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Oes Kanzlers Ostlandreise

Das Programm' der O st r e i s e des K a n z - l er s liegt nunmehr in allen Einzelheiten vor. Er wird die an den Weichselkorridor stoßenden pommerschen Gebiete, die Grenzmark, Ostpreu­ßen, Westoberschlesien und Riederschlesien besu­chen. Kleber Zweck und Bedeutung dieser Fahrt brauchen eigentlich nicht mehr viel Worte ver­loren werden, da schon längst alle Teile unseres Volkes, gleichgültig welcher Stommesart sie sind, oder welcher politischen Partei sie angehören, restlos darin übereinstimmen, daß dem Osten unseres Vaterlandes in seiner schweren wirt­schaftlichen und nationalen Rot auf das schnell st e und wirksamste geholfen werden muh.

Wir haben wohl die Ost Hilfe, die dazu bestimmt ist, namentlich der schwer um seine Existenz ringenden und vielfach bereits bedenk­liche Verfallserscheinungen aufweisenden Land­wirtschaft zu helfen. Allein das genügt nicht. Die Bande zwischen Ost und West, zwischen den Grenzmarken und dem Reiche, müssen fester denn je geknüpft werden. Der Ostmärker muß wissen, daß hinter ihm das ganze deutsche Volk steht, das nicht gewillt ist, rhn dem Polentum auszuliefern. Die Minister Wirth und C u r t i u s haben durch ihr Erschei­nen in Oberschlesien das Vertrauen der unter den Schlünden polnischer Geschütze leben­den Bevölkerungsteile des Industriereviers wie­der gestärkt, Preußen hat durch die Vermeh­rung der Grenz- und Schutzpolizei dem Deutschtum am Oberlauf der Oder einen sichtbaren Beweis dafür geliefert, daß man in Berlin nicht nur über Akten brütet, sondern auch mll wachem Blick die polnischen Heberfalls- und Raubgelüste beobachtet.

Aber nicht nur um die oberschlesische Landzunge spült die polnische Volkswoge, Polen hat auch quer durch deutsches Gebiet einen Keil getrie­ben, der Ostpreußen vom Reich getrennt hat, um es zur leichten Beute des Polentums werden zu lassen, das gleichzeitig im Korridor unter den zu­rückgebliebenen Deutschen aufräumt und darüber hinaus ständig nach Pommern und in die Grenz­mark hinein vordrirgt. Schwer wird ihm der Vormarsch allerdings nicht gemacht. Volle und uneingeschränkte staatsbürgerliche Rechte genießen dre Polen bei uns im Gegensatz zu unseren Brü­dern auf polnischem Boden. Hebe call kauft b e r 0 e mit Mitteln von der anderen Seile der Grenze reichlich versehen, notleidende Bauernhöfe und Ländereien, die schon letzt mrt Polen beseht werden oder nach Oeff- nung der Grenzen polnischen Bauern übergeben werden. Die durch unsere wirtschaftliche Rot her­vorgerufene Landflucht und langsame Entleerung der Ostgebiete begünstigt diesen Polonisie-

rungsprozeß ungemein. Ihm gilt es, entgegenzu-- arbeiten. Darum kommt auch der Kanzlerreise eine besondere Bedeutung zu. Wir hoffen, daß sie der Beginn einer großen Rettungsak­tion für den Osten, der Schwur des geo- samten deutschen Volkes ist, die Ostmarken allen Gewalten zum Trotz zu halten und zu wertvollen Aufnahmegebieten unseres Devöl.erungsüberschus- ses zu machen.

pariser Gedanken über die Ostreise Brünings.

