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einen schlechten Dienst erweisen; denn solche Sllmmzettel sind von vornherein ungülhg und werden au her in besonders .leichten" Fällen nicht gezählt. 2m bedauerlichsten aber ist es, daß dem Reich durch die notwendige Einforderung. Prüfung. Berichterstattung dieser Zettet ganz unnötige, sehr hohe Kosten entstehen; die Durchführung der Wahlen würde nur einen teil der Spesen verursachen, wenn derartige .Dählerscherze" nicht vvrkäment

So ist also auch das Reichswahlbureau in der Leihe derer zu finden, die einen besonderen Wunsch an den Ausfall der Wahlen knüpfen. 11 nD dieser Wunsch ist wohl leicht *u erfüllen, nicht mehr ist dazu erforderlich als ein wenig Nachdenken, eine kleine Portion guter Wille und das Bewußtsein. der ernsten D e r a n t Wartung, die am Lage der Wahl auf jedem Staatsbürger ruht.

China als neues Sturmzenirum.

(schwere Rückschläge des britischen Handels.Bankrott der Ausgleichspolittk. Oer Kampf der pazifikmachte um den Einfluß in China.

Don unserem E. E-Berichterstatter

(Had)bmd. auch mit Quellenangabe, verboten?) London, E rde August 1930.

Dem früheren britischen Austenminister Chamberlain ist es stet» al» einer seiner wichtigsten Erfolge angercchnet worden, dah er durch den Abschluß eines neuen Zoll- und Schiss- sahrtsvertrage» mit der Bankinger Regierung die Beziehungen Englands zu China auf eine recht befriedigende Basis gestellt hatte. Dach einer Politik ständiger Interventionen, zum Leit als Folge chinesischer Uebergrifse. zum Teil aber auch als Dorbeugungsmastnahmen zum Schuh britischen Leben- und Eigentums, war es tatsächlich ein großer Erfolg, dah mit dem englisch-chinesischen Vertrag vom 28. Dezember 1928 wieder normale Beziehungen zwischen London und Banking angebahnt wurden. Durch jenen Dertrag hat Großbritannien der Bankinger Regierung die Tarishoheit zurück- gegeben und gleichzeitig Derhandlungen für die Aufgabe der noch besteyenden SsterritorialitätS- rechte in Aussicht gestellt ES ist nicht zu leugnen, daß seit jener Zeit ein gewisser Auf­schwung de» englischen Handels in E h i n a eintrat. Degen Ende deS vorigen Jahre» war diese Ausgleich-Politik der briti­schen Regierung durch Verstärkung der innct- chinefischen Wirren vorübergehend gefährdet. Dach einer gewisfen Konsolidierung sah sich aber dann die britische Regierung im Januar diele» Jahre» in der Lage, in einen neuen Meinungs­austausch mit Banking über die Lösung der noch bestehender Meinung-Verschiedenheiten, d. h. Verzicht auf alle noch vorhandenen Sonderrechte auf Grund Der alten Verträge, einzutreten. Die Hoffnungen, die auf diese Aus- glelchsverhandlungen in weiten Kreisen London» aeseht wurden, sind nun durch die lehte Wen­dung in Lhina wieder einmal völlig zer­schlagen worden. Die britische Regierung hat, wie sich nun herauSstellt, z u hoch auf die falsche Karte geletzt. Sie ging von der lleber- Äeuguug au», dah die Bantingregicrung sich als Zentrakrcgierung für China mit alleiniger Aus­nahme der Mandschurei und Mongolei halten und schnell festigen könnte. Allerdings bat man einige kleine SicherungSmaßnahmen getroffen, und der britische Gesandte in China ist dem Drängen der Banking-Regierung auf die ilcber- fiedlung von Pcüng nach Banking nicht gefolgt. Das ändert aber nicht» daran, dah in der Dache der Erfolg der britischen Politik in China mit bem Sieg der Bankmg-Regierung. in dem jetzigen Kampf gegen den abgcsallcn.'n Borden und die Kominuniften im Süden, stand oder fiel.

