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Nr. HO Drittes Blatt

Gfetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Samstag, 28. Juni (950

Wandem und weisen Bäder und Sommerfrischen

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Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs

SchloO-Caft Marburg

3799 D

Mittwoch: 5-Uhr-Tee

Insel Juist

Sommerfrische

3152D

4421D

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4717V

zu versinken. Aach wenigen ce dämmrig. Gleichzeitig wie blitzen die Leucht- und QXml- Rordwestspihe der Insel ein-, ein anderes gan.z in unserer

unsicher zu Grünhorn'*

Scheibe ins Meer Augenblicken wird mit einem Schlage feuer auf, von der eins von List her.

wie von unk» und

he­gt'

Reiseregeln, von denen die solgcnden auch deutsche Reisende beherzigenswert sind.

Entwirf deine Reife in derselben Weife, du dir ein Haus bauen würdest: ein Gebiet der und der Gröhe kommt in Frage: so- soviel Geld inufi ausgelegt werden, diese-

hafb da st

sein. DaS beweist nur, bah du ein bist!

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Samstag: Gesellschafts-Tanz (schwarz. Anzug) Sonntag: Nachm. Konzert, abds. Abend-Tanz

Gin kleines Trinkgeld, von einem Lächeln gleitet, bewirkt oft mehr alS ein mürrisch gebencS großes Trinkgeld.

Wenn du ins Ausland reist, so bedenke, du dein Lund inoffiziell repräsentierst, und man cs nach deinen Taten beurteilt.

Nähe, da- unS selbst von Zeit zu Zeit grell be­leuchtet, ein weitere- von Hörnum, der Südspihc der Insel, und in ganz welker Ferne das Blink» feuer der Insel Amrum. Helgoland winkt uns nicht herüber, man kann fein Feuer nur in ganz klaren Wintcrnächten sehen. Wehmütig werfen wir noch einen Blick hinüber zu den sich entzün­denden, fern leuchtenden Lichtern unserer deut­schen Landsleute am Festland auf dänischem Boden, und dann steigen wir langsamen Schritte- hinab auf den in nächtlichem Dunkel hcllschim» merndcn Sandpfaden, welche durch die Heide führen.

Empfehlungen

von

Bädern und Sommerfrischen finden durch den GießenerAnzeiger beste Verbreitung.

recht» und link- eines großen Kassee-Etabliffe- ments, liegenden Terrassen nach Iazzweisen be­wegt.

Mittlerweile ist während unseres RundblickeS dic Sonne auf ihrem scheinbaren TageSwege weitcrgegangen und ist im Begriff, alS feurige

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Bäume gedeihen im steten Seewinde dort nicht. Es ist ein vom Eüdwest geschützter Platz, eine sogenannte Dogelkoje Inmitten des niedrigen Baumbestandes befindet sich ein Tümpel mit Fangapparaten für Enten, die in Borkriegszei- ten dort in unzählbarer Menge vorkamen und eine gute Einnahmequelle bildeten. Besonders seit dem Bau der Flicgerstation wurden die Tiere durch die Flugzeuge sehr beunruhigt, so daß sie sich fast ganz verzogen haben und die Dogelkoje nur noch historische Bedeutung hat. Das Bild dcS nördlichen Inselteiles wird endlich abgeschlossen durch das malerisch zwischen der Mwe-Düne und dem Wattenmeer liegende kleine Friesendorf K a m p e n. Die eigenartige Schönheit diese- hier umrifsenen Bildes hat dazu geführt, dah dieses Stück Land zum -Naturschutzgebiet er­klärt wurde, damit seine Reize möglichst lange erhalten bleiben.

Hntocit dieses schönen InselteileS nach Süden hin, liegen die bekanntesten Seebäder Wenning­stedt und anschließend Westerland, wo auf künstlich stark befestigten Steinmafsen eine par­fümduftende Menschheit im Geräusch der Kurmusik promeniert, zum Teil sich auf zwei etwas höher,

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jenes ist nötig. Du mußt nicht denken, es sei smart", unbestimmt, unentschlossen,

Am Edersee

Don Franz Gros.

Wanderfahrten.

1. lag: Nidda Bad Salzhausen Ulfa.

