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Bewilligungen ausgekommen. Seine Fraktion habe volles Verständnis dafür, daß die Tarif­erhöhung in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Notlage für die gesamte Bevölkerung eine Härte bedeute. Cs sei aber auch klar, dah bei einer solchen Lage nur eine Deckung in Betracht komme, an der möglichst alle Bolkskreise beteiligt würden. Es sei ein Anrecht, heute nur die Realsteuern erhöhen zu wollen. Der Mittelstand habe schon so schwer zu kämpfen, dah man solche Realsteuer­anträge nicht bringen solle. Bon etwa 20 Firmen der Geschäftswelt seien bei der Polizei Anträge auf Genehmigung von Ausverkäufen eingereicht worden, weil sie Zwangsverpflichtungen zu er­füllen hätten, die Geschäfte unrentabel geworden seien und Ausverkäufe durchgeführt werden mühten, um Bergleichsverfahren durchführen zu können. Das sei die andere Seite der Lage. Bei dieser Sachlage habe man eine Realsteuererhö­hung nicht beschließen können. Aus dieser Sach­lage heraus seien die vorliegenden Ausschuh­beschlüsse entstanden. Für die Geschäftswelt sei aber eine Berteuerung des Lichtstrompreises um 2 Pf. schon nicht mehr tragbar, deshalb sei der Antrag der beiden bürgerlichen Fraktionen auf 1 Pf. Lichtstromerhöhung eingereicht worden. Diese Erhöhungen seien aber nur für das Rech­nungsjahr 1930 beabsichtigt. Die Zustimmung zu dieser Berteuerung sei sehr schwer, aber sie könne nur erfolgen angesichts der Zwangslage. 2m nächsten Jahre müsse eine erhebliche Herab­setzung der Ausgaben durchgeführt werden.

Stadtratsmitstl. Diener (Loz.) erklärt, dem Gewerbe gehe es nicht besser und nicht schlechter, als es anderen Berufsständen auch gehe. Er nimmt dann Stellung gegen Be­hauptungen, dah die Genossenschaften und Kon­sumvereine überhaupt keine steuerlichen Berpflich- tungen zu tragen hätten. Der Konsumverein Gießen habe bei einem Umsatz von 3157 000 Mk. im verflossenen Geschäftsjahr eine Rettoerübri - gung von 5954 Mk. gehabt und eine Steuersumme von 54 092 Mk. gezahlt. Der Redner gibt weiter ziffernmähige Darlegungen von zwei Privat­betrieben, die ihm bekannt geworden seien, um damit darzutun, dah diese Uetriebe in ihrem wirtschaftlichen Ergebnis und hinsichtlich der Steuer, gemessen an ihrem Geschäftsumsatz, gün­stiger gestellt seien als der Konsumverein. Die deutschen Konsumvereine hätten im letzten Jahre 19 Millionen Mk. Steuern bezahlt. Der Redner behauptet sodann, die genossenschaftliche Wirt­schaftsführung sei besser als die privatwirtschaft­liche und legt nochmals Verwahrung dagegen ein, dah behauptet werde, die Konsumvereine täten ihre Pflicht und Schuldigkeit nicht. 3m übrigen beschäftigt er sich noch kurz mit der Entlohnung von Bäckergesellen und nimmt gegen eine weitere Verteuerung der Lebenshaltungskosten Stellung.

Stadtratsmitgl. Lotz (Natl.-So;.)

bezeichnet es als völlig unmöglich, dem Volke noch mehr Lasten aufzuerlegen. Er, spricht sich in seiner kurzen Erklärung gegen jede Tarif­erhöhung aus.

Stadtratsmitgl. Mann (Soz.)

betont nochmals seinen Standpunkt zu der Real- steuer-Frage und erklärt, in der Zeit der Preis­senkung dürfe man nicht die Tarife der Werke erhöhen.

