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Oie Beratungen des Reichskabinetts.

-Berlin, 25. Sept. (XU.) Das Reichskabinett hat feine -Beratungen auch am Donnerstag noch nicht -um Abschluß bringen können. Man scheint hierbei grundsätzlich auf htn ®ebanfen, die B e * amten gehälter geftaffelt ab-u bauen, ver - ichtet -u Haden. Die Pläne dürften letzt mehr nach der Richtung gehen, das R o töpfer in feiner bisherigen provisorischen Form de I i n i t i d -u gestalten, eventuell unter gewissen Modisi-ierungen nach sozialen Gesichtspunkten. Reue Steuern liebt das Programm deS Reichskabinetts nicht vor. Der notwendige Aus­gleich des Haushalts soll ausschließlich durch Resor mmaßnahmen und Ein­sparungen herdeigeführt werden. 3m übrigen versucht Dietrich, den von ihm bereits angekün­digten Umbau deSSteuershstems zu för­dern, um eine Senkung der ErhebungS- kosten zu erzielen. 3n erster Linie sollen die Steuern, die auf der Landwirtschaft ruhen, vereinheitlicht werden, wozu allerdings die vor­herige Verabschiedung des Steuervereinheit­lichungsgesetzes die Voraussetzung ist. Außerdem geht der Plan des Finanzministers dahin, die Real steuern zu senken unter gleichzeitiger stärkerer Heranziehung des Hauszinssteuerauf­kommens für allgemeine Derwaltungszwecke.

Strafanträge

im Mordprozeß Messet.

Berlin, 25. Sept. (ERB.) 3m Mordprozeß Wessel stellte StaatSanwaltschastsrat Fischer fol­gende Strafanträge: Gegen Ali Hvehler we­gen gemeinschaftlichen Totschlages zehn 3 obre Zuchthaus, ferner wegen Rötigung drei Mo­nate Gefängnis, wegen verbotenen Waffenbesitzes drei Monate Gefängnis, zusammenzuziehen in zehn 3ahre drei Monate Zuchthaus sowie fünf 3 ah re Ehrverlust: gegen Rückert wegen ge­meinschaftlichen Totschlags acht 3ahre Zucht­haus. wegen verbotenen Waffenbesitzes drei Monate Gefängnis, zusammenzuziehen in acht 3ahre einen Monat Zuchthaus, sowie fünf 3ahre Ehrverlust: gegen 3ofef Kandulski wegen gemeinschaftlichen Totschlags sieben 3ahre Zuchthaus, wegen Diebstahls der Waffe Wessels drei Monate Gefängnis, zufammenzu- ziehen in sieben 3ahre einen Monat Zuchthaus und fünf 3ahre Ehrverlust: gegen Walter 3 am­bro w f k i wegen Mittäterschaft am Totschlag fünf 3ahr e Z uchthaus, fünf 3 ah re Ehr­verlust: gegenVrau Salm wegen Beihilfe zum Totschlag zwei 3ahre Zuchthaus, fünf 3ahre Ehrverlust: gegen die übrigen Angeklagten wurden Gefängnisstrafen von anderthalb bis drei 3ahren beantragt.

Aus aller Welt.

Ein groteske» Mißverständnis.

3m Laufe des Donnerstagabend trat in der R eichshauptstadt und in anderen Städten auch deS Auslandes daS Gerücht auf, daß auf RelchSaußenminister D r. Curtius ein Anschlag verübt worden sei. Die Zei- tungSredaktionen wurden mit Anfragen aus dem 3n- und Auslande bestürmt. Es erwies sich sehr bald, daß das Gerücht, das in weiten Kreisen gewaltiges Aufsehen erregte, auf einem grotesken Mißverständnis beruhte. Die Berliner Funkstunde sandte gestern abend ein Hör­spiel von Erich Cbermayer, das den Titel führte.Der Minister ist ermordet", und die Er­mordung Rathenaus behandelt. 3n einer szenenmäßig vorgesehenen Unterbrechung des Hörspiels kündigte der Ansager gemäß der Regievorschriften an:Set Reichsaußen- Minister i st um 20.03 Uhr ermordet worden. Eine Anzahl der Hörer, die nur diese Worte vernahmen und die Meldung für eine der Tagesnachrichten des Ber­liner Sender- hielten, glaubte auf Grund einer noch ungeklärten 3deenassoziation, daß ein Re­

volveranschlag auf den ReichS- außenminister In Genf verübt wor­den sei. Auf diese Weife wurde das wilde Gerücht in Umlauf gesetzt.

