Oie Kölner Ausstellung der Deutschen Landwirtschasts« Gesellschaft.
Reichsminifler Or. Schiele spricht über die Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft.
Köln. 27. Mai. (TU.) DienStag mittag wurde in Köln die grobe landwirtschaftliche Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts- gescllschaft im Beisein von Vertretern deS Reichs, Preußens, der Rheinprovinz und der Stadt Köln, sowie zahlreicher landwirtschaftlicher Verbände feierlich eröffnet. Reichsernäh- rungSrninister Dr. Schiele nahm die Gelegenheit wahr, in längeren programmatischen Ausführungen sich über die Gegenwart und die Zukunstsausgaben der deutschen Landwirtschaft zu verbreiten. Gr erinnerte daran, daß die D. L. G.-AuSstellung jetzt in Köln wieder an den Platz zurückgekehrt sei, von dem sie in den Acht- zigerjcchren deS vorigen Jahrhunderts ihre Wanderung durch die deutschen Gaue unternommen habe. Damals habe sich zum erstenmal der Druck überseeischer Konkurrenz auf unsere Landwirtschaft kritisch ausgewirkt. Verglichen mit jenen Zeiten seien aber die heutigen ungleich kritischer. Der Minister erklärte: Wir müssen systematisch und zielbewuht, um der ungeheuren Verlustwirtschast Herr zu werden, jeden einzelnen Betriebszweig der Landwirtschaft neu ausbauen und unter Wahrung des organischen Zusammenhangs der einzelnen Produktionszweige die Grundlage der Ertragsfähigkeit der Landwirtschaft handelspolitisch und innerwirtschaftlich wiedergewinnen. Hier harren insbesondere des endlich gegründeten Einheitsgenossen- schaftsverbandeS grobe Aufgaben.
Die Noggenfrage, die Kernfrage des deutschen Osten»,
ist nur zu lösen, wenn man sie in den groben Zusammenhang der nationalen und internationalen Futtermittelfragen hineinstellt. Andernfalls bleibt unS nur die Radikallösung: Drosselung jeglicher Weizeneinfuhr. Begreift man die Getreidefrage als Einheit, so müssen wir über alle agrarpolitischen Dogmen der Vergangenheit hinweg durch Fernhaltung
aller überflüssiger Futtergetreideeinfuhr den Absatz sür den Aoggcnüberschub im eigenen Lande erreichen. Diesen Weg zur Lösung des Roggen- problcms hat die Rcichsregit^ung mit dem Gesetze zum Schutze der Landwirtschaft bereits beschritten.
Mit besonder» schwerer Sorge must un» die Lage der Milchwirtschaft erfüllen, die in Deutschland bei dem unzulänglichen Zvll- schutz unter dem stärksten Drucke einer allgemeinen internationalen Aeberproduktion steht. Die Regelung der milchwirtschaftlichen Zölle wird deshalb von der Regierung vordringlich und mit allem Rachdruck betrieben. 3n Ergänzung hierzu werden die innerwirtschaftlichen Marktverhältnisse auf der Grundlage des neuen MilchgesetzcS bereinigt werden müssen. DaS gilt insbesondere für die Frischmilchversorgung der gro- b cn 6 tä b te.
Besonders schwierig wird e» sein, dem schwer leidenden Wein-, 0 b ft - und Gemüsebau die notwendige schnelle Hilfe )u bringen, da unS auf diesem Gebiete zollpvlitisch die Hände durch mehrere Handelsverträge vorläufig, d. h. bis zum Ablauf der Zollbindungen, noch gebunden sind. Es verbleibt daher alS So- fortmabnahme zunächst nur der Ausweg, durch organisatorische Maßnahmen die Absatzverhältnisse des Wein- und Gartenbaues zu bessern. Hier in Westdeutschland, wo neben einer hoch entwickelten Landwirtschaft der Mittelpunkt der deutschen (Industrie liegt, darf ich besondere- Verständnis dafür voraussehen, daß die Agrarkrisis und die Agrarpolitik nicht nur als eine rein berufsständische Angelegenheit der Landwirtschaft gewertet wird. Die Erkenntnis der Zusammenhänge zwischen Agrarpolitik und dem Leben der Ration ist heute erfreulicherweise zum Gemeingut aller Berufsstände und Devölkerungs- kreise geworden.
