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über die Kaiserin Charlotte von Rußland, eben­falls eine Schwester Wilhelms I., von der Kö­nigin Luise ab, und diese enge verwandtschaftliche Verbindung macht es natürlich, daß die Kron­prinzessin in ihrenErinnerungen" der großen russischen Verwandtschaft und dem preußischen Königshause, dem sie später als Gattin des Thronerbe angehören sollte, besonderen Raum widmet. Aber ihre ganze Liebe bleibt ihrer mecklenburgischen Heimat, dem Jagdschloß Gelben­sande mitten in der weltabgeschiedenen Rostocker Heide, der kleinen mecklenburgischen Residenz Schwerin und dem stillen Heiligendamm, an desien Steinstrand die schlichten Villen der meckben- burgischen Fürsten stehen. ilnö so einfach und zurückhaltend, wie das Leben der mecklenburgi­schen Prinzessin hier an der Ostsee und später mit dem kranken Vater und der schönen, sport­

liebenden Mutter zusammen an der Riviera, verlief, ist auch dieses Crinnerungsbuch, das sich damit sympathisch abhebt von mancherlei Ver­öffentlichungen ähnlicher Art, die uns die Nach­kriegszeit als Konjunkturblüten beschert hat. Wer politische Sensationen oder gar höfischen Klatsch sucht, kommt bei der Lektüre dieses ganz schlichten und ehrlichen Buches nicht auf seine Kosten.

A. de Rora: Erinnerungen eines Arztes und Dichters. 248 Seiten 8°. Brosch. 4, Leinen 6 Mark. L. Staackmann, Verlag, Leipzig 1930. (489.) 2m Plauderton beschriebe­ner, unterhaltsamer Rückblick des 66jährigen Dich­ters derMadonnen" und desGiorgione" auf seinen Lebensweg, auf die Entwicklung aus Kin­derparadies und Studentenjahren zur Mannes­reife: ehrliches und ungeschminktes, von manchem Humor besonnte Bildnis seiner selbst.

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Spielplatz-Werbeiag 1931.

Auf Grund einer an den Deutschen Reichs- ausschuh für Leibesübungen gelangten Anregung wird zur Zeit erwogen, ob im nächsten 2ahr der Spielplatz-Werbetag, der im Jahre 1925 mit großem Erfolg veranstaltet wurde, wieder auf­leben soll. Unter anderem ist daran gedacht, den Veranstaltern einer solchen Kundgebung eine öffentliche Sammlung, wie sie durch die Orts­gruppe des DRA. in Breslau mit großem Er­folge durchgeführt wurde, zu empfehlen. Die öffentliche Sammlung ergab fast 7000 Mk., die zur Anschaffung von Spiel- und Sportgerät für bedürftige 2ugendliche verwandt wurden.

3n der gleichen Richtung geht ein Vorschlag des Vorstandes der Deutschen Turnerschaft. Da­nach sollen im Jahre 1931 an ein und demselben Tage alle Vereine der DT. zu einer Werbeveran­staltung veranlaßt werden. 3n Vorschlag ist der Geburtstag der DT., der 17.3uni oder der darauffolgende Sonntag, der 21.3unt, gebracht worden. Von feiten des DRA. war zunächst der Tag der Grohstaffelläufe, der 7.3uni, in Er­wägung gezogen. Die nächste Vorstandssihung des DRA. wird sich mit diesem Gedanken zu beschäftigen haben:

Auch die OT. spart.

Der Vorstand der Deutschen Turnerschaft hat auf Grund eines Auftrages des Hauptaus- schusscs der DT. umfassende Sparmaßnahmen an 'dem Haushaltsplan für das 3ahr 1931 be­schlossen: er hat Abstriche an dem und an für sich durch den Deutschen Turntag 1929 für das

3ahr 1931 festgelegten Plan in Höhe von rund 75 000 Mark vorgenommen. Darunter befindet sich eine Kürzung aller Tagegelder für Teilnahme an Sitzungen um 10 v. H.

Oie deutschen weiter in USA.

3n Toronto konnten sich die deutschen Offi­ziere am Mittwoch nicht placieren. Die deut­schen Teilnehmer schieden in dem Springen gleich den Amerikanern und Schweden aus. Sieger wurde Oblt. Malanotti, Ungarn.

Körnig gegen Lammers.