Paris, 30. Dez. (TH.) DasEcho de Paris- beschäftigt sich mit der bevorstehenden Reise des Reichskanzlers nach dem Osten. Der Berliner De-- richterstatter des Blattes erklärt, daß man deut-- scherseits die Reise des Kanzlers zwar als eine Studienreise hinstelle, daß es sich aber in Wirklichkeit um nichts anderes handele, als um eine Propagandareise, mit dem Ziel, die Landbevölkerung zur pangermani-» st i s ch e n Propaganda a n z u f e u e rn. Brü­ning und Curtius wüßten nach den Ergebnissen! der polnischen Wahlen sehr wohl, daß die Zeit in Oberschlesien, im Korridor und selbst in Ost-- preußen gegen sie arbeite. Rach den schönen Worten und leeren Versprechungen für Steuer- erinätzigungen halte die Reichsrcgierung die Zeit für gekommen, endlich eine aktive Politik einzu­leiten. Hnter dem Vorwand landwirt­schaftlicher Beihilfen werde sie nunmehr beträchtliche Summen zur Verfügung derjenigen Elemente stellen, die in hartnäckigem und zähem Kampf gegen den polnischen) Gedanken kämpften. Die Reise Brünings be­deute daher den Beginn einer Propa­ganda großen Stils zugunsten des Ger­manismus in den Grenzprovinzen des Ostens, polens Enilastungsoffensive.

Die polnische Regierung hat ihre diplomatischen Vertretungen in allen Hauptstädten Europas mobil gemacht, die fortgesetzt versuchen, Mate-

3ur deutschen Minderheiten - b e schwerde an den Mann zu bringen. In Paris hat selbstverständlich der polnische Bot­schafter bei allen Zeitungen Glück, die unbesehen das veröffentlichen, was ihnen aus polnischer Quelle zugeht. Airders ist es dagegen schon in England. Hier übt man wenigstens eine gewisse Reserve. Auch in Italien wird eine vorsichtige Zurückhaltung an den Tag gelegt, woraus schon hervorgeht, daß man innerllch von der Anfechtbarkeit des polnischen Cntlastungs- Materials vollauf überzeugt ist, wenn man ba4 auch nach außen hin nur zum Teil oder gar nicht

Zahrrswende.

Von Reichskanzler Or Brüning.

Das neue Heim der Reichskanzlei.

Das Jahr 1930 werden Millionen und Aber- millionen unseres Volkes mit einem gewissen Auf­atmen scheiden sehen, gut, daß wir es hinter uns haben! Denn es war ein schweres Jahr, ein Jahr, das uns viel zu schaffen machte. Die Kon­junktur von 1927/28 setzte ihren Abstieg von 1929 bis in das T a l einer tiefen Depression fort und machte MillionendeutscherVolks- genossen erwerbslos. Die Finanzverhältnisse besj i Reiches der Länder und Gemeinden wurden kritisch.^ Depression und Krisis der Finanzen nährten das Mißtrauen in unserem Volke, ob das Leben und das Wachstum unserer Nation mit der gegebenen ver­fassungsmäßigen Ordnung der politischen Kräfte am besten gewährleistet seien. Es wurden Bewegungen groß, die über dieses Mißtrauen hinaus die gegen­wärtige Ordnung unserer politischen Verhältnisse als des Ruins des Staates und der Nation schuldig anklagten und sich anheischig machen, Volk, Staat und Kultur aus ihren Grundsätzen, ihrem Mute und ihrer Tatkraft erneuern zu können. Solche Be­wegungen waren vorauszusehen. Sie zeigen sich stets einige Zeit nach einer politischen Neuordnung, weil dann die hinter der Umgestaltung Zurückgebliebenen sich im Angriff auf sie mit jenen finden, die von ihr enttäuscht sind, weil nicht alle ihre Blütenträume reiften. Von außen fanden die innerpolitischen Er­regungen Zündstoß an der allgemeinen poli­tischen Unrast in der Welt, sowie an der Abneigung der Mächte, in den Fragen der A b - rüstung, der deutschen Tributverpflich­tung, sowie der Souveränitätsoerhält- nisse im O st e n eine schöpferische, d. h. die Völker beruhigende, Gegner versöhnende, die Kultur der Menschheit fördernde Politik zu aktivieren.

Wenn es auch schwer ist, eine sachliche, d. t>.

Äx.

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Das Arbeitszimmer des Reichskanzlers.