CS ist für die Londoner Regierung eine be­sonder- schmerzliche Enttäuschung, daß nach all den Zugeständnissen der letzten drei Jahre die Politik des Ausgleich» in China versagte. Heute besteht gar kein Zweifel mehr darüber, dast. wie immer die kriegerischen Auseinander­sehungen zwischen Banking, dem Borden und den kommunistischen Armee teilen auSgehen mö­gen, eine innerpolitische Konsolidierung weder durch die eine noch durch die andere Gruppe erreicht werden kann. Die Zugeständnisse, die bisher gemacht wurden, waren also u m s o n st. Zurückgenommen aber können sie dicht mehr werden, denn in diesem Falle würde sich immer eine oder vielleicht sogar mehrere Stellen fin- den. die im Barnen de» chinesischen DolkeS Der-

trag»treue verlangen und diese Forderung zur Grundlage für jedes weitere Zusammengehen mit England machen würde Die handelspoliti­schen Vorteile der letzten zwei Jahre aus Grund der von Chamberlain eingeleitelen Ausgleichs» Politik sind nicht grost genug, um einen wirk­lichen Ausgleich für tue völlige Entwertung der Zugeständnisse zu bieten. Der britische Kauf­mann in China ist heute schlechter daran, als vor zwei Jahren, denn einmal sind frühere Dertragsvorteile auS der Hand gegeben worden, zum anderen ist die Friedenspolitik Englands und der übrigen DertragSmächte nicht ohne starke Rückwirkungen auf der chinesischen Seite ge­blieben. Zwingen die Ereignisse in China nun England ober die anderen Mächte wieder, im trüberen Sinne Gewalt anzuwenden, so wird das auf chinesischer Seite ungleich gröberen Widerstand Hervorrusen al- vor einigen Jahren, da China damals noch daran gewöhnt war, die europäischen Mächte al- tciltoeilc Herren anAufcben. Heute ist von dieser Einstellung kaum I noch eine Spur vorhanden und jede- be­waffnete Eingreifen wird al» Gewaltakt emp­funden, mindesten- aber so der Welt gegenüber bingcftcllt. Die englischen Regierung-steilen und Die übrigen in China besonder- interessierten Mächte sind fich über diese Sachlage durchaus im klaren. Sie wissen, dah eine gemeinsame Intervention heute mit einem Federstrich die mühselige AuSgleichsarbeit der letzten drei Jahre zunichte macht.

Die kriegerische Entwicklung na­mentlich im Vangtsebecken, hat aber in den letzten Tagen Formen angenommen, die Eng­länder, Franzosen, Amerikaner und Japaner in der Anwendung geeigneter Mittel für den Schutz der Interessen keine große Wahl mehr lassen. Degen englische Missionare und Beamte der Zollverwaltung sind in den letzten Wochen mehrfach ernste Heber griffe zu verzeichnen ge­wesen. Die britische Regierung hat vorläufig in Banking protestiert und Abhilfe, beziehungs­weise Bestrafung der Schuldigen verlangt. Sie ist sich aber darüber klar, daß diese Proteste im Grunde völlig in der Lust schweben, da die Banking.Regierung heute gar nicht mehr in der Lage ist. Derartige Forderungen zu erfüllen, selbst wenn sie den guten Willen hierzu f alle. In Erkenntnis dieser Sachlage haben Groß­britannien und die anderen Mächte immer stärkere Flottenabteilungen in den chinesischen Gewässern und auf dem Vangtse zu­sammengezogen, und neuerdingS ist sogar c i n britischer Kreuzer von Malta nach China entfandt worden. Da» ist eine ungewöhn­liche Maßnahme, wenn man sich daran erin­nert, daß die britische Garnison in den wich­tigsten englischen Einflußsphären in China eben­so wie die Flollenstreitkräfte in den letzten an­derthalb Jahren langsam aber stetig vermin­dert wurden. Japan hat gleichfalls eine sehr starke Flottenabteilung nach den dj.nefi- schen Gewässern entsandt, Amerika erhält lich vorläusig noch abwartend. Zwischen diesen drei Mächten unb Frankreich und Bel­gien al» weitere DertragSstaaten soll aber neuerding- bereit» eine ziemlich weitgehende Zusammenarbeit in der Richtung ge­meinsamer militärischer oder maritimer Aktionen erreicht sein. Allerdings hat sich die brillsche

Regierung vorläufig noch nicht entschlossen. Die schwebenden Ausgleich-Verhandlungen mit Ban­king abzubrechen.