Großangelegler Versicherungsschwindel.

3m Zusammenhang mit einem Brande, der in der Wahlnacht im Kaufhaus Platz inR a ste n- b u r g (Ostpreußens entstand, glaubt man jetzt einem großangelegten Versicherung-- schwindel auf die Spur gekommen zu fein. Am Tage nach dem Feuer, das auf Brandstiftung zurückzuführen war, wurde der Schwiegersohn des Hausbesitzer-. Saffran, vermißt. Zunächst nahm man an, daß er in den Flammen u m- ge kommen sei. Dann aber stellte sich einwand­frei heraus, daß Saffran erhebliche Schwin­deleien und Versicherungsbeträge- re ien begangen hatte und geflohen war. Jetzt fand man an der Brandstätte Leichen­teile, und eS ist anzunehmen, daß die Branb- ftifter eine Leiche dorthin geschafft haben, um den Anschein zu erwecken, daß Saffran ums Geben gekommen fei. Die Ermittelungen gehen weiter. Der Fall erinnert stark an das Verbrechen des Kaufmanns Tetzner, der bekanntlich mit feinem Auto einen Mann verbrannte, um fo feinen eigenen Tod vorzutäuschen.

Tragischer lob eines Ehepaars.

Am Mittwochnachmittag fanden Arbeiter bei Koberwitz (Schlesien) auf einem Feldwege die Leichen des VaronS v. Koppe und feiner Gattin erschossen aus. Auf einem Zettel teilte der Baron mit, daß seine Frau einem Unglücks- f a 11 zum Opfer gefallen fei und er dies nicht zu überleben vermocht habe. Die Ermittlungen er­gaben, daß Baron v. Koppe, der sich mit seiner Gattin auf der Rebhuhnjagd befand, auf dem lehmigen Wege auSgcg litten war und sich dabei ein Schuß aus dem 3agdgewehr l ö st e, der seine vor ihm geljenbe Gattin zwischen die Schulterblätter traf und sofort tötete. Baron v Koppe tötete sich darauf selbst durch einen Herzschuh. Der Oberstaatsanwalt sowie die Landjäger sind davon überzeugt, daß ein Unglücksfall vorliegt. Baron v. Koppe, der in glücklicher Ehe lebte, stand im Alter von 65 3obren, während seine Frau 56 3ahre alt war. Sein Vermögen wird auf etwa 10 bis 12 Mill. Mark geschätzt. Er lebte seit 1925 als Pächter auf dem Schloß Stein des Rittergutsbesitzers v. Rehring, wo er sich hauptsächlich der 3agd widmete.

Drei Kinder in einer Kiesgrube erstickt.

Bei Kinding (Bayern) sind drei Knaben tm Alter von 6 bis 11 3ahren in einer Kiesgrube, wo eines der Kinder Kies graben wollte, ver­schüttet worden. Obwohl sofort Hilfe zur Stelle war, konnten alle drei erst nach einer halben Stunde alS Leichen geborgen werden.