Wir fahren mit dem Mittagszug nach dem reizvoll gelegenen Ridda und wandern von hier über einen Höhenrücken (auf dem Kamm hüb­scher Rückblick auf Ridda und da- Riddatal) nach dem idyllischen Badeort Salzhausen. Hier be­sichtigen wir die verschiedenen Quellen, das Kur­haus, die schönen Anlagen und das stattliche KausmannSerholungsheim und verlassen den in stiller Waldesruhe liegenden Kurort, um den in der Rähe befindlichen Rabenstein mit überraschen­dem Rundblick zu ersteigen. Wir folgen von hier zunächst roten Kreuzen, nach kurzer Zeit blauen liegenden Kreuzen und gelangen, nachdem wir die Bahn überschritten haben, in einen präch­tigen Laubwald, den sog. Harbwald, an dessen Ausgang sich uns wieder ein schöner Blick auf den Vogelsberg erschließt. Bald darauf erreichen wir das Endziel des ersten Tages, Alfa, wo wir bei K. Döll oder Hch. Loh beides gute Gast­häuser übernachten.

2. Tag: Ulfa Gonterskirchen Jägerhaus Schotten.

Am nächsten Tag gehen wir dem Zeichen weiter nach und gepießen unterwegs prächtige Blicke auf den Hohen Vogelsberg und den Reippcrts, selbst Burg Münzcnberg ist sichtbar: namentlich fesselt uns der Blick nach dem auf truhiger Höhe

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Für Wochenend und Sommer« frische besonders geeignet

Sei vorsichtig in der Auswahl deiner Au-- kunstsquellen, wenn du deinen Reiseweg planst. Es gibt wenige Gebiete, über die so viele Leut« falsche oder mangelhafte Auskunft erteilen wie über Reisen.

Versuche nicht, dich einem schon ausgearbeiteten Reiseweg anzupassen. Laß dir einen zurechtlegeir, der deinen besonderen Wünschen entspricht. Und suche dir dazu einenArchitekten" aus, der nicht nur die Reiseländer kennt, sondern sich auch bemüht, d i ch kcnncnzulernen.

Reise, wenn eS geht, mit leichtem Gepackt

Eile nicht! Wenn die Zeit, die dir zum Besuch eines Ortes zur Verfügung steht, nicht ausreicht, so streiche einige der Dinge, die du sehen wolltest, von deiner Liste. Ein unvergeßlicher Eindruck ist weit mehr wert als ein Durcheinander.

Bemühe dich nicht, alle- zu schauen, waS auf der Landkarte eingezeichnet ist. ES ist nicht min­der unverzeihlich als der Versuch, alle- zu essen, was auf der Speisekarte verzeichnet steht. Und das Endergebnis ist in beiden Fallen ähnlich.

Benimm dich nicht so, als hättest du geistig« Genickstarre und könntest dich nicht bücken. Da- Reisen hat ja auch den Zweck, festzustellen, wie biegsam du bist.

Gelobe dir wiederholt im Verlaufe der Reise, nach deiner Rückkehr über die Reise nachzulesen. Und wenn du heimgekehrt bist, so halte dich an dein Gelöbnis.

Der beste Völkerbund besteht aus solchen Reisenden, die sich bemühen, so viel wie möglich von dem, was sie mit ihren Gastgebern gemein­sam haben, ausfindig zu machen.

Soll ich noch mehr erzählen etwa vom lieb­lichen Thalitter, da ich von ungefähr im Müll­hausen der stille gelegten Kupferhütte noch eine althessische Hoheitstafel fand oder den stillen, tieseingeschnittenen 'Tkichtälern allmiteinand oder den buchenbestandenen Bergrücken darüber und ihren Fernsichten?

Hier am Edersee ist s am schönsten zur Lenzes­und Frühsommerzeit, wenn das Wasser noch hoch Sespannt ist. Doch auch der Herbst wird dem faste feine Schönheiten schenken. Unverrückbar schön sind die Brrgc und Täler des Hinterlandes. Keine Klage über die Preise könnte auch ein Rörgler vorbringen. Das ist tröstlich in der Jetztzeit.

Und wenn wir am letzten Tage mit sanften Ruderschlägen über den See gleiten und uns letztmals die Berge, die lichten Wälder und blumengeschmückten Ufer grüßen, so wissen wir eines: Wir kommen wieder, in diese herrliche Luft und zu denen, die sie immer dort atmen dürfen, zu dem freundlichen unverfälscht alt­hessischen Menschenschlag.

Oie Insel Sylt.

Don Or.(5hälons.

