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Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheßeiy
Donnerstag, 2d. Juni 1950
Erinnerungen aus -er Geparatistenzeit des Rheinlandes 1923.
Verhaftung eines preußischen Schutzpolizisten durch französisches Militär in Düsseldors. Wenige Minuten später wurde der Unglückliche durch Separatisten auf offener Straße erschlagen.
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Das brennende Rathaus von Pirmasens, in dem die letzten Reste der Separatisten sich verschanzt hatten und von der empörten rheinischen Bevölkerung ausgeräuchert wurden.
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Ueberhrutfbriefmarten zur Befreiung der Aheinlande.
Aus Anlaß der in der Nacht vom 30. Juni zum 1 Juli beginnenden Befreiungsfeiern im Rheinlande gibt die Reichspost Briefmarken heraus, die den schwarzen Ueberdruck „30. Juni 1930" zeigen.
Oberheffen
Landkreis Gietzen.
U Großen-Linden, 25. Juni. Aus der jüngsten Gemeinderatssihung ist zu berichten. Die Anschaffung eines Motors für das Wasserwerk wurde einstimmig beschlossen. Die Kosten hierfür einschließlich Montage belaufen sich auf 3200 Mk. Die ebenfalls be- fchlosfcne Anlage für Lichterzeugung erfordert einen weiteren Kostenaufwand von 400 Mk. — Die Wohnungsneubauten von diesem Jahre werden auf 5 Jahre von der Gemeinde- grundstcucr befreit. - Dem Fürsorgeaus- schuß wurde die Prüfung der Unterstützung der ledigen ausgesteuerten Erwerbslosen Übertragen. Seine Feststellungen sollen alsbald dem Gemeinderat zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Der Bürgermeister wurde ersucht, wenn irgend möglich eine Arbeitsleistung in der Gemeinde durch die unterstützten Ausgesteuerten zu erwirken. — Ein schriftlicher Antrag der Gemeinderatsmitglieder der SPD. fordert die Auf-
Bei den Toten Allahs.
Don G. Mumm.
Bufchir.ein schmutziges, 15OOO Einwohner zählendes Hafenstädtchcn am PersischenGolf. Duschir ist eine der beiheften Städte der Erde. Die Luft ist außerordentlich trocken, das Meer tiefblau, und der Him- mel von einer Klarheit, die unvergleichlich schön ist: daher auch der Glanz der Sterne des Aachts von ungewöhnlicher Pracht.
Leise plätschern die Wellen an das Ufer, dessen schmaler sandiger Küstenstrich plötzlich unterbrochen wird von einem ziemlich steil ansteigenden Gebirgszug. Ein Teil des Küstenstriches, der durch einen kleinen Flußlauf bewässert wird, ist von außerordentlicher Fruchtbarkeit. Dattel- und Granatäpfelgärten ziehen sich am Ufer entlang, und eine fo üppige Vegetation entfaltet sich hier, wie fte nur die Sonne des Orients hervorbringen kann. Sonst um Bufchir herum ein Aichls, eine Wüstenei ohne Ende mit Sand und Steinen. Die Hitze zwingt die Menschen, vor allen Dingen die wenigen Europäer, tagsüber in den Häusern und Hütten zu bleiben. Diele Hütten sind aus Erdziegel und Lehm hergestellt und bestehen meistens nut aus zwei Räumen. Die Häuser, aus Ziegelsteinen gebaut, gehören den wenigen europäischen Kaufleuten oder auch den reichen Persern. Wenn die Sonne ihre unerträglichen Gluten auf die Stadt ergießt, dann ist es in diefcn kleinen Lehmhütten von einer wundervollen Kuhle. Jagt man die Fliegen, die sich in ihnen fammeln, hinaus, so dauert es nicht lange, und sie fallen eine nach der anderen tot zu Boden, von der unbarmherzig glühenden Sonne verfengt.
AmAbend.wenn bie6onne im Untergeben begriffen ist. verlasse ich meine Hütte, die ich für einige Wo- chen für mich und meinen afghanischen Diener gemietet habe. Ich habe das Empfinden, als fei von einer Abkühlung der Temperatur nichts zu merken, so unerträglich heiß ist es noch. Ich sehe meinen Tropenhut auf und gebe durch die Stadt. Abfälle liegen auf den Straßen, und Schwärme von Fliegen steigen davon auf, wenn man vorüber geht. Kinder balgen sich vor den Häufern, hören aber damit auf, sobald sie meiner ansichtig werden, und unter lautem Geschrei laufen sie bettelnd hinter mir her: .Backfchisch, Sahib! Gib Backschich!"-
Schleunigst mache ich, daß ich dieser schmutzigen Stadt den Rücken zeige.
