am
ieitenl
wir:
W.
eitel
242IA
ie4
au
ßen , KühikaSte"' Por:el'ane'
Schwache
Nerven
sind die Grund« Ursachen der meisten Krankheiten. Bei Blutarmut, Herzklopfen, Schwa- chezusländen oller Art, Zittern Appetitlosigkeit nervösen Magenbeschwerden soll man Doppelherz, das anerkannte Nervenkräftig- ungsmittel nehmen. Probeftasche M. 2.50, große Flasche 4.50 und 5.50. Doppelherz- DrageesM.1.50.
Niederlage:
Droa. 0. Winterhof!, Krenipt. 9-li; Drej. C.Selbil.Frankirer Straße; Bias Hliiien- borg !Iii.-Drog6r * H. Elges, Sellerieei 68i;DrogtrleE.8ar=, Schaliinße; Löwe“ DroglllblogerNati) srsks
nndNenei RroueD'Hi*! , io rAltor. Vlk*«11* ä*« HtflüSB flO "■Setter
Jer^L^-
kc io^'I1 * * * * * *
pKs I IhM8 Mi Berbor8'
W. ®«ck,,'rnhe 8.
Nr. 74 Drittes Blatt_______________Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Mtag, 28. März 1950
Kehraus im Stadtrat vor der Voranschlagsberatung.
Weitere Mittel für die Verkehrswerbung. -1OOOO Mark fürFürforgearbeiten. - Erhebliche Mittel für Schulhaus-Ausstattung.
Eine Erhöhung der Müllabjuhrgebühren.
• Dieben, 27. März 1930.
Der 8 tadtrat hielt heute, wenn nicht ganz unerwartete Ereignisse dazwischenkommcn, feine letzte Sitzung vor der Beratung des Voranschlags für 1930 ab. "Die alljährlich, so diente auch die heutige Sitzung dazu, mit den zur Jcit vorhandenen Vorlagen weitmöglichst aufzuräumen, damit für die nächste Sitzung möglichst breiter Spielraum für die Doranschlagsberatung verbleibt.
Die Tagesordnung der heutigen Sitzung brachte keine besonders hervortrct.nden Angelegenheiten. Dem Verkehrs verein wurde in Anerkennung seiner Bemühungen um das Allgemeinwohl ein weiterer Zuschuß gewährt und auch der Volkshochschule ließ man eine Ausbesserung ihrer Finanzen zuteil werden. Wenig angenehm, * 6cr dennoch leider notwendig war eine gewisse Erhöhung der Müllabfuhrgebühren, damit die Müllabfuhr nicht zu einem Zuschußbetrieb wird. Sehr erfreulich war es, daß das Haus einen Betrag von 10 000 Wk. zur zusätzlichen Auszahlung an ausgesteuerte und in Fürsorge befindliche Erwerbslose, die für die Stadt Arbeiten verrichten, bewilligte. Ebenso erfreulich war die einmütige Zustimmung zu einer Vorlage, die den Betrag von 58 000 Mark zur Ausstat - tung von Schulräumen anforderte, da man von dieser Maßnahme die Erschließung von Arbcits- und Verdienst Möglichkeiten für unser heimisches Handwerk und Gewerbe erwarten kann. Die unter der gegenwärtigen Wirtschaftsnot besonders schwer leidenden Handwerkerkreise werden diese Entscheidung des Hauses sicherlich mit besonderer Genugtuung aufnchmen.
Sitzungsbericht.
Anwesend Bürgermeister Dr. Selb, der als Vertreter des beurlaubten Oberbürgermeisters den Vorsitz führt, die Beigeordneten Dr. Hamm und Iustizrat Dr. Rosenberg, sowie 33 Stadtratsmitglieder. Im Zuhörerraum haben nur einige Personen Platz genommen.
Weiterer Hnschus; an den Bcrkehrsverein.