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 25. Sept. Wegen Unterschla­gung in Tateinheit mit Untreue und wegen Urkundenbeseitigung wurde die ehe­malige Rechnerin eines inzwischen in Konkurs geratenen Spar- und Darlehnskassenvereins in einem Orte des Vogelsbergs zu insgesamt neun Monaten Gefängnis verurteilt. Auf Grund eingehender Beweisaufnahme hielt das Gericht für festgestellt: Die Angeklagte hatte aus Richt­ablieferung eingenommener Beträge eine größere Schuld an die Kasse. Um Feststelttmgen in dieser Hinsicht unmöglich zu machen, wurde ein Ein­bruchsdiebstahl vorgetäuscht, bei dem der Täter über 1000 Mk. entwendet haben sollte. Die ganze Art der Ausführung aber, insbeson­dere der Umstand, daß derDieb" die für ihn wertlosen Kassenbücher mitgenommen, ihm wertvolle Sachen wie Silberbestecke usw. aber zurückgelasfen hatte, liehen einwandfrei erkennen, daß der Diebstahl fingiert war. Rur die An­geklagte konnte selbst, oder durch andere die Bücher entfernt und den Einbruch vorgetäuscht haben. Dazu kamen noch eine Reihe weiterer Indizien, die an der Schuld der Angeklagten keinen Zweifel ließen.

Ebenfalls auf Grund eines umfangreichen In­dizienbeweise- wurde ein wegen Diebstahl- er­heblich vorbestrafter Händler au- Frankfurt a. W. zu zwei 3ahren fechS MonatenZucht- yauS, fünf Jahren Ehrverlust und Zuläffig- feit der Polizeiaufsicht verurteilt. Sc gestand, daß er in Reu-3senburg einen Ladendieb­stahl versuchte. Er wurde überführt, in Glau­ber q sich in eine Gastwirtschaft ein- S esch 1 ichen und dort etwa 600 Mk. ge- oh 1 en zu haben

Am 18. August 1929 war in Klein-Linden ein von Wetzlar kommender Motorradfahrer von einem von Gießen in der Richtung Frankfurt fahrenden Auto auf der Kreuzung Meter beiden Straßen erfaßt und getötet worden. Der Auto­fahrer hatte durch Richtbeachtung deS VorfahrtrechtS deS Getöteten und un­gut ä f f i g große Geschwindigkeit den Zusammenstoß verursacht. Rur mit Rücksicht auf den ganz besonder- gelagerten Fall und zahlreiche hier vorhandenen MilderungSgründe erkannte da- Gericht an Stelle 2 Wochen Ge­fängnis auf 200 Mark Geldstrafe.

Kirche und Schule.

Jaßresfeft des Lberßcsfiichcn MissionS» vcreintz für 'Basel.

h. Rieder-Weisel, 22. Sept. Gestern und heute sand in unterer Gemeinde da- Jahres- fest des Oberhessischen MifsionS- Vereins für Basel statt, da- bei einmütiger Beteiligung der Gemeinde und vieler auswär­tiger Wissionsgäste einen schonen Verlauf nahm. 3n herzlichster Weife nahm die Gemeinde die auswärtigen Gäste auf. 3m gestrigen Vormit­tagsgottesdienste predigte Missionar 3 11 m a n n (Kamerun), und der hiesige Musikverein wirkte mit. 3m Festgottesdienste am Rachmittag pre­digten Pfarrer Lange (Frankfurt a. M.) und Missionar Zimmermann (Borneo). Der Vor­sitzende des Oberhessischen Missionsvereins, Dekan Guß mann (Kirchberg), dankte der Gemeinde und besonders dem Borsitzenden des Kirchen­vorstandes, Pfarrer Fischer, für die gute Vorbereitung des Festes und die herzliche Auf­nahme in der Gemeinde. Die Rachversammlung und der Gemeindeabend brachten verschiedene Ansprachen von Missionar Lauk, 3 11 m a n n , Zimmermann, des Ortsgeistlichen und De­klamationen von Schülern. Der Mädchenbund Rieder-Weisel, der Evangelische Mädchenbund Butzbach, die als Gäste anwesenden vierzig Mäd­chen derGlauburg" fangen eine ganze Reihe mehrstimmiger Lieder. Die Missionskollekte be­trug 240 Mark, ohne Schriftenoertauf.

