Nr. 99 Drittes Blatt________________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)__Dienstag, 29. April 1950
Einweihung des Gesallenen- ehrenmals in Leihgestern.
Die Gedenkfeier.
Leihgestern. 28. April. Gestern nach- mittag sand unter voller Anteilnahme unserer Gemeindeglieder und zahlreicher auswärtiger Gäste die seierliche Einweihung unseres Gesallenenehrenin als statt. Die nächsten Angehörigen unserer 45 Gefallenen hatten auf den für sie bereitgehaltenen Sitzplätzen im Denkmalshof Platz genommen. Die Fahnen sämtlicher Ortsvereine waren zu beiden Seiten des Denkmals aufgebaut, die Vereine selbst Hutten auf den für sie bestimmten Plätzen Aufstellung genommen.
Mit dem Choral „Jesus meine Zuversicht, der vom evangelischen Dläserchor Grohen-Lin- den-Leihgestern gespielt wurde, begann die Feier. Lierauf folgte ein Vorspruch ..Denket der Toten" von Fräulein Meta V r u n o t t e, der Tochter eines Gefallenen, gesprochen. Dau- rat Kuhlmann vom Hessischen Hochbauamt in Gießen, der Schöpfer des prächtigen Dau- Werks, sprach der Gemeinde seinen Dank aus für dös Vertrauen, das sie mit der Liebertragung der Bauleitung seinem Amte geschenkt habe; er dankte den Handwerksmeistern und Arbeitern, mit denen er in gutem Einvernehmen das Bauwerk habe vollenden können, und übergab mit passenden Worten das Denkmal seinem Zweck.
Als die Hülle fiel, senkten sich die Fahnen, alle Anwesenden entblößten ihr Haupt und der Dläserchor spielte die Weise: „Ich halt' einen Kameraden." Nachdem vom Gesangverein Liederkranz der Männerchor „Des Kindes Sehnen" prächtig vorgetragen war, ergriff unser Ortsgeistlicher, Pfarrer Jäger, das Wort zur Weiherede. Er knüpfte an ein Wort Theodor Körners an und betonte, daß dieses Denkmal aus Stein nur ein Abbild und Sinnbild des Ehrenmales sein dürfe, das wir, unsere Kinder und Enkel den Gefallenen der Gemeinde in unseren Herzen errichten in dankbarer Treue und herzlicher Liebe. Dann seien die Opfer deS Weltkrieges doch nicht vergebens gewesen. Denn jedes wahre Opfer habe eine heiligende, verpflichtende und vorwärtstreibende Macht. Wenn wir uns unter diese Macht stellten, dann ströme von dem Opfer, das uns die ©efaUenen gebracht haben, Genesungs- und Heilkraft in unser deutsches Volk ein, und es würde wieder ein Volk werden, das sich seiner Zusammengehörigkeit bewußt und seiner Gemeinschaft froh sei. Der Redner schloß mit einem Hoch auf das deutsche Volk und Vaterland, worauf der Dläserchor das Deutschlandlied anstimmte.
Das Lied „Sei still in deinem Herzen", vom Arbeitergesangverein „Harmonie" weihevoll vorgetragen, ging dann der Ansprache unseres Bürgermeisters voraus, der das Denkmal in den Schutz der Gemeinde übernahm und in deren Ramen den gefallenen Helden einen prachtvollen Kranz niederlegte. ,
Regierungsrat Dr. Braun sprach als Beauftragter des Hess. Kreisamts Gießen der Gemeinde feine Anerkennung aus für das prächtige Denkmal, das sie ihren gefallenen Söhnen geschaffen habe, und richtete besonders an die Jugend fern* haste Mahnworte, die zur Pflege dieses Werkes, zur Einigkeit und zur Arbeit für das Wohl unseres Vaterlandes aufforderten.