Der Finanzausschuß beantragt folgenden Beschluß: „Dem Verkehrsverein Gießen wird zu den Stoffen der Herstellung je eines großen und kleinen Führers, von Stadtplänen und eines Hotel- und Gaststättenverzeichnisses für 1929 ein weiterer Zuschuß von 1000 Mark bewilligt."
Als 'Ausschußberichterstatter weist Stadtratsmitglied Horn (Arbeitsgem. der Mitte) auf die eifrige und mühevolle Arbeit des Derkehrsvereins im Interesse der Stadt Gießen hin, die in erfreulicher Weise von Erfolg begleitet und für die Geschäftswelt förderlich sei.
Stadtratsmitglied Schmieder (Arbeitsgem. der Mitte) berichtet aus seinen Erfahrungen als Vorsitzender des Verkehrsvereins über die Arbeit dieser O'ganisatwn und hebt hervor, daß unsere Nachbar- städte, insbesondere Wetzlar, große Anstrengungen auf dem Gebiete der Verkehrsverbung machen. Wenn Gießen da nicht Zurückbleiben wolle, müsse es gleichfalls in reger Weise werben. Die dafür verwandten Geldmittel seien gut angelegt, sie würden unserem Giehener Wirtschaftsleben gute Früchte bringen Notwendig sei es aber auch, daß dem Verkehrsvcrein immer mehr Mitbüraer beitreten, insbesondere auch noch aus der Geschäftswelt, die
an den Ergebnissen der Fremdenverkehrswerbung stark interessiert sei.
Das Haus stimmt dem Anträge des Finanzausschusses zu.
Weiter r Zuschutz an die Volkshochschule.
Der Finanzaustchuß beantragt folgende Beschlußfassung: »Der Volkshochschule Gießen wird für das Rechnungsjahr 1929 außer dem vcran- lchlagsmäßig bewilligten Beitrag von 1200 Mk. ein weiterer Beitrag von 1200 Mk. gewährt."
Aus den Darlegungen des Ausschuhberichterstatters Stadtratsmitgl. Lcop. Mayer (Arbeitsgem. d. M.) geht hervor, daß von der Volkshochschule ursprünglich beantragt war, neben den voranschlagsmäßigen 1200 Mk. weitere 1700 Mk. zu bewilligen, ihr also für das Rj. 1929 insgesamt 2900 Mk. zur Verfügung zu stellen, gleichzeitig aber auch diesen Betrag für das neue Rj. 1930 zu gewähren. Der Finanzausschuß hat sich im Hinblick aus die Finanzlage und in Anbetracht dessen, daß die Doranschlagsberatung für 1930 eben erst noch in den Anfängen steckt, nur zu dem vorstehend wicdergegebenen Antrag verstehen können.
Stadtratsmitgl. Ricolaus (Wirtsch. Vgg.) spricht sich namens seiner Fraktion gegen diese Mehrbewilligung aus, die Stadtratsmitgl. Horn und Fischer (Arbeitsgem. d. M.) treten für den Antrag des Finanzausschusses ein und betonen insbeiondere, daß eine Bewilligung für 1930 heute noch gar nicht mehr möglich sei, weil man auch nicht im mindesten den neuen Doranschlag übersehen könne, sich nach dieser Richtung alle Entscheidung Vorbehalte. Die Stadtratsmitgl. Dr. Gumbel und Mann (Soz.) sehen sich für das Ersuchen der Volkshochschule ein, schließlich schlagen sie im weiteren Verlaufe der Aussprache für das Rj. 1930 die Einstellung eines höheren Betrags als bisher in den Etat vor und kündigen einen dementsprechenden Antrag an.
Der Antrag des Finanzausschusses wird gegen einige Stimmen der Wirtsch. Vgg. angenommen.
Andere Krediterweiterungen
Der im Voranschlag des Lyzeums für das Rj. 1929 für Reinigungszwccke eingestellte Kredit von 2600 Mk. wird um 383,28 Mk. erweitert.
