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Nr. 254 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Donnerstag, 30. Oktober (930

Wirtschaft.

Konzentrationen.

Oie deutsche Lokomotioindustrie befindet sich schon seit Jahren in einer wenig erfreulichen Vage, da es der Deutschen Reichsbahngesellschaft in­folge der ungeheuren finanziellen Belastung nicht möglich ist. die Fabriken auch nur annähernd aus­reichend zu beschäftigen. Der Inlandmarkt gewähr- leistet heute der gesamten Lokomotioindustrie kaum mehr Existenzmöglichkeit, so daß die Fabriken allent­halben zu bedeutenden Einschränkungen ,m Laufe der Jahre schreiten muhten. Aber auch der Aus- landabsoh bietet keine Ausglcichsmoolichkciten mehr, da infolge der Weltkrise Sluslandaufträge nur spär­lich hereinfliehen, die zudem noch unter schwierigen Konkurrenzverhältnissen here-ngeholt werden müssen und oft so gut wie keinen Gewinn abwerfen. Der Ruf nach Konzentration innerhalb der Loko- motivindustrie hat sich deshalb immer mehr ver­stärkt, und die Rcichsbahngesellschaft selbst hat immer wieder darauf hingewiesen, daß cs ihr nicht möglich sei, die Lokomotioindustrie voll zu beschäftigen. Nicht nur unter ihrem Druck ist jetzt eine Zusammenfas. sung der bayerischen Lokomotioindustrie perfekt ge- worden, und zwar werden sich die beiden Münche­ner Lokomotiofabriken Maffei und Krauh fusio- nieren. Die DD.-Bank, in deren fänden bereits das gesamte Masfeikapital von 8 Millionen Mark liegt, hat jetzt noch rund 3 Millionen Mark Krauh-Aktien von insgesamt 5 Millionen Mark erworben, so dah einer Rationalisierung nichts mehr im Wege stand. Auch im Hinblick auf den wohl demnächst zum Ab­schluß kommenden Lieferungsoertrag zwischen den Firmen Henschel, Schwarttkopff, Krupp, Borsig und Hanomag mit der Deutschen Rcichsbahngesellschaft, in den noch die Firma Schichau und eine süddeutsche Fabrik einbezogen werden sollen, dürfte diese Fusion von Bedeutung sein.

Aber nicht nur in der Lokomotivindustrie ist man hinsichtlich des Zusammenschlusses einen Schritt vorwärts gekommen. Besonders aktiv ist man auch im Hypothekenbankwesen in letzter Zeit gewesen, wobei deutlich eine Zusam­menfassung in verschiedene Gruppen w erkennen ist. So wurde innerhalb der Gemeinschaftsgruppe durch den Zusammenschluß der Centralboden- und Pfandbriefbank AG. mit der Preußischen Boden-Kredit und der Schlesischen Boden-Kredit eine zentrale Organisation in Berlin geschaffen. Die zweite Gruppe bildet nach der Aufnahme der Norddeutschen Grund-Kredit-Bank die Mei­ninger Hypothekenbank in Thüringen, während in Sudwestdeutschland die dritte Gruppe durch Zusammenfassung der beiden Frankfurter Real- kreditinstitute gebildet wird. Recht schnell ist jetzt noch eine weitere Gruppe in Sachsen gefolgt, und zwar wird die sächsische Bodenkreditanstalt in Dresden die Leipziger Hypothekenbank im Wege der Fusion übernehmen. Das neue Institut wird über einen Darlehensbestand von 335 Mill. Mark verfügen Es darf wohl angenommen wer­ben, dah damit die Rationalisierung innerhalb der Bodenkreditinstitute noch nicht abgeschlossen ist, wobei zunächst einmal an die Westdeutschen Institute gedacht werden tonnte.

' Jubiläum im deutschen Import- Hand e l. Kaiser s Kaffeegeschäft, dessen Stamm­haus sich in Viersen im Rheinland befindet, be­geht das Jubiläum seines 50jährigen Bestehens. Die Firma mit ihren 1500 Filialen zählt zu den größten deutschen Importfirmen. Kommerzienrat Kaiser, Sehn des Gründers und gegenwärtiger Chef des Hauses, hat zur Erinnerung an den 50. Jahrestag seines Unternehmens eine Stiftung zugunsten der Angestellten und Arbeiter seiner Firma errichtet, die mit einem Kapital von 200 000 Mark dotiert wurde.