sentlichen vor, daß entsprechend der Anzahl der Kontinente, eine Anzahl ftänbiger Ausschüsse der Dölkerbundsversommlung geschaffen wird, d. h. besondere Ausschüsse für europäische, asiatische und amerikanische Fragen. Diese Ausschüsse würden die Aufgabe haben, solche Fragen zu regeln, die nur die Staaten eines bestimmten Kontinents interessieren.
Lohn- und Preissenkung.
Ein InlurbclungHverfuch in der nord oft« dcntfchcu Eisenindustrie.
B a b Oeynhausen, 27. Mai. (WIB.) 3n den unter dem Vorsitz von Professor B r a h n geführten Schlichtungsoerhandlungen über den Bahmentarif für die Gruppe 7! ordwest der deutfchen Eisenindustrie wurde eine Reihe v er bef- ferungen für die Arbeitnehmer eingeführt. So wurde für die jugendlichen Arbeiter der Urlaub von drei auf acht Tage erhöht. Auch den erwachsenen Arbeitern wurden Verbesserungen im Urlaubswesen und in den sozialen Zulagen zuge- ftandcn. Dagegen wurde die von Minister Seve- ring bei Abschluß der Aussperrung eingeführte Formel nutzer Kraft gesetzt, nach welcher die Arbeitgeber die Akkorde, wie sic im Augen- blick der Entscheidung durch Scvering standen, nicht abbauen dürfen. Die Arbeitgeber verpflichteten sich Professor Brahn gegenüber schriftlich, die Senkung der Akkordlöhne nur in einem Matze vorzunehmen, datz die Löhne höchsten» um 10 Prozent herabgesetzt werden, und zwar nur für die Arbeiter, die mindesten» 1 5 Prozent über Tariflohn verdienen. Die nordwesldculsche Eifenindustrie vcr pflichlet sich, die Gesamt summe, die sie bei dem Lohnabbau erspart, mindestens in voller t,öhe 3u m Abbau der Cisenpreise in Deutschland zu verwenden. E» ist damil der erste versuch gemacht, auf diese Weise in Deutschland eine Senkung karlellierter Preise zu erzielen.
Heidelberger Tagung der Kaiser-Wilhelm-GeseUschast. Eröffnung beo Anise. - .Wilhelm-Instituts für medizinische Fol s.i unn,.
Heidelberg, 27.Mai. (WLR.) Bei der heute in ber Aula der AlniDcrfität Heidelberg in Gegenwart von Vertretern der Reichs- und der badischen Staatsregierung tagenden 18. Hauptversammlung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften erstattete an Stelle des gestern in Heidelberg erkrankten Präsidenten Erzeilenz v. Harnack der erste Vizepräsident der Gesellschaft, Dr. Krupp von Bohlen und Halbach, den Jahresbericht über Entwicklung und Tätigkeit der jetzt auf rund 900 Mitglieder angewachfenen Gescllschast und verwies auf die Vollendung des gelegentlich der Hauptversammlung seiner Bestimmung übergebenen Heidelberger Baues des Kaiser-Wilhelm- Instituts für medizinischeForschung.
Der Rektor der UniDcrfität Heidelberg, Prozessor Dr. G o 11 s ch l i ch. teilte unter Verlesung der Ehrenurkunden die Ernennung des Staatssekretärs a.D. ErzeUenz Dr. Lew al d. des Mimstcrialdircktors im Auswärtigen Amt auster- ordentlichen Gesandten Dr. Hans Donncvert und des Generaldirektors der Kaiser-Wilhelm» Gesellschaft und Privatdozentcn an der llnincrfi- tät Berlin Dr. Dr. Friedrich Glum zu Ehren- senatoren der Aniversität mit.