Für den städtischen Schlachthof wird der im Voranschlag 1929 vorgesehene Kredit für Wasserbedarf um 6500 Mk. erweitert. Diese Mehrausgabe ist auf einen Wasserrohrbruch zu- rückzuführcn, der hohe Reparaturausgaben er- sorderte. Der im Schlachthofetat 1929 vorgesehene Kredit für die unschädliche Beseitigung des untauglich befundenen Fleisches erfährt eine Erweiterung um 500 Mk.
Der im Voranschlag 1929 für die S a n i t ä t s- wache auf dem V i c h m a r k t p l a h vorgesehene Kredit wird um den noch erforderlichen Betrag von 190 Hit. erhöht.
Der zum Ausbau des Parkplatzes auf dem Viehmarltplatz am Güterba^nhof bewilligte Kredit wird um 3000 Mk. erweitert. Die Stadtverwaltung wird zur alsbaldigen Arbeitsausführung ermächtigt.
Erhöhung der Müllabfnhrgcbühren.
Auf Antrag des Finanzausschusses wird mit Mehrheit, gegen die sozialdemokratischen und einige weitere Stimmen, beschlossen, daß die Müllabfuhrgebühren ab 1. April 1930 von 0,92
Die gefiederte Schlange.
Roman von Edgar Wallace.
11 Fortsetzung Nachdruck verboten
Ella erzählte ihm kurz von Hugg, und er hörte mit wachsendem Interesse zu.
»Hugg? Der Kerl kam wieder hierher?"
Ella berichtete von den sensationellen Enthüllungen des Betrunkenen.
„Das ist doch Unsinn!" rief er. „Lane ist tot! Ich habe ja feinen Totenschein."
Aber seine Worte klangen nicht sehr überzeugt.
„Seine letzte Erzählung ist ganz anders als das, was er dir zuerst mitteilte." sagte Paula ruhig. „Ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht. Erzählte er dir, daß Lane Plötzlich starb?"
„Tot hingefallen." erwiderte Crewe.
„Weißt du auch, daß Hugg selbst später im Hospital lag?“
„Olein, nach feinem Bericht mußte ich annehmen, daß sich nichts Außergewöhnliches ereignete."
Er suchte den Totenschein heraus und las zum erstenmal die Todesursache.
„Schädelbruch infolge eines Unglücksfalles."
„Ich wundere mich, warum er mich angelogen hat." Crewe biß sich aus Die Lippen und schaute nachdenklich drein. „Diese Vagabunden lügen doch immer I"
„Selbst wenn cs gar nicht notwendig ist," sagte Paula. „Hat er dir gesagt, daß Lane manchmal im Schlas sprach?"
„Weshalb redet ihr immer über Lane?" fuhr Ella ärgerlich dazwischen. „Wenn er im Schlas nichts Vernünftigeres gesprochen hat als im Wachen, dann hat es nichts zu bedeuten. Was wirst du nun wegen des Schlüssels anfangen, Billy?"
Offenbar hatte er noch keinen Plan.
„Ella, du könntest ihn vielleicht bekommen," sagte er gefaßt, nachdem er lange nachgedacht hatte. „Du kennst Dewin doch und könntest ihn wahrscheinlich berumbringen."
„Wenn er nun aber den Schlüssel der Polizei übergibt?" fragte Paula.
„Das tut er sicher nicht," sagte Ella gereizt. „Er will die Sache doch selbst aufklären - Joe hat mir «ehr viel von ihm erzählt. Der hat doch auch d>- Samimis lebenslänglich ins Zuchthaus gebracht. Die Polizei wußte noch gar nichts von Samsons Verbrechen, bis es alle Welt im „Poftkurier" las. Der gibt den Schlüssel nicht heraus."
Paula reckte die Glieder müde.
„Ich gehe jetzt nach Hause," sagte sie. „Ich werde dich mitnehmen, Ella, und bei deiner Wohnung absehen. Mein Wagen ist hinten in der Garage."