So ergibt sich Die etwas merkwürdige Lage, dah aus der einen Seite Die Besprechungen über Den völligen Verzicht auf die noch be­stehenden englischen S,territorialitätsrechte fort- geben und daß gleichzeitig mit den anderen Mächten über bewaffnete Intervention verhan­delt wird Da» letztere widerspricht selbstver­ständlich vollkommen dem Sinn der Verhand­lungen mit Banking Vielleicht glaubt die Lon­doner Regierung, dah die Entwicklung in China in den nächstcn Wochen ganz von selbst eine Lösung dieses peinlichen Widerspruchs bringt. Denn Da» nicht der Fall sein sollte, wird man aber in London in nicht allzu ferner Zukunft gezwungen lein, dah auch England, da» sich für Banking fest gelegt batte, zu der alten Politik deS Lavierens zwilchen den verschiede­nen chinestschen Machthabern und Interessen­gruppen zurückkehrt.

Die Aufgabe weiterer Machtpositionen ist je­denfalls gerade Der gegenwärtigen arbeiterpar­teilichen Regierung nicht mehr möglich. Die Banferot tctllärung Der Ausgleichspolitik in China neben Indien zweifellos das für Eng­land wichtigste asiatische Land -- ist aber eine peinliche Angelegenheit, um Io mehr, al» der Umschwung In China sehr viel mehr aus kommunistische Umtriebe -urück- zu'ühren scheint als auf Die Aktionen dcS be­reit» in Tfinanfu wenn auch nicht entschei­dend - geschlagenen Bordens. In dieser Hinsicht sind die tatsächlichen Vorgänge aller­dings noch nicht restlos geklärt. Immerhin scheint sicher, dah wenigstens ein kleinerer Teil der angeblichen Kommunistenarmeen. Deren Mehrheit kaum etwas andere- als einfache Banditen sind, durch sowjetrussische Agenten aufgeftachelt und beeinflußt werden. ES wird davon abhängen, in welchem AuSmah das der Fall ist, bi- man sagen kann, welche Rückwirkungen die Vorgänge in China auf das englisch-russische Verhält- n i - haben werden. Mit einör Erschwerung der Verhandlungen zwischen London und Mos­kau ist ohne weitere- zu rechnen. waS bei der delikaten Batur der bisherigen Beziehungen schon eine recht empfindliche Beubelaslung ist.

Da- FiaSko der englischen Ausgleichspolitik in China ist gleichbedeutend mit sehrempfind- lichen wirtschaftlichen Rückschlägen. Für die gegenwärtige Wirtschaftsdepression en Großbritannien sind neben den mehr, oder weni­ger in allen Teilen der Welt bestehenden allge­meinen Gründen vor allem Die Zustände in Indien, Aegypten und China mit verantwortlich. In den beiden ersteren Ländern sind die Aus­sichten für eine baldige und Durchgreifende Besserung sehr gering. 3n China war. wie schon betont, im letzten Jahr ein Aufschwung De» englischen Handel- zu verzeichnen. Wenn nun auch hier ein neuer Rückschlag eintritt, vielleicht sogar unter da- vor einigen Jahren vorhan­dene Maß, Dann wird hierdurch d i e eng­lische Wirtschaft schwer betroffen. Wenn e» sich nur um eine ganz vorübergehende Erscheinung handeln würde, Dann wäre ein solcher Rückschlag vielleicht zu verschmerzen. Die Ausgleichspolitik in China ist aber Doch gerade unter Dem Gesichtspunkt eingeleitet worden, der englischen Wirtschaft in Dem immer offenkun­diger werdenden Kampf um die Aufteilung Der Einflußsphären zwischen EnalanD, Amerika und Japan ein Liebergewicht zu verschaffen. Japan hat ohnehin gewisse Vorteile, die auch Durch eine im übrigen noch keineswegs sichere Teilnahme an einer Intervention nicht verloren gingen, Da diese Intervention- ja ge­rade in Den Gebieten erfolgen mühte, die Stütz­punkte DeS britischen Einflüsse- Darstellen. Japan hat seit Dem letzten großen Zwischenfall in Tsinanfu im Jahre 1928 eine sehr vorsich­tige Politik verfolgt: Interventionen oder ern­stere Protestaktionen wurden fast völlig vermie­den, Die alten Vertrag-rechte aber -um großen Teil auf recht erhalten. Ein Zusammengehen zwi­schen Den Hauptmächten in China in Abwehr einer unmittelbar Drohenden Gefahr für ihre Staatsangehörigen oder große Sachwerte kann daher nicht Darüber hinwegtäuschen, Daß Die auf

lange Sicht allein maßgebenden wirtschaftliche» Intercslen Derselben Machte sehr stark aus- einanbcrgeben und nie auf einen gemein­samen Benner zu bringen fein werden. Gewiß ist Die britische S.ellung in China auch heute noch überragend stark. Wenn man aber berück­sichtigt. welch ungeheure Verschiebung in dem Kräfteverhältnis zwischen England. Amerika und Japan in China m Den letzten fünfzehn Jahren eingetreten ist. dann wird ohne treiiere» klar, was für England in China auf dem Spiele steht.

cviclplnn o:r Irrmitfintcr Theater.