* Von der Frankfurter Börse. Zum Börsenhandcl sind 5 Millionen GM. 8proz. Gold- Hypothekenpfandbriefe Reihe 12 der Hessischen Landesbank Staatsbank Darmstadt zugelas­sen. Die Pfandbriefe werden vom 30. Oktober ab notiert.

Mehlpreiserhöhung. Die Süddeutsche Mühlenkonvention hat den Preis für Weizenmehl Spezial 0 um 1 RM. auf 41,50 RM. pro dz ab Mühlenstation erhöht.

' Vorläufig keine Preisermäßi­gung der schlesischen Steinkohle. Entgegen der ersten Zusage, nach den Vorschlägen des Reichswirtschaftsmirnsteriums eine Kohlen­

Preissenkung um 6 Prozent ab 1. Dezember vor­nehmen zu toölten, hat, wie die .Vosfische Zeitung- meldet, das oberschtesische Steinkohlensyndikat be­schlossen, die Preissenkung von der Gestaltung der Löhne abhängig zu machen.

Der Geschäftsgang im Linoleum- konzern. Rach Mitteilung der Deutschen Lino­leumwerke AG. kann der Geschäftsgang im Ge­samtkonzern den Zeitumständen entsprc^end als befriedigend angesehen werden. Auch der Finanz­status sei günstig, lieber die Dividendeaussichten wird nichts gesagt.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 30. Oft. Tendenz: lust­los. Durch die gestrige schwächere Reuyorker Börse und den sehr spärlichen Ordereingang wurde der heutigen Börse jede Wider­standskraft und Belebung entzogen. Anregungen waren nicht vorhanden, so daß sich Abgabeneigung bemerkbar machte. Die Tendenz neigte weiter zur Schwäche. Gegenüber der gestri­gen Abendbörse war die Kursgestaltung nicht ein­heitlich: es überwogen jedoch Abschwächungen. Am Markte der Waldhof-Aktie war das Angebot etwas größer. Der erste Kurs wurde hier zirka 4 Prozent niedriger festgesetzt. Am Chemiemartt bestand für I.-G.-Farben mit 0,75 Prozent höhe­rem Kurse Interesse. Auch am Elektromarkt waren AEG. leicht gebessert, während Siemens und Schuckert bis 1,5 Prozent verloren. Licht & Kraft minus 2 Prozent. Am Markte der Deutschen Li­noleum-Aktie setzte sich das Angebot fort, doch war dies nicht dringend, und der Verlust betrug nur 1 Prozent. Am Montanmarkt waren nur Gelsenkirchen 1 Prozent schwächer. Otavi und Rheinstahl waren dagegen et­was erhöht. Banken büßten durchweg bis zu I Prozent ein. Danaibank verloren jedoch 2 Prozent. Zement Heidelberg minus 1 Prozent. Von Kunstseideaktien lagen Aku gehalten. Auch am Rentenmarkt war das Geschäft nur gering. Deutsche Anleihen ließen kaum eine Veränderung bemerken. Von Ausländern lagen Mexikaner un­einheitlich,' Rumänen etwas freundlicher. Am Psandbriefmarkt war das Geschäft unentwickelt. Goldpfandbriefe zum Teil etwas höher. Im Ver­laufe war die Llmsatztätigkeit weiter eingeengt. Erneutes Angebot in Deutsche Linoleum und Zellstoff Waldyvf drückte auf die Stimmung. Die Tendenz neigte weiter zur Schwäche. Im allgeineinen waren jedoch nen­nenswerte Kursveränderungen gegen Anfang nicht zu bemerken. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt konnte sich Madrid weiter befestigen. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1970, gegen Pfund 20,39, London gegen Kabel 4,8583, gegen Paris 123,82, gegen Mailand 92,82, gegen Madrid 43,30, gegen Schweiz 25,0250, gegen Holland 12,0613.

Berliner Börse.

