zreitag, 28. November (950
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. 279 Zweites Blatt
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Oer 20 jährige Schöpfer der Welieislehre.
Hans Hörbiger, der Schöpfer der vielumstrittenen Welteislehre, feiert am 29. November seinen 70. Geburtstag.
fahren erwägend, welche die innen- und außen- politische Lage Deutschlands birgt. Ich gehe uni) gehe, die menschenleere Avenue de l’Opera hinauf, betrachte manchmal, halb abwesend, ein schönes Schaufenster, frage mich immer wieder, warum — in ganz Europa — jedes zehnte Geschäft heute ein Schuhgeschäft ist und mit was sich die Riesenmieten bezahlt machen... Als ich an der Oper anlomme, strömen gerade die Besucher die breiten Treppen herunter. Ich bleibe einen Augenblick stehen und bewundere die Kleider der Frauen. Cs fällt mir auf, wieviel Weih man sieht. Cs scheint wieder Mode zu sein, im benachbarten „Cafd de la Paix“ nach dem Theater noch einen Sandwich zu essen und einen Wermut zu trinken... Ich schlendere weiter, nach Montmartre hinauf. In der Rue Blanche finde ich mich plötzlich einer matterleuchteten Bar gegenüber, in der ich im letzten Sommer einen unvergeßlichen Abend mit sehr exotischen Menschen verbrachte... Eine dünne, javanische Musik dringt leise durch die dichtverhängte Tür. Ich trete ein. Goldbraunes, von blauem, übersüßem Rauch durchzogenes Licht. Ein paar Herren am rotlackierten Bartisch. An einem anderen Tisch zwei Damen mit jungen Leuten im Abendanzug... Weiter hinten wird von einigen Paaren getanzt (sofern man dieses Schritte-machen auf engstem Raum noch so nennen kann). An einem winzigen, vom Borhang der Cingangstür halb verborgenen Tisch — — mir bleibt der Atem eine Sekunde lang stehen: meine Tischnachbarin von heute abend, dicht neben — Georges im Frack. Georges wird dunkelrot, faßt sich an die weiße Krawatte und zieht die Piqueweste tiefer... Die junge Frau streckt mir die ringbeladene Hand entgegen und ruft: ..Das ist ja charmant, kommen Sie doch etwas zu uns. sofern Sie nichts Besseres zu tun haben oder verabredet sind... Darf ich Sie mit einem Iu- gendfreund bekannt machen, der gerade ein paar Tage in Paris ist?..." Georges steht auf. verzieht keine Miene, ich verziehe auch keine: „Enchante, monsieur“, — „Enchante, monsieur", — wir reichen uns die Hand, verneigen uns leicht, der Boy nimmt mir Mantel, Hut und Stock ab — ich sehe mich... llnb das entzückendste aller Spiele beginnt. Georges spielt vorzüglich, Angele spielt mit der ganzen Raffiniertheit überraschter
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dann die Waldszenen... Wohin drehen dre Iahre? Ein Mensch unserer Zeiten macht so romantische Musik? Ein Liebhaber, Regierungs- beamtet von Beruf? Er spielt noch dre Pavane von Ravel — und kommt in den Salon zurück: nein, er wird von uns allen eigentlich zurückgeholt. Das war unendlich mehr als irgendein Konzert in großem Saal, vor Hunderten von Menschen... Es war fast ein Wunder... Dann liest der Hausherr Verse von Valery, lind er liest nicht weniger vollendet, als der andere spielte Verse, vor deren Durchleuchtung das Herz stockt. Wieder ist der Dank groß und ehrlich... lind dann beginnt von neuem das Gespräch. Diesmal politisch: in einer Gehalten- heit, Gehobenheit. die nur da möglich ist. wo das Wort gewußt und beherrscht wird. Cs totrb ohne Leidenschaft gesprochen, aus dem ehrlichen Bemühen heraus, der Lage gerecht zu werden. Wir holen die Karte des neuen Europa hervor, das der Vertrag von Versailles geschaffen hat, wir ziehen Linien, besprechen die angebliche Gruppierung der Mächte in zwei Lager, vonder gerade jetzt soviel geredet wird. — — Was wir auch erwägen: es bleibt eine einzige Losung des europäischen Problems und damit der Friedensfrage: die Einigung Paris-Berlin, lind wir schließen die lange und sorgenvolle Debatte: Mehr als je ist es heute nötig, kaltes Blut zu bewahren, einen festen Willen zu bekunden, sich auch durch Schwierigkeiten nicht einschüchtern zu lassen und unbeirrt auf dem einzigen Wege weiter voranzuschreiten, welcher nicht in das Chaos führt, nicht ein völlig vernichtetes Europa dem wartenden Amerika oder Rußland als willenlose Beute vorwirft...