Wir stehen aus der Uwe-Düne, dem höchsten Punkt der lang sich hinstreckenden Insel Sylt. Die Dünenkuppe ist mit Stacheldraht versperrt: hinter ihm verbirgt sich ein betonierter militä­rischer Bcobachtungsstand, an den grausamen Krieg erinnernd, der nun schon über ein Dezen­nium hinter uns liegt. Auch hier im hohen Ror- den des Vaterlandes war Krieg, kaum glaubhaft schier bei der jetzt herrschenden tiefen Stille in der überwältigenden Ratur. Ein mäßiger Wind nur streicht über See auf da- Land und fpiell sein Lied im Strandhafer der Düne und im Stacheldraht. Don weit her kommt er, soweit das Auge nur reicht über die kaum meßbar er­scheinende Fläche der tiefdunklen Rordfee. Ihr Dunkel ist durch einzelne kleine, weiße Kämme geschmückt. Cll scheint eine schmale goldene Brücke zu tragen, die von Horizont bis zum etwa 50 Meter unter uns liegenden Strande reicht die Spiegelung der sich zum Untergang rüstenden Sonne. Trotz des nur mäßigen Windes bran­den die Wogen unten am Strande mächtig. Wir befinden uns an dem Teil der deutschen Rordsee- küste, der stets die stärkste Brandung auszu­halten hat. Dort unten kämpfen jung und alt in ihren flaggcntragenden Sandburgen gegen die zerstörende Gewalt des Wassers und finden in der kräftigen, durchsonnten Luft bei der dem Alltag so fernlicgenden Beschäftigung Erholung. Selbst Badende sieht man noch zu dieser späten Tagesstunde, welche die stärkeren Wellen der Flut ausnuhen wollen. 3m Gegensatz zu den Inseln der Rordküste ist man hier nicht mit dem Baden an den Wechsel der Gezeiten gebunden.

Welche Kräfte hier das Wasser bei Sturmflut entfallen kann, erkennt man beim Anblick des Roten Kliffs. So nennt man den Steilabfall dex Onfelkuste, der sich etwa von ihrer Mitte ab drei- vicrtel Wegeftunden nach Rorden hin erstreckt. Don braunroter Erdfarbe, erreicht er unterhalb der Uwe-Düne feine höchste Höhe von 30 Meter. Mächtige, steindurchfetzte Erdbrocken liegen am Fuße oder hängen auf halber Höhe der Kliff­wand. Der wütende Sturm des vergangenen Herbstes hatte 25 Meter des Kliffs abgerissen und in die Meerestiefen gespült. 3n der Feme nach Rorden hin erkennt man undeutlich mitten auf dem jetzigen Strande einen massiven Block, es ist ein Detonunterftand, der noch im 3ahre 1917 mitten in den Dünen lag zur Sicherung der Fnselbesahung. So zehrt das wuchtige Meer am Westrande der Insel. Läßt man das Auge noch weiter über das Kriegsbauwerk hinaus gen Ror­den über die schmale Insel wandern, so verwan­deln sich die grünschimmernden Dünen in gelb­lich-weiß glänzende Sandberge, die sogenannten Wanderdünen. Sie verbinden den Hauptteil der Insel mit dem nördlichsten Zipfel, auf welchem der kleine Ort List gelegen ist, bekannt durch seine Luftschiffhalle aus der Kriegszeit und heute durch seine Wafferslugzeugstation und Flieger­schule. Ursprünglich war dieser Teil der Insel durch das Meer von uns getrennt. Die äolischen Wirkungen auf den Dünensand schoben das Infei­land in stetiger Arbeit weiter vor, bis dos Lister Land mit demEllenbogen" ein Teil von Sylt geworden ist. Die auch heute noch sich stets ver­ändernden Wanderdünen bilden für den sich nur selten einfindenden Besucher ein seltsames und interessantes Stück Ratur. Diese Gegend ist in­folge der Unberührtheit die Hauptbrutstätte der Möven. Die sonst scheuen Tiere werden dem einzelnen Besucher hier feindlich, um ihre Ge­lege zu schützen. In steilem, sausenden Gleitfluge fahren sie ihm dicht über den Kopf hinweg, als ob sie im Angriff gegen ihn vorgehen wollten, sucht doch auch manchG: Eingeborene sein Ge­schäft im Ausheben und Verkauf der Möveneier. Auch mancher altertümliche Schatz liegt unter dem wandernden Sand. Gerade neuerlich wieder sind Funde aus alter Zeit aufgetan worden.