Die beiden Sprintermeister der DSB. und DT., Körnig (Charlottenburg) und Lammers (Olden­burg), werden sich beim Fest der Breslauer Sportpresse am 30. Rovember seit langer Zeit wieder einmal einen Zweikampf liefern. 3m leicht­athletischen Programm des Abends wird außer­dem noch Dr. Pelher (Stettin) mit seinem Klub­kameraden Hellpapp und dem Breslauer deut­schen Meister Krause an den Start gehen.

Rausch-Hörigen bei Brüssels Sechstage".

Auf Grund ihrer ausgezeichneten Fahrweise beim Brüsseler Dreistundenrennen am letzten Sonntag wurden die Kölner Rausch/Hürtgen jetzt für das vom 30. Dezember bis 5. 3anuar statt­findende Brüsseler Sechstagerennen verpflichtet. Außer den Siegern des letzten Sonntags, den Belgiern Duray/Depauw, erhielten bisher noch Haemerlinck/A. Maes einen Vertrag.

Das Herz derIugend.

Don Or. med. Heinz Franzmeyer, Berlin.

Voraussetzung für jede größere Körperleistung ist ein vollkräftiges Herz. Auch der Herzmuskel wird nur durch Betätigung ausgebildet und in seinem Leistungsvermögen gefördert. Verzichtet man hierauf, so muß er verkümmern. Werden dem Herzen regelmäßige, allmählich gesteigerte Aufgaben gestellt, so Paßt es sich dem an. Durch zu starke oder überlange Beanspruchung wird es dagegen leicht geschädigt.

Jede Körperübung vermittelt Wachstumsreize, sowohl für die beteiligten Muskeln, als auch für das Herz. Diese Reize seien es nun fördernde oder hemmende sind besonders wirksam beim jugendlichen Herzen. Deshalb ist auch bei jugend­lichen Personen nach richtig dosierten Leibes­übungen die Gewichtszunahme des Herzmuskels, die ja normalerweise den Maßstab für sein Ar­beitsvermögen bilden kann, wesentlich größer als bei älteren.

Zunahme von herz- und Skelettmuskulatur gehen nicht immer parallel.

Der Läufer z. B. schafft durch seinen Sport keineswegs dicke Muskelpakete der Beine er bekommt vielmehr schmale, sehnig veränderte Muskeln der Herzmuskel aber erfährt eine erhebliche Vergrößerung: es bildet sich dadurch ein großes, höchstleistungsfähiges Sportherz.

Wie erklärt sich das? Bei kurzer Bean­spruchung kann das Herz den Korperzellen genügend Blut liefern, indem es seine Schlagzahl vermehrt. Seine Größe wird dabei nicht ver­ändert: die Fasern des Herzmuskels werden nicht gedehnt, und ein Mehrverbrauch an Energie tritt nicht ein.

Anders bei den Dauerleistungen! Zu- ' nächst erfolgt auch hier eine Herzbeschleunigung. Sie allein schafft nicht genug Blut zu den Kör­perzellen. Die jedesmalige Dlutmenge beim Schlage des Herzens muh deshalb vermehrt wer­den. Die Hcrzwandungen und ihre Muskelfasern werden stark gedehnt. Dazu ist mehr Energie nötig, als bei einer nur kurzen Hebung. Nah­rungsbedarf des Herzens und Nahrungszufuhr dahin steigen an; vermehrtes Wachstum, also

Herzvergrößerung ist die Folge.

Das jugendliche Herz zeigt dabei dem älteren gegenüber einen Unterschied: das junge Herz be­steht nämlich fast nur aus Muskelfasern, die sehr dehnbar, aber wenig fest sind; das ältere Herz hat dagegen viele bindegewebige Einlage­rungen, die mehr Festigkeit, aber weniger Dehn­barkeit bewirken. Aus diesem Grunde kann das jugendliche Herz für kurze Llebungen auch bei großen Leistungssteigerungen durch schnelle Zu­

sammenziehungen den Körper noch gut versorgen. Das ändert sich aber, wenn seine Leistung eine länger dauernde sein soll.

