutschland, das im Bereich der Ausläufer der Nordmeerstörung liegt und somit Luftmassen ozeanischen Ursprungs erhätt, die Temperaturen um Null und etwas dar­über. Die Störung dürfte keinen nennenswerten Ein« fluß auf unsere Wetterlage gewinnen, sondern sich nur durch Bewölkung und vereinzelten Schneefall bemerkbar machen. Im übrigen geht durch den an- steigenden Luftdruck die Bewölkung zeitweise mehr zurück, und die Temperaturen halten sich um den Gefrierpunkt.

Aussichten für Dienstag: Dunstig und bewölkt, vorübergehend aufheiternd, leichter Nacht­frost, keine oder nur vereinzelt leichte Schneefälle.

Aussichten für Mittwoch: Wenig Aende- rung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 1. Februar: mittags 2,1 Grad Celsius, abends 1,3 Grad, am 2. Februar: morgens 0,3 Grad. Maximum 2,8 Grad, Minimum 3,3 Grad Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Fe­bruar: abends 0,6 Grad; am 2. Februar: morgens 0,6 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 1% Stunden.

vor Erkältung.