Nachdem auch der Gesangverein „Eintracht" seinen zu dieser Feier passenden Chor „Soldatengrab" vorgetragen hatte, der sich in seiner Vortragsweise den bereits verklungenen Chören würdig anreihte, erfolgten zahlreiche Kranzniederlegungen. Zuerst legte der Vorsitzende des Krieaer- vereins mit einem kameradschaftlichen Nachruf einen Kranz nieder; dann sprach C. Mannheimer aus Gießen im Namen der israelitischen Gemeinde Leihgestern und des jüdischen Frontkämpferbundes und legte in deren Namen einen Kranz nieder, weil der Krieg auch aus ihren Reihen ein Opfer aus Leihgestern gefordert hatte. Der Redner führte aus, daß auch seine Glau» bensgenossen draußen in der Schlacht Schulter an Schulter mit Kameraden anderer Konfessionen für das Vaterland gekämpft hätten und auch heute in der harten schweren Zeit, eine Verföh-
Zur Eröffnung der Oberammergauer passionsspiele 1930.
Das Theater und die Darsteller erhalten vom Kardinal Faulhaber (rechts mit Weihwedel) den kirchlichen Segen.
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M.
Der Jünger Johannes dargestcllt durch Johann Lang.
Christus und Maria dargestellt von Alois Lang und A n n i Rutz.
(Photo New Port Times-Bruckmann.Bauer.)
nung aller Deutschen nur dem Wohle unseres Vaterlandes dienen könne. Er erinnerte. dabei an die Kundgebung, die unser Reichspräsident von Hindenburg vor fünf Jahren an das deutsche Volk erlassen habe, und in der er sagte, daß fein Amt und sein Streben nicht einem einzelnen Stande, nicht einer Konfession, nicht einer Partei, sondern dem ganzen deutschen Volk mit allen seinen Gliedern gehöre.
Nachdem noch die Vorsitzenden der drei Gesangvereine, der Turnvereine „1893" und „Frisch auf" und der Gefolgfchaftsmeister des Jungdeutschen Ordens, alle mit ehrenden Worten an unsere Gefallenen, prachtvolle Kränze nieder
gelegt hatten, dankte Konrad Seipp im Namen der übrigen Angehörigen der Gefallenen der Gemeinde Leihgestern für das erbaute Ehrenmal, auch allen Vereinen und 'sonstigen Anwesenden, die herzlichen Anteil an der Feier genommen haben. Mit dem vom Dläserchor gespielten Choral „Wie sie so sanft ruhn" schloß die würdige Feier. Etwa 50 Kränze, von den Angehörigen und Vereinen gewidmet, schmücken jetzt den Denkmalshof.
Das Denkmal.
Der Zugang zu dem neben dem altehrwürdigen Turm unserer Kirche gelegenen Den k-
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Die gefiederte Schlange.
Romern von Edgar Wallace
36 Fortsetzung Nachdruck verboten
Peter war nicht in der Stimmung an diesem Morgen, zu philosophieren.
„Mr. Deale, kennen Sie einen Mann, der Harry Merstham heitzr oder Harry, der Darmann?"
Deale nickte.
„Ja. Er beschäftigte mich letzte Nacht und auch heute morgen noch ein wenig. Er kam gestern zu mir, um Geld für seine Rückreise nach Südamerika zu leihen, und ich bedauerte, daß ich ihn abgewiesen hatte. Es tat mir in der Nacht leid, und ich sandte ihm ein wenig Geld — hundert Pfund", lächelte er. „Tas befreit mich jedoch noch nicht völlig von einem Vorwurf. Ich habe ihn durch mein mitleidloses Verhallen verletzt — und Eindrücke solcher Art sind unauslöschlich."
„Kannten Eie ihn sehr gut?"
„Nein. Er ist ein verschwenderischer Dursche, der von einer Dar zur andern zog. Er war ein Darhalter. Aber ich hatte Mitleid mit ihm, weil er lungenkrank ist. Ein Philantrop sucht zu helfen, wo er kann, aber er ist auch nicht gänzlich uninteressiert an den Menschen, denen er hilft. Hnö es ist soviel befriedigender, seinen Sitz in einem Wagen einem jungen, hübschen Mädchen anzubieten als die gleiche Höflichkeit einer verkommenen, alten Frau zu erweisen.
Peter lachte.