Der am östlichen Inselrande zurückgleitende Blick bleibt plötzlich an einem mit spärlichem. Daumwuchs versehenen Fleckchen hängen: denn

In der Stille eines Sonntagabends kam ich am Edersee, in Herzhausen, an. Da und dort stand ein Angler am User. Heber der ruhigen Wasser- släche schwebten die Adler unserer deutschen Mittelgebirge, Goldweihe, in königlichem Fluge und zogen ihre Kreise, als ob sie wüßten, daß sie zur deutschen Berglandfchast gehören und das Entzücken ihrer Beobachter sind. Vom Waldecki- schen her kam eingezogenen Kopses ein Fischreiher und flog zu seichteren Iagdgründen ederaufwärts. Die letzten schlohweißen Gänse ruderten dem Dorfe au. Am Strande blühen blaue Lupinen und goldgelber Ginster, der die Fröste der letzten Iahre überdauerte. Wir steigen höher in den monddurchglänzten Dergwald. Unter Buchen und Eichen.

Die alten Bauern tragen hier noch den blauen Leinenkittel. DaS echte alte Hessenherz schlägt darunter. Früher trugen sie die Zipselmühe, die vielleicht noch in einer alten Lade stecken mag. Das altehessische Hinterland" denkt auch noch an Hessen-Darmstadt. Die Böhler wurmt es, daß sie nicht mehr Kreisstädter sind und der alte Böhler Schäfer ist ein lebendiges Geschichtsbuch. Der letzte Herr von Itter starb arm und kinder­los." So besagt seine Chronik.

Wer noch die Stille liebt, Wald und Wasser, heimliches Wild, truhige Berge, enge Täler und freundliche Menschen, der findet das alles am Edersee in schönem Verein. Der Gedanke, daß Dörfer und Kirchtürme verschwinden mußten, um eine einzig schöne Seelandschaft zu schaffen, daß die Technik einem Flußlauf und feinen Be­wohnern neue Lebensbedingungen schuf, kommt nicht in uns auf.

Im Motorboot fahren wir zur Sperrmauer. Reiher und Wildenten gehören zur Landschaft. Sonnenverbrannte Paddler winken uns zu. Fo­rellen. Hechte und Barsche ziehen auf Raub aus. Kleinere Fische springen auf der Flucht vor ihnen aus dem Wasser. Der Existenzkampf ist urewiges Raturgeseh.

Von weitem winkt auf truhiger Höhe Schloß Waldeck. Wers noch nicht kennt, soll hinausziehen und den köstlichen Fernblick genießen. Für die Heimfahrt stellt uns der freundliche Motorboot­führer statt seines Schifsleins ein Soff zur Ver­fügung. So geht es denn bequem am Seeufer entlang. Unterwegs begrüßen wir unseren neuesten Freund, den Seesischrneister. der neben uns auf dem Wasser zu den Rieder-Werber Fischteichen fährt. Vor Awei Sagen begleiteten wir ihn und seine Mannschaft, als sein Schlepp­netz die schwersten Hechte zentnerweise fing. Petri Heil!

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gelegenen Ctornfcl# Roch geraumer Zeit kom­men wir wieder in schönen Hochwald. Beim Schnittpunkt der Hungen-Schottcner Landstraße verlassen wir die blauen Kreuze und wenden uns nordöstlich Beim Austritt au# dem Wald bietet sich uns wieder ein überraschender Blick auf die Höhen des Vogelsbergs. HohervdSkopf, Bilstein und Taufstein dar. während zu unserer Rechten tief im Grunde da# freundliche Dör'chen Einartsbausen liegt. Rach einiger Zeit erreichen wir das idvllifch gelegene Gonterskirchen mit schönen Fachwerksbauten Don hier folgen wie nach rechts roten Ringen und wandern da- liebliche Horlofftälchen aufwärts, kommen an zwei Teichen vorüber und gelangen zum gastlichen IägerhauS Direkt hinter dem Forsthaus erblicken wir die Reste der Kirche des vor Iahrhunderten ausgegangenen Dorfes Ruthardshausen. Auf guter Landstraße gehen wir jetzt weißen Ringen nach am Forsthaus Kiliansherbcrge vorbei nach unserem Endziel Schotten.

Der erste Sag dürfte 21", Stunden, der zweit# 4 , Stunden Wanderzeit beanspruchen. Die ge­samte Wanderung führt durch einen der schön­sten Teile unseres heimatlichen Gebirges und ist überaus genußreich.

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