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Oberhessen.

Gemeinderat in Grünberg.

+ Grünberg, 30.2lug. Die jüngste Ge - m e i n d e r a t s s i h u n g zu der zehn Gemeinde­räte erschienen waren, sand unter dem Vorsitz des ältesten Gemeinderatsmitgliedes, Schlosser­meister Heinrich Schmidt II. statt, der während der Beurlaubung des Beigeordneten Keller die Bürgermeistereigeschäfte versieht.

Der wichtigste Punkt der Tagesordnung betraf den W i r t s ch a f t s p l a n für den Stadt- Wald für 19 31. Die zu fällende Holzmenge soll 3000 Festmcter betragen, gegenüber 3200 Festmeter im verflossenen Jahre, da die augen­blicklichen Marktverhältnisse für das Holst einen geringeren Hieb bedingen. Auch mit Rücksicht auf noch etwa sich ergebendes Windfallholz, das gerade im letzten Jahre den vorgesehenen Holz­hieb bedeutend erhöhte, ist eine geringe Menge angeseht worden.

Das Gesuch des Heinrich Jockel, Queckborn, der sein Steinmetz- und Kunststeingeschäft nach Grünberg verlegen will und um Abgabe eines Bauplatzes aus der Käswiese an der Licher Bahn ersuchte, wurde gegen drei Stimmen ab- gelehnt. Die Mehrheit vertritt den Standpunkt, daß dieser Platz, der einen Teil des für den Gallmarkt nötigen Geländes dar- stellt, unter keinen Umständen eine Verkleinerung erfahren dürfe, außerdem sei günstig gelegenes Baugelände für ein derartiges Geschäft an an­deren Plätzen hier zu haben.

Rach eingehender Aussprache wurde die Auf­nahme eines Kapitals von 40 000 Mark bei der Hessischen Girozentrale zur Förderung dcsArbeitsbeschaffungsprogramms beschlossen. Der Zinssatz ist 8 Proz. zuzüglich 1 Prozent Tilgung, die Auszahlung beträgt 95 vom Hundert. Eine Kündigung, sowie Herauf­setzung des Zinsfußes seitens der Girozentrale ist ausgeschlossen, die Gemeinde kann vor dem Iahre 1935 ebenfalls keine Kündigung des Kapi­tals vornehmen. Es wird bemerkt, daß bei et­waiger Richtinanspruchnahme des ganzen Kapi­tals für den genannten Zweck damit kurzfristige Anleihen mit höherem Zinsfuß getilgt werden könnten.

Landkreis Gietzen.

ch Alten-Buseck, 29. Aug. Die Versteige. rung des Grummetgrases aus den Ge­meindewiesen erbrachte durchweg für den Morgen Wiesengras erster Güte 8 bis 9 Mark, mittlerer Qualität 5 bis 8 Mark, geringerer Qualität 3 bis 5 Mark. Die Rachfrage ließ zu wünschen übrig. Im allgemeinen war der Graswuchs auf fast allen Wiesen als gut zu bezeichnen.

Lang-Göns, 29. Aug. Nächsten Montag,' 1. September, feiert der in weiten Kreisen be­kannte Händler David Grünebaum seinen 8 5. Geburtstag in voller geistigler und körperlicher Frische.

LJ Großen-Linden, 29. Aug. Dieser Tage hielt die hiesige Ortsgruppe der "J? o I f 6 na­tionalen Reichs Vereinigung eine Mit­gliederversammlung, zu der auch Gäste einge­laden waren, im Saale der Gastwirtschaft Post ab. Lehrer K r a u s ch (Gießen) sprach über die Rotwendigkeit der Gründung der Staatspartei. In der regen Aussprache wurden alle Fragen aus der Versammlung zur Zufriedenheit beant­wortet.

Kreis Friedberg.

B a d - Nauheiin, 29. Aug. Eine der Un­terprimen der hiesigen Ern st-Ludwig- Schule hat sich zu 14tägigem Aufenthalt nach Dresden begeben. Von Dresden ift eine Unter- t e r t i a als Austauschklasse hier eingetroffen.

