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Mittagsstunden an entfalten. Etwa 60 Stände waren aufgeschlagen, die verschiedensten Waren wurden feilgeboten. Der Besuch war zweifellos schwächer als in den Dorjahren, das Geschäft lieh Im allgemeinen zu vmnschen übrig. An den Abenden huldigte die Jugend im dichtgefüllten großen Festzelt auSgiebig den Freuden de» Tanzes. 3m Alter von 84 Jahren verstarb der älteste Mann unseres Städtchens, der Bücherhändler 3vhanneS Fink. Seit 40 Jahren widmete er sich dem Berkaus von Gesangbüchern und christlichen Schriften und wurde dadurch in vielen Orten Oberhessens zu einer bcformten Persönlichkeit. Roch im Dorjahr konnte der Der- storbene das Fest der diamantenen HochM mit seiner Frau im Kreise seiner zwölf Kinder feiern, die ihm nun vollzählig das Geleit gaben.

Ober-Schmitten, 24. Juli. Beim Aus- graben anläßlich des Umbaues einer Scheune fand man in einer Tiefe von einem Meter eine regel­mäßige eiserne Kugel von etwa 10 cm Durch. Messer. Da sie vollständig in Schlackengemisch ein- gepackt war, geht man wohl nicht fehl, den Fundort mit einem ehemaligen Eisenhammer in Ver­bindung zu bringen. Frühere Ausgrabungen in der Umgebung förderten berekts große Schlackenmengen

zutage, so daß vermutet werden konnte, hier habe einer der Eisenhämmer gestanden. Der neue Fund bestätigt diese Annahme. Welchem Zwecke die aus- gegrabene Äugel dienstbar gemacht werden sollte ist schwer zu ergründen. Der Gedanke liegt nahe, daß es sich um eine Kanonenkugel handelt, die hier her- gestellt wurde. Aber auch in der Hauswirtschaft (Waagen!) konnte sie Verwendung finden. Der legte der hiesigen Eisenhämmer ging ums Jahr 1630 ein.

Preußen.

Krcis Marburg.

~ KirchverS,25. Juli. Dor einigen Wochen berichteten wir über das Kirchverser Wald-Schwimmbad. Anvorhergesehene Widerstünde verzögerten die Eröffnung. Run soll nächsten Sonntagnachmittag daS herrlich ge­legene Bad seiner Bestimmung übergeben wer­den. Ein gutgewähltes, reichhaltiges Programm wird den Feierstunden ein würdiges Gepräge geben. Der Marburger Schwimmverein kommt mit seinen besten Kräften, um den Zuschauern die Schönheiten des Schwimmsport- zu zeigen. Während der sportlichen Dorführungen ist auf dem Festplatz Konzert.

Oer neue Gießener Hochbehälter.

3m Anneröder Wald bei Kilometer 6.6 der Landstraße GießenReiskirchen sind seit An­fang April die Arbeiten an dem neuen Hoch­behälter der Gießener Wasserlei­tung im Gange. Die Errichtung dieses Hoch­behälters ist, wie früher schon berichtet, not­wendig geworden, um den Wasservorrat für unsere Stadt auch in den Zeiten wochenlanger großer Hitze und Trockenheit bis zum Höchstmaß des voraussichtlichen Konsums unbedingt sicher­zustellen. Gegenwärtig besitzt unsere Stadt in ihrer Wasserleitungsanlage zwei Sammelbehälter von insgesamt 4000 Kubikmeter Fassungsvermö­gen. Da die tägliche Höchstabnahme im vorigen Jahre sich auf etwa 13 000 Kubikmeter Wasser belief, zur Sicherung eines ausreichenden Wasser- vorrateS normalerweise die Aufspeicherung der Hälfte deS täglichen Wasserkonsums (mithin rund 6500 Kubikmeter) erforderlich ist, ergibt sich zur Zeit eine tägliche Fehlmenge von 2500 Kubik­meter. Dieses Minus, das sich bisher aber nur In Zeiten lang anhaltender Trockenheit bemerkbar machte, wird nach der Fertigstellung des neuen, 5000 Kubikmeter Wasser fassenden HochbebälterS nicht nur völlig ausgeglichen, 5andern sogar noch erheblich übertroffen sein, o daß für unsere Stadt nach der 3nbetrieb» nähme der neuen Anlage die erforderliche Waffervorratsmenge nach Dem Rormalmah auf lange 3ahre hinaus vollständig gesichert sein wird.