Berlin, 30. Oft. In den wenigen Stunden des heutigen Vormittogsverkehrs war die Effek­tentendenz schon mehrfachen Schwankungen aus­gesetzt. Zunächst nannte man, im Anschluß an die gestrige Abendbörse und im Einklang mit dem matten Reuyork, niedrigere Kurse und rechnete mit einem schwächeren Börsenbeginn, dann wurde es vorbörslich plötzlich fester, wobei man die Ab­lehnung der Oppositionsanträge im Auswärtigen Ausschuß des Reichstags und die Hoffnungen auf eine heutige Diskontsenkung in London als an­regendes Moment angab. Dann wurden die ersten Kurse aber zunächst wieder schwächer, so daß sich gegenüber dem gestrigen Schluß die Kurse nicht immer voll behaupten konnten. Diese Verstimmung soll von einer Pressemeldung ausgegangen sein, nach der, mit Ausnahme der Reichsbank, keine von den meist gehandelten deut­schen Banken ihre Dividende ungekürzt lassen werde. Es kam aber nur wenig Ware ay den Markt, und mehr als 2prozentige Verluste traten in keinem Falle ein. Rur Aku waren 2,25 Prozent gedrückt. Anderseits waren Chadeaktien trotz der Meldung, daß neben einer wahrscheinlich 17prozentigen Dividende die Zuteilung eines Bonds nicht beabsichtigt sei, um 2 Proz. ge­bessert. Auch Reichsbankanteile konnten um 2 Proz. gewinnen, Harpener zogen um 1,5 Proz. an. Arn Schifsahrtsrnarkt sprach man wieder von tschechischen Verkäufen, Hapag und Lloyd

lagen jedenfalls mit 76,75 Proz. recht schwach. Deutsche Linoleum eröffneten zwar auf gestriger Abendbasis, waren aber später auf Abgaben ge­drückt. Auch Zellstoff Waldhof eröffneten */, Prvz. niedriger ziemlich widerstandsfähig, gaben aber dann um 3,75 Prvz. nach. Deutsche Anleihen lagen ruhig. Von Ausländern waren Rumänen, Türken und Ungarn überwiegend leicht gebessert. Pfandbriefe hatten noch keine einheitliche Ten­denz. Am Geldmarkt zog der Satz zum Ultimo weiter an. Tagesgeld stellte sich auf 6 bis 7,75 und nur vereinzelt noch auf 5,5 Proz.; Geld über Ultimo nannte man mit 6 bis 7,5, Waren­wechsel mit zirka 5,5 Proz. Im Verlaufe bröckelten die Kurse, ausgehend von der Schwäche der Zellstoffwerte (auch Feldmühle ver­loren im Verlaufe 3 Proz.) allgemein ab. Bei den schwereren Wertes wie Reichsbank, Salz­detfurth, Deutsche Linoleum usw., betrugen die Rückgänge bis zu 2,5 Proz; die übrigen Märkte waren gegen den Anfang bis 1,5 Proz .gedrückt.

Frankfurter Schlachtvichrrrarkt.

F r a n l s u r t a. M., 30. Oft. Auftrieb: Rinder 85, Kälber 700, Schafe 362, Schweine 399 Stück. Es notierten pro 100 Pfund Lebendge­wicht: Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80, mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75, geringe Kälber 62 bis 69. Schafe. Mast­lämmer und jüngere Masthämmel: Weidemast 45 bis 48, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 44, fleischiges Schafvieh 35 bis 39. Schweine nicht notiert. Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine lebhaft, aus verkauft.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

> W i ß m a r, 26. Oft. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung beschäftigte man sich mit der diesjährigen Holzfällung. Der Hauplan sieht einen Gesamteinschlag von 2185 Festmeter bei einer Durchforstung von 84,1 Hek­tar vor. Die Bekanntmachung der Holzsubmission für HandelSnutzholz wird in einem gemeinsamen Angebot der Gemeinden des Amtes Krofdorf er­folgen. Da bei der diesjährigen Verpach­tung des Gemeindelandes auf die Wiesen in der sogenannten »Kuhbach" kein Gebot erfolgte, beschloß die Vertretung, dort Fichten Pflanzen zu lassen, die als Weihnachtsbäume Ver­wendung finden sollen. Der Gemeindevorsteher gab die Schlußabrechnung für den Umbau des elektrischen Ortsnetzes bekannt, der von der Firma Siemens-Schuckert-Wetzlar ausge­führt wurde. Da eine Reihe nicht vorgesehener Arbeiten vorgenommen wurde, ist der Voranschlag von 5696,94 Mk. um 3061,42 Mk. über­schritten worden. Dafür ist aber das gesamte Ortsnetz in Kupfer ausgeführt. Der vor einiger Zeit gestellte Antrag, in Wißmar ein Stan- bekamt für Wißmar und Launsbach zu schaffen, wurde abgelehnt. Die Gemeindevertretung wird aber Schritte unternehmen, um eine bessere Re­gelung herbeizuführen.