Kreis Schotten.

§ 11 lrich stein, 29. Aug. Am Dienstag wur­den unter Leitung von Schulrat Hasenzahl, Schotten, auf dem hiesigen Turn- und Sportplatz die Reichsjugendwettkämpfe im Be­zirk Ulrichstein ausgetragen. Die Schüler der beteiligten zehn Schulen waren unter Füh­rung ihrer Lehrer hierhergekommen und zeigten in Hoch- und Weitsprung, Wettlauf und Frei­übungen ihr Können. Zumeist wurden sehr schöne Leistungen erzielt und durch Verteilung einer größeren Anzahl von Preisen anerkannt, so baß die Kinder in den Mittagsstunden freude­strahlend nach Hause zogen. Der hiesigen Ober­klasse wurde als Preis eine Bronzefigur (Olym­pischer Sieger) zuerkannt. Seit einigen Wochen wird hier von Beamten des Vermessungsamtes Grünberg eine neue Katastervermes- sung vorgenommen. Leider ist diese Maßnahme mit erheblichen Kosten für die Gemeinde, wie für die privaten Besitzer verknüpft. Am Sonn­tag, 31. August, können Lehrer i.R. August Lenz, und am Montag, 1. September, Lanäoirt Johannes LippV. ihren 75. Geburtstag begehen. Die beiden Iubilare erfreuen sich körper- <? , und geistig noch einer bemerkenswerten Rüstigkeit und gehen regelmäßig noch ihrer ge­wohnten Beschäftigung nach.

# Freienseen, 29. Aug. Am Dienstag tra­fen sich die S ch u l e n des K o n f e r e n z b e z i r k s Laubach auf dem schönen Turnplatz zu Freien- seen, um die Reichsjugendwettkämpfe zum Austrag zu bringen. Insgesamt waren die Schuler von acht Gemeinden erschienen. In der Oberstufe der Knaben und Mädchen stellten sich je 25 Schuler den Kampfrichtern, 110 entfielen auf die Borklassen, 5. und 6. Schuljahr. Ein volkstümlicher Blerkampf, Lauf, Hochsvrung, Weitsprung und Vallweitwurf, wurde diesmal ausgetragen. Es wurden sehr beachtliche Leistungen erzielt. Bon 160 Schulern erreichten 120 die vorgeschriebene Punkt- zahl von 54 Punkten. Trotz der zur Zeit schwachen Jahrgänge ist die Teilnehmerzahl seit Jahren in einer steten Aufwärtsbewegung begriffen, ein Be- weis dafür, daß die Reichsjugendwettkämpfe unfern Schulern viel Freude an gesunder sportlicher Be­tätigung geben.

und kommunale Be- Inanspruchnahme der ä m t e r erfolgen soll, i der Lage waren, zu

über seine Kriegserlebnisse. Gespannt lauschten die sehr zahlreich Erschienenen den Worten des Redners, der im ersten Teil seine« Vortrags mteressante Ausführungen über die Kämpfe an der Piave vom 22. Iuni bis 31. Oktober 1918 machte und die Großtaten der deutschen und un­

k r ä f t e n in staatliche triebe nur durch die öffentlichen Arbei da die Arbeitsämter aud übersehen, welche Kräfte

Das hessische Arbeilsbeschaffungsprogrmm $ür 7500 Ausgesteuerte ein halbes Jahr Arbeit und 20 Millionen RM.

Arbeitskapital für die Wirtschaft.