Opernhaus. Sonntag. 21 Aug, 19,30 bii 22.30 Ubr. Der Beitelstudent Montag. 1 Seht, 20 bis gegen 22 30 Mfrr Dosca Dienstag. 2^ IQ 30 biS 22 15 Ubr < \ allen» rusticana; hierauf: Ter Bajazzo Mittwoch. 3, 19 30 bi» nach 22.30 Uhr 5re Iüd.n. Donnerstag. 4, 19.30 bis nach 22 Uhr Der Foeilchün Freitag. 5.. 19.30 bi» 22 30 Ubr: Der Bettelstudent. Samstag. 6, 19.30 bis gegen 22 30 Uhr In neuer Einstud erung und Inszenierung Zar und Zimmermann. Sonntag, 7., 19.30 bis nach 22 Uhr: Das Land des Lächelns. Montag. S, 19 30 bis 22.15 Uhr: Amelia oder Ein Maskenball.

Schauspielhaus. Sonntag. 31. August bis Montag. S September, von 20 bis gegen 22 Uhr: Wiederaufnahme beantragt. Ein Schauspiel in drei Akten

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag. 31. August. I I Sonntag nach Trinitatis.

Stadtkirche. H Uhr Psr. Mahr, zugleich Christen­lehre für Die Neukonfirmierten der Matthau,» gemeinde, 9.30; Psr Becker, feierliche (Eröffnung de, üanfirmandenunterrichta Der Markusaemeindc. 11: llinderkirche für die Markusgcmeinde: Pfr. Becker. 3ohanne,kirche. S: Pfr. Bcchiolsheimcr; zugleich Chri­stenlehre für die Neukonfirmierten der Luka,» gemeinde: 9.30: Pfr. 2lu,seld: 11: Kinderkirche für Die Zohanne-gemetnde, Pfr Ausfeld: 20: Bibel» befprediung im Zohannessaal, Pfr. Lenz. Ka­pelle de» Alten Zriedhof,. 9.30: Psr. Lenz, feierliche (Eröffnung des Aonfirmanbenunlerridu, der Luther» gemeinde, zugleich Schluß der Christenlehre für die Neukonf>rmierten der Luthergemeinde; 11: ftinber- nrthc; Psr Len,. Elisabeth kleinkinderfchule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petru,» gemeinde; 9.4rv Pfr. I.ie Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. Pfr. Lie Waas. stleln Lin­den. 9: Hauptgottesdienst ; Christenlehre für die weid» Ilche Jugend; 10: Äinbergottesbienft. Mief eck feierliche (Eröffnung de» Konfirmandenunterrichts; Opfer für Die evangelische Jugendarbeit. Ullen- Bufnf. 1: Psr. Sattler. Wieseck. Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die weibl. Jugend; 13.30 Mainzlar. llausen-Garbenleich. 11: Hausen; 13: Garbenteich. Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45 Kin» dcrgottesdienst; 14: Pfarrvikar Draudt. In beiden Gottesdiensten Kollekte für die Innere Mission.

Katholische Gemeinden.

Samstag, den 30. August.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, Den 81 August.

Gießen. 6.20 Uhr: Beichte; 7: Messe; R: Kommu­nion; 9: Hochamt mit Predigt. 11: Messe mit Pre­digt. 14.30 und 17 30: Christenlehre und Andacht. Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. fjunqen. 8: V)od)amt mit Predigt Cid). 10: Hochamt mit Pre­digt. Ridda. *.30: Hochamt mit Predigt. Sdniltcn. 10 30: Hochamt mit Predigt. Stockheim. 15: Saal Sdjmittberger: Diaspora-Katholikent- gung.

Donnerstag, 4 September.

Gießen. 17.30 Uhr: Beichte.

Freitag, 5. September.

Gießen. 6.15 Uhr: Segenoaml.

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