Es ist halb Zwölf geworden. Der Diener meldet einer alten englischen Dame, daß ihr Wagen vorgefahren sei. Das Zeichen zum Au^ruch ist gegeben. Bremont schlägt mir vor, noch ein Cocktail im „Boeuf sur le toit" zu trrnkem.. Ich habe keine Lust, noch zu plaudern, und lehne unter einem Vorwand ab. Dasselbe tut m^ne Tischnachbarin, eine schlanke, hochgezüchtete Baskin, deren Gatte einer der berühmtesten Anwälte von Paris ist. Sie geht noch zu Freunden in das Hotel Continental... ~ _
Ich schlendere langsam unter den Arkaden der Rue de Rivoli dahin, müde, gedrückt, alle Ge-
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Frauen: aber am besten spiele ich. Denn ich behaupte, daß Georges eine „geradezu phantastische" Aehnlichkeit mit einem meiner Freunde hat und daß ich, beim Eintreten, in der Freude eines so unverhofften Wiedersehens, chn fast angeredet hätte. „Da hast du die Konkurrenz, mein Neber", sagt Angele mit der ganzen iln* verfrorenheit, welche Frauen eigen ist, die, nach tödlichem Schrecken, ihre Sicherheit wiedergewonnen zu haben glauben... „Da hast du siel Also sei etwas freundlicher mit mir, als du es heute abend bist, tanze etwas mehr mit mir, loh die nicht jedes Wort abkaufen — — fönst lasse ich mich zur Konkurrenz führen! Wissen Sie", wendet sie sich zu mir: „man kann doch niemals die Ratur eines Menschen ändern! So war er als Kind, so war er als junger Mensch, so ist er heute noch! Eigentlich sollte man böse sein. Aber waS Will man machen?"
3a, ja, Angele, was will man machen? Ein jeder ist, wie er ist. Ein jeder tut nur, was er kann — — und Ihre traurige, unerfüllte, unerwiderte Liebe zu Georges ist vielleicht daS einzige, was Ihr pariserisches Leben ein wenig — erfüllt. Ich würde Ihnen ja so gerne ein paar ganz aufrichtige Worte sagen (denn Sie sind ein« bezaubernde Frau) — doch ich darf es ja nicht. Qlber ich werde Ihnen auf einem Umweg ein wenig helfen, ohne daß Sie es je erfahren...
„Wollen Sie mit mir tanzen?" fragt Angele... „Aber ich warte darauf, es zu dürfen..." Sie lächelt ein wenig... Wir gehen nach hinten. Die Musik spielt einen sehr langsamen, monotonen Tango. Wir tanzen noch zwei, dreimal zusammen... Dann bricht Angele mit Georges auf. Wie ich mich von ihm verabschiede, fühle ich, daß er mir einen dicht zusammengefalteten Zettel in die Hand drückt. Ich zünde eine neue Zigarette an und lese. „Helfen Sie mir, da Sie nun durch einen Zufall hinter diese Da-che tarnen. Ich finde mich nicht mehr ganz aus. Glauben Sie, daß eine Schönheit, zu der man doch nichts kann, zu mehr verpflichtet als man möchte? Und verpflichtet die Bewunderung der Bewundernden, wenn man sie hinnimmt? Ich werde morgen abend gegen sechs vorbeikommen. .
— Ende.—
Alles schwamm in Wonne.