. . ich für den freigewor­

denen Posten eignen, anderseits aber auch die soziale Lage der Arbeitsuchenden am besten be­

ste Hessische Amtliche Presse st eile teilt mit: Der hessische Finanzminister Kirn- berget hat an die ihm unterstellten Behörden ein Ausschreiben gerichtet, das, ausgehend von der Rot der Erwerbslosigkeit besonders bei den älteren Angestellten und Arbeitern, die meistens auch für eine Familie zu sorgen haben, den Wunsch weitergibt, die staatlichen und kommu­nalen Betriebe möchten doch bei Bedarf von Arbeitskräften in erster Linie ältere Leute, soweit sie dazu geeignet und befähigt sind, be­schäftigen. Außerdem wurde der Wunsch ge­äußert, daß Einstellungen von Arbeits­

)( Ruppertsburg, 29. Aug. Zu einer schönen Veranstaltung gestaltete sich die Monats- versammlung unseres Kriegervereins im Saale des Gastwirts Wagner. Der zur Zeit im Pfarrhaus weilende ehemalige österreichische Artillerieoberst Verspyck hielt einen Vortrag

Behörden und Arbeitslose

Ein Ausschreiben des hessischen Mnanzministers.

rücksichtigen könnten.

.Unter Bezugnahme auf das Ausschreiben vom 6. September 1927 weist der Finanzminister er­neut an, bei Deckung etwaigen Personalbedarfs, soweit dieser nicht ohne weiteres den gesetzlich

Die Hessische amtliche Pressestelle teilt u. a. mit:

Die Maßnahme deS hessischen Landtags zur Belebung der hessischen Wirtschaft und zur Be­schäftigung von Wohlfahrtserwerbslosen hat der hessischen Wirtschaft Arbeit für 20 Millionen Mark zu geführt. Sie hat in erster Linie solche Arbeiten gefördert und mit einer Zinsverbilli­gung auf 20 Iahre ausgestattet, die wirtschaft­lich wertvoll, bei denen vorwiegend Arbeits­löhne erforderlich sind und der unmittelbare Aufwand für Material einen bestimmten Gr- fahrungssatz nicht übersteigt. Dann wurden auch solche Arbeiten bevorzugt, die durch die Injektion der Zinsverbilligung andere erhebliche In­vestitionen und Arbeitsgelegenheiten im Gefolge hatten.

Insgesamt werden im Rahmen des hessischen Programm- Arbeiten im Gesamtbetrag von etwa 121/g Millionen Mark mit einer Zinsverbilligung ausgestat- t e t wovon 71/3 Millionen Mark auf 3 Prozent verbilligt werden. Von diesen 121/z Millionen Mark entfallen etwa 61/2 Millionen Mark auf Materialkosten und etwa 6 Millionen Mk. auf unmittelbare Arbeitslöhne. Wenn man einen durchschnittlichen Stundenlohn von 1 Mark zugrunde legt und den Arbeits- rnonat zu 25 Tagen rechnet, können tatsächlich 5000 Wohlfahrtserwerbslose sechs Monate lang beschäftigt werden. Es stecken aber in den 6V2 Millionen Mark Materialkosten auch etwa die Hälfte rn i t t e l b a r e A r b e i t s l ö h n e, die auf die Herstellung der Materialien, wie Schotter für den Straßenbau, Kunststeine, Zementrohre, Formstücke usw. für Kanal- und Entwässerungs­anlagen entfallen. So wird durch das Arbeits­beschaffungsprogramm unmittelbar für 5000 und für weitere über 2500 Arbeiter mittelbare Ar­beitsgelegenheit für mindestens ein halbes Iahr geschaffen. Dabei darf nicht überseheii werden, daß durch den zusätzlichen Schlichtwohnungsbau für weitere 31/2 Millionen Mark Arbeiten ausgeführt werden und noch ein zusätzliches Strahenbaupro- gramm der Reichsregierung aussteht, von dem auf Hessen schätzungsweise etwa 31/2 bis 4 Mil­lionen Mark entfallen dürften.

Ein bedeutsames Kommunal­projekt in Alsfeld.