Ella nickte, und alle drei gingen in die Eingangshalle. Es war inzwischen taghell geworden, und als Mr. Crewe die Haustür öffnete, kam die kalte Morgenluft herein. Sie zitterten vor Kälte.
„Ich möchte —" begann er und brach plötzlich entsetzt mitten in seiner Rede ab.
Er sah drei Karten, die mit Reißnägeln an die Tür gesteckt waren. Jede trug das Bild der gefieberten Schlange und darunter einen Hamen. Auf der ersten stand „Billy", auf der zweiten „Ella" und auf der dritten „Paula". Um die Karte mit dem Hamen „Billy" war außerdem ein Trauerflor befestigt.
8.
Das Dienstmädchen berichtete Peter Dewin, daß eine Dame im Salon auf. ihn warte. Sobald er mit seiner Toilette fertig war, rannte er die Treppe hinunter. Das Bureau sandts sehr häufig schon früh am Morgen Briese durch junge Mädchen, und er war schon daran gewöhnt, daß die „Dame" in Wirklichkeit ein kleines Mädchen mit einer Stupsnase war, das ihm eine dringende Botschaft von seinem Redakteur brachte.
Als er in das Zimmer trat, war er freudig überrascht.
„Großer Gott, was tun Sie hier?"
„Ich warte bereits eine Viertelstunde auf Sie," sagte Daphne und lächelte vergnügt über seine Bestürzung. „Ihretwegen hätte ich auch wohl die ganze Rächt auf Sie warten können — hoben Sie Mr. Crewe gesehen?"
Er staunte, als sie ihm von Crewes Besuch um Mitternacht erzählte.
„Crewe?" Es war doch unmöglich, daß der Dieb... „Haben Sie ihm gesagt, wo ich wohne?"
„Das hätte ich ihm vielleicht gesagt, wenn ich .-H gewußt hätte. Aber es war mir nur bekannt, r-af) Ihr Harne im Telephonbuch stand, und ich dachte, es sei das Einfachste, daß er Sie wegen ber kleinen Ledertasche anriefe."
»Ach, glaubten Sie, daß er mich antelephonieren würde?" sagte er nachdenklich. „Hein, das hat er nicht getan, wenigstens bilde ich mir das ein — ich glaube nicht, daß er es war."
„Haben Sie die Börse der Polizei übergeben?"
Peter überlegte schnell.
„Ich werde cs heute morgen nachholen," log er ihr vor. „Tatsächlich hatte ich in der Hacht kolossal viel zu tun und bin deswegen heute morgen auch ein wenig später auf gestanden."
Er schaute auf feine Uhr. Es war viertel zehn, und plötzlich erinnerte er sich, daß er am vorigen
Pfennig für 100 Pf. Grundmiete auf 1,16 Pf. für 100 Pf. Grundmiete erhöht wird.
Hach den Darlegungen des Ausschußberichterstatters Stadtratsmitgl. Goerz ist diese Erhöhung notwendig geworden, weil im laufenden Jahre infolge Lohnerhöhung für die Arbeiter und stärkerer Gebührenausfälle infolge von Reklamationen ein Minus von rund 10 000 Mk. entstanden ist. Da der Betrieb sich selbst tragen soll, war die Gebührenerhöhung zur Notwendigkeit geworden.
Hoslcucrlatz für die LtudentcuhUfc
Ein Gesuch der Gießener Studentenhilfe um Erlaß der Kosten der Pflasterung der Einfahrt zur Garage des neuen Studentenhauses in Hohe von 426,73 Mk. wird bewilligt.
Bom Bcbnuungsplan.
Die Ortsbau^ahung zum Bebauungsplan über das Schwarzlachgebiet wird genehmigt. Die in dem Bebauungsplan vorgesehenen neuen Straßen erhalten fotgene Bezeichnungen: Schwarzlachweg, Am Sandfeld und Werra- straße.