Dor der Peripherie der Stadt liegt ein Friedhof, mitten in der Wüstenei. Die Gräber sind durch den Wind halb verweht und bloßgelcgt. Häßliche, aus Lehm geformte Gedenktafeln zeigen an, wessen Gebeine hier vermodern. Sonst nichts, kein Baum, kein Strauch. Rur Sand und immer wieder Sand!
Etwas abseits sehe ich auf einer Tafel einen deutschen Flamen; zwar verwischt aber noch zu erkennen.
Hebung des Gemeinderatsbefchlufses vom 8. April d. 3., wonach der Einbau einer Schleuse in dem Kleebach genehmigt war. Rach diesem Schreioen liegt ein dringendes Bedürfnis nicht vor und wird die Zweckmäßigkeit der vorgefehe- nen Anlage bezweifelt. Rach einer lebhaften Aussprache wurde der Einbau der Schleuse mit sechs gegen vier Stimmen abgelehnt.
+ Klein-Linden, 25. Juni. Die Gemeinnützige Baugenossenschaft in Klein-Linden, e. G. m. b. H., hielt dieser Tage ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Reichsbahnsekretär Karl Klein, leitete die Versammlung. Zunächst erstattete der Genosfenschaftsvor- sitzende, Reichsbahnobersekretär August L u h. den Geschäftsbericht vom vergangenen Jahre. Sodann verlas der Kassierer, Schuhmachermeister Fr. Wilhelm Weigel, die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1929. Aus der Bilanz war zu entnehmen Aktiva. Vor 1924 fertiggestellte Häuser (drei Doppelwohnhäuser mit 12 Wohnungen) im Werte von 64 759,78 Mk., nach dem 1. Januar 1924 fertiggestellte Häuser (zwei Zweifamilienhäuser) im Werte von 41 429.04 Mk., eigene Hypotheken in Höhe von 6832,56 Mk., Beteiligungen 50 Mk., Bankguthaben 405,50 Mk., Kasscnbestand 1314,84 Mark, rückständige Zinsen 44,49 Mk., sonstige Forderungen 1058,07 Mk., zusammen 115 924.28 Mark. Passiva: Geschäftsguthaben der Mitglieder 1325,90 Mk.. Rücklagen 61 449,95 Mk., Hypothekenschulden 27 853,65 Mk., Darlehen 16 900 Mk., Bankschulden 7647 Mk., Reingewinn 747,78 Mk., zusammen 115 924,28 Mk. Der Reingewinn wird wie folgt verteilt: 5 Proz. Dividende auf Ge- fchäftsguthaben mit 63.23 Mk., zur Bauerneuerungsrücklage 305.05 Mk.. Rest mit 379,50 Mk. zur Hilfsrücklage. Der Mitgliederbestand betrug am Anfang des vergangenen Geschäftsjahres 96, Zugang 1, Bestand am Ende des Geschäftsjahres 97 Mitglieder. Dem Vorstand und Kassierer
Aha. das ist ja der Hügel des deutschen Welt- Wanderers, von welchem mir der englische Kaufmann in Bufchir erzählt hatte. Diefer Mann wollte wohl aus Senfationslust zu Fuß um die Erde wandern, kam aber nur bis Bufchir: da wohnte er in dem Haufe eben jenes englischen Kaufmannes, der mir feine Geschichte erzählt hatte. Schwer malariakrank und seelisch ein gebrochener Mann, starb er an den Folgen eines Sonnenstiches auf dem Dache des Hauses. Als man ihn am nächsten Tage wecken wollte, war er steif und kalt, und auch die Fliegen, die sich in Unmengen auf ihm gesammelt hatten, zeigten an, daß in feinem Körper keinerlei Lebensfunktion mehr vorhanden war. Aus war es mit dem .Berühmtwerden", mit dem .erträumten Reichtum", mit der Sucht nach .Roch- nie-5)agetoefencm*!