Alsfeld, 29. Aug. In einer als dringlich einberufenen, besonderen Stadtvorstands­sitzung befaßte man sich eingehend mit einem für die Stadt wichtigen Projekt, der Erbauung einer Klaranla g e. Im Hinblick auf die in den letzten Jahren tatkräftig geförderte allgemeine Ka- nalisation der Stadt ist die Notwebigkeu dieser An­lage allgemein anerkannt. Den äußeren Anlaß zur gegenwärtigen Erörterung der Angelegenheit gab die stets wachsende Zahl der Wohlfahrtserwerbs­losen, deren Zahl in den nächsten Wochen auf etwa 60 steigen wird und deren Fürsorge allein der Stadt obliegt. Um Arbeitsgelegenheit für die Leute zu beschaffen, wurde beschlossen, den B a u der Kläranlage und der als Vorbedingung da­zu notwendigen Zubringerkanäle ins Auge 3u fassen. Die Stadt hat dazu vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft bei einem Gesamt- kostenooranschlag von 1 50 000 Mark eine Zinsverbilligung zu 3 Prozent für ein Kapital von 50 000 Mark erhalten. Auf Grund der Vor­schläge des Kulturbauamts Gießen entschloß man sich, zunächst die noch erforderlichen Zubringer- Kanäle in Angriff zu nehmen und bann erst die eigentliche Kläranlage zu bauen. Demgemäß beschloß der Stadtvorstand folgendes: Das Kulturbauamt Gießen wird beauftragt, einen Kostenvoranschlag oorzulegen über die gesamten Kosten einer Klär­

anlage nebst allen noch erforderlichen Zubringer­kanälen. Die Beschlußfassung über die Genehmigung bleibt vorbehalten. Es wird die alsbaldige Ausfüh­rung einer Reihe von Kanälen in Angriff genommen zum voranschlagsmäßigen Betrag von 67 000 Mark. Diese Arbeiten sollen, um die Arbeit im Hinblick auf die Beschäftigung der ausgesteuerten Erwerbslosen möglichst zu strecken, in eigener Regie der Stadt ausgeführt werden, vorhalt- lich der dazu erforderlichen Genehmigung des Mi­nisteriums für Arbeit und Wirtschaft. Es wird zur Ausführung aller Sanalarbeiten, die auf etwa 90 000 Mark veranschlagt sind, eine Ka - p i t a l a u f n a h m e bis zu 100 000 Mark bewilligt, die endgültige Beschlußfassung über diese Arbeiten bleibt Vorbehalten. Die durch diese Kapitalaufnahme ftir die Allgemeinheit entstehende finanzielle Mehrbelastung für Zinsen und Til- gung soll wie folgt aufgebracht werden: 1. Zur Hälfte aus der nach der Notverordnung des Reichs­präsidenten vom 26. Juli 1930 sich ergebenden Mehreinnahme aus der Gemeindebiersteuer auf Grund einer Steuer von 5 Mark für den Hektoliter Vollbier. 2. Zu einem Viertel durch Erhöhung der Kanalbenutzungsgebühren. 3. Zu einem weiteren Viertel durch eine entsprechende Erhöhung der Gemeindeumlagen. Mit der Ausführung der Arbeiten soll sobald wie möglich begonnen werden.

Richtlinien für Notstandsarbeiten.

Alsdann befaßte man sich mit der Festsetzung der Arbeitsbedingungen für die Röt­st andsarbeiter der Stadt Alsfeld. Hierzu wurden gemäß den Vorschlägen der Bau- und Fi­nanzkommission folgende Richtlinien angenom­men:

1. Der Stundelohn beträgt 65 Rpf. bei normaler Arbeitsleistung. Bei minderwertiger Arbeitsleistung tritt entsprechende Kürzung ein.

2. Die Arbeitszeit beträgt 40 Stunden in der Woche. Diese Festsetzung gilt zunächst bis 1. Oktober 1930. Die Arbeit ist in fünf Tagen zu leisten.