Stadtratsmitgl. Horn (Arbgem. d. Mitte) wendet sich gegen die Ausführungen des Herrn Diener, mit dem er wegen der gründ ätzlich anderen Einstellung ebenfalls nicht einig werde. Er erklärt u. a weiter, die Umsatz- und Steuer­beträge des Konsumvereins bedeuteten viele pri- vätwirtschaftliche Einzelexistenzen, die aber durch das Grohunternehmen des Kon umvereins nicht da seien. Sodann legt er dar, dah der Staat das gröhte Interesse an möglichst vielen selbständigen Existenzen habe und hebt hervor, dah der Staut und die Kommunen aus der Privatwirtschaft viel mehr Steuern herausholen, als aus den Genossen­schaften. Deshalb müsse auch ter Staat die Privat­wirtschaft als den besseren Steuerzahler ansehen. Stadtratsmitgl. Fischer (Arbgern. d. Mitte) polemisiert zunächst kurz gegen das nationalsozia­listische Mitglied und bekennt sich dann als Geg­ner der indirekten Steuern. Trotzdem könne er in der gegenwärtigen Rot und Zwangslage sich nicht zur Ablehnung der Tariferhöhung verstehen. Gegenwärtig halte auch er eine Erhöhung der Rcalsteuern nicht für möglich Cs sei eine schwere Gewissensbelastung, wenn man den vorliegenden Anträgen zustimme, aber ec sehe im Augenblick keinen anderen Weg.

Ltadtratsmitgl.Ad.Lchmidt(Wirtsch Bgg.) wendet sich gegen die Sprecher der Sozialdemo­kratie und erklärt u. a. nachdrücklich, seine Frak­tion werde nicht bereit sein, auch nur einen Pfen­nig mehr Realsteuern zu bewilligen, wenn man nicht die Möglichkeit schaffe, diese Realsteuer nach Recht und Gerechtigkeit umzulegen. Die Ausgaben mühten herabgesetzt werden. An Stelle der 26 Konsumbetriebe und Filialgeschäfte in Giehen könnten etwa 30 Einzelhändler ihre Geschäfte be­treiben.

Stadtratsmitgl. Löber (Arbgem. d. Mitte) nimmt entschieden Stellung gegen die Darlegun­gen des Herrn Diener über den Konsumverein, bezeichnet dessen Steuerleistung bei einem Amsatz von 3 157 000 Mk. als zu gering und erklärt u. a. weiter, die Konsumvereine bezahlten keine Kör- perschastssteuer, weil Hilferding als Reichsfinan^- minister sie davon befreit habe, während die pri­vaten Geschäftsleute sehr stark mit Steuern be­lastet seien. Das Großkapital sei heute auch bei den Konsumvereinen, das selbständige Handwerk und Gewerbe aber liege darnieder. Die Real- steuer, die Sonderbelastung für das Gewerbe, noch erhöhen zu wollen, sei unsozial. Wer das Ge­werbe und Handwerk nicht unterstütze, auch mit seinen Cinkäusen, tue Anrecht. Wenn man jetzt die Realsteuern erhöhen wolle, sei an einen Preis­abbau nicht zu denken.

Sladlratsmitgl. Lenz (Wirssch.-Bgg.) fordert bessere Berücksichtigung der Interessen der kleinen Handwerker bei der Berechnung der Kraft­strompreise und behält sich für seine Fraktion einen dahingehenden Antrag an den städtischen De- triebsausschuh vor.

Rach kurzen Erklärungen der Stadtratsmitglie­der Vetters (Soz.), Lotz (Rat.-Soz.) und Lepper (Komm.), die nichts Reues mehr brin­gen, kommt das Haus zur

Abstimmung.

Der Nachtragskredit von 130 000 Mark wird ein­stimmig bewilligt und die rechnerische Verteilung der im Sommer bewilligten Summe von 50 000 Mk.

Die Träger des Medens-Aobchreises.

Der ehemalige amerikanische Staatssekretär NathanSöderblom, Erzbischof von Upsala, Frank B. Kellogg. Primas der schwedisch-lutherischen Kirche.

zu gleichen Teilen auf die vermögens- und die ve- triebsrechnung genehmigt.