Übrig blieb nur ein Häuschen Asche, die der persische Wind eines Tages auss Meer wehen wird . . . Winzigkeit Mensch! Und wie groß und erhaben fühl- test du dich sonst? Sind deine hochsiiegenden Pläne nicht durch deine Finger gerieselt, wie der Sand der Wüste, der dich jetzt deckt?
Ich gebe weiter, schnell weiter, um nicht darüber nachdenken zu müßen, daß man auch mich eines Tages so abseits in den Sand . . .
Olein, noch lebe ich ja. trotz Malaria, trotz Schwarz- wasierfieber. trotz allen heimtückischen Gefahren, die hier ständige Begleiter des Menschen sind.
Meine Füße waten durch den Sand, der noch so heiß durchglüht ist, daß man es durch die Ledersohle hindurch spürt.
Eine Stunde wandere ich so, endlich sehe ich die Felsengruppe, die über den Strand in das Meer hincinragt und die mein heutiges Ziel ist. Steil heben sich die zerklüfteten Wände der Felsen aus dem Meer heraus, durch Jahrtausende vom naßen Element bespült. Mit gigantischer Gewalt brausen bei Sturm die Wellen des Meeres an dem Gestein hinauf, um in ungezählten Milliarden von Was- feriropsenwieder dahin zurückzutehren, woher sie ge- gekommen sind Immer das gleiche ewige Spiel! Gs ist ein Kampf zwifchender Zerstörungswut der Meereswellen und der Hartnäckigkeit des Gesteins. Sine von dem Menschengehirn nicht zu erdenkende Zahl von Jahren hat es fertig gebrachten diefe Felten Höhlen zu waschen. Ich klettere ein Stück den Felsen hinauf und schaue in die Höhlungen hinein. Sie sind so tief, daß bequem ein Mensch bann liegen kann- Das sind also die Begräbnisstätten der reichen Perser.
In diesen vom Meer hergestellten Särgen bestatten sie ihre Toten, die in ein Tuch gewickelt, bei ruhigem Meergang in die Löcher geschoben werden und dann tun die Sonne und das Meer ihr Ueb- tiges. Das Waßer bespült die Leichen, und die glühend heiße Sonne bleicht die Knochen, so daß nach 17j—2 Jahren die sauberen schneeweißen Km»
wurde nach erfolgter Aussprache einstimmig Entlastung erteilt. Für das satzungsgemäh ausscheidende Vorstandsmitglied Schuhmachermeister Fr. Wilh. Weigel, der wegen Zeitmangels eine Wiederwahl ablehnte, wurde Reichsbahnsekretär Heinrich L u h gewählt. Bei diesem Wahlgang wurde dem Vorstandsmitgliede Dersorgungs- amtsangestellter Wilhelm Rinn das Kassiereramt, das seither das abgeschiedene Vorstandsmitglied Weigel verwaltete, übertragen. Das Mitglied Heinrich L u h wurde an Stelle Wilh. Rinns zum Schriftführer gewählt. Die sahungs- gemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Reichseifcnbahnsekretär Karl Klein und Weiß- binbermciftcr Friedrich Lenz wurden einstimmig wiedergewählt. Zum Punkt „Bauvorhaben 1930“ regte der Vorsitzende Aug. L u h den Dau einiger Kleinwohnungen an. Die Versammlung beschloß jedoch, mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit, in diesem Jahre von dem Bau von Wohnhäusern abzuschen. Die Versammlung ermächtigt den Vorstand, mit den Vorarbeiten für Errichtung von Wohnungen im Jahre 1931 schon bald zu beginnen. 3m Laufe des kommenden Winters sollen in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die näheren Beschlüsse gefaßt werden. Die Versammlung hofft, daß es im nächsten Frühjahr möglich fein wird, wieder einige Wohnungen zu errichten.
!—! Daubringen, 25. Juni. In der letzten Gemcinderatsjitzung wurde mit Vertretern der Firma Scheidhauer & Gießing wegen Erhöhung der Abgabe für gebrochene Steine verhandelt. Die Forderungen der Gemeinde, die Abgabe für gebrochene Steine um 50 v H., die Rente für das gekaufte' Gelände auf 2000 Mark zu erhöhen und hiesige Arbeitslose einzu- stellen, wurden insoweit erfüllt, daß man sich bereit erklärte, die Rente etwas zu erhöhen und 2 Arbeitslose der Gemeinde einzustellen. Einer Erhöhung der Abgabe für gebrochene Steine wurde nicht entsprochen, dagegen will sich die Firma verpflichten, erst
chen in einer vorher vom Molla eingesegneten reichverzierten Urne gesammelt werden können. Die Urne wird dann von einem Pilger aus der Familie des Toten nach der heiligen Stätte Arabiens, nach Mekka gebracht, woselbst sie unter vielen Zeremonien eine Ruhestätte auf dem dortigen Friedhof findet.