Heute trat die 3ahresversammlung im Rathaussaale zusammen. Rach einer biblischen Andacht von Pfarrer Schäfer (Bad-Rauheim), eröffnete der Vorsitzende die Versammlung und begrüßte die Erschienenen, insbesondere den Su­perintendenten der Provinz, Oberkirchenrat D. Wagner. Der Vortrag von Missionar Zimmermann (Borneo) überDaS Gebet auf dem Missionsfelde, eine psychologische Stu­die", bot bei wissenschaftlicher Darbietung eine reiche Fülle praktischer Beobachtungen, die der Vortragende in 20jähriger Tätigkeit auf Borneo, zuletzt als Leiter des Prediger-SeminarS, ge­sammelt hatte. Rach dem Mittagessen wurden die geschäftlichen Dinge erledigt, wobei insbesondere die Rechnungsablage des Pfarrers Haubach (Watzenborn) ein befriedigendes Bild ergab, wo­für ihm Dank und Entlastung zuteil wurde.

Wettervoraussage.

Mit dem Kaltlufteinbruch an der Rückseite der nördlichen Störung macht sich auch bei uns ver­änderliches Wetter bemerkbar. Da immer noch Stö­rungsreste zur Auswirkung kommen, treten unter weiterer Abkühlung vorerst noch Regenschauer auf. Jedoch besteht die Aussicht, daß das Hochdruckgebiet, welches sich im Raume zwischen Island und den britischen Inseln weiter entwickelt hat, sich auf dem Festlande ausdehnt und uns herbstliches Schönwetter bringen wird.

Aussichten fürSamstag: Weiterhin wech­selnd bewölkt und aufheiternd, vorerst noch Regen­schauer, kühl, westliche bis nordwestliche Winde

Aussichten für Sonntag: Besserung der Wetterlage, teil» wolkig, teils aufheiternd, kühl

Lufttemperaturen am 25. September: mittags 16,7 Grad Celsius, abends 10.2 Grad: am 26. September: morgens 11 Grad Maximum 16,7 Grad, Minimum 8,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 an liefe am 25. September: abends 16,6 Grad: am 26 Septem­ber: morgens 12,8 Grad Celsius. Sonnen,djein- dauer 3K Stunden.

Oie Wetterlage.

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(Schluß de» redaktionellen Teils.) . -----'...J--

Wann unb Kran sind 69

bzw. 67 Jahre alt, aber fühlen sich beide fo jung und frisch.

haben gesunden und festen Schlaf.

irf)abe mir heute das zwanzigste Glas Reo-Kru- schen-Salz gekauft und nehme es seit über 5 Jahren. Solange mir Gott das Leben schenkt, wird bei mir ,Kruschen" nie ausgehen, es ist mir unentbehrlich ge­worden. Ich muß um Entschuldigung bitten, daß ich es Ihnen nicht schon längst mitgeteilt habe. Ich bin 69 Jahre alt, habe sehr guten Appetit und eben- solchen gesunden, festen Schlaf. Meine Frau nimmt seit einiger Zeit ebenfalls mit gutem Erfolg das uns so lieb und wert gewordene Reo-Kruschen-Salz. Wir sehen beide frisch und gesundfarbig aus. Meine Frau ist 67 Jahre alt. Wir sehen beide viel jünger aus. habe Ihr ausgezeichnetes Reo-Kruschen-Salz schon mehrfach weiter empfohlen an Bekannte mit eben­falls gutem Erfolg. Mein Befinden ist ausgezeichnet. Alle Funktionen de» Körpers sind auf das Beste in schönster Ordnung.

gez. Friedrich Ernst W....., Leipzig S 3.

Solche Worte sprechen deutlicher als irgendwelche Erklärungen. Was diesen beiden alten Leuten so gut getan hat, das muß für jeden Menschen gut sein. Reo-Kruschen-Salz ist ein Lebens-Aussrischer, es ist wie eine Erneuerung im Blut und System. Die Verdauung arbeitet aktiv und das Blut wird ge­wissermaßen gefiltert, d. h. gereinigt. Vom Kops bis zu den Füßen fühlen Sie sich frischer, elastischer es ist eine Wandlung in Ihnen oorgegangen. Sie sind ein ganz anderer Mensch geworden. Reo-Kru- schen-Salz ist erbältlich in jeder Apotheke und Dro­gerie zum Preise von Mark 3, für 1 Original- Glas, dessen Inhalt für 100 Tage ausreicht. 3723 v

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