3. Ledige Wohlfahrtserwerbslose,, die noch im Haushalt ihrer Eltern leben, werden im allgemeinen nicht als Notstandsarbeiter angestellt, es sei denn, daß besondere Umstände vorliegen, die sie als über­wiegenden Ernährer der Eltern oder eines über­lebenden Elternteils oder anderer Familienangehö­riger erscheinen lassen.

4. Rentenempfänger werden a' > Notstandsarbeiter nicht eingestellt, ausgenommen Kriegsbeschädigte bis zu 30 v. H. Erwerbsbeschränkung.

5. Wohlfahrtserwerbslose ober sonstige Unter- stützungsempfcinger, deren Ehefrau oder Kinder, soweit die letzteren noch im elterlichen Haushalt leben, eine Erwerbsbeschäftiguna ausüben, werden nur dann in die Fürsorge übernommen, wenn 70 v. H. des Arbeitseinkommens der Ehefrau und 70 v. H. des Arbeitseinkommens der Kinder nicht den Richtsatz der allgemeinen Wohlfahrtsfürsorge erreichen. Der Unterschiedsbetrag wird in bar aus« bezahlt, dafür ift eine dem Stundenlohn von 65 Rpf. entsprechende Zeit zu arbeiten. Die sich hiernach er­gebende Arbeitszeit kann für ein Wochen- oder Mo- natsenbe zusammengelegt werden.

6- Die erforderlichen Arbeitsgeräte haben die Ar­beiter selbst zu stellen, ausgenomemn Spezialgeräte.

7. Die Bestimmung der^auszuführenden Arbeiten bleibt der Bürgermeisterei nach Anhörung der Bau- kommission überlassen.

Schließlich wurden noch verschiedene klei­nere Vorlagen erledigt. Die Kosten für bie Visitation der Stabtkasse burch bieOberrechnungskammer.die einen Zeit­aufwand von 19 Tagen erforderte, in Höhe von 867,20 RM. wurden genehmigt. Dabei wurde be- anstandet, daß den Gemeinden auch ein entsprechen­der Teil des Gehaltes der revidierenden Beamten für die Zeit der Revision zur Last gesetzt wird.

oder tariflich bestimmten Personengruppen zu entnehmen ist, grundsätzlich die Arbeitsnachweise in Anspruch zu nehmen. Weiterhin empfiehlt er, nicht nur bei vorkommenden Reueinstellungen hiernach zu verfahren, sondern auch zu prüfen, ob in der Frage der Doppelverdiener und der Rebenbeschäftigung von Beamten ge­bührende Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Kla­gen über Doppelverdiener und Rebenbeschäfti- gung von Beamten werden immer und immer wieder vorgebracht. Es ist ohne weiteres ein- zusehen, daß bei der großen Erwerbslosigkeit derartige Zustände kaum tragbar sind, und es wird von den Erwerbslosen selbst als eine bittere Härte empfunden, wenn ihnen durch die Doppel­verdiener oder von Beamten, die in festen Ge­haltsverhältnissen stehen, die Derdienstmöglichkeit hinweggenommen wird. Es erscheint aber auch, vom Standpunkt der allgemeinen Wirtschaft aus gesehen, notwendig zu sein, auf eine bessere Verteilung der freien Arbeitsplätze bedacht zu sein, um so die finanzielle Rotlage des Reiches, der Länder und der Gemeinden durch die große Zahl der Erwerbslosen und Ausgesteuerten nicht noch mehr zu verschärfen.

garischen Truppen in dieser Zeit schilderte. Im zweiten Teile verstand er es, den Humor der Feldgrauen zu Wort kommen zu lassen. Pfarrer L). Fritsch brachte daraus ein Hoch auf unser; Vaterland aus, dem das Deutschlandlied folgte.

Preußen.