Ich schaue noch in dies und jenes offene Grab, und ein Grauen packt mich vor den grinsenden Totenschädeln, vor den sich von der Hülle lötenden Gebeinen. Da liegen nun die Reste des irdischen Menschen . . . und wohin bist du gewandelt, Seele des Menschen? Was bist du Mensch, wenn du nicht mehr atmest! Aber wenn du lebst... bis zum letzten Atemzug bildest du dir ein, die Welt sei für dich geschaffen, und siehst nicht ein, daß du nur geboren wurdest, um als winziger Teil ein Ganzes ergänzen zu helfen!
In tiefe Gedanken versunken will ich mich gerade abwenden von dieser seltsamen Ruhestätte der Toten, als meine Rase den Geruch von Blumen fühlt, und ihm nachgehend bemerke ich in einer besonders romantisch verwitterten Höhle einen frisch eingelieferten Toten, mit unzähligen Blumen und Früchten bedeckt. Du wirst wieder Arbeit sinden, heilige Sonne, and du, wildes, ruheloses, habgieriges Meer. Ob es dir Freude macht, zu zerstören? Und wenn es nur ein winziges Menschen wesen war, das betete, schlief und aß , und ah und fchlief und betete! Ja. inständig betete . . . höre ich nicht klar und deutlich auS einem Menfchenmunde diemo ha m- medanische Glaubensformel murmeln: lä iläha illal- lähi (es gibt keinen Gott außer Allah)?
Bin ich wach, oder leide ich, Lebender, unter all den Toten an Halluzinationen? Bewegt sich nicht dort in der Ecke etwas? .. Ist es die Seele des Toten, die auf Wanderschaft gehen will? .. . Etwas FahleS, Weihes kommt im Dämmerlicht immer näher zu mir heran . . Ist es ein Gefpenst? Mein Her; schlägt wie ein Hammer gegen die Brust! Habe ich plötzlich das Fürchten gelernt? Ich trete den Rückzug an ... vor diesem Gespenst.
Und indem ich in ^Betrachtungen versunken die primitiv ausgeschlagenen Stufen hinunterklettere, trifft mich klatschend eine schaumige Welle. Fehlgetroffen. habgieriges Meer . . . 3m selben Augenblick tönt von oben eine gespenstige Stimme: .Es ist schade, Europäerhund. hätte dich doch das Meer verschlungen, weil deine Augen, die unrein sind, unsere Toten entweihten!"
Also war mein Gespenst ein Angehöriger des Toten da oben, den er bewachte, ständig Gebete murmelnd, um den Verstorbenen gnädig vor Allahs Augen erscheinen zu laßen.
Ich sende ihm noch einen persischen Fluch hinauf: .Du Petasecht iHundssohn)", und kehre dann aus der von Todesgeruch durchschwängerlen Lust, nah
das Gelände der Gemeinde Daubringen auf Steine abzubauen, ehe sie ihr eignes in Angriff nimmt Vertraglich wäre sie nur bis 1938 dazu verpflichtet
4 Aus der Rabenau, 24. Juni. Infolge begünstigen hochsommerlichen Wetters ift bie Heuernte in fast allen Dörfern unserer Gegend soweit beenbet. Einige Nachzügler werben bis zur Mitte der Woche bas biesjährige Heumachen beschließen. UcberaU ist der Ertrag bes ersten Grasschnittes ber Wiesen außerordentlich gut ausgefallen. In ben letzten fünf Jahren ist eine solche Rekorbheuemte nicht zu verzeichnen gewesen. Ganz besonbers haben bie trocken gelegenen Wiesen hervorragenbes Quält- tätsheu geliefert. Da inzwischen auch große Mengen Kleeheu geerntet rourben„ finb unsere Bauersleute mit den nunmehrigen Rauhfutteroorräten, die be- kanntlich die Grundlage der gesamten Winterfütterung bilden, sehr zufrieden. Die in ben letzten Tagen abgchaltenen Heugras . e r ft e i g c r u n c waren burchweg wenig besucht: bie Folge w-- , daß bie Preise äußerst gering blieben. Durchschnittlich kam der Morgen Grasnutzung mittlerer Qualität 15 bis 20 Mark; für besonbers