Verbindung zwischen dem alten Reichskanzler« palais auf der einen Seite und dem Borsig- Palais auf der anderen Seite herzustellen. Der alteRote S a a l", der Empfangssaal der Fürstin Bismarck im ersten Stockwerk, ist neu aufgeführt und stellt die Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Teil dar. Don dort führt eine Flügeltür gleich in denLänder- s i h u n g s sa a l", in dem künftig die Bespre­chungen und Sitzungen mit den Vertretern nicht nur der Ländern, sondern auch größerer Or- ganisationeir mit den Fraktionsführeren usw. statt­finden werden. Der einzige Dildschmuck ist das Oelbildnis des Reichspräsidenten von Hinden­burg von Professor Vogel. Alles übrige, Fenster. Wandtäfelungen, Teppiche, Beleuchtungsanlagen sind Stiftungen der Länder und leben­dige Zeugen aller Kulturzentren Deutschlands. Weiter führt der Weg zum neuen Sitzungs­saal des Reichskabinetts, der, nach der stillen Gartenseite zu gelegen, densymbolischen Ausblick nach der Bayerischen Gesandtschaft zu hat. Hier ist das bekannte Lenbachsche Bild des Reichskanzlers Fürst Bismarck, Sinnbild der Ver­bindung von alter und neuer Zeit. Die Vor­zimmer weisen Bilder von Ebert, Stresemann und'Marx auf. West- und Ostflügel verbindet ein zum neuen Innenhof schauendes, von Rorden be­lichtetes Treppenhaus. Die Ostseite beherbergt u. a. die Arbeitsräume des Reichs­kanzlers und des Staatssekretärs. Heberall nur deutsche Handarbeit in vornehmen, ruhigen Linien. Der Vorsaal zu dem Arbeitszimmer des Reichskanzlers weist allein eine Repräsentation auf, die über die knappe Form der heutigen Rotzeit hinaus in glücklichere Tage weisen soll.

wirkliche Politik nach wohlüberlegten Richtlinien auf Iahre oder gar Iahrzehnte berechnet, zu betreiben, wie es doch eigentlich sein muß, so hat sich doch im abgelaufenen Iahre soviel politisches Verständnis äußern und durchsetzen können, daß wir den Finanzen wieder trotz der fort­schreitenden Depression eine festere Grundlage geben konnten. Wir haben so­dann manches tun können, um den Ablauf der Konjunktur zu erleichtern. Die Arbeitslosen­versicherung die weit mehr ift als ihr Rame besagt konnte besonders dank der Ar­beitnehmerschaft selbst in ihren Leistungen ge­sichert werden. Wie denn überhaupt unser ganzes staatliches, soziales und wirtschaftliches Leben glücklicherweise, und ich sage es ausdrücklich dabei, keineswegs nur durch die Tätigkeit der politischen Organe, sondern mindestens ebenso sehr durch die Tätigkeit und Ordnungstreue aller Vernünftigen in Stadt und Land vor den Kata­strophen bewahrt geblieben ist, die zeitweilig ernsthaft drohen. Wenn es aber Leute gibt, die da meinen und ausrufen, wir steckten ja schon mitten in der großen Katastrophe drin, so kann man demgegenüber nur sagen: Sie wissen nicht, was sie reden.

So stehen wir an der Schwelle zwischen dem alten und Lern neuen Jahre wie Männer, die von schwerer, gar nicht ästhetischer Arbeit kommen und die Spuren davon an sich tragen, und die wissen, daß sie morgen wieder so Herangehen müssen, weil das Werk ja n o ch l ä n g st n i ch t f e r t i g ist, ja, die wissen,, daß es überhaupt n i e fertig wird, weil Politik eine Seite des Lebens ist und also auch dauert, solange es Leben gibt. Aber wie echte Werkleute, die einmal ein Werk begonnen haben, es freiwillig nichtbeiderhal- be-n Sacke bewenden lassen, so werden auch wir von der Gestaltung unserer Verhältnisse zum iBefferen, Höheren nicht ablassen, solange Leben und Kraft in uns fitzt Leben und Kraft aber haben Ä i r, das hat uns das Ringen des Volkes im ab- lgufenden Jahre bewiesen.