> Wißmar, 29. Olt. Bei der Per sonen- ft a n d s a u f n a h m e am 10. Oktober zählte unser Dorf 1871 Einwohner in 410 Haushaltungen und 300 bewohnten Häusern. (1925 ergab die Volks­zählung 1697 Bewohner.)

$ Aus dem Hüttenberg, 27. Okt. Die Ferkelpreisc sind in der letzten Zeit erheb- sich gesunken. Ferkel im Alter von fünf bis sechs Wochen, die noch vor einiger Zeit nicht unter 28 Mark zu hoben waren, kosten jetzt 17 bis 20 Mark, für sechs bis acht Wochen alte Tiere werden 22 bis 26 Mark gefordert, während acht bis zehn Wochen alte Ferkel und Läuferschweine mit 30 Mark und höher, je nach Gewicht, verkauft werden. Trotz­dem auch die Preise für fette Schweine seit kurzer Zeit einen beträchtlichen Rückgang erfahren hoben, ist die Nachfrage nach Ferkeln rege. Für Schlacht, schweine werden gegenwärtig 56 bis 58 Pf. pro Pfund Lebendgewicht bezahll. Seit einigen Tagen hat in den Gemarkungen unserer Gegend ein F e l d . zug gegen d i e Mäuse eingesetzt. Nachdem die anhaltende Bekämpfung der Schädlinge mit Gift- kornern ohne nennenswerten Erfolg blieb, ist man jetzt zur Anwendung desHora -Gasverfahrens übergegangen.

<> Münchholzhausen, 27.Okt. In seiner jüngsten Sitzung befaßte sich der Gemeinderat

mit der Uebernohme der Turnhalle des hiesigen Turnvereins. Die Turnhalle ist in den Jnflations- johren vom Turnverein erbaut worden. Durch jahrelange Nichtbenutzung ist die Holle baufällig geworden, so daß sie polizeilich geschlossen werden mußte. Do dem Turnverein die Mittel zur Instand­setzung fehlen, ist er an die Gemeinde mit dem Antrag herongetreten, die Holle für Gcmeindczwecke käuflich zu erwerben. Der Gemeinderat beschloß den Kauf. Dem Turnverein wurde die Benutzung der Halle für Uebunaszwccke unentgeltlich gestattet. Der Turnverein bat sich demgegenüber verpflichtet, feine Turngeräte für das Schulturnen unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinde hofft, zur Be­streitung der hohen Reparaturkosten eine Stoots- deihilse, sowie ein verbilligtes Staotsdarlehcn zu erhalten, da sic bei ihrer finanziellen Notlage nicht imstande ist, diese Kosten selbst auszubringen.

OO Lützellinden, 29. Okt. In der jünosten Gemei'nderatssitzung wurde dem Kulti- vicrungsplon des Markwaldes zu­gestimmt mit her Maßgabe, daß Ueberschreitungcn des dafür zur Verfügung gestellten Betrages keine Bewilligung finden werden, ferner wurde beschlos­sen, daß die Gemeinde die Anschlüsse an die elektrischen Lichtleitungen wie bisher ausführen soll.

<> Niederkleen, 27.Okt. Der Gesang­vereinLiederkranz" hielt jetzt eine außer­ordentliche Generalversammlung ab, in der einer Anzahl Mitglieder für langjährige Zugehörig­keit eine besondere Ehrung zuteil wurde. Nach einigen ßieboorträgen gedachte der Vereinsvorsitzende Wilhelm R ü h l l. in einer Ansprache der Viedienste der langjährigen Dcrcinsmitgliedcr Johs. Eisen- Hardt, Postbote a. D. Johs. Rühl III., Sdjreiner- meister Heinrich Rühl, Weißbindcrmcister Jo- Hannes H ö ch st, Landwirt Heinrich Schupp und Landwirt und Händler Heinrich Kr i ck II. und über­reichte jedem ein Diplom. Die Gefeierten gehören dem Verein feit der Gründung an.