Heber die obenftehenden Anträge des Finanzaus­schusses wird wie folgt entschieden:

Antrag 1 wird abgelehnt; die Anträge 2 und 3 »werden gegen Sozialdemokraten, Kommunisten und den Nationalsozialisten angenommen; An­trag 4 wird einstimmig angenommen; die Anträge 5 und 6 werden wieder gegen die Sozial­demokraten, Kommunisten und den Nationalsozia­listen angenommen.

Ein sozialdemokratischer Antrag, den obenstehen- den Antrag der Arbeitsgemeinschaft und der 2Did-

schaftspartel dem Finanzausschuß zu über­weisen, wird a b g e l e h n t, der Antrag der Arbeitsgemeinschaft und der Dirlschaftspartei dar­auf angenommen.

Keine Hundesteuer-Erhöhung

Ein Antrag der Stadtverwaltung, die H u n d e- st e u e r vorn Kalenderjahr 1931 ab zu er­höhen (für einen Hund von 24 Mk. auf 30 Mk. und dann in entsprechender Staffelung weiter) wird einstimmig abgelehnt. Bei der Be­ratung spricht Stadtratsmitglied S ch w i e d e r (Arbgem. d. Mitte) entschieden gegen diesen Derwaltungsantrag.

Winierbeihilfe 1930/31.

Rach kurzem Referat des Bürgermeisters Dr. S e i b und kurzer Stellungnahme der Fraktions­führer, sowie nach Ablehnung eines wei­tergehenden Antrages der Sozialdemo­kraten gegen eine Minderheit aus Sozialdemo- kraten, Kommunisten und dem Rationalsozia­listen (ein weitergehender Antrag einer Erwerbs- losen-Kommisfion kommt nicht zur Abstimmung) wird e i n st i m m i g folgender Antrag des Wohl­fahrts-Ausschusses und des Finanzausschusses angenom men:

a) Den Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter­bliebenen, Kriegselterngeldempfängern, Sozial­rentnern, Kapitalrentnern, Empfängern der Ar­beitslosen- und Krisenunterstützung, sowie solchen Bedürftigen, die nicht in laufender Fürsorge des Wohlfahrtsamtes stehen, und Armenunterstüt­zungsempfängern einschl. Wohls ah rtserwerbs- losen und Fürsorgearbeitern, wird zur Beschaf­fung von Winterbedars eine besondere Anter» stühung unter Berücksichtigung der unter b) an­geführten Sonderregelung gewährt, und zwar

dem Alleinstehenden 16,00 Mk.,

dem Ehepaar ohne Kinder 23,60

jedem unversorgten Kind im Haus­

halt des Unterstützungsempfängers 3,20

Dollwaisen 12,00

Halbwaisen 6,00

b) 1. Bon den Kriegsbeschädigten, Krieger­hinterbliebenen und Kriegselterngeldempfängern erhalten nur solche die Beihilfe, die wegen Be­dürftigkeit Anspruch aus Zusahrente durch das Reich haben.

2. Diese Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter­bliebenen erhalten nur die Hälfte der unter a) angegebenen Sähe.

3. Empfänger der Arbeitslosen- und Krisen- unterstühung, Fürsorgearbeiter und sonstige Be­dürftige erhalten die Beihilfe nur dann, wenn ihr Gesamteinkommen den Richtsatz der gehobenen Fürsorge nicht übersteigt und sie Anspruch auf ben Erlaß der Gebäudesondersteuer nach den ministeriellen Bestimmungen haben.

4. Bezugsberechtigten, die im Haushalt ihrer Eltern oder anderer leben, form die Beihilfe nach Lage der Verhältnisse bis auf die Hälfte des Vollsohes ermäßigt werden.