Die Aenderung der Bau- und Straßenfluchtlinie im Ho11erweg entsprechend dem Plane des Vermessungsamtes vom Januar 1930 wird genehmigt.
Ltratzcnrcinigungsgcbührcn.
Durch einstimmigen Beschluß des Hauses wird die Ortssahung über die Erhebung von Gebühren für die Reinigung der Straßen und Plätze in Gießen im § 1 dahin erweitert, daß die Straßen- reinigungsgebühren auch dann erhoben werden, wenn zwischen dem Grundstück und der Straße eine öffentlichen Zwecken dienende Grundfläche (z. B. Anlagen, Böschungen, Gräben usw.) liegt.
Tic Wasserversorgung r er Gemeinde Lindcnstruth.
Der Wasserversorgung der Gemeinde Lindenstruth durch das Wasserwerk Gießen, nachdem der neue Wasserbehälter bei Annerod gebaut ist, stimmt man grundsätzlich zu.
Die Gießener Wasserleitung von Queckborn geht bekanntlich durch Lindenstruth, so daß der Anschluß dieses Ortes an unsere Wasserleitung sehr leicht zu bewerkstelligen ist. Der Wasserkonsum Lindenstruths pro Jahr macht insgesamt so viel aus, wie Gießen an einem Tage verbraucht.
Bcrgcbnng von Arbeiten und Lieferungen.
Arbeiten am Hcubau eines Schalt- und Transformatorenhauses des Elektrizitätswerkes: Die restlichen Maurer-, Beton-' und Eisenbetonarbeiten werden der mindestfordernden Firma H. W. Rinn in Gießen zu ihrem Angebotspreis von 14 994,50 Mark übertragen. — Die Schlosserarbeiten werden entsprechend dem vom städtischen Hochbauamt vor- geschlagenen Verteilungsplan an Schlossermeister Kunz für 6446,93 Mark, an Schlossermeister Braun für 5105 Mark, an die Schlosservereinigung für 12 273 Mark vergeben. — Das Liefern und Einlegen der Riffelblechabdeckung wird dem Schlossermeister Wilhelm Ziegler zu seinem Angebotspreis von 3520 Mark übertragen. — Die Lieferung der stahlgepreßten Türen und Tore werden der mindestfordernden
Abend Mr. Gregory antelephoniert und ihn um eine Unterredung gebeten hatte. Er war von dem Gelehrten zu heute morgen um zehn Uhr bestellt und sagte dies Daphne.
„Dann können wir ja zusammen gehen — ich habe auch eine Verabredung mit Mr. Beale — ich bin nämlich seine neue Sekretärin. Ich zweifle allerdings, ob er mich schon so bald braucht."
Er setzte sich hin und schaute sie groß an.
„Sie wollen doch nicht etwa sagen, daß das die neue Stellung ist, nach der Sie suchten?"
Sie nickte.
„Dann haben Sie es gut — einer meiner Bekannten, der einmal vor Jahren für ihn gearbeitet hat, erzählte mir, daß er fürstliche Gehälter bezahlt und einer der liebenswürdigsten Menschen in der Welt ist. Sie sind aber von Crewe sehr plötzlich weggegangen."
Cie zögerte.
„Ja — ich dachte, es wäre besser, daß ich sofort ginge. Es war mir eine große Erleichterung. Ich hatte bereits Mr. Deale geschrieben, daß ich in der ersten Woche nicht kommen konnte, es ist daher leicht möglich, daß ich eine Woche lang Ferien habe. Können Sie mir sonst noch etwas von ihm erzählen?"
„Er ist eine Autorität für gefieberte Schlangen."
Cie sah ihn erstaunt an.
^Wenigstens sagt mein Rachrichtenredakteur so — und der weiß alles."
Ein klarer, kühler Morgen lud dazu ein, im Park spazieren zu gehen, aber die Zeit war zu kostbar, und Peter bestand darauf, einen Wagen zu nehmen.