Büchertisch.

Sieben neue Tänze nach alter Musik. Von Ilse Berthold-Baezynski. 32 S. Kart. 1,80. Verlag von D- G. Teubner. Leip­zig, Berlin 1930. - 242 - Ilse Berthvld-Ba- czynski gibt in diesem Heft eine Auswahl der in ihrem Tanzkreis entstandenen Tänze, die eine Synthese von Volkstanz und Gesellschaftstanz darstellen und das Hindrängen unserer Zeit nach neuen Formen zum Ausdruck bringen. Die hier verwendete Musik besteht in einigen volkstüm­lichen Tanzstücken und solchen der Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts, die, in heutigen Tanz- kreisen praktisch erprobt, sich besonderer Schatzung erfreuen.

Reichls Zeitschrift »D e r L e u ch t c f. Reue- ster Band. 1930/31. Erstes Heft. Otto Reichl Ver­lag, Darmstadt. Aus dem Vorwort des Her­ausgebers Otto Reichl: »Diese Zeitschrift ... hat nur durch die ihr eigentümliche Gesinnung und Leistung ihre Daseinsberechtigung zu erweisen. Ihr besonderes Merkmal mochte sein, daß sie sich nicht »an Alle" wendet, um so mehr aber an die unsichtbare Gemeinschaft der Wissenden, und daß die Wenigen, die sie schreiben und lesen, sich ihrer Verantwortung bewußt seien." Die Mitarbeiter: Leopold Ziegler (»Ritus und My­thos"); Rudolf Pannwitz (»Der neue Mensch"); Ernst Krieck (5>ie Aufgabe der deutschen Bil­dung"); Friedrich Gogarten (»Die religiöse Auf­gabe der Gegenwart'^); Victor von Weizsäcker (»Bilden und Helsen"); Eugen Diesel (»Die Ent­artung des Praktischen"); Hendrik de Man (»Die bürgerliche Erbmasse des Sozialismus"); Jakob Aeblh (»Astrologie als kosmische Symbolik und Periodik').

Den durch das Inkrafttreten des Poung- Planes und die Räumung des Rheinlands er­reichten Abschnitt in der deutschen Rachtriegs- politit nimmt Dr. Carl Melchior zum Anlaß wichtiger grundsätzlicher Betrachtungen zur Außenpolitik, die im Oktoberheft der Euro­päischen Gespräche (Verlag Dr. Walther Rothschild, Berlin-Grunewald) veröffentlicht wer­den. Er betont, daß es notwendig sei, gerade jetzt die Fragen offen in Angriff zu nehmen, die einer dauernden Befriedung Europas im Wege stehen: die unmögliche deutsche Ostgrenze und die einseitige Entwaffnung, die bei europäischen Ver­wicklungen Deutschland zum wehrlosen Kriegs­schauplatz machen würde.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 v. H.

Frankfurt a. Dl.

3er(ln

Frankfurt a. Dl

Serttn

5ranffurt a. M.

Berlin

Banknoten.

Schluß- turd

t-tlhr- Kurs

Schluß-§ Ansang- turs | Kurs

Gchluß-i t«Uhr» fürs 1 Kurs

(Schluß- kurs

Anfang- Kurs

Schluß- kurs

1-Uhr- Kurs

Schluß- für#

Anfang- Kurs

25erlin, 29. Oktober

©elf

Srief

Lmenkanilche Noten......

Belgische Noten. .......

Dänische Roten ........

Englische Roten ........ granzchische Noten.......

Holländische Roten ....... Italienische Roten........

Norwegische Roten.......

Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten.......

Schwedische Noten.......

Schweizer Noten........

Spanische Rolen........

Tschechoslowakische Roten.....

Ungarische Noten ......

Devisenmarkt Berlin

4.186

58,25

111,94

20,357

16.425

168,51

21,88

111,90

58,93

2.48

112,28

81,21

46,19

12,395

73,20

- Frankfurt

4,206

58,49

112,38

20,437 16,485

169,19 21,96

112,34

59,17

2,50

112,72

81,53

46,37

12,455

73,50

a. rn.