Da steigert sich die Pulszahl zunächst von 80 in der Ruhe auf etwa 160, selten auf mehr. Wird damit der Sauerstoffbedarf der Zellen trotzdem nicht gedeckt, so sucht das Herz durch Vermeh­rung der jedesmal in den Körper geworfenen Dlutmenge sich anzupassen. Das Herz, besser die Herzhöhle, vergrößert sich also; die Wandungen werden gedehnt; allerdings soweit der Herzbeutel das zuläht. Die stark gedehnten Wandungen wer­den dünn und erschlaffen bald, zumal die Blut­gefäße der Wachsenden schon eine gewisse nervöse Spannung zeigen und der Herztätigkeit dadurch einen steten Widerstand bereiten. Spannungs­arbeit, die ein Herz gerade für sein Wachstum besonders benötigt, ist ihm deshalb bei Dauer­leistungen nur im beschränktem Maße möglich. Daraus ergibt sich: ~.

Begrenzung körperlicher Leistungen besonders in bezug auf Dauerübungen ist für die Jugendlichen ein unbedingtes Erfordernis, soll nicht eine bleibende Schädigung des herzens die Folge fein.

Es ist keineswegs selten, daß junge Menschen mit noch wachsendem Herzen ihre Krästeüber- schätzen oder die Folgen der Pleberdehnung des Herzmuskels nicht kennen, bzw. nicht beach!en und Höchstleistungen erstreben, zu denen sie noch nicht befähigt sind. Deshalb ist ein Hinweis darauf und eine Belehrung über diese Dinge unbedingtes Erfordernis.

Sportärztliche Untersuchung stellt leicht Las wachsende Herz fest. Auffällige Formverschlechte­rungen und völliges Versagen bei jugendlichen Personen finden meist ihre natürliche Erklärung in dem Vorhandensein eines wachsenden Herzens, das bis dahin übersehen war. Jedenfalls müssen aus diesem Grunde der Unzulänglichkeit des wach­senden Herzens für Kinder und Jugendliche aus- gesprochrne Kraft- und Dauerubungen fortfallen; stattdessen ist Wert zu legen auf regelmäßi­ges kleben, auf systematischen Aufbau und ganz allmähliche Steigerung und Stilleistung. Immer weiße Zahne.Ich möchte Ihnen Mitteilen, daß wir schon über 15 Jahre die Zahnpaste Chlorodont benutzen. Noch nie Hal sie uns enttäuscht! Wir hatten immer weitze Zähnq und einen angenehmen Geschmack im Munde, umsomehr, da wir schon längere Zeit das CHIorodont-Mundwasser benutzen. Auch benutzt die ganze Familie nur Chlorodont-Zahnbürsten." gez. C. Chudoba, Fr.... Man verlange nur die echte Chlorodont-Zahnpaste, Tube 60 Pf. und 1 Mk., und weise jeden Ersatz dafür zurück. VorkrtegSvretse!

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Nähere Auskunft erteilen die unterzeich­neten Forstämter. Von der Pachtung aus­geschlossen sind geschäftsunfähige und wegen Jagd -und Fischereifrevel bestrafte Personen. 7964D

Unbekannte Personen haben vor Beginn der Verpachtung einen Ausweis vorzu­legen.

Gießen, den 22. November 1930. hessisches Forstamt Gießen.

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1. hessisches Forstamt Gießen:

a) die Lumda in den Gemarkungen Lollar, Daubringen Staufenberg und Mainz- lar = 8702 Meter;

b) die Wieseck in den Gemarkungen Alten- Buseck, Trohe, Wieseck, Rödgen, Anne­rod und Gießen = 6068 Meter;

c) die Wieseck in Gemarkung Gießen bis zum Erguß in die Lahn = 3330 Meter; d) die Lahn in den Gemarkungen Lollar, Ruttershausen und Staufenberg = 3500 Meter;

gleich wird hierdurch bestätigt. 7986V 2. Infolge der Bestätigung des Vergleichs

wird das Verfahren aufgehoben.

Gießen, den 18. November 1930. hessisches Amtsgericht.

Bekanntmachung.

Am 1. Dezember 1930 findet, wie all­jährlich, die Viehzählung in den Gem. Gie­ßen und Schiffenoerg statt. Die Viehbesitzer haben den Zählern die notwendigen An- gaben bezüglich ihrer Viehbestände bereit- willigst zu erteilen. Auf die Bekannt­machung de- Kreisamts Gießen, angeschla­gen in den Aushängekasten der Stadt Gie­ßen, wird besonders hingewiesen. 7912C

Gießen, den 25. November 1930.

Der Oberbürgermeister.

I. V.: Dr. Rosenberg.

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