Unterwegs gestand et ihr, daß et nicht die Absicht habe, den Schlüssel herzugeben. Er erzählte ihr aber nichts von dem Papier mit den Buchstaben, das er dabei gesunden hatte. Das war so seine Art. Er liebte kleine Geheimnisse. Aber in der frohen Stimmung, in die er durch ihre Gegenwart kam, wäre er doch beinahe seinen Prinzipien untreu geworden und hätte es ihr gesagt.
Sie kamen mit dem Glockenschlag zehn vor dem schönen Hause von Gregory Beale an. Der ernste Hausmeister öffnete ihnen die Türe und führte sie in das Empfangszimmer. Mr. Deale ließ zuerst seine neue Sekretärin kommen. Sie sand ihn in der Bibliothek, wo er anscheinend ein einfaches Frühstück zu sich genommen hatte. Ein silbernes Tablett stand auf einem Seitentisch und eine halbleere Kaffeetasse auf seinem Pult. Er begrüßte sie mit einem liebenswürdigen Lächeln seiner blauen Augen.
„Lagen Sie mir nur nicht, daß Sie Ihre Stellung nicht gleich antreten können."
Sie erzählte ihm, daß sie gekommen fei, um mit ihrer Arbeit zu beginnen.
Firma Karl Renner Rachsl. in LandeShut zum Angebotspreis von 7376 Mark übertragen.
Die Lieferung der Heraklithplattcn nebst Zubehör für die Wohnungsbauten in der Schwarzlach erhält die Firma August und Philipp LÄüßler in Worms zu ihrem Angebotspreis von 4014,75 Mark.
Mit der Lieferung der Schleudergußrohre zur Wasserversorgung der Gemeinde Heuchelheim wird der Deutsche Gußrohrverband in Köln zum Angebotspreis von 17 334 Mark frei Station Gießen beauftragt.
Die Herstellung von Gas- und Wasserleitungsgräben im Rj. 1930 wird der Firma H. Weimer in Gießen zu ihrem Angebotspreis von 8093 Mark übertragen.
Beim ersten Punkt dieser Arbeitsvergebungen entspinnt sich eine
'Aussprache über die Bedingungen, die bei diesen Vergebungen maßgebend sind. Stadtratsmitgl. Becker (Wirtsch. Vgg.) sordert die Beobachtung der Vorschriften der Reichs- verdingungsordnung, worauf Beigeordneter Dr. Ham m erwidert, daß das schon immer geschieht und Stadtratsmitgl. Horn (Arbeitsgem. d. M.) darüber seine Befriedigung äußert. Stadtratsmitgl. Launspach (Wirtsch. Vgg.) übt lehr scharfe Kritik an den Bedingungen des Bauamtes. Stadtratsmitgl. Coe ber (Arbeitsgem. d. M.) weist demgegenüber daraus hin, daß diese Bedingungen nach einer Aeußerung des Stadt- baurats Gravert schriftlich wohl so scharf gehalten seien, in der Praxis aber nicht so schlimm gehandhabt würden. Es sei aber eine Aenderung dieser Bedingungen zugesagt worden. Es sei auch zu begrüßen, daß die Kalkulationen der Handwerker, auch zu deren Ruhen, vom Dauamt sorgfältig nachgeprüft würden. Hierdurch fei schon manches besser geworden. Oft seien aber auch die Handwerker schuld, wenn sie Klage erheben. Stadtratsmitgl. Leop. Mayer (Arbeitsgem. d. M.) rät den Handwerkern, sich in Deschwerde- fällcn an ihre handwerkliche Organisation zu wenden, wenn die Bedingungen zu scharf gehandhabt würden. Der Stadtrat müsse vor allem an die Gesamtinteressen der Stadt denken. Beigeordneter Dr. Ham m betont, diese Bedingungen seien meist nicht da für den anständigen Handwerker, aber sie seien zustandegekommen auf Grund von Erfahrungen, die man mit weniger anständigen Handwerkern gemacht habe. Es sei bedauerlich, daß darunter auch die anständigen Handwerker mit zu leiden hätten. Er sei aber bereit, Milderungen dieser Bedingungen durchzuführen.