Freilich muß die Kraft diszipliniert fein, soll sie aufbauen und nicht zerstören. Das gilt Überall von ihr. aber wenn ich an der Schwelle -um neuen Iahre uns allen und mir politisch etwas ganz Tiefes und Großes wünschen darf, dann ist es dieses: Möge unserVolk in seiner Gesamtheit, also in allen Schichten, Berufen und Ständen und Lebensaltern zunehmen in der Fähig­keit und Geschicklichkeit, seine großen An­lagen und unerschöpflichen Kräfte richtig zu behandeln und einzusetzen besonders im Politischen möge es also ein- seherr, daß alle praktische Politik Aufbau ist, daß aber alles Aufbauen nicht darin besteht, daß alles zugleich getan wird, sondern daß ein Stein sich auf den andern fügt. Zer­stören geht viel rascher als Aufbauen, geht sozusagen - gleichzeitiger und ohne besondere Ge­schicklichkeit. Mag fein, daß deswegen soviele da­für sind, daß zunächst einmal zerstört wird. Lernen wir schätzen, was wir haben, suchen wir, es zu erhalten und zu verbessern! Dazu gehört mehr Mut als zum Zerstören. Aber dazu gehört auch noch anderes, nämlich: Fleiß, Ausdauer, Geduld, immer erneutes Prüfen und Wägen ohne Haß und Reid (denn sie machen blind! und tatrge Arbeit, die geringe Dinge auch dann gering nimmt, wenn sie sich wichtig geben und wichtige ®tnge wichtig nimmt, auch wenn sie kaum auf­fallen. Hnd lernen wir Maß halten, nicht nur im Politischen selbst, sondern auch in den Forderungen an unsere Politik. Sie kann viel, aber sie kann die Menschen nicht glücklich machen.

Es drängt mich, gerade heute diese Bedingt­heiten und die Grenzen jeder Politik her- vorzuheken, einmal um vor Illusionen zu war­nen, ihnen folgt die Enttäuschung, der Enttäu­schung aber allzu oft nur das Versagen im des sonst Mög'ichen. Sodann aber meine rch» daß jeder die in ihm ruhenden Kräfte um so besser zur Wirkung bringen wird, je mehr er erkennt, wie er damit beitragen kann zum Gelingen in dem großen Geschehen, das wir Politik nennen. Die Aufgaben, die diese uns stellt, sind nicht neu. Wir haben sie ja auch nur einen Augenblick - gleichsam wie Außenstehende im Frühschein des neuen Iahres betrachtet. Wir begrüßen dieses Iahr als Männer mit Erfahrung und Hoffnung und wenden uns morgen wieder dem unvollendeten Werke zu.

Ein Neujahrserlaß an die Wehrmacht!

Berlin, 31.Dez. (TU.) Der Reichspräsi­dent richtet an die Wehrmacht folgenden Erlaß:

Am L Januar 1931 besteht die Reichswehr e i n Jahrzehnt lang in der Form, die ihr der Vertrag von Versailles bestimmte. Jn Zeiten tief ster vaterländischer Rot wurde sie unter meinem Amtsoorgänger geschaffen. Trotz aller ihr anserteg-

Withetmstraße 78.

Von unserer Berliner Redaktion.

Fast mutet das neue Gebäude, das sich inmitten des Regierungsviertels in der Wilhelrnstrahe er­hebt, fremdartig an, faft glaubt man, diese neue Fassade, die der Reichskanzlei angehört, passe nicht hierher in das mit wuchtiger Ornamentik über­ladene Gewirr von Regierungsstätten, die zum größten Teil in der Wirkungszeit eines Sch in- k e I entstanden. Professor Siedler von der Technischen Hochschule in Eharlottenburg hat den­noch mit dieser kühlen, sachlichen Fläche der neuen vierstöckigen Reichskanzlei das rechte Mittel ge­funden, die Baulücke in der Wilhelrnstrahe aus­zufüllen und der zentralen Reichsbehörde e i n repräsentatives Gebäude zu erstellen. Will der Block zunächst schmucklos erscheinen, so ändert sich der Eindruck bei einem Rundgang durch die Zimmer und Korridore, die, obwohl in küh­ler Sachlichkeit, architektonisch wann wirken. Wohltuend ist die sparsame Verwendung aller baulichen Ausschmückungsmittel, die nachdrückliche Wirkung der Innenausstattung liegt in erster Linie in der Anwendung von Farbe, die bei­spielsweise dem Ländersaal eine besondere Oiote gibt, zum anderen in der raumkünstlerisch außerordentlich anerkennenswerten Benutzung und Ausstellung der Möbel. Viel Altes findet sich dabei gewiß, was noch aus der alten Reichskanz­lei^ stammt und was - auch aus Sparsamkeits­gründen den Beständen entnommen worden ist. Liber wie man den Hebergang vom guten Alten gum notwendigerweise neu zugeschaffenen Ge­rat bewirkt hat, das ist eine Leistung, die eine volle Hnterstreichung erfahren muh. So wuch­tig und so prächtig das Gebäude als ganzes auch wirkt, es ist dennoch mit geringen Mit­te I n erstellt worden. Wenig mehr als zwei Mil­lionen Mark hat die neue Reichskanzlei an Her-