Der Entwurf zu dem neuen Hochbehälter wurde von dem städtischen Tiefbauamt ausgearbeitet. Unter der Oberleitung deS Tiefbauamtes werden die Arbeiten von der hiesigen Daufirma Martin

Abermann ausgesührt. Der Hochbehälter ist 58 Meter lang, 32,80 Meter breit und rund 3,50 Meter hoch. Er ist etwa 1,50 Meter tief in die Erde versenkt worden und etwa 2 Meter erhebt er sich über die Erdoberfläche. An den Seitenwänden und auf der oberen Decke wird er mit einer Erdauflage verdeckt werden, um das Wasser gegen Frost- und Hitzeeinwirkung zu schützen. <3tn Teil der Erde wurde durch die umfangreichen Ausfchachtungsarbeiten gewonnen und ist zur Zeit an der Rückseite der Baustelle zu einem hohen Berge aufgetürmt: es handelt sich dabei um eine Erdmenge von etwa 1800 Kubikmeter. Die noch fehlende Grdmenge wird von einem etwa 500 Meter entfernten Hügel abgetragen und zur Baustelle befördert werden. Ferner wurden bei der Ausschachtung etwa 2200 Kubikmeter Basalt aus der Grde gesprengt, von denen etwa 2000 Kubikmeter auf der Baustelle mittels Steinbrechers zerkleinert und als Basalt- fplitt in dem Beton und Eisenbeton des Hoch­behälters mit verwandt wurden. Durch diese um­fangreiche Materialgewinnung an Ort und Stelle war es möglich, die Kosten für diesen Bau an> sehnlich zu senken. Ferner sind für den Dau deS Behälters etwa 500 Kubikmeter Stampfbeton, 1100 Kubikmeter Eisenbeton und 70 Tonnen Rundeisen erforderlich.

Die 'Bauarbeiten in täglich zwei Arbeits- fchichten sind jetzt so weit vorangekommen, daß der in drei Wasserkammern untergeteilte Hoch­behälter bereits über die Hälfte im Rohbau sertiggeftellt ist. An der östlich gelegenen Kam­mer ist man zur Zeit mit den Berpuyarbeiten im 3nneren beschäftigt, die Detongußarbeiten an

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der Wittelkammer sind gleichfalls beendet, je­doch muh hier das StLtzgorüst im 3nneren noch einige Tage stehenbleiben, bis man an di« Innen- arbeiten Herangehen kann. Mittlerweile wird die Errichtung der dritten, westlich gelegenen Kammer ohne Säumen durchaeführt und da­mit der Gesamtbau des Behälters zum Ab­schluß gebracht. Rach der Erledigung der Bewn- ardeiten wird, während zugleich im Inneren verputzt und die Einrichtung der technischen An­lagen vorgenommen wird, unverzüglich die Aus­füllung der Erdmaffcn vorgenommen, in deren Oberfläche Grassamen eingesät werden wird. Die Fassade des Behälters wird in einfachen Linien gehalten und nach der Landstraße zu gelegen sein. j

Reben der verstärkten Sicherung unserer Was­serversorgung durch diesen Hochbehälterbau, der mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehen sein wird, ist vom Standpunkt des Steuer­zahlers aus noch besonders die Tatsache zu be­grüßen, daß der Daukostenvoranschlag aller Vor­aussicht nach nicht völlig in Anspruch genommen wird, jedenfalls mit Bestimmtheit keine lieber- schrei tu ng erfährt. Mit der Inbetriebnahme deS Hochbehälters ist in einigen Wochen zu rechnen. Hochbehälter-Erweiterung in Wieseck.