Krcditbcwiliigungen.
Für die Umänderung von zwei Türen in der Kapelle auf dem Alten Friedhof wird ein Kredit von 125 Mark zur Verfügung gestellt.
Für das Wiegehaus mit Bedürfnisanstalt und Wiegemeisterwohnung „Hinter der Westan - läge" wird ein Kredit von 4000 Mark bewilligt.
Zu In st andssetzung sarbeiten im Stadthaus, Bergstraße, wird ein Kredit von 500 Mark und zu Instandsehungsarbeiten im Stadthaus, Garten st raße, ein Kredit von 1000 Mark eröffnet.
Für die Neupflasterung einer an die Blei djerei Fuchs verpachteten Geländefläche von etwa 16 Quadratmeter wird ein Betrag bis zu 100 Mark bewilligt.
„Das ist ja famos, ich habe mir schon den ganzen Morgen überlegt, was ich mit meinen Sammlungen machen soll — sie müssen nämlich ^usgepackt und katalogisiert werden. Ich selbst habe nicht die nötige Ruhe zu solcher Arbeit, und nach dem, was ich heute morgen in der
Zeitung gelesen habe, mochte ich recht bald wieder meine gefieberten Schlangen sehen."
„Gefiederte Schlangen?" fragte sie. „Was meinen Sie damit?"
Er mußte über ihre Frage lachen.
„Sie brauchen sich nicht davor zu fürchten, ich
bin kein Zoologe. Alle meine Sammlungsgegen
stände sind Geräte oder kleine Bildwerke, die ich in den Ruinenstädten der alten Maya gesammelt habe. Meine gefiederten Schlangen sind kleine Tonfiguren, in denen das Auge des Laien weder eine Ähnlichkeit mit Federn noch mit
Schlangen entdecken kann!"
Er schaute hinter ihrem Rücken nach der Tür.
„Ist der junge Mann, der mit Ihnen kam, ein Zeitungsreporter? Da habe ich ja zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!"
Er läutete dem Hausmeister.
„Bitten Sie doch den Herrn zu mir herein."
Als Peter den Raum betrat, kramte der Gelehrte in einer Schublade seines Schreibtisches. Endlich hatte er gesunden, was er suchte, und legte ein kleines, formloses Ding auf die Tischplatte, das allem Anschein nach aus gebranntem Ton bestand. Er begrüßte Peter durch ein Kopfnicken.
„Also Sie sind der Zeitungsreporter, der etwas über gefiederte Schlangen wissen möchte? Run wohl, mein junger Freund, hier können Sie gleich eine sehen!"
Peter nahm den Gegenstand neugierig in die Hand.
„Seien Sie vorsichtig damit," warnte Mr. Deale. „Das kleine Ding hat einen Wert zwischen fünfhundert und tausend Pfund. Cs ist eine echte Maya-Figur, eine gefieberte Schlange — das einzige Exemplar, das jemals in einer Maya- Stadt gefunden wurde. Aus Mexiko haben wir zahlreiche derartige Funde. Ich habe mehrere von meiner Reise mitgebracht. Aber das ist ein kostbarer Maya-Fund, und deshalb muß man behutsam damit umgehen!"
Peter erkannte nun auch, was es darstellen sollte. Cs war eine zusammengerollte Schlange mit kleinen Kügelchen auf der Oberfläche. Wie er richtig vermutete, sollten bai Federn sein.
„Was bedeutet ege tlich die g.fieberte Schlange, Mr. Deale?"
Der Gelehrte lehnte sich in seinen Stuhl zurück und legte die Fingerspitzen ineinander.
(Fortsetzung folgt.)