Ein praktisches Beispiel: Am 9. August kamen deutsche Bergarbeiter mit ihren Familien ms- gesamt gegen 500 Personen, i n C h a r k o w an. Der Zug war mit Tannenreisern und Karikaturen (u. a. von Hindenburg) „geschmuck^. Auf dem Bahnhof wurden sie festlich^ bewirtet. Der Wartesaal war für das übrige Publikuin abgesperrt! Run, gerade, ebenfalls m ^arfoto, allerdings zwei Monate spater, habe ich
Moskau, im November.
AIS Deutschland um dieTotenvon Als- borf trauerte, fehlte es in den S^wietzeitungen nicht an gehässigen Bemerkungen, die dieses Un- 'glück als „Folge der kapitalistischen (Raubgier" auszuwerten versuchten. Es zeugt gewiß von wenig Takt und einem zumindest sehr sonderbaren Geschmack, Katastrophen politisch auszunutzen. Bemerkenswert ist, daß die in Kutscher Sprache erscheinenden bolschewistischen Zeitungen der Sowjetunion im Ton wieder einmal am peinlichsten berühren! Ich will nur ein Beispiel anführen: ■ «
Der in Charkow erscheinende „Iungfturm („Allukrainische deutsche Jugendzeitung — Organ des Zentralkomitees des Lenistischen Kommunistischen Iugendverbandes der Ukraine") schrieb am 27. Oktober (Rr. 101/297): „Große Gruben- katastrophe in Deutschland. 400 neue Opfer der kapitalistischen Rationalisierung und Raubwirt- schäft. Bor einigen Tagen ereignete sich in der Grube „Wilhelm" eine schreckliche Katastrophe. Trotz der Warnungen des komm uni - stischen Abgeordneten schon vier Wochen vor dem großen Unheil, wurde nichts unternommen. Durch die starke Explosion kamen über 400 Arbeiter ums Leben. Heber 100 sind schwer verletzt. Iede weitere Suche bringt neue Opfer ans Licht. Hunderte neue in Hunger und Elend gestürzte Witwen und Waisen — das sind d i e Folgen des kapitalistischen Ingens nach neuen Profiten. Laut Meldungen ausländischer Zeitungen soll das die größte Katastrophe der Welt in den letzten etlichen zehn Jahren gewesen sein."
Abgesehen davon, daß die Alsdorfer Katastrophe nicht die größte der „letzten etlichen zehn Iahre" gewesen ist. gab die Zeitung stark übertrieben die Zahl mit über 400 an. obwohl am 27. Oktober auch in der Sowjetunion die annähernd richtige Zahl durch den amtlichen sowjetischen Bericht bekannt war!
Als der Berliner Metallarbeiterstreik _ ausbrach. wurden Geldsammlungen zur Unterstützung der Streikenden organisiert (ganz nebenbei bemerkt: für die Opfer der Gruvenkatastrophen wurde nicht gesammelt), um sie im „Kampf gegen das kapitalistische System" zu unterstützen.
Die Freiheit kann ja nur der Kommunismus bringen! Seit Iahren singen „Ruhrecho", „Sozialistische Republik" und ähnliche Zeitungen in Deutschland Lobeshymnen auf die Errungenschaften der Arbeiter im kommunistischen Vaterlande. Wie kann man sich bann wundern, daß vor einigen Monaten zahlreiche beut s ch e Bergleute den Sirenenrufen des sozialistischen Vaterlandes folgten und s ich für die sowjetischen Bergwerke anwerben liehen. In verschiedenen Trupps zu je einigen hundert Personen fuhren sie nach Rußland. Mehrere Familien waren sogar so optimistisch, ihren gesamten Haushalt in Deutschlands aufzulosen, die Wohnungen aufzugeben, die Möbel zu verkaufen. Die Sowjetzeitungen brachten lange Berichte über die Ankunft der Ruhrkumpel, über die Empfänge in den verschiedenen Orten, über die Treuegelöbnisse der deutschen Arbeiter für die Sowjetunion, daß sie sich zu ..Stoßbrigaden namens „Rot Front", „Karl Marx usw. erklärt hätten, um den Fünfjahrplan der Kohlenförderung nicht uur in vier sondern sogar in drei Iahren durchzuführen.