Den Hauptvortrag hielt Geheimrat Professor Dr. v. Krehl, der Direktor des Instituts für Pathologie, über die Stellung der Medizin in der Raturwissenschast und bezeichnete darin als Zweck der Gründung des jetzt seiner Bestimmung übergebenen Heidelberger Kaiser-Wilhelm-Insti- tuts für medizinische Forschung alle Seiten des normalen und des krankhaft veränderten Lebens zu erforschen Das Kaiser-WilhelmInstitut für
medizinische Forschung wurde dann mit einem Festakt seiner Bestimmung übergeben Für den erkrankten Präsidenten Exzellenz Harnack richtete der erste Vizepräsident KruppvonBohlen- Halbach an die Erschienenen herzliche Grüste und dankte allen die zum Gelingen des neuen Instituts bei getragen haben, so dem früheren Reichsfinanzminister Köhler und dem Prälaten Dr. Schreiber.
Staatssekretär G e i b überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Rcichsreaierung. Seine Ausfüh- rungen klangen in dem Wunsche aus, daß die in dem neuen Forschungsinstitut vorgesehene G e - m e i n s ch a s t s a r b e i t, die sich im Blick auf ein höheres Ziel über den Streit des Tages hinausgeht, sich in unserem ganzen Volke immer mehr in allen seinen Gliedern durchsetzen möchte. Der Rektor, Prof. Dr. G o 11 s ch l ich, sprach im Namen der Universität Heidelberg über das Wesen der Forschung. Der Redner schloß seine geistvollen Ausführunaen mit dem Lessingwort, nach dem das göttliche Geschenk des Irrens und Forschens für den Menschen größer ist, als das göttliche Geschenk der vollen Wahrheit. Wie uns mitgeteilt wird, war die hessische Landes- Universität Gießen bei dem Festakt durch ihren Rektor, Professor Dr. Brüggemann, vertreten.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Die über Deutschland herrschenden Druckgegen- sähe haben sich ausgeglichen und allgemeiner Barometeranstieg hat eingesetzt. Dabei gelang durch die Südseite der Rordmeerströmung warme Lust nach dem Festlande, wodurch die heutige Morgentcmperaturen eine Zunahme von etwa 3 bis 4 Grad erfahren haben. Mit der nachfolgenden etwas kühleren ozeanischen Luft dürfte jedoch wieder später leichterer Temperaturrück- gang zu erwarten fein. Die Wetterlage erfährt keine Umgestaltung, jedoch nimmt die Reigung für Gewitterstörungen zu.
Wettervorhersage für Donnerstag: Zeitweise bewölktes Wetter mit Gewitterneigung, sonst vielfach heiter ohne wesentliche Temperaturenänderungen.
Lufttemperaturen am 27. Mai: mittags 20,2 Grad Celsius, abends 13,1 Grad; am 28. Mai: morgens 14 Grad. Maximum 21 Grad, Minimum 8.9 Grad.— Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 27. Mai: abends 20,8 Grad; am 28. Mai: morgens 13,4 Grad. — Sonnenfcheindauer 6-4 Stunden.
Aus der Provinzialhauptstadi.
® leben, den 28. Mat 1930.
Christi Himmelfahrt.
Die Berichte der Bibel über Jesu Auferstehung, über die Erscheinungen deS Auf erstanden en und über seine Himmelfahrt gehören inhaltlich zusammen, sie wollen erweisen, daß IesuS einer nichtirdischen, mit den Sinnen nicht erfaßbaren, wie eS im christlichen Sprachgebrauch heißt, einer jenseitigen Welt angehbrt. Auch der, der dieser Deutung nicht zustimmt, wird, sofern er nur mit einem aufgeschlossenen Sinn begabt ist, in diesen Berichten etwa» ganz Außerordentliches sehen. Sie sind erfüllt von ungemein plastischer Kraft, stiller, unaufdringlicher Schönheit und haben einen weltenweiten Horizont. Die erhabenste Dichtung griechischer, italienischer oder deutscher Art hat nichts ersonnen, das dem Gang der drei Frauen zum Grabe Jesu in der Morgendämmerung des OstertageS zur Seite gesetzt werden kann. Wenn man die beiden Jünger, die mit Jesus auf dem Dergsteige nach Emmaus gehen, auf dieser ihrer Wanderung verfolgt, so sieht man nicht nur, wie die Abendschatten wachsen, man gewahrt auch, wie die Handlung immer wuchtiger wird und sich immer mehr steigernd ihrem Ziele zustrebt. Jesu Frage an seinen Jünger Petrus: .Hast du mich lieb?" und bann des trotzigen, dabei kindlichen Mannes Erwiderung: »Herr, du weißt alle Dinge, du weiht, daß ich dich lieb habe" bilden eins der erhabensten Zwiegespräche der Weltgeschichte. Lind wenn Jesu- bei seiner Himmelfahrt seinen Jüngern sagt: .Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet“, so umspannt diese- Wort alle Völker und alle Zeiten. Jenseitiges Leben überall!