Kreis 'Wetzlar.

cf 2) u t e n f) 0 f e n, 29. Aug. Auf dem außerhalb des Ortes liegenben Dreschplatz ist in ber Nacht zum Donnerstag eine D r e s ch g a r n i t u r Der­brannt. Der Branb ist von den Ortsbewohnern nicht bemerkt worben. Der Dreschwagenbesitzer und seine Mitarbeiter hatten nach Feierabend gegen 8 Uhr den Arbeitsplatz verlassen. Am anderen Mor- gen, als die Drescharbeiten wieder beginnen sollten, fand man bie leergebrannte Stätte. Die Entstehungs­ursache des Branbes ist bis jetzt nicht ermittelt.

d" Atzbach, 29. Aug. Einern hiesigen Ein­wohner wurde in Abwesenheit ber ganzen Familie ein Geldbetrag aus einem Schrank ber Wohnung gestohlen. Jedenfalls hat ber Dieb ausgekundschaftet, wo die auf dem Felde arbeitenden Hausbewohner den Hausschlüssel hingelegt hatten, so daß er aufschließen und ungehindert in die Woh- nung gelangen konnte. Derartige Diebstähle sind in letzter Zeit schon mehrfach vorgekommcn. Sie bürf- ten, m bezug auf bessere Bewahrung fies Haus- schlüssels zur Warnung bienen.

Das Europa - Wasierballturm'er.

Deutschland schlagt Belgien 3:1.

Am Donnerstag wurde das Europa-Wasser- ballturnier in Nürnberg nach einem Ruhetag bei ausgezeichnetem Besuch fortgesetzt. Der inter­essanteste Kamps war die Schluß-Begegnung zwi­schen Deutschland und Belgien, wo es der deutschen Sieben gelang, den Belgiern mit 3:1 (1:1) die erste Niederlage beizubringen. Zu Beginn waren unsere Spieler etwas nervös und ermöglichten dadurch den Belgiern, durch De Pauw in Führung zu gehen. Aber noch voo der Pause schoß Amann den Ausgleichstreffer. Rach dem Wechsel wurden die Deutschen zu­sehends besser, obwohl Schulze, Magdeburg, ein glatter Versager war. Rachdem Dennecke Deutsch­land in Führung gebracht hatte, stellte Amann mit einem dritten Treffer den deutschen Sieg mit 3:1 sicher.

Auch die beiden übrigen Spiele brachten hart­näckige Kämpfe. So konnte .Ungarn die stark verbesserten Schweden nur mit 7:3 (4:2) be­zwingen. England blieb fhit 5:2 (1:1) gegen Frankreich Sieger.

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom NedaktionStisch.

Alles hat seine Grenzen.

Sie zeigte sich auf dem Rundgang durch die Pelzfarm höchst wißbegierig.

Und wieviel Fell« bekommt man von jedem Silberfuchs?" fragte sie.

Der Führer setzte ein ernsthaftes Gesicht auf.

»Drei", erklärte er schließlich.Wenn man ihm das Fell noch öfter abziehen wollte, würde er es Übelnehmen." (Lust. Bl.)

Sommerfrische.

In den Sommerferien wollte Fräulein Mayer einen einsamen, idyllisch gelegenen Gebirgsort aufsuchen. Sie schrieb an den Ortsschulzen einen Brief, in dem sie anfragte, ob sie Wohnung und Badegelegenheit in dem Dorfe bekommen könnte. Der Schulze schrieb zurück:

Wonungen sind da genuch Aber Baden Tun Sie sich lihber Ehe Sie her Korne n."

Mark Twain

Als Mark Twain, der große amerikanische Humorist, Redakteur in der Missouri-Zeitung war, schrieb ihm ein Abonnent, daß er in der Ausgabe des Blattes eine Spinne gefunden habe und nicht wisse, ob dies Glück oder Pech bedeute. Umgehend antwortete Mark Twain, daß dies weder das eine, noch das andere auf sich habe. Die Spinne habe sich lediglich über zeugen wollen, ob der Abonnentauch fleißig inseriere. Leider wäre dies nicht der Fall und nunmehr sei es für das Insekt hohe Zeit, sein Netz an der Ladentür des Inhabers aufzuspannen. Dort wird es sicher in­folge mangelnden Verkehrs unbehelligt bleiben.