schiedenen Seiten wurde mir dies bestätigt. Alle^ I dings waren alle diese Schilderungen für mich I nichts Neues, denn dieser Zustand ist nun Eirunal I seit vielen, vielen Monaten m den sowjetischen Bergwerks- und Industriezentren allgemein. Das Fleisch war meistens ungenießbar. Eier, die angeblich nur 2 Kopeken kosten sollten — wie me Anwerber in Deutschland erzählt hatten — mußten sie mit 30—40 Kopeken und darüber das Stück bezahlen und konnten sie meistens auch für diesen Phantasiepreis nicht auftreiben. Einige deutsche Arbeitergruppen im Donbecken hatten Pferde gekauft und geschlachtet, um wenigstens einmal Frischfleisch zu bekommen. Durch unzureichende und schlechte Ernährung wurden viele deutsche Arbeiter krank, vielfach aber trotzdem von Aerzten oder Kommissionen für arbeitsfähig erklärt. Die Mittagstische waren ausgesprochen schlecht. Selbstverständlich hatten die Frauen und Kinder noch mehr darunter zu leiden, von denen auch mehrere starben. Besonders machte sich der große Mangel an sanitärer Hilfe, vor allem daS fast völlige Fehlen irgendwelcher Medikamente fühlbar.
DeWohnungsfrage brachte dieselbe Ent- täuschung. Statt der in Deutschland gewohnten Bergarbeiterwohnungen mit 2 bis 3 Zimmern, die auch von den Anwerbern in der Sowjetunion versprochen waren, wurden die Ruhrkumpel zwar in neuerbauten Häusern untergebracht, die aber bereits von Schmutz und Ungeziefer starrten, und zu je vier bis sechs und mehr Personen in einem 3immer zusammengefercht!
Auch der wichtigste Punkt der Versprechungen, nämlich die Mindefllvhnsätze, sind nicht erfüllt worden. Verschiedene deutsche Bergarbeiter erklärten mir, daß es ganz unmöglich fei, btc versprochenen 140 bis 150 Rubel Mindestlohn im Gedinge bei sechsstündiger Arbeitszeit zu verdienen. Der tatsächliche Lohn, der bei normaler Arbeitszeit ausgezahlt wurde, betrug auch nur 80 bis 90 Rubel. Eine ganze An- zahl deutscher Bergarbeiter (auch Kommunisten) nahmen die deutschen Vertretungen in Anspruch, um mit deren Hllfe eine Besserung ihrer Lage zu erzielen oder nach Deutschland zurückzukehren.
Die russischen Instanzen stellten die kühne Behauptung auf, die deutschen Bergarbeiter wür- den 2 0 Prozent weniger leisten als die russischen. Dies läge daran, daß die meisten längere Zeit in Deutschland arbeitslos gewesen seien, sowie nicht an die neuen Schrämm-Maschi-
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Das Wrock der L°°nh°r dl- in der Elbmünduog beim Sr°b°n L°g-llond. Di. ZI Monn stork- B-I°song »ond Sen Tod in d°n Stuten.
Erfahrungen deutscher Bergarbeiter in der Sowjetunion.
Don unserem ständigen Korrespondenten KarUHans Görbing.
nen gewöhnt und nicht mit dem Abbau hochwertiger Anchrazitgruben vertraut waren, ferner wären unter den Angeworbenen ®pile|>tuet gewesen. Zugegeben wurde, daß die deutschen Bergarbeiter allerdings nicht immer zweckmäßig verwandt worden seien, beispielsweise tn den Tulaer Draunkvhlenlagern.
Soweit die russischen Entschuldigungen. Mir wurde von verschiedener Seite versichert daß die meisten Ruhrtumpel in Deutschland bis zuletzt Arbeit gehabt hatten. Wie die ^deutschen Bergarbeiter bei ihren russischen und schcn Kollegen, die im Donbecken feit fünf Jahren und mehr arbeiten, feststellten, verdien dte russischen Bergarbeiter täglich 3 bi« höch- stens 4 Kubel, bei Spitzenleistungen monatlich HO bis 120 Rubel, im allgemeinen aber bet 24 Arbeitstagen 90 bis 95, nach anderen Angaben 60 bis 70 Rubel. Demnach mußte der
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deutsche Bergarbeiter (Kommunisten) gesprochen, die im Donbassin gearbeitet hatten und — nach Deutschland zurückkehren wollten. Sie waren nicht die einzigen Heimkehrer. Bereits bis Mitte Oktober haben über dreihundert Personen die Sowjetunion wieder verlassen. In einem Rayon blieben von etwa 500 deutschen Bergleuten bis Anfang Oktober nur noch 280!