Unsere Rachbargemeinde W i e s e ck ist zur Zeit dabei, ihren Hochbehälter, der jetzt 180 Kubikmeter Wasser faßt, durch den Anbau eines neuen Behälters mit 200 Kubikmeter Wasserinhalt zu erweitern. Der Demeindevor- stand hofft, hierdurch die Wasferverforgung für den höhergelegenen OrtSteil sicherzustellen. Der- anlassung hierzu gab der Umstand, daß der seitherige Hochbehälter die von den Quellen wahrend der Rächt zufließenden Wassermengen nicht fasten konnte und das Wasser unbenutzt wegfloh, während es am Tage trotz Entnahme aus der Gießener Wasserleitung für die Ge­meinde, besonders den höhergelegenen OrtSteil, nicht ausreichte. Die Bauarbeiten wurden der Firma Ludwig Schneider, Heuchelheim, über­tragen. Die Kosten belaufen sich auf 13 100 Mk. An,dem Bau werden, außer einigen Facharbei­tern, die Erwerbslosen der Gemeinde beschäf­tigt. Die Arbeiten dürften bis Mitte September fertiggestellt sein.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Don Sonntag, 27., bis Don­nerstag, 31. 3ult, von 20 bis gegen 22.30 ilfyt: Gastspiel der Berliner Rottcrbüynen: Frühlings­mädel. Ab 1. August geschlossen.

Schauspielhaus. Sonntag, 27. 3uli, und Montag, 28. Juli, von 20 bis gegen 22.30 Ahr. Charlehs Tante. Dienstag. 29., und Mittwoch, 30. Juli, von 20 bis gegen 22 Ahr: Anna Christie. Donnerstag, 31., von 20 bis gegen 22.30 Ahr: Charlehs Tante. Don Freitag. 1., bis Montag, 4. August, von 20 bis gegen 22.30 Ahr: Gast­spiel der Rotterbühnen: Meine Schwester und ich.

Kirchlicke Nachn'chien.

Evangelische Gemeinden. *

Sonntag, den 27. Juli. 6. Sonntag nach Trinitatis.

Sladtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; zugleich Ehrt» ftenlebre für die Neukonfirmierten der Marku»- gemcinbe: 9 30: Pfarrer Mahr. Johanneskirche. 8: Pfarrer Lic. Waas: zugleich Christenlehre für die Neu konfirmierten der Iohannesgemeinde, 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer; 20. Bibelbcspre- chung im Jdhannesfaal; Pfarrer Schlaudraff. Kapelle de» Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz: zu­gleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas; 10.45: Kinderkirche für die Pe- trusgemeinde: Pfarrer Lic. Waas. ftlein-Cinbrn. 9: Hauplqottesdienft; anschließend Christenlehre für die männliche Jugend. 10.15: Kindergoitevdienst. Alten-Vufeck. 10; 1. Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Christenlehre für die Konfirmierten, männliche Ju­gend. 13.30: Mainzlar. Haufen-Garbenleich. 13.15: Haufen, Pfarrer Staubach (Watzenborn); 13.15 Gar­benteich, Pfarrer Kramer (cteinbad)). HJa^en- botn-SIclnbcrg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinder­kirche. Cid). 9.30: Pfarrer Wunsch (Zöpen). Wegen Ausflugs der Frauenkranze kein Nachmittags- und Kindergottesdienft.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 26. Juli.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 27. Juli.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe. Kommunion der Frauen; 8; Kommunion; 9; Hochamt mit Pre­digt; 11: Messe mit Predigt: 14: Andacht. (Brün- berg. 9.45: Messe mit Predigt. Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. Collar. 8.45: Messe mit Predigt. Ridda. 9: Hoch­amt mit Predigt.

Montag, den 28. Juli.

Caubach. 7.30 llhr: hf. Messe.

Mittwoch, den 30. Juli.

Hungen. 6.15 Uhr: hl. Messe.

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