,cn Hesseln hat sich die Wehrmacht als hort des äußeren und inneren Friedens, als eiferneklammer des Reiches und als fefte Stühe des Staates erwiesen. Das 'hr zu treuen Händen übergebene Erbe der alten Armee und Marine hat sie gut verwaltet

Jch danke der Wehrmacht für die Arbeit dieses Jahrzehnts und entbiete ihr meine herzlichsten Wünsche zum Reuen Jahr. Möge sie weiterhin ihre Ehre darein sehen, inGehorsam und treuer Pflichterfüllung dem Vaterlande zu dienen.

Berlin, den 31. Dezember 1930.

Der Reichswehrminister: Der Reichspräsident: gez. G r ö n e r. gez. v. Hindenburg.

personatpotiiik in Genf.

Witt man Deutschland im Völkerbund mit der Materialverwaltung abfinden?

G« nf, 31. Dez. (TH.) In den Kreisen des Völkerbundes stehen gegenwärtig von neuem die Fragen der P e r s o n a l p o l i t i k im Vorder­grund, denen in wachsendem Maße politische Be­deutung für die Stellung Deutschlands im Völker­bunde beizumessen ist. Rachdem die von Deutsch­land und Italien eingeleiteten Bemühungen zu einer grundsätzlichen Revision der politi­schen Oberleitung des Völkerbunds- sekretariats zu gelangen, gescheitert ftnö, wird nunmehr an angs des Iahres von neuem ein Reformausschuß zur Prüfung einer etwaigen möglichen Reform des Völkerbunds- sekretariats zusammentreten. Der seit langem von Deutschland geforderten politisch mitbestimmenden Beteiligung an den höheren Posten, besonders der Einräumung maßgebender Direk- torenposten, sucht man jetzt dadurch entgegen- zu treten, daß ein außerhalb jedes politischen Ein» slufses liegender rein bur e au kr a t i sch e r 2t.°JtCrn öer inneren Verwaltung des Volkerbundssekretariats (Haus- und Materialver- waltiing?) Deutschland angeboten wird, nachdem der seinerzeit Deutschland in Aussicht gestellte Posten eines Direktors der Wirtschafts­und Finanzabteilung nunmehr endgültig ander­weitig beseht worden ist. Die deutsche Per- sonalpolitik im Völkerbundssekretariat stößt jedoch gegenwärtig auf gewisse Schwierigkeiten, da für leben vom Völkerbunossekretariat ausgeschriebe- nen belanglosen Posten von zahlreichen deutschen Stellen Bewerbungen vorliegen. Die grund­sätzliche deutsche Forderung auf maßgebende Mit- beteiligung an der politischen Oberleitung des Volkerbundssekretariats findet hierdurch keiner­lei Hnter st ützung. Vielmehr werden die Versuche, die deutschen grundsätzlichen Forderun- gen durch Einräumung belangloser Posten im Volkerbundssekretariat abzubiegen, dadurch von neuem ermutigt.

stellungskosten benötigt, die ausgeworsen werden konnten und mußten, um der obersten Behörde, die alle zentralen Arbeiten zu verrichten hat, Ar­beitsräume zu geben, die sonst nirgends so prak­tisch zur Verfügung gestellt werden konnten.

Die innere Aufteilung von Grundstück und Reubau ist außerordentlich zweckmäßig vor­genommen, wobei es gelungen ist, eine geschickte

Das Erdgeschoß enthält neben drei Dienst« Wohnungen die Dvtenmeisterei, eine Telephon« zentrale modernster Anlage, Räume für Pfört­ner, Polizei und Kraftwagen, sowie eine Garage fül die Kraftwagen der Reichskanzlei und eine grö« Here Halle zum Hnterftelten von 30 bis 40 Kraft« wagen.

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