5. Den nicht unter die Winterbeihilfe fallenden Empfängern der Arbeitslosen- und Krisenunter­stützung, deren Gesar ' nkommen in der Familie 30 Prozent des Riä lhes der gehobenen Für­sorge nicht übersteigt, kann ein einmaliger Be­trag als Winterbeihilfe gewährt werden. Gene­relle Verteilung soll nicht stattfinden; die Ver­teilung soll ohne Bindung an die Hohe des Be­trages in jedem Einzelfalle nach dem Grade der Bedürftigkeit durch den Armenfürsorgeausschuß erfolgen. Für diesen Zweck werden 1500 Mk. zur Verfügung gestellt.

c) Die Beihilfe ist in mehreren Raten an die Empfangsberechtigten auszuschütten.

d) Die für die Durchführung der Maßnahme erforderlichen Mittel sind aus Titel 8 mit 5000 Mark und aus Titel 29 mit 35 000 Mk. zu ent­nehmen. Die bei Titel 8 mehr erforderlichen 10 000 Mk. sind bei der Anforderung des Rach- tragskredits für das Wohlfahrtsamt für Rech­nungsjahr 1930 zu berücksichtigen.

Die Gesamtausgabe für die Beihilfe be­läuft sich nach einer Mitteilung des Bürger­meisters Dr. Seib auf rund 50000 M k.

Heber die weiteren Verhandlungsgegenstände des Stadtrates werden wir am Montag berichten.

DfB. Gießen.

Am Sonntag trägt die Ligamannschaft das erste Verbandsspiel der Rachrunde aus. Sie hat auf eigenem Platz die Liga der SportgemeindrHes­sen" Hersfeld zum Gegner. In dein erst vor drei Wochen in Hersfeld stattge'undenen Vorspiel mußte die VfB.-Elf eine O:4-Aiederlage hinneh­men. Die Gäste, die ebenso wie VfB. in diesem Jahre zur Dezirksliga aufgestiegen sind, haben sich in der Vorrunde über Erwarten gut geschlagen und nehmen den dritten Platz der Tabelle ein. Die Mannschaft verfügt über eine starke Vertei­digung. Die Läuferreihe und der Sturm weisen alle Eigenschaften einer typischen Kampfmann­schaft aus. Mit ihrer Schnelligkeit, Wendigkeit und ihrem Elan stellen sie jeden Gegner vor eine schwere Aufgabe. Die Einheimischen werden gut tun, sich von vornherein auf das System der Hers- felder einzustellen. Sie sollten auf eigenem Platz Gelegenheit nehmen, die in den letzten vier Spie­len erlittenen Riederlagen wenigstens zum Teil wieder wettzumachen, und mit aller Energie um den Sieg kämpfen. Die Mannschaft steht in der­selben Aufstellung wie Im Treffen gegen Spiel- ver'ein Ka sel. Der Ausgang des Kampfes ist für beide Teile sehr bedeutungsvoll.

Die Ligareserve beginnt ebenfalls m t der Aus­tragung dec Rachrunie Verbands P ele Sie emp­fängt die erste Mannschaft Rieder-Weisels, gegen die sie im Vorspiel nur knapp mit 2:1 gewinnen konnte. Anter normalen Voraussetzungen sollte es den VfBem auch möglich sein, das Treffen für sich zu entscheiden.

Die dritte Mannschaft ist spielfrei. Von den Iugendmannschaften ist lediglich die A l°Elf auf dem Plan. Sie tritt auf hiesigem Platz gegen die gleiche des DfR. Lich zum fälligen Pflicht! piel an.

Spielvereiniguug 1900 Gießen.

Am Sonntag beginnt die erste Dezirksklasse die Rückrunde der Derbandsspiele 1930/31. Gleich das erste Spiel.führt die 1900er zu einem Spiel nach Breidenbach (Kr. B eienkopf». Der dortige Platz ist wegen seines fallenden Geländes gefürchtet. Für die Spielvereinigung ist der Gang keineswegs leicht, unter Berück,ichtigung de.sen, daß die Liga­mannschaft des Fuhballvereins Breide nbach beim Vorspiel in Giehen eine ganz ausgezeichnete Par­

tie lieferte und sich auch bei einem Stand von 4:0 für Giehen nicht aus dem Konzept bringen ließ. Die Breidenbacher ,ind äußerst flink und spielen dabei einen sehr brauchbaren auf Erfolg eingestell­ten Fußball. Lediglich dem Sturm fehlte dieSchuh- und Treffsicherheit. 1900 wird bis auf den gesperr­ten rechten Läufer höchstwahrscheinlich in kom­pletter Aufstellung antre en und das sollte Ge­währ dafür sein, daß sich die Gießener in Breiden­bach ncht so ohne weiteres die Punkte abnehmen lajen. Man erwartet einen fairen Kampf unter der Leitung des Sch edsrichters Heinrich Engel- t e r, Dreihausen. Der Ausgang des Spieles ist offen.