„Er kam mir aus den Augen, und ich dachte überhaupt nicht mehr an ihn. Ich glaube, ich habe meine philantropische Ader überhaupt verloren, denn als er gestern erschien, war ich sehr grob zu ihm. Es war mir, als ob sich der Geist einer toten Narrheit wieder erhöbe, um mich zu ärgern. .Narrheit' ist vielleicht in diesem Zusammenhang ein etwas zu heftiges Wort", verbesserte er sich selbst. „Aber ich habe keine Verbindung mehr mit den Armen, mit ihren Sorgen, Nöten und Schmerzen. Es ist traurig, aber es ist so."
„Wo kann man Merstham finden?" fragte Peter.
„Ich weiß es nicht. Ich könnte Ihnen seine Adresse geben, ich habe sie irgendwo in meinem Schreibtisch." Er suchte unter seinen Papieren. „Hier ist sie." Er händigte Peter einen halben Dogen Papier ein, auf dem drei Zeilen standen. Aber der Reporter sah nicht auf den Zettel.
„Ich kenne die Adresse. Ich wollte ihn heute morgen in aller Frühe besuchen — aber er verlieh die Wohnung in der letzten Nacht."
Der Gelehrte schien belustigt zu sein.
„Er war ein sehr kluger Mann, wenn meine Erinnerung richtig ist. Er sprach davon, nach Südamerika gehen zu wollen. Wenigstens gewann ich diesen Eindruck aus der kurzen Unterhaltung, die ich mit ihm hatte."
Peter nahm seinen Stuhl und setzte sich dem Gelehrten an "dem Schreibtisch gegenüber.
„Cie sprachen vorhin davon, daß ich mich eventuell ärgern könnte — ich bin nun neugierig ob Sie sich über meine Erklärung verletzt fühlen dah ich die beiden Morde an Farmer und Crewe billige? Ich weih, welche gemeinen Verbrechen diese Menschen begangen haben."
Deale zog die Augenbrauen in die Höhe.
„Ich bin überrascht, das von Ihnen zu hören. Ich dachte, Sie ständen auf feiten des Gesetzes und der Ordnung."
Seine ausdrucksvollen Lippen zitterten, als ob sie mit Anstrengung ein Lächeln unterdrücken mühten.
Diese Gedanken kamen mir letzte Nacht," fuhr Peter fort, „als ich mit den Polizeibeamten Ihren Garten untersuchte — das heiht, in Wirklichkeit untersuchte ich Ihr Gemälde auf der Tür."
Mr. Deale war bestürzt.
Mein Gemälde? Wie in aller Welt — ?" Dann sagte er lachend: „Ach, jetzt weiß ich, was Sie meinen! Miß Olroyd hat Ihnen von meiner kleinen Laune erzählt. Sie ist wirklich ein hübsches Mädchen. Sind Sie —"
Peter hals ihm nicht.
„Stehen Sie sehr gut mit Miß Olrshd?"
„3a. Sehr gut", sagte Peter ernst.
Mr. Deale nickte. Sein Gesicht hatte einen traurigen, aber doch ungemein anziehenden Ausdruck. Peter hatte sich bei der ersten Begegnung mit ihm gefragt, ob er wohl früher auch einmal eine Frau geliebt habe, aber er hatte damals diese romantische Möglichkeit als bedauernswerte Schwäche abgelehnt.
„Sie sehen müde aus, Mr. Dewin." Die Stimme des Gelehrten klang teilnahmsvoll. „Ich wünschte, Sie gingen nach Hause und würden einmal lange schlaien."
Die letzten Worte waren mit Lieberlegung gesprochen, und Peter verstand sie.
Trotzdem fuhr er zu Daphnes Hotel und frühstückte mit ihr in dem großen Speisezimmer. Sie war ein toemg bedrückt. Mr. Beale hatte sie benachrichtigt. dah sie in den nächsten Tagen nicht kommen sollte, „bis die Erinnerung an die Tragödie einigermaßen verblaßt sei."
„Du hast diese Nacht überhaupt nicht geschlafen", sagte sie vorwurfsvoll zu ihm. „Hast du den Fall aufklären können?"