Aber auch aus Jesu früheren Worten und Taten, aus seinem Leben und seinem Werk leuchtet eine jenseitige Welt hervor. Da gibt es keine irdische Gebundenheit, da fallen alle zeitlichen Maßstäbe, alle menschlichen Ordnungen dahin. Richt die Gewalttgen sind im Reiche Jesu die Herrscher, sondern die, die den anderen in selbstloser Liebe dienen. Wer sein Leben im Dienste Jesu verliert, wird eS behalten. Wer verläßt Häuser ober Brüder, ober Schwestern, ober Vater ober Mutter, ober Kinber um Jesu willen, der wirb es hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben. Einer unserer Volksgenossen hat vor nicht langer Zeit von den Reden der Bergpredigt als von den „Kleinodien" der Bergpredigt gesprochen. Dieser Bewertung stimmt jeder zu, der erfahren hat, daß die, die reinen Herzens sind, Gott schauen und daß die Friedfertigen Gottes Kinder heißen. Für IesuS ist der Tod und die leibliche Vernichtung nicht daS Ende, denn Gott ist nicht ein Gott der Zoten, sondern ein Gott der Lebendigen, und dem reumütigen Verbrecher, der neben ihm stirbt, ver- heißt der Heiland: »Heute wirst du mit mir im Paradiese sein."
Jenseitige Welt erscheint auch denen, die in IesuS den Halt und Trost ihres Lebens gefunden haben. Man mag an der mittelalterlichen Frömmigkeit viel Schwärmerisches und Angesundes erblicken und wird doch die Menschen, die aus eigenem Entschluß heraus arm und klein wurden, um sich für andere einzusetzen, für wahre Jünger Jesu halten. Elisabeth von Thüringen, in der bei aller Wunderlichkeit eine liebevolle Seele wohnte, und Franz von Assisi, der aus tiefem Raturgefühl heraus den Felsblöcken und Vögeln in der Wüste predigte, der den Tod seinen Bruder nannte, aber auch sein ganzes Leben den Armen widmete, bezeugen, daß das ihnen eigentümliche Leben nicht von dieser Welt war. Luther, der in seinem Kampfe um die Seele und um Gott mit den Großen der Erde umging wie -mit Schulknaben, baute und traute niemals auf das, da- irdisch und menschlich war. Alle, die schweres Leid durch den Glauben überwunden haben, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen, gehören auch in diese Reihe. Diese Menschen haben durch Jesu- auch die Gewißheit gewonnen, daß es eine ewige Heimat gibt, ein Vaterland der Frommen, in denen alle Erdenmängel aufgehoben sind, alle- Erdenleid abgetan, jede Disharmonie gelöst ist. Keiner hat diese Gewißheit schöner und inniger zum Ausdruck gebracht, als Matthias Claudius In seinen Worten:
„Hier ist Vorplatz nur, spät ober frühe gehn wir alle weiter ein, und es lohnt sich wahrlich nicht die Mühe, lange hier zu fein.
Wo im Dunklen wir unS freun und weinen und rund um uns, rund umher alles, alle-, mag es noch so scheinen, eitel ist und leer.
O du Land des Wesens und der Wahrheit, unvergänglich sür und für, mich verlangt nach dir und deiner Klarheit, mich verlangt nach dir." H. B.