gesuchte Stücke, bie gleiche Größe, würben bis zu 30 Mk. geboten unb bezahlt. — Die Winterfrucht zeigt gegenwärtig einen prächtigen Stanb. Besonbers hat bas Korn eine selten beobachtete Cänge erreicht. Der Welzen steht im Schossen unb in Blüte. Wenn bie Witterung noch etwas günstig bleiben wirb, steht auch in ber Halmfruchternte ein befriedigenbes Ergebnis bevor, beim auch bie Sommerfrucht hat sich trotz ber längeren Trockenheit recht gut entwickelt Die Hackfrüchte bereiten gegenwärtig unseren Bauersleuten etwas Arbeit: ba sie von ber starken Verunkrautung gesäubert werben müssen. Hier unb ba sind immer noch von einer Anzahl Landwirte Dickwurz- pflanzen zu setzen, denen es in der bereits verstrichenen Setzzeit an starken und geeigneten Pflanzen gefehlt hat. — UcberaU werden starke Klagen laut über das ungemein starke Auftreten des U n • oeziefersan fast allen Kulturpflanzen. Das Jahr 1930 ist ein Ungezieferjahr im wahrsten Sinne des
wie ein Pudel und Angst im Herzen vor der auch mir einst bevorstehenden Abfahrt in die Ungewißheit auf schnellstem Wege nach Buschir zurück, um zu eßen und zu trinken, oder auch etwas anderes zu beginnen, kurz, um zu wißen, und zu empfinden, daß ich lebe... ja, lebe. . .
Hochschulnacknchten.
Der durch die Emeritierung des Hofrates Professor E. Oberhummer an der Universität Wien erledigte Lehrstuhl der Geographie ist dem ordentlichen Pro- fessor Dr. Hugo Hasstnger in Freiburg i. B. angeboten worden.
— Der ordentliche Professor der praktischen Theologie an der Universität Kiel L). Heinrich Rendtorfs scheidet auf seinen Antrag zum 1. Oktober 1930 aus dem preußischen Staatsdienst aus. Pros. Rendiorss ift von der Landessynode der evangelisch-lutherischen Landeskirche von Mecklenburg-Schwerin zum Landesdischos gewählt worden. — Zum Rachfolger des Geh. HofrateS Dr. K. Menge auf dem Lehrstuhl der Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Heidelberg wurde Professor Dr. Heinrich Eymer in 3nnsbruck in Ausncht genommen. — Au- Anlaß der Gedenkfeier des hundertfunfzigjährigen Bestehens der Westfälischen Wilhelms-älniversi- tät zu Münster wurde Professor Rudols Koch an der Kunstgewerbeschule in O s s e n b a ch a. M. von der Evangelisch-Theologischen Fakultät zu Münster zum Ehrendoktor ernannt.
Bor wenigen Tagen verstarb im Alter von 83 Jahren ber berühmte germanistische Rechtshisto. riker an ber Münchener Universität, Geh. Rat Prof. Dr. jur., phil. h. c. et rer. pol. h. c. Karl von Amira: er stammte aus Aschaffenburg, studierte in München Rechtswissenschaften. Habilitierte sich 1874 in München, war später vier Jahre Ordinarius des deutschen unb des Kirchenrechts in Freiburg i. B. und fiedelte 1893 nach München als Nachfolger von Prof. Paul von Roth über. Hier vertrat von Amira bis zu feiner 1923 erfolgten Emeritierung deutsches bürgerliches Recht, Handels- unb Wechselrecht, deutsches Privatrecht, deutsche Rechtsgeschichte, bayerisches Staatsrecht und Landesrecht. Prof, von Amira war Mitglied der Akademien bzw. wissenschaftlichen Gesellschaften in Berlin, Men, München, Stockholm, Upsala, Christiana und Kopenhagen, ferner Kapitular des bayerischen Maximi- liansorben für Kunst unb Wissenschaft. Sein Hauptwerk ist ber 1913 in 3. Auflage erschienene „Grund- riß des germanischen Rechts". — Der Prioatdozent für Völkerkunde an ber Universität Marburg Dr. Heinrich Ubbelohbe-Doering ist zum Konservator am Museum für Völkerkunde in MÜn- chen berufen worden.