„Noch nicht ganz", sagte er und entfaltete seine Serviette.
Eie lehnte sich etwas zu ihm über den Tisch.
„Ich kenne das Geheimnis von Gucumatz", sagte sie dann zu seinem größten Erstaunen.
„Wie — du kennst das Geheimnis von Gucu- matz?" fragte er. „Dann hast du das letzte Rätsel gelöst, das ich trotz aller Schlußfolgerungen nicht herausbringen konnte." t
„Ich weih, was Gucumatz bedeutet — und ich weih auch, wozu der Schlüssel gehört. Aber ich werde es dir nicht erzählen, bevor du dein Frühstück beendet hast, sonst läufst du gleich wieder davon."
Er nahm ihre Mitteilung nicht ernst und beeilte sich deshalb nicht im mindesten Sie war eine liebe und angenehme Gesellschafterin, das wurde ihm bei jeder Begegnung klarer. Er erzählte ihr von seiner frühen Morgenunterhaltung mit Deale.
„Er fragte mich, ob ich dich gern hätte. Es ist wirklich sehr liebenswürdig von ihm, dah er bei alledem noch solches Interesse an uns zeigt, nid)t wahr?"
malsplah erfolgt durch einen breiten Überwölbten Mauerbogen in der massiven Cintrtcoi- gung des Kirchenplatzes von der ^^he aus. Der Weg steigt ziemlich stark an, das Denkmal steht also erhöht zur Straße und ist von dieser aus gut sichtbar. Die Anlage bildet einen im uuaorat 10 Meter großen Ehrenfriedhof, in Mfen Dkitte sich auf einem Stufensockel ein fchlichter 5 30 Meter hoher Obelisk erhebt. Die qua- dratische Hofanlage ist mit einem Mauerwerk abgeschlossen, das hinter dem Obelisk einen breiten Durchblick nach dem Friedhof zu offen laßt. So werden zwei Mauerwinkel gebildet, die die Schrifttafeln für die 4 5 Gefallenen aufnehmen. Pfeiler und Mauern find mit J)dI- icm überdeckt, über die fidb später wilder Wein oder sonst ein Rankengewächs hmziehen soll. Die vordere Hälfte des Denkmalshofes zeigt niedere Ummauerung mit der Freitreppe zum Denkmalsplatz. Der Obelisk ruht auf breitgelagertem Treppenfockei. Der Unterbau tragt die Widmung: „Die Gemeinde Leihgestern ihren gefallenen Söhnen.' Auf einem besonderen Schriftquader, der zum Schaft des Obelisken überleitet und auf vier Kugeln ruht, sind die Worte angebracht: ‘
„Vergeht die Toten nicht, sie taten ihre Pslicht, gaben Leben unb Dlut mit tapferem Mut."
Die Vorderseite des Obelisk schmückt em eisernes Kreuz im Eichelzweig mit den Jahreszahlen 1914,18 in Bronze getrieben.
Der Entwurf der ganzen Anlage wurde her- gestellt von Baurat Kuhlmann vom Staatlichen Hochbauamt in Giehen. Als Material für die künstlerischen Bauteile wurde dichte. Helle Basaltlava aus dem Londorser Bruch der Firma M. Schmiedeknecht verwandt, der auch Die Anfertigung des Obelisken übertragen wurde. Der ortsansässige Steinmehmeister Schrader führte die Anfertigung der Schrifttafeln und sämtlicher Treppenstufen aus. Die Erd- und Maurerarbeit wurde von Maurermeister Faber, die Zimmerarbeit von Zimmermeister Weller, die Anstreicherarbeit von PH. Brück und die Gärtnerarbeit von Baumwart Will, sämtlich aus Leihgestern, ausgeführt. Der Gesamtkostenvoranschlag mit 10 000 Mk. wurde ein* gehalten.
Möge diese« Ehrenmal ein schlichtes, äußere« Zeichen des Dankes darstellen, den die Gemeinde Leihgestern ihren gefallenen Söhnen schuldig ist.
Gießen im Sommerluftverkehr 1930.