Bornotizcn.
— TaaeSkalender für Mittwoch. Verein Volkshochschule Gießen e. D.: Mitg.ieber- versammlung, 20 Ahr, Oberrealfchule. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Tongrohfilm „Der blaue Engel" (mit Emil Iannings).
— TageSkalender für Donnerstag. Strauß-Konzert, 20 Ahr, in der Volkshalle. — l.Datl. IS. Inf.-Rgt.: Sportliche Wettkämpfe, 15,30 Ahr, auf dem V. s. B.-Spvrtplah. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Tongrohfilm „Der blaue Engel" (mit Emil Iannings). — Aftoria- Lichtspiele: „Menschen im Feuer" (mit Harry Piel), „Lupine Lane und die Seeräuber" und „Der verhinderte Arzt".
— Kirchenmusikalische Psalmen- Feierstunde. Man schreibt uns: Am Freitag, 30. Mai, 20.15 Ahr, soll in der Alten Friedhofs- kapelle eine kirchenmusikalische Feierstunde abgehalten werden. Im Mittelpunkt soll das alte Psalmlied (Hugenottenpsalter- stehen. Für die Feierstunde ist die Elberfelder Organistin, Frl. Emilie Schild, gewonnen, der wir einige gute Reuausgaben bet alten Psalmsätze danken. Veranstalter des Abends ist bas Prait.-theol. Seminar ber Landes-Aniversität. Gs kommen zum Vortrag Werke von Bruckner, Pachelbel, Bach, Reger und Hubert Pfeiffer. Alle Freunde der evangelischen Kirchenmusik sind zu dieser Feierstunde. die unentgeltlich ist, eingeladen. Räheres im heutigen Anzeigenteil.
— DaS Äoh a nn - S t r a u ß - K ostzer t am morgigen HimmelsahrtStage, 20 Ahr in der Dolkshalle, begegnet in Gießen und in der Am- flegenb größtem Interesse. Es ist in der Tat auch keine Alltäglichkeit, eine Musikerschar wie das Wiener Strauß-Orchester hier musizieren zu
hören. Dieses Orchester, daS sich den Wiederaus stieg deS Wiener Walzer- in ber Gunst des Publikum- zur besonderen Ausgabe gemacht hat und bei diesem Streben in vielen großen Städten Deutschlands und deS Auslandes bereits beste Erfolge crxiclte. vermag als Klangkörper von hoher musikalischer Qualität den Besuchern einen musikalischen Genuß besonderer Art zu bereiten. Strauß und seine Musiker sind von ihrem Konzert im vorigen Jahre in der hiesigen Volk-- Halle noch in der besten Erinnerung, woraus sich wohl auch die starke Rachfrage nach Eintrittskarten erklärt. Wie man unS mitteilt, ist trotz der großen Rachfrage de- Publikum» noch eine Anzahl Karten verfügbar, die Im Vorverkauf bi- morgen, 18 Ubr, abgegeben werden, während ein eventueller Rest von Karten noch an der Abendkasse zu haben sein wird. (Siehe heutige Anzeige.)
•• Iustizpersonalie. Auf Grund deS Altersgrenzegesetzes tritt am 1. Juli der Amts- aerichtSdirektor beim Amtsgericht Bad-Rauheim Berthold Rausch in den Ruhestand.
"Hohe Auszeichnung. Auf ber36. Wan« derauSstellung ber Deutschen Landwirtschafts-Ge- sellschaft, die vom 27. Mai bis l.Iuni in Köln ftattfinbet, wurde die Dampfmolkerei Gießen Gebr. Grieb für ihre Markenmilch, wie auch für Markenbutter mit je einem ersten Preis ausgezeichnet.