In den Berechnungen konnte also etwas nicht timmen. Die sowjetischen Anwärter in Essen usw. hatten den deutschen Bergarbeitern Miwdest- löhne von 140 und 150 Rubel monatlich ver- prochen und ihnen erzählt, daß sie ohne Schwierigkeiten auch bis 250 Rubel verdienen könnten. Da nach dem offiziellen Zwangskurs der Rubel mit 2,16 Mark berechnet wird, sahen die Angebote sehr verlockend aus, denn die deutschen Arbeiter konnten ja nicht ahnen, daß der innere Kaufwert eines Rubels bedeutend geringer ist und für manche Waren nicht einmal dern Kaufwert einer halben Mark entspricht! Ferner wurde von den Anwerbern die mehr als kühne Behauptung ausgestellt, daß ein gutes bürgerliches Mittagessen für 35 Kopeken erhältlich sei. Außerdem sollten die Deutschen Arbeiter- Wohnungen erhalten, wie sie sie in Deutschland gewohnt waren.
Nachdem die Degrühungsseste mit reichgedeckten Tischen verflogen und die Ruhrkumpel an ihren Arbeitsstätten angekommen waren, kam sehr bald die Ernüchterung und die unausbleibliche Enttäuschung, obwohl es sich ja in der Mehrheit um Mitglieder der kommunistischen Partei handelte. Zunächst revoltierte der Magen. Bei der Anwerbung hatte man ihnen täglich 800 Gramm Brot und 400 Gramm Fleisch, sowie monatlich je 3 Kilogramm Butter und Zucker und 120 Eier versprochen. Don allen diesen schönen Sachen blieb nur die Erinnerung. Bon dem gutbürgerlichen Mittagstisch für 35 Kopeken ganz zu schweigen. Die Deutschen in Charkow erzählten mir, daß sie nichts außer Salzfleisch und Heringen erhielten. Von Der»
Hauch von Paris.
Bon Alber» Ö Rausch.
XII. Diner. — Roman.
Gedruckte Einladungskarten. Keine Einladung durch das Telephon. Also Stad. Alles aristokratisches aber durch Verwandtschaft in drei euro Sen ßSm (Deutschland, England und Dänemark) kosmopolitisches Hau^ Sieben Da-
LomS XV19C— mit schweren gelben Damastvor- Stn q’toei alte ergraute Diener tn weißen öiÄnh?%ier’aDcine und Champagner. Die
Timbuktu, oder im Hoggatgebirge . Kleiner Toast auf eine Verwandte des Hauses^ die gc Ns-buLwg bat Schw°Z°r
Kaffee und Liköre un Salon. Zwei sehr alte Herren bekommen ihren Kamillentee. DerSalon in lichtblauer Seide, cremefarbiger Srnyrna- teppich, goldne Sesselgestell^_ Herrliche blau- getönte Aubussons an den Wanden. Erlöge dem Äerraott sei gedankt und der Dame des Hauses noch mehr - ist streng verpönt. Man fommt hier nicht zusammen, um zu verblodem Man will und soll zusammen sprechen. „Die Menschen können sich ja des Wortes nicht mehr bebienen“ sagt die Gastgeberin, übertreibend ..Sagen Sie selbst! Welches Franzosi ch sprechen denn diese jungen Menschen von heute! Welche Saloperie! Welches Verbrechen an dieser Sprache, um die uns die Welt beneidet._ 2^lche grauenhafte Entstellung durch die unmöglichenfremden die sich jetzt bei uns breitmachen! Die sogar den Ton angeben wollen.. "
Im Musiksalon ist der Flügel geöffnet worden. Der Hausherr nimmt einen jungen Menschen am Arm und führt ihn hinüber: „Monsieur de Bremont wird uns die große Freude machen, Chopin und Schumann zu spielen...
Bremont spielt so hinreißend schon, tote ich lange nicht spielen hörte. Zwei Preludes unb
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