Ab 1. Mai wird der Flughafen Giehen wieder regelmäßig von Flugzeugen der Deutschen Luft-Hansa AG. angeflogen und dadurch an das innerdeutsche und das internationale Streckennetz angeschlossen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist zweifellos dadurch eine Verbesserung in verkehrstechnischer Hinsicht erzielt worden, dah eine Frühverbindung nach den int Norden und Osten gelegenen Flughäfen geschaffen worden ist. Die Flugzeuge starten um 8.30 vormittags und erreichen auf der direkten Strecke Hannover in V'x Stunden. Hamburg in 3, Lübeck Travemünde in 41/l, Kopenhagen in 6, Gotenburg in 8 und Oslo in 10 Stunden.
Auf Anschluhstrecken mit ilmfteigen in Hannover. Hamburg oder Lübeck sind unter anderem zu erreichen: Amsterdam in 6, Berlin in 4, Breslau in 11. Chemnitz in 5, Danzig in 7. Flensburg in 3'/,, Halle/Leipzig in 3'/r. Hildesheim in 21/«, Kalmar in 8. Kiel in 5, Königsberg in 83/4, London in 10, Magdeburg in 3, Malmö in 10'/«. Marienbad in 93/4, Prag in 6, Rotterdam in 7, Stettin in 5, Stockholm in 10%, Wangerooge in 8l/i, Westerland in 6Vi. Wyk in 6 Stunden.
Durch die Ankunst und den Start des einen Flugzeuges zwischen 18 und 18.30 Llhr auf dem Flugplatz Giehen dürfte nunmehr auch für weitere Kreise die Möglichkeit gegeben fein, sich Start und Landung der Verkehrsflugzeuge aus nächster Nähe anzusehen.
Die günstigen Verbindungen kommen nicht nur für den Personenverkehr, fondern auch in gleichem Mähe für den Fracht- und Luftpostverkehr in Frage.
Aber sie änderte geschickt das Thema.
„Nun — was macht dein Geheimnis?" fragte er, als er bei der zweiten Tasse Kaffee war.
„Gucumatz ist ein Crkennungswort!"
Er setzte seine Tasse hin.
„Wofür denn?"
„Für einen Safe."
Peters Mund blieb vor Staunen beinahe offenstehen.
„Großer Gott!" rief er. „Daran habe ich überhaupt noch nicht gedacht! — Aber der Schlüssel?" Er schlug auf den Tisch, dah die Bestecke tanzten.
„Ich hörte es zufällig gestern abend. Eine der Damen hier sprach mit dem Geschäftsführer, und er erklärte ihr, wie man ein Depot im Cafe handhaben muh. Jeder Kunde erhält einen Schlüssel zu seinem Sase und ebenso ein Erkennungswort. mit dem er sich bei dem Portier als Besitzer des Safes ausweisen kann. Die Schlüssel haben in der Regel eine Nummer, die gan- verschieden von der Nummer des Safes ist. Wenn du etwas herausnehmen willst, muht du erst das Erkennungswort sagen, das von dem Pförtner kontrolliert wird, dann wirst du ein» gelassen. Bist du nicht selbst der Besitzer des Depots, so muht du eine Vollmacht bringen, daß du berechtigt bist, den Safe zu öffnen. Aber du muht auch das Paßwort kennen und den Schlüssel zeigen."
Er starrte sie an.
„Du wunderbares Mädchen! Natürlich! Was war ich doch für ein Narr! Aber offen gestanden, ich weih nichts über Safedepots und wäre in hundert Iahren auch noch nicht auf diesen Gedanken gekommen!"
Seine Lippen bewegten sich, als ob er mit sich selbst spreche, und von Zeit zu Zeit nickte et. Dann erhob er sich.
„Weiht du, wohin ich jetzt gehe?" fragte er.
„Wenn du ein kluger Mann bist —“ begann sie.
»Ich bin nicht klug", sagte Peter ernst. „Ich gehe jetzt schlafen, und ich werde schlafen bis —“ er überlegte einen Augenblick — „bis fünf Llhr abends."
(Fortsetzung folgt)