Die Ligareserve der S)>ielvereinigung 1900 Gie­ßen empfängt auf dem Sportplatz an dec Liebigs- höhe die erste Mannschaft der Sportabteilung des Tv. Lollar im Rückspiel. Die Gießener werden alles daran setzen, für die im Vorspiel erlittene hohe Riederlage Revanche zu nehmen. Ein Sieg würde die Spitzenstellung der Gießener bedeutend festigen. Die dritte Mannschaft dürste in der Be­gegnung auf eigenem Platz gegen Garbenteichs zweite Mannschaft sicher und auch leicht Sieger werden. Schwerer dürste es die vierte Mannschaft haben, die Garbenteichs erste Mannschaft zum Rückspiel empfängt. Eine knappe Riederlage der Hiesigen liegt im Bereiche der Möglichkeit.

Iugendpflichtspiele: Die erste Jugend empfängt die erste Jugend Heuchelheims, die zweite Jugend die erste äugend Rieder-Weisels und die erste Schülermannschaft die erste Schüler­mannschaft Garbenteichs. Man rechnet mit knap­pen Siegen der Einheimischen, wenn auch das Können der Gegner keinesfalls unterschätzt werden soll.

Handball im Gau Hessen (O.T.) Mtv. I Tv. Alsfeld I.

Die Handballverbandsspiele im Gau Hessen gehen nun ihrem Ende entgegen. Am Sonntag fährt die erste Mannschaft des Mannerturnver- eins nach Alsfeld, um gegen die gleiche des dor­tigen Turnvereins das Rückspiel auszutragen. Wohl konnten die Einheimischen das Vorspiel glatt für sich entscheiden, doch haben die, von der Alsfelder Mannschaft in der Rückrunde er­zielten Resultate gezeigt, daß sie ein ernsthafter

Gegner geworden ist. Die Mtver können also nicht genug davor gewarnt werden, das Spiel zu leicht zu nehmen, wenn sie auf dem gefähr­lichen Alsfelder Platz Lorbeeren ernten wollen. Die zweite Mannschaft des Männerturnvereins fährt, ebenfalls zum Verbandsspiel, zu der ersten Mannschaft des Turnvereins Grohen-Linden. Zeigt die Mfv.-Mannschaft ähnliche Leistungen wie in den letzten Spielen, so wird sie ihren Gastgebern den Sieg nicht leicht machen.

Die erste Iugendinannschaft empfängt auf eigenem Platze die erste Jugend des Turnvereins Wetzlar. Der Sieger aus diesem Spiel dürfte als Gaumeister angesehen werden.

Zrauen-Werbeturnen in Lich.