/Datum

29 10

30 10

29 10.

30. 10

Datum

29. 10

30 10

29 10

30 10

Datum

29 10

30 10

29 10

30 10

6% ieutjefte Reichsanleihe von 1927 ..........

<% teuft die RetchSanleihe von 1929 ..........

teuft die Anl.-Ablös.-Schuld mtt

AuSlos.-Rechien.......

teiflL ohne AuSlos.-Rechfe . . 6% Heil. BolkSstaat von 1929 (rücfiüblb. 102%)......

06eti)effcn Provin,. Anleihe mit

LuSlol.-Rechten.......

teullche Komm. Sammelabl.

Anleihe Serie 1 ....

8% Rtanlf. Hyp.-Bank Oolb&fe.

XIII unkündbar bl# 1934 . . . 7% Franks. Hyp.-Bank »olbpfe unkündbar bis 1932 .....

4W% Rheinische Hvv.-Bank

87

98,25

54,25

6,6

89

50,5

51,5

98,5

93,25

84,8

100

97

97

26,5 3

23,5

1,9

4,25

4,25

4,25

8,3

14,13

6,8

1 1 Äl 1 1 1 1 1 1 | 1 1 I II 1 1 1 1 1 1 II l IS

3

87,3

98,25

54,25

6,55

89,75

51,25

100

97

97

26,8

1,85

23,5

19

19,9

1,85

4,3

8,5

14

6,8

54,5

6,6

26,6

23,6

19,25

20

4,3

4,4

14,2

6,85

Hamburg-Ämerika Patel . . . <

Hamburg-Südam. tampsschifs. 8

Hanta Tampsschiss.....10

Norddeutscher Lloyd.....8

Allgemeine Deutsche Creditanst. 10

Barmer Bankverein .... 10

Berliner Handelsgesellschaft . 12

Commerz, und Prioat-Bank . 11

Darmstädter und Nationalbank 12

Deutsche Bank und

Disconto lSeseUschast, ... 10

Dresdner Bant......10

Reichsbank........13

A.S.S............t

Bergmann.........9

Slettr. Lieserungkgesellschaft . 10

Licht und Krast......10

steifen & Guilleaume . . . 7K

Gesellschaft sür Elekttische

Unternehmungen .... 10

Hamburger ElektrizitätS-Werke 10

Rbemische E.cktrizität .... 9

Schlesische Elektrizität. ... 1C

Schuden L Co.......11

Siemens & Halske.....ie

Tran-radio.........k

Labmeyer & So.......10

Buderus.....- - . b

Deutsche Erdöl ..... k

Essener Steinkohle......8

Gelsenkirchener ....... 8

Harpener. ........ O

Hoeich Eisen. ....... 6^ gne Bergbau ....... 10

Söln-Rcuessen..... 7

Mannetmunn-Nöhrra .... 7

ManSselder Bergbau . .... 7

Lberschles. Eisenbcdarf . . . . 5

O-erschlej. Kokswerke.....7

Phönir Bergbau......6%

Rheinische Braunkohlen . . 10

Rheinstahl.........6

Stieäed Mont» ...... 7,2

78

77,75

107,25

133

120

157

115

115,25

226

123,25

127

97,5

127

124

-

138,65

182,5

146,5

54,25

91

88,5

222

73,5

68

179

81

z

77,25

107

119

155

114,5

123,5

125

1

182 j

81

78

78,13

99,75

107,25

133,25

120

156,25

115

115

226,5

123,75

139

127

97,5

128,25

116

121

139

184

147

54,25

63,5

90,75

81,75

222

71

83,25

74,5

41,5

77,75

68,5

179,5

82

76,75

76,75

99.5

107

133,25

120

155,25

114,5 114,6.

228,5

123,75

139,5

127

128

115,9

137,25

182

68,25

91

90

81,75

220,5

71,25

83

73,75

40,25

78

82,25

Bereinigte Stahlwerke.....