Wenn Ihre
Empfehtungsanzeige
In der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll
dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags In der Geschäftsstelle auf
Sommerfest der Gießener Studentenschaft. Man schreibt un»: Die Gießener Studentenschaft veranstaltet am kommenden Sonntag, l.Iuni, in den Räumen der Volkshalle ihr diesjähriges Sommerfest unter dem Motto: „Rund um die Welt in einer Sommernacht". Die Veranstaltung wird In großem Rahmen stattfinden und den Besucher mit den Eigentümlichkeiten einiger Länder bekanntmachen. Texas, eine türkische Kaffeestube, Aegypt. Rauch- Basar, Origlnal-American-Bar, Weindorf, Münchener Oktoderwlese und viele andere Darbietungen werden neben dem Tanz auf riesigen Tanz- slächen bei ausgesuchter Musik zur Größe deS Feste- beitragen. Die künstlerische Leitung de» Abend- liegt in den Händen des Oberspielleiter- Tannert vom Gießener Stadttheater. Es jst gelungen, für künstlerische Darbietungen u. a. Fräulein Würzburger, Herrn Bä ulke, Herrn Kruger und Herrn R i e r e n zu gewinnen, so daß auch In dieser Hinsicht den Besuchern de- SommerfesteS ein genußvoller Abend versprochen werden kann. Rach den Erfahrungen, die der Wiener Praterabend im vorletzten und daS großartige Sommerfest im vorigen Jahre gegeben haben, dürfte auch diesmal die Beteiligung der Gießener Bürgerschaft und Studentenschaft voraussichtlich groß werden. Man beachte die Anzeigen in unserer gestrigen Ausgabe, sowie am nächsten Freitag und Sam-tag.
** Oberhessen amRhein! Am vergangenen Sonntag veranstaltete daS Hapag-Reise- burcau Loeb, Gießen, seine erste volkstümliche Rheinfahrt in diesem Jahre. Acber 300 Personen aus Gießen, Heuchelheim, Wieseck, Lang-Göns, Butzbach, Bad-Rauheim, Wetzlar und weiterer Umgebung nahmen an der Fahrt au einem Besuche des deutschen Stromes und seiner herrlichen Landschaft teil. In gewohnter Weise ging die Fay»t 6.30 Ahr früh in einem Sonderzug über Butzbach, Bad-Rauheim, Friedberg, Homburg, nach Mainz-Kastel, wo man um 8.30 Ahr ankam, Anter den Klängen einer rheinischen Musikkapelle .Muß i denn, muß i denn zum Städtlein hinaus" ging um 9.50 Ahr der Sonderdampser .Rheintreue" von Anker. In Rüdesheim angekommen wurde teils zu Fuß. teils mit der Zahnradbahn da- Riederwalddenk- mal besucht und entweder nach Rüdesheim zurück- gekehrt, ober über die Drossel nach AßmannS- hausen gewandert. Der Dampfer fuhr kurz nach 13 Ahr von Rüdesheim, nachdem er die vom Riederwalddenkmal zurückgekehrten Teilnehmer ausgenommen hatte, nach Aßmannshausen weiter. Rach a bermaligem zweistündigem Aufenthalt in Aßmannshausen erfolgte gegen 15.30 Ahr die Abfahrt nach Koblenz. Hier angekommen, wurde nach Besichtigung des Deutschen Ecks usw. um 20 Ahr die Heimfahrt mittels SonderzugS über Bad-Ems und Limburg angetreten und um 22.08 Ahr planmäßig Gießen erreicht. Auf der ganzen Fahrt herrschte die beste Stimmung. Die Musik spielte gut und fleißig die deutschen Rheinlieder und zum Tanze auf, alt und jung sah man da- Tanzbein schwingen. Die Fahrt, die in sorgfältiger Weise organisiert war, wurde dank der Um* sicht der Reiseleitung und der Gunst des WetterS zu einem schonen Erlebnis aller Teilnehmer und zu einem guten Austakt für bie im Juli ftatt- finbenbe zweite Rheinfahrt.
•• Gin Diebespaar fest genommen« Der Polizeibericht meldet: Vorgestern wurden hier der Schlosser Otto Schäfer aus Kassel und seine Braut Margarete Kell aus Melsungen wegen Einbruchdiebstahls festgenommen. Die beiden haben in Adelhausen eine Jagdhütte und in Marburg ein Wochenendhaus erbrochen und Schmuck-, Kleidungs* stücke und Eßworen entwendet.
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