Die Turnerinnen-Abteilung des Turnvereins 1860 Lich hatte am Donnerstag die Frauen und Mädchen von Lich zu einem Werbeabend eingela­den. Der Abend stand im Zeichen derAnmut und Freude an der Leibesübung" und fand eine große Anzahl Interessenten und Zuschauer. Die Turnstunde brachte den Formenreichtum, der dem Frauenturnen so zu eigen sein kann, zu voller Geltung. Die Schülerinnen zeigten -LM-- und Schrittübungen einfacherer Form, führtenReigen- spiele mit Gesang aus, leichte Geräteübungen bil­deten den Abschluß des ersten Teiles des Abends. Sodann gab der Sprecher Hermann Schmidt einige Erläuterungen über das Frauenturnen und dessen gesundheitlichen Wert, und über die Bedeutung des Turnens für die Frauen im all­gemeinen. Die Turnerinnen der fortgeschrittenen Abteilungen zeigten im Anschluß daran eben­falls Lauf-, Schritt- und Atemübungen in schwie­riger Ausführung, denen einige gymnastische, rhythmische und Geräteübungen folgten. Einige Ballspiele gefielen sehr gut. Die gesamten Dar­bietungen waren ein lebendiges Zeichen einer guten Vorarbeit und einer zielbewußten Lei­tung. Reicher Beifall belohnte die Turnerinnen für ihre Leistungen, die unter der Leitung von Turnwart Richard Volz vorzüglich klappten. Die Zuschauer erhielten zugleich einen vollkommenen Eindruck von der Art der Arbeit im Turnverein, und der Abend dürfte Wohl dazu beigetragen haben, dem Turnverein neue Freunde zu werben. In diesem Zusammenhang wurde der Wunsch laut, dah auch die Turnerabteilung in ähnlicher Weise an die Oefssntlichkeit treten möchte.

Abschied her deutschen Reiter von USA»

Die deutschen Reiteroffiziere verabschiedeten sich von Amerika mit einem schönen Erfolg, den am Schluhtag des Turniers in Toronto Objt Hasse auf Derby mit einem fehlerlosen Ritt im Armee-Jagdspringen errang. An vierter Stelle endete Oblt. Momm auf Fridericus hinter Ma­jor Timmis (Kanada) und Capt. Bradford (Amerika). Die deutsche Mannschaft hat bei ihren zahlreichen Starts in Boston, Reuyork und To­ronto einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen und kann auf eine Sieges­serie zurückblicken, wie sie bisher von keiner Ration erzielt worden ist.

Kurze Gportnotizen.

Ein Handball-Hochschul kämpf zwi­schen der Aniversität Köln und der Technischen Hochschule Charlottenburg endete am Freitag in Berlin mit 9:1 für Köln.

Kretz, der internationale Frankfurter Futz- balltorwächter, gibt bei den Eröffnungsrennen der Frankfurter Winterbahn am Sonntag den Startschuß ab.

Der deutsche Wasserballmeister Hel­las Magdeburg trägt sein fälliges Rückspiel gegen die Wasserfreunde Hannover am 11. Januar im Goseriedebad in Hannover aus.

Nationales Tanz-Tumier in Gießen.

Den Tanz, den Gesellschaftstanz, In jeder Form zu veredeln, ist das Bestreben aller, die Sinn für Grazie und Körperkultur haben. An der Spitze dieser Be- wegung steht der Reichsverband zur Pflege des Gesellschaftstanzes, dem alle deutschen Tanzklubs und alle größeren Kurverwaltungen angeschlossen sind. Alljährlich finden in allen größeren Städten und Badeorten Tanzturniere statt. Diese Turniere stellen einen sportlichen Kampf schönster Art bar, in dem die Paare sich messen, und eine berufene Jury ent­scheiden muß, wer eben am stilreinsten und schönsten tanzt. Es sind genaue Regeln aufgestellt, die in einer langen Reihe von Jahren ausprobiert und verbessert wurden.

Allen Freunden und Anhängern des modernen Gesellschaftstanzes bietet sich nun auch in Gießen Ge- legenheit, sich ein solches Turnier anzusehen. Da aber erfahrungsgemäß die reizvollsten Turnierrunden auf die Dauer den Wunsch nach eigener Betätigung nicht unterdrücken lassen, findet in den Turnierpausen und nach dem Turnier ein Ball statt. Für das Turnier wurde das hervorragende Tanzorchester Schil­kin g e r vom Kurhaus Wiesbaden verpflichtet.

E.T. Strong,

Präsident der Buick Motor Company, sagt aus:

Es scheint in unserer fortschreitenden Epoche nahezu überflüssig zu sein, eine Lobeshymne über Insertion auszusprechen. Wir alle kennen sie als die eine große Macht im Wirtschaftsmechanismus, von der jedes Element des Wirtschaftsprozesses abhängt.