Otavi Minen......16*/,

Kaliwerke flldtertleben ... 10

Kaliwerke Westeregeln ... 10

Kaliwerke Salzdetfurth ... 15

I. ®. Farben-Industrte ... 12

Dynamit Nobel ....... 6

Scheideanstalt........ 9

Goldschmidt........6

Sütgersmcrfe ........ 6

Metallgesellschaft.......8

Philipp Holzmann......7

Zementwerk Heidelberg . . 10

Cementwerk Karlstadt. ... 10

Waytz L Freytag......8

Schultheis Padenhoser ... 15

Cftmede.........12

Slku...........18

Bemberg...... 14

Zellstoff WaldKok .... IS'/, Zellstoss Aschaffenburg ... 12

Lbarlottenburger Wasser ... 8

Dessauer ....... 9

Daimler Motoren . ..... 0 Deutsche Linoleum ......

91 oL automobil..... . O

Lrenstein & Koppel . .... 6

Leonhard Tietz ...... 10

Frankfurter Maschine» .... 4

Gritzner....... . . . 6

HeyllgenNaedt ....... 0

ZuogbanS. . ........ 6

Lechwerke..........8

Mainkraftwerke Höchst a-M.. . 8

Miag...........10

Sebr. Roeder ....... 10

Bolgt & Haeffner ...... 9

Hüddemjche Zuck» « 10

70

194.5 196

272,5

1-

136.5

50,75

86

80,5

54,4

72

74

84

24.5 130

118

285

18

29,5

26

86

93

150

141,25

lli ii3iiii i i i i is«ii£siaii i i s i I i iiia i II £i

70 34.25 196 197.5

272

1«

43,5 50,13 85,13

80,5

54

182,5 144,5 74,75 75,75 111,75

84 116.75 24.5 132

36 12,4 50,5

119 285

17,75 29,5

26

72^5 149,75

IM

70

34,4

270

143,25

ü

50,25

85,75

80

180,5

143,5

72,5

110,5

83,5

115,25

24,5 130

36,5

50,25 120 284

z

28 Oktober

29 Oktober

Amtliche Möllerung ©elf Srte>

Amtliche Notierung Geld | Erie-

Ämst.» Rott. Lnrn-AireS Brss.-Lvtw Christiama. -Kopenhagen Stockholm . Helling iotj- Italien. . . London. . . Nenpork . . Pari».... Schweiz .. Spanien.

Japan . . . Rio de Jan- Wien in D-- Ceft. abgest Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstanti» Sthcn. . . Tanada . . Utninat).

Tatro .. .

IC» HQ ICQ IC

168.86 1,432

58,435 112,13 112,17 112,50 10,548 21,955

20,37 4,1930 16,448

81,38 46,90 2,084 0,423

59,085 12,433

7.431

73,375 3,037

18,80 81,50

1,784 5,435

4,197 3,257

20,885

169.20 1,436

58,555 112,35 112,39 112,72 10,568 21,995

20.41 4.2010 16,489

81,54 47 00

2,088 0,425

59,205 12,453

7,445 73,515

3,043 18,84 81,66 1,789 5,445 4,205 3,263

80,925

8% Pr. LandeSplandbriesanstalt, Psandbrieke R. >9 .....

S% Pr Landetzpsan^brtesankaU, Komm^ebi-St- 20......

7% Pr. Landeet'landbriesanstalf, Psandbriese R. 81......

A.E.V. abfl. L orrnegS- Obligatio» nen, ructtablbar 1932 .....

4% Oeftenetd)i|die ©olDtenfe . . 4,20% Oesfcrreichilche Silberrente 4% Ceßerreidiitdie Einheitliche Rente...........

4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staattrente v. 1910 4ft% de«gl. von 1913 . - - -

4% Ungarische Sroncnrenfe . . - 4% türkische Zoll anleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Ant.

Serie 1.........

4% deögl. Serie 11.......

5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ..........

4ft% Rumänische vereinh. Rente von 1913 ..........

4% Rumänische vereinh. Rente .

1,426 58.435

112,13 112,14

112,48 10,548

21,94 20.364

4,1915 16,445

81,37

36.30 2,084

59,085 «r 12,432

7,431 73,37

3,038 18,80

81,47 1,784

5,43 4,197

3,247 20,88

1,430 58,555 112,35 112.36 112,70 10.560

21,98 20.404 4,1995 16,485

81,53 36.40 2,088

59,205 12,452

7,445 73.51 3,044 18,84 81,63 1,789

5,44 